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Gießen, 11. Mai. Das gestern Abend in Wenzel's Garten von Herrn H anö Schuster unter Mitwirkung der Damen Fräulein Marie Langsdorfs und Fräulein Emilie Müller und des Herrn August Ruff veranstaltete Concert versammelte ein nicht sehr zahlreiches aber auserlesenes Publikum. Das Concert war in seiner Art etwas Neues für Gießm- Das Programm bot außer einem Duett für Gesang und Violine durchgehende Solonummern; daß trotzdem das Concert nicht das Gepräge der Einförmigkeit erhielt, war einerseits der glücklichen und geschmackvollen Zusammenstellung des Programms, andererseits der künstlerischen W'.edergabe jeber einzelnen Nummer zu verdanken. Der freie, ungezwungene Vortrag, der reine und volle Strichs das seelenvolle Spiel ließen uns Herrn Schuster als einen echten Künstler erkennen, der mit den ersten in die Schranken treten darf. — Wie er die klassische Composit'on von F. W- Rust durch seine geniale Auffassung zu ausgezeichneter Geltung brachte, ja glänzte er in der Polonaise von Wreniawskt durch erstaunlichste Technik-
Fräulein Marie Langsdorfs ist uns von früher bekannt: ihre ausgezeichnete Schulung und tiefempfundener Vortrag haben sich auch diesmal glänzend bewahrt; ihre Stimme scheint an Umfang und Tonfülle gegen früher noÄ gewonnen zu haben.
Herr Ruff war vielen von uns wohlbekannt; die volle Stimme, das wunder-- volle Ptamssimo, die echt künstlerische Auffassung, besonders des Erlkönig von Schubert, gewannen ihm vollen Beifall. , r,, p .
Fräulein Emilie Müller aus Frankfurt zeichnete sich sowohl durch «xacte Begleitung der Vtolin-Vorträge des Herrn Schuster, als auch besonders durch den Vortrag der ss-äur-Polonatse von Chopin aus. Ihre vorzügliche Technik zeigte stch in der überaus leichten und spielenden Ueberwindung auch der schwierigsten Passagen. Reicher Bestall lohnte d<e noch sehr jugendliche und anmutbiye Künstlerin.
«SS t&r. Es
zu sein, welcher Ausschlüsse über die Lage in Egypten zu geben hätte, abschlägiz beschieven worden, .. :
Rovigo, 11. Mai. Bei Cerea sind zwei Elsenbahnzüge zusammengestoßen, wobei 19 Militärpersonen und eine Civilperson verwundet wurden.
Shanghai, 11. Mai. Ein Telegramm des „North - China - Herold" aus Peking von heute sagt, die Kaiserin habe sich mit LuHung-Changs Denk- schrist, worin derselbe eine sofortige Verständigung mit Frankreich empsiehlt, un We entlichen einverstanden erklärt. . ,
Konstantitnopel, 11. Mai. Midhat Pa,cha rst in Folge eines Kar- bunkel-Leidens, von dem er befallen worden war, gestorben.
Wafferwärme -er Lahn.
Am 12. Mal, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: IW R. - Ä‘
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Am 29. März wurde der Beschließer am Gefängniß zu Darmstadt Hein- -riL Keil, am 30. März wurde der Schullehrer an der Gemeindejchule zu Nieder- Ingelheim Anton Grooß aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen und ersprießlichen Dienstsührung, m den Ruhestand versetzt.
