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Meßmer Anzeiger
Amts- und Auzergedtatt für den Kreis Gießen.
2i5 Drittes Blatt Sonntag den 14. Lkptember
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlotzn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Vermischte-.
— Unter dem Verbrauch übermäßiger Summen durch Aufwand, welcher nach 8 210 Ziffer 1 der Concursordrung die Bestrafung eines sodann seine Zahlungen einstellenden Schuldners wegen einfachen Bankerotts zur Folge hat, fallen nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 4. Strafsenats, vom 24. Juni d. I., auch die zu den Ein- kommentzVerhältnissen des später falltt gewordenen Schuldner« in einem auffälligen Mißverhältniß stehenden Ausgaben für den Haushalt. Der Schuldner hat, wie do« Reichsgericht in seiner Begründung betont, wenn er die Gefahr, alS Bankerotteur bestraft zu werden vermeiden will, bei einem anhaltenden Rückgang seines Geschäfts und der dadurch eintretenden Verschlechterung seiner Vermögenslage im Interesse seiner Gläubiger seinen Verbrauch auf das unbedingt Rothwendige, auf das bescheidenste Maß bürgerlicher Lebensweise einzuschränken. Weder durch die sociale Stellung deS Schuldners, noch durch die Rücksicht auf die Erhaltung deS Credtts, werden die an sich vermeidlichen Ausgaben für den Haushalt gerechtfertigt. v ,
Basel. In den technischen Kreisen der Schweiz erregt ein von dem Ingenieur Carl Weiß projectirtes Unternehmen allgemeines Interesse. Die ConcessionSgefuche für dieses Unternehmen sind bereits an die KautonSregierungen von Basel-Stadt und Landschaft eingereicht worden. ES handelt sich um die Herstellung einer für Industrielle Ausnutzung bestimmten Kraft von 3000 Pferdestärken und zwar soll diese Kraft sowohl innerhalb der Stadt Basel als auch an einzelnen Plätzen der Landschaft beliebig entnommen werden können. Der Unternehmer will zu dem bezeichneten Zwecke einen 3,7 Km. langen Rheinkanal Herstellen, der bei dem Hofgute Au, Bann Muttenz, welches durch Contract bereits erworben ist, vom Rhein abzweigt. auf 2,4 Km. ein lechSeMgeS Turbiren-Baisin speist, welches am westlichen Saume deS Hardtwaldes in der Rühe des Rheines liegt und von da beim Ausfluß deS Birs bei BirSfelden in den Rhein mündet. An dem erwähnten Bassin sollen 36 Turbinen von je 110 Pferdestärken angelegt werden, welche der 42 Meter breite Wasserstrom treibt. Diese enorme Kraft soll nun elektrisch nach der Stadt und nach einzelnen Punkten der Landschaft Bafel übertragen werden; mit Hülfe von eingeschalteten Accumulator-Batterien rechnet der Unternehmer dann auf die beliebige Verwendbarkeit von etwa 3000 Pferdestärken. Die L.'lung d.s Stromes soll durch ein 25 Mm. dickes, gut 'sottrtes oberirdisches Kabel geschehen. Die Kosten der ganzen Anlage find auf 5,7 Millionen Franken veranschlagt. Nach der Berechnung des Unternehmers würde die Pferdekraft pro Tag nur auf IV, Franken zu stehen kommen, der Abnehmer, hätte hierbei nur die für die Transmission nötyigcn Einrichtungen zu treffen. Obgleich wir, wie bekannt. Proucten dieser Art mit ihren enormen technischen Schwierigkeiten zurückhaltend gegenüberstehen, wollten wir doch nicht verfehlen, unfern Lesern die immerhin interessante Art der prouctirten Ausnutzung der Wosferkrait miizutheilen. . 1. WRlim,
— Baumfreolern sct'S gesagt, daß ein Kamerad in Würzburg, der 14 Bäume auf öffentlicher Straße geknickt hat, 1 Jahr Grfangniß bekommen und auf 3 Jahre seine bürgerliche Ehre verloren hat.
bei unS anzumelden, damit wir die Präsenzlisten schon Dienstag früh fcrtigstellen
Ohne di-. Mitgliederkarte, die wir auf Wunsch zustellen, die aber auch hier in Empfang genommen werden kann, ist der Besuch der Versammlungen und die Benützung der sonstigen Vergünstigungen nicht möglich.
DaS Localcomite.
Ium XXIII. Kongreß für innere Mission
am 23.-25. September 1884.
Wir machen die Besucher des CongresseS darauf aufmerksam, daß denselben laut einem unter dem 31. August d. I. an unS ergangenen Schreiben der General- binchonen der badischen StaatSeisenbahnen von den deutschen Bahnen eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer der nach bezw. in der Richtung nach Karlsruhe vom 20. Siptember ab gelösten Retourbillett bi« zum 28 September einschließlich zuge- ftanben wurde. Die Retourbillett der Theilnehmer müssen behufs Legitimation gegenüber dem Fahrpersonal auf der Rückseite mit dem Abdruck des KongreßftempelS versehen sein. Die Abstempelung geschieht auf dem Bureau des Evangelischen Vereins, Karlsruhe, Adlerstraße 23, wohin man sich auch zeitig wegen des Bezugs der Mitgliederkarte (ä 3 JL) wenden wolle.
