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Sonntag den 17. Februar
Erstes Blatt
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-.
»wreattt Schulstraße 7.
Betre ffend: Die Mathildenstiftung für Oberhessen.
ießener Anzeiger
Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brmgerlobn.
Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
In dem Voranschlag der Mathlldenstistung für Oberhefsen sind für das Jahr 1883 850 JL rwrgeieh-n, welche zu wohlthatizen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Kleinkinderschulen bedacht werden loten. - Es werden f!l«nQ^ ^.ie.®orfta"be J.1’ M
welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst auszuhrliche Mitiheüung über Ausdehnung, Mittet und Bcdürfniffe der betr. Anstalt zu verbinden ist, bis zum 1. März l. I. an den Unterzeichneten gelangen zu kaffen.
Gießen, am 15 Februar 1884. Der Vorstand der Mathlldenstistung für Oberhessen.
Dr. Boekmann.
Bekanntmachung.
GrMcrwalichcs Mimsttrium bes 3111,(111 und der Justiz Hal dem Sladluorstand zu Laut.rb.ck die Erlaubmb -rIHM, mit 12. Mai d I. bat’dfaft abiubaltcnden Prämien-Aiehmarkte eine Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen und^aus-Gerathen zu veranstalten. Er dürfen daber höchsten» 8000 Loose i 60 ausgegeben werden und sind mindestens 65% des Bruttoerlöses aus denselben zum Ankauf von Gewinn-Gegenstanden zu verwenden.
Der Verkauf der Loose ist in der Provinz Oberhefsen gestattet.
Gießen, den 15. Februar 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann._________________________
mittag 43/i Uhr sagt: (Sorben meldet, bk telegraphische Verbindung zwischen Khartum und Shandy ist wieder hergesielll, ich bin tm Bcgr'ff, noch Khartum zu gehen, ich glaube, Sie brauchen keine weitere Besorgniß über diesen Thetl des Sudan« zu haben, alle Leute ohne Unterschied sind herzlich froh, »on einer Union frei zu sein, die ihnen nur Kummer verursachte.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Corresponde«z-Bureau.
Berlin, 15. Februar. Der Kaiser ließ sich heute Vormittag durch den General von Strubberg die in die Armee etntretenden Kadetten vorstellen. Abend« findet tm Kronprtnzltchen Palai« ein größere« Diner statt, zu welchem auch der Prinz und die Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein, der Prinz Prtsdang nebst Attache'«, der General-Feldmarschall Graf Moltke, der russische Milttärbevollmächttgte Fürst Dolgo- rucki, die Staatsmtnister von Goßler, Lucius, von Putlkamer, Bronsart von Schellen- borf, von Bötticher und Maybach, der Minister des Königlichen Hause« Graf von Schleinitz, der Graf zu Stolberg-Wernigerode, Fürst Radziwill, der Geheime Rarh von WilmowSkt, mehrere Generäle und der Kronprinzliche Hof Einladungen erhalten haben. , u
— Gegenüber der in mehreren Zeitungen enthaltenen Meldung, daß die Einberufung de« Reichstags zum 4. März erfolgen werde, sagt die „Nordd. Allg. Ztg.*, daß die Einberufung für die erste oder zweite Woche de« März in Aussicht genommen, der Tag jedoch noch nicht bestimmt sei.
— Ferner äußert die „Nordd. Allg. Zig.", daß sie gegenüber den gegentheiltgen Bemerkungen anderer Blätter die Ansicht nicht theilen könne,; daß die neuesten Ereignisse in Egypten von der engstschm Regierung vorausgesehen oder gar beabsichtigt worden seien. Der Eintritt derselben, so fährt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung- fort, wäre ein nicht vorhergesehener gewesen und es sei daher ungerecht, gegen die englische Regierung den Vorwurf zu erheben, sie habe die egyptischen Dinge kommen sehen und benutze dieselben, um sich die kriegerische Unterwerfung der fraglichen Landschaften im Interesse der allgemeinen C'vilisation aufdrängen zu lassen. Richtig dürfte eS vielmebr sein, daß es der englischen Regierung sehr lieb wäre, der kriegerischen Action Überhoben zu sein. v L . . ,
Wien, 15. Februar. Abgeordnetenhaus. Nach den Reden der beiben Berichterstatter wurde der Antrag der Majorität des Ausschusses, die Regierungs- Verfügung, betr. die Ausnahme-Maßregeln für die GenchtSsprengel Wien, Kor- neuburg und Wiener Neustadt, für gerechtfertigt zu erklären, und die Verordnung betreffs der Aufhebung der Geschworenengerichte zur Kenntniß zu nehmen, mit 177 gegen 137 Stimmen angenommen.
Das Abgeordnetenhaus hat auch die Verordnung über die zeitweilige Suspendirung der Geschworenengerichte genehmigt, nachdem der Minister Prazak die Nothwendigkeit dieser Regierungs-Maßregel nachgewiesen hatte.
