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-en 2a. August,

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Beilage zu Nr. 196 desGießener Anzeiger".

Flandern und Brabant,

zwei deutsche Länder.

Wenn man beobachtet, wie gegenwärtig wieder die von den Ultramontanen vor* genommene» Umwälzungen in Belgien seitens der deutschen Preffe besprochen werden, bann scheint eS, als handle es sich um Länder und Völker in irgend einer entlegenen Ferne, die uns Deutsche niemals gekümmert hätten, und eS ist beinahe unglaublich, daß denn so alle und jede Erinnerung an die deutschen, ntederlothrtngischen Pro- vinzm unS sollte abhanden gekommen sein. Nur manchmal dämmert einem Gebildeten ein letseS Gedenken, wenn er in Wagner'S OperLohengrln" den deutschen König im Lande Brabant seine Getreuen aufrufen sieht; aber davon, daß dort heute noch unsere nächsten, wackeren StammeSgenossen wohnen, haß sie dort einen langen, harten Kampf führen wider die vom Hofe ausgehende Verwälschung, daß sie ferner eine reiche nieder­deutsche Literatur trotz aller Kämpfe geschaffen haben und daß die deutschen Vlamtnger unS 187071 ihre hellste, jubelndste Begeisterung entgegenbrachten, davon scheint bei­nahe kein Mensch im Reiche mehr etwas zu wissen. Und dennoch haben unsere Soldaten nicht wenige vlämtsche Liebesgaben empfangen, dennoch kommen alljährlich neue Rufe aus Belgien um geistigen Beistand wider den französischen Einfluß. Ge­rade jetzt, da der UltramontantSmuS wieder an'S Ruder gelangt ist, haben wir alle Ursache, jenen Ländern wieder unsere volle Aufmerksamkeit zuzuwenden, da sie so viele Jahrhunderte lang zum großen deutschen Vaterlande gehörten und auch nach der spanischen Herrschaft wieder btS in den Beginn unseres Jahrhunderts zu Oesterreich? Erblonden zählten, jedenfalls aber ein Bollwerk sein werden gegen ein neues franzö­sisches Vordringen.

DaS heutige stolze deutsche Nationalgefühl muß auch jene Stämme erfüllen und ihnen Kraft geben wider daS Welschthum, daö sie vertilgen möchte, denn Niemand kann wissen, wann jener deutsche Vorposten auf der Wacht an der Schelde für unS wird etnrreten müssen. Ein französischer NeutralisationSbruch in Belgien ist im Kriegs­fälle sicher und darum ist für unS heute Belgien in doppeltem Sinne eine Warte unserer Ehre.

Gewiß wird der UltramontantSmuS hastig streben, die deutsche Art der vlämi- schen Geistesarbeit in der Schule auszulöschen und das zu ersticken, waS Hendrik Consctence und so viele niederlothringischen Geister wachgerufen haben, und darum seien unsere Stammesbrüder jedem Deutschen warm empfohlen.

Die Allerwenigsten im Reich haben einen Begriff davon, rote anheimelnd dem Deutschen seine Art in Flandern entgegentrttt, wenn er nur einmal mit offenem Sinn Stadt und Land durchstreift. In Holland tst'S lange nicht so, im RcichSland wirdS noch einer Generation bedürfen, dort herrscht steife hölzerne Bockbetntgkeit und Größen­wahn und hier noch scheue Zurückhaltung, damit man sich beim Nachbar nicht bloS- stelle; in Flandern und Brabant aber, wo nur immer Deutsche wohnen, da blickt man auch mit hoher Aufmerksamkeit auf die Dinge im deutschen Reiche und man weiß sehr wohl, daß man seine deutsche Art nimmermehr gegen den französischen RomanlsmuS vertauschen will.

Bei unS hingegen ist eS einer der erbärmlichsten Züge, daß wir unserer Brüder so schnell vergeffen und bereit sind, sie auf Grund einer politischen Trennung hin ebenso wie andere Völker als Ausländer zu behandeln. Man steht daS im Elsaß noch alle Tage, rote die .Altdeutschen" dem RetchSschwaben an der Jll gar etwa« Franzö­sisches radebrechen, um in ihm nur einenHerrn Franzosen" verehren zu können, ohne daß man aber merkt, daß der Elsäffer selber nie ein richtiges Welsch parltrt und daß er'S auf dem Lande draußen gar nicht versteht. Einem Franzosen fiele solch eine Kriecherei gar nicht ein; der deutsche Sieger aber schämt sich nicht einmal, den wtrk- ltchen Altdeutschen, denn daS ist der Elsäffer, welsche Brocken vorzukauen.

