acceptirt und auch Bulgarien wird wohl so klug sein, den Mächten gegenüber nicht den Halsstarrigen zu spielen.
Die Sudan-Rebellion schreitet unaufhaltsam gegen Norden, gegen das eigentliche Egypten, vor. Nach Berber kommt nun Dongola an die Reihe und sind von Berber aus bereits 35,000 Mann Insurgenten nach Dongola auf dem Marsch.
Darmstadt, 17. Juni. Der Großherzog hat sich heute mit Familie nach Peterhof zurückbegeben. Die Abreise nach Deutschland wird am Samstag erfolgen. Die Prinzessin Karl und die Prinzen Heinrich und Wilhelm sind von hrer nach Schloß Fischbach (Schlesien) abgereist, wohin auch der Großherzog kommen wird.
Berlin, 16. Juni. Zu Mitgliedern des Staatsraths sind ernannt: Ober- präsident a. D. Graf Arnim - Bottzenburg, Geh. Commerzienrath Baare tn Bochum, Oberbürgermeister Dr. Becker in Köln, Landesdirector v. Bennigsen, Regierungspräsident Frhr. v. Berlepsch, Mintstertaldirector Dr. v. Bojanowskt, Commerctenrath v. Born in Dortmund, Mintstertaldirector Brefeld, Generalsupertntendent Dr. Brückner, Staatssecretär v. Burchard, Generaldtrector Burghart, Unterstaatssecretär Dr. Busch, Chef der Admiralität General v. Caprivi, Wirkt. Geh. Rath Dr. o. Dechen tn Bonn, Re tchsbankpräsident v. Dechend, Amtsrath Dtetze tn Barby, Landforstmetster Donner, Graf v. Frankenberg-Ludwtgsdorf auf Ttllowttz, Präsident deS OberlandeSculturgerichts Glatz'l, Professor Dr. Gnetst, Präsident Dr. v. Gotzler tn Königsberg, Generalmajor v. Hönisch, Oberstaatsanwalt Hamm in Köln, Amtshauptmann Frhr. v. Hammerstein, General Lieutenant v. Harttott, OberlandgertchtSpräfident Exc. Hstmsoeth in Köln, Kammerherr v. Helldorff, Graf Henckel v. Donnersmarck, Präsident Dr. Hermes, Unter ftaatSfccretär Herrfurth, Regierungspräsident v. Heyden, Geh. Regterungsrath Dr. Koch in Berlin, Oberhofpredtger Dr. Kögel, der Präsident des Abgeordnetenhauses v. Köller, der Bischof von Fulda Dr. Kopp, Bischof von Ermland Dr. Krementz, Landesdtrector v. Levetzow, Geh. Bergrath Leuschner tn EiSleben, LegationSrath Graf zu Limburg-Sttrum, Unterstaatssecretär LucanuS, Regierungspräsident Frhr. v. Massenbach, Unterstaasssecretär Metnecke, Geh. Justtzrath Dr. Mejer tn Göttingen, Geh. Com- merzienrath Mevissen in Köln, Präsident des Kammergertchts Meyer, Mintsterial- dtrector Dr. Michelly, Frhr. v. Mtnnigerode zu Rosfiten, Oberbürgermeister Dr. Miquel in Frankfurt am Main, Unterstaatssecretär Dr. v. Möller, Conststortalpräfident Dr. Mommsen, Unterstaatssecretär Nebe-Pflugstädt, Geh. Commerzienrath de Neufvtlle tn Frankfurt a. M., General - Audtteur Wirk!. Geh. Ober - Justtzrath Oehlschläger, Wirkt. Geh. Rath Dr. Pape, Präsident Persius, Herzog v. Rattbor, Präsident Rötger, StaatSsecretär Dr. v. Schelling, Professor Dr. Schmoller, Mtnistertal- und Ober- Baudtrector Schneider, Frhr. Dr. v. Schorlemer-Alst, Mintstertaldirector Schultz, Geh. Commerztenrath Schwartzkoff in Berlin, Oberstaatsanwalt Stellmacher in Celle, StaatSsecretär Dr. Stephan, Regierungspräsident Studt, Generalquartiermetster Generallieutenant Graf v. Waldersee, Commerzienrath Dr. Websky in Wüstewaltersdorf, Landrath a. D. v. Wtlamowttz - Möllendorf, Regierungspräsident Graf v. Zedlitz- Tiützschler, Graf v. Ziethen-Schwerin auf Wustrau.
