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20.4.1884 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Erscheint tSgttch mit Ausnahme des MontagS.

M'Sb«M - SDtes.itU Handlung ,st das 11. Jah'hunderl, dl- Zeit^deS erbitterten Kampfes zwischen England und den Normannen. Harold^der Sohn des Grafen Godwin, stemmt sich mit Macht gegen die normannische Frcmd- berrschaft. gegen das Versprechen, daS der altersschwache König Eduard dem eroberungs­süchtigen L^ilhelm von der Normandie gegeben hat, nach seinem Tode der Erbe der Kram EnMndszu «K«. ^ntg Eduard -nbannt

wird gegen guten:

Exved. b. Bl.

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Preis viertel,ühnich 2 Mark 20 Pf. mit Bi ingerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 Pi.

Lokale-»

= Gießen, 19. April. Die Bettelei ist zwar abgeschafft und wird bestraft Lafür fifluvtrt aber der Armenetat in dem städtischen Verwaltungswesen. Dieser Etat

gestelltApril. Deutscher Geographentag. In der Nachmittags- Sitzung wurde unter dem Vorsitze von Richter-Salzburg die Herstellung von Schulwandkarten besprochen. Hiernächst wurde über eine Resolution verhandelt, welche die deutsche Misstonsgesellschast aus die Wichtigkeit einer ethnographischen Ausbildung der Missionäre hinweist und die geographischen Gesellschaften um Bewilligung von Mitteln bittet, um fachmännisch ausgebildeten Forschern emen längeren Aufenthalt unter ven Naturvölkern zu ermöglichen. Die Resolution wurde angenommen.

Paris, 18. April. Aus Hanoi wird heute gemeldet, daß von einer weiteren Verfolgung des Feindes Abstand genommen sei. DieSchwarz- Flaaaen" hätten sich nach dem Norden von Tongkmg zuruckgezogen. Etwa 5000 Chinesen, annamitische Rebellen und Reste der Besatzungen von Bacnmh und Honhoa hätten die Provinz Tanhoa durch das Gebirge im Westen von Tongking erreicht; General Briere werde nächstens mit einigen Bataillonen nach Ninbinh aufbrechen, um deren Bewegungen zu beobachten.

Nach einer dem Kriegsminister zugegangenen Depesche aus Hanoi sind die Citadellen von Phulanghien und Longoan geschleift worden. Da die Urheber der an den Missionaren verübten Mordthaten sich gegenwärtig in der Provinz Thanhoa aushalten, so beabstchtigt man dorthin voMdringen.

London, 18. April. Ein Reuter'sches Telegramm aus Simla von heute meldet, von der indischen Polizei sei eine große Anzahl von Proklama­tionen mit Beschlag belegt worden, die angeblich vom Mahdi herrühren sollten.

Petersburg, 18. April. Die Departements-Chefs im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, Graf v. Osten-Sacken und Baron Fredericks sind, der erstere zum Gesandten bei dem bayerischen und hefsischm Hofe, der letztere zum Gesandten bei dem württembergischen und badischen Hofe ernannt wsrden. . £._.

Kairo, 18. April. Dr. Koch und die übrigen Mitglieder der deutschen Cholera-Commission beabstchtigen morgen von hier nach Alexandrien abzureisen und werden voraussichtlich mit dem iiächsten nach Brindisi abgehenden Dampfer nach Europa zurückkehren. ,

Generalconsul Baring erhielt heute Nachmittag von General Gordon folgende vom 9. d. Mts. datirte Depesche: Ein hier eingetroffener Kaufmann aus El Obeid, der diese Stadt vor 12 Tagen verließ, erzählt, der Mahdi sei von dem Stamme Tegeba zweimal geschlagen worden und habe dabei empfind­liche Verluste erlitten, der Mahdi sei fast in demselben Maße wie wir von Aufständischen umschlossen. Die Nachricht von der Gefangennahme Slatin Beys sei , jg, April. Der deutsche Generalconsul Dr. Nachtigal reiste

gestern nach der afrikanischen Westküste ab.

:n gute Ausnahm

Berlin, 18. April. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen Nach­mittags den Besuch des Kronprinzen-Paares und der Erbprinzessin von Meinin­gen. Der Kaiser besuchte Abends die Vorstellung im Schauspielhause. Die Kaiserin hat auch heute einige Stunden außer dem Bett zugebracht.

