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Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde.
Heute, Montag, Abend 8 Uhr in der Kleinkinderschule: Bibelstunde Apostelgesch. 5, 1—16, Pfarrer Dr. Nauman n.
reff lben Etablissements. Beide hatten kaum einen Gedanken über diefich huen bietende Scene gefaßt, als sie durch die Einfahrtsthüre eilten, welche zur Wechselstube führt. Sie laben btr. tobten Knaben, die alte Frau und durch das Glasfenster der inneren Tt-lUe die in den Laden führt, die beiden Räuber. Der Eine raffte eben Gold- und Srlbermünzcn, ein Pocket mit Einser-, eineß mit Fünfer- und Zrhnernoten zusammen, der andere harte aus dem aufliegendm Geschäftsbuche Blätter gertssrn, die er eben an ber Gasflamme über dem Vetkaufsttsche Derbrennen wollte, wahrscheinlich, um dte eingetragenen nachweisenden Consignationszisiern der geraubten Papiere zu vernichten. D'e beiden Obengenannten wollten nun durch die Thüre in das Geschästölokal dringen, allein die Thüre war von den Räubern versperrt worden, welche nunmehr rasch durch den Haupteingang die Flucht auf die Straße ergriffen. Im Spital, wohin man alsbald die Verwundeten brachte, wurde Herrn Eifert das in Folge eines Axthiebes zer- ftörte Auge herausgenommen Auch die Leiche deS Kindes wurde behufs Vornahme der gerichtlichen Obbuction tn das Allgemeine Krankenhaus gebracht. — Nach Angabe der Polizei, welche sich u. 81. auf eine Vernehmung EffeitS stützt, sollen dres Personen an dem Attentate bclh-tstgt g.wesen sein, von denen einer bet der Thüre aus der Straße Wach- stand. Einer der THSIer, ungesühr 24 b S 28 Jahre alt, ist groß, hat s-stutzt-n Backenbart, ist brestschultertg, trug dunklen Wmterrock und entfloh in der Richtung gkgm Sechsbaus. Der Zweite, ungeiLhr 25 bl« 28 Jahre alt, der Erscheinung nach mittelgroß, hat ziemlich volles G-sicht. rothdlonde« Saar Anflug von blondem Schnurrbart, trug da? Haar In die Sstrne gekämmt und war mit blau-grauem, lichten Wmterrock und kleinem, mit schwarzer Krimpe versehenen Hut bekleidet. Er hatte Ringe an den Kingern, sprach den Wiener Dialrct und machte den Eindruck eine« K-lln-rS. Von dem dritten Eompl cen fehlt j-d- Personenbeschretbung. Daß die Mörder -ntkomm-n konnten, gehört za jenen Rätbs-in, die alle größeren Cr>mtnalbegeb-nh-tt'n aufzuwelsen vstea'N Männer, di- über und über mit dem Blute ihrer Opfer besudelt sind, deren blutbefleckte« A-uher- mit G-wchb-tt -rrgthen läßt, daß etwaS Außerord-ntttch.S geschehen sei, können in Wum um 6 Uhr AdendS, zu einer Zeit «Iso, wo die Pulse des össentlich'N Verkehres am lebhaftesten schlagen, eine volkbel-bt- Straße passtren, ohne daß sie Jemand anhiellk, ohne daß Jemand eine Frage an sie rtStetr. Ob man In der Tbat in Wien bezw. In Stuttgart die frechen Raubmörder ergriffen hat, muß sich noch erwetsen. Dte Polizei hat die folgende Kundmachung etlaffen: ES wird zur K-nntniß gebracht, daß In der Wechselstube des Heinrich Effert nachv-r,-,chn-t- Staats- reiv. Banknoten geraubt wurden: 10 Stück d 10 fl., 16 Stück d 50 fl,16 Stück L 100 fl. und wahrscheinlich 100 Stück i> 1 fl , ferner fehlen diverse Silber- und Kupfermünzen. (Fr- Zig )
— [Der Mädchenmorder Schenk.) In Bezug auf den Gang der Ermittelung des Raubmörders Schenk ist noch Folgendes nachzutragen: Der eiste glückliche Griff der Polizeibehörde bestand darin, daß sie die Anzeige von dem Verschwinden der Katharina und Josefin- Tims! (w<e autz drn heutigen Wiener Blättern hervorgeht, heißt die jüngere Timal doch Josefine mit Vornamen) sehr ernst nahm. In der größten Stelle und unter Wahrung des tiefsten Amtsgeheimnisses wurden die nötigen Schritte gethan, um dem „Bräutigam" Hugo Schenk auf die Spur zu kommen. Man wußte genau welch? B deutung dieser Fall haben werde, denn die von Hugo Schenk ge- schrieb'en-n Briefe welche in der Wohnung der Timal's aufgefunden worden waren, rührten von derselben Hand her, wie die, welche die einzigen Zeugen gegen den Mann waren, der die Theresia Kelterl vom Hause weggelockt hatte und darum im schwersten Verdachte stand, sie gemordet zu haben. Die Polizei ermittelte nun, daß Schenk drei verschiedene Wohungen hatte: in der Goldschlagstraße Nr. 19, in der Sperrgasse Nr. 5 b<i seinem Bruder Karl und bann bei dem Maschinenschlosser Schlossarek, Sturzhgasse Nr. 1. In der erstbezeichnet'N Wohnung war er als Franz Karl Schenk, Maschinen- techniker aus Jablunkm in Böhmen, polizeilich gemeldet. Bei Schlossarek hatte Schenk vor einem halben Jahre als Aftermiether gewohnt; in seiner Gesellschaft befand sich damals eine gewisse Emilie, die er für seine Frau ausgab. Diests Mädchen übersiedelt-. nach ihrer eigenen Angabe, nach Brritensee. Die in der Goldschlaggasse ge- mietbrte Wohnung benutzte Schenk nur selten und dann nur für einen Tag ober eine Nacht. So oft er aber kam. erschien er mit irgend einer Dame, die er bald für seine Schwester, bald für seine Schwägerin ober aber für seine Bekannte ausgab. Sobald Schenk in der Wohnung weilte, erschien auch dessen ©ruber, der Bureaudiener Karl, b-'r ihm gegenüber aber mehr die Rolle eines Dieners als eines so nahen Verwandten zu spielen schien. Am 8. December reiste Schenk ab, am 7. Januar d. I. erhielt der Quaitiergeber einen Brief seines Miethers aus Linz, worin ihm derselbe anzeigte, er werbe in den nächsten Tagen nach Wien kommen und dann die Miethe für den Monat Januar berichtigen. Kaum war dieser Brief eingelangt, als Defektives tm Hause erschienen und sich nach Schenk erkundigten. Als der Ouartiergeber erfuhr, um was es sich handle, übergab er b<m Polizisten den Brief Sckenk's, und dieses Schriftstück veranlaßte den P-lizeiralh Breitenfeld zur Reise nach Linz, um dort Schenk zu verhaften, was bekanntlich nicht gelang. Er fonffatirte dort nur, daß der in Linz angemclbete Karl Schenk mit Hugo Schenk identisch sei. Schenk war seit 18. November v. I. tn Linz polizeilich gemeldet und lebte mst einem Mädchen zusammen, das er für seine Frau ausgab. Die Wiener Polizei, von Linz aus verständ'gt, begab sich nunmehr zu der Wohnung Sckenk's in der Sturzhgasse, erwartete ihn Nachts dort und faßte ihn im Bette ab. — Wie schon gemeldet, ist constatirt, daß Hugo Schenk bei Vollführung seiner Verbrechen einen Compl'cen hatte und zwar in der Person des heute ebenfalls dingfest gemachten Maschinenschlossers Karl Schlossarek, in dessen Wohnung, Rudolfs-
Heim, Lerchengasse Nr. 19 (Sturzhgasse Nr. 1) Schenk vorgestern früh verhaftet wurde. Karl Schlossarek, her tm 28. Lebensjahre steht, ist aus Etsenbrod tn Böhmen gebürtig und nach Mähnsch-Wetßkirchen — bekanntlich dem Orte, wo die Leiche der Josefine Timal aufgefunben wurde — zuständig. So viel sich bis jetzt sagen läßt, scheint Schenk der intellektuelle Urheber der verfchiebenen Morde gemefen zu fein, während Schlossarek sich an der Ausübung der Mordthaten betheil gte. Wie aus unseren telegraphischen Meldungen hervorgeht, hat Schert die Ermordung brr beiden Frauen Timal zuge- standen; ferner wurde er des Mordes «n Rosa Ferenczy überführt und hinsichtlich deS an der Therese Ketterl begangenen Verbrechens fa»n kein Zweifel mehr bestehen. Außerdem wird dte Josephs Eder, die mit ihm in L nz zusammenlebte, vermißt und ebenso ist Schenk einer in P^eßburg begangenen Morbthat verdächtig, abgesehen von dem Verbrechen im Payerbacher Grabe». — Schenk halte schon vor einigen Jahre« HeirathSschw nbeleien verübt, war aber entdeckt und zu zwei Jahren schwerem Kerker verürtheilt wordcn. Die Haft scheint ihn aber nicht sonderlich gebiert zu haben, denn unmittelbar, nachdem er am 15. März 1883 entlassen worden war. knüpfte er mit Josefine Timal das Verhältntß an und trug sich ohne Zweifel schon damals mit her Absicht, sie zu ermorden. Hugo Schenk, welcher der Sohn des gewesenen Kreisgertchts- Präfidenten von Teschen ist, war feit Jahren vekheirathet; feine Frau heißt Wanda, lebt gegenwärtig in Saaz und ihr Gatte, von dessen verbrecherischem Treiben sie nichts, wußte, besuchte sie zu wieberholtenmalen. Seine Brüder befinden sich tn angesehener» S11 Hungen.
— Der „93 e r e in für Kinde rhcil st äffen an den deutschen Seeküstere. macht bekannt, daß das Kgl. prenß. Ministerium des Innern auf Antrag genehmigt bat, den Zichungsfcrmin der vom Verein veranstalteten „Großen Gold- und Silber- Lotterie" ans den 15. März 1884 und folgende Tage zu verschieben. Indem mir dies zur öffentlichen Kunde bringen und ausdrücklich bemerken, daß eine weitere Hinans- schiebnna des Ziehungstermins nicht staftsinden wird, erneuern wir an alle Freunde der Wohlfhätigkeit die Bitte, die gemeinnützigen Bestrebungen des Vereins durch recht: zahlreiche Abnahme von Loosen zu nnterstützen.
und Verehr.
Grünberg, 12. Januar. (Frachtpreise.) Weizen JL 18.90, Korn JL 16.3fr, Gerste 14.60, Hafer 14.20, Erbsen U4 16.90, Lein 00.00, Samen JL 32.00, Kartoffeln 0.00.
Frankfurt, 12. Januar. Ans dem heutigen Markt kostete der Gentner Herr 3.00—4.00, Stroh 3.70—3.50, Eier das Hundert Jt. 5 60—9.60, Butter-
1. Qualität JL 1.00, 2. Qualität JL 1.15, Kartoffeln per Gentner <A 2.25—2.50, Kohlrabi 3—5 H per Stück, Erbsen 100 Kgr. 19—28 JL, Rofhkraut per St. 12—30 Poularden <X 0—0, Huhn 1.50—2.20, 1 Ente Ji 2.80—3.50, 1 Taube 50—60
Hahn X 1.70—2.00, Gans X 5—8.00, Welsche X 8—9.
s. M.» 14. Januar, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Delegraptzisckt'r Eoursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credifactien 261 Vs, Staafsbahnactien 270^4, Galizier —, Lombarden 1205/s, Noi d - weftbahnactien —, Gotthardbahnacfien 873A. Darmstädter - Bankattien —,
Disconto Eommandit 192V4, Cefterr. Silberrente 679/ig, 4u/o Ungar. Goldreife 75^48 4‘Vo 1880er Russen 70^/ie, 5% 1877r .^tttssen 90Vie, 2. Orient-Anleihe 56V16, ^oQ Spanier 57Vs, 5o/g Rumänische Rente 935/ti, 4°/o UniHc. Egypter —, 5% Türken 93/c, Marienburger —, Hess. Ludwigsbabnaef. — .________
Scpcrtoir der vereinigten Stndttheater ju Iranlifurt a. M. Opernhaus.
Dienstag den 15. Januar: Latme.
Mittwoch den 16. Januar geschlossen.
Donnerstag den 17. Januar: Teil- Freitag den 18. Januar gcscklossen. Samstag den 19. Januar: D:e Maccabäer.
Sonntag den 20. Januar: Nachmittags 3Vr Uhr: Struwwelpeter. Außer Abonnement. Ermäßigte Preise. — Abends 7 Uhr: Der Wasserträger. Hieraufr Großes Tanz-Divertissement.
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Dienstag den 15. Januar: Maria Stuart.
Mittwoch den 16. Januar: Zum ersten Male wiederholt: Carneval in Rom.. Donnerstag den 17. Januar geschlossen.
Freitag den 18. Januar: Zum ersten Male: Roderich Heller. Lustspiel in 4 Akten von Franz v. SÄönthan.
Samstag den 19. Januar: Fedora.
Sonntag den 20. Januar: Zum ersten Male wiederholt: Roderich Heller. Montag den 21. Januar: Carneval in Rom. ___________________
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364 Für den 1. März wird auf 3 Monate eine moblirte Wohnung von drei Zimmern gesucht. Offerten bittet man an die Expedition dieses Blattes zu richten unter Nr. 364.
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Q Unserm lieben Freunde _
O Chr.....n M . st r Q
ci zum heutigen Tage die herzlichsten ö
Glückwünsche. 3619
Seine durstigen Freunde.
342 Eine tüchtige Lauffrau gesucht Grünoeraerstraße 28, II. St-