Telegraphische Depesche«.
Wolffs UUfct* Cor^efpondenr-Brrrsa«.
Berlin, 18. Juni. Der „Reichs-Anz." enthält die Königlichen Erlasse, betr. die Ernennung Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen zum Präsidenten und des Fürsten Bismarck zum Vicepräsidenten des Staatsrathes, sowie betr. die Genehmigung des Regulativs für die Verhandlungen des Staatsrathes, und endlich das Verzeichniß der Mitglieder des Staatsrathes.
Berlin, 18.Juni. Die RechnungScommisfion deS Reichstags berieth am letzten Freitag, den 13. ds., die an dieselbe zurückverwteseueu Rechnungssacheu. Die Abgg. Horn (Centrum) und v. Pilgrim (Reichspartei) traten hierbei für die volle Aufrechterhaltung des Commissionsbeschlusses ein, während die Abgg. o. Schtrmeister und Münch den von den Abgg. Rickert und Richter in der Plenarsitzung eingenommenen Standpunkt vertheldigten. Der Abg. Hammacher beantragt, die Dechargirung aufrecht zu erhalten, jedoch gleichzeitig den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag einen Gesetzentwurf, betr. die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben des Reichs, vorzulegen. Die Abstimmung wird morgen stattsinden.
— Die „Äreua - Zeitung" schreibt: Die Unterredung des Fürsten Bismarck mit dem Vorsteher deS Aeltesten - Collegiums der Berliner Kaufmannschaft, Geh. Com- merzienrath Mendelssohn, „daß Fürst Bismarck erklärt hat, man werde alle Schritte, die eine Benachtheiligung deS Handels herbeizuführen geeignet seien, möglichst vermeiden", kann als richtig angenommen werden, wie ja auch die vom Bundesrath beschlossenen Abänderungen des Entwurfs diese Tendenz deutlich kennzeichne. Außerdem aber verlautet, daß der Reichskanzler nicht umhin konnte, Herrn Mendelssohn seine Unzufriedenheit auszudrücken über das Gesammtverhalten der von ihm vertretenen Körperschaft, welche sich gegen alle finanziellen und wirthschaftlichen Pläne der Regierung bisher durchaus feindselig verhalten habe."
— Der Reichstag setzte heute die zweite Berathung deS Unfallversicherungs- Gesetzes fort. Hierbei erklärte der Staatssekretär v. Bötticher bezüglich der beantragten Zulassung von Privatversicherungs-Gesellschasten, daß diese Frage bereits oft und viel bis fuhrt sei; der Hauptgrund gegen die Zulassung sei der. daß die Privatgesellschaften, namentlich einem umfassenden Unglück gegenüber, bei welchem Hunderte verunglückten, nicht genügende Garantie für die Befriedigung der Arbeiter gewähren. Auch nach dem Inkrafttreten deS Gesetzes werde den Gesellschaften - wie einzelne Gesellschaften eS ja selbst anerkannt hätten - noch ein ausreichendes Feld der Thättgkeit verbleiben. — Nach einer sechsstündigen Debatte, während welcher der Staatssecretär v. Bötticher noch wiederholt für die Vorlage eintrat, wurde der $ 9 endlich in der Commissions- sassuug, aber modificirt durch den Antrag deS Abg. v. Maltzahn-Gültz, welcher den Paragraph materiell nicht ändert, sondern demselben nur eine correctere Fassung gibt, angenommen. — Fortsetzung morgen.
Straßburg, 18. Juni. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." veröffentlicht einen Erlaß des Statthalters, d. d. Karlsbad den 16. Juni, in welchem die Ausweisung zweier Socialdemokraten, des Schuhmachers Dietrich Schmitz und des Malergehülfen August Karl Dieber aus den Reichslanden, sowie die Auflösung der in Straßburg bestehenden örtlichen Verwaltungsstelle der Central-Kranken- und Sterbekaffe der Schuhmacher und verwandten Berufsgenoffen Deutschlands, eingeschriebene Hülfskaffe in Hamburg, auf Grund des sog. Dictatur-Paraqraphen verfügt wird.
Stockholm, 18. Juni. Die Kronprinzessin ist vergangene Nacht von entern Sohne entbunden worden.
Paris, 18. Juni. Die „Republique sranyaise" will wissen, Frankreich und England würden etwaigen Abmachungen bezüglich der Neutralisirung des Suezkanals die Depesche Lord Granvilles vsm 3. Januar 1883 zu Grunde legen. —. Der „Agence Havas" zufolge hätte der portugiesische Gesandte in Paris in einer Unterredung mit einem Berichterstatter erklärt, daß Portugal geneigt sei, in der Cougosrage wichtige Concessionen zu machen. Die portugiesische Regierung werde vorschlagen, der Congo-Commission einen internationalen Charakter zu geben und zu derselben alle Nationen zuzulassen, welche in Centralafrika und Südafrika Interessen haben. Zum Vorbild solle die Donau- Commission genommen werden. Der Gesandte habe ferner erklärt, Portugal beabsichtige keineswegs eine Ausdehnung seines Gebietes, sondern nur die Aufrechterhaltung seiner Rechte.
— Das „Journal officiel" veröffentlicht die Ernennung des Oberst- Lieutenant Beyard zum Ministerpräsidenten Frankreichs in Huö.
V.et^sburg, 18. Juni. Großfürst Sergius und Gemahlin empfingen gestern die Gratulationen des diplomatischen Corps. Bei dem deutschon Bot
schafter, Generallieutenant v. Schweinitz, findet morgen zu Ehren des Großherzogs von Hessen ein Galadiner statt.
— Prinz Alexander von Oldenburg ist von dem Commanoo der ersten Garde-Jnfanterie-Division, unter Belassung in seiner Stellung als General- Adjutant und ä la suite des Preobraschenskyschen Garde-Regiments enthoben worden.
TißiS, 18. Juni. Wie die Zeitung „Kawkas" meldet, hat in der Nacht zum 1. Juni auf der Insel Kischen, im persischen Meerbusen, ein Erdbeben stattgefunden, wobei gegen 12 Dörfer zerstört, ca. 200 Personen getödtet und zahlreiche andere Personen verwundet wurden.
Alexandrien, 18. Juni. Nach telegraphischen Berichten aus Suakinr ist diese Nacht ein erneuter Angriff auf die Stadt gemacht, aber von den Forts, zurückgewiesen worden.
Lokales.
Gießen, 19. Juni. Schwurgerichts Verhandlung am 18. Juni l. SL gegen KaSpar Schepp II. von Saasen wegen Meineids.
Derselbe war beschuldigt:
daß er vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, nämlich bem Kreisausschusse des Kreises Gießen am 15. März 1884 tn der Sache betreffend: Reclamation des Wilhelm Herzberger von Saasen gegen die Bürgermeisterwahl vom 15. Februar 1884, wissentlich ein falsches Zeugniß mit einem Eide bekräftigt habe. 3 B
Die Geschworenen sprachen indessen das „Nichtschuldig" aus, worauf Schepp von Strafe und Kosten freigesprochen wurde.
Gießen, 19. Juni. Eine heute Nacht abgehaltene Razzia in den Backsteinkauten wurde von Erfolg begleitet, indem einige verdächtige Personen verhaftet wurden, darunter eine, welche schon längere Zeit vom Gericht gesucht wurde.
a , 71 Ein heute Nacht um 12 Uhr auSgebrochmer Kaminbrand in der Waltthor- straße hätte leicht größeres Feuer entstehen lassen können, wenn nicht vorübergehende Personen die Hausbewohner aufmerksam gemacht hätten.
