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(Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - ---—- ' . . ' _ ? 777Z I " Drei» vierteljährlich 2 Warf 20 Pf. mit vringerfohn. Bvreau r Schulstraße 7. Erscheint tÄflli* mit Ludnahme beo Montag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Warf 50 Pf.
Telegraphische Depeschen.
WsM's telesr. LorresporrSertz-Durea«.
Paris 17. Februar. Ein Telegramm des Admirals Courbet vom 16. d. Mts. meldet, daß General Millot am 12. d. Mts. den Oberbesehl übernommen habe und daß Courbet wieder den Befehl über die Flolten-Dwißon übernehme.
de» verstorbenen russischen Gesandten v. Stolypin gestern Abend überftchrt worben war, sanv heute Vormittag eine kirchliche Trauerseier für den Verstorbenen statt, welcher die Vertreter de« Königs, des Prinzen von Oranien, der Pnu« zessin Heinrich, die Minister und die Mitglieder des diplomatischen CorpS bei- wohnten. Dis Leiche wurde hieraus unter dem Geleite der Vorgenannten nach dem Bahnhof gebracht, von wo dieselbe nach Rußland überführt werden wird.
Dänemark.
Kopenhagen, 16. Februar. Der Chef bei hiesigen meteorologischen Institut«, Hoffmeyer, ist gestorben.
AranLreich.
Paris, 16. Februar. Der neue spanische Botschafter bei der Republik, Silvela, überreichte heute dem Präsident Grövy seine BeglaubigungS-Schreiben. Die bei diesem Akte ausgetauschten Reden trugen den Charakter großer Herz- lichkeit Der Botschafter erklärte, seine Ausgabe bestehe darin, die zwischen beiden durch Race, Ursprung, Nachbarschast und Gemeinsamkeit der Jnteresien verschwisterten Rationen bestehenden Beziehungen enger zu knüpsen. — Der be-L'ge Ministerrach vervollständigte das Budget für 1885, dos Gteick.zswlcht ••t ebne neue Steuern hergestellt. Es wird im Jahre 1885 keine Anleihe gemacht werden; die großen öffentlichen Arbeiten werden fortgesetzt und strenge Maßregeln ergriffen werden, um Defraudationen bei Erhebung der indirecten Abgaben, insbesondere bei der Alkohol-Fabrikation, zu verhindern.
England.
London, 16. Februar. Ein heute Nachmittag in der „Princes Hall"; Piccadilly, abgehaltenes Maffen-Meeting nahm Resolutionen an, in denen die egyptische Politik der Regierung schars verurtheilt und die Auflösung der Par- laments verlangt wird. Dem Meeting wohnten viele conservative Mitglieder des Parlaments und andere politische Notabilitäten bei,
London, 16. Februar. Die „Times" meldet aus ©nahm von gestern, die Aufständischen hätten in Sinkat gegen 200 Frauen und nahezu ebensoviel Kinder niedergemacht.
Kriechenlanv.
Athen, 16. Februar. Das in den griechischen Gewässern besindliche russische Geschwader wurde bei Kap Matapan durch einen heftigen Sturm zer- streut, da« Panzerschiff „Herzog von Edinburgh" traf gestern in Salamis ein, um die erlittenen Schäden ausbeffern zu lassen.
Aegypten.
Kairo, 16. Februar. General Gordon ist in Shendy, mittewegS zwi« scheu Berber und Khartum, angekommen.
— Der englische Consul in Suakim telegraphirte heute Vormittag, Spione berichteten, daß Osman Digma wahrscheinlich noch vor der Ankunft der eng- lischen Expedition Tokar angreifen werde.
Amerika.
New-Aork, 15. Februar. Das Wasser in Cincinnati fällt; in der letzten Nacht sind durch den Einsturz der Rückseite zweier Gebäude, welche vom Wasser unterminirt waren, 12 Personen um's Leben gekommen.
New-Aork, 16. Februar. Das Wasser m Cincinnati sollt weiter, das durch die Ueberschwemmung angerichtete Elend ist groß; der in Parkers- bury (West-Virginien) verursachte Schaden wird aus eine Million Dollars E" — $en heute hier eingegangenen Nachrichten aus. Mexiko zufolge hat der mexikanische Staatssecretär ein Dekret veröffentlicht, nach welchem vom 15 Mai d Js ab eine weitere Importsteuer von 5 pCt. erhoben werden soll.
Washington. 16. Februar. Das Repräsentantenhaus und der Senat haben weitere 200,000 Dollars zur Unterstützung der durch die Ueberschwem- mungen Betroffenen oolirt.
Grobberzoaliches Ministerium des Innern und der Justiz hat bent Vorstand des Turnverein» zu Lich die Erlaubniß erthellt, M thellweifen Ge winnunq der Mittel für die Erbauung einer neuen Turnhalle am 3. Mai d. I. eine Verloosung von Jndustriegegenstanden zu veranstaltem Es dürfen höchstens 4000 Loose a 50 H ausgegeben werden und muß der Werth der Gewinnfte mindestens 65% de« BruttoerloseS aus den Loosen betragen.
Der Vertrieb der Loose ist in der Provinz Oberhessen gestattet.
Gießen, den 16. Februar 1884. Großherzogliches KrerSamt Gießen.
vr. Boekmann. , ,, ,-------
Aeutschkavd.