DasMilitär-Wochenbl." meldet, daß dem Herzog Karl Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, Major ä Ja suite des 2. Hess. Husaren - Regiments Nr. 14 und des 1. Großh. Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr 17, der Abschied bewilligt sei, daß ferner der General der Kavallerie 'z. D. und General-. Adjutant v. Rauch 11. unter Belassung in dem bisherigen Verhältnis zum Pr^es der General-Ordens-Commission ernannt und der General-Lieutenant Steinacker von der Stellung als Präses der General^DrdenS-Commisston entbunden und unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie, sowie unter Be­lastung in dem Verhältniß als General-Adjutant mit Pension zur Disposttion

Ci n gesandt.

ö Gieße«, 19. April.

D-r Einsender in Nr. 91 d. Bl. zweifelt nicht daran, daß die Stadtverordneten der evangelischen Kirchengemeinde die Beihilfe zu einer besseren Beleuchtung der inneren Kirche durch Gas nicht versagen werden.

Nach den Erfahrungen, welche die evangelische Kachengemeinde mit dem Stadt- sackel, zu dem alle Confessionen beitragen müssen, gerade in den letzten Jahre» gemacht Hal verstehen wir diese Erwartungen vollkommen. Ob es aber in dieser Weise fort- gehen darf wenn man gerecht sein will, das ist eine andere Frage. Die Parität ver- lanat wentastens bafc diesen wachsenden Ansprüchen eine Grenze gezogen werde, oder» daß^ auch den andern Confessionen für ihre spectellen Cultuszwecke eine verhältntßmäßige Beihilfe nstht versagt werde.

Der Verfasser jenesEingesandt" hat dies offenbar auch gefühlll sonst würde er vielleicht eine Motivtrung der neuen Ansprüche gegenüber den andern Konfessionen, mte sie seine letzten feilen geben, verschmäht haben. Der angegebene Grund ist gar nicht stichhaltig; denn die Kosten dermancherlei Aufführungen" sind von denienigen zu tragen, welche die Erbauung ober den Genuß davon haben, nicht aber von solchen, die darauf verzichten. .

Lu den letzteren gehört aber jedenfalls die große Mehrzahl der Angehörigen der anderen Confessionen, die außerdem an der bereits zu zahlenden.kommunalsteuer und an den nothwendigen Beiträgen für ihre spectellen kirchlichen Bedürfnisse schwer genuk tragen*

und behält besten Bruder Wulfnoth als Geißel zurück den er später in die Hände Wilhelms von der Normandie ausAfert. Harold der dem alten König nach seiner Rückkehr verzeiht, beschließt, seinen Bruder auS der Gefangenschaft zu befreien. Er erhält das Bildntß der Tochter des Normannenfürsten, Adele, das derselbe dem König der Angelsachsen als Pfand gegeben,

. . . daß, wer jemals käme,

Von mir gesandt, gefeit mit diesem Bilde, Der sollte heilig wie der Freund ihm sein

wie König Eduard dem scheidenden Harold nachruft. Harold entbrennt bet seiner Ankunft in Normannenland in heftiger Liebe zu Adele, die er noch viel reizender findet, als ihr Btldn'ß. Herzog Wilhelm benutzt diese Liebe, die übrigens von Adele erwidert wird, und läßt Harold einen E d schwören, daß er ihm zu dem verhelfen würde was König Eduard ibm versprochen. So wird er Verratyer am Heiligsten, am Vaterland. Doch^bald sieht er das begangene Unrecht ein, er reißt sich los aus d-n Banden einer sündigen Liebe, kehrt nach England zurück und als sich ort seine Mutter, das Volk und auch die Kirche von ihm wenden, da zieht er mit nur wenigen Getreuen den au- dringenden Normannen entgegen und fällt bei Hastings im rühmlichen K°mpf.

Arn Vorstehendem der kurze Inhalt der Traaodie, wie sie Wildenbruch mit einigen Abweichungen des historisch Erhaltenen geschaffen hat. WaS die Aufführvus de» Trauerspiels anbelangt, so war dieselbe durchweg eine ganz vorzügliche. Alle Mit- wirkenden boten ihr Bestes. Eine watz«- Mufterleiftung war vor Allem der de«

Herrn Salomon. Der Künstler spielte mit solch packe^er

daß wir unter den deutschen Schauspielern vergeblich nach einem gleichwürdigen Ver­treter dieser Rolle suchen würden. Desto me^r ist es zu beklagen, daß diese Zierde unserer Bühne uns nicht erhalten bleibt, indem der Künstler sein Entlassungsgesuch eingereicht hat. Ueberraschend gut war auch dieGhila" (Mutter Harolds' der Fryu Felsing-Behre. Herr Schneider zeigte sich in der Characteristtk des Normannenherzogr als aroß-r Künstler vortrefflich spielte Herr Ellmenreich den frommen Diacon upd Her/ Zademack ebenso vollendet den herrscksüchtigen, stolzen ränkesüchtigen Erzbischof* Die ^scenirung war geschickt und die Bilder der letzten Acte, namentlich das Schlacht­feld von Hastings, wurden mit großem Effect wiedergegeben. Der ^""A^de Dichter und die Schauspieler wurden nach jedem Akte von dem dankbaren Publikum stürmisch gerufen.