13. Concurrenzeröffnung: . OQn.
Erledigt ist: Die evang. Pfarrstelle zu Romrod- Dotation 2304 JL
Berlin, 10. April. Seine Majrstät der Kaiser geleitete heute vormittag Ihre Majestät die Kaiserin bet Aüerhöchstdereu Abreise zum Bahnhof und empfing sodann dm Fürst-n^ron Bulgaren. ^^uprlnz b-stchtigt- in BerI«tUng Sr. Maj d°s »aisers Vormittags 11 Uhr das Kaiser Alexander Garde-Grenabter-Regtment aut dem Temvelboier Felde im Feuer. Se. K. K. Hoyett war hierbei begleitet von dem Prinzen von Wal s, welcher die Uniform der Blücher'schen Husmen trug, dem Fürsten von 9^iiirtarten dem Prinzen Christian von Holstein und Sr. K. Hoheit dem Prinzen Hein- rtch? An'dem nach der Besichtigung Mittags in dem Kronprinzlichen Palais statt- •finbcnben Dejeuner nahmen außer den genannten Höchsten Herrschaften noch Seine K. Hoheit der Prinz Wilhelm, sowie die Frau Kronprinzessin mit den Prtnzessia- Töchtern Theil. Wales machte heute dem Fürsten Bismarck einen längeren
Besuch und ebenso besuchte später auch Seine K. K. Hoheit der Kronprinz den Reichskanzler^ Abgeordnetenhause wurden heute die §§ 1 bis 7 der Communal- steuervorlage in dritter Lesung mit geringen Änderungen angenommen. - Die Fort- Kfeiinsjb«„hne Debatte in erster und zweiter Lesung die Vorlage betr. die Dotation kür die Cholera»Commission. — Bei der daraus ^olatttden Svecialberathung des Soctaltftengesetzes sprach der Abgeordnete v. Minnige- rode für Annahme der unveränderten Regierungsvorlage. Abgeordnete Gcyser deantraate die Streichung des § 1, während der Abgeordnete Windthorstfür seine Anträge eintrat. Bet der Abstimmung wurden die SS 9, *0, 17, 18, sowie und 13 mst dm Anträgen Windthorst, die SS 26 und 27 dagegen unter Ablehnung der bezügl chen Mtndtborst'schen Anträge unverändert angenommen. Die von dem Abgeordneten Windt barst iiim t 28 gestellten Anträge wurden abgelehnt. Vor der Gesammtabsttmmung über die Regierungsvorlage mit den Anträgen Wtndthorst's zog der!Abgeordnete Windt- chorst seine Anträge zurück, worauf die Regierungsvorlage in namentlicher Abstimmung mit 189 gegen 157 Stimmen angenommen wurde.
Hannover, 10. Mai. Die heutige Zierliche Enthüllung deS Kriegerdenkmals der Provinz Hannover für den Krieg von 1870/71 gestalte^ sich zu einer großarligel! vZrioiischen Kundgebung. Se. K. Hoheit der Prmz Albrecht von Preußen, die Generalität und die Spitzen der Civilbehörden, Deputationen der Regimenter des 2l^mtt- korps, Vertreter aller Städte der Provinz, gegen 12,000 Mitglieder der Kriegerverstm nahmen an der Feier Thetl. Als Landrsdirector v. Bcnwgsen am Schluffe seiner schwungvollen patriotischen Festrede die Erlaubniß zur Gnthüllurg des Denkmals erbat. wandte sich der Prinz Albrecht an die Anwesenden mit den Worten: Mit Gott für König und Vaterland, so haben sie gekämpft, so sind sie Metallen, denen dies Monument errichtet ist. Begrüßen wir dies Denkmal einer großen Zeit m t dem Rufe, in dem Alles zusammengefaßt ist, was deutsche Treue heißt. Gs lebe der Kaiser Hurrah \H — Während die Menge unter dem Donner der Geschütze begeistert einstimmte, wurden von allen Kirchen die Glocken geläutet und von den. kRufikkorp^ Heil Dir im Siegerkranz" intonirt. Ihre K. H. die Frau P^nzgssin Albrecht und die drei jungen Prinzen wohnten der Feier von einer Loge aus beb Die Stadt ist mit Fahnen und Guirlanden geschmückt. Die Bevölkerung ist in der gehooensteu ^"""Hamburg, 10. Mai. Heute Morgen hat auf der Elbe ein Zusammenstoß des von Sulina kommenden Dampfers „Engadine" mit dem nach Amsterdam bestimmten Dampfer „Amsterdam" stattgesunden. Letzterer rst der Scyulau auf den Strand gesetzt und hat Assistenz, der „Engadine" ist in Hamburg angekommen, das Vordertheil ist voll Wasser.
Hesterreich.