Göthe war eS, der unS unser altes Straßburg wieder vor die Seele rief und tndtrect das erste Verlangen nach der Wiedergewinnung weckte und so wäre eS ein Segen von oben, wenn wieder ein großer Sänger käme und dem deutschen Volke mahnend sänge vom alten ehrenfesten Grafenlande Flandern, vom Hennegau und von Brabant!

Nicht gerade unter deutscher Herrschaft brauchen die Stämme ja dort zu stehen, aber ein einiges deutsches Bewußtsein, rote eS unS mit den Oesterretchern verbindet, eS muß vom Rhein htnüberfluthen biS an die Gestade der Nordsee, damit kein Franzose eS sich mehr beifallen lasse, in Belgien ein ihm verwandtes Land zu sehen. Vergesse doch Niemand, daß nur Fürstenhetraty und Testament einst die Brüder von unS trennten, nie und nimmermehr aber die Gesinnung. Wohl meint Mancher, der von Aachen her nach Belgien kommt, er betrete französisches Gebiet; aber es ist nur eine Art Einschnitt von Frankreich her, den dort die Wallonen, ein altgallisches, nicht- beutscheS Element, bis nach Lüttich und VervterS btlben und wodurch der erste franzö­sische Anschein hervorgebracht wird. Wer weiter landeinwärts geht, belehrt sich des Besseren, trotzdem seit langer Zett der Hof unter seinen auS Deutschland stammenden Königen alles Mögliche gethan hat, den Volkscharakter zu verwelschen. Unter dem französischen Firniß schlägt dennoch ein gutes deutsches Herz, das sich jetzt sehr dagegen verwahrt, anders zu schlagen alö daS seiner Ahnen.

Allerdings war die lange Trennung vom Mutterlande ein nationales Unglück, weil die übergroße Mehrzahl des Volkes ihre Art nun von spanischem und von französischem Wesen überwuchert, vom Beamtenthum niedergehalien und vom guten Hoftone abgewtesen sah; aber gerade darum ist das starke Wtederauftreten des VlamingerthumS um so erfreulicher.

Den Lothringern erging es allgemein wie den Elsässern und deutschen Schweizern, die politische Trennung bewirkte auch eine geistige Lahmlegung; an der neuen Wissen­schaft und Kunst Deutschlands konnten sie nicht theilnehmen, weil man sie von Paris oder vorn eigenen Regierungssitze aus daran hinderte, daS Französische als Amtssprache erklärte zc.; sie konnten aber ihren Namen nicht ändern und so waren sie weder Fisch noch Fletsch gegenüber den neuen Herrschern in ihren Wohnsitzen. Hierzu kam noch, daß die niederdeutsche Mundart für die andern Deutschen nicht minder schwer ver­ständlich ist, rote die bayerische oder die schweizerische für Norbdeuffchland, so daß aller­dings oft daS Französische die Verkehrssprache bilden mußte, selbst mit den Deutschen. Die Schweizer haben diesen schweren Uebelstand längst abgestellt unb das Hochdeutsche jetzt als einzige Schul- und Schriftsprache eingeführt und im Gebrauch, aber die Belgier ringen noch um dieses Ziel und darum gebühren ihnen unsere vollsten Sym­pathien. Eie kämpfen noch gegen die bisherige Vergewaltigung ihrer Sprache; wir aber wissen, daß wir, wenn wieder eine KampfeSstunde für uns selber naht, die Brüder schützen müssen wie sie unS schützen werden.

Wenn der fremde Firniß abgestreift sein wird, bann wirb bte Welt sehen, baß auch bort mit hohem Rechte Kaiser Wilhelm's Wort zu gelten Hot, bas er zum Schutz be8 deutschen (und nicht etwa holländischen) LandesrLuxemburg sprach:Nicht ein einziges Dorf, keinen Fußbreit deutscher Erde!"

das aus vollem Herzen gesagt werden gegenüber Denen, die jetzt so beT davon reden, Deutschland habe an Luxemburgs Schicksal kein weiteres Inter sie mehr. So lange der Feind, und wäre es auch nur her scheelsüchtige, von England geleitete Holländer, ein Jntereffe hat, muß des Kaisers Wort auch gelten; und wenn auch nicht Deutschland seine alten Lande zurückerhält, so darf wenigstens der Feind sie nicht beherrschen.

