Ausgabe 
20.4.1884 Drittes Blatt
 
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Vergebung von Chausfirmrgsarbeitm.

Die zum Neubau der Kreisstraße Don Reiskirchen nach Hatten­rod erforderlichen, zu 1055 Jl. ver­anschlagten, Ehaussirungsarbeiten (aus­schließlich Steinzerkleinerung) sollen im Wege mündlichen Abstreichs looS- weise vergeben werden.

Bedingungen und Kostenvoranschlag sind auf Großherzogl. Bürgermeisterei Reiskirchen einzusehen, woselbst auch

Samstag den 26. d. M., Nachmittags 2V2 Uhr, der Versteigerungs-Termin abgehalten wird.

Sonstige Auskunft ertheilt Bezirks- Lauausseher M a r i n g e r in Grünberg.

Gießen, den 18. April 1884.

Der Kreisingenieur. 2782 Gnauth.

Nlg er sich dann von diesem seine Idee hatte auseinandersetzen lassen, stellte er ihm für die ferneren Forschungen seine Börse und fein W ff en zur Verfügung und Daguerr« erfand daS V^fahrcn, welches, nach ihm benannt, eint wahre Revolution tn der Porträ- ttrkunst herbeisührte.

- [Selobnte Höflichkeit.! Man schreibt aus Paris: ,(5ln Bshnbeamter, der im Bahnhofe von Meaux staltomrt ist, erh-elt am 2. d. M- die Nachricht, daß er ein Ver­mögen von 400 000 Francs geerbt habe. Der Name des Ttstalors war ihm gänzlich unbekannt und erst durch die Teftsments-Copte ward ihm klar, daß der Erblasser, ein achtzigjähriger GretS, Namens Baudutn, der im Vorjahre durch Meaux reiste, beim Verlassen deS Waggons stolperte; der Beamte bewahrte ihn vor dem Falle, führte tbn zu einem Sitze und diese kleine Gefälligkeit halte der Verstorbene tn so fürstlicher iföetfe ^^'^g^brsichrrunss-Gesellschaft zu Leipzig! Der Rechenschaftsbericht dieser Gesellschaft über des Jahr 1883, welcher Der demnächst stattftndenden General-Ver­sammlung der Versicherten zur Iustisicatton vorltegen wird, ergibt wtederum sehr günstige Resultate. Im vergangenen Jahre sind bei der Lebensonficherungs-Gesellschaft zu Leipzig 3336 Versicherungen über 19 900 500 X abgeschlossen worden, 178 Ver­sicherungen und 846 100 JL Versicherungssumme mehr als im Jabre 1882, der reine Zuwachs an Versicherungen belef sich auf 1757 Personen und 13051750 JL Ver­sicherungssumme, 292 Personen und 1075 300 Versicherungssumme mehr als 1882, so daß der Versicherungsbestand Ende 1883 auf 36 786 Personen, versichert mit 201543 550 Jt, gestiegen ist. Auch die sinanzielle« Ergebnisse des JahreS 1883 haben sich so günstig gestaltet wie noch in keinem Jahre zuvor. Der Ueberschuß hat die Höhe von 2 306 003,69 X, der Sicherheitsfonds den Betrag von 8 381351,73 <AL und der Vermögensbcstand 42 480 538,78 JL erreicht. Von letzterem sind über 31 Millionen Mrrk tn mündelsicheren Hypotheken, der Rest tn anderer, gleich sicherer Weise angelegt; auch das Jahr 1883 hat der Gesellschaft ebensowenig wie ein früheres Geschäftsjahr einen Verlust aus der Anlage ihrer Gelber gebracht. Die Dividende für Dw denven- plan A tm Durchschnitt der letzten 5 Jahre 4OpCt. der ordentlichen Jahresbeiträge- steigt für 1885 ouf 42pCt-; für Dividendenplan B gelangt wtederum der regulattv- mätztg zulässige Moximalsatz von 3pCt. der Summe der gezahlten ordentlichen Jahres- prämten zur Vcrtherlung. Die Cautionsdarlehnsempfänger erhalten 146pCt. der 18/9 gezahlten Gewährleistungsbetträge als Dividende. , , . « .

- sEtn postalisch musikalischer Jrrthum.) Bet dem Banket des deutschen Handelstages in Berlin machte Excellenz Stephan die interessante Mitthrilung, daß drei nach Bayreuth, der Stadt Richard Wagners, bestimmte Briefe nach Beirut in Syrien gegangen, indeß doch endlich an ihre richtige Adresse gelangt feien. . Auch sei noch eine andere komische Verwechselung dieser beiden Städte vorgekommen, indem der Kbedive von Egypten sich mit einer beträchtlichen Summe an den musikalischen Unter­nehmungen von Bayreuth betheiltgt habe, in der Meinung, daß es sich um eine Musik­schule tn Beirut handle. m ...

