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Deputation des Adels dem Kaiser bis Wilna entgegen, von wo aus der Kaiser sich direct hierher begeben wird. Von 9 Uhr Vormittags ab dürfen in den Straßen, welche der Kaiser bei dem Einzuge passirt, Wagen nicht mehr cirkuliren.

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Australien.

Sidney, 6. Septbr. Die Regierung verbot die Einfuhr von Dynamit und Nitroglycerin-Mischungen für 6 Monate vom 2. September ab, frühere Absendungen werden von dem Verbot nicht betroffen.

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Bezüglich unserer engeren DereivSangelegenheiten ist zu bemerken, daß drei neue Localgewerbveretve in Eberftadt, Wörrstadt und Sprendlingen in Rhemhessen gegründet wurden, so daß die Zahl der Vereine, welche tntegrirende Bestavdtheile deS Landesgewerbveretns bilden, 37 beträgt Diese Vereine bestehen z. Z. an folgenden Orten und zählen an Mitgliedern: Alsfeld 83, Altenstadt 47, Alzey 24, Babenhausen 16, Beerfelden 16, BenSheim 79, Bingen 55, Büdingen 41, Darmstadt 484, Eberstadl 80, Erbach 19, Friedberg 122, Fürth 33, Gießen 104, Griesheim 21, Groß-Gerau o7, ßkn&aimftabt 23. Krünbera 44. Guntersblum 27, Hirschhorn 25, Homberg a. O. 23,

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Lokales.

Gießen, 8. September. (Generalversammlung des Landesgewerb- vereinS.l Am Mittwoch den 3. September fand im Hotel Bellevue (Wenzels Garten) dahier die diesjährige Generalversammlung der Mitglieder des Landesgewerd- veretnS statt, welche trotz des ungünsttgen Wetters, das wohl manchen auswärtigen Interessenten von der Theilnahme abgehalten haben mag, zahlreich besucht war; wir zählten an 90 Thetlnehmer. Gegen V212 Uhr eröffnete der Präsident der Großh. Centralstelle für Gewerbe und den Landesgewerbverein, Herr Mintstertalrath Fink, die Versammlung mit folgender Ansprache:

Meine Herren! Herzlich heiße ich Sie willkommen und freue mich, auch den Referskten für gewerbliche Angelegenheiten im Ministerium des Innern und der Justiz, Herrn Ministertalrath Lot heißen, in unserem Kreise begrüßen zu rönnen.

Seit unserem vorjährigen Zusammensein in Worms haben sich die Geschäfts- Verhältnisse nicht wesentlich geändert In manchen Zweigen der Industrie ist die Vroductton zwar gestiegen, es wird aber über gedrückte Preise und verhältnlßmäßig geringen Verdienst geklagt Indessen gewährt doch die Stetigkeit vermehrter Production ^^^Die^Bestrebungen zur Wiederbelebung des JnnungSwesenS, welche von deutschen Handwerkern an verschiedenen Orten gepflegt werden, haben biS jetzt im Großherzog- thum nur geringen Anklang gefunden. Von der Befugntß zur Bildung von Innungen auf Grund der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen ist verhältnlßmäßig wenig Gebrauch gemacht worden. ZwTngS,Innungen werden von dem weitaus größeren Theil der einsichtsvollen Gewerbtretbenden nicht gewünscht, und die jüngst in unserer Nachbarstadt Frankfurt stattgehabten Verhandlungen des deutschen HandwerkertagS waren wenig geeignet, Sympathien hierfür in weiteren Kreisen zu erwecken.

Wenn man zu den früheren Einrichtungen deS Zunftwesens und der Gewerbe- privilegten nicht einfach zurückkehren kann, wenn man vielmehr an den Princtpien der Gewerbefreiheit festhalten muß, so soll doch daS Bestreben stets darauf gerichtet sein, sociale Schäden und Mißstände, welche in Folge deS modernen Gewerbebetriebes zu Tage treten, zu beseitigen oder doch zu mildern. . . . , m .

Auf dem Wege der Reichsgesetzgebung wurden bedeutungsvolle sociale Reformen angebahnt. Die RetchSgesetze vom 15. Juni 1883, betr. die Krankenversicherung der Arbeiter, und vom 6. Juli 1. I., betr. die Unfallversicherung, bezwecken die Besserung der Lage der arbeitenden Klassen, sowie die Herstellung und Befestigung des socialen Frieden« unter den Berufsklassen. Diese Gesche wollen die Nothlage deS Arbeiters und besten Familie, in Folge von Krankheit und Unfall bet der Ausübung seines Nähr- gewerbes verhüten. Es wird der vollen Hingebung der Behörden und der warmen Beihülfe der Gewerbtreibenden bedürfen, d'ese Gesetze zur beabsichtigten segensreichen Wirkung zu bringen und es darf auch darauf gerechnet werden, daß Sie innerhalb Ihrer Kreise bemüht sind, hierbei mttzuwirken. t u

Für die wirthschaftltche Wetterentwickelung unseres Landes sind mehrere der auf dem jüngsten Landtag zwischen Regierung und Ständen oeretnbartn Gesetze, ins­besondere das Gesetz vom 29. Mat l. I , die Nebenbahnen betreffend, und das Gesetz vom 14. Juli l. I., die Herstellung mehrerer Nebenbahnen betreffend von besonderer Bedeutung. Erfreuen sich auch nur wenige Thetle von Deutschland eines so dichten Netzes von Hauptbahnen wie da« Großherzogthum Hesten, so erachtet doch der größere Theil der Bevölkerung die weitere Verdichtung deS Netzes durch Nebenbahnen im VerkehrStntereste und in wirthschaftlicher Beztehung für nothwendtg und hat die bei merkten Gesetze freudig begrüßt.

Groß-Umstadt 23, Grünberg 44, Guntersblum 27, Hirschhorn 25, Homberg Hungen 79. Lauterbach 27, Mainz 531, Michelstadt 42, Nidda 40, Ober-Jngel- heim 46, Offenbach 210, Oppenheim 76, Pfungstadt 122, Schlitz 60, Schotten 47, Sprendlingen 49, Westhofen 14, Wöllstein 61, Wörrstadt 105 und WorrnS >M. Die Gesammtzahl der Mitglieder deS Landesgewerbveretns beträgt 3321, gegen 3050

Telegraphische Deprschru.

ISolfTi Ulw* Eorröspondenr-Evres«.

Wien, 7. September. Der Feldzeugmeister v. Schmerling ist gestorben.

Bern, 7. September. Der Bundesrath hat sämmtliche Kanton-Regie­rungen aus die Umtriebe der Anarchisten aufmerksam gemacht und denselben Die Ergreifung aller zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit nothwendlgen Maß­regeln anempfohlen. , , p , ,

Brüssel, 7. September. Die auf heute angesetzte Manifestation der katholischen Partei nahm gegen IV2 Uhr ihren Ansang, indem sich der aus einer sehr großen Anzahl von Theilnehmern bestehende Zug um diese Zett m Bewegung 'setzte. Die den Zug in dichten Schaaren begleitende Menschenmenge suchte alsbald die Ordnung zu stören, indem sich vielsach Gruppen in den Zug drängten, die Theilnehmer belästigten, die Bewegung hemmten und Fahnen uno Embleme zerrissen. Polizeimannschasten, Gensd'armerie und berittene Abthei- lungen der Bürgergarde suchten die Ordnung wieder herzustellen. Mehrere Ver­haftungen wurden vorgenommen; auch kamen auf beiden Seiten Verwundungen vor. Gegen 3 Uhr trat eine vollkommene Stockung des Zuges ein, der über- dies durch dazwischen gedrängte Maffen des Publikums vollständig aus der Ord­nung gebracht ist. , r£ _ . .

Da alle Versuche, den aus seinem Zusammenhang gebrachten Zug wieder zu ordnen, sich vergeblich erwiesen, so löste sich derselbe allmällg aus; die Theil­nehmer zerstreuten sich; die Ausregung beginnt sich zu legen.

