Ministerium sich durch das Requirtren von Truppen eine Zurücksetzung der Bürger- garde habe zu Schulden kommen lasten. eine Mißbilligung des Verfahrens des Ministeriums ausgesprochen wird. Die von Bara beantragte Tagesordnung wurde mit 81 gegen 39 Stimmen abgelehnt. Alle Straßen, welche auf das Kammergebäude münden, sind durch starke Polizeimannschaften bewacht. Zur Aufrechterhaltung ver Ordnung Ist die Bürgergarde aufgebsten. Die Truppen sind in den Kasernen cousigntrt.
— Revräsmtantenkammer. Die Berathung der Vorlage über die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen zum päpstlichen Stuhle wurde schließlich auf morgen vertagt. An allen Zugängen zu dem Kammergebäude waren Polizeimannschaften aufgestellt, um Manifestationen vorzubeugen.
New-York, 7. August. Der holländische Dampfer „Amsterdam* auS Amsterdam ist in der Nacht vom 30. Juli ds. Js. bei Sable-Jsland (Neuschottland) untergegangen. Von den 224 Paffagieren desselben und der auS 59 Köpfen bestehenden Mannschaft wurden bis auf 3 Männer und eine Frau, welche in Folge des Umschlagens des Bootes beim Landen ertranken, alle glücklich an'S Land gebracht. Unter den Verunglückten befinden sich 2 Passagiere. Die Geretteten find in vergangener Nacht in Halrfax angekommen.
Lokales.
Gießen, 8. August. Seit einigen Tagen coursirte in der Stadt das Gerücht, in dem Bassin der Quellwasserleitung sei die Leiche eines Mannes aufgefunden worden. Infolge eines von Herrn Stadtverordneten Baist an Herrn Bürgermeister Bramm gerichteten Schreibens theilt Herr Bürgermeister Bramm in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten mit. daß dieses Gerücht auf Erfindung beruhe, kein Wort daran wahr sei und er deshalb empfehle, von einer officiellen Widerlegung abzusehen. Wir halten es für unsere Pflicht, diese Erklärung zur Kenntniß der Einwohnerschaft zu bringen und Diejenigen zu beruhigen, die sich infolge dieses Gerüchtes scheuten, Wasser aus der Quellwasserleitung zu entnehmen. — In Anbetracht der seit Jnbetnebsltzung der Wasserleitung an derselben verübten Beschädigungen acceptirte die Versammlung ferner den Antrag des Herrn Stadto<rord- neten Gail, auf Eruirung von Zerstörern der Wasserleitung Belohnungen bis zu 50 auszusitzen.
Vermischtes.
Darmstadt, 6. August. (Milttardienstnachrichten.) Der Unterarzt beider Reserve Dr. Dietz vom 1. Bat. (Gießen) 2. Großh. Landw.-RztS. Nr. 116 wurde zum Assistenzarzt 2. Kl. der Landwehr befördert; dem Assistenzarzt 1. Kl. der Landwehr Dr. Schmitt vom 2. Bat. (Erbach i. O.) 3. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 117 der Abschied bewilligt.
Darmstadt, 6. August. Gestern Abend ließ sich unweit des Roßdörferwegs ein hier garnisonirender Infanterist, Sohn des Felbschützen R, in selbstmörderischer Weise an der Odenwaldbahn überfahren; er wurde gräßlich verstümmelt, aber noch lebend in das Mtlitärlazareth verbracht. Man glaubt, daß Furcht vor einer zu ei- wartenden Strafe den Unglücklichen zu diesem Schritt veranlaßte.
— In der Merk'schen Fabrik verunglückte gestern Nachmittag der Fabrikarbeiter Rindsrei aus Traisa, Vater m-.brerer Kinder, indem ihm ein mit Ziegelsteinen beladener Wagen den Brustkasten so unglücklich eindrückte, daß der Verletzte bald nach seiner Verbringung in das städtische Hosvita! starb.
Hanau, 7. August. lieber einen Confl'ct der Militärbehörde mit dem Land- rathamte erfahren wir folgende Einzelheiten. Ein Zauberkünstler hatte von dem hier in Vertretung kommandirenden Herrn Oberstlieutenant die E-laubnitz erhalten, den Soldaten eine Vorstellung in der höheren Magie g den zu dürfen. Als nun am vergangenen Samstag in dem geschloffenen Raum dis Zeughauses die Vorstellung beginnen sollte, erschien ein Pol!zeicommissar mit mehreren Schutzleuten, um «m Auftrag des Herrn Landraths die Aufführung zu verbieten- Aus Anordnung des Herrn Oberst- LieutenantS fand jedoch die Vorstellung trotz dieses Verbots statt. Die Militärbehörde ging dabei von der Ansicht aus, daß sie für ihre Soldaten in einem ihr gehörigen geschlossenen und dem größeren Publikum nicht zugänglichen Raume, ebenso wie z. B. der Bürgeroerein oder jebe andere geschlossene Gesellschaft Aufführungen veranstalten könne, ohne hierzu irgend welche polizeiliche Erlaubniß nöthig zu haben.
