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R, 2t» Dienstag den 9. September 1884
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bureau t Schulstraße 7.
der
Cholera.
Spanien.
Madrid. 6. September. In der Provinz Alicante kamen gestern
Deutschland.
Darmstadt, 6. Septbr. Se. König!. Hoheit der Grobherzog empfin.
„ vm eßrinatiecretär Ihrer Maj. der Königin 33ictoria, Dr. Hermann Sabl den Cons ü S h aus Srdneq in Australien, den Kreisarzt Dr. Heu. mann' von" Bensheim; zum Vortrag den Ministerial-Prästdenten Weber und den Geh. Staa^rath^^^ ^heit der Grobherzog werden nicht Samstag den 13., sondern Freitag den 12. September Audienzen ertherlen, welche sur diesen Monat die le^,a^flro(i”btC'1,6 Septbr. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben UL beute Vormittag in Begleitung des General-Adjutanten Generalmaior » ÄX m Jagdschloß Wolssgarten aus na-b dem Griesheimer Artillerie-Schießplatz begeben, um dem Exercieren der 49. Infanterie- und 25. Kavallerie-Brigade beizuwohnen.
Berkin, 6 September. Der Kreis der deutschen Colonial-Erwerbungen an der westafrikanischen Küste hat sich bereits wiederum erweitert Privat- WaAritfcten der Köln. 8ta." von der Goldkuste melden, daß ami 21. Juli die
N»ito Nova unter französisches Protectorat und Little Popo an der Dabomni-Küste durch Dr. Nachtigal unter deutsches Protectorat gestellt »orben ist b Amtliche Berichte über diese neuesten Vorgänge an der Westküste^ Afrikas liegen zwar noch nicht vor, indessen ist die Meldung der „Köln. Ztg. , welche lilb über die' dortigen Ereignisse stets gut insormirt gezeigt hat, kaum zu e- zweifelm Gleichzeitig berichttn "Hamburger Blätter, daß sich in Hamburg eme deutsch-afrikanische Handelsgesellschaft geblldet hat, welche bezweckt, die H°"delS Verbindungen zwischen Deutschland und Westafrika zu erweitern und neu Niederlassungen in Westasrika zu gründen. Die Leitung m Afrika hat ein junger deutscher Kaufmann mit mehrjährigen praktischen ^tahrungen ubernom- men ^ln Hamburg besorgt eine renomnnrte F'rma commlfsionswelse den Import und Export." Das Kapital ist auf eine halbe Million m 20 Commandit- Antheilen zu je 25,000 JL festgesetzt und bereits vollständig übernommen. Das neue Unternehmen scheint demnach auf solideren Grundlagen zu ruhen, als die „Gesellschaft für deutsche Colonisation" in Berlin.
- Italien wird dermalen völlig von der niederbrückenden Thatsache bes Umsichgreifens bet Cholera beherrscht. Namentlich hat sich der gefürchtete Gast jetzt in Neapel niedergelassen, von wo täglich Hunderte von Cholerafallen ge- melbet werden. König Humbert selbst hat sich jetzt, wie neulich nach dem ve - feuchten Busca, nach Neapel begeben, begleitet vom Ministerpräsidenten de -prens und dem Fmanzmimster Magliani. In der schwer heimgesuchten Stadt weilen bereits der Marineminister Brin und der Ackerbauminister Grimaldi und man kann da den italienischen Ministern wahrlich nicht den Vorwurf machen, sie erbolten sich Angesichts der Landes-Calamität „unter dem Schatten ihres Kircy- iburmes von ihren parlamentarischen Strapazen", wie wörtlich in einer italie- nsschm ^Correspondenz der „N°t,Ztg." zu lesen steht. HoffenMchentwickelt b,e italienische Regierung die nöthige Energie, um ibre sanitären Maßregeln gerade in Süd-Italien, trotzdem, daß die bärtige Bevölkerung ben Ereigmffen gegenüber nicht ble wüuschenswerthe Ruhe unb Kaltblütigkeit entwickelt, mit Ersolg durchzufuh^m in fcem bekannten Poststreit definitiv nachgegeben.
