Ausgabe 
14.12.1884 Erstes Blatt
 
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Theater.

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ein durch außerordentliche Feinheit der Smache, üderaus^un^lick^NmÄ

^r^-LL..:rir,iL-^«LLLN

Univerfitäts- Chronik.

Berlin, 10. December. Die Zahl der an unserer Universität in diesem Semester eingeschriebenen Studenten betrügt 5006; noch nie hatte sich tn Deutschland etne Hochschule solcher Frequenz zu erfreuen. Außer den 5006 eigentlichen Studenten hören VorlZungen noch 190 nicht etnschretbungssähige Preußen und Nichtpreußen, welche der Rector zugelassen hat, und 234 Studtrende die militärärztlichen Btldungs- anstalten. Daneben sind zum Hören der Vorlesungen berechtigt: 559 Studtrende

HEchule, 152 der Bergakademie, 140 der laudwtrthschaftltchen kfun0^n befud)3en><r ®fabem e btr Äönfte< f° daß im Ganzm 6404 Personen Do- ... Fürst Karl zu Löwenstein in Kleinheubach, der bekannte kathol-sche Social- polit ker, veröffentlicht folgende Erklärung:Verschiedene Zeitungen brachten dieser Tage die Nachricht, ich hätte 150,000 JL. zur Gründung einer katholischen Untoe.siiät ttl Salzburg zur Verfügung gestellt. Zu meinem großen Bedauern ist jedoch erwähnte M'ttbeiluna ganz unbegründet." x v 1

Vermischtes.

c, ®" entsetzlicher Vorfall - so schreibt das Salzburger »VolkSbl.« - ereignete sich kürzlich dort in der HofstaUkaserne. Ein Dragoner sollte eben mit dreien seiner aum AQf!rfQlfen üehen, alS er, sich sehr unwohl fühlend, den dienst- Im ?*nir.60rp°»ral bot' Wn rurückzulassen. Als nun die drei Dragoner zmückkamen bot sich ihnen ein grauenerregender Anblick. Ihr Kamerad hing mit den Kühnen am Futterbarren, in den er sich förmlich festgebtssen hatte. Im nächsten Augenblick sprang er mit einem Wuthschret auf daS neben ihm stehende Pferd los und oiß dasselbe in

B-ust daß sich daS Thier aufbäumte. Entsetzt eilten b.e übrigen Dragoner betb^ »m dm Tobenden vom Thiereloszureißen, da wendete sich die Wuth desselben gegen d^se- Er schnappte mit den Zähnen nach ihnen und biß dreien tn die Arme, bis sie ihn endlich so wett gebändigt hatten, um ihn tn etne rasch herbetgiholte ZwanaSjacke stecken und so unschädlich zu machen. Herr Stadtarzt Dr. Sieber, der zuerst am elI$tCK' ^dnstatirie an dem Bedauernswerten unverkennbare Merkmale von Tollwuth und veranlaßte dessen sofortige U-berführung tn das Garnisonsp tal.

h,r lEtn Slücklicher Verurtheiltes.j Dieser Tage hatte sich der Bierkutscher L vor

92; Adthellung des BerlMer Schoff-ngertchtS wegen Spielens tn einer auswärtigen Lotterte in verantworten. Der Angeklagte, welcher tn tadellos neuem waschledernen machte nicht den Eindruck, als ob ihn die Sache sehr berührte denn er wünschte dem Vorsitzenden einen recht frohenGuten Morgen!" - Präs Guten ÄhHUberftn' Fit. haben in der sächsischen Lotterte gespielt? - Angttl: Aber d^rbe! Präs.. Na ja, das ist aber verboten und deshalb werden Sie mit 3 ^ Geldbuße bestraft- Angekl.: Ich habe gar nichts dagegen. Präs.: Haben Sie denn wenigstens etwas gewonnen? - Angekl. (schmunzelnd): Ich bin mit 50 Ao ^? raus gekommen. - Präs.: Na, dann gratultre ich. Angekl.: Danke schön! Wünsch'^ der Herr Präsident vielleicht auch 'ne Glücksnummer? Präs - g?°fn frt» hLnf<» Guten Morgen! - Angekl.: Guten Morgen! *U * t<b bßnfe'

