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Pose«, 16. April. DerKmyrr Poznans^ widerspricht auf Grund einer ihm aus Rom zugcgangenen Meldung der Nachricht der «Schics. Volkszeitung" von der Resignation Ledockowskl's-

Perigueux, 16. April. Auf dem gestrigen Banket besprach Ferry auch die aus­wärtige Polutk. irr ei Hätte, Frankreich sei eine Seemacht und habe vielfache Interessen in allen Ländern, sei ober auch eine kontinentale Macht und könne nicht Hand legen lasten an irgend ein legitimes Interesse, das eS auf dem Kontinente habe. Die Demo­kratie müsse begreifen lernen, daß sie einen friedlichen heilsamen Einfluß in Europa autzüben könne. Frankreich müsse Klugheit, Dauer und Stetigkeit zeigen. Wenn es eine bestere Stellung in Europa einnehme, so geschehe dies, weil das Parlament der Regierung wiederholt Zeichen des Vertrauens gebe; daraus tefultlre, daß die Regierung Autorität habe, wenn sie sich dem Auslande gegenüber vernehmen loste. Die Re« gierung dürfe keinerlei Dunkel über ihre Absichten lasten, die Regierung habe diese Pfl cht niemals versäumt, man wisse in Europa, mit wem die Regierung zusammengehe und mit wem nicht.

Petersburg, 16. April. Gestern NaHmittag ist die Königin von Griechenland hier eingetroffen. Dieselbe war in Gatschina von dem Kaiserpaare am Bahnhofe empfangen und nach dem Palais geleitet worden, wo sie etwa eine Viertelstunde verweilte, ehe ste die Reise nach Petersburg sortsetzte. Durch Hofansage sind zum 20. April die Hofstaaten und Staatswürdenträger, die Generalität, das Osficiers-Corps und die Adelsmarschälle zu dem am Oster- Heiligenabende stattftndenden Gottesdienste geladen.

"Bukarest, 16. April. Kronprinz Rudolf ist mit Gemahlin heute Morgen ohne Aufenthalt durchgereift, und wurden von dem Publikum, welches sich in großer Zahl an der Bahn ausgestellt hatte, mit Hochrufen enthusiastisch begrüßt.

Kairo, 16. April. Boring erhielt eine Depesche Gordon's vom 8. d. M.. wo­nach ein Spion von dem am Blauen Nil sich aufhaltenden Solch Pascha angekommen sei, der aussage, daß alles gut gehe. Solch führe 500 Reiter und 57 Schiffsladungen Getreide mit. In Folge innerer Unemtgtett in Kordofan sei die vom Mahdi organi- ftite Expedition gegen Khartum aufgegeben, es scheine, daß sich zwei Parteien in Auf­lehnung gegen den Mahdi befänden. Salch's Versuch, den Sheikh von El Obeid gefangen zu nehmen, sei mißlungen; Kassaia und Sennaar seien gesichert.

Washington, 16. April. Das Repräsentantenhaus beschloß mit 140 gegen 138 Stimmen, in die Berathung der Artikel der Bill über die Abände­rung des Zolltarifs einzutreten.

Der hiesige Gesandte von Guatemala erhielt Nachrichten, welche das Attentat gegen den Präsidenten bestätigen. Der Präsident ist nicht verwundet, keinerlei Ruhestörungen sind vorgekommen und über das Attentat herrscht allge­meine Entrüstung.

L o k a l K K.

Gieße«, 17. Avril. In einem Hause der Sonnenstraße erhängte sich heute Nacht eme ältere Frau (Wttrwe) jedenfalls in einem Anfalle von Schwermuth. Die Frau soll schon seit Jahren fast menschenscheu gewesen sein und allen Umgang, außer mit einer alten Dienstmagd, vermiedcn haben. Die Leiche wurde heute Morgen, aus einem Fenster deS 3. Stockes (Bachselie) heraushängend, von Vorübergehenden bemerkt und erst nach geraumer Zeit weg genommen._____________________

Vermischte-.

Mainz, 13. April. Unter überaus zahlreicher Betheiligung fand heute Vor­mittag die Eröffnung der Blumen- und Pflanzen-Llusstellung des Verbandes rheinischer Gartenbauvereine statt. Mit Spannung wurde schon lange dieser Ausstellung ent­gegengesehen, nun sind aber auch die kühnsten Erwartungen, die an dieselbe gestellt wurden, übertroffen; wie geblendet ist das Auge, wenn man den großen Saal der Halle betritt, von diesem buntfarbigen und doch so harmonischen Bilde, welches sich uns hier repräsentirt; in über 70 Gruppen finden wir hier das Schönste und Edelste, was uns die Horticultur bieten kann. Rosen, Rhododendron und Azaleen sind überaus reich in der Ausstellung vertreten und deren prächtiger Flor läßt die Beschauer kaum vorübergehen, aber noch andere Culturpflanzen und Blumen in den mannigfachsten Spielarten fehlen nicht und füllen den weiten Raum; hier bewundern wir die schönen Palmen und Blattpflanzen, die Farren und Draeaenen unter wohlgepflegtem kräftigem Lorbeer, hier ergötzt sich das Auge an Camelien, Orchideen, Cinerarien, Aurikeln, Hortensien, Pelargonien, Geranien und wie sie alle heißen, die herrlichen Kinder Flora's. Besonders anziehend für die Besucher ist die Königin der Blumen, die Rose, die in großartigen Gruppen und in den ausgesuchtesten Exemplaren vertreten ist: reizend ist die vor der Orchesterbühne von dem Gärtner-Verein von Mainz und Um­gegend arrangirteKaisergruppe" die Büsten Sr. M. des Kaisers und Ihrer Kgl. Hoheiten der Großherzoge von Hessen und Baden in einem wahren Rosenflor um­schließend- Rach dem Urtheil des Preisgerichtes ist eine der seltensten Gruppen, die Hots concours stehende Ausstellung derCompagnie Continentale dHorticulture4 in Gent, bestehend ausNeuheiten" undOrchideen", für welche Gruppe einer der Ehren­preise bestimmt worden wäre, doch geben es die Preisrichter dem Vorstand anheim, diese Gruppe in geeigneter Weise anzuerkennen. Wie in dem Hauptsaal, so zieht sich auch durch die Foyers und kleinen Säle Beet an Beet abwechselnd mit Bindereien, in welchem ja unsere Gärtner so Ausgezeichnetes leisten, außerdem finden wir hier frisches Obst, Frühgemüse rc. in herrlicher Auswahl. Das Preisgericht, bestehend ans den Herren: I. C- Beyrodt in Erfurt, Eharles van Geert in Antwerpen, I. H. Krelaye in Hartem, Lucien Linden, Director der Compagnie Continentale d'Horticultur m Gent, Wilhelm Pfitzer in Stuttgart, Jean Soupert in Luxemburg und Alb. Wagner in Gohlis-Leipzig, hat gestern Abend seine mühevolle Arbeit vollendet und folgende Preise zur Vertheilung gebracht: Jos. Wolf il.-Mainz erhielt den Ehrenpreis Sr. Majestät des Kaisers für eine gemischte Gruppe, außerdem erhielt derselbe noch drei Preise für Culturpflanzen, Azaleen und Neuheiten im Betrage von 200 at, ferner für Bindereien den zweiten Ehrenpreis der Mainzer Damen für Bindereien und 150 at Gebrüder Boland-Mainz erhielten für Bindereien den Ehrenpreis Ihrer Majestät der Kaiserin und einen Ehrenpreis der Damen für Bindereien, für eine gemischte Gruppe den Ehrenpreis der Stadt Mainz; außerdem erhielt derselbe für Azaleen, Orchideen, eineweiße Gruppe", Palmen, Rhododendron, Coniferen und Lorbeerbäume und Araukarien Geldpreise im Betrag von 405 at; Gg. Jos. Wolf-Mainz erhielt für eine Gemischte Gruppe" den Ehrenpreis Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Hessen, Gg. Meinhard-Mainz erhielt fürRosen" den Ehrenpreis Sr. Kgl. Hoheit des Groß­herzogs von Baden, ferner erhielt derselbe für Culturpflanzen, Petunien und getriebene Frühgemüse Preise im Betrag von 120 at Gebr. Vogler-Mainz erhielten für eine Rofengruppe den ersten Damenpreis und 400 at wegen außergewöhnlichen Verdienstes; I. Roje-Gonfenheini erhielt für eineGemischte Gruppe" den zweiten Damenprcis, und für Rhododendron den dritten Damenpreis, ferner für Azaleen den Ehrenpreis Mainzer Bürger, außerdem für Azaleen und Azaleen-Sämlinge Preise im Betrag von 50 at Cbr. L. Burkhardt-Mainz erhielt für Frühgemüse den Ehrenpreis der Hessischen Ludwigseisenbahngesellschaft. C. Fr. Velten-Speyer für Azaleen-Sämlinge die große goldene Verbandsmedaille und für Azaleen einen Preis im Betrag von 100 «X I- Vogt-Mainz erhielt für Blattpflanzen den Ehrenpreis von Rose und ein Ehren­diplom. Mit Geldpreisen bis zu luO at. wurderx außerdem ausgezeichnet: I. Schmelz- Mainz für,Azaleen, Rhododendron und Camelien; der Gärtneroerein von Mainz und Umgegend fürGemischte Gruppe" und dieKaisergruppe"; Jac. Rothmüller-Mainz für Cinerarien, Coleus und Marktpflanzen; H. Bösenberg-Bickenbach für Cyclamen und Coniferen; Konrad Leilich-Mainz für Frühgemüse; L. Müller-Laubenheim und Mainz für Hortensien und Bindereien; Fz. Claßmann-Mainz für Frühlingsblumen, Hyacinthen, Tulpen, Narzissen, Aurikeln, Prinieln :c. und für Bindereien; Carl Schäfer-Wiesbaden für Azaleen-Neuheiten; M. Becker-Mainz fürGemischte Gruppe"; Pet. Voland für Bindereien; A. Wolf für Bindereien; A. Braun-Alzey für Pensses und Bindereien: CH. Dreschers-Berlin für Bindereien; Ingenieur Zulauf-Mainz und C. Perner-Eltville für Gartenpläne; Rudolf Roack, Hofgärtner in Darmstadt für frisches Obst; I. Becker-Weisenau für Hortensien und Pelargonien; Fried. Bösenberg- Laubenheim für Obstbäumchen und M. Bunhel in Niederschönweide bei Berlin für Kochstämmige Stachel- und Johannisbeeren.