Rom, 7. September. Wie verlautet, werden die klerikalen Journale demnächst ein Schreiben des Papstes an den Erzbischof von Florenz veröffent­lichen, in welchem sich der Papst gegen die vom Pater Curci in Reden und Schriften empfohlene Versöhnung des Papstthums mit der italienischen Regie­rung ausspricht.

Cholerabericht. Gestern sind in Neapel 231 Personen an der Cho­lera erkrankt. Hiervon find 67 gestorben. Außerdem starben daselbst von den in den letzten Tagen Erkrankten 28. In Spezzia sind 32 Erkrankungen und 18 Todesfälle vorgekommen.

Venedig, 7. September. Dis königliche Famllie ist heute Nachmittag von hier abgereist, der König nach Neapel, die Königin mit dem Kronprinzen nach 7. septbr. (Telegramm desReuter'fchen Bureaus.") 6 Mit­

glieder des Departements der auswärtigen Angelegenheiten sind abgesetzt worden, weil sie zum Frieden mit Frankreich angerathen haben. Alle diejenigen, welche die Zahlung der Entschädigung anempfehlen, werden mit Strafe bedroht.

Petersburg, 7. September. Außer dem Großfürsten Wladimir be­finden sich in Begleitung des kaiserlichen Paares auch der Großfürst-Thronfolger, sowie die Großfürsten Georg und Nikolai der Nettere- ;

Nach einem den Zeitungen zugegangenen Regierungs-Commumquö hat der Kaiser die jüngst Seitens der katholischen Armenier vorgenommenen Wahlen wegen Verletzung der Wahlordnung, insbesondere, weil nach dem Rücktritt des Patriarchen Narses dem Kaiser statt zweier Canoidaten nur ein Candidat zur Bestätigung vorgeschlagen wurde, kasstrt; gleichzeitig ist die Synode von Etjch- miadzin zur Vornahme von Neuwahlen ausgesorderl worden.

im Vorjahr.

Die Zahl der mit dem Landesgewerbverein in Verbindung stehenden Handwerker-, Kunst-Industrie- und weiblichen Industrieschulen beträgt 65. Die gegenwärtig hier in Gießen stattfindende Ausstellung von Arbeiten der Schüler und Schülerinnen aus diesen Anstalten gibt ein übersichtliches, sehr erfreuliches Bild von deren Leistungen, und cs wird Ihnen auch heute noch die zur Prüfung der Arbetten bestellte Commission

Bericht hierüber erstatten. t t , o _ ..

Bezüglich der Thätlgkett der Centralstelle deS Landesgewerbveretns kann ich auf die früheren Msttheilungen tn dieser Beziehung, sowie auf die Veröffentlichungen von Relationen über die Verhandlungen Ihres Ausschusses, welche im Gewerbeblatt ge­geben wurden, Bezug nehmen. x , ... .

Nachdem tn Ihrem Ausschuß die Gründung einer chemisch-technischen Unter» uLungsftation angeregt und besprochen worden war, erschien eS tn erster Lmte rathlich, diese Anstalt mit der Großherzoglichen technischen Hochschule zu verbinden. Die dieserhalb geführten Verhandlungen führten indefsen nicht zu dem gewünschten Ziel. Nachdem aber Ihr Ausschuß wiederholt die Errichtung einer betreffenden Anstalt alS durchaus nothwendtg erklärt hatte, wurde Seitens der Centralstelle bei Großherzogl'chem Ministerium deS Innern und der Justiz, unter Darlegung der betreffenden Verhältnisse, beantragt, in den Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben pro 1885/88 einen einmaligen Beitrag zu den Kosten der ersten Einrichtung und einen jährlichen Beitrag für die Unterhaltung einer chemischen Prüfung«- und AuskunftSftation Tür Gewerbe aufzunehmen und zu bestimmen, daß die fragliche Versuchsstation mit der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein verbunden werde. Ich freue mich, Ihnen mittheilen zu können, daß GroßherzoglicheS Ministerium des Innern und der Justiz seine Geneigtheit erklärt hat, die Errichtung einer chemischen Prüfung«- und Auskunftsstation für die Gewerbe zu genehmigen und einen staatlichen Beitrag zu deren Kosten in das Budget einzustellen.