~ ~ tAbgetrumpft ) Der berühmte englische Satiriker Swift war in seinen alten

^a0e^' cr a^6 Dechant von St. Patrik zu Dublin lebte, ein großer Feinschmecker und Liebhaber von Seefischen, vornehmlich schätzte er die Stetnbutte. Einer fitner Verehrer, der au der See wohnte, schickte ihm häufig als Zeichen seiner fintinrfmmn etn Pracht-Exemplar dieses Fisches, welches der Dechant stets mit Vergnügen in fPf?-k^edoch jemals dem Diener, welcher das Geschenk überbracht" ein Trinkgeld zu verabreichen. Ec war eben sehr geizig und knauserig gewordrn in seinem Alter Als nun der Diener zum zehnten Male mit einer prächtigen Stetnbutte an Swift geschickt wurde, nahm er sich vor, den geistlichen Würdenträger von deffm anderweitiger Bedeutung er keine Ahnung hatte, seine Filzigkeit empfinden iu [afPen

trat tn das Arbeitskabtnet d:s Dechanten und setzte den mitgebrachten Korb un- gestüm vor ihn aus den Schreibtisch, indem er etne mürrische Miene machte und barsck #ntrfint0?f6rUmm/-: ^etn &rr spickt Ihnen schon wieder etne Stetnbutte!" Höchst Eüstet sprang Swift vom Sessel auf.Junger Mensch," schrie er, ist daS eine ^*<nb^eife,r.lncn Stc°6 °us»uricht-n? Ich w.ll Euch bedingen, wie man be", &*&?, bl,orecn ?Qt! S-tzt Euch aus meinen Stuhl ba unb gebt büb di

Haltung, wie Ich e8 machen werde und dann richtet Euch tn Rutunft banad> ! d -s-r Weisung Swtst nahm daraus ben Äo.b mit ber © dnb®

9*?° bis zur Sgflr, k.h-te dort um und näherte sich dann lanasam und 6ffin fierÄmnÄ6 ffl"! v-rneigend, sagte er mit gebämpfter Sttorne * n k al iich ®n,> Hochwürden bestens empfehlen; er hofft daß Em würden sich noch recht wohl befinden mögen und bittet, dies kleine ÄenTÄ? » «»ntES

förtfommU-1 4 me6t a3"ftanb 6a6t °>s -'n Stockfisch. Und nun macht daß Jhl

Berlin, 12. Dcbr. Bet den heute stattgehabten ReichStagSoachwahlen wurde im S. Wahlkreise Baumbach (F.) mtt 8643 Stimmen gewählt. Cremer (C.) erhielt 5274 Frauke (Soc.) 2520 Stimmen. In 6 Wahlkreise wurde Pfannkuch (Soc.) mit 20 326 Stimme» gewählt. Bey (F.) erhielt 7551, Jrmer (®.) 7012 St.

m . «77 Das sächsische KönigSpaar ist heute 8b<nb 8Vr Uhr hier etngeiroffen. Die Majestäten wurden vom Kaiser und dem Kroaprtnzlicheu Paare auf dem Bahn­hofe empfangen unb nach bem Schlosse geleitet, wo die Kaiserin bie hohen Gäste empfing.

Ein Londoner Telegramm aus Handak von heute meldet, daß General Stewart mtt bem Generalstab, 1000 Mann berittener Infanterie unb einem Kameel- corpS den Vormarsch nach Kortt, jensetlS Amtukol, angrtreten hat.

Straßburg, 12. December. DieLanbeSzeitung für Elsaß-Lothringen- meldet auS Metz: Dem RetchStagSabgeordneten Antoine ist durch den Vo. sitzenden des ersten SlrafsenatS deS ReichSger.chlS tn Leipzig, gemäß S 199 der Etrafproceßordnung, blc Anklageschrift des Ober-RetchSanwalts, welche ihn der oorberetteuden Handlung des HochoerrathS anfchuldtgt, zur Elklärung mitgetheilt worden.

, . Wien, 12. December. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Dänemark besuchten gestern die Erzherzöge Karl Salvator und Wilhelm, die Erzherzogin Elisabeth den Prinzen von Coburg unb bie Prinzessin Reuß und empfingen später deren Gegenbesuche.

« .. &arW' Die Tartscommisston hat jede Erhöhung der Zölle auf

ReiS, Mais und OckfrÜchte abgelehnr.

Eine Depesche des Admirals Miot (in Zanzibar am 11. dS. aufgegeben) meldet: Eine auS 300 Mann europäischer Trupp.n und 900 Antakaren bestehende Lruppeuabtheilung hat am 6. dsS. MtS. ein zweites Fort im Süden von Vohemar ge- upmmeu. Es wurden 5 Kanonen erbeutet, die HowaS ließen 200 Todte auf dem Platze. Wir haben 4 Verwundete, darunter einen schwer Verwundeten.

Lokales.

