Ausgabe 
20.7.1884 Erstes Blatt
 
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Mit der warmen Saison kommen regelmäßig Gäste in» Haus, welche man sich recht gern bald vom Halse schafft. Zu dtejrm Zweck ist Andel'S UeberseeischeS Pulver besonders zu empfehlen, dasselbe ist das wirksamste, einzig bewährte Mittel zur rablcalen Ausrottung aller Jnsecten. Es empfiehlt sich vorzugsweise zur Reinigung der Wohnräume, Küche, Stallungen und Gärten und ist daher für Jedermann unentbehrlich.

Hebet Retter s Haarwasser.

Es kann nicht genug wiederholt werden und ist auch darüber schon Vieles von Autoritäten geschrieben worden, datz Oele und Pomaden die Hautporen nur verstopfen, in Folge Zutritts dcS StaubeS sich eine Schichte bildet, welche die Hautausdünstung verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopfleiden und kahle Stellen erzeugt. Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die tm blinden Vertrauen auf schwindel hafte Reclame unbedacht, ob das Besprochene zu erfüllen möglich sei Hundert- tausende für schädliche Haarmittel ausgeben und in dem Wahne leben, neue Haare auf kahlen Stellen zu erzeugen, während si; damit doch nur den Charlatanismus unter­stützen und ihrer Gesundheit schaden. Wäre es denn nicht viel vernünftiger, bet Zetten von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulassen und dafür ein wirklich gutes conservtrendes Haarmtttel statt der insgesammt schädlichen Oele und Pomade zu ge­brauchen? Als ein solch' verläßliches und unschädliches Mittel kann das

Haarwasser von Carl Retter in München

nicht genug empfohlen werden, da dasselbe laut Gutachten hervorragender ärztlicher Autoritäten, wie Professor Dr. v. Wtttstein rc. rc-, Alles enthält, um daS Haar feucht, weich, glänzend und die Kopfhaut immer thätig und weich zu erhalten, sowie die lästigen Schuppen innerhalb acht Tagen gänzlich zu entfernen.

Zu beziehen per Flaeon 40 H und JL 110 bei Herrn C Merkel, Markt- firaße, Gießen.

Handel und Verkehr.

Gießen, den 19. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 0.951.12 Hühnereier pr. Stück 56 H, Enteneier pr. Stück 60 H, Käse St. 59 A, Käsematte 30 Erbsen pr. Liter 24 A, Linsen 32 H, Tauben per Paar 0,500,75 H, Hühner per Stück JL 0.901.20, Hahnen pr. Stück .*L 0.500.80, Enten per Stück -1-501.80, Gänse per Stück vH. 0.000 00, Welsche vH. 000, Ochsenfleisch per Pfund 6870 H, Kuh- und Rindfleisch 5660 Schweinefleisch 5258 Hammelfleiich 6070 Kalbfleisch 5054 A, Kartoffeln per WO Kilo <A 5.007.50, Milch per Liter 1318 A, Zwiebeln per Ctr. 1500, Kirschen per Pfund 1525 A- PIbll II !Illi

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.

Aufgebote.

Juli: 12. Der praktische Arzt Dr. Heinrich Philipp Ztnßer zu Herrstein mit Lisette Christiane Anna Nowack, Tochter des Kaufmanns Karl Wilhelm Nowack zu Gießen- 14. Schreiner Georg Schneider zu Elbenrod mit Marie Katharine Magdalene Merz, Tochter des Schuhmachers Ludwig August Merz zu Grotz-Buseck. 16. Haus­bursche Johann Rinn zu Gießen mit Anna Margarethe Koch, Tochter des verstorbenen Bierbrauers Konrad Koch zu Gleiberg. 16. Professor Johannes W'lhelm Theodor Schmidt zu Gießen mit Charlotte Mathilde Haym, Tochter des Professors Dr Paul

Theodor Rudolf Haym zu Halle a. b- S- 16. Der Sergeant im II. Großh Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 116 Jacob Buß mit Karoline Getbel zu Gießen. 18. Schrift­setzer Friedrich Albert Köchltn mit Elisabethe Bötz, Tochter des Postschaffners Philipp Botz zu Gießen.

