Ausgabe 
16.3.1884 Zweites Blatt
 
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A. Bickore, Büchsenmacher

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aus der Actien-Brauerei Giessen

Bei Abnahme mehrerer Flaschen frei in's Haus-

C. Slückralh

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Geschäfts -Verlegung

Mein Geschäftslocal nebst Wohnung befindet

Herrn. Aug. Müller,

Leinen-, Wäsche- und Bettwaaren-Geschäft, Seltersweg 18.

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Aeutschlanb.

Darmstadt, 12. März. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Bei­lage Nr. 3) enthält:

1. Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Großherzoglich Hessischen Ludewigs-Univerjität zu Gießen im Sommer-Halbjahre <884 gehalten werden und am 28. April ihren Anfang nehmen.

2. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Alzey, die Aufbringung des Ge­halts des Rabbinen zu Alzey betreffend.

3. Namensveränderung.

4. Concurrenzeröffnungen:

Erledigt sind: Die evang. Pfarrstells zu Güttersbach, im Dekanat Er­bach ; dotatumsmäßiger Gehalt 1471 das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau zu; derselbe ist dem Classi- ficationsgesetze nicht beigetreten. Die evang. Pfarrstelle zu Nieder-Weisel, im Dekanat Friedberg; dotationsmäßiger Gehalt 1711 M. Die evang. Pfarrstelle zu Wald-Michelbach; dotationsmäßiger Gehalt 2564 «X An der Volksschule zu Darmstadt 5 Lehrerstellen mit einem Anfangögehalt von je J350.X, welcher nach der Zahl der Dienstjahre des betr. Lehrers, von denen ein Theil ange­rechnet werden soll, bis zum Durchschnittsgehalt von 1750 M. steigen kann. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Ober-Ramstadt mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1500 «X Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nordheim mit einem Gehalt von 900 «X; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Ockstadt mit einem Gehalt von 900 «X Eine (die zweite) mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinfurth mit einem Gehalt von 900 tX. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eichelhain mit einem Gehalt von 900 JL Eine (die dritte) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Höchst mit einem Gehalt von 900 -X; dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim- Nosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentations­recht zu dieser Stelle zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Ulrichstein mit einem Gehalt von 900 -X.; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Siefersheim mit einem Gehalt von 900 -X.; mit dieser Stelle ist Organistendienst verbunden.

Darmstadt. (Die Neuwahlen zum hessischen Landtage.) In diesem Sommer findet In den nachstehenden 25 Wahlbezirken zum hessischen Landtag eine Neuwahl statt. Es wählen: die Stadt Darmstadt 2 Abgeordnete, seither Wolsskehl und Diehl; Mainz 2, seither v- Jung-nfeld und Falk; Giehen 1, seither Muhl; Offenbach 1, seither Böhm; Friedberg 1, seither Jockel; Alsfeld 1, seither Grünewald; Worms 1, seither Reinhard; Bingen 1, seither Pennrich. Ferner in Starkenburg: Der zweite Wahlbezirk Michelstadt, seither Weyrauch; der vierte Wahldezirk Michelstadt-Fürth, seither Arnold; der sechste Wahlbezirk Reinheim-Groß-Umsladt, seither Schönberger; der siebente Wahlbezirk Groß-Umstadt, seither Lautz; der neunte Wahlbezirk Lorsch-

Schjffs Nachrichten.