Offenbach, 12. April. (Eleclrische Bahn) Seit Donnerstag Morgen hat die electrische Bahn ihren regelmäßigen Betrieb eröffutt und sind die jede halbe Stunde abgehenden Wagen schon von der AdgangSstalion an dermaßen überfüllt, daß ein An­hilten an den übrigen Haltestellen vollständig überflüssig ist, in Folge deffen die ent­täuschten Gesichter der dort harrenden Electricitätsfreundc, welche mitunter mit ihren Familien erschienen sind, für die zahlreichen Zuschauer einen Gegenstand der Belustigung bilden. Einige kleinere Unfälle, wie Heißwerden der Wagen, Platzen eines Berbindungs- drahts zwischen Wagen und Schiffchen rc., sind in der Neuheit des Unternehmens be­gründet und wurden jedesmal ohne größeren Zeitverlust beseitigt. Wie überall, so thut sich auch bei der elektrischen Bahn unsere liebe Jugend hervor und zwar auf eine sehr wenig lobenswerthe Art. Wenn man sicht, wie manche Jungen im Uebermuth dicht vor den herannahendcn Wagen noch über die Schienen laufen, so ist es geradezu zu verwundern, daß noch kein Unglück vorgekommen ist. Wie die jugendlichen Gegner der Bahn ihrer Antipathie Ausdruck verleihen, das erhellt aus einem uns zugegangenen Eingesandt", nach welchem gestern Abend zwischen 7 und 8 Uhr ein17jährigrr Junge" an Pauser's Bleiche mit dem Fuße einen Ste«n in das Geleise der el.ctrrschen Bahn eingestampft hat. Der17jährige Junge" soll übrigens gleich die wohlverdiente Strafe erhalten haben, indem ihm einige Maulschellen apvlicirt und er foboan arretirt wurde, zwei Maßregeln, von denen wir der ersten den meisten Erfolg zusprechen und die von jedem Passanten, der eine solche Flegelet bemerkt, zur Anwendung gebracht werden sollte. (Offcnb. Ztg.)

Mainz, 14. April. In der verflossenen Nacht wurde in der Christopbsktrche eingebrochen und der größte Thetl der werthoollen Kirchengeräthe geraubt. D'estlbe Kirche wurde vor 4 Jahren schon einmal ausgeplündert, ohne daß man die Thäter erwischen konnte. ,

Mainz, 10 Avril. Ein Casernenwärter hatte versäumt, in der gesetzlichen Frist die Geburt eines Söhnchens auf dem StondeSamte zu Kastel anzuzngen. Um diesen Mann nun von der verwirkten Strafe zu befreien, hat der Standesbeamte, der Bürger­meister von Kastel, aus Gefälligkeit für denselben die Geburt dessen Kindes unter einem falschen Datum eingetragen, und um dieses zu ermöglichen, ein Blatt aus dem Register entfernt, auf welchem zwei früher errichtete Geburtsurkunden eingetragen waren. Er errichtete nunmehr zuerst den Akt über die Geburt des Kindes des Casernenwätters und ließ bann die beiden vernichteten Geburtsurkunden folgen. Ein von dem Bürgermeister entlassener Schreiber hat aus Rache den Denunctanten gewacht. Die Strafkammer erkannte auf die Minimalstrafe von einem Monats und einem Tage Gefängntß.

