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Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
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PreiS vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringsrlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
Vermischte O.
Darmstadt, 6. April. Die „H.L" theilt folgenden Fall mit, der zur Warnung dienen möge: „Ein hiesiger Geschäftsmann wurde dieser Tage mit einer erheblichen Geldstrafe belegt, weil sein Sohn ein fremdes Haus mit Schwarzheide bemalt hatte. Die so stark verbreitete Unsitte, olle möglichen Gegenstände als Hauser, Bänke rc., zu bemalen unö zu besudeln, qvalific'rt sich se nach den Umständen als vorsätzliche und rechtswidrige Sachbeschädigung oder als grober Unfug und kann nach dem Strafgesetzbuch bis zu 1000 X oder bis zu 2 Jahren Gesangr.itz, im letzterenFalls mit Geldstrafen bis 50 X oder bis zu 6 Wochen Haft bestraft werden." (Auch b er nimmt dieser Unfug so sehr überhand, daß man sich ordentlich wundern muß, daß nicht langst schon mehrfach gesetzlich dagegen emgeschritten worden ist. Die Eltern ober sollten sich den Darmstädter Fall zur Warnung dienen lassen und bedenken, daß sie es sind, die für derartige Beschädigungen durch ihre Kinder aufzukommen haben. Schule und Haus jedoch sollten gemeinsam auf das Nichtswürdige solchen Thuns mit allem Nachdruck Hinweisen und solchen Ausbrüchen von Rohheit auf das Energischste ent- aeaentreten. Auch die Polizeiorgane werden sich den besonderen Dank der Häuschen- thümer verdienen, wenn sie für diesen schändlichen Unfug ein besonders wachsames Auge haben 9 April. (Electrische Bahn.j Nach heute erfolgter Uebernahme
der electrtschen Bahn seitens der preußischen Behörde wird dieselbe morgen, Donnerstag, dem Betrieb übergeben werden. Die 6555 Meter lange Bahnstrecke, die längste aller bis jetzt bestehenden electrtschen Bahnen, wird, eingerechnet 5—6 Minuten Zeitverlust an den 12 Haltestellen, ta 24—26 Minuten zurückgelegt. Das bis jetzt aus sechs Wagen bestehende Betriebsmaterial wird in nächster Zstt um zwei weitere und zwar offmr Sommerwagen vermehrt werden; außerdem werden noch einige Trambahnwagen anaeschafft, um an die mit Dynamomaschinen versehenen Wagen angehängt zu werden. Ein genauer Fahrvlan ist noch nicht festgestellt, doch soll vorläufig von Moraens 6 bis Abends 11 Uhr jede halbe Stunde an den beiden Enden der Strecke ein Waaen abg'lassrn werden, während späterhin viertelstündiger Betrieb eingerichtet werdm soll- Was den Fahrpreis anbetrifft, so beträgt derselbe bis Oberrad (Weiche) 10 und von da bis Frankfurt (alte Brücke) ebenfalls 10 so daß sich ber Fahr- vreis für die ganze Strecke auf 20^ stellen würde. Außerdem werden Billetbüchelch-n i 50 St zum Preise von 4,50 X zur Ausgabe gelangen, was einer Ermäßigung von 10 pCt. entspricht und den Fahrpreis demgemäß auf 18 4 reducirt. Diese Büchelchen sind auf keinen Namen ausgestellt, allo übertragbar, dock muß ausdrücklich bemerkt werden daß es nicht erlaubt ist, die Coupons zu Hause aus dem Heftchen zu trennen, sondern daß dies von dem Conducteur in dem betreffenden Wagen besorgt werden mutz. Die Ingenieure von Siemens u. Halske werden auch nach der Eröffnung noch so lange hier bleiben, bis das Personal vollständig eing-fahren ist. An den kommenden Feiertagen steht jedenfalls manch heißer Kampf am Mathildenplatz bevor und wird mancher
Nidda, Butzbach, N i e d e r - W ö l l st a d t,
»mm.
) Ufc vom
2606
Deutschland.
Cisenach, 10. April. Der „liberale Reichsverein" hat In zahlreicher Versammlung feu.t Umwandlung in einen „nationalliberalen Retchsveretu" mit Anschluß an das Heidelberger Programm einstimmig beschlossen.
Aegypten.
Kairo, 9 April. Die Mintsterkrifis dauert fort; Nubar Pascha erklärte, er «olle seine Entlassung aufrecht halten und fügte hinzu die Dffferenzen mit Clifford Lloyd seien keineswegs persönlicher Natur, er (Nubar Pascha) könne aber nicht für die Handlungen von Bcamten verantwortlich sein, welche nominell feinst Befehlen unterbeut, in Wirklichkeit aber von ihm unabhängig seien. Nubar Pascha dichtete an den Generalkonsul Barina ein Schreiben in diesem Sinne mit der Bitte, ihn bezüglich seiner Demission zu unterstützen. Die Entscheidung wird für morgen erwartet. Der Khcdtve soll für Nubar eintreten. _ r, . . _
_ General Wood erhielt heute Nachmittag eine Depesche deS Generals Gordon aus Khartum vom 1. dss. Mts., in welcher dieser meldet, daß die Auf- 8indischen in den Gefechten am 30. Mir, 40 Todt-, 8 Verwundete und 16 Pferde verloren.
Amerika.
Washington, 9. April. Dem Senat ist ein Antrag zugegangen, den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu ermächtigeu, die internationale afrikanische Gesellschaft als die im Kongogebiet domiutrende Macht anzuerkennen.
— Der dem Ackerbaudepartement zugetheilte Veterinarbeamte berichtet, daß n den jüngsten im Westen vorgekommenen Krankheitsfällen unter den Thteren kein Symptom einer ansteckenden Maul- und Klauenseuche zu finden sei; die Untersuchung habe ergeben, daß die Krankheit von dem Futter der Thiers herrühre.
’9e,: 2649 M. |of. 2 Uhr aus bet Vorstand.
„ Gernsheim, „ Groß-Gerau.
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Betreffend: Ten Nemonte-Ankauf pro 1884.
)Iibem Herrn M sberg ober l'm- . zum Mls m an die Md- d-
am 21. August in Lampertheim, Bickenbach,
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Kraussg. 5 35 Pfg.
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Fahrluftige unbefriedigt von dannen ziehen und seine electrtschen Wünsche auf kommende Zetten verschieben müssen. ,
Mainz, 8. April. Vor mehreren Jahren verschwand mit Hinterlassung bedeutender Schulden ein Geschäftsmann aus hiesiger Stadt. Spater brachte man in Erfahrung daß der Flüchtige sich nach Amerika gewendet habe. Die Gläubrgec machten einen Strich durch ihre Forderungen. Aw Sonntag Vormittag stellte sich indcß sammtlichen Gläubigern des nach Amerika Abgereisten ein Herr auS Frankfurt am Main vor und bezahlte bei Heller und Pfennig besten damals ungetilgte SÄütdeM 5
Schönberg, 6. Avril. Dem „Bergstr. Boten" entnehmen wir Folgendes: Im Alter von 98 Jahren ist gestern die W'ttwe des ehemaligen Wirthes Gott,chalk, die älteste hiesige Frau, gestorben. Dieselbe war rüstig bis an ihr Lebensende und war e‘n Driainql in ihrer Art- Sie hatte z. B. noch nie eine Eisenbahn gesehen, trotzdem dieselbe nur eine halbe Stunde von h-er entfernt vorüber fährt- Ihren Angehörigen gegenüber, welche schon alles Mögliche aufboten, sie zur Station Bensheim zu bewegen, um ihr daselbst das Dampfroß zu zeigen, äußerte sie gewöhnlich, daß sie gar keine Luft habe, dieses „Fuhrwerk" zu setzen.
— sDer Bettelstudent" — durchgefallenWer häste das wohl für möglich gehalten. In Mailand wsr's, wo die heitrrc Composition von Millöcker unter Schreien, fischen, Pfeifen, unter einem unerhörten Lärm, wie ihn nur ein italienisches Puolikum zu Stande bringen kann, aufqesührt und nur mühsam zu Ende gespielt wurde. Dir Aufführung war, wie auS Mailand mttgetheilt wird, freilich miserabel genug. Dre Uebersetzuna des Tertes ist geradezu sinnlos, Vieles ist verändert, Vieles wieder, w.e z. B. das ^Schwamm drüber"rCöuplet, ist weggelassen. Das größte Verdienst um daK Fiasco hat aber der Kapellmeister, der die lustigen Melodien im langweiligsten Trauer» Marschtempo dahinschleichen ließ.