Capttän Hagemann vom Norddeutschen Lloyddampfer ,Baltimore", welch letzteres Fahrzeug am 27. v. M. aus Bremen tn Baltimore, Md., eintraf, erkrankte, noch ehe der Dampfer am 5. v. M. in See stach, an einem Nierenleiden und starb am 17. v. M. auf hoher (See. Die L-iche des Verstorbenen wurde tnS Meer gesenkt. Capitän Hagemann war 42 Jahre alt. ________________________________

jhun, wenn sie nach K'ästen deutsche Mädchen w den Krallen dieser SeelenhZndler bewahren. Junge Mädchen, die tn London keinen kräftigen Anhalt haben sollten sich überhaupt nicht mit Agenten etnlassen. Ein zeitweiliges tresflrches und billiges Unter; kommen finden sie in der ^Hstmath für deutsche Mädchen", unter der Leitung von Miß Seebo, Gordon House, Endsleigh Gardaus, N.-W. .

Nev. Charles L. Marson, St. Jude'S Kirche Whitechapel. Reo. Ronald Bayne, Greenwich.

Reo. Bernard Schleicher, SpstalfieldS."

ITbierfchutz für Fraum.l Die geringen Strafen, welche den landesüblichen ^Deibvrüglern" In England zuge^essen Serben unb

Männer tn den unteren Volksklasien, welche die furchtbaren Miß Handlungen thrcr Gbebälfte als eine Art legitimen Sports betrachten, veranlaßte den Abgeordneten Macfarlane (n Folge einer unbefriedigenden Antwort seiner dtesfallsigen Jnt^rvcllatwn im Unterhaus- anzumeldm, daß er den Antrag stellen werbe, bic

Gesetze zu unterstellen, um ihnen einen besseren Schutz zu sichern, als dies gegenwärtig 6er Fall ist. v x .

__ W«- d-r Densiero" in Nizza meldet, bat am 7. d. in Monaco eme fremde Dame, welche dort die Villa Clementina bewohnte, zuerst ihr zweijähriges Töchterchen erdrosselt und nachher sich eine lebensgefährliche Schnittwunde am Halse beikebracht. Die Unglückliche, die in Lebensgefahr schwebt, will ihren Namen nickt nennen. Sie soll ungemein hohe Summen tn der Spielbank von Monte Carlo ver­loren ^ben- inb6Tmunbj bem Werke »Prinz Friedrich Karl im Morgenlande", r-as im Verlage der Köntglichen Hofbuchdruckerei von Trow'tzsch und Sohn in Frankfurt a. O erschienen ist, finden wir die folßcnbe hübsche Anekdote, welche Prinz Friedrich Karl selbst erzählt hat.Zur Zeit des französischen Feldzuges - so erzählt her- Prinz als ich in Orleans stand, schrieb meine Tochter, die ictzige Hrrzogm von Connaught, damals ein kleines Mädchen, einen Brief an mich, der nur die Wor^ enthM:Lieber Papa! Ich habe so lange nichts von Dir gehört. Siege doch 'mal wieder."

sDer rothe Frack! In Paris beginnen die Herren im Salon in Fracks von carminrother Farbe zu erscheinen, da der schwarze Anmg als zu kellner- oder lachen- bestattungsmästig befunden zu werden anfängt. Die Mode findet m einem Theile der englischen Presse warme Befürwortung.

Als der verstorbene I. B. Dumas in. die französische Akademie ausgenommen surbe, -rzLHIt Saint-N-ne Tuillanbier f°Iki°nd-n Zug aus seinem L-b-n: Eine w-M-nb- Krau sprach bei bem Chemiker vor unb tlagte <bm Ihr Leid: Ihr Gatte, ein Maler, kümmerte sich nicht mehr um seine Kunst unb versolgte nur noch eine fix- Idee, w-Ich- bartn bestand, Silber auf blanke Kupserplatten feftiubannen. Der sonst so v-lftSnbik!- mnb aewsis-nhast- Mann verkaufe feinen ganzen HauSratb, um Apparate unb die ihm uolhtg sch-in-nben Substanzen zu kaufen. Duma? hört« aufmerksam zu unb entgegnete, et jtitnöge nicht recht -tnzusehen, wie bem U-b-I g-steu-rt werben könnt«. Die Frau meinte, er, unter den Chemikern bet bekannteste unb gelehrtes!- könnte chrem verirrten Gatten begreiflich machen, bafi er sich van einem Hirngespinnste töuschen l'eße. End­lich versprach Dumas, sein Möglichste« zu lhun und bat um die Adresse de« Malers.

VsrgsbMUg NSW BasrcLVbLiteu.

Die nachstehenden, zur Erbauung Eines Schulsaales sür die Gemeinde Albach erforderlichen Arbeiten sollen im Wege schriftlicher Submission ver­geben werden: veranschl. zu

Erd- und Maurerar­

beiten «X 1608,10

Zimmerarbeiten 728,36

Dachdeckerarbeiten 620,39

Spenglerarbeiten 201,64

Schlofferarbeiten 354,10

Glaserarbeiten 446,30

Schreinerarbeiten 976,63

Weißbinderarbeiten 595,73

Pflasterarbeiten 140,

Pläne und Detailzeichnungen. Vor­anschlag und Bedingungen sind auf Großherzogl. Bürgermeisterei A l b a ch einzusehen; ebendaselbst findet

Samstag den 26 d M«,

Vormittags 10 Uhr,

Lie Eröffnung der verschlossen und mit entsprechender Aufschrift einzureichen- Len Offerte statt.

