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Nbg. Böhm ist für den Ausschußantrag, möchte aber an brr Hand von Zu­sammenstellungen, welche amtliche Bestätigung gesunden, nachweisen, daß die Zunahme der Hypoth-karschulden hauptsächlich auf die größeren Städte entfalle und für das Feldgut nur ein ganz geringer Antheil, ja, vielleicht sogar noch ein Zurückzahlen der Hypoihekcn sich herausstclle.

Nachdem Abg. Metz für den Ausschußantrag sich ausgesprochen, verweist Abg. Dfannfttel auf die Lage der Grundbesitzer im Vogelsberg, wo aller Nebenverdienst wt-aaefallm fei, befonbeiß ba die Leinwaud-Handgesptnnste in der Industrie nicht mehr beliebt würden. ES sei dem Ibbdftanbe nur durch Schaffung neuer Verkehrswege ab- ruhclfen und bezieht Redner sich auf den größeren Wohlstand der Orte, welche an Verkehr straßen und in der Nähe größerer Städte liegen. Auch Abg. Tecklenburg verweist auf solche Nebenverdienste und ist Abg. SÄroder der Meinung, es sei nicht allein durch Staats'oülfe gethan, sondern die Leute müßten auch durch Seldstemsicht sich

3äbß^l».ns?aben'au setzt seine Hoffnungen hauptsächlich aus die zu errichtenden Secundärbahnen, während Abg- Grünewald auch auf Errichtung »iner Landes- Crediikasse htnzuwttken sucht, wie sie von Herrn, v. Rabenau vorgefchlagen sei und nächstens zur Beschlußfassung kommen werde.

Nachdem ein Antrag auf Schluß der Debatte acccpttrt worden, empfahl Abg. Haas als Berichterstattrr die Anträge des Ausschusses nochmals zur Annahme und trat die Kammer denselben einstimmig bei.

QU Anfang der Sitzung wurd.-n zwei neue E nlause verkündigt:

1. eine Interpellation des Abg. Reinhart wegen Regelung der Erhaltungs- pfltcht der Baudenkmäler autz vergangenen Zetten durch Gesetz,

fOmle 2 ein Gesetz-Entwurf des Adg. Schaum und 9 Gnossen, die Verbindung der Actienzuckerfadrik Büdingen in Stockheim mit der Station Stockheim der Obcrhcssischen Eisenbahn betr.

Von Setten des Abg. Hetnzerling und Genossen kam nun zum Schluß der Sitzung ein Antrag mit Bezug aus die Interpellation Reinbart, eine besondere Rubrik im Subact für die Erhaltung solcher Baudenkmäler zu eröffnen.__

Die Kammer vertagte sich nunmehr bis Dienstag den 4. Marz d. I.

Berlin, 13. Februar. DieProoinzlal-Correspondenz" tritt tu einem Artikel: Die Verbandlungcn der ©teaercommiffion* der Unterstellung entgegen, daß die Re­gierung sich nicht an der Befreiung der vier untersten Klasstnsteuerftufen genügen lassen werbe sondern das Z'el der völligen Beseitigung der Klassensteuer weiter zu verfolgen beabsichtige. Heber die Forderung, das Einkommen bis zu 1200 JL von der dtrecten Staatssteuer zu befreien, sei die Regierung nicht hinausgegangen, sie werbe aber auch nicht unter diese Mindestforderung zurückgehen.

Bet dem Garde-Corps haben folgende Personal-Veränderungen stattgefunden: Oberst v Krosigk, bisher Commandeur der 3. Garde-Kavallerie-Brtgade, ist zum Chef des Mtlilär-Reit-Jnstituts ernannt, Oberst Prinz Friedrich von Hohenzollern, bisher Commandeur des 2. Garde - Dragoner - Regiments, mit der Führung der 3. Garde- Kavallerie - Brigade, und der Major Freiherr von Stosch vom Generalstabe des 15. Armee - Corps mit der Führung des 2. Garde - Dragoner - Regiments beauftragt worden.

Krankreich.

Paris, 13. Februar. Wie diePatrie" meldet, sind außer den Nieder­metzelungen in Thanhoa noch andere Gewaltthätigkeiten gegen Christen in Anam vorgekommen. So meldet der Bischof Caspar, apostolischer Vicar des nördlichen Cochinchina, daß mehrfache Metzeleien in der Umgegend von Huö vorgekommen, verschiedene Christen - Niederlaffungen zerstört und mehr als 50 Christen umge­bracht worden seien. Durch hochgestellte Mandarinen gedungene Banden zögen durch das Land mit dem Ruse:Tod den Christen, Tod den Franzosen!" wobei sie plünderten und mordeten. Das Vikariat im östlichen Cochinchina laufe gleiche Gefahr. Die Christen in der Umgegend von Turane verließen die Dörfer und begäben sich nach Quinhon, wo sie Franzosen anzutreffen hofften. Der Temps" versichert, die telegraphische Verbindung mit Tongking werde morgen fertiggestellt sein.__

Telegraphische Depeschen.

Wslff's trlesr. Eorrespovdenr^Gttve^u.

Berlin, 14. Februar. Das Abgeorbnetenhaus erlcbigte heute eine Reihe von Petitionen. Hieraus wurde zunächst bet Antrag auf Einstellung bes gerichtlichen Ver­fahrens gegen ben Abgeordneten Meyer (Breslau) wegen Preßvergehens angenommen. Bei der Petition, betreffend die Ueberbürbung ber Schüler, erklärte der Regterungs- commissär, baß die Staatsregierung ununterbrochen die Faden des Gewebes verfolge, welches die Kräfte der Jugend ersticken könne oder zum Theil bereits erstickt habe. Die vorliegende Frage sei Der Unterri<fit§oerwcltung nicht minder wichtig wie dem Haufe; Die Verwaltung werbe deshalb diese Sache fortdauernd ernstlich im Auge behalten. Die nächste Sitzung wurde für Dienstag festgesetzt.

DieNordb. Allg. Zig." bemerkt über die amerikanische Bill, betreffend die Repressiomaßregeln gegen diejenigen Lander, welche aus sanitären Rücksichten die Einsub' amerikanischer Producte hindern, daß die Spitze dieser Bill augenscheinlich gegen Deutschland allein gerichtet fei. Wir wissen nicht, so fährt dieNorddeutsche" fort, warum gerade Deutschland, welches Amerika gegenüber stets freundliche Ge­sinnungen gehegt bat, eine so unfreundliche Behandlung in Amerika erfährt; die deutsche Regierung würde äußersten Falls durch Gegenrepressalien antworten müssen.

Berlin, 14. Februar. In ber heutigen StadtverorDneten-Versammlung wurden die Autzjchutzanträge bezüglich der Errichtung von Markthallen in ber Friedrichstraße, Lindenstrüße und Zimmerstraße und auf dem Magdeburger Platz mit 77 gegen 28 Stimmen angenommen. Der Antrag, ben Magistrat zu schleunigen Vorschlägen wegen Errichtung je einer Markthalle tm Norden und Osten der Stadt aufzufordern, wird gleichfalls genehmigt. Die Bebauung des Magdeburger Platzes mit einer Markthalle würbe hauptsächlich von.Goerki (Arbeiterpartei) bekämpft, weil die Proletarierkinder sich auf diesem Platze erholen könnten.

Die vom Wagnerverein in der Philharmonie veranstaltete Wagnerfeier be­gann gegen 8 Uhr nach Eintreffen des Kronprinzen, ber Kronprinzessin, ber Prinzessin Victoria, ber Prinzessin Christian von Augustenburg, sowie des Erbprinzen unb ber Erbprinzesfin von Meiningen. Der Saal war b's auf ben letzten Platz gefüllt. Vor dem Podium war die Colossalbüfte Wagner's bekränzt ausgestellt. Zum Vortrag ge­langten Siegsried's Tod und der Traucrmarsch. Brunhilden's Tod und andere Piecen aus ber Götterdämmerung. Tannhäuser, Parsisal, Tristan unb Isolde. Unter ben Mitwirkenden b-fanden sich Frl. Malten, Herr Gudehus aus Dresden. Alle Piecen wurden vorzüglich ausgeführt unb beifällig ausgenommen.

Die Jagdordnungscommission beschloß zu dem Abschnitt über bie Schon­vorschriften einen neuen Paragraphen, welcher bie jagbbaren Thiere speciell anfzählt. In einem weiteren Paragraphen ist bestimmt, daß bie nicht jagdbaren Thiere Gegen­stand freien Thierfanges seien, dessen Ausübung sich nach den bestehenden Gesetzen regelt. Die Schonzeiten sind mit unerheblichen Abänderungen genehmigt.

Leipzig, 14. Februar. Wie man erfährt, ist der bei Weitem größte Theil der bei dem hiesigen Postdiebstahl entwendeten Werthobjecte bereits wieder im Besitze der Postverwaltung. Der muthmaßliche Thüter ist bereits in Haft genommen.

Rom, 14. Januar. DerOsservatore Romano" veröffentlicht eine Rede, welche der Papst bei Verlesung der betreffs Verehrung der durch helden- müthige Tugenden hervorragenden Diego di Cadi und Gertrude Salandri er­lassenen Dekrete gehalten hat. Der Papst sagte, die Welt begreife diese Tugen­den nicht mehr; von tiefem Haffe gegen die religiösen Orden erfüllt, führe sie einen thörichten, gottlosen Krieg gegen dieselben. In Italien störe man die religiösen Körperschaften, unterdrücke ohne irgendwelchen Grund die noch lebenden Mitglieder und tränke die letzten Jahre ihres Lebens mit Bitterkeit.Dies ist

für uns die Ursache unsäglicher Trauer. Flehen wir zu Gott, daß er die Gnade habe, der wachsenden Kühnheit unserer Gegner einen Zaum anzulegen und deren sträfliche und unsinnige Projecte zu vereiteln!"

Charkow, 14. Februar. Dem früheren Charkow scheu Militarbezirks-Jnten- banten Generalluutenant Buschen, forme dem veradschiedeten Oberst Sado unb Dem Tilulärrath Wassiljew stnb nunmehr die Anklageakts wegen der Mißbräuche bet Be­schaffung des ZwlrdackS für das Militär währen» des Orientkriegs eingehängt.

Ueber Madchen-Crsiehung

sprach am letztverfloffenen Dienstag tm preußischen Abgeordnetenhaus CultuSminister o. Goßl r sich folgendermaßen aus:

Das Wichtigste m der Mäbchenschulfrage ist dieFxirung des Lehrziels unb bie Festlegung des dahm führenden Weges, unb in bieftr Beziehung wirb man mir das Zeugniß nicht versagen, daß ich jede Gelegenheit benutzt habe, in Verfügungen, Revi­sionen, Beschickung von Congreffen ein gewisses Zu cücksch neiden auf dem Gebiete des Lehrplans eintreten zu lassen. Ich bin der Meinung, baß es für ein jagenbl.djta Mäochengcmüth nicht vorteilhaft ist, encyllopädisch alle Zweige bes Wusens ar.zu- rührcn, sondern daß cs vor Allem Darauf ankommt, eine gewisse Harmonie in ben Kenntnissen, Fähigkeiten unb Fertigkeiten zu erzielen, die es erstens bewirkt daß bl: Mädchen in den Verhältnissen, in die sie hinclngeboren sind, sich auch wohl fühlen, und zweitens bie Möglichkeit gewährt, auf dem gewonnenen Fundamente water zu bauen. Ich glaube nicht, baft es möglich sein wirb, cimm löjah: igcn Mädchen eine unter allen Umständen abgeschlossene Bildung zu geben, in vielen Fällen wird man vielmehr nur die Möglichkeit einer weiteren Seldstentwickelung in's Auge zu faffeu haberr._ W-nn ich hi er nicht diese amtliche Einwirkung hätte eintreten taffen können, so wa.en bie Mädchen noch viel mehr als bisher in eine höhere Bildung hinübergeführt, denn wir haben ja gerade in Bezug auf d e Bildung des weiblichen G.schlechts mit Bestrebungen zu rechnen, welche daraus hinausgeh.n, die Mädchen immer mehr zu einer gymnasialen Bildung zu bringen unb auch sie gleichsam in ein weibliches Oberlihrrrthum enrzu- führen. Ich d. kämpfe diese Bestrebungen von meinem Standpunkte aus, mutz aber wiederholen, nur weil ich sie bekämpfe, ist es meines Erachtens etwas besser geworben unb eine gewisse Ernüchterung auf diesem Gebiete emgetreten.

