in
Fatinitza-
Sonntag den 26. October;
Der Salontyroler.
Montag den 27. October:
war, zumal die vorzüglichen Gesangsleistungen des Vereins, abwechselnd mit Reden und humoristischen Vorträgen, ihre Wirkungen nicht verfehlten. Insbesondere fand die Rede eines Gastes, in welcher derselbe die Schäden der sogen. Kneipoeretne hervorhob und betonte, daß es Pflicht eines jeden es mit unserer Jugend ehrlich meinenden Menschen sei, den Knetpvereinen entgegenzuwicken und die Jugend zu den Gesang-, Turn- und sonstigen ideale Zwecke verfolgenden Vereinen heranzuziehen, allgemeine Zustimmung. _____
Univerfitäts- Chronik.
Berlin, 15. October: Auf der Universität fand heute die feierliche Rectors- Uebcrgabe statt-', welche nach einleitendem Gesänge des akademischen Gesangvereins der schadende Rector, Professor Dr. Adolf Kirchhoff, mit der Erstattung deS Jahresberichts eröffnet. Nachdem er über die Lutherfeier der Universität am 9. November v. I., die Thcllnahme derselben an der dritten JahrhundertSfeier der Umverfität Edinburg, an den Jubelfeierlichkeitkn der Universitäten Bern und Kiew, sowie au dem Doctorjubel- f.st des Geh. Ober-RegierungsrathS Dr. Msx Duncker, über die eingegangenen Vermächtnisse, die Abstellung der Hörsäle-Noth berichtet hatte, bemerkte er, daß die Universität noch nie in einem Jahre den Verlust so vieler hervorragenden Lehrer zu beklagen gehabt hätte, wobei er die Namen Reichert, Müllenhoff, Droysen, Dörner, Lepsius nannte. Dann kam er zu den Versetzungen und Beförderungen der Universitäts- Uhrer, und als er sagte: „Schließlich hat sich der Herr Minister veranlaßt gesehen, den Herrn Dr. Schwenninger zum außerordentlichen Professor in der medicinischen Fakultät zu ernennen", ging allgemeine Heiterkeit durch den ganzen großen Hörsaal. Nachdem der neue Rector, Geh. Justizrath Prof. vr. Dernburg, den Eid (in lateinischer Sprache) geleistet und die Amtszeichen übernommen hatte, hielt er seine Antrittsrede, in welcher er an den Jahrestag der Geburt weiland Königs Friedrich Wilhelms IV., des hochbegabten, für die deutsche Einheit fühlenden Fürsten, erinnerte und dann an die Stelle einer Rede anknüpfte, die Beseler gerade vor dreißig Jahren in Greifswald gehalten. Das, waS dieser damals ersehnte, das deutsche Reich, ist jetzt erstanden und die Aufgabe, den Ausbau nach allen Setten hin zu bewirken, wobei der Rechtswissenschaft ein reiches Feld eröffnet sei. Im weiteren Verlaufe erörterte er die Bedeutung der heutigen Rechtswissenschaft für den Staat, die von ihr zu erstrebenden Ziele und die anznwendenden Mittel. Mit einer Lobeserhebung in Bezug auf Beseler schloß die Dtcbe.
Hüttenb esitzer.
Im Abonnement A (für den ausgefallenen Freitag):
Theater.
—d. Gießen, 20. October.
Die am Freitag zum ersten Male gespielte Gesangs-Posse „Ein gemachter Mann" wurde gestern wiederholt; das Haus war sehr gut besetzt.
Beide Aufführungen warm gut; besonders muß anerkannt werden, daß man sich bemüht, in Spiel und Ausdruck immer daS richtige Maß zu halten. Wer weiß, wie sehr oft durch drastische Uebertreibungen u. s. w. die Berliner Posse entstellt und erniedrigt wird, der versteht, was wir mit diesem Lobe sagen wollen.
Herr Voigt (Rentier Pasewalk) wurde schon bei seinem Auftritt mit Beifall empfangen; sein Spiel war sehr gut, namentlich verstand er e8, die Zuschauer durch sein ergötzliches Mtnenspiel in andauernder Heiterkeit zu erhalten. Eine würdige Partnerin hat Herr Voigt in Fräulein Sommer (Toni Sendler); die lustige, fesche, übermütige Berlinerin wurde von ihr vorzüglich wiedergegeben; wir erinnern nur an die drollige Scene, in der sie sich dem Baron von Elmenhorst als dumme Gans präsentirt. Den gesanglichen Anforderungen, die an eine erste Soubrette gestellt werden, genügt Fräulein Sommer vollkommen und bet Beifall, den ihre Lieder fanden, galt nicht am wenigsten ihrer hübschen Stimme. Fräulein A. Eng (ElsePasewalk) spielte und sang recht gut; ihr Vogel-Couplet fand vielen Beifall.