Bremen, 13. März. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürnberg, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am --7. Februar von Bremen und am 29. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Gernsheim-Zwingenberg, seither Metz I; der dreizehnte Wahlbezirk Darmstadt-Grsß- G-rau, seither Baur; der sechsz-hnt- Wahlbezirk Offenbach-Seligenstadt, seither Waffer- burg. In Oberhessen: der dritte Wahlbezirk Butzbach-Bad-Nauheim, seither Diltmar; der sechste Wahlbezirk Grünberg-Gießen, seither v. Rabenau; der neunte Wahl­bezirk Lauterbach-Schlitz, seither Lift; der zehnt- Wahlbezirk Herbstein-Ulrichstein, seither Schmalbach; der elfte Wahlbezirk Laubach-Schotten-Ortenberg-Nidd«, seither Slurm- fels. In Rheiubeff«: Der erste Wahlbezirk Pfeddersheim, seither Möllinger- der sechst- Wahlbezirk Oppenheim-Osthofrn-Wörrstadt, seither Schröder, und der Neunte Wahlbezirk Nieder-Olm, Ober-Ingelheim, seither Weitzel. Die Wahlbezirke der Städte dürften nach dem jüngsten Kammer - Beschluß event. eine kleine Verschiebuua er!eidev. 9

Berlin. Eine wichtige und für alle aus dem Boden sittlicher Ordnung Erben­den Parte;e« hocherfreultche Nachricht überbringt das transatlantische Kabel: die Nach­richt, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika auch ihrerseits in die Bahn der Nepressivsaßregeln gegen vie internationalen Dynamitverschwörungen einzulenken be- gtuneu. Präsident Arthur hat den Generalanwalt und dieser wieder seine untergebenen Behörden aut die Nothwendigküt anfmerkksam gemacht, die bestehenden Vorschriften über die Verschiffung von Explosivstoffen schärfer zu handhaben, gegen Conttnvenienten ein­zuschreiten, überhaupt em wechsames Auge aus gewisse Umtriebe zu lenken. Offenbar hat sich der erste Magistrat der Republik hierbei von der Erwägung letten lassen daß die moralische Verantwortlichkeit der Union engagirt wird, wenn sie unthättg zusieht wie die irische Dynamitltga auf amerikanischem Boden ihrenwissenschaftlichen Ver­nichtungskriegs gegen England in Scene setzt. Die Unisn, welche ihre« Platz unter den höchststehenden Culturnationen genommen hat und mit den europäischen Staate« in ununterbrochenem lebhaftesten Güter- und Ideenaustausch steht, kann «tcht wohl Ihne sich gewissermaßen selbst zu d,m«ntiren, mit verschränkten Armen den schwere« Kümpfen zuschauen, welche Europa seit Jahr und Tag gegen den mit allen Zerstörungs- Mitteln der heutige» Technik wider die höchsten ideale« Güter der Menschheit operirende« Gegner, die anarchistische Revolution, führt, kann insbesondere dem gemeinsamen Feinde nrwt den Schutz ihrer eigenen freiheitlichen Institutionen zur Verfügung stellen, damit er dieselben zu seinen verabscheuungswürdigen Zwe<keu mißbrauche. Die endliche un- ausbleibliche Folge einer solchen Taktik des Geschehenlassens würde die sein, daß sie ihre Sp'tze gegen den amerikanischen Staat selbst kehrte, und zwar dann, wenn letzterer eben in Folge solchen Jndlfferentißmus sich in die denkbar ungünstigste Vertheidta- ungsposmsn gebracht hätte. Mit den Erwägungen völkerrechtlicher Natur, die dem letzigen Vorgehen deS Präsidenten Arthur zu Grunde liegen, coucurrtren daher nament- licb auch Rücksichten auf dir Selbstverthetdigunq; unter dem einen wie unter dem andern Gtstchtspuntte erscheint der signalisirte Wechsel des Verhaltens amerikanischer Politik gegenüber den Irischen Dynamttverschwörern ebenso löblich als durch die Reib umstände geboten.

Amerika.

Newyork, 13. März. Weiteren Nachrichten auS Lynchburg zufolge befanden sich in der Kohlengrube bet Pocahontas während der Explosion etwa 150 Personen, von denen Niemand gerettet sein dürfte. Bezüglich der Ursache der Explosion wird ver- muthet, daß einer der Bergleute eine mit Gas angesüllte Spalte eingeschlagen habe. Die zur Rettung der Verunglückten in di- Grub- hinunt-rgelassenen Mannschaften fanden e'ne Anzahl verstümmelter Leichen; eS war ihnen aber unmöglich, in der Grube zu verweilen. Die Kataftrophe hatte gegen Mitternacht stattgesunden, die Opfer der­selben sind zum größten Theile Ausländer.

ohne schleunige Hülfe verloren seien, werden von dem englischen Generalconsul in Kairo dementirt.

