Ausgabe 
10.4.1884 Erstes Blatt
 
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Liebhaberei des einen tmb des andern der Besatzung während der Freizeit gewesen ist. Wenn nun auch, wie dteS bisher geschehen, durch die Fortschenkung der Sammlungen und Zerstreuung derselben ihr Gesammtwerth nicht geschmälert worden ist, so wäre eine einheitliche Sammelstelle für die mitgebrachten Gegenstände doch zweckentsprechender gewesen.

Eine solche Sammelstelle soll nun das Museum in Kiel allen Freunden der Ethnographie und Anthropologie in Zukunft liefern- Mit einer kleinen Sammlung Ist der Grundstock zu dem Museum gelegt worden, das schon in den nächsten Tagen dem Publikum geöffnet sein wird. Hoffentlich werden unsere Kriegsschiffe fortan noch systematischer ihre Arbeiten zu Gunsten des heimathltchen Hortes ihres Fleißes fort­setzen, so daß ohne einen besonderen Aufwand an Kosten vielleicht schon in wenigen Jahren ouS dem bescheidenen Anfänge ein stattliches Werk geworden sein kann. In vielen großen Krtegshäsen des Auslandes erfreuen sich schon seit vielen Jahren der­artige Unternehmungen eines guten Gedeihens. Die englischen Kreuzer und besonders auch französische Kriegsschiffe Huben in ihrer Heimath dazu ein Tüchtiges beigetragen. Wenn unsere Marine diesen Beispielen nachetferte, würde si.- umsomehr Anspruch aus den Dank deS Landes haben, als eben jene Concurrenten mit ihrem wüthenden Sammel- elfer dafür sorgen, daß mehr und mehr auf vielen transoceantschen Territorien die Zeichen und Ueberreste der angestammten Cultur verschwinden. DaS Museum in Kiel soll alle die vielerlei Sachen umfassen, die mit dem Leben und den Sitten der ver­schiedenen Völker Zusammenhängen, also: Kleidung und Schmuck; Geräthe, Werkzeug und Waffen; Münzen und Gewichte; ferner alles, was sich auf Wohnstätten und deren Einrichtung, sowie auf Fahrzeuge bezieht, und endlich die Dinge, die mit religiösen Gebräuchen in Zusammenbau- stehen. Zu beachten ist, daß nicht nur die fertigen Er­zeugnisse der Industrie, sondern auch die Rohmaterialien und die Art der Fabrikation vor Augen geführt werden sollen. DaS Museum soll aber außerdem auch noch alles das berücksichtigen, waS den Körperbau der Nassen und Völker betrifft, also Schädel und Skelette, Gesichtsmasken, Haarproben u. s. w.; es soll also auch auf eine anthro­pologische Abthetluug erweitert werden.

Die praktische Leitung befindet sich in den Händen des Pros. Dr. Rausch, eines durch die deutsche Polarexpedtt'on 1869/70 bekannt gewordenen Anthropologen.

L o t a l e t.

G. Gießen, 9. April. ^Sterblichkeit in Gießens Die Sterblichkeit war während der Wocke vom 30. März bt8 5-April wieder eine höhere, als m der vorausgegangenen Woche. Es waren im Ganzen 14 Todesfälle zu verzeichnen, darunter 3 bet Kindern. Ems dieser letzteren konnte in Folge eines angeborenen Btldungssehlers nur 2 Tage am Leben bleiben, ein halbjähriges Kind starb an Gehirnentzündung, ein 5 Jahre altes an Nierenentzündung. Von den 11 Erwachsenen starben 3 an Lungenschwindsucht, ferner je eine an Lungenentzündung, Ettererguß in die Brusthöhle, Brovchtenentzündung, Gehirnentzündung, wiederholtem Schlagfluß, Brightischrr Nterenkcankheit, Herzfehler. Ein Monn von auswärts endete durch Selbstmord.

Gießen, 9. April. Am Charfreitag wird sich der um 6 Uhr beginnende NaL- mittagsgoHeSdlenst in der Stadtktrche wie in den Vorjahren zu einer liturgischen Vesperandacht gestalten, bet der durch den Kirchengesangveretn unter anderem die Choräle: Ein Lämmlein geht" undO Traurigkeit, o Herzeleid", sowie dasChristus factus esta von Felice Anerto zum Vortrag kommen. Die Vorlesung des Evangrleums von der Kreuzigung Jesu roirb bet der Stelle, die den Tod des Herrn berichtet, durch das herrlicheWenn ich einmal soll scheiden", von I. S- Bach, unterbrochen werden-

Gießen, 9. April. Zur Ergänzung unseres neulichen Berichtes thetlen wir im Nachstehenden den derDarmst. Zig." aus der Feder einer anerkannten Autorität auf dem Gebiete der Kirchenmusik mit. Der Bericht lautet:

»Der evangelische Kirchengesang Verein von Gießen, welcher schon seit mehreren Jahren eine höchst verdienstliche Wirksamkeit zum Segen und zur Freude der Gemeinde entfaltet, bot gestern eine Leistung außergewöhnlicher Art dar durch die Aufführung der Passionsmusik nach den Worten der bl. Schrift von Heinrich Schütz (nach Riedel's Bearbeitung). Das Werk, welches dem Chore erhebliche Schwierigkeiten bereitet, kam dank der tüchtigen Vereinsleiiung (Cantor Steiner) zu voller Geltung; die Chöre, sämmtlich a capella, setzten wacker ein und führten die Aufgabe mit anerkennenswerther Präcision und Frische durch; die warme Begeisterung, welche die Ausführenden beseelte, tbeilte sich auch der andächtig lauschenden Gemeinde mit, welche die Räume der Kirche füllte. Von tief ergreifender Wirkung war der Vortrag des Evangelisten; Herr Concecisänger Diezel aus Frankfurt a. M, ein Schüler Stockhausen's, brachte das Wort der hl. Schrift in seiner ganzen edlen Einfachheit und ausdrucksvollen Größe zur Geltung, wie wir es noch selten gehört haben: es war eine Leistung von ftilgemäßer Vollendung, wie sie nur die Frucht tiefen Eindringens in den Geist der alten Meister« werke sein kann. Dasselbe Lob gebührt dem Darsteller des Jesus, Herrn Müller aus Frankfurt, welcher mit trefflichen Stimmmitteln eine gediegene Schule, edle Auffassung und einen warmbeseelten Vortrag verbindet. Auch die übrigen Solisten und Solistinnen aus der Mitte des Chors thaten ihr Bestes, wie der Organist, um eine abgerundete Aufführung von schöner Wirkung zu erzielen. Der Kirchengesangverein darf des Dankes für diese Leistung von Seiten aller Derjenigen sicher sein, die ein Herz haben für die musikalische Erbauung und Hebung des christlichen Volkes. Die Leistungen der musikalischen Kunstvereine können ja naturgemäß nur ausgewählten Kreisen zu Theil werden, um so werthvoller ist es, daß der Kirchengesongverein den Zugang zu seinen Aufführungen Jedermann offen hält, so daß auch der Aermste die Kleinodien der kirch­lichen Kunst kennen lernen und genießen kann.

Zwei Transportgefangenen, welche heute Nacht im Haftlokal der Sandgasse übernachten sollten, schien die Luft dort zu schwül zu sein. Nachdem sie ein Gefach in der Wand durchgedrückt, geriethen sie auf den Boden des Hauses, um sich von dort mittelst einer Waschletne auf den Hof ntederzulassen, von wo sie leicht den Ausweg in die Freiheil nehmen konnten.

Ein im vorigen Jahr verübter Wäschediebstahl im Gartfeld wurde gestern ermittelt und die betr. Person zur Anzeige gebracht.__

Vermischte-.

Hausen (Kr. Friedberg). In unserer kleinen Gemeinde hat der Gemeinderatb, um Kosten zu ersparen, den Entschluß gefaßt, keinen Nachtwächter zu bonoriren, sondern den Nachtwächterdienst selbst zu versehen; der Name des Dienstthuenden wurde jedesmal durch die Schelle bekannt gemacht. Dies trifft nun der Reihe nach jeden Bürger, vom Bürgermeister an bis zum Taglöhner. Selbstverständlich kann aber Jemand, der mit dem Beschluß nicht einverstanden ist, nicht gezwungen werden. So ist es zum Beispiel der Fall mit unserem Lehrer. Der Gemeinderath glaubte aber, ein Recht zu haben, Jeden zu zwingen und ließ denn dieser Tage ganz ruhig ausschellen,beute Nacht tdut der Lehrer Nachtwächterdienst." Derselbe verstand jedoch die Sache falsch und hat Beschwerde beim Kreisamte in Friedberg erhoben, über deren Ausgang man wohl nicht zweifelhaft fein kann. (O. A-)

München, 7. April. Der am 5 ds. in München verstorbene Freiherr v. Cramer-Klett war einer der hervorragendsten Industriellen Deutschlands. Er begann seme Laufbahn als Journalist in Nürnberg, wo er den Friedens- und Kriegs-Kurier redigirre. In Folge feiner Heirath mit Fräulein Klett trat er in die kleine Maschinen­fabrik seines Schwiegervaters ein. Es gelang ihm, dieses Etablissement nach und nach zu einem der ersten Deutschlands zu machen. Er war einer der ersten, der Eisenbahn­waggons für den Export arbeitete; während der sechziger und Anfangs der siebziger Jahre ginpi ein erheblicher Theil der Personenwagen österreichischer Eisenbahnen aus seinen Werkstätten hervor. Auch Italien, Spanien, Rußland, Rumänien, viele über­seeische Lander gehörten zu seinem Absatzgebiet. In den letzten Jahren hat die Anstalt, welche Inzwischen nominell in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde obwohl der größte Theil der Actien in den Händen Cramer's blieb auch die Herstellung D0? ö" H^er Ausgabe gemacht, ebenso der Fabrikation von Kampfs

Ausdehnung gegeben. Die Fabrik beschäftigte zeitweise bis zu 3000 Arbeitern. Seit Jahren hatte Cramer, der von der bayerischen Regierung in den Freiherrnstand erhoben und in den Retchsrath berufen worden war, sich persönlich von der Leitung seiner Etablissements zurückgezogen und die Führung derselben in die skwes Schwagers Kempf (ehemaligen Directors der hessischen Ludwigsbahn) gelegt. Auch der kürzlich verstorbene ehemalige bayerische Minister v. Schlör war an her Leitung betheiligt. Für gemeinnützige Zwecke hatte der Verstorbene jederzeit eine nffenc ^0^. Neben anderen bedeutenden Schenkungen an die Stadt Nürnberg hat er zur Gründung des dortigen Bayerischen Gewerbe-Museums 150,000 fl. beigetragen. 3m P watleben war Gramer durch seine große Liebenswürdigkeit und Herzensgüte Dekannt. Er hat sein- erste Gattin, die 18 Jahre auf dem Siechbette lag, mit größter Hingebung gepflegt und lebte auch mit seiner zweiten ihn überlebenden Gattin in

glücklichster Ehe. Vor einigen Jahren hat er in München ein ehemaliges Gräflich Schönborn'sches Palais ongefauft und dasselbe durch Herrn Director Gnauth in groß­artiger Weise umbauen und neu eimichten lassen. Leider sollte er von diesem wahrhaft fürstlichen Wohnsitz nicht viel Genuß mehr Haven. Seit etwa einem Jahre litt er an einer Gehirnkrankheit, von der er nicht mehr genesen sollte. Der Hingang Cramer's der ein Alter von 67 Jahren erreicht Hal, läßt eine bedeutende Lücke in der bayerischen Großindustrie. Seine unermüdliche und energische Thätigkeit, fein Geschick in der Ausfindigmachung neuer Absatzwege und in der Benutzung der Conjuncturen suchen ihres Gleichen. Cramer hinterläßt ein sehr bedeutendes Vermögen und einen einzigen Sohn.

Hannover, 2. April. Die Stadt ist in wachsender Erregung über das Auf­treten der Dtphtheritis in dem hiesigen Realgymnasium I. am Georgsplstz; die Krankheit ist diesmal so heftig und mit so 'chlimmcm Ausgang ausgetreten, daß die Schließung der Anstalt angeordnet werden mußte. Consequenterweise folgte dann auch die Schließung des Lyceums I., das sich unter demselben Dache mit dem Realgymnasium befindet, die Aula mit demselben Iheilt und durch meist offene Corrtdore mit demselben verbunden ist. Es sind hier ca. 1200 Schüler unter einem Dache vereinigt; das Ge­bäude ist eine Schulkaserne im vollsten und leider auch in vieler Beziehung im schlimmsten Sinne des Wortes. Diesmal ist, wie derH. C." mittheilt, die Krankheit von der Unterfecunba des Realgymnasiums ausgegangrn. Diese Klasse hat ein Schüler, der jetzt leider der bösartigen Krankheit zum Opfer gefallen ist, mehrere Tage hindurch noch besucht, als derselbe bereits vollständig mit dem Leiden behaftet war; die Folge ist gewesen, daß seine sämmtlichen Nachbarn neben, vor und hinter ihm gleichfalls von der Krankheit ergriffen sind; zwei derselben find eine Beute derselben geworden, soweit uns bekannt geworden ist.

Lag nicht nur die Noch, sondern auch die Liebe erfinderisch macht, beweist ein luftiger Vorgang, der in Berliner hohen Ftnanzkreisen große Heiterkeit erregt hat, wenn wir einer Berliner Correspondenz derBoh." Glauben schenken dürfen.In einem der ersten Berliner Bankgeschäfte war ein junger schöner Mann aus angesehener aber völlig mittelloser Famckie angestellt, der durch besondere Empfehlungen auch in das Haus seines Chefs, Herrn X, Eingang gefunden und sich recht schnell tn btffen bildhübsches Töchterlein verliebt hatte. Die Liebe wurde zwar erwidert, aber den jungen Leutchen war von vornherein klar, daß sie bei Papa X, dem reichen, stolzen Bankier, keine Gegenliebe für ihre Heirathspläne finden würden- Lange sann der Börsen-Romeo darüber nach, wie er es anstellen sollte, um trotzdem zum Ziele zu gelangen. Das ®rgebni& dieser Meditation war, daß er eines Vormittags feinen Chef um eine Unter­redung unter vier Augen bat und dieselbe folgendermaßen einleitete:Herr X-, ich liebe Ihre Fräulein Tochter, sie liebt mcv, und ich erlaube mir deshalb, um deren Hand bet Ihnen hiermit anzuhalten." Der also Angeredete war zuerst völlig außer Stande, auch nur ein Wort zu erwidern. Dann aber faßte er sich, machte dem jungen Freier eine sehr höfliche Verbeugung und fragte, während in seinem Innern das Blut förmlich kochte, außerordentlich ruhig:Würden Sie mir vielleicht im Vertrauen mittheilen, woher Sie, der völlig Mittellose, den Muth nehmen, sich um die Hand einer Millionärin zu bewerben? Daß ich einem Commis die Hand meiner Tochter nicht geben werde dürfte ihnen vielleicht einleuchten "Gewiß, Herr X.", erwiderte der junge Mann rasch,ich würde es nie gewagt haben, in meiner jetzigen Stellung meine Bewerbung b" Ihnen anzubringen, wenn ich nicht im Begriff wäre, der Associö der mit Ihnen eng litrten Firma Y. in Frankfurt a. M. zu werden."Wie?" fragte Herr X- und seine Züge erheitenen sich zusehends,Associä vonY in Frankfurt! Ja, das ist etwas Anderes. Wenn Sie das geworden sind, Herr Z., so werde ich keinen Augenblick Bedenken tragen, Ihnen die Hand meiner Tochter zu geben." Herr Z. machte sich noch an demselben Tage reifefertig und dampfte vergnügt nach Frankfurt a. M. ab. Dort besuchte er am nächsten Morgen Herrn 2). und redete denselben, nachdem er sich vorgestellt hatte, kurzer Hand also an:Ich wünsche Ihr Associä zu werden." Teufel, das möchte Mancher, und was soll mich veranlaffen, Ihren feltfamen Wunsch -u erfüllen, mein Herr?"Der Umstand, daß ich im Begriff stehe, der Schwieger­sohn Ihres bedeutendsten und wichtigsten Geschöstssreundes, des Herrn X. in Berlin zu werden."Der Schwiegersohn vonX ? Hm, das ist ein anderes Ding. Sobald Sie der sind, nehme ich Sie mit besonderem Vergnügen als meinen Assoctä auf." »Ich werde eS sofort sein," rief Herr Z-, nabm Papier und Feder und setzrc folgende Depesche auf:X Berlin. Der neue Sffocte von Y. hierselbst bittet um umgehende Drabtbestätigung, daß Sie demselben die Hand Ihrer Tochter zugesapt haben. A." Die Bestätigung traf pünktlich ein und so wurde der ersindungsreiche simple Commis mit einem Schlage Assoc s der Weltfirma N und Schwiegersohn des weithin bekannten Bankiers X- Wie gesagt, so erzählt man sich in Berliner Finanzkreisen. Eine Gewähr für die Richtigkeit dieser Erzählung vermögen wir natürlich nicht zu übernehmen. Jndeffen se non b vero, d ben trovato. (Wenn es nicht wahr ist, ist es doch gut erfunden.)

(Chinesische Kriegsmittel) Der in Saigon erscheinende Jndöpendant ver^ öffentlicht einen Tagesbefehl derSchwarzen Flaggen", der in einem Hanse in Hanoi gesunden wurde. Derselbe ist auf gelbes Papier geschrieben, von einem breiten blauen Streifen eingerrchmt und mit kriegerischen Attributen, Löwen, Drachen rc. verziert. In wörtlicher Uebersetzung lautet er folgendermaßen:Dieses befehle ich den Tapferen, Ich Mandarin, der Anführer der Tapsern. Man zittere und gehorche mir! Dreizehn. Tage vor der Schlacht sollen die Tapsern Tigerfleisch effen, damit sie den Zorn, die Wuth und die Wildheit des Tigers tn sich aufnehmen. Am zwölften Tage vor der Schlacht haben sie gebratene Löwenleber zu verspeisen, um sich hierdurch die Uner­schrockenheit des Löwen anzueignen. Am elften Tage vor der Schlacht werden die. Tapferen Schlangenfletsch genießen, um die List der Schlangen zu erwerben. Am zehnten Tage vor der Schlacht sollen si; sich von Chamäleon nähren, um den Feind ZU verblüffen, indem sie fortwährend Farbe und Aussehen wechseln. Am neunten Tage vor ber Schlacht werden sie Fleischbrühe vom Krokodil nehmen, um fern Feind int Wasser wie auf dem festen Lande verfolgen zu formen, wie Die Krokodile es tbun, die in dem einen wie in dem andern Element kämpfen. Am achten Tage vor der Schlacht, sollen die Tapferen in Wein gekochte Jaguarnieren genießen, um sich mit der Schnellig­keit und der Wuth eines Jaguars auf den Feind zu stürzen. Am siebenten Tage vor der Schlacht haben sie Falkenköpfe zu verspeisen, um die Fähigkeit dieses Raubvogels sich anzueignen und den Feind aus weiter Ferne zu entdecken. Am sechsicn Tage vor ber Schlacht sollen sie von den (5ngeroeiben des Zebras essen, um bte kräftige Stirn dieses Viersüßlers zu erhalten. Am fünften Tage vor der Schlacht haben sie Hirn vom Flußpferd zu sich zu nehmen, um ihrer Haut bte Härte dieses Wasferthiercs zu geben, welche undurchdringlich ist für Flintenkugeln. Am vierten Tage vor der Schlacht sollen die Tapferen Affenschwänze genießen, um Beim Angriff mit der Geschicklichkeit dieses Vierhänders die feindlichen Schanzen zu erklimmen. Am dritten Tage vor der Schlackt haben sie ein Gericht Scorpione zu verspeisen, damit alle Wunden, die sie austheilen, giftig und tödtlich seien, wie die Stiche des Scotpions. Am Vorabend der Schlacht sollen die Tapferen sich von halbblutiger Pantherbrust nähren, um gegen den Feind unerbittlich zu fein wie der Panther. Am Morgen des Schlachttages endlich haben sie zwanzig aus getrocknetem Leopardenblut bereitete Pulver hinunterzufchlucken. um den Feind gleich dem Leonarden zu zerreißen." Und der Erfolg dieser verwickelten gastronomischen Vorbereitung? Kaum zeigten sich die Franwsen und gaben ihre erste Gewehrsalve ab, so hatten dieSchwarzen Flaggen" de la poudre leecampette (Ausreißpulver) genommen; sie waren nach allen Seiten hin in allergrößter Eile verduftet. _______ ______________

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Der Charfreitags-Nachmittagsgottesdienst, der uni (> Uhr beginnt, wird als liturgischer Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchengesangvercins gehalten werden. _____________

Katholische Gemeinde.

Am Mittwoch von 5 Uhr an Beichte.

Gründonnerstag.

Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 und 8 Uhr: Austheilnng der h. Communion- 9 Uhr: Hochamt.

Charfreitag.

Um 9 Uhr: Hochamt; darunter die Passion. Des Tags über stille Anbetung deS- h. Sakraments. Um 5 Uhr: Schlußandacht und Predigt.

Charsamstag.

ö Uhr; Hochamt, Von 5 Uhr an Beichte.