Eheschließungen.

Juli: 13. Stations-Aspirant Wilhelm August Rusag zu Cassel mit Justine Müller, Tochter des Möbei-TransporteurL Philipp Müller zu Gießen.

Geborene.

Juli: 9. Dem Graveur Karl Schwan ein Sohn. 10. Dem Drechsler Jacob Häuser eine Tochter. 11 Eine Tochter von auswärts. 12. Dem Korbmacher August Werner ein Sohn, Karl Konrad. 12. Ein Sohn von auswärts, Heinrich. 14. Dem Fuhrunternehmer Johann Jacob Lather eine Tochter, '.Minna. 14. Dem Schuhmacher Heinrich Marx eine Tochter, Wilhelmine Margarethe Elise. 14. Dem Wirth LoutS Lüdin em Sohn, Emil. 15. Dem Metzgermeister Karl Sack II. eine Tochter, Kathtnka Christine. 15. Ein Sohn von auswärts, Heinrich.

Gestorbene.

Juli: 11. Näherin Margarethe Hofmann, 37 Jahre alt, von Mainz 11. Eine Tochter von hier, Elisabethe Dorothea, 1 Jahr alt. 11. Eine Tochter von auswärts, V* Stunde alt. 14 Johannettr Allmenröder, 57 Jahre alt, von Braunfels. 14. HauS- bursche Wilhelm Hofmann, 22 Jahre alt. 15. Philippine Katharine Bertha Elisabeth, 8 Monate alt, Tochter des LehrerS Ludwig Zörb. 15. Karl Martin, 2 Jahre alt, Sohn des Schneiders Ludwig Größer. 16. Katharine Fetltng, 16 Jahre alt, von Waldgirmes-

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getränte.

Den 13. Juli Wilhelm August Rusag, Stations-Aspirant zu Caffel 'und Justine Müller, ledige Tochter des Möbel-Transporteurs Philipp Müller zu Gießen.

Getaufte.

Den 13. Juli. Dem Arbeiter an der Eisenbahn Johannes Weinand ein Sohn, Ludwig, geboren den 15. Juni.

Denselben. Dem Eisenbahn-Bureaugehilfen August Orth eine Tochter, Auguste Emilie Margarethe Anna, geboren den 15. Jun».

Denselben Dem Spenglermetster Heinrich Moll eine Tochter, Maria Dorothea, geboren den 18. Juni.

Denselben. Dem Schneider Jakob Schreiner eine Tochter, Marie Katharine Christiane Margarethe, geboren den 9. Juni

Denselben. Dem Weißbinder Heinrich Feußer ein Sohn, Carl, geboren den 7. Juni.

Den 17. Juli. Dem Wirth Ludwig Pfeil eine Tochter, Emilie Luise, geboren den 7. Juni.

Den 18. Juli. Dem praktischen Arzt Dr Ferdinand Fuhr ein Sohn, Ferdinand Carl Wilhelm Eberhard Richard, geboren den 15. Juni.

Beerdigte.

Den 15. Juli. Johannette Allmenröder, ledige Tochter des verstorbenen Bürger­meisters Christian Allmenröder zu Braunfcls, alt 57 Jahre, starb den 14. Juli.

Denselben- Wilhelm Hofmann, Knecht, alt 22 Jahre starb den 13. Juli.

In der Privatklagesache Des Konrad Wagner, Landwirths von Kirchgöns, vertreten durch Rechts­anwalt Metz, Privatklägers gegen

Seit Landwirth Anton Wagner von Langgöns, Angeklagten wegen Beleidigung

hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 19. Juli 1884 für Recht .erkannt:

1. Angeklagter wird wegen zweier Beleidigungen zu einer Gesammt- geldstrafe von fünfzig Mark even­tuell 12 Tage Haft und in die Kosten des Rechtsstreits verur- theilt, einschließlich der dem Pri­vatkläger erwachsenen nothwen- digen Auslagen;

2. dem Privatkläger die Befugniß zugestanden, den Urtheilstenor ein­mal im Gießener Anzeiger bin­nen 8 Tagen, von Zustellung des Urthells an gerechnet, auf Kosten des Angeklagten bekannt zu machen.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be­scheinigt.