Am 22. September, Abends 8 Uhr, Begrüßungsabend des Kongresses, an welchem die Ansprachen der Delegirten auswärtiger Vereine, Begrüßungen von Behörden rc. stattfinden werden. . Ä .
Man versäume ja nicht, schon zu diesem Abend sich in Karlsruhe einzusinden.
An demselben Tage. Nachmittags 3 Uhr: Sitzung der vereinigten Ausschüsse der südwestdeutschen Konferenz für innere Mission, verbunden mit einer Agenten- konferenz. Hierzu werden die sämmtlichen Agenten unter Mittheilung der Tagesordnung noch besonders eingeladen werden. ,
AuL dem bereits veröffentlichten Programm theilen wir Folgendes noch-
«erlin, 11. September. Betreffs der Uebungen der Reservisten ist zu be- mfrfen daß die zur zweiten (vierwöchentlichen) Uebung einberufenen Er satzreser nisten, so weit' e« angeht, während der letzten vier Wochen der für die zehnwöchentl.che Uebung ober Nachübung festgesetzten Zeit einzuziehen sind, die Gestellung jur dritten lrweiwöchentttchen) Uebung zu einer bestimmten Frist erfolgt. Mannschaften, welche 1883-84 zum ersten Male geübt haben, sind vorab zur zweiten, zur dritten Uebung aber diejenigen einzuberufen, welche 1881—8? zum ersten Male geübt haben. Wo« übrigens die Pflichten der Elsatzreservisten erster Klaffe anbetrifft. so wird denien gen, welche nur im Falle einer Mobilmachung eingezogen werden, ein Ersatzreserveschein i, wenn sie dagegen auch im Frieden ÜbungSpflichtig sind, ein Ersatzreservepaß I enhetlt. Die Inhaber können zwar ungehindert sich von ihrem Wohnorte entfernen, auf Reisen gehen u. s. w., müssen aber dafür sorgen, daß ihnen ein GestellungSschein jederzeit zu» gehen kann. Soll eine Wanderschaft begonnen werden, so ist dsises Vorhaben dem Bezirksfeldwebel zu melden. Während derselben erfolgen nur dann weitere Meldungen, wenn der Ersatzreservist, gleichviel ob im In- oder Auslande in feste Arbeit tritt. Die Inhaber de« Ersatzreservescheins I haben sich bei Mobilmachungen sofort zu stellen, sollten sie sich auch im Auslande befinden- In Friedenszetten sind sie ohne Weiteres zur Auswanderung berechtigt, zur Anzeige derselben jedoch verpflichtet. Die Inhaber eines Ersatzreservepasses I sind dagegen in Friedenszetten zu vier Uebungen verpflichtet, Zurückstellungen von der ersten Uebung habet ausgeschlossen. Die nach außereuropäischen Ländern, mit Ausschluß der Küsten des mittelländischen und schwarzen MeereS, Reisenden können in FriedenSzeiten nach durchgemachter erster Uebung von der ferneren Theilnahme an Uebungen auf zwei Jahre, und wenn sie im AuSlande eine feste Stellung erlangt haben, von der Rückkehr im MobtlmachungSfalle bis zur Entlassung auS der Reserve befreit werden.
— DaS ReichSpostamt hat tn einem Bescheide vom 2. d. M. erklärt, daß die für den inneren Verkehr Deutschlands, bezw. Oesterreich-UngarnS auSgegebenen Postkarten mit Antwort auch zur Verwendung im wechselseitigen Verkehr zwischen den beiden genannten Ländern zugelassen sind, demnach angenommen und ohne Portoeinziehung befördert werden müssen.
Dienstag den 23. September:
Eröffnungspredigt in der Stadtkirche. Stadipfarrer Schmidt. Festhalle: Eröffnung deS Kongresses durch den Präsidenten Herrn Oberverwaltungsgerichtsrath von Meyern (Berlin).
Erste Hauptversammlung in der Festhalle: „Die Arbeiter- kolonie und die Verpflegungsstation." Referent Pastor v. Bodel-
„ 8-10
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Nachm. 2 Uhr:
AbendS 5 „
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Festhalle: Gesellige Vereinigung.
Mittwoch den 24. September:
Festhalte: „Kampf wider die Trunksucht." Referent: Direktor Dr. Stark aus Sttphansfeld bei Straßburg i. E.
„Frauenarbeit und Familienwohl". Referent: Fabrikant Stein- heil auS Rothan im Elsaß.
Gleichzeitig: .
Eoangel. Vereinssaal: „Die Jünglingsoereine." Referent: Pfr. Lic. Weber aus M-Gladbach.
Eoangel. Vereinssaal: „Die innere Mission auf dem Lande . Referent: Pfr. Dr. Römheld in Seedeim bei Darmstadt.
Festhalle: Gemeinsames Festmahl (Couvert 3 J4).
Stadtkirche: Oberconsistorialrath Sttftspredtzer Dr. Burk (Stuttgart).
Schloßktrche: Geh. Kttchenrath Hansen, Oberhospredtger tn Oldenburg.
Festhalle: Gesellige Vereinigung.
Abendpredigten:
Stadtkirche: Pfarrer Blumhard (Bad Boll). Schloßktrche: Superintendent Dryander (Berlin).
mal« mit:
Vormittags 9 Uhr:
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Literarisches.
Eine literarische Arbeit Moltkes.
Wenn etwas dazu angethan ist, die öffentliche Aufmerksamkeit SUtmgen und jede andere literarische Erscheinung in den Hintergrund zu drängen, so ist eS eine literarische Arbeit unseres größten Feldherrn, Generalfeldmarschall Graf Moltke, dessen alinienbe ®eaabu “a au» nach bi-s-r Richtung b'n längst «könnt uob gewürblgt wurbc. Es ist daS Verdienst der Zeitschrift „Vom Fels zum Meer (herausgegeben von W Spemann und rebtgtrt von Prof. Jos- Kürschner), eine lUne, von
keinem Biographen des großen Helden erwähnte Jugendarbeit MoltkeS.dem Publikum wieder zugänglich gemacht zu haben. Der hohe Autor hat daS Werk auf die Bttten der Redaktion genannten Blattes von Neuem durch gesehen und mannigfach geÄrdnt,
so daß nicht nut der Abdruck einer nahezu gänzlich unbekannten, sondern tn diesem Sinn? getabem neuen ärbett vorltegt. Der Essay ist übrigens nich nur wegen setneS Autors, sondern auch inhaltlich von allerhöchstem Interesse und eine der^bemerkens werthesten Aeußerungen über Polen- Der feine Kenner polnischer Verhältnisse, Dr. Karpele« tn Berlin, der dem Essay ein Nachwort betgegeben hat, nennt ihn sehr rtchiig eine der besten und objektivsten Darlegungen diefes schwiertgen und verwickelten Tbemas das nicht klarer und einleuchtender erfaßt und durchgeführt werden konnte. Vorangestellt ist bem Aussatz etn vorzügliche« ’Bort'ätSnioltteStnit !^imstirt-r Unter, N°nS°b^ ^^^^unb'^Lsttgst- ^^n^schrm
@taarb ®on ßartmann unterfu4t ben S*fletartani8aiu5 auf feine Berechtigung. Franz von Holtzendcrff beleuchtet die Verbrechenserscheinungen der Gegenwart tn ihrmr ganzen Umfang und lebtet damit zugleich eine Serie fortlaufender Ar k l ein welche von einem höheren Standpunkt als bem k ”
ber verbrecherischen Phänomene unseres Zeitalters sich def^fitgen wird. Ueder den Selbstmord der Tbiere verbreitet sich ein Effay des Prof. W- Preyer, unter Bei-
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nrtffel fie inHftrtrt bat Der JllustrationSretchthum des Heftes ist übrigens mit den LnnL BÄräU°noch^ng1 ntcht erschöpft, wir erwähmn nur noch bst maler.fchen Schweizer-Ansichten Webers zu einem anmuthigen Artikel Woldemar Kaoens ^n oer Heimaih TellS" und die vortrefflichen Reproduktionen von Bilden deS französisch n Maler« M-tssoni-rs zn beffen Eharakteriftik auS der Fed" P-St». Die BstttSge w g-bunb-n-r Rebe stnb von Wllh Hertz, ber ein K°deS Eldenmärchen aus bem Englischen übersetzt, von Herm. Allmers. Emil Peschkau und lliich. teanaer Sammler haben wir gegen 20 verschstbene Rubriken mit m-hr flIä 40 Jlluftraltonen
Donnerstag den 25. September:
Bonn. 8—10 Uhr: Festhalle-. „Die Stadtmission". Referent: Pastor Zinßer aus Leipzig.
„ 10—12 , Festhalle: »Wie kann die volksthümliche Wirksamkeit der evangelischen Kirche durch die innere Mission gefordert werdenReferent General-Superintendent Nebe aus Münster.
AbendS 5 Uhr: Stadtkirche: Schlußgottesdienst: Pft. Löbscher, Gesängniß-
prediger in Ensishetm, Ober-Elsaß.
(Am Dienstag und Donnerstag wird um 2 Uhr Gelegenheit zu gemeinsamem Mittageffen gegeben werden.)
Freitag den 26. September:
Ausflüge zur Besichtigung von Landesanstalten. 7 Uhr 15Min. mit dem Oberländer Zug nach Jllenau. Theilnehmer wollen sich spätestens bis Donnerstag Abend auf dem Bureau melden. mirn
Wir laden zum Besuch des Kongresses alle Freunde der inneren Mission herzlichst ein. Soweit es noch möglich, werden wir alle Gesuche um Freiquartiere während der Kongreßtage berückfichttgen. Doch bitten wir dringend auch diejenigen Besucher, welche bet Freunden oder in Gasthöfen zu wohnen gedenken, sich baldigst