«ießen, 13 December. Deu bevorstehenden Assisenverhandlungen reiht sich noch eine fünfte Sitzung an: Freitag den 19. December. Vormittag« 8A Uhr, An­klage gegen Kaufmann Schwarz von Wiesbaden wegen Meineids. Die Anklage v.r. ^"t^er Erste Staatsanwalt Zimmermann; als Verthetdtger fung.rt RechtSauwalt

Laudeu Frankreichs an unS vcrüberziehen, deren Schrecken nach der zweiten D-rbammna Napoleon I. ein traurige« Blatt der Geschichte füllen. «-roanuuug

Die Besetzung bc3 Stückes gibt uns für da« Beste Gewähr. Die Rolle KnSflenlußU0t <n bfr be®56rtCn 6°Bb unserer Gästin unb verspricht deinen hämischen Mitglieder Herr und Frau Director Herrmann (Leonieund mr0?5a»h.<*0i ^Crrk Hn^m alS Henri von Flovlgueul unb Herr Henbrichs öttcMgen^4 b ®CrbCn ft<ö Ebenfalls bemühen, sich zu trefflichem Ensemble zu

®,°kfte6tnunl oIfo ein prächtiger Abenb bevor, an bem unsere beliebte Gästin gewiß wieder alle Herzen durch ihre außerordentliche DarstellungSkunst bezaubern wird, c r-T VcobXr ^^5 Zigeuner in Madrid wird morgen auf unserer ®üßnr hi!, htrthrocrbenk ?a§r®rlÜ(f L^ö.rt zu den beliebtesten und populärsten Schauspielen ^ ^^°ben und es erhalt noch einen besonderen Werth durch die vortrefi- hns nu* blC 6arla.öuon Weber hierzu geschaffen hat. Deshalb wird , vuch v/.^6en große Anziehungskraft ausüben umsomehr, da wie wir hören ganz außerordentttche Anstrengungen gemacht werden, die Vorstellung zu einer mte?' essanten zu gestalten. Nicht nur daß Jie Chöre gut einstudirt sind - sre sollen auch voch verstärkt werden, und der Orchesterraum wird iu knapp sein, da alle zur Musck nothigen Stimmen vorhanden fein werden:Mordspectakel giebt es beute ?,eim,rns.rf fagt bet eteljfuB Jebro", ber fte I:

reimende, und soll den Zuschauern auch wirklich durch Illumination und Ab- brennen eines Brilant-Feuerwerks eine Ueberraschung bereitet werden die ieden- falls einen glanzenden Scblußeffect erzielen wird. ' 1 n'

Die Rolle des Pedro liegt in den Händen des Herrn Voiat bic bfr Ärqft0 lt.bcne?- bc-?- $rI' Belgrad. Herr Halm spielt den Ln Alonso und Frau Großer die Zigeunermutter.

und Verkehr

u 1 00 dem heuttgen Markt kostete: Butter per Pfund

1.001.10, Hühnereier pr. Stück 80 X Käse St. 49 ~ Käsematt? V

A Cin^en £aubcn per Paar 0,50-^0,60 \ Hühner p?r

Stück 0.851.10, Hahnen pr. Stück JL 0.751.20, Enten per Stück 1.401 80 %.ün{e P.er Psund 4d5o Welsche JL 0.000.00, Ochsenfleisch per Pfiinb

60-68 ä' Schweinefleisch 5060 X Hammelflefich

^5(ü0° ^Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.003.o0, Milch per

£tter_1216 Zwiebeln per Ctr. JL 4.00-0.00, Weißkraut pr. Stück 47X

Auszug aus den Standesamtsregister« des Standesamts Sieben.

Ausgebokc. u

m),^«§"mrber: 6. B^gmann Karl Wilhelm Stoll mit Elisabethe Margarethe Sprüpnnf ^"Lmanns Johann Christian Munzert zu Aumenau. 6. Der

Sergeant im H- Großh. Hessischen Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116 Sebastian ®^,c6cn Mit Ernestine Görlach, Tochter des Maurermeisters Heinrich £?J JU m ""guter Jacob Grünewald zu Gt'ßm mit ^nriettt

£°?terb? ^n!neLö Johann Hirsch Bamberger zu Eschenau. 8. Etsen- bahnarbetter Georg Heinrich Becker mtt Marte Wagner, Tochter des Arbeiters CaSoar Sfffi 8 Der LademetsteEtätar Wilhelm Stier zu Bockenhetm mit

Marte Henriette Wißner^> geb. BonariuS, Wtttwe des Schneiders Justus Wtßncr in

Daglöhner Adam Heinrich Möller mit Anna Katharine «randau, Tochter Brandau zu Ronshausen. 11. Bergmann Heinrich Fach in Ul'^?^bner, Tochter des verstorbenen OrtSdtenerS Heinrich Wteßner * Bterbrauer Johann Heinrich Kraushaar mit Marte Winter, Tochter ?n6Q$!a^me!?effn Conrad Winter zu Gießen. 12. Gärtner Friedrich Christian Pfeiffer ß!kfear t^°rs°rethe Bernhard, Tochter des Webermeister« Heinrich Bernhard zu ? 12. Georg Heinrich Scheuer zu Gießen mtt Katharine Rtchber, Tochter deS

verstorbenen Landwirths Geo:g Heinrich Rtchber zu Burg-Gemünden *

Eheschließungen.

