Ausgabe 
17.12.1884 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

18®4

Mittwoch den 17. December

Erscheint täglich mit SnSnahme deS «sniagö.

««reaur Schulstraße 7.

Gießen, am 15. December 1864.

Betreffend- Die Ableistung des Verfassungseides.

Prei- vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlvä»

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf.

Ilerin-Damenkra^n,

Mutte und Boas,

Happen, Beinkleider für Damen und Kinder, llen Grössen. 67A er und Tricot. FÄtT bester Lage der Stadt |i eWtd.d.Bl-

selige, btc Süds» mit einem Netze englischer Beamten zu überziehen. Wenn Deutsch, land hinter diesem aktiven Vorgehen der Engländer zurückbliebe, würden englische und australische Häuser die deutschen Firmen verdrängen- ES handle sich um Gewinnung der größeren noch unauSgenutzten Hälfte der Südseeinseln für den deutschen Handel- In zwei Jahren würde Deutschland England gegenüber schon zu spät kommen. Ein Erlaß deS Reichskanzlers vom 29. December 1883 verfügt die Entsendung commiffari- scher Berussbeamten zur Vertretung der deutschen Interessen für Neu-Britannien und Neu-Irland. Ein Bericht Stübel'S ouS Sydney vom 14. Avril 1884 befürwortet aber­mals die Beschaffung einer ständigen Vertretung in Neu-Brttannien; klimatische und lokale Verhältnisse, sowie sachliche Gründe ließen einen Wechsel der Consularbeamten in der Südsee wünschenSwerth erscheinen. Die verschiedenen Beamten würden mtt dem Consulat in Apia in Beziehung zu treten haben. Für Apia sei auch die Ent­sendung eine« juristisch gebildeten Beamten zur Vertretung deS Consuls und Com- mttttrung nach Tonga dringend wünschenSwerth. Ein Bericht und eine Denkschrift Siübel's über die Verhältnisse der Gilbert- und Marschall«Joseln vom 2. Sep­tember 1884 empfiehlt gleichfalls die Entsendung eines Consularbeamten und eine« Kriegsschiffes dorthin Angesichts deS Aufschwung« des deutschen dorirgen Handels. Ein Bericht Stübel'S vom 12. September 1884 weist auS dem Einschreiten deS Kriegs­schiffesEspteglr" im August 1883 gegen die englischen Händler einer deutschen Firma auf ber Insel Yap die Verpflichtung Deutschlands nach, zum Schutze deS unter seiner Flagge getriebenen Handels durch Consuln und Kriegsschiffe mehr ^|utrci0en al« bisher, wenn auch die Berechtigung der englischen Behörden, ge^en englische Händler deutscher Firmen einzuschreiien, nicht in Abrede zu stellen sei. Endlich verlangt ein Bericht Stübel'S vom 8. September 1884 Vertreter für Tonga, da dem deutschen Handel dort durch den englischen Einfluß ernste Gefahren drohen.____________________________

Rr. 298 Erstes Blatt

-1. Darmstadt, 15. December. sDritte ordentliche evangelische LaubeSsynode.) Heute Morgen fand mit einem SotteSotenst in der Stadtkapelle die Eröffnung der evangelischen Landessynode statt. Die Versammlung begab sich hierauf in den Sitzungs­saal der zweiten Ständekammec, woselbst Oberconfistorial-Präsident Goldmann, ßrc., im Namen Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS die Synodalen herzlich willkommen Steß und den Voranschlag pro 1885/90 unterbreitete. Nach den wetteren Ausführungen Sr. Erc. sind die zur Verfügung stehenden Mittel zur Deckung der Ausgaben aus- reicheno gewesen und wird eS möglich fein, die schon in der letzten Finanzperiode be­absichtigte Erhöhung der Wtttseu- und Waisenpensionen nunmehr zur Ausführung zu bringen. Die Bildung eine« PenstonSfonds könne vorläufig noch nicht erfolgen, da eine Erhöhung der Kirchensteuer vermieden werden müsse. Außerdem werde der Synode eine Gesetzesvorlage unterbreitet werden, welche die Verlängerung der Wahl- verioden bei den Wahlen der Kirchengemeindeoertretung, der Dekanatssynoden, der DekanatSausschüsse und bei den Decanen behandele und vorhandene Mißstände bcfettla- Verpflichtung ber einzelnen Mitglieder wurde unter dem Vorsitz des MierSprSsidenten, Geh. Justizrath I äg er zur Prüfung der-Wahlen Stritten und sämmtliche, mit Ausnahme deriemgen des Decanais Wöllstein, für gültig erklärt. Ueber letztere Wahl behielt sich die betreffende PrüfungSabthetlung mündliche Bericht­erstattung vor. beg BureauS wurde als 1. Präsident der Abgeordnete Eigen- R-fih als 2 Präsident Decan Walther und als ©ccretfire die Abgeordneten Emmerling und Buchner gewählt, welche sämmilich setther schon diesen Aemtern vorstanden-te ftnbet bU ggahl der Ausschüsse statt.