- Von der Freien Organisation junger Kaufleute zu Berlin erhalten wir folgenden Mahnruf an alle Eltern und Vormünder. Was sotten unsere Kinder lernen? Je näher der Einsegnungstermin heranrückt, desto dringlicher wird für alle Eltern die Entscheidung über diese wichtige, die ganze Zukunft derZungen Leute beeinflussende Frage. Im Allgemeinen herrschte heute noch immer eine groß^. Vorliebe für den kaufmännischen Beruf, in welchem ied°», obgleich der Zuwachs von Lebrlinaen unvermindert fortbauert, «'N so geringer Bedarf an bezahlten Arveits- fräften herrscht daß eine Mehrzahl der Handlungsgehülfen monate-, ja jahrelang brod- und stellenlos herumirrt und dabei meist moralisch und physisch verkommt. Abgesehen Ä KÄ Ansprüchen an die wissmfchastli». Bildung d°luug-n Mannes, sind die Besoldungen vielfach auf ein kaum auskömmliches Matz herab- gedrückt, die Aussichten aus eine spätere Etablirung "ber nur bei veihältnißmäHi« erheblichem Capital gegeben. Das sind die verlockenden Aussichten, welche sich dem^ die kausmännsiche Carridre dnlrelenben Lehrlinge bieten, und auch die Lehrzeit «n em« grötzeren Handlungsinftitut dielet nicht die ü-r!ngsien Garantien füret«.’’a‘er*8 leichtertes Fortkommen- An alle Eltern und Vormünder kann daher nicht dringend a^nua die Mabnmm gerichtet werden, erst nach reiflichster Überlegung ihre Kinder de« kausmännifchen Bern? ergreifen ,u Uffen.
Wahl irgend eines Handwerks zu rathea sein, das seinen „goldenen Boden immer noch nicht verloren hat. , .... m .
__ sNüklicke Mtttbeilung i Allen Hausfrauen dürste ein practtscher Versuch mit dem in zehnjähriger Anwendung bewährten PrV
an (, b r pmnfnRTpti mprhpn indem dieses kräftige, habet absolut unschädliche und diutge Wasch- und Reinigungsmittel, bet bequemster Anwendung viele Vorths daher allerorts große Verwendung in Haushaltungen, Pensionaten, Waschanstalten, Fabriken und Staatsanstalten findet. w
- sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche detz 11. Aimee-Corps.^ Aus verschiedenen Stationen, König!. Eisenbabnbetricbsamt 8. ^Aer-
meist^-Aspiranten, Anfangs le 75 X, nach 6 Monaten 87,50 pro Monat, Aussicht Nerbefferuna vorbanden. Allstedt (Großh. Sachsen), Postamt, Landbriestrager, 450 X Gehalt ^und 60 X Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt a. ^beschaffner» 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgel^uschuß; AussrÄt a^ banden. Frankfurt a. M, Direction der Main-Neckarbahn zu Darmstadt, Weichenwärter, 930 X Gehalt, gesetzlicher ©o^nun0§Oelb^^^u&
lAräfentbal H--rroal Amtscinnahme, Amtsetnnahmediener und Exekutor, 900 X Re- muneration und W anfallenden Mahn- und Pfandgebühren.
der Gefängnißansialten, Aufseher. 1200 lährltch tncl. 66 .NW^^wetth für Dienstkleidung. Mainz, Postamt, Siadtpostoote, 750 Gehalt jährlich und 180 X Wohnungsgeldzuschuß. Weilburg, Postamt, Landbriefträger, 540 X Gehalt lahrltch nnb 108 n Mobnunabaeldzuschuß. Weimar, Gendarmerie-Eommando, 2 Fuß- ambarmm^ Class-und 180 Ä, Di-nstanswandsv-rMung; Aussicht aus Berb-ss-rung Lorh-öd-n Wchlar, Postamt, Packetträger, 750 M G-Halt und 72 M Wohuungs- 1 geldzuschuß.
Nr. 88. Zweites Blait. Sonntag den 13. April 1SSM
«iu'ßi’iicr Anzeiger
' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
3unl Ankauf von Mmontm im Alter von oorzngsw-is- 3 und ausnahmsweise 4 Jahren sind im Bereich des Großherzogthums Hessen für diese. Zahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worben und zwar.
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26. „ „ Groß-Bieberau, f , rr.
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Rerlin d n 26 ^brÜar 4884 Königlich Preußisches Kriegs-Ministerium, Abiheilung für das Reinontewefen.
Bertlu, oen 2b. Fevruar 1004. 0 v Troschke. Gr. v. Klrnckowstroem.