. December: 6. Diener Heinrich Meißner mtt Wilhelmine Frtedertke Susanne Karoltne Ltsette Traß, geb. Feldhaus, Wittwe deS PackmetsterS Peter Troß zu Gießen

r Geborene.

2^em Profeffor Dr. Wmckler eine Tochter. December: 4 Dem SS SSfnimil m Matn-Weser-Bahn Heinrich Kltngelhöfer ein Sohn. 4 Dem

Sohn. 5 Dem Kretsbauausseher-ASpiranten Ludwig

Seultng ein Sohn, Heinrich Ferdtnand Wilhelm. 7. Dem Kaufmann Michael Baer zu Stngopore ein Sohn. 8 Dem Dr. phil. Franz Mercken etn Sohn, Josef Bernhard

8. Dem Rangtrer bet der Main-Wefer-Bahn Wllhelm Hausmann eine Tochter, Christine Elisadetve. 8. Ludwig, Sohn des verstorbenen TaglöhnerS Heinrich etn^Sohn?0' *** bet der Matn-Weser-Bahn Johann Ph.lipp^Wcbn

c m Gestorbene.

... m^Decencher: 5. Margarethe, 3 Jahre alt, Tochter des Landwirths Hetnrtch Knorz 5.^U9U2>c Grolman, geb. Neuling, 51 Jahre alt, Ehefrau des Großh

Landgerichtsraths t. P. Dr. Adolf von Grolman. 7. Anna Marie Kröck aeb ftatlinn 83 Jahre alt, Wtttwe des Flurschützen Johanne« Kröck. 9 9Heb;dfV ebadotU Kar° TdeÄ^gahe. 65 3°6tii bee ®r°6b- H°fg-rtchtSab°ok°tea

Auszng aus den Kirchenbüchern der Stadt Gtesten.

Evangelische Gemetnbe. D

t Getraute.

Den 6. December. Heinrich Meißner, Diener am pharmakologischen Institut zu Gießen und Susanne Traß, geb. Fttdhaus, Wsttwe des PackmetsterS Peter Traß qM X£z l v y * 11

Getaufte.

De» 6 December. Dem Prioatlehrer Carl Rahn etne Tochter, Emtlte Lulle Caroline, geboren den 22. October 1883. ' ^miuc

Eine außereheliche Tochter, El.säbethe Friederike, geboren

Den 7. December.

den 9. November.

Den 7. December.

Beerdigte.

Wilhelm Valenttn. alt 65 Sm'SsÄ' ®6cfraU bc6 Küaer®ÄnSaÄafbfltb^ln1t ÄT WtaU M Schrnieb-Feiebrich 4 2)ecmi6erlben' ^^«rich Momberger, Fabrikarbeiter, alt 34 Jahre, starb den

Den 8. December. Auguste von Grolman, geb. Reulina Ebtfrau dk« artMh. gerichtsraths Dr. Adolf von Grolman, alt 50 Jahre, starb den ö'. December 2anb k o m?en 111 December. Friederike Charlotte Carolme Fuhr, geb. Schmidt aBittme deS Rechtsanwalts Carl Theodor Fuhr, alt 65 Jahre, starb den 9 Dttember' "

Brodpreise

vom 14. bis 28. December 1884.

der Bäcker

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrot) .... 27

2 (4 Pfd.) Weißbrod .... 54

1 (2 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 24

2 (4 Pfd.) Schwarzbrot, 1. Sorte 48

1 (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21

2 (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42

3 (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte

bet L. Keil ....... 63

K- Haas u. F. W- Hartmann 64

der Brodverkäufer 4

1 Kgr. f2 Pfd.) Weißbrod .... 27

i " 54

1 .. (2 ) Schwarzbrod 1. Sorte 24

* * (4 ) Schwarzbrod 1. Sorte 48

3 >, (6 ) Schwarzbrod 1. Sorte

1 ir (2 ) Schwarzbrod 2. Sorte 21

2 ,f (4 ) Schwarzbrod 2. Sorte 42

3 (6 ) Schwarzbrod 2. Sorte 63

Gießen, den 13. Dezember 1884.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.