Wohl findet sich in Belgien noch em anderes, ein nichtgermanisches Element, das als französisch erscheint und die Minderheit bildet, die Wallonen nämlich in den Provinzen Namur, Lüttich unb emcm Thell von Hennegau und Luxemburg. Manche Reisende, unb sogar bcr bekannte Geograph Daniel, haben, offenbar nur auf oberfläch­liche Beobachtung hin, bte Sprachgrenze fo angegeben, als ob btefdbe burch bte Stabt Brüssel liefe unb Belgien mitten durchtheile; die obere Stadt sei noch wallonisch, die untere vlämisch. Die Sache verhält sich aber ganz anders. Brüssel besteht au9 zwei sehr verschiedenen Theilen; die obere Stadt, welche bte schönere Lage bietet, enthält ben Hof, bte Ministerien rc. unb damit naturgemäß auch den Adel, die besseren Älaffen, die Gesandten und die Reisenden; dort liegt also der Mittelpunkt des feineren Ver­kehrs und dort freilich herrscht vom Hofe aus die französische Umgangssprache; bte untere Stabt enthält die Geschäfte, den Handel, die Handwerker, die Bürgerschaft.

(Schluß folgt.)

Darmstadt, 19. August. Nach einer Zusammenstellung her Octroi - Ein- St?dt Darmstadt tm EtatSjahr 1883-84 betrug die Einnahme für Wein ^JL687'c1Ali?bftn,C4t= 2667.68; Branntwein 11,413 68; Spiritus JL 2155 37;

51* 174; ®cr tn bcr Stadt JL 34,845.50; Essig JL 1465.25;

^IV^J4'97^22 Äübe unb Rinder 16,393 59; Schweine .4L 51,858.73; Kälber Sammcl und Schafe JL 3601.64; Ziegen JL 89.77; Pferde 690; BUIIetn, Lämmer, epanferM, Hasen und Gänse j»u 4986.30; frisches Fleisch, fnsche Durst 8383.22; Dörrfleisch, geräuchnte Wurst rc. 3129 83; Wildpret und Ge- Rehe JL 1*12; Welsche JL 202.40; Bohnen, Erbsen, Linsen 2006 8; Früchte, welche die Mühle passirt sind, JL 57,320.74; Wecke, Weiß- und Schwarzbrcd 5295 6; Laubholz JL 4410.15; Nadelholz jt 2762.74; Stockholz ^23 25- Loubholz.W.llen 282.40; Nadelholz-Wellen ^4 114.35; Reisiqholz 24.60; ÄlctngcmQd?:e6 und Abfallholz 979.67; Brenn-Tannäpfel JL 1127.10,; Torf JL 605.2; Steinkohlen, Braunkohlen und Cokes 54,550.27; Octroter, er Hebungen und Avecsionalgebühren Jt 517.85.

Octrotrüdoergütungen betrugen Jt 20,185.74- Die OctrotverwaltungSkosten v* 64,371.26. Bleibt der Staotkasse an Octroi JL 303.401.58

Darmstadt, 19. August. Zur Beachtung für die Angehörigen rc. der Re­servisten, welche in diesem Jahre zu den Herbstübungen einberufen find, mag darauf aufmerksam gemacht sein, daß die einberufenen Mannschaften und Unteroffidere für die Dauer ihrer Uebungen bezüglich der an sie gerichteten Correspondenzen und Packete dieselben Porto-Vergünstigungen genießen, rote die activen ßmleutruppcn und -war: 1) volle Portofreiheit für gewöhnliche Briefsendungen bis zu 50 Gramm, 2) eine Ermäßigung des PottoS für Packete biS zu 3 Kilogramm auf 20 H und für Postanweisungen dt« zu 15 JL auf 10 H Es darf jedoch nicht versäumt werden, auf bte betreffenden Adressen den voll ausgeschriebenen Vermerk .Soldatenbrief, eigene Angelegenheit des Empfängers* zu sitzen.

Von der hiesigen Pol'zei war seiner Zeit in einer Wirthschaft ein nicht geatÄtcö, einem Gaste gehörendes StammglaS confiscirt und gegen den betreffenden Wirth wegen angeblicher Contraoenilon gegen daS Gesetz, den Raumgehalt der Schank- gffäße bett., Strafanzeige erstattet worden. Die Polizei ging dabei von der Ansicht aus daß nach erwähntem Gesitz alle Gesäße, tn welchen in einer Wirthschaft Getränke an Gäste verabreicht werden, gesetz-smäßig geaicht sein müssen. DaS Schöffengericht deS Amtsgerichts Darmstadt I beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit dem Fall unb entschied dahin, daß sog. ,©tammgl5jtr" nicht unter bte Bestimmungen beS Ge­setze« fallen, sprach beßhald den Wirth von Strafe und Kosten frei.

lieber den Unglücksfall bet Brühl wird weiter mitgetheilt, baß bfe Leiche des Pfarrers Schuhmacher von Odrtgheim in ber an« Ufer getriebenen Droschke sitzend aufgefunoen und auch bte Leiche des Kutscher« tm Laufe deS gestrigen Tage« gelänbet wurde. Daß bte anbern Personen gerettet wurden, ist einem der Bethetltgtcn, einem Studenten auS Heidelberg, zu verdanken, der die Scheiben der Wagenfenster einschlug und die Damen und den Herrn auf das Droschkendach bugfirte, von wo sie das Ufer gewinne« konnten. Der sehr korpulente Pfarrer konnte nicht durch daS Fenster ge­zwängt werden unb der Kutscher war bereits beim Sturz beS Wagens wett tu ben Rhein geschleudert worden.

München, 16. August. In der Nacht zum Freitag wurde im königlichen Post- gebäude in der Residenzstraße 2 die Hauptkasse für Postanweifungsgelder mit den in dieser großen Kasse untergebrachten 6 kleinen eisernen Handkassen gewaltsam erbrochen und eine Summe von über 139,800 JL gestohlen. Die zwei Vorthüren zum Bureau scheinen mittelst Nachschlüssel aus- und wieder zugesperrt worden zu fein, weil nirgends Spuren von Gewaltanwendung ersichtlich sind. Dcgegen bediente man sich beim Auf- fpratgen der Kassen verschiedener Brecheisen, Holz- und Etsenketle. Außerdem wurden am Thatorte eine Laterne, ein Sacktuch und verschiedene Werkzeuge aufgefunben. Die Fenster hatten bte Thäter mit einem bichlen schwarzen Tuche verhängt, welche« eben* fall« zurückgelaflen würbe. Entwendet wurden lediglich Banknoten und Gold Eine beträchtliche Summe Silbergeld nebst einige Banknoten hatten die Diebe tm Zimmer umhergestreut. In Folge de« Umstandes, daß die drei Thüren wieder sorgfältig ver­schlossen roorben waren, wurde ber Diebstahl erst Morgen« 8 Uhr entdeckt, als der erste diensthabende Official bte betreffenden Localiläten betrat, lieber die Täterschaft fehlt zur Zett noch jede ©pur; jedenfalls aber dürften sich bet diesem Diebstahl mindestens zwei Personen betheiligt haben. Von der Generaldirection der königlich bayerischen VerkehrSanstalten, Abthetlung für Post und Telegraphen, wird Demjenigen eine Belohnung biS zum Betrage von 5000 JL zugesichert, welcher die Entdeckung und Festnahme des oder der Diebe veranlaßt. Die gestohlene Summe bestand: 1) in einer Tausendmarknote, 2) in 7 Packeten zu je 5000 in 500-Marknoten, 3) tn drei einzelnen 500-Marknoten. 4) tn 5 Packeten zu je 1000 JL in 50-Marknoten, 5) in mehreren Packeten mit 100-Marknoten (ca. 20,000 JL), 6) 22 Rollen Doppelkronen zu je 1000 «zM, 7) 32 Rollen Kronen zu je 500 Jt, 8) das Uebrtge in ungerollten Goldmünzen, vielleicht auch einigen Sacken mit ©tibergelb, bann verschobene RetchS- unb Banknoten, darunter namentlich eine 100-Marknote der Bank für Süddeutschlund in Darmstadt, d. d. 1. Januar 1874, grünfarbig, leicht erkennbar.

Bremen, 16. August. Bet dem lebhaften Interesse, welches man überall in Deutschland an der Niederlassung des Herrn Lüderitz tn Angra-Pcquena nimmt, ist eS nicht zu verwundern, daß dem genannten Herrn zahllose Gesuche zugehen von Personen aller Art, die eine Beschäftigung oder Anstellung in dieser ersten deutschen Colonie wünschen. Die Dinge dort sind indeß noch nicht so wett gediehen, daß diese Hoff­nungen zur Zelt schon erfüllt werden könnten. Herr Lüderitz veröffentlicht eine Er­klärung, tn welcher er es für unmöglich erklärt, olle Gesuche einzeln zu beantworten und mittheilt, daß das für seine Besitzung erforderliche Personal in allen Zweigen voll­zählig sei.Mn eine Auswanderung dahin kann erst gedacht werden" heißt eS zum Schluß »wenn die von mir zur Durchforschung meines BesitzihumS ent­sandte Expeditton, welche aus Fachleuten der verschiedensten Art besteht, ihre Auf­gabe beendet hat, worüber ich mir spätere Veröffentlichungen durch die Zeitungen vorbehalte."

Der Oberbürgermeister von Erfurt, als Chef der dortigen Polizeiverwaltung, erläßt tn den Blättern eine Bekanntmachung, deren Zweckmäßigkeit auch für andere Orte einleuchtend ist. Der Erlaß lautet:Es wird darüber Klage geführt, daß einige Schankwirthe beim Spülen der Biergläser nicht auf bte erforberliche Reinlichkeit halten, vielmehr in ein unb bemselben Wasser eine sehr große Zahl von Gläsern spülen lassen,' so baß zuletzt eine Verunreinigung der Gläser anstatt der Reinigung erzielt wird. Ein solches Verfahren ist edelerregenb und deßhalb dem Wohlsein der Betheiltgten nicht förderlich. An bte Wirtbe richte ich daher das Ersuchen, ebenso beim Spülen ber Gläser wie tn jeber Hinsicht auf bte größte Reinlichkeit zu halten. Dem Publikum aber stelle ich anheim, Vernachlässigungen biefer Pflicht von Seiten ber Wirtbe ber Polizei zur Anzeige zu bringen unb aus Wirthschaften, tn denen solche Unreinlichkeiten bemerkt werben, lieber ganz fortzubletben."

Die Zahl ber in Hollanb ansässigen Deutschen wirb auf 60,000 angegeben. Auf Amfterbam entfallen bavon über 10,000, auf Rotterbam fast bte gleiche Hahl; ferner sinb bte Orte Utrecht, Groningen unb Arnheim stark von Deutschen bevölkert, währenb Harlem, Herzogenbusch, Dorbrecht unb besonders ber Haag romig deutsche Bewohner haben. Minbestens ein Drittel aller Holländer sind ber beutschen Sprache mächtig unb in Amsterbam kann ein Deutscher, ohne ein hollänbisches Wort zu verstehen, durchkommen. Wenn auch bte starke Eimvanberung Deutscher lange vor dem Jahre 1870/71 ihren Anfang nahm, so bathrt boch bte Einbürgerung der deutschen Sprocke erst seit ber Zeit nach bem großen Kriege.

Ein überaus kecker Diebstahl ist vor einigen Tagen auf bem Centralbahnhof in Köln verübt worbm. Der Billeteur eines Schalters hatte sich einen Augenblick vom Fenster entfernt, weil er von einem Collegen ber Billet-Expebition tn trgenb einer Angelegenheit befragt würbe. Der Billeteur versäumte es, seinen Schalter zu schließen unb als er nach wenigen Secunben an seinen Posten zurückkehrte, gewahrte er zu feinem Entsetzen, baß ber obere Thell seiner Geldcosette verschwunben war. Irgend ein Gauner hatte bfe Abwesenheit beS Billeteurs benutzt, um sich mit einem kühnen Griff eine erhebliche Summe ca. 800 Mark anzueignen. Man burchstöberte sofort den Bahnhof nach allen Richtungen hin, doch fand man leider weiter nicht« wie, die leere Cassette-