Eine sehr ansprechende Leistung bot der jugendliche Künstler Herr Halm (Maler Wallberg); seine Darstellung der schüchtern-scheum Spreewälderin auf dem KÜnftlerfefte war recht gelungen. Daß in einer Berliner Posse das Dienstmädchen nicht fehlt, ist selbstverständlich; diesmal war cs Frau Voigt, die als dralle, zum Horchen stets bereite und mit der Tochter conspirirende Küchenfee sich rasch den Beifall deS Publikums eroberte. Die Nebenrollen waren sämmtlich in guten Händen. Die Couplets waren recht gut und wurden sehr beifällig ausgenommen; Frau Voigt sang entschieden besser als am Freitag, wo ihre Aussprache etwas zu wünschen übrig ließ. Herr Voigt als Regisseur bewies uns besonders durch das Künstlerfest, welche Effecte sich durch Energie und Umsicht auch auf einer kleinen Bühne erreichen lassen.
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Schiffs nachrichten.
Bremen, 18. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Werra, Copt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. October von Bremen und am 9. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
Literarisches.
Zu den HÜlfesuchenden, welche die Kliniken sreguentiren oder in private ärztliche Behandlung gebracht werden, stellen erfahrungsmäßig die skrophulösen Kinder mit ihren fungösen Knochen- und Gelenk-Leiden das größte Contingent. Wollte man den Aeltern dieser Kinder jedesmal alle die Rathschläge mündlich mit auf den Weg geben, welche zur Bekämpfung der Skrophulose zu ertheilen sind, so würde eS nicht möglich sein, den (Strom der Kranken in absehbarer Zeit zu bewältigen. Und doch sind die Raihschläge ebenso wichtig, ja oftmals noch wichtiger als das Recept, welches den Leidenden verschrieben, oder die kleine Operation, die an ihnen vollzogen wird. Zudem ist eS eine alte Erfahrung, daß das gesprochene Wort, wen» es nicht gar mißverstanden wird, leicht in Vergessenheit geräth. Um diesem Uebelstand abzuyelfen und eS zu ermöglichen einerseits rasch zu handeln und zu rathen, anderseits gründlich zu belehren, hat Professor Dr. Esmarch in Kiel ein fliegendes Blatt drucken lassen, das den Titel führt: .Rathschläge für die Rettern strophulöser Kinder". (Verlag von LtpsiuS & Tischer in Kiel ) Dasselbe gibt in kurzen, bündigen klaren Worten eine erschöpfende Belehrung für die Heilung der Skrophulose und ist demselben die weiteste Verbreitung zu wünschen, namentlich auch durch Vertheilung seitens der Aerzte an ihre Patienten. Der Preis ist nur 20 H. Zu beziehen ist die Schrift durch jede Buchhandlung oder gegen Einsendung von 25 H in Brirfmarkm direct von der Verlagsbuchhandlung von Ltpstus & Tischer in Kiel.
Eingesandt.
Gießen, 20. October.
Vorgestern Abend feierte der Gesangverein „Harmonie" in den Räumen der Restauration Grün sein 38jährigeS Stiftungsfest. Der Verein, von feinen Mitgliedern zahlreich vertreten, hatte mehrere Freunde des Gesanges zu seinem Feste eivgeladen. Es konnte daher nicht auSbletben, daß die Stimmung des Abends eine sehr antmirte
Dienstag den 21.October: Zum ersten Male: Ehrenschulden. Trauerspiel in 1 Akt von Paul Hcyse. Hierauf: Im Bunde der Dritte. Zum Schluß: Zum ersten Male: Unter Brüdern. Lustspiel in 1 Akt von P. Heyst.
Mittwoch den 22. October: Zum ersten Male wiederholt: Ehrenschulden. Im Bunde der Dritte. Zum ersten Male wiederholt: Unter Brüdern.
Donnerstag den 23. October geschloffen.
Freitag den 24. October: Harold.
Samstag den 25. October Ä n “ *r,1‘ *“
Mepertuir der vereinigten Stadttheater?u Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 21. October: Vorletztes Gastspiel von Frau Therese Vogl und Herrn Heinrich Vogl. Zum dritten und letzten Male: Tristan und Isolde. (Tristan: Herr H. Vogl- Isolde: Frau Th. Vogl). Im Abonnement. Große Preise.