Mannheim, 6. August. Im benachbarten Freudenheim ist gestern Nachmittag die im Abbruch begriffene alte Kirche plötzlich eingestürzt. DaS Mauerwerk war anscheinend schlecht gesprießt und hatte man auch sonstige Vorsichtsmaßregeln außer Acht gelassen. Leider sind vier Maurer durch die zusammenstürzenden Trümmer schwer verletzt worden und man befürchtet bet zweien derselben, daß die Verwundungen lebensgefährlich sind. — Der vor einigen Tagen durch das Platzen eine« SiederohrS an einer Dampframmej schwer verbrühte- Sohn des Bauunternehmers Bernatz ist gestern seinen Verletzungen erlegen. Den Vater, sowie den verletzten Hetzer hofft man am Leben erhalten zu können.
Wien, 4. August. Gestern starb hier Pater Dominik Bilimek, der Beichtvater dev Kaisers Maximilian, dem er auch nach Mexiko aefolgt war. Er war zuletzt CustoS der Bibliothek im früheren Lustschlosse Maxlmtlian'S zu Miramare bei Triest.
Bombay. Die „Times of Jndia" schreibt: „Das entsetzliche Verbrechen, Frauen durch daS Abschneiden der Nase zu verunstalten, ist j-tzt ein so gewöhnliches in Bombay, daß die strengste Bestrafung nothwendig sein wird; und nichts, glauben wir, wird die Ausübung dieser Schandthaten verhindern als daS Peitschen mit der neunschwänzigen Katze. Während der letzten Assisen kamen fünf solcher Fälle vor und erhielten die Uebelthäter die gewöhnliche Strafe, vämlich drei Jahre strenges Ge- fängniß."
— Ein recht abenteuerlustiger Bär muß jener Meister Petz gewesen sein, der nach dem „Kawkas" Anfangs vorigen Monats die Bewohner von Tiflis in Schrecken setzte. DaS russische Blatt schreibt: „Erne tragi-komische Episode spielte sich in der Nacht zum 4. Juli in der Altstadt ab. G-gen 11 Uhr Abends erschien auf der Straße ein riesiger Bär. Es entstand eine große Panik. Die Polizisten ließen ihre Signalpfeifen ertönen, die Budenbesitzer schlossen die Tbüren. Alles lief und flüchtete. Unttr- beffen setzte Meister Petz seine Promenade durch die Straßen brummend fort. Wie verlautet, schickte er sich an, dem Peßki einen Besuch abzustatten, er schreckte aber offenbar vor dem schlechten Zustand dieses Stadttheil« zurück und begab sich eingedenk der reinen Bergluft seiner Heimath, auf das rechte Ufer der Kura, wohin er über die Awlabarsche Brücke gelangte. Nachdem der Bär einige schmutzige Decken von den Ständen der Fruchthändler gerissen hatte, schenkte er seine Aufmerksamkeit den Früchten, deren er erne hübsche Anzahl verspeiste. Hierauf trollte er sich weiter; überall stoben
Handel und Verkehr.
lAeße", 6. August. Der heute und gestern dahier abgehaltene Viebmarkt war ? .l?r 6llt genährtem Vieh befahren. Es waren oufgetrieben: 8 Pferde, 1856 Stück Rindvieh und 550 Stück Schweine. Der Handel war im Allgemeinen nicht so lebhaft als auf den vorhergehenden Märkten.
Nächster Markt Dienstag den 19. und Mittwoch den 20. d. MtS., am letzteren Tage auch Krämermarkt. ' ö
731) Ueber die Höhe dar Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige In ehae oder mehre Zeitungen verureecht, wird man sich niemals enttiiusubt sehen, wenn man vob der Annoncen - Expedition von MAASE_V9TE8ÄT 4? i*
Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hiwloht» der ftir den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Krfahrungeo and rr^ndHoher Beobachtungen zuverliUoSgaB Bath erthallt
die Paffanten auseinander. Auf der Slonskaja traf er einen schlafenden Dwornik an, den er, wie man sagt, durch eine formidable Ohrfeige zum Bