Ausgabe 
10.12.1884 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

1881

Mittwoch den 10. December

AweitesBlatt

Mr. 289

Gießener

nzerger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Erscheint mit SksHnchme We «snt»-O

MW»sa«r vchukstratze 7.

' e

Ob er Hess en.

Starkenburg:

Darmstadt BenShetm Dieburg Erbach Groß-Gerau Offenbach

Gießen AlSfeld Friedberg Grünberg Nidda

68.8290 Kilometer,

118.3120 ,

104.6375 ,

196,6785

76,4670

85 0950 ,

mehr mit dem Namen Ferien belegen kann. In beiden Häusern des Parla­ments sind vor der Vertagung wichtige Gesetzentwürfe zur Annahme gelangt, indem das Oberhaus am Freitag die Wahlreform-Bill in dritter Lesung debattelos annahm, während das Unterhaus am vorhergehenden Tage die Bill über die Neueinthellung der Wahlbezirke in zweiter Lesung nach siebenstündiger Debatte genehmigte; an dem Zustandekommen der Wahlreform ist somit nicht mehr zu zweifeln. Die Vertagung des Parlaments giebt zugleich Herrn Gladstone Ge­legenheit, seine volle Kraft der auswärtigen Politik zuzuwenden und vielleicht werden wir schon in nächster Zeit von einem bestimmteren Auftreten Albions im Sudan wie in Südafrika und den westafrikanischen Angelegenheiten hören.

Die Colonial-Frage wird auch in einer der nächsten Sitzungen der italienischen Deputirtenkammer zur Sprache kommen. Der Vorsitzende der betr. Kammer-Commission wurde gelegentlich der Berathung über die Verbefferung des Hafens von Affah beauftragt, die Regierung wegen ihres Programmes in Bezug auf das Rothe Meer zu interpelliren. Die Erklärungen, welche der Ministerpräsident de Pretis hierüber abgeben wird, dürften nicht nur in Italien, sondern auch in Paris und besonders in London, wo man Italien bereits als den Nebenbuhler Englands im Rothen Meere betrachtet, mit Interesse entgegen­genommen werden.

Zwischen der Regierung der argentinischen Republik und dem heiligen Stuhle ist ein ernster Conflict ausgebrochen, der seinen Ursprung darin hat, daß sich die hohe katholische Geistlichkeit in Argentinien verschiedene unduldsame Uebergriffe erlaubte. Daß die Sache schon weit gediehen ist, erhellt aus dem Umstande, daß der Präsident der Republik dem apostolischen Delegaten Matera die Pässe mit der Weisung zuschickte, binnen 24 Stunden das Gebiet der Republik zu vsrlaflen. Welchen Ausgang 'oieser südamerikanischeCultur- kamps" nehmen wird, läßt sich zur Stunde noch nicht beurtheilen.

Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit »rii Durch He Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark

Darmstadt, 3. December. [Hu8 dem Staatsbudget.) Für die laufeode Unterhaltung der Staatsstraßen und die Gehalte der Sttaßenmetster und Straßenwärter, bezw. Bauaufseher, ist tu dem Budget für 1885-88 der seitherige Be­ttag von 820,165 JL angefordert.

ES berechnet sich sonach bet einer Gesammtlänge der Ettaßen von 1856,4 Kilo­meter der durchschntttltchr Aufwand für daS Kilometer StraßenlSnge auf jährlich

650,0190 Kilometer.

Rheinhessen: Mainz 123,9755 Kilometer,

in8ta8 Ab,^

S Weilt;

efö, Halbverdeck

' 8122

Jlohrmann Ktennar-AM.

LW zu verlach, Wiiiucß 18.

trantle!

p Klempner.

16 Ausnützung des »wnUt. Nicht lieh.

abfik 8036

V. 41.

Mainz 3. December. In unserer Stadt habea bte Kinderkrankheiten, be­sonder« die Masern, sehr überhand genommen, in Folge dessen auch die Sterblichkeit der Kinder, eS sind beispielsweise tn der letzten Woche nicht weniger alS 56 Kinder an Masern und fonft gen Kinderkrankheiten gestorben, eine große ist. In manchen Schulen fehlen 2030 Kinder. Von Seiten der Polizei werden gegenwärtig Er. Hebungen über diese Krankheiten gewacht und dürfen diejenigen Kinder, welfie in einem Hause wohnen, in welchem ein Kind an den Maseru erkraukt ist, die Schule nicht mehr bis zur Wtedergeuesung - besuchen.

Frankfurt, 4. December. DaS ,Frkf. Jl." bringt folgende Warnung:pte Hausirer führen nicht selten Maaren mit sich, die nur alS SLund bezeichnet werben könne». Wir meinen nicht jene armen Leute, die mit leicht »erkäuflicheu Dingen, «16 Hemden- und Manschetten-Knöpfen, Kämmen, Cigarrenspttzen und dergleichen hier hausiren gehen, um sich schwer genug eiu paar Mark zu verdienen, sondern solche Leute, die, meist von auswärts kommend, Maaren feildteten, deren Qualität auf ihre Güte hi» nicht so leicht geprüft werden kann. Dazu gehören namentlich Leinen und Letnen- waaren, Tuche, Goldwaaren rc. Einer von diesen Hausirern macht gerade jetzt die hiesige Stadt unsicher. Er ist der Sprache nach auS dem Hansooer sche» gebürtig und handelt mit Leinenwaaren und Tuchen. Ein junger Mann kaufte U dieser Lage für 60 JL Tuch bet ihm, erfuhr aber anderen TageS, daß er beschwindmt worden, den» dieS Tuch sei mit 30 JL viel zu theuer bezahlt. Zufälliger Weise fand der Käufer den Haustrer wtader und ersuchte ihn um Zurückzahlung der 60 JL und Zurücknahme deS TucheS. 818 sich der Mensch dessen weigerte, drohte der junae Mann mit der Polizei, worauf ihm sein Geld wieder erstattet wurde. I» öffentlichen Jntereffe sei auf de« haustrenden Schwindler aufmerksam gemacht. c t _

Zellberg (im Zillerthal). In der Gemeinde Zellberg fand am letzten Sonata, eine Ktnder-BerfteigerUNg statt. Drei Kinder eine« armen Mnnnes der sich bei« Bergwerk verletzt hatte, wurden im Wege einer Derstetgerung weggegeben. Wer de« geringsten AusstattuugSbetrag verlangte, dem wurde das Kt«d ryeschlage«. Auf die Person deS ErsteherS wurde dabei keine Rücksicht genommen. Niedliche Zustände iet de« schöne» Zillevchal l

nSSt %sss:

E»

10.»*'

Politische Ueberstcht.

Gießen, 9. December.

Der Kaiser hat die für vergangenen Samstag projectirt gewesene Hof­jagd in der Göhrde (Provinz Hannover) wieder aufgegeben. Dagegen gilt die Abhaltung einer größeren Hofjagd im Grünewald als sicher; dieselbe wird den getroffenen Dispositionen gemäß am 13. d. Mts. abgehalten und werden ihr u. A. auch der König von Sachsen und der Großherzog von Sachsen-Weimar beiwohnen.

Der Reichstag hat, nachdem er erst am Donnerstag die zweite Be- rathung des Etats begonnen, bereits nach Beendigung der Freitagssitzung eine kleine Pause in seinen Arbeiten eintreten lasten müssen, um den verschiedenen 'Commissionen wieder einen Vorsprung mit ihren Berathungen zu ermöglichen und wird er demnach an diesem Dienstag die Diskussion über den Etat fort* setzen. Die am Donnerstag und Freitag über diesen Gegenstand gepflogenen Verhandlungen haben nichts besonders Interessantes zu Tage gefördert und wurden die meisten der betr. Etats-Positionen an die Budget-Commission zur näheren Prüfung überwiesen. Hervorzuheben ist aus der Freitagssitzung die Debatte über den socialdemokratischen Antrag, den Termin für das Inkraft­treten des Krankenkaffen-Gefetzes vom 1. December 1884 auf den 1. April 1885 zu verschieben. Da das betr. Gesetz mittlerweile schon in Kraft getreten ist, so ließ Abg. Grillenberger diesen Antrag wieder fallen und brachte dafür einen Eventual-Antrag ein, dahin lautend, die Mitglieder freier HülfSkassen vorläufig von dem Beitritt zu deu behördlich autorisirten Zwangskassen freizulassen, wenn sie nachweisen, daß die betr. Kassen ihre Statuten bereits umgearbeitet und zur Genehmigung eingereicht haben. Der Antrag wurde namentlich vom Regie- rungS-Vertreter, Staatssecretär v. Bötticher, als unannehmbar und zwecklos be­zeichnet, auch widerlegte Herr v. Bötticher die Behauptung des Abg. Grillen­berger, daß die Behörden streng gegen die freien HülfSkassen verführen; im Gegentheil sei die Reichsregierung gern bereit, den wirklich bestehenden Mängeln im Hülfs- kassenwefen abzuhelfen. Der Eventual-Antrag Grillenberger wurde schließlich an eine Commission von 14 Mitgliedern verwiesen.

DieFreie wirthschaftliche Vereinigung" des Reichstages hat sich nunmehr constituirt. Bei der Constituirung waren 180 Abgeordnete an­wesend , welche jedoch nicht sämmtlich Mitglieder wurden. Zum Vorsitzenden wurde Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst (Centrum), zu seinem Stellvertreter Abg. Frege (cons.) gewählt. Einstweilen sind drei Commissionen gebildet, welche sich mit den Getreidezöllen, Holzzöllen und der Währungsfrage zu beschäftigen haben. Ob dieses Schutzzöllner - Bündniß sofort die Mehrheit haben wird, bleibt abzuwarten.

Dem Bundesrathe ist einBlaubuch", enthaltend sämmtliche deutsche parlamentarische Aktenstücke über die Besitzergreifungen in Westafrika, zugegangen. Die betr. Akten umfassen die Zeit vom 14. April 1833 bis 13 October 1884 und legen den Gang der Seitens des deutschen Reiches in's Werk gesetzten Action authentisch dar. Weiter läßt sich hieraus die Entwicke­lung dieser Action aus den ersten Anfängen bis zu ihrem späteren Umfange, die staatsmännische Ein- und Umsicht, der praktische Scharfblick und die Beherr­schung der Situation klar ersehen, womit die Reichsregierung ihre ganzen dies­bezüglichen Absichten zum Ziele geführt hat. Die Aktensammlung soll auch dem Reichstage unterbreitet werden, vielleicht steht dann wieder eine interessante Debatte über die deutsche Colonial-Politik zu erwarten.

Die am Donnerstag in Danzig-Stadt stattgefundene Reichs­tags-Nachwahl hat den Reigen der fünf Nachwahlen zum Reichstage eröffnet. Ein definitives Resultat ist indessen noch nicht erzielt worden; es erhielten : Schrader (deutschfreisinnig) 6376, Oberpräsident v. Ernsthausen (conservattv) 2985, Prälat Landmesser (Centrum) 2859 und Jochem (Socialdemokrat) 1451 Stimmen. Eine Stichwahl zwischen dem deutschfreisinnigen und dem conservativen Candidaten macht sich in Folge dessen erforderlich, bei welcher jedoch der Sieg des ersteren nicht zu bezweifeln ist. Die übrigen vier Nach- wählen finden bekanntlich in Berlin V, Berlin TI, Sagan und Reuß ältere Linie statt. . .

Die unerwartete Klemme, in welche in Frrnkreich das Ministe­rium Ferry durch die bekannte Abstimmung der Deputtrtenkammer über die Senats-Wahlreform gerathen ist, hat nicht viel aus sich. Der Kammer soll in Folge der Verhandlungen, die zwischen dem Ministerpräsidenten Ferry und den Führern der ministeriellenunion rdpublicaine stattgefundeu haben, Gelegen­heit geben, den faux pas, den sie durch Annahme der radikalen Amendement» Achard und Floquet begangen, wieder gut zu machen. Das Wahlgesetz geht also an de» Senat, wird hier von den mißliebigen Kammerzusätzen befreit und «elanat dann «n die Kammer zurück, um von derselben in der neuen Gestatt anaenomme» zu werden. Das Ganze ist sreilich wenig mehr als eine Komödie, bmfc welche das Ansehen der Kammer im Lande schwerlich gewinnen wird m- dessm die Lection kann der Deputirtenkammer nichts schaden, sie hat dieselbe durch ihre incmsequente Haltung gegenüber dem Mmistmum Ferry entschieden uerdrent. oon a[(en europäischen Parlamenten ist da» eng-

lische in die Weihnachtrferien gegangen. Dasselbe hat sich am Sanrrtag vertagt M zwar wird ^ Unterhaus erst am t19: 3ebr»ar, Jnuteltr£ welche laiW Unterbrechung der parlamsntcmschm Seschaste man freilich kaum

441,8 JL.

Die Gesammtlänge der Straßen von >1856,4 Kilometer verthetlt sich wie folflt auf die einzelnen Provinzen und Baubezirke:

10 mW:

Setzung.) Roman von Sine AugenMSphoto- schütz i'nLiffa, mVer- ia m Leipzig. - Tie on. (Fortsetzung) Bon den Wachtfeuern Im Anne des Stab- Schutts- - Ein neue§ N vonUntere Mutter'. Das neue Concerthaue- Mit drei Jllustratiom - Am Famitientlsche: chcnnarkt. Von TH.H- Acscroe entlassen.

i, Koch. - Briefkasten, erten Beilagen,: Tie deutschen EolonM. Alfred Eduard MM gcrdlichcrnGM- ;els MdN "

533,1525 Kilometer.

Die Durchführung der Neuorganisation des StraßenunterhaltungspersrnalS, welche sich als günstig für den Zustand der Straßen erwiesen hat, soll bis zum Be­ginn des Rechnungsjahres 188586 bewirkt werden. Zur Zett sind nur noch die Baubeztrke Friedberg und Nidda im Rückstand. Nach Vollendung der Organisation werden im Ganzen 30 Straßenmeister und etwa 325 Straßenwärter thätig, sein, wobei durchschnittlich 61,9 Kilometer auf einen Straßenmetsterbezirk und 5,7 Kilometer auf den Bezirk eines Straßenwärters kommen.

79,8925 Kilometer, 153,5650 179,7110 .

135,2200

124,8400

673,2285 Kilometer.

5 Mädchen mit guten Muar gesucht.

§xped. d. Bl._________

ianuar wird für eint ig ein ordentliche welches selbstständig i ollen häuslichen Ai- erfahren ist.

die Esped. d. Bl-

WZ

tx>*» ?

Alzey

132,3000

V

Bingen

132 9120

WormS

143,9650

w