Auch Über die Wirksamkeit der Localgewerbvereine werden in unserem Gewerbe- blatte Berichte veröffentlicht, auf welche ich hier, um Wiederholungen zu vermeiden, Bezug nehmen kann. Auch jetzt wieder gereicht eS mir zur besonderen Freude, NamenS des Landesgewerbveretns den Vorständen der Localgewerbvereine und der Handwerker­schulen, sowie den Lehrern unserer gewerblichen BtldungSanstalten herzlichen Dank für deren erfolgreiche Bemühungen um die Förderung unserer BereinLzwecke aussprechen *U ^Verehrte Herren! Können wir auch mit Befriedigung auf mannigfache Erfolge unserer gemeinsamen Thätigkeit, insbesondere deS gewerblichen Unterrichtswesens, zurücksehen, haben sich auch die Institutionen unseres Vereins in einer fast fünfzig­jährigen Dauer bewährt, so dürfen wir doch nicht rasten denn die Rast zeugt Rost um unsere Einrichtungen den Forderungen der Zeit entsprechend weiter zu bilden und unserer AufgabeForderung deS inländifchen Gewerbewesens- voll zu entsprechen.

Im Namen der Stadt Gießen hieß hierauf Herr Beigeordneter Heß die Versamm­lung herzlich willkommen und bat, mit dem vorlieb zu nehmen, waS die Stadt den Gästen bieten könne. Redner meint, die heutige Versammlung, sowie die ausgestellten Leistungen au« den vom Verein geleiteten Schulen bewiesen, wie segensreich der Verein wirke, ^n der gründlichen Vorbildung der Gewerbtreibenden liege das Heil der Gewerbe, nicht tn dem Einhalten mittelalterlicher Formen; Herr Heß schloß mit der freundlichen Einladung des hiesigen Vereins an die Gäste, einige heitere Stunden in Gemeinschaft mit diesem hier zu verbringen.

ES folgte der Vortrag deS Herrn Geh.Baurath Professors Dr. D. R i tgen über die geschichtliche Enwickiung der Stadt Gießen. Redner gab zunächst iw Anschluß an fehlen auf der letzten in Gießen abgehaltenen Vereinsversammlung von 1881 gehaltenen Vortrag über den damaligen Zustand der Gewerbe unserer Stadt einige Mttthe'iungen über ben heutigen Stand deS Gießener Gewerbewesens, und führte etwa Folgendes aus: Die bedeutendste der hiesigen Industrien ist die Cigarrenfabrikation; die erste Fabrik wurde 1812 von Georg Philipp Gail gegründet und bestehen z. Z. 21 Firmen. Die Bierbrauerei ist gegenwärtig durch 8 Firmen, darunter einige größere, vertreten und in stetigem Aufschwung begriffen. Auf dem Gebiete der Maschinenindustrie ist alS hervorragend zu nennen die noch junge, erst 1876 gegründete Firma Heyligenftädt u. Co. (Inhaber L. Heyligenstädt), welche sich hauptsächlich mit der Herstellung von HülfS- und Werkzeugmaschinen zur Metalldearbettung für die Klettlindustrie alS Drehbänken, Bohrmaschinen u. dgl. befaßt und jährlich etwa 4000 solcher Massen liefert. DaS Etablissement beschäftigt an 150 Arbeiter und werden lährlich ca. 600,000 Kilogramm Gußeisen, ca. 60,000 Kilogramm Schmiedeeisen und ca. 15,000 Kilogramm Stahl ver­arbeitet. Von in letzter Zeit entstandenen oder in namhafte Vermehrung gekommenen Verkaufsgeschäften sind zu erwähnen die Firma Julius Bach mit Elfenbetnschnttzereten und Graveurarbeiten, ferner Blumengeschäfte (deren gegenwärtig 10 vorhanden sind), Dklicatessen-Hsndlungen, Conditoreien, Putzwaarengeschätte, Gold- und Silberläden re. Für den zunehmenden Sinn der Bewohner GießenS für schöne und kun st gern äße Einrichtung und Ausstattung der Wohnungen legen die Leistungen der Mobelschreiner, der Decorateure und Tapezierer, ferner aber auch die große Zahl der neuen ober tm Bau begriffenen Häuser und Dillen erfreuliche« Zeuguiß ab. Unter den Baugewerben zeichnet sich namentlich das Schlossergewerbe durch seine Leistungen au«. Von kürzlich entstandenen Betrieben sind zu nennen eine Dampfbaggerei far LahnkieS von L.C^Rüb- famen, während eine große Dampfmolkerei und Käserei im Laufe dieser Tage eröffnet wird.