Mittwoch den 22. October geschlossen.
Donnerstag den 23. October: Letztes Gastspiel von Frau Therese und Herrn Heinrich Vogl- Tannhäuser. (Tannhäuser: Herr Vogl. Elisabeth: Frau Vogl.) Im Abonnement. Große Preise.
Freitag den 24. October geschlossen.
SamStag den 25. October: Carmen.
Sonntag den 26. October: Martha.
Schauspielhaus.
Vermischtes.
— sStärke der deutschen Garnisonen.) Berlin hat eine Garnison von 18,179, Metz 14,710, Straßburg 9478, Köln mit Deutz 7925, Mainz 7823, Königsberg 7051, Coblenz 6667, Potsdam 6462, Magdeburg 6446, Danzig 5022. Hannover 5990, Posen 5873, Ulm 5424, Breslau 5233, Spandau 4665, Stettin 4565, Neisse 4498, Rastatt 4213, Wesel 4130, Trier 4044, Ludwigsburg 3977, Frankfurt a. d. O. 3962, Karlsruhe 3911, Stuttgart 3517, Thorn 3362, Brandenburg 3321, Kassel 3347, Bromberg 3285, Darmstadt 3192, Altona mit Hamburg 3026, Münster 2946, Glogau 2934, Düsseldorf 2888, Torgau 2758, Erfurt 2733, Minden 2500, Oldenburg 2487, Diedenhofen 2473, MÜblhausen i. E- 2242, Graudenz 2197, Frankfurt a. M. 2194, KÜstrin 2131, Schwerin 2096, Saarlouis 2089, Wittenberg 2052, Celle 2046 Köpfe. Deutschland, außer Bayern und Sachsen, besitzt im Ganzen 298 Garnisonen. Die 46 am stärksten mit Truppen belegten Garnisonsorte haben wir oben aufgeführt, alle anderen 242 Orte haben eine Garnison von weniger als 2000 Mann.
Chrtstiania, 14. October. Die Hälfte der Stadt Holmestrand ist in Asche gelegt. Die Localttäten der Holmestrands-, sowie auch der Botna-Sparbank sind nieder- gebrannt, während Bücher, Werthpapiere und Gelder dieser Banken gerettet sein sollen. Der feuerfeste Keller der HolmestrandS-Sparbank, wo alle Werthobjecte aufbewahrt wutbin, hat sich als wirklich feuerfest erwiesen. Während die Häuser ringsumher in Asche liegen, verwahrt der Keller seinen werthvollen Inhalt unbeschädigt. Verschiedene Versicherungsgesellschaften sind mit 450,000 Kr. beteiligt. — Vor einigen Tagen entstand in einer neuen Gemeindeschule der Vorstadt Sofienberg eine arge Panik unter den Kindern, als beim Anzünden einer Gaslompe eine Explosion entstand. Der starke Knall, erzählt das „Berl. T ", sowie das von den Kindern (Mädchen im Atter von 7-9 Jahren) erhobene Geschrei pflanzte sich mit Windeseile von Zimmer zu Zimmer in der Mädchenschule fort. Bevor die Lehrerin, die mehrere Sekunden von dem Lichtschein der Explosion völlig geblendet war, von dem beim Anzünden benutzten Trittbrett herabsteigen konnte, waren die Kinder schon aus der Schulftube hinauSgestürzt. Beim ersten Angstschrei strömten auch die Kinder aus den Übrigen Zimmern hinaus, wo die Lehrerinnen ebenfalls damit btschäfttgt waren, das GaS anzuzünden, so daß sie nicht dir erregte Kinderschaar rechtzeitig zurückzuhalten vermochten. Am Ausgange deS ersten Stockwerkes bildete sich nun, indem einige Kinder fielen, ein schrecklicher Knäuel, so daß schließlich einige Hundert Kinder dort aufeinander gehäuft lagen. Durch die unermüdliche Arbeit von Seiten der Lehrer und Lehrerinnen gelang es im Laufe einer guten halben Stunde, sämmtliche Kinder zu reiten. Die unten Liegenden, darunter auch eine Lehrerin, die von dem Kinderschwarm umgerissen worden, waren halb erstickt und bewußtlos; sie erholten sich jedoch bald wieder unter der Behandlung der herbei« gerufenen Aerzte. Soweit bisher bekannt, ist Niemand ernstlich beschädigt worben. Dos Lehrerpersonal zeigte große Geistesgegenwart und dieser allein ist es zu verdanken, daß eine furchtbare Katastrophe verhütet wurde, denn e8 befanden sich fast 800 Kinder im Schulhause. Die ganze Knabenabtheilung wurde in vollkommener Ruhe und Ordnung geräumt, wie auch mehrere Mädchenklassen, indem die Lehrerinnen unverweilt die Thüren abschlossen und auf diese Weise die Kinder verhinderten, das Gedränge und die Verwirrung an der Treppe zu vermehren.
Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde.
Heute, Montag, Abend 8 Uhr Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Apostel- gesch. Kap. 14, von Vers 19 an. Pfarrer Dr. Nauman n.
behörden und Instituten, sowie den in deren Diensten Angestellten, desgleichen den kirchlichen Organen und Dienern gegenüber, vertrauend auf deren stets bewährte Pflichttreue, der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck, daß sie in unveränderter Fortführung ihrer Pflichten und Befugnisse dafür Sorge tragen werden, den Geist des Gehorsams gegen das Gesetz, der Ordnung im Staats- und Kir- cbenwesen, welcher in der länger als 25jährigen segensreichen Regierung unseres teueren Hochseligen Landesherrn nie gewichen, in gleicher Weise während der bevorstehenden Übergangszeit mit allem Ernst und Nachdruck unverbrüchlich aufrecht zu erhalten und sich als feste Stützen des die provisorische Regierung führenden Regentschaftsrathes zum Heile des Landes und seiner Bewohner zu bewahren." Zugleich bringt der Regentschastsrath den bereits mttgetheilten Erlaß des General-Major Freiherrn v. Hilgers an die Bewohner des Herzog- thums Braunschweig auch im amtlichen Blatte mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß die dem § 4 Nr. 3 und 4 des Landesgejetzes vom 16. Februar 1879 entsprechenden Ersuchen an Se. Maj. den Kaiser bereits vor Veröffentlichung des Erlaffes vom Regentschastsrathe beschlossen waren, und daß inzwischen ein dieselben enthaltendes an Se. Maj. den Kaiser gerichtetes Schreiben des Regentschaftsrathes Sr. Durchlaucht, dem Fürsten Reichskanzler, mit dem Ersuchen, das Schreiben Sr. Maj. dem Kaiser zu unterbreiten, über* fQnÖt Braunschweig, 19. October. Die Leiche des Herzog« wird voranSsichtlicht am Mittwoch Abend hier eintreffen und alsbald nach dem Residenzschlosse übergeführt werden, woselbst die feierliche Ausstellung ftattfindet. Die Landestrauer ist auf die Dauer von 2 Monaten angeordnet worden.
Breslau, 19. October. Die „Schl. Ztg." theilt mit, daß gestern Mittag der OberprSsident v. Seydewitz und der Regierungspräsident Freiherr Juncker von Oben Gonnut auf dem Schlöffe zu OelS erschienen seien. Der OberprSsident habe dort den Beamten der Herzoglichen Kammer erklärt, daß er von dem Minister des Innern den Auftrag erhalten habe, Namens Sr. Majestät des König« und Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen von dem gefammten Herzoglichen Grundbesitz, feudalen und allodialen, Besitz zu ergreifen; der Oderprüsident habe sodann die Verwaltung übernommen.
Kairo, 19. October. DaS Gerücht von einem Bericht Northbrook's über die egypiifchen Angelegenheiten an die englische Regierung wird von maßgebender Seite mit dem Bemerken dementirt, daß der Bericht noch nicht abgefaßt und sobald er sert ggestellt fei, doch nicht vor der Wiederankunst Northbrook's in England veröffentlicht würde.
Handel und Verkehr.
Grünberg, 18. October. (Fruchtpresse.) Weizen X 17.10, Korn X 16.10, Gerste X 14.30, Hafer X 12.80, Erbsen X 16.20, Linsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 22.30, Kartoffeln X 0.00, Wicken 0.00.
Frankfurt, 18. October. Auf dem heutigen Martt kostete der Centner Heu X 2.55-3.30, Stroh X 1.90—2.20, Eier das Hundert 5 40—6.00, Butter 1. Qualität X 1.15, 2. Qualität X 1.30, Kartoffeln per Centner X 1.75—2.00, Kohlrabi 3-4 H pr- St-, Erbsen 100 Kg. 24.00—32.00 X, Rothkrant pr. St. 10—20 H, Poularden X 0—0, Huhn X 1.00—2.00, 1 Ente X 2.00—2.70, 1 Taube 40—60 H, Habn X 1.90—2.00, Gans X 4—7.00, Welsche X 5.00-8.00 ____
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