Darmstadt, 18. April. Ihre Maj. die Königin Victoria nebst Ihrer Könial Hoheit die Prinzessin Beatrice, Se. König!. Hoheit der Großherzog und Ihre Großh. Hoheit Prinzessin Irene machten gestern Nachmittag o Uhr eine Spaz^rsah Hoheit die Kronprinzessin des Deutschen Reiches wird einer sicheren Mittheilung zufolge am 25. d. Mts. hier eintreffen..

Se. Kaiser!. Hoheit der Großfürst Sergius von Rußland ist heute Vormittag 8 Uhr 58 Min. der russischen Charwoche wegen zu einem Besuche der Königin Olga nach Stuttgart abgereist. Der Großfürst kehrt am nächsten Sonntag hierher zurück. __

Telegraphische Depeschen

WoLst'S teiiegv. Ssrrewoadeaz-Dures«.

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Gefunden: 1 Paar schwarze Glacehandschuhe, 3 Taschenmesser, 1 Cigarrenwitze, 2 Portemonnaie mit Inhalt, 8°lb' S,ese(:

Tina 1 Paar Strafe, 2 Taschenüicher, 1 Rodhacke, 1 Sporn, 1 Uhrkette, 1 Manschecke mit Knop,, 1 nn-Lter Rmg, verschiedene Schlüssel.

SluAelaufcn: 1 dunkelbrauner Dachshund. .

Gießen den 19. April 1884. Großherzogliches Polizeramt Gießen.

Fresenius. ............

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wächst auch in unserer Stadt von Jahr zu Jahr an. Für das,verstosftne Rechnung jahr waren unter der RubrikUnterstützung Htlfsbedürfttger 21,022 JL llUsgesetzt, in das Budget des laufenden Etalsjahres 28,932 JL eingestellt worden, Bedürfnisse der Armenkasse 26,800 JL vorgesehen sind. Von auswärts halten all­jährlich mittellose Familien ihren Einzug, um Gelegenheit zur Arbeit zu° finden, und wenn dann -wet Jahre herum sind, hat die Stadt die Verpflichtung, für diese Leute, wenn ihnen die Existenzmtttel fehlen, zu forgen Die "Fretzügigreit" i^^ue herrltche Errungenschaft; das WortDas ganze Deutschland soll es fein" ist in eigenartiger Werse zur Geltung gebracht worden.

Gießen, 19. April. Der h'esigkn Rudrrgesellschaft wurde von Seiten ihres EhrennütgUedes, des Herrn E- W Ferny, durch Herrn P* WUson zur AnschaffunL eines neuen 4ruderigen Ausleger-Rennboots A 1000 in auerkenneuSwerthester Weist zur Verfügung gestellt; daffelbe ist auch bereits in Berlin, nach dem neuen patenttrten System RMIg, 'n g-g°b-n und bürfte In kürzester Z-tt »er c t>f^.

Von dem Bau eines neuen Boothau;es hat man vorläufig abgesehen, beabsichtigt dagegen, sich in dieser Saison au mehreren größeren Regattas zu bethetligen.Möge das neue und hoffentlich gute Material dazu beitragen, daß dre Gesellschaft auch wieder einmal wie in früheren Jahren siegreich aus ^ Kampfe hervorgeht, damit die alte Scharte^ die sich dieselbe aus dem heimathltchrn Waffer hat betbrtngen lasten^ aus­gewetzt werde.

sTheater.l Man schreibt uns aus Frankfurt a. M., 17. d* M : Der gestrige Abend brachte uns im Schauspiel Hause eine Premiere von Wildenbruchs ?Harold". DeS Dichters fünfactiges Trauerspiel ist schon über die meisten größere» Deutschen Bühnen gegangen, überall mit dem gleich stürmffchen Erfolg, ^r ^>en anderen Wtldenbruch'skben Tragödien immer zu Thell eeootben ist und der das Resultat

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92. Erstes Blatt Sonntag den 20. April 188L

Gießener Anzeiger

Amts- und AnzeigMatt für den Kreis Gießen.

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