Wien, 10. Mai. Der Generaladjutant Sr. Maj. des deutschen Kaisers, General Graf von der Goltz, ist heute Vormittag hier eingetroffen, um im Auftrage er. Majestät des Kaisers den Beisetzungsfeierlichketten für die Kaiserin Maria Anna beizuwohnen. Der Generalstabs-Hauptmann von Chavanne ist demselben zur Dtenstlerstung zugew.esen. Bochnia und Slotwlna gerieth heute Nacht in dem dort passirenden Mostmae der Vostwaaen in Folge der Explosion eines Gepäckstücks in Brand; der Postwagen wurde seZarirt und das Feuer gelöscht, vom Inhalte des Postwagens ist aber nichts gerettet worden. Der Zug traf mit 2V2 Stunde Verspätung in Lem- verg ein.
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Alleinig der
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England.
London, 9. Mai. Im Oberhause trat Lord Granville sehr lebhaft für den Congo-Vertrag ein, der England große Vorthelle sichere; als Zweck des Vertrags bezeichnete Lord Granville die Ausdehnung des Handels und bie Unterdrückung des Sclavenhandels. < Lr
Birmingham, 10. Mai. Die Untersuchungs-Verhandlung gegen die drei verhasteten Fenier Daly, Egan und McD'onnel ist heute wieder ausgenommen worden. Die Angeschuldigten wurden vor die Assisen verwiesen.
Aegypten.
Kairo, 10. Mai. Der Mudir von Dongola telegraphirt, daß die neulich abgesandte Recognoscirungs-Abtheilung nach Dongola zurückgekehrt sei und berichte, daß Miraweh, der südlichste Punkt, mit welchem die telegraphische Verbindung noch offen, von den Insurgenten besetzt sei. Das ganze Land südlich von Debbah befinde sich in vollem Ausstande; er, der Mudir, habe eine beträchtliche Streitmacht irregulärer Truppen abgesandt, um die Straße über Debbah hinaus wieder frei zu machen.
— Gerüchtweise verlautet von einem Streite zwischen englischen Soldaten und Beduinen, welche an. dem User des Sees Marriot wohnen; es sollen mehrere Personen getödtet sein.
— Ein von englischen Osficieren befehligtes Bataillon der egyptischen Armee, welches bisher in Affouan stand, ist nach Madihalfa abgerückt und soll in einigen Tagen durch eine Abtheilung Kavallerie von Kairo aus ersetzt werden Der Mudir von Dongola hat seine Bitte um Verstärkung erneuert und sich, falls ihm dieselbe bewilligt würde, anheischig gemacht, dem Fortschreiten der Jnsurrection Einhalt zu thun. , , , L
— Wie es heißt, wären die englischen Militärbehörden angewiesen worden, für eine eventuell abzusendende Expedition zum Entsätze von Khartum Vorbe- reitungen zu treffen._____________________________
Telegraphische Depeschen.
WoLff'S teLege. Corrrsposr-ers^BrrresA.
Baden-Baden, 11. Mai. Ihre Maj. die Kaiserin ist diese Nacht gegen 12 Uhr hier eingetroffen. Jeder Empfang war aus Wunsch Ihrer Majestät unterblieben.
Lo-ndon, 11. Mai. Wie der „Observer" meldet, ist der von dem -^rhedive geäußerte Wunsch, auf der Conferenz durch einen Delegirten vertreten
BermLschteH.
— [@in wahres Wort Über Stenographte.j Angesichts der practischen Bedeutung dieser Kunst und der täglich wachsenden Beachtung, welche ihr von den verschiedensten Thetlen des Publikums erwiesen wird, halten wir es für geboten, auf einen Punkt aufmerksam zu machen, dessen falsche Auffassung schon vielfach Jrrthümer und Mißverständnisse in den Kreisen jener, welche von der Stenographie noch keine oder wenig Kenntntß haben, hervorgerufen hat. Es betrifft dieser Punkt die Frage: „Wir viel Zeit braucht man, um die Stenographie zu erlernen ?*
Wie überall, so kommt es auch hier zunächst aus die Individualität des Lernenden an, aber Eins müssen wir auf Grund vielseitiger und langjähriger Erfahrungen unbedingt festhalten: unter den günstigsten Voraussetzungen sind zur Erlernung der Stenographie immerhin mindestens 20 bis 40 Actionen oder Stunden absolut erforderlich. , .
Wer das Wesen der Stenographie kennt, wer die Grundlagen kennt, auf denen diese Kunst aufgebaut ist — wir sprechen hier von den rationell practisch erprobten Stenographtesystemen — wird uns recht geben, wer anders sagt, wie dieses vor einiger Qeft im Ncndm Deutschlands und dann selbst hier geschah, der spricht nicht die Wahrheit, sei es aus Mangel an Sachkenntniß oder weil er das Publikum irre führen will.
Es ist auch nicht denkbar, daß so Großes, so Praktisches, wie es die Stenographid leistet in Bezug auf Zeit- und Raumersparniß, den Lernendrn in wenigen Stunden beigebracht werden kann. Es wird heutzutage die Forderung nach Kenntnch der Stenographie in den verschiedensten Berufsklaffen immer häufiger, weil eben die Vorthet/e dieser Kunst für den Einzelnen wie für Körperschaften immer mehr eingesehen und geschätzt werden, aber es darf sich ja Niemand der Meinung htngeben, daß diese Kunst weniger Zelt, Fleiß und Ui'bung erfordere als andere Künste hoher Art.
Ob Jemand die Stenographie sür sich privatim zu seinen Notizen, seiner Corre- spondenz u. s w. verwerthen will, oder ob er in einem öffentlichen Geschäft die Schnell- schrist zu seinem oder sstner Prinzipale Vortheile ar.wendet, oder ob er darnach strebt, im öffentlichen Leben in Parlamenten, Congreffen und Vereinigungen die Reden und Vorträge wortgetreu zu fixirrn, überall muß er sich eine gründliche Kenntntß der stenographischen Zeichen und ihrer Verbindung untereinander, sowie das Kürzungsverfahren in Wort und Satz aneignen, es muß diese Kenntntß durch fortgesetzte Uebung in Fleisch und Blut übergehen, dann wird er aber auch an sicherfahren, welcher große Vorthetl in der Kenntntß dieser Kunst liegt. Der Erfolg, den er damit nach so vtelm Richtungen erreichen kann, wird ihn genugsam entschädigen für die aufgewendeten Stunden ernster Arbeit.
Schiffsnachrichten.
Bremen, 6. Mai. Mr ttansatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Elbe, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. April von Bremen und am 26. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angetommen.
Bremen, 9. Mai. Der Poftdampfer Etder, Capt. W. Wrlligerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. April von Newyork abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Uhr Abends die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 667 Passagiere und volle Ladung. '
Zur Beachtrmg
Schriftliche Anfragen wegen AuskunftsertheiLung über Inserate ?c können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Ruckantwor't betgelegi ist. Ueber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, rst dre ELp dlfion zu keinerlei Ausrunftsertheilungen befugt. Offertenbrrrfe find — fowest keine bestrmmten aegentbeiligev Abmachungen getroffen wurden — m der Ervedrtwn abrubo^en^—~
Revertoir der vereinigten Stadttheater ;u Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 13. Mai: Die l-sttgen Weiber.
Mittwoch den 14. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Eintrittspreisen: FigaroS Hoch ^"nne?stag^d?n Ib^Mat? Gastspiel des Herrn Perotti, sowie deS Herrn Grienauer. Der Troubadour. Maurice: Herr Perotti. Luna: Herr Grienauer.
Freitag den 16. Mai geschlossen.
Samstag den 17. Mat: Lakme.
Sonntag den 18. Mai: Walküre.
Schauspielhaus.
Dienstag den 13. Mai: Harold.
Mittwoch den 14. Mat: Der Richter von Zalamea.
Donnerstag den 15. Mai geschlossen. , . . . . .
Freitag den 16. Mai: Zum ersten Male: Rienzi. Trauerspiel in 5 Akten von Em'l Ptrazzi.
Samstag den 17. Mai: Fe en Hande.
Sonntag den 18. Mai: Harold. ——-