„ — Vorgestern wurde im Heuchelheimer Walde ein 3jähriges Wildschwein. (Keiler) geschossen. Dafielbe hat em Gewicht von 115 Pfund. Es dürfte jedenfalls die Jagdfreunde das hier seltene Vorkommen dieses Thieres interesfiren.
~ BerM i s ch t e S.
Mainz, 17. Juni. Der neu ernannte Director der hiesigen Realschule, Herr Sold an, wurde heute Morgen um 8 Uhr in dem Turnsaal, der für diesen festlichen Act prächtig geschmückt war, durch Herrn Geh. Oberschulraih Becker von Darmstadt in sein Amt eingewiesen. Außer den Lehrern und Schülern der Anstalt waren anwesend die Herren: Oberbürgermeister Dr. Du Mont, Beigeordneter Dr. Oechsner, Stadtverordneter und Präsident der Handelskammer Commerzienrath St. K. Michel Stadtverordneter und Director W. Bömper, Gymnasialdtrector Professor Menge und Generalreceptor Schmidt. Nach einem von dem Schulchor recht gut oorgetragenen Liede verlas Herr Geh. Oberschulrath Becker das Allerhöchste Decret, wonach Herr Soldan zum Dtrector der Großh. Realschule ernannt wurde, und knüpfte daran einige kurze, aber inhaltrciche Wotte, worin er besonders daS seitherige Wirken des neuen Directors als Begründers und Leiters der Realschule tn Groß-Umstadt und später als Dirigent der Gießener Realschule, die er erweitert und gefördert habe, hervorhob. Ueberall habe er sich die Liebe seiner Schüler, das Vertrauen seiner Lehrer und die Hochachtung der Bürgerschaft erworben, so daß sein Scheiden überall schmerzlich em- pfuvden worden sei. Herr Director Soldan wandte sich hierauf in warmen herzlichen. Worten an Herrn Geh. Oberschvlrath Becker, ihm für daS Vertrauen der obersten Schulbehörde Dank sagend, dann an die Lehrer und Schüler und die Vertreter der Stadt. Nachdem der Senior des RealschulcollegiumS, Herr Kölsch, den neuen Dtrector im Namen der Lehrer und Schüler willkommen geheißen, ergriff Herr Oberbürgermeister Dr. Du Mont das Wort, um in trefflichen Worten dies tm Namen der Stadt Mainr zu thun. Mit einem vaterländischen Chor schloß die schöne Feier, die in ihrem ganzen Verlauf einen tiefen Eindruck bei allen Anwesenden zurückließ.
Groß-Umstadt, 15.Juni. Ein schweres Gewitter, von Osten kommend (hier zu Land Main-Gewitter genannt), zog gestern Mittag gegen 6 Uhr über hiesige Stadt. Der Blitz schlug zweimal ein, in daS Haus des F. Fischer, Metzger, und in das Haus der Frau Kaufmann Jttmann Wittwe; an dem ersteren sieht man die Spuren an einem Balken, an welchem der Blitz hernieder in den benachbarten Hof des Malers Heil fuhr, in dem letzteren schlug der Blitz durch oas Dach in das Studirzimmer des Herrn Realschuldirectors Nodnagel, wandte sich dann seitwärts, durchfuhr den Aborts das eifetne Rohr durchschlagend, dm Weg bann in's Freie nehmend. In beidm Fällen zündtte glücklicherweise der Blitz nicht, dagegen ist Herr Director Nodnagel nur durch einen Zufall großer Lebensgefahr entgangen. Herr Nodnagel hatte nämlich anläßlich seines Wegzugs nach Gießen gerade den betreffmden Mittag bestimmt, die tm Studir- jimmer befindlichen Bücher zu packen, wurde daran ober durch einen Besuch verhindert, mit bem er eben, als efi in sein Zimmer eingefchlagen, einen Spaziergang im Freien machte. Mineralien unb andere Gegenstände fand man tm Zimmer umher geworfen; wären also Menschen darin gewesen, so wüßte man nickt, ob sie mit dem Leben davongekommen.
