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Mx. 263. Erstes Blatt. Sonntag den 9. November 1884
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
„ , „ , ,, . . l,, w.m4..ä Brei- vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit BriugerlrhL.
^are«Mt «chukirraße 7. Erscheint 14-rtch mit befl Msutchg-. Lurch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart M Pf.
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Amtlicher H h ei t.
Gefunden: 1 Pferdedecke, 1 Ledertasche, 1 Taschenfahrplan, 1 Henkelkorb, 1 Broche, 1 Pottemonnaie mit Inhalt, 1 Zahnbürste, 1 Deichselnagel, 1 Kindermütze, 1 Streichholzbüchschen, 1 Hundemaulkorb, 1 Paar Leitriemen.
Gießen, den 8. November 1884. Großherzogliches Polizeiaml Gießen.
Fresenius. _____________
Betreffend: Aufstellung der Voranschläge für die evangelischen Kirchen für 1885/86. Lang-Göns, ban 6. November 1884.
311 thun.
Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen
an die evangelischen Kircheuvorstände.
Diejenigen unter Ihnen, welche die rubricirten Voranschläge noch nicht aufgestellt haben, werden hiermit nochmals erinnert, dies binnen 14 Tagen Dr. Strack. _______
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Deutschland.
Darmstadt, 6. November. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Oberst Nüti, Commandeur des Gensd'armerie-Corps, das Militärdienst- Ehrenzeichen für 50 Dienstjahre Allergnädigst zu verleihen geruht.
Darmstadt, 7. November. Se. König!. Hoheit der Grobherzog empfingen heute den Major Treilsch v. Buttlar-Brandenfels, Commandeur des SchleSwig- Holsteinifchen Dragoner-RegimenlS Nr. 13, dessen Chef Se. Großh. Hoheit der Prinz Alexander ist, sodann den Major und Abtheilungs-Commandeur v. Mohl vom zweiten Garde-Feld-Artillerie-Regiment.
IrarrÜreich.
Pari-, 6. November. Die Tongking - Commission berieth heute mit Ferry, Peyron und Campenon. Ferry bestätigte aus Befragen, daß England Frankreich feine guten Dienste für Beilegung des ConflictS mit China angeboten ; von England sei indeß bisher China keine bezügliche officielle Eröffnung gemacht morden, in Folge dessen habe China die Mediation Englands nicht ablehnen können. Clemenceau beantragt Mittheilung der mit verschiedenen Mächten über China gewechselten Correspondenz. Ferry erwiderte, eine Correspondenz dieser Art exiftire nicht.
— In Deputirtenkreisen circulirt das Gerücht, es seien directe Verhandlungen zwischen Frankreich und China angeknüpst.
England.
London, 6. November. Unterhaus. Northcote gab dem Bedauern über den großen Verlust, den das Haus durch den Tod des allgemein verehrten Generalpostmeisters Fawcett erlitten habe, Ausdruck. Der Marquis von Har- tington dankte für die Theilnahme und schloß sich dem Ausdruck des Bedauerns an. Justin Macarthy sprach Namens der Mitglieder der irischen Partei seine Theilnahme aus.
Lekgra-HWe Depeschen.
Wolff'S t-Legr. TESsLpon-rnr-'Dnrea«.
Berlin, 7. November. Seine Majestät der Kaiser unternahm heute Nachmittag eine Spazittfahrt^^^^^^^ fl $ Mac Lean ist heute früh gestorben.