Herr Dr. v. Rttgen wandte sich nach biefen die Theilnehmer der Versammlung besonders interessirenden Mittheilungen nunmehr zum heutigen VortragS, der geschichtlichen Entwicklung der Stadt Gießen. Gießen, fetzt eine Stabt oon ca. 18,000 Einwohnern, verdankt seine Entstehung der Anlage einer Burg welche Graf Wilhelm von Gleiberg (1131-1167) zum Schutze deS von seiner Tante Clementia de Glyzberg 1129 gestifteten KlosterS Sch'ffenberg erbaute. Die Burg war eine Thalburg und zwar eine sog. Wasserburg (daher auch der Name der Stadt: zu den Gizzen = Bächen) und sind deren Reste btnter ber i-tzigen Stadtkirche noch vorhanden. Diese Reste bestehen hauptsächtlich auS Kellermauern und zeigten nur weniges Mauerwerk in einer Stärke von 1.50 Meter über der Erde; Armbrust- f Aorten re. finden sich nicht, auch konnten bis jetzt Reste eines Bergfrieds nicht nach- Sen werben - Eine neuere Burg, eine ,°g. Canzle'burg, zeigt tn ihren Resten noch beute die Anlage und daS Gepräge einer Herrenburg aus dem 14. Jahrhundert; bezeichnend hierfür ist die Anlage des Bergfried« (des sog. Heidenthurwk) deS Ge­fängnisses und brr beiden Thore, von denen daS nach dem sog. Brand führende neuer» hing« ganz umgebaut wurde. DaS neuere Schloß war während der Sickinger Fehde (1518) die Residenz de« jungen Landgrafen Philipp deS Großmüthigen und feinet imutter. Am 27. Mai 1650 wurde die Stadt von einem furchtbaren Brande, verur­sacht durch einen Blitzstrahl, heimgesucht, welcher 168 Häuser einäscherte und dem wohl auch die letztgenannte Burg xum Opfer fiel. Zehn Jahre später ließ Landgraf Lud- IV. von Hessen-Marburg (15671604) das noch heute erhaltene neue schloß am Brand" (so genannt nach dem erwähnten Brandunglück) aufführen. Redner wies hierbei mit kurzen Worten auf eine kleine, von ihm gelegentlich der heutigen Versamm­lung arrangtrte Sammlung von Kunstgegenftänden in diesem Sl-losse hin, zugletcv die Theilnehmer M deren Besichtigung am folgenden Tage freundlichst einladend. Am Schlüsse seines VortragS machte noch Herr Dr. v. Rttgen einige Mtthrtlungen über die Festung Gießen. Bekanntlich ließ Landgraf Philipp der Großmüthige in betr Jahren 1530-1533 bte Stadt mit Wall und Graben umgeben, aber schon 1547 nach der Schlacht bei Mühlberg wurden die Wälle durch dm Grasen Reinhard von SolmS- i Laubach geschleift. Später (15601564) ließ Philipp die Festungswerke grofcarrtgec : als sie vorher gewesen wieder aufbauen. Ein Plan der ulten FestungSanlage wmde i von Herrn Dr. v. Ritgen neuerdings aufgefunden und stimmt derselbe ^" ber SnfiLr GießenS tn Merian's Topographie (1660) genau überein. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die VersammeUen unserer Stabt Wohlwollen und dm Bemühungen de»