Weitere Auskunft ertheilt Bezirks- Lauaufseher Seuling in Gießen.

Gießen, am 18. April 1884.

Der Kreisingenieur. 2791 Gnauth.

Allgemeiner Anzeiger. Höhere JMäMjtnfdjulc ?u Gießen.

Die Aufnahme für die höhere und erweiterte Mädchenschule findet Montag den 21. AprLL, von S Uhr an, im Conferenzzimmer statt. Die sechsjährigen Kinder werden im Lokal Nr. 10 (zu ebener Erde, rechts vom Eingang) ausgenommen, ebenfalls Morgens zwischen 9 und 12 Uhr.

Erforderlich ist für solche, die noch keine Schule besucht haben, die Bei­bringung eines Impfscheins, sowie die genaue Angabe des Geburtstages des Kindes wie des Namens und Standes des Vaters oder Pflegers, bei auswärts geborenen Kindern die Vorlegung des Geburtsscheins. Kinder, die schon die Schule besucht haben, bringen ein Zeugniß über den seitherigen Schulbesuch bei und, wenn sie über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung. .

Das Schulgeld der höheren Mädchenschule beträgt für Klasse X, IX und VIII: 32 <X, für Klasse VII, VI und V: 48 A für Klasse IV und III: 60 A sür Klasse II und I: 72

Das Schulgeld der erweiterten Mädchenschule beträgt für die drei unteren Klassen, die sür beide Schulen gemeinsam sind, 32 A für die fünf oberen Klassen, also vom Alter von 914 Jahren, 40 A

In beiden Schulen ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind derselben Familie um ein Drittel, bei jedem folgenden um die Hälfte und zwar auch dann, wenn Kinder die eine und die andere Schule besuchen. Für begabte und brave Kinder unbemittelter Aeltern sind von dem Stadtvorstand Freistellen bis zu 5 Procent der Gesammtzahl jeder der beiden Schulen bewilligt worden. Die Gesuche um solche Freistellen sind an die Direction der höheren Mädchen­schule zu richten. ,

So lange die kalte Witterung dauert, beginnt der Unter­richt um 8 Uhr.

Gießen, den 16. April 1384. 2697

Die Großh. Direction der höheren Mädchenschule: Bigelius.

Großherzogl. Gymnasium zu Gießen. Anmeldung neuer Schüler: Montag, 21. April, Vorm. 810 Uhr, im Conferenzzimmer des Gpnmasialgebäudes.

Ausnahme» und Nach-Prüsuugen: Montag, 21. April, von Vorm. 8 Uhr ab, in den betreffenden Klassenzimmern.

Anfang des Unterrichts: Dienstag, 22. April, Vorm. 8 Uhr.

Bis zum Eintritte wärmerer Witterung beginnt der Unterricht um 8 Uhr, für die unterste Vorschulklaffe um 10 Uhr.

2664 _____Die Direetton.

GÄZße^BersteigeMLNg.

Nächsten Montag ders 21. und Donnerstag den 24* ds. Mts. werden von der Concursmasfe des Hoteliers Peter Kröll in Bad- Nauheim in der Villa Britannia meistbietend versteigert: Sämmtliches Silber- geräth im Werthe von J4,. 1500, ; das meiste Weißzeug, sämmtlich gut erhalten, 1 große Partie Gläser und Porzellan, 2 Gewehre und verschiedene Jagdgeräthe, Kupfergeschirre, Küchen- und Hausgeräthe, 1 Clavier, 7 Com- moden, 7 Betten, 10 Kellnerbetten, 2 Schränke, 2 Küchenschränke, ein guter transport. Hotel-Herd, 2 Marquisen, ntehrere Portieren; Fenstervorhänge und Rouleaux von 30 Zimmern, sowie viele Werthsachen von Gold. Der Anfang wird mit dem Weißzeug gemacht. Der Concursverwalter:

2780 pr. Jean Wörner jr.

Arbeitsdersieigerung.

Samstag den 26. April 1884, sollen Vormittags 10 Uhr auf dem Gemeindehause zu Birklar folgende Arbeiten versteigert werden:

Voranschlag:

1. den Verputz an der Schulwohnung her­zustellen 200,

2. die Lieferung von 20 Cubikmeter I. Sorte Pflastersteine an Ort und Stelle JL 260,

3. die Pflasterung einer

Ortsstraßenrinne A 67,50

Hungen, am 16. April 1884.

2760 Im Auftrag:

Großh. Bürgermeisterei Birklar He in eck, Bezirksbauaufseher.

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