Nach Eröffnung der NachmittagSsttzung lief ein Gesetzentwurf bei dem Präsidium ein, ber, wie in der Eröffnungsrede dcS Oberconfistorta^Präsidenten »er- beißen die Abänderung (Verlängerung) der Wahlperioden bei der Wahl der Kirchen gemeindevertretung, der Kirchenvorstände, der DrkanatSsynoden und -Ausschüsse und bei den Drcanen^n h^tt Abschüsse ergaben für den 1. (Finanzausschuß) die Abge­ordneten Baur, Müller (Pfungstadt), Ohly, Emmerling und'Brand, für den 2 sAefetzaebungSausschuß) die Abgeordneten BuÄner, Dieffenbach, Kratzinger, Müller (Alsfeld) und Hempel und für den 3.(Petitionsausschuß) die Abgeordneten Draudt (Darmstadt), Rieger, Diehl, Strack und Weiffenbach.

In den SynodalauSschuß wurden die Abgeordneten Walther, Pauli, Weber und Kalbhenn gewählt und als deren Ersatzmänner die Abgeordneten Dornsetff (Gießen), Stamm, Müller (Worms) und Schäfer bestimmt.

Es erübrigte der Synode jetzt noch die Ernennung der Mitglieder des kirchlichen DiScipltnargerichtshofS, deren Resultat gelegentlich der Berichterstattung über die morgige Sitzung mitgethetlt wird.

Berlin, 13. December. Weitere diplomatische Aktenstücke erschienen heute, be­itreffend die deutschen Interessen in der Südsee. Die Aktenstücke legen die Nothwendig- ren der Anstellung von Consularbeamten dar, für welche Besoldungen oomJRetd)8tQ0e gefordert werben.0 AuS bem Bericht bes fatf«li$en ßoplularDermeferai in Wa, Stübel, vom 18. December 1883 nebst beigelegten Denkschriften, betreffend die deutsche Handels- und Plantagen-Gcsellschaft der ©übiee und die krembe Concurrenz im un- obbänaiakn Thetle des w'.stlichen Siillen Meeres geht hervor, daß ,n letzterem Theue des Stillen Meeres ber deutsche Handel noch heute eine herrschende Stellung etnnimmt, Dirksicke Gefahr dürfte nur von ber englisch-australischen Concurrenz drohen. Deutsch- lanb mfiffe banaä, streben, durch Vermehrung der konsularischen Berufsbeamten und maritm n Stteitkräfie an der ©Übfee die deutschen kaufmännischen Erfolge zu sichern.

übrtim SebiuM 1883 an«, die Zukunft Der deutschen Plantagen in Samoa »e!ube au?aesichertem Bezüge fremder Arbeitskräfte, die Anwerbung und Behandlung ^r^ArbÄer bedürfender größten Sorgfalt fettens der Interessenten sowie vor Allem ckaatliche" Aufsicht und ^Schutzes. Esset daher nothwendtg, zunächst tn Mtokoodr

Jfe Mzeigtt. MM wir 3.C'11* «ÄiL »btliW11011 Hf

ulltmS KS.;r

mm* h L «°denhel«,,/

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Die Ableistung des Versaflungseides der seit April l. I. ausgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hessischen Unterthanen, welche sich ohne Ortsbürger zu werden, seit der bemerkten Zett verheirathet haben, soll wie folgt stattfinden, nämlich derjenigen aus den m dem ÄmtSgericyrSvezirk Gießen liegenden Gemeinden _ . ... v