— In der gestern unter dem Vorsitze deS Staatsmtntsters, Staatssecretär des Innern v. Bötticher, stattgehabten Plenarsitzung des Bundesraths wu^ezunächst über die geschäftliche Behandlung von Vorlagen, betr. die Ueberstcht der Reichs-Ausgaben und -Einnahmen für das Etatsjahr 1883/84, ferner Über den Nachweis der Befähigung zum Schiffer auf deutschen Kauffahrteischiffen in kleiner Südseesahrt durch Verweisung an die zuständigen Ausschüsse Beschluß gefaßt. Weiter wurde die Ueberweisung an die betreffenden Ausschüsse beschlossen, bezüglich eines Antrags des Chefs der Admiralität auf unf^etVilltg e Vers etz u n g etn-s' Marine-Unterzahlmetst-rstn den Ruhestand lieber die Vereidigung eines Mitglieds der Verwaltung des Reichs - Jnval'denfonds wurde von dem Vorsitzenden Mitteilung gemacht. Für die Besitzung zweier Stellen für ständige Mitglieder des Reichsversicherungsamls wurden die Sr. Mm- dem Kaiser vorzuschlagenden Beamten gewählt. Für den Fall des Anschlusses Bremens an das Zollgebiet wurden die von den Ausschüssen für den Vollzug desselben vorgeschlagenen Modalitäten genehmigt. Hierauf stellte der Bremische Bevollmächtigte unter Bezugnahme auf diesen Beschluß und unter der Voraussetzung, daß der von den Ausschüssen vorgeschlogene. an Bremen zu zahlende Reichsbeitrag reichsgesetzltch genehmigt werde, den im Art. 34 der Retchsverfassung vorgesehenen Antrag: den Anschluß Bremens an das SoQaebkt zu beschließen. Der Bundesrath erhob nunmehr den Antrag der Ausschüsse mit der Maßgabe zum Beschluß, daß dieser Beschluß erst nach reichsgesetzltcher Genchmigung des erwähnten Retchsbettrags in Wirksamkeit treten soll. Mit Rücksicht darauf, daß die E ganzung der landespolizetlichen Bestimmungen über den Sßen febr mit Sprengstoffen auf Land- und Wasserwegen sich in einzelnen Punkten als erforderlich erwiesen hat, wurde beschlossen, bte Bundesregierungen um den Erlaß dahin aedender Vorschriften zu ersuchen. Zum Schluß machte der Vorsitzende Mittheiluvg über eingegangen-, auf Grund früherer Beschlüsse den betreffenden Ausschüssen zuge- theilte Eingaben.^ November. Bei der Stichwahl im hiesigen Wahlkreise wurde Racke r$>r.) mit 7977 gegen v. Bollmar (Soc.) 7873 St. gewählt.
Stuttgart, 7 November. Bet der Stichwahl im 9. württembergtschen Wahlkreise wurde Schwarz (dfreis.) gegen Burkbard (natltb.) gewählt.
Kassel, 7. November. Im 8. Kasseler Wahlkreise (Hanau) Hellwig (cons.) gegen ^roW^oO 6™ir [@tld)roa5L] j-tzn L'-bkn-cht 10,221. Schloß- vacher 7V54 Stimmen. 16 Ortschaften mit zusammen 1705 Stimmberechtigten stehen । ' Wft die »Offenbacher Zeitung" meldet, ist bei der Stichwahl iu dem 5.Wahl
kreise de« GroßherzogthumS Hessen Liebknecht mit einer Majorität von 2000 Stimmen gewählt worden.
Wieshaden, 7. November. (Stichwahl) In der Stadt erhielt Schenk (F.) 4196, Wasserburg (E ) 998 Stimmen, ungültig waren 6. In 10 Ortschaften erhielt Schenck 2160, Wasserburg 938 Stimmen. Schenck's Wahl ist zweifellos.
— Zweiter Wahlkreis. Schenck (F ) ist gewählt.
Bingen, 7. November- (Stichwahl ] Bamberger 8584, Schauß 6620 Stimmen. Das Reiultat aus einem One, woselbst Bamberger geschlossen gewühlt wurde, fehlt noch.
Mannheim, 7. November. Köpfer (VolkSpartei) wurde mit 2500 Stimmen Majorität gewählt.
BreSlau, 7. November. (Stichwahl.) Die Socialdemokraten Hasenclever und Kräcker gewählt.
London, 7. November. Unterhaus. Gladstone erklärte, die Regierung werde keinerlei pekuniäre Verpflichtungen betreffs Egypten« ohne Genehmigung deS Parla- mmtS etngehen. SchatzamtSsecretär Courtney gab an, daß die Kosten Englands in Egypten während der letzten am 31. März abgelaufenen 6 Jahre 4V< Mill. Pfund betragen. Fitzmauricr erklärte, die Einladung zur Congo-Conferenz in Berlin bezeichne den erüen Gegenstand der Verhandlungen über die Handelsfreiheit deS Congobeckens, hlerÄV ss^m die lNigermündungen nicht erwähnt. Zweiter Gegenstand sei die Anwendung der vom Wiener Congreß für die Donau angenommenen Grundsätze, betreffend freie Schifffahrt auf internationalen Strömen, auf dem Congo und dem Niger. Die Frage des Handels im Ntgerbecken ist mithin nicht in die Gegenstände der Der- handlungm einbegriffen. Fitzmaurice theilte ferner mit, daß daS Gebiet im AmbaSbey jüngst unter die Autorttät Englands gebracht worden sei.
Wien, 7. November. Wie der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel gemeldet wird, ist in Folge einer Intervention des Sultans die der Eisenbahn- Gesellschaft für die Orientbahnen angedrohte Sequestration unterblieben. Der Sultan hat der Pforte den Auftrag ertheilt, mit der Eisenbahn-Gesellschaft von Neuem in Verhandlung zu treten.
Bremerhafen, 7. November. Gestern Abend 10V». Uhr brach auf dem Lloyddock ein Feuer aus, welches in kürzester Frist die Tischlerei, die Zimmerei und die Werkstatt für Anfertigung der Segel zerstörte. Um 2 Uhr war, nachdem die Gebäude eingestürzt waren, eine weitere Gefahr beseitigt.
London, 7. Novbr. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Tientsin von gestern, daß der Gouverneur von Hanan Truppen nach der Provinz Fukien zusammengezogen habe, um den Ober-Commandanten der südlichen Provinzen Tsot-Sung-Tang zu unterstützen.
Paris, 7. November. Seit gestern Mitternacht bis heute Mittag sind 4 Cholera-Erkrankungen, aber kein Todesfall gemeldet worden. Der Herd der Epidemie scheint die Straße St. Marguörite und das Quartier St. Antoine zu sein, wo die Bevölkerung in sehr ungünstigen sanitären Verhältnissen zusammengedrängt ist. Von Seiten der Behörden werden fortgesetzt alle Vorsichts-Maßregeln gegen die Verbreitung der Seuche getroffen.
— Die Gesammtzahl der in den letzten drei Tagen an der Cholera erkrankten Personen beträgt 21. Von denselben starben 13.
— Im Generalrach der Seine erklärte der Polizeipräfekt betreffs der Cholera, daß seit Mitternacht 27 Erkrankungen und 7 Todesfälle constatirt seien. Dies sei, verglichen mit der Bevölkerungszahl, eine unendlich kleine Zahl, und lasse annehmen, daß die Epidemie bald wieder erlöschen werde. Der Seinepräfekt sagte, die anzuzeigenden Fälle ließen sich nicht als eine Epidemie im eigentlichen Sinne bezeichnen.
Nantes, 7. November. Gestern kamen hier drei, in Oran ein Cholera- Todesfall vor.
Paris, 7. November. Die Tongking-Commission bewilligte den von der Negierung beantragten Kredit von 17 Millionen. Im Lause der Berathung erklärte der Minister des Aeußern, Die Regierung werde, falls der Conflict mit China nicht beigelegt werde, noch vor Ablauf dieses Jahres für die Unterhaltung der Truppen im ersten Semester 1885 einen Kredit von 40 Millionen beantragen. .
— „TempS" erfährt, in^der nächsten Woche würden im Mmistenum de- Aeußern Verhandlungen ftattsinden, um vor der Congo-Conserenzchber die Grenze und Territorien mit Frankreich und der internationalen afrikanischen Gesellschaft im Congobecken eine Verständigung herbeizuführen und damit gewisse noch streitige Punkte zu ebnen. Oberst Steach und Arthur Stevens würden die Afrikanische Gesellschaft bei diesen Verhandlungen vertreten.
New-York, 7. November. Nach den letzten, heute früh hier emge- gangenen Berichten hat Cleveland im Staate New-Dork eine Mehrzahl von 1000 Stimmen erhalten und wäre danach seine Wahl zum Präsidenten als entschieden anzusehen. Mit den vorstehenden Angaben stimmen auch die von