Paris, 15. Februar. Bezüglich der seit einigen Tagen circuürenden Nachrichten, wonach die Auflegung einer Steuer aus die französische Rente be- absichtigt wäre, ist die „Agence Havas" in der Lage, bestimmt versichern zu können, daß die Regierung alle Vorschläge dieser Art entschieden bekämpfen werde.
London, 15. Februar. In der Guildhall sand heute Nachmittag eine von dem hiesigen conservativen Verein einberusene Versammlung statt, um gegen die egyptische Politik der Regierung Protest einzulegen. Die Versammlung zählte gegen 2500 Teilnehmer, darunter mehrere Parlaments-Mitglieder und nahm mehrere Resolutionen an, in denen die von der Negierung in Egypten verfolgte Politik als eine schwache und unentschiedene gemißbilligt wird. — Eine Depesche des Contreadmirals Hewett aus Suakim von heute Vormittag sagt, es gehe Alles gut, die erste Abtheilung der Marine-Infanterie sei eingetroffen.
— Unterhaus. Der Präsident des Local Governement Board, Dilke, erklärte, es bestehe kein Zweifel darüber, daß die Mission des General Gordon einen entscheidenden Erfolg haben werde. Beträchtliche englische Streitkräfte sollten am 19. ds. eintreffen. Die englische Regierung habe ihre Verantwortlichkeit erweitert, da sie nun auch für die Ordnung an der Küste des Rothen Meeres verantwortlich sei, während sie es bisher nur für die Ordnung tnr eigentlichen Egypten gewesen. General Gordon habe jede von ihm geforderte Unterstützung erhalten und es werde ihm auch jede weitere Unterstützung, die er etwa verlangen sollte, zu Thell werden. Das Prinzip der englischen Politik sei, die egyptische Herrschaft zurückzuziehen, wo das Aufrechterhatten derselben falsch sein würde, sie zu verbessern, wo sie segensreich und national ]ei und,
Deutschland.
Darmstadt, 13. Februar. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 2) enthält:
1. Zusammenstellung der Ergebnisse der Rechnung über die Staatsschul- denverwaltung für das Etatsjahr 1880/81.
2. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Bensheim, die Vergütung der Brandschäden zu Hosheim betreffend.
3. Uebersicht der für die Zeit vom 1. April 1884 bis dahin 1885 von Großh. Mnisterium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den israelitischen ReligionS-Gemeinden des Kreises Groß-Gerau.
4. Promotionen an der Großh. Landes-Universität Gießen.
5. Namensveränderungen.
6. Concurrenzeröffnungen:
Erlangt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Griesheim mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1300 <X Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eberstadt mit einem nach den: Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1300 «Al Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß-Gerau mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1394 <X. 18 H; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ruppertenrod mit einem Gehalt von 900 JL Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Glauberg mit einem Gehalt von 900 «X; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; dem Herrn Grafen zu Stolberg. Wernigerode-Gedern steht das Präsentationsrecht zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Griedel mit einem Gehalt von 900 <X Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bettenhausen mit einem Gehalt von 900 «X; mit der Stelle ist Organjsten- dienst verbunden; dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer- stclle an der Gemeindeschule zu Heuchelheim mit einem Gehalt von 900 »X Eine (die erste) mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Jügesheim mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1000 «X.; dem Großh. Kreisrathe zu Offen- bad), sowie dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstande zu Jügesheim steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fraurombach mit einem Gehalt von 900 JL; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; dem Herrn Grasen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu zu Veitsheim mit einem Gehalt von 900 <X
England.
London, 14. Februar. Die Regierung hat den ihr von dem General Gordon behufs Regelung der Verhältnisse tm Sudan mttgctheilten Plan veröffentlichen lassen. In demselben wird die Restitutrung der Abkömmlinge oder Vertreter der früheren Sultane vorgeschlagen, welchen freigestellt sein soll, zwischen ihrer Unabhängigkeit oder der Suprematie des Mahdi selbst zu wählen. General Gordon ist der Ansicht, daß dieselben ihre Unabhängigkeit vorziehen werden. Die egyptischen Waffenvorrälhe, resp. Zeughäuser in den Sudanprovtnzen sollen den betreffenden Sultanen Übergeben werden. Ja Khartum, Dongola, Kassala und denjenigen Städten, die keine Regenten besaßen oder tn denen sich keine Regentenfamilie besindtt, soll die Entscheidung den Einwohnern Überlassen werden, die ihre Wünsche äußern sollen. General Gordon schließt mit der Erklärung, daß der Sudan ein unnützes Besitzthum sei und daß die englische Regierung vollständig gerecbtferttgt erscheine, als sie der egyptischen Regierung die Räumung des Sudan anempfohlen habe.
— Ein Telegramm deS Generalkonsuls Bar'ng in Kairo von heute Nach-