Montag den S. Januar 188Ö, BorurittagS 10 Uhr in dem RegierungSgebäude zu Gießen, derjenigen aus den in den ArutSgerichtSbezirkeu Grüubera und Homberg liegenden Gemeinden reu/»«*-,

Mittwoch, den 7. Januar 1883, Vormittag» 10 Uhr tn dem Rathhause zu Grunberg, derjenigen aus den in den AmtdgerichtSbezirken Lich und Butzbach liegenden Gemeinden 01*

Montag den IS Januar 1883, Vormittags 10 Uhr in dem Rathhause zu «ich

und derjenigen aus den in den AmtSgerichtSbezirken Hungen, Ridda «d Lauba» liegende Gemeinden

Mittwoch, den 11. Januar 1885, Vormittag» 10 Uhr in dem Rathhause zu Hungen.

Sie wollen die betreffenden Personen hiernach vorladen und daß dieß geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns anzeigen oder benchten, daß Niemand vorzuladen war.

Halten sich dergleichen Personen auswärts aus, so ist der AufenthMsort anzugeben.

'S-511' n lls nf enlt « '/K'qetiLi

Kießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Telegraphische Depesche«.

Wolff'S UU<t. Torvespou-em-SurraN.

Berlin, 15. December. DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Gerüchte über angeblich bevorstehende Aenderungen in der Besetzung des preußischen Finanzminister-Portefeuilles als nach jeder Richtung irgendwelcher thatsächlichen Begründung entbehrend. L c, m

In der heutigen Sitzung des Reichstages wurden dw für zwei Sc- amte der Reichskanzlei geforderten Gehaltszulagen, welche an die Budget-Com- Mission verwiesen worden waren, genehmigt, während die gesorderte neue Directorstelle im auswärtigen Amte mit 141 gegen 119 Stimmen abgelehnt wurde. Fürst Bismarck trat wiederholt dringendst für die Bewilligung ein, wobei er hervorhob, daß er jede Verantwortung für die weitere Führung der auswärtigen Politik ablehnen müffe, wenn man ihm hierzu das Nothwendigste verweigere. Die mehrfachen Mobilmachungen vor Jahrzehnten hätten Millionen gekostet; die deutsche Politik habe mit Erfolg solche Mobilmachungen zu oermei* den verstanden, und nun wolle man ihm die nothwendigsten Mittel verweigern, in gleicher Weise die Politik weiterzutreiben. Er gebe die amtliche Versiche­rung, daß er mit dem bisherigen Personal die Arbeit nicht bewältigen könne. Die Ablehnung bezwecke nur, ihm das Leben sauer zu machen. Der Dbg. v. Vollmar sagte, Fürst Bismarck habe die Nothwendigkeit der Stelle gewisser­maßen auf seinen Diensteid genommen, man habe vor Gericht mit dem Dienst­eide traurige Ersahrungen gemacht. Hieraus gab der Reichskanzler zu bedenken, wohin man mit solchen ehrenrührigen Aeußerungen im Parlamente komme; er beanspruche den Anstand der gebttdeten Gesellschaft.Wenn ich nicht gebührend antworte, so liegt das an meiner Erziehung, das Wort schwebt mir aus der Zunge." Die Zulagen an die Beamten des Central-Bureaus, sowie 2 neue Registrator-Stellen wurden, entgegen den Anträgen der Commission,

Bekanntmachung.

In Gemäßhett des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nach­stehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat November 1884 veröffentlicht:

7 9 Hafer Jt 14.-, Heu JL 5.-, Stroh JL 4 - per 100 Kilogramm.

Gießen, am 13. December 1884. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen.

vr. Boekmann. _______ .

!ch°«Artmi»k yemhdtfeiten, wi ^balb beziehbar foi m Stallung, Ach H erpachtet werben.

L?[Ja9£wo. Tti;

)er 5la|iphl|| Lreisnmdigste, % boten wurde, MM verschiedene Stellung zp l zusammen gelegt vM m Raum einnimmt.

Oh. Brück