Gießen, den 11. Juli 1884.

(L. S.) Neidhart,

Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 4822 Veröffentlicht aus Antrag des Pri­vatklägers.

Gießen den 18. Juli 1884.

.Für Rechtsanwälte Diery und Metz deren Stellvertreter:

Schmeckenbecher, Gerichts-Accessist.

Eine Parthie abgängige Aepfel-, BLrn- und Zwetschenbäume auf dem zum Friedhof angekauften Gelände und von einem Acker an der Ludwigs- straße rc. soll

Montag den 21. Juli 1884,

Nachmittags 6 Uhr, an Ort und Stelle versteigert werden.

Zusammenkunft am Friedhof. Gießen, am 18. Juli 1884.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4813 A. Stamm.

Bekanntmachung.

Die Schulgelder für die höhere und erweiterte Mädchenschule, sowie für die Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro I. Quartal 1884/85 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden.

Das Schulgeld beträgt von einem Kind:

a. für die höhere Mädchenschule:

1. in der Klasse I und II = 18

2. HI IV == 15

3. ,, ,, , V bis VII = 12

4. VIII X = 8

b. für die erweiterte Mädchenschule 10 Mk.

Bei dem Besuche dieser beiden Schulen durch mehrere Kinder derselben Eltern ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind auf zwei Drittel, für das dritte und jedes folgende auf die Hälfte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden Betrages.

c. Für die Stadtknaben und Stadtmädchen-Schule 1 Mk.

Bei dem Besuche dieser Schule durch mehrere Kinder derselben Eltern ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind auf drei Viertel, für das dritte und jedes folgende auf die Hälfte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden Betrages.

Gießen, den 19. Juli 1884.

Der Stadtrentmeister: 4817 EnderS.

Bekanntmachung.

Die Realschulgelder pro I. Quartal 1884/85 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Realschulkasse bezahlt werden.

Gießen, den 19. Juli 1884.

Der Realschulkasserechner: 4816 Enders, Stadtrentmeister.

Zur Haarpflege!

Von unübertroffener Wirkung ist das vom känigl- Staatsministerium und Ober- medicinalausschuß geprüfte u- genehmigte, sowie von allen Autoritäten begutachtete Haarwasser v. Retter, München, welches statt Oel ober Pomade täglich ge­braucht, das Haar bis in's höchste Alter glänzend, geschmeidig u. Scheitel haltend macht, die Kopfhaut von allen Unreinig­keiten. Schuppen, Flechten rc- befreit und dadurch die Thätigkeit der Kopfhaut und Haarwurzeln erhöht-

Zu haben per Flacon ä 40 und vH. 1.10 bei C. Merkel, Marktstraße 4852________________Gießen._______

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NB. Durch directen größeren Bezug vom Hause Sl. C. Mentow & Cie. in Cognac bin ich in der Lage, eine vor­zügliche Waare billig anbieten zu können-

Vergebung von Schreinerarbett.

Die Anfertigung von Schamwänden für das Provinzial-Arresthaus dahier, veranschlagt zu 276 50 H, soll

im Submissionswege vergeben werden.

Zeichnung, Voranschlag und Be­dingungen liegen auf unserem Bureau zur Einsicht offen, woselbst die Ange­bote bis zum 23. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, versiegelt und portofrei ein­zureichen sind.

Gießen, den 18. Juli 1884. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. 4853_______Walter.__________

Vergebung von InstaUationsarbeit.

Die zur Ergänzung der Wasserleit­ung und Einrichtung der Baderäume im hiesigen Provinzial-Arresthaus er­forderlichen Arbeiten und Lieferungen, veranschlagt zu 1077 JL 40 sollen im Submissionswege in Accord ge­geben werden. Voranschlag, Zeichnung und Bedingungen liegen auf unserem Bureau zur Einsicht offen, woselbst die Submissionen bis zum 23. l. M., Nachmittags 3 Uhr, versiegelt, porto­frei und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen sind.

Gießen, den 18. Juli 1884.

Großh. Kreisbauamt Gießen.

Walter. 4854

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in gewöhnlichen Sorten stets vorräthig.

Anfahren wird schnellstens besorgt.

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4848 im Stern.