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Schiffsnachrichten.

Bremen. 17. November. (Per transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer General Werder. Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2 November von Bremen und am 4. November von Southampton abgegangen war, ist geflern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

Kepertoir der vereinigten Stadttheater ;u IranKfurt a. M.

Opernhaus.

®fenMag ben 18. 9?ot>ember: Han« Heiling.

Mittwoch den 19. November: Trompeter von Sackingen. Außer Abonnement. , .

Donnerstag den 20 November: Die Jüdin.

Freitag den 21. November geschlossen.

SamStag den 22. November: Czaar und Zimmermann.

Sonntag den 23. Nommber: Gastspiel der Frau Kupfer-Berger, k. k. Hof- opernsängerin. Die KSutgin von Saba. (Sulamith: Frau Kupfer-Berger.)

Schauspielhaus.

DienStaa ben 18. November: Der Hüttenbesitzer.

Mittwoch den 19. November: Roman eines armen jungen ManneS.

Donnerstag den 20. November geschloffen.

Freitag den 21. November: Zum ersten Male: Der Raub der Sabinerinnen.

Schwank in 4 Akten von Fran- und Paul. von Schönthan.

Samstag den 22. November: Emilia Galottt.

Sonntag den 23. November; Zum ersten Male wiederholt: DerRaubder Sabinerinnen. ...

Montag den 24. November: Nanon (Operette).

Darmstadt, 15. November. Im EtatSjahre 188285 sind an Polizeistrafe« in unserem Lande der Betrag von 67,483 X in die Staatskasse geflossen, wovon auf die Provinz Starkenburg allein 34,307 X entfallen.

Frankfurt a. M., 14. November. Heute wurde die Scheidung einer Ehe ver­handelt, welche nur vierzehn Tage von dem Galten ertragen worden war. Seine Gattin hatte ihm vor der Trauung verschwiegen, daß sie bereits neun uneheliche Kinder flehabt.

Im Zeiher Forst wurde bet einem Treibjagen eine Hohlenwohnung ent­deckt, 21/1 Meter tief, 3 Meter breit. Dieselbe enthielt aber nicht vorsündfluthltche Reste eon Mensch, Bür, AuerochS, Rhinoceros, sondern einen SptrituSkochapparat, einen schimmligen Sommeranzug und andere hochmoderne Gegenstänbe. So berühreu sich die Extreme.

Eine entsetzliche Katastrophe wird auS Pennsylvanlen gemeldet. In der größten Dynamitfabrik Amerikas, ^Strondsburg", fand in einem LaboratoriumS- häuSchen, in dem das Nitroglycerin gerührt wird, eine Explosion statt. Die Ver­heerungen, welche In Folge dessen angerichtet worden, sollen furchtbar sein- Drei tu der Nähe arbeitende Personen wurden förmlich in Stücke geriffen und die Theile von ihren Körpern stundenweit aufgefunden. Von der Gewalt der Erderschütterung in Folge der Explosion kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, daß in einer 10 Meilen von .StrondSburtz" entfernten Fabrik der Schornstein einstürzte und von den Trümmern sieben Personen getödtet und fünf Arbeiter schwer verletzt wurden.

731) Ueber die H3he der Kosten, welche die Einrückung einer Inselge in e*«< oder mehre Zeitungen verursacht, wird man eich niemals enttäMoht sehen, wenn man vod der Annoncen - Expedition -von M AAK SjT EIM <fe ®

Frankfurt, a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München! zuvor Auskunft eie fordert, dH auch htnsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grar.d reicho» RrfR-brnnfipT) und gründlicher Beobachtungen tovc-rlÄseis^ Rath ertheih

abo^tben worben; bonon erhielt ®r. Langcrha^S (bfreif.) 11,802, GoISmann (nat.) 9107 ^annow, ?7?NovH^Jm 5. hannoverschen Wahlkreise (Dtepholz.Mclle) finb «nUtimÄaeJnlft der Stichwahl 13,683 St. abgegeben wordcm davon

tthielt Archivar Sattler (nat) 7232, v. ArnSwald (Welfe) 6451 St.; ersterer ist somit 8<ffaI?2hiSbad), 17. November. Bei her Stichwahl im hiesigen Wahlkreise wurde nach amtlicher Feststellung Kröbcr (VolkSp ) mit 7452 St. gewählt. Jegel (dfrets.) crhi.Il5M Sb 8e| der Siichwabl im 17. bannoocrfrben Wahlkreif-

»rt'elt lomett o't icfetermittelt Ist, v. ss,°lf (W-lf-) 8498 St. unb Hastedt (not.) 8041 St. Aus 4 Landbezirken fehlen die Resultate noch, doch kann die Wahl EStorfs 016 6ig?off(nn8176^ommbbr. Im hi-stgm SBabttretfe etbfclt bet bet Stt-bwahl biBber »Älberla (confJ 7469 St. unb Dr. Braun (bfreif.) 7281 St. Au» 9 zttk-n fehlen die Rtsultate noch.

1 Lokales.

Wicr.cn, 18. November. Der be'Ühmteste unter den jüngeren Pianisteni, der 20jährige Eugen d'Aldert, wird auf seiner diesjährigen Tournde durch Deutschland auch in unserer Stadt und zwar am 23. Nooemver auflrtten. Wir verfehlen nicht, uafer musikliebendes Publikum auf dieses hochbeoeutsame Kunsteretgnlß aufmerksam zu mac^n. n ung, heitS jetzt constatiren zu können, daß nicht nur in musikalischen Kreisen sondern auch in wetteren Schichten unseres Publikums dem Erscheinen deS berühmten jugendlichen Künstler« em reges Jntereffr entgegengebracht wirb

Bet dem großen Aufsehen, welches das Auftreten deS genialen Pianisten Eug en d'Albert in unserer Stadt verursacht, wird eS unsere Leser tnteresfiren, über den bisherigen LebenSqang desselben Einige« zu erfahren.

Eugen d'Albert ist am 10. April 1864 in Glasgow geboren. Sein Vater, ber selbst ein*tt0er Musik-r ist, ertheilte bem 7jäh:ig-n Knaben den ersten Mustk. unterricht. Mit 11 Jahren kam Eugen zu Ernst Pauer in London, woselbst ihn Hans Richter, der gefeierte Wiener Kapellmeister, kennen lernte; ihm entging die emtnrnre Begabung d'AlbeitS nicht und so nahm er ihn mit nach Wter^ um ihn in seinem ktgrnm Hause zu unterrichten und dann, g hörig vorbereitet, uuch Weimar zuFranz L.szt zu bringen, in welchem der junge Künstler einen wahrhaft väterlich berathenden und lehrenden Beschützer gefunden hat. Im November 1882 wurde^dem jährigen die Ehre zu The'l, vom Grotzherzog von Weimar zum Hofpianisten ernannt zu werden, eine Auszeichnung, die dadurch an Werth gewinnt, daS vielleicht noch nie zuvor ein Künstler in so jugendlichem Alter sie bekommen hat.

Am 10. Januar 1883 gab d'Aldert fein erstes Concert in Berlin, und w e üb r- wälttgend der Eindruck gewesen, de» er ^ufnbn^rtt«Tnft6rlA^?aJH?

geübt, kann nur der ermessen, der Zeuge dieses sensationellen Austret-nS war, die Berichte der Presse, so überschwänglich ste auch lauten, geben nur ein schwache« Bild davon.Karl Tausig ist von den Tobten aufeiftanben , sagt das Deutsche Tageblatt, ,Emcn Musiker von GotteS Gnaden" nennt ihn die Tribüne; ,,Dte Welt hat noch viel von ihm zu erwarten*, schreibt Prof. Gustav Engel in der Vossischen Zeitung. Daß MN/Erfolge nach diesem nsten Auftreten in Berlin sich noch gesteigert hab' N beweisen unS die enthusiastischen Berichte, die im letzten Winter einstimmig alle Blätter jener Städte brachten, in denen der eminente Künstler spielte.

AlS Rubinstein vor vier Jahren mit seinem Freunde und Geschäftsführer Hermann Wolff in London war, besuchte ihn der 16jährige d Albert, um den großen Meister zu bitten, ihm eine Probe snneS Könnens vorführen -u dürfen. Nachdem Rudinstem in merklicher Erregung dem Spiele des Knaben gelauscht hatte, brach er in die Worte aus: ^Auf Den mache ich Sie aufmerksam, lieber Wolff, Der ist d.ruj ^lnst^m^ematte diese prophetischen Worte Rubinsteins bestätigt und Niemand, dem es bisher vergönnt war, den kleinen und doch so großen Künstler zu kören, konnte sich demselben foscinirenden Eindruck entziehen, den schon damals d'Alderts' Spiel auf Rubinstein ausübte.

Vermischte-.

Allendorf a. d. Lahn, 18- November. Vergangemn Sonntag fand dahier die Einweihung deS neuen SchulhauseS in ähnlicher Weise rote die von Ihnen unlängst atschilderte gleiche Feier von Hruchelhetm statt. o t mc

Nach dem Abschied vom alten HauS, der bei ben überaus beschränkten Räum lichkeiten deffelben für K ndrr und Lehrer wohl kein allzu schwerer gewesen, gingS iw Festzug unter Anschluß der Gemeinde und zahlreicher auswärtiger Gaste vor das neue Schulgebäude. Die mit zahlreich.n, auf die Schule bezüglichen C taten aus Lutherv Weiken gewürzte Weiherede hielt Herr Schulinspector Büchner, nach ihm sprach ßerr Pfarrer Schönhals von Groß-Linden ben Dank des Schulvorstandes an die Behörden, die Gemeinde, die Techniker und Bauhandwerker aus, welche den Bau aefördert, worauf nach Gesängen der Schulkinder und des Gesangvereins und einer Anrede deS Schulverwalters Boßler der Einzug in das neue Haus erfolgte.

Dasselbe enthält im 1- Srock einen Schulsaal für 80 Kinder sammt davor- liegender Garderobe, im 2. Stock da« Bureau des Standesamtes und die Lehrer­wohnung; da« B.'Umaterial besteht aus Kinzenbacher Verblendsteinen und Marburger Sandsteinen, die innere Einrichtung entspricht der in Heuchelheim fleschilderten; au* dieses Schulbaus ist von dem KreiSingenieur Herrn Gnouth erbaut und soll sammt allem Zubehör 18-19,000 JL kosten. x

seiner stattlichen und sauberen Erscheinung dient es nicht nur dem ganzen Ort zur Zierde, sondern vor Allem auch der kleinen Gemeinde zur Ehre, welche darin ihr Perständniß für die hohen Aufgaben der Schule in überzeugender Weise an ben Tag gel-gt bat- .

Handel und Derkedr.

Gießen, den 18.November. Aus dem heutigen Markt kw'Iete: Butter per Pffind X 1.00-1-10, Hühnereier pr. Stück 7-8 Käse St. 5-8 Kasematte 2-3 Erbsen pr- Liter 20 Linsen 25 Tauben per Paar 0,50-0 bO^, Hühner ver Stück Jt 0.901.40, Hahnen pr. Stück X 0.90-1.30, Enten per Stück 1.30-1 70, Gänse per Pfund 44-55 Welsche JL 0.00-0.00 Ochsenfleisch per Pfund 6870 Knh- und Rindfleisch 56-60 H, Schweinefleisch 5460 Han^elfleffch

6070 H, Kalbfleisch 5660 Kartoffeln per 100 Kilo 3 003.o0, Milch per Liter 1216 Zwiebeln per Ctr. JL 4.00-5.00, Weißkraut pr. Stück 36

Frankfurt, 17. Novmbr. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer JL 17V«, fremder 163/4-17V<, Roggen eff. hies. 15V--16, fremd. 15Vi-8/*, Gerste eff. hies. u- Wetterauer A 173/418*/?, frembe .X 1819 /r, Hafer eff. hies. X 13*/23/4, fremder X 13*/214* 2. Nüböl eff. ohne Faß hres. in Parthien von 50 Etr. X 30. Branntwein eff. ohne Faß X 42.

Frankfurt, 17. Novmbr. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange­trieben waren 321 Ochsen, ca. 7 Bullen, ca. 267 Kühe und Rmder, ca. 2o1 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Öual. X 7000, 2. Oual. 6265, Kühe und Rinder 1. Oual. X 6000, 2. Qual. X 4850, Kälber 1. Qual. «^. 6265,2. Qual. X 5500 per 100 Pfund Schlachtgewicht.

Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 17. November. Auf den heutige« hiesigen Markt wurden gebracht: 985 Ochsen, Kühe und Rinder, 980 Schweine. Die Personenzählung ergab die nette Zahl von 10,640 Marktbesuchern.

Der nächste Markt ist am Montag den 1. December 1. I.

Allgemeiner Anzeiger.

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Lhnstbescheerung

-ev Kleinkinder - Bewahranstalt.

Am 4. Advents-Sonntag, den 21. December d. I., soll die Christ- bescheeruu^ für die Kinder unserer Anstalt stattfinden.

Wir haben für 195 arme Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken. Um dies zu könne«, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. bergt, besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen.

Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben; vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nach­benannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Vansa (Wollthor), Frau Bürgermeister Vramm (Ludwigsplatz), Frau Dr. Brüel (Neuen- Bäue), Frau Pfarrer Köster (Burggraben), Fräulein^Langermaun (Neuen-Bäue), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage), Frau Geheimerath Wafferschlebeir (Liebigsstraße), Fräulein Wortmaun (Asterweg). Auch die beiden Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.

Gießen, den 17. November 1884.

Der Vorstand der Kleinkinder Bewahranstalt.

Dr. Naumann, Pfarrer.