Darmstadt, 16. Februar. Bei der zweiten Kammer sind eine Interpellation und ein Antrag eingelausen, welche für LlterthumS- und Kunstfreunde von Interesse sein werden. Die erstere fragt bei der Regierung an, ob sie es nicht für empfehlenSwerth halte, die Erhaltung und Unterhaltung von Baudenkmälern durch Gesetz zu regeln. Der Antrag dagegen wünscht, daß die Großh. Regierung auf Einrichtung einer eigenen Rubrik für die Alterthümer, insbesondere die Schloß- und Burgruinen, sowie die Kunstdenkmäler de- Landes im Staatsbudget Bedacht nehmen und hierbei namentlich auch die Herstellung der Treppe im Melibokusthurm und die Zugängigmachung der Hauptthürme des Hirschhörner SchloffeS und der Ruine Lißberg bei Ortenberg in'» Auge fasse. Die Interpellation ist vom Abg. Reinhart, der Antrag von den Abgg. Heinzerling, Theobald und Ellenberger gestellt. (Darmst. Ztg.)
—I. Darmstadt, 16. Feb.uar. Während der jetzt abgelaufenen Sesfioa der Lwetten Kammer ging von dem Abgeordneten Stephan eine Interpellation ein, bt- ♦rtffenb da» Verfahren bet Ermittelung deS Reingewinnes au» Grund und Boden zum Zweck der Heranziehung zur Einkommensteuer, worin der Interpellant Folgendes ntederlegt: . „ , ,. M
^btn feien in neuerer Zeit verschiedene M.ttheilungen zugegangen, nach welchen da» Verfahren bet Ermittelung deS Reingewinns auS Grund und Boden zum üweck der Heranziehung zur Einkommensteuer in verschiedenen Steuerbezirken ein verschiedenes sei. Zn den meisten Steuerbezirken verfahre man fortdauernd nach dem von der obersten Steuerbehörde empfohlenen Grundsatz und glaube den jetzigen Reinertrag richtig zu finden, wenn man den bet der Bonitirung von 1820 angenommenen Reinertrag vervierfache. Daß diese« Verfahren zu den krassesten Ungleichheiten fübre und führen müsse, bedürfe keines Nachweise«, da die Grundlage — die Bonitirung von 1820 — anerkanntermaßen heute falsch sei.
Zn anderen Steuerbezirken betrete man den richtigeren Weg und suche und finde den wirklichen Reinertrag in einer genauen Berechnung durch die Einschützungs- ^Diese^verschiedencn Verfahrungsarten müßten selbstverständlich zu den ungerechtesten Ungleichheiten führen,
und erlaubt sich daher der Znterp.Uant die ergebene Anfrage:
.Bestehen diese verschiedenen VerfahrungSarten bei der Festsitzung deS Reinertrags aus Grund und Boden in Wtrklrchk it?* und wenn: „was gedenkt die hohe StaatSrcgterung zur Beseitigung dieser Mißstände zu thun?*
Berlin, 16. Februar. Die Steuercommission erledigte heute in der Svecialdiscussion den S 1 des Kapitalrenten-Steuergesetzes, in welchem die Renten, Zinsen und sonstigen geldwerthen Vorthcile, wovon die Steuer zu erheben ist, aufgezählt werden, bis le. Zu § 1 behielt sich der Abg. Buchle- mann einen Antrag vor, daß die Dienstkautionen der Beamten steuerfrei bleiben sollen. Bei § lb würbe der von dem Abg. v. Zedlitz gestellte Antrag: die Gewinnantheile an Bergwerkschasten steuerfrei zu lassen, sowie der die Steuerpflicht der Erwerbs- und Wirthschasts-Genoffenschasten beschränkende Eventualantrag des Abg. Büchtemann mit 11 gegen 9 Stimmen abgelehnt, der au § 1c von dem Abg. Meyer gestellte Antrag: unverzinsliche Zielsoroe- rungen steuerfrei zu laffen, wurde ebenfalls abgelehnt. Der Rcgierungs- Commiffar hatte sich gegen die Anträge der Abgg. v. Zedlitz und Büchtemann dahin ausgesprochen, daß das Einkommen aus den Bergwerkschasten in gleichem Maße ein sundirtes sei, wie jedes andere, und daß ferner große Genoffen- schasten vorhanden wären, bei denen der Gewinn ein recht müheloser sei.
München, 16. Februar. Dir Strafkammer des Landgerichts ver- ilrthei'tte den Director des Hoftheoters, Poffart, wegen Herausforderung ves Dr. Sigl zum Duell, sowie Den Kartellträger Poffart's, Schneider, zu je einem Tage Festungshaft und solidarischer Tragung der Kosten.
Stuttgart, 16. Februar. Der Staatsminister v. Mittnacht hat dem Eisenbahnbeirathe die Mittheilung gemacht, daß der Sommer-Fahrplan die Wiederherstellung des Courierzuges Berlin - Stuttgart \ via Hanau ) -Zürich- Mailand enthalten werde, auch ein Schnellzug von Ulm nach Friedrichshafen mit Rücksicht auf die Arlbergbahn werde eingeführt.
Hesteneich.
Wien, 16. Februar. Wie die „Presse" meldet, enthält der zwischen Oesterreich und Frankreich abgeschloffene provisorische Meistbegünstigungs-Vertrag die Modification, daß die Meistbegünstigung auch auf den Artikel „Zucker" ausgedehnt wird, sowie daß Frankreich die Einfuhr von frischem Fleisch und von Schafen gestattet, wogegen Oesterreich eine Zollermäßigung für Schaumwein zugcstaiiden hat.
KoCand.
Haag, 16. Februar. In der russischen Kapelle, nach welcher die Leiche