Zu Ehren des Herrn Realschuldirectors Nodnagel v-rsammelien sich am verflossenen Freitag Abend die Mitglieder des evangelischen Kirchengesangvereins tm „Rheinischen Hos" dahier, um dem Scheidenden noch einige angenehme Stunden zu bereiten. Unter der Direktion des Herm Reallehrers Ramge wurde eine Reihe aus- gewählter Lieder in vortrefflicher Weise vorgetragen, die um so erwähnenSwerther sind, als der Verein bekanntlich noch ein junges, beiläufig bemerkt, dem Herrn Nodnagel zu verdankendes Dasein hat — unb im Uebrtgen der Abend in gehobener Stimmung verbracht. Noch zu erwähnm sind die Vortrage eines Knabenchors (Schüler der Realschule), die sich allgemeiner Anerkennung zu erfreuen hatten, namentlich als ein eigens für diesen letzten Abend deS Hierseins des Herrn DireciorS gedichtetes AbschiedSlied von denselben gesungen wurde. Herr Director Nodnagel banfte in bewegten Worten für bie ihm hier so vielfälttg unb auch am heutigen Abenb bewiesenen Freundlichkeiten unb toastete auf bas Weiterblüben bes Kirchengefangvereins.
WormS, 16. Junt. Heute früh zwischen 6 unb 7 Uhr würbe bie Umdeckung deS AndreasthurmeS durch Aufsteckm bcS Hahns vollendet. Herr Dachdecker Oster- rttter, der die Arbeit auSführte, verband damit eine zwar etwas waghalsige, aber um so seltenere Feier. Er nahm feine 4 Söhne im Alter von 4—13 Jahren mit auf den Thurm und ließ sich dort mit seiner Familie von Herrn Hofphotograph Schummev aufnehmen. Herr Osterrttter selbst hatte dabei neben dem Hahn stehend seinen 4jährigen Knaben auf dem Arme.
— Aus der Niederwald-Zahnradbahn sollte, wie tm gestrigen Blatte berichtet, Gefahr eines Zusammenstoßes zweier Züge vorhanden gewesen sein. Das „Fr. y erhielt nun von der Betriebsdirection jener Bahn folgende Richtigstellung: Die Züge haben die polizeilich vorgeschriebene Distanz von 100 Metern nicht überschritten. Umsteigen von Passagieren ist nicht erfolgt unb eine Gefahr irgenb welcher Art war gänzlich ausgeschlossen, ba selbst auf ber stärksten Steigung bie Züge auf bref Meter Distanz festgestellt werben können. Auch von anderer Seite wird mitgetheilt. daß ber in Rebe stehenbe Vorfall tenbenziöS entstellt worben unb jede Gefahr gänzlich ausgeschlossen gewesen sei.
— (Sparsam.) Eine KaufmannSfrau, welche tm Besitz eines weiblichen Zwillingspaares und einer älteren Tochter ist, ward kürzlich von einem Bewerber um bie Hanb einer ber Zwillingstöchter angegangen. Sie wies jeboch ben Liebhaber mit den Worten ab: „Nein, bis bie Netteste nicht weg ist, reiße ich bie Zwillinge nicht an."
Karlsruhe, 15. Juni. Die „Bad. L.-Ztg." erzählt einen trostlosen Fall von Berurtheilung eines Unschuldigen. Er betrifft den jungen Musiker August Stadher von Karlsruhe, der auf die anscheinend zutreffende Aussage eines 11jährigen Mädchens wegen eines StttenverbrechenS zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten verurtheilt worden war. Erst in der Christenlehre erkannte das Mädchen, das allem Anschein nach den Verdacht von sich selbst hatte ablenken wollen, die ganze Größe seiner Verschuldung. Allein jetzt war eS zu spät, der Unglückliche war inzwischen nach Verbüßung des größeren TheilS seiner Strafe im Zuchthaus gestorben. Die vom