Nadbdem die türkischen Postdompser viermal den Anschluß an den Orient- Ewreß-ua in Varna nicht erreicht, ist die türkische Regierung doch von der Fruchtlosigkeit ihrer Bemühungen, mit den postalischen Einrichtungen des west- ■ Uchen Europas Schritt zu halten, überzeugt worden. Die betr. Dampfer haben
daher ihren alten Dienst zwischen Konstantinopel und Bruffa (Klein-Asiens rote« ber übmimnmen. g ^ptember. Die Reichrregierung hegtwie-bekannt, die auiaesvrochene Absicht, die Erforschungen de» Geh. Raths Dr. Koch über die Entüebuna der Cholera für die Heilkunde im Reiche nutzbar zu machen. Diese Absicht soll jetzt zur Ausführung gelangen. Die Bundes-Regierungen sin vor Kurzem ersucht worden, geeignete Medicinalbeainte zu benennen und ur Thst- an einem vom Geh Rath Dr. Koch abzuhaltenden Cursu» über Fest- stellung des Vorhandenseins von Baccillen bei choleraverdächtigen Erkrankungen nach Berlin^zu gen. ^ute Nachmittag eine Ausfahrt und confenrte darauf mit dem Minister-Vicepräsidenten v. Puttkamer. Der Kronprinz empfing »-*" CSÄ'sÄÄ S,«» Mu- September nach Berlin zurückkehren, um Vorbereitungen bFu »
des Staatsrathes zu treffen und beim Kronprinzen die erforderlichen Vortrage zu halten.
Irankreich.
Paris, 6. September. Ferry kehrt nach neueren Dispositionen nicht
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wird constatirt, daß daselbst in den letzten 14 Tagen 3 vereinzelte Falle ohne jeden epidemischen Charakter vorkamen.
Italien. . , r m
Rom, 6. September. Von den in der Schweselgrube bei Nicosia Ver- schütteten wurden 20 gerettet. Die Regierung wies den Familien der Verun- gtndtenJOOO grcs^aiL^ juficitten Provinzen sind gestern zusammen 282 Erkrankungen und 158 Todesfälle vorgekommen, davon in der Stadt
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------------ vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Dringerlohn.
Gricfeint täglich mit Skusnahrne des Montags. Durch die Poft bezogen vierteljährlick 2 Mark 50 P'.
6 Cholera-Todessälle vor.
Kußland.
srutorähnrd 6 September. Das „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht em
ir, ää* »A -->L" u3Ä.n,tM verschärften Sicherheitsaussicht m Petersburg, oökau^^ getroffenen Maß- anveren Oertlichkeiten laut Reglement • bgn ni^t unter verschärstem nahmen um 1 Jahr verlängert werden, währe n ertaffenen Be-
Schutze stehenden Oertlichkeiten die unter dem 14 August 1881 eriapenen stimmungen tur denselbm Abraum m Krast b^,^ Saiferä witb| roie jetzt ff,“ sää?S“ä“
,, Gießen, den 8. September 1884.
Betreffend: ReichstagSwahl-u. zr>. r.rt_
Das Großherzoglicho Krcisamt Gtetzm
Nachdem Großherzogliches StaatSmm,ster,um die te^ () L un6 mit nächster Post unter dem Auftrage
lassen wir Ihnen deshalb die nothwenvtgen FormularienzvdenW^h beginnen. Dieselben sind jedoch vorerst nicht offen zu
zugehen, mit Aufstellung der Wählerlisten tn °°pp^ter Ausfertigung, ff ‘l ^„ustellen. Zu Ihrer Instruction verweisen wir Sie legen und nicht abzuschließen. Sssilagebogen zu den!Wahlerltst fit d F h ' i V Voraussetzungen für Stimmberecht.gung
auf die §§ 1 bis 3, 7 und 8 des Gesetze- vomi 31 « 1869 vom 3. Februar 1873, Reg.-Bl. S. 33.
näher angegeben sind, und zu § 3, P08- 4 f Alter Stand'oder Gewerbe und Wohnort in alphabetischer Ordnung in
Die Stimmberechtigten fino nach Zu- und Vornam n Alter, stimmberechtigte über 25 Jahre alt ist.
die Wählerliste einzutragen. Bezüglich de- Alter- 9enÜ9t | ' Stellvertreter erfolgt weitere Bekanntmachung.
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