Es ist eine brr schwierigsten Ausgaben für bie Unterrichtsverwaltung, einen richtigen Lehrplan für unser höheres Töchtcrschulwes.'n aufzustellen unb ich banke ben Städten, welche tm Besitze von wohlorganisirten städtischen Töchterschulen sind, für bad Vertrauen, welches sie ber Unterrlchisverwaltung durch ihren dringenden Wunsch be­wiesen haben, dieselbe möge tbnen einen festen Lehrplan geben- Wenn man sich aber die Entwickelung des Mädchenschulwefens vor Augen hält unb sich klar darüber wird, wie in ben entlegensten Theilen unseres Staates mühsam die Töchtrrschulm ihre große kulturelle Aufgabe erreichen wollcn, wie an ber Hand ber bescheidensten Prioatunter- nehmungen sich allmählich das Töchterschulwesen entwickelt hat, so muß man in ber That einer gewissen Bcsorgr., ob man nicht zu früh mit Reglementiren eingretft, Raum gewähren, weil die Gefahr nahe liegt, baß man bamit eine Menge von Dingen aus ber Weit schafft, bie von hoher Bedeutung sind. Die Herren, welche bie Ver­hältnisse von Posen, Ost- unb Westpreußen kennen, werben genau verstehen, was ich damit meine. Wir dürfen nicht zu sehr ben Maßstab großer Städte unlegen, welche v rmoge des Geldbeutels in der Lage sind, wohlorganisirte Töchterschulen e'.nzurichten. Aber, meine Herren, die Aufgabe muß gelöst werben und leb weite Nicht nachlassen, iv biefer Richtung mich unb meine Rälhe anzusparnen. Das Material hat sich ja auch schon mehr geklart unb in welcher Richtung ich reorgantfiren will, weiden Sie aus meinen Worten wohl schon entnommen haben. .

Was das Turnen anbettisft, so handelt es sich bei dieser Frage bei dem Madchev- unterricht nicht blos darum, was lernen unsere Mädchen, sondern was werben sie in ber ganzen Stellung unst^cs Volkslebens. Man mag sich die Machen denken wie man will, aber normaler W is- werden sie Gattinnen unb Mütter und cs ist eine der ernstesten Aufgaben, sich klar zu werden, was können unsere Einrichtungen dafür thun, daß in den großen Städten der geistigen Hebetlaftung entgegengeatbeftet und den Mädchen bie Möglichst gegeben wirb, harmou' ihre Körperbildung durchzuführen. Wie ber Mann seine Körperkraft entwickeln muß, so muß sich auch der Staat mit ber Frage beschäftigen, was wird mit denen, von welchen die Entwickelung unseres zu- Cßnftfgen Geschlechts abhängt, unb man kann so' ar einen Jrrthum auf diesem Gebiete der Unterrichtsseiwaltung eutschuldrgcn. wenn sie sich in diesen Anordnungen geirrt hat. Der Turnunterricht ist auf dem Gebiete des Mädchenschulwefens fast nirgends obligatorisch eingeführt, aber in den Llmdeslheilsn, aus denen Herr Reichensperger seine Erfahrungen gesammelt hat, wird d e hohe Bedeutung des Mädchenlurnwesens mehr unb mehr erkannt, und Herr Neichenfperger würbe vielleicht anders urtheilen^wenn er, wie ich, die Freude gehabt hätte, in Osnabrück in Begleitung mehrerer Mitglieder des Domkapitels unb geistlicher Herren das Mädchenturnen zu betrachten unb zu sehen, wie diese Herren in Entzücken baiüber ausbrachen unb mit Dankbarkeit anerkannt haben, daß die Unterrichtsoerwaltung in dieser Weise vorgegangen ist. Der Turn­unterricht ber Mädchen ist nicht identisch mit dem Turnunterricht ber Knaben. Bet diesem Unterricht muß nach meiner Auffassung bi-* wahre weibliche Würde, die Er­weckung deS Gefühls für die weibliche Würde den Ausschlag geben. Ich war in der Lage, mit den Turnlehr'rn mich über die Details zu unterhalten unb will nicht ver­hehlen, daß gerade in Osnabrück den geistlichen Herren klar geworben ist, wie wir nur mit Recht die große Aufgabe gestellt haben, in bas Mädchenturnwefen bie Richtung ein­zuführen, baß das Mädchen in die Lage kommt, feinen Körper zu beherrschen, denn allein darin entwickelt sich die Anmnth unb bie Grazie, so daß wir auf diesem Gebiete fortschreitend dahin gegangen sind, ben Neigen immer mehr auszubehncn. nicht bloS den Schrittreigen und den Gefangsreigen, sondern auch den Tanzreigen, bas sind niegs die Tänze, die wir im Ballfaal sehen, sondern es sind gewissermaßen die Urelemente für die alten Tänze unserer Großeltern unb Urgroßeltern. Die Mädchen machen diese kleinen Uebungen in Form von graziösen Wendungen mit solcher Lust, baß Sie sagen werden, wenn Sie es sehen, die Unterrichtsoerwallung hat auch darin Recht, insofern als die Grazie und Schönheit ber körperlichen Bewegungen zu chrem Rechte kommen- Wenn Sie nun Kritik zu üben haben, so sagen Sie es, Sie werben bei uns dankbaren Boden treffen; wir sind nicht eigensinnig auf diesem Wege, aber wir wünschen, unfenm Volke auch Mädchen zu geben, die berufen sein könnten, dem Staat das körperlich zu leisten, was wir von ihnen erhoffen. Dann komme ich auf bas Schlittschuhlaufen unb Schwmmen. Wenn wir an untere eigenen Eltern zurückdenken, mit welcher Sorge sie ihre Töchter anfahen, als diese zum ersten Male die Schlittschuhe unterschnallten und das Schwimmen den Mädchen ganz unb gar nicht gestatten wollten, so können wir uns nur freuen, baß bie Auffassungen sich gemildert haben. Ein gut geleitetes Schlitt­schuhlaufen ist eine ber schönsten unb häftigenbften Hebungen unb das Schwimmen ist das Ideal aller Ideale für die solide Ausbildung des Körpers. Es gibt keine Hebunp, welche einem gut geleiteten Schwimmen abäguat ist. Wenn Sie sich ben Mechanismus deS Schwimmens ansehen, so werden Sie finden, daß hierbei jeder Körpertheil in normaler Weise zur Entwickelung kommt; ich darf nur an die Weitung ber Brust erinnern, welche für bie durch geistige Arbeit überlgftden Mädchen von großer Be» beutung ist.

Es liegt uns fern, bie Ziele deS MabchenunterrichtS zu Überspannen, wir haben aber den Wunsch, bie Bahnen allmählich zu finden unb daS Volk hineinzugewöhnen, bamit vor allen Dingen bie Mädchen sich klar werben, daß, wenn sie ihren Körper entwickeln, sie etwas thun, woburch ber Staat ihnen zu Dankbarkeit verpflichtet ist-'' (Beifall.) ,

Lokaler.

Gießen, 15. Februar. DaS nächste Concert des h'esigen Conceri-Vereins' welches außer ber herrlichen Sinfonia eroica unb ber OuvertüreNachklänge von Ossian" von N. W. Gabe und zwar zum Andenken an Richard Wagner.- ber am 13. Februar v. I. gestorben ist, unter gefälliger Mitwirkung einer vor­züglichen Sopranistin, des Fraulein Auguste Krauö, Opernsängerin aus Frank­furt a. M-, nur Wagner'fche Musik bringt, finbet in Weuzel's Saalbau statt. Der Umfianb, baß bie Aufführung eines Musikwerkes, bei welchem der Akademische Gesang- Verein unb Orchester zu gleicher Zeit Mitwirken sollen, bei ber so bebeutenb ange- wachsenen Zahl ber Mitglieder des Concert-Vereins sowohl, als auch des Akademischen Gesangvereins. kaum wohl in den sonst so schönen unb akustisch vorzüglichen Räumen bes Gesellschafts-Vereins stattfinben kann, hat den Concert-Vorstand im Beginn des VereinsjabreS veranlaßt, ein Probe-Concert im ©erlaufe des JahreS in Wenzel'S (Saalbau abzuhalten, der jedenfalls eine bedeutend größere Zahl Sitzplätze aufzuwtifen

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