Der zur Amtsentsetzung verurtheilte norwegische Staatsminister Selmer ist laut königlicher Entschließung aus dem Staatsdienste entlassen worden. König Oscar erklärte hierbei, daß seine Verpflichtungen alsUnions­könig" bestimmt forderten, die Stellung der Staatsgewalt zu wahren, welche allein die zwischen Schweden und Norwegen bestehende Vereinigung sichern könne. Als Zeichen seiner persönlichen Werthschätzung hat aber der König dem scheidenden Minister den Serafinen-Orden verliehen.

Der Lasker'sche Zwischenfall wird voraussichtlich noch weiter zwischen Deutschland und der nordamerikanischen Union spielen. Dem Aus­schüsse des Washingtoner Repräsentantenhauses für die auswärtigen Angelegen­heiten ist eine eingegangene Resolution zur Begutachtung überwiesen worden, welche beantragt, das Repräsentantenhaus möge dem deutschen Reichstage noch­mals sein Bedauern wegen des Ablebens Lasker's aussprechen. Da die An­nahme dieser Resolution als gewiß gilt, so wird diese ganze leidige Angelegen­heit also noch nicht so bald erledigt sein.

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Bürgergesellschaft.

Dienstag den 18. März a. c., Abends 8V2 Uhr:

Zköentfidje Generalversammlung

bei Restaurateur Schnell.

Tagesordnung: 1) Berichterstattung.

2) Rechnungsablage.

3) Vorstandswahl.

4 ) Theateranschaffung.

5) Vereinsangelegenheiten.

Der Vorstand.

NB. Bei der am 16. März a. c. stattfindenden earnevalistifchen Abendunterhaltung werden die Mitglieder darauf aufmerksam gemacht, daß nicht zur Familie gehörige Personen keinen Zutritt haben. 1743

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Handel und Verkehr.

. Die combinirten Rundreise-BilletS sollen, neueren Bestimmungen zufolge, in 4 erR 3unt, wie anfänglich beabsichtigt war, sondern ichon am

15. Mai ausgegeben werden. Di- Gültigkeitsdauer beträgt 35 Tage und erlischt mit Tages. Da die Zusammensetzung der Rundreisebillets (Kupon- heste) eine gewiße Zett beansprucht so kann die Anfertigung und Verabfolgung bet* l"ben nicht während der gewöhnlichen Billetausgabezeit verlangt werden. Die Bestellung mutz schriftlich, unter Benutzung eines für diesen Zweck besonders eingerichteten Formulars und zwar mindestens 4 Stunden vor Abgang des betreffenden 8ugeS er­folgen. Die Gesammtlänge der Strecke muß mindestens 600 Kilometer betragen und die Strecken müssen eine wirkliche zusammenhängende Rundtour darstellen. Um letztere zu gewinnen, werden auch G-birgsstrccken (Post- und Fußreisen) und Dampsschifflinien welche der Reisende zurücklegt, in die Kuponhefte, jedoch ohne Einrechnung der @nb fernungen und Preise, mit ausgenommen. Die combinirten Rundreise - Billets sind nicht übertragbar. Sie sind persönlich und können daher nur stets von der Person benutzt werden, welche damit die Rrise begonnen hat. Das Zugpersonal gleichwie das Stationspersonal hat das Recht, in zweifelhaften Fällen behufs Feststellung der Identität des Reisenden zu verlangen, daß er die Namensunterschrift, welche er vor Antritt der Reise auf der Außenseite beS Umschlags abzugeben veranlaßt worden war, wiederhole und der Reisende ist verpflichtet, diesem Verlangen zu entsprechen.

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