Marburg, 13. April. Gestern Nachmittag wurde von dreiHerren am Mögen- burg'schen Badeplatz das erste kalte Bad, jedoch unfreiwillig genommen. Dieselben waren tm Begriff, Kahn zu fahren, als derselbe durch Unvorsichtigkeit eines dieser Herren umschlug und seine drei Insassen in die kalte Lahn ausschüttete. Alle drei kamen mit dem Schrecken und dem kalten Bade davon; da bekanntlich die Lahn zwischen Marburg und Wehrda sehr t>ef ist, muß allen Kahnfahrern die größte Vorsicht ange- rathen werden, um Unglücksfälle zu verhüten.

Kassel, 15. April. In vergangener Nacht ist in einem hiesigen Tanzlocal ein Mädchen welches die Nacht durch getanzt hatte, beim Tanzen vermuthlich von einem Herzschlag getroffen worden und tobt zu Boden gestürzt. Das Mädchen soll sich zu fest geschnürt haben.

Mannheim, 15. April. Von einem entsetzlichen Unglück wurde beute Mittag die Familie des Zimmermannes Dietz hier betroffen. Während die Frau ihrem Manne das Mittagessen an die Baustelle brachte, biteben die vier Kinder im Alter von 6 Jahren abwärts allein in der in Lit. Z. P. 1 Nr. 4 gelegenen Wohnung und scheinen mit Feuer gespielt zu haben, oder durch einen unglücklichen Zufall hat sich eine Partie beim Ofen liegender Hobelspäne entzündet. Als die Frau zurückkam, bot sich ihr ein erschütternder Anblick dar: Sämmtltche vier Kinder lagen erstickt und lobt am Boden. Wie leicht begreiflich, ist der Jammer brr so furchtbar schwer betreff n n Familie un» beschreiblich; auch die ganze Stadt ist durch diesen gräßlichen Trauersall in große Auf­regung versetzt.

Reinheim, 14. April. Ein schreckliches Verbrechen setzte heute mit Tages­anbruch unsere ganze Gegend in die größte Aufregung. Die 19 Jahre alte blühende Tochter des Landwtrthes Georg Bauer von Gunbernhausen, Namens Käthchen, hatte gestern einen mit ihr verwandten Knaben von Ueberau zur letzten Ruhe begleitet, besuchte später den Bruder ihres Vaters dahier und trat nach 6 Uhr Abends, unter Begleitung ihres Onkels bis Spachbrücken, den Heimweg cn. Gegen 7 Uhr wurde sie durch Spachbrücken gehend und etwas später hinter bufem Orte in Begleitung von drei Burschen aus Roßdo-f gesehen. Der Bräutigam des Mädchens, Sohn deS Bürger­meisters von Gunbernhausen, mit welchem sie in vierzehn Tagen sich verhetrathen wollte, ging ihr entgegen, fand aber nicht weit von der Stelle, wo sie zuletzt gesehen worden, statt seiner Braut nur deren Hut auf der Chaussee liegend. Die Aufregung und Angst kann man sich denken; die ganze Nacht wurde von der Familie geforscht und gesucht, allein vergebens. Mit Tagesanbruch fand der jüngere Bruder seine Schwester im sogen. Georgenhäuser Grund ungefähr 100 Schritte von der Chaussee in einem Samenacker liegend, das Gesicht mit Blut befleckt und tobt. Der Mörder hatte sein Opfer geschändet und erdrosselt und muß eine förmliche Hetzjagd und heftiges Ringen, wie die Spuren zeigen, vorauSgegangen sein, so daß Jedermann tief erschüttert wird, der den Thatort betrachtet. Der Thäter, Namens Kaffenberger von Roßbors, war von ber Polizei bald gefunden, wurde sofort verhaftet und geschlossen in das hiesige Gerichtsgesängniß abgeführt. Derselbe soll bereits ein offenes Bekenntniß dahin abgelegt haben, daß seine beiden Collegen vollständig uribttheiligk und unschuldig seien und nur er allein diese Tbat vollbracht habe. Seinen Militärdienst hatte derselbe als Unter­offizier bei ber Artillerie geleistet und soll berselbe s. Z. ein Verbältniß mit feinem Opfer anknüpsen haben wollen, allein verschmäht worden sein. Nur das energische Einschreiten der Polizei konnte das Publikum davon abhalten, an dem Thäter Lynch­justiz zu üben, als derselbe eingebracht wurde.

Teplttz, 10. April. Heber bas schon gemeldete, Aufsehen erregende Raub- attentat in der Schwetzermühle zu Wetßktrchlitz, welches durch eine als Gerichts­commission masktrte Bande ausgeführt wurde, berichtet dieN Fr. Pr." folgende Einzelheiten:Der angebliche Commissär hatte vor der Rückkunft deS Müllers auS bem Gasthaufe dessen anwesenden Schwager bereits wegen aller nur möglichen Ver­brechen für verhaftet erklärt und dessen Baarschaft von 36 ff. mit Beschlag belegt. Zum Knechte sagte der Gendarm:Verlassen Sie heute N^cht n'cht Ihr Bett, sonst wird geschossen." Dasselbe sagte er zu bem Dienstmädchen. Als Müller sich später weigerte, sein Geld herauszugeben, sagte ber Commissär:Gendarm, machen Sie Gebrauch von ber Waffel" Müller fügte sich mit dem Bemerken, es sei nicht in ber Orbnung, baß der Gemeinde-Vorsteher bei der Hansdurchfuchung nicht intervenire. Der Commissär laS dem Müller eine Menge von Paragraphen aus dem Strafgesetzbuche vor und nahm ihm sodann das Ehrenwort ab, daß er bas Haus Nachts nicht verlassen werbe; übrigens werbe, wie er beifügte, eine Bewachung Zurückbleiben. Müller wollte sich aber durchaus nicht von feinem Gelbe trennen unb verlangte, man möge ihn gleich

vor Gericht stellen. Natürlich blieb es bet bem ersten Befehle. Sobald die Verbrecher

sich entfernt hatten, ging Müller zu dem Schwager in den ersten Stock unb sah dm Greis zitternb im Bette liegen, das ihm ber Commissär als nächtliches Arrestlokal

angewiesen hatte. Nun gab es für Müller keinen Zweifel, daß fein Geld einer

Gaunerbande zur Beute gefallen fei. Um Vi2 Uhr Morgens verließ er bewaffnet sein Haus, weckte den Ortsgenbarmen, die Pol'zei unb schließlich den Bezirkshauplmann, ber die Verfolgung ber Verbrecher einleitete. Zu erwähnen ist, daß am Mittwoch zwei junge, gut gekleidete Männer in Wetßktrchlitz sich über Müller unb dessen Mühle zu orientiren suchten und, obwohl fremd, dennoch sich mit den Verhältnissen Müllers, der ein Sachse und seit dreißig Jahren Gemeinderath in Weißkirchlitz ist, vertraut zeigten. Müller unb Nähring haben heute bie Photographie eines Mannes, dessen Copteen feit neuerer Zeit in polizeilichen Kreisen viel clrculiren, als oem Commissär ähnlich bezeichnet-

sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps ) Adorf (Waldeck), Postagentur, ständiger Posthilfsbote, 1,40 JL Tagegeld. Altena (Westfalen), Magistrat. Nachtwächter, 450 JL Gehalt. Arolsen, Postamt, Postschaffner. 908 JL Gehalt. Elspe (Amt Bilstein, Reg.-Bez Arnsberg), Polizeidtener, 700 JL Gehalt und freie Kleidung. Echzell, Postamt, Postoerwalter, 1130 at Gehalt. Frankfurt a. M., König! Polizeipräsidium, 2 Vertreter für Gefangenauffeher, zuerst täglich ?,50 JL, später 1050 at Hadamar (Nassau), Kgl- Gymnasium, Schuldtener, 775 al. unb freie Wohnung. Laubach, Postamt, ßanbbriefträger, 622 at Oberaula, Postamt, ßanbbriefträger, 510 JL Römhild, Herzog!. Amtsgericht, Copist, 800 at Salmünster, Bürgermeisterei, Stadt- und Polizeibiener, 245 at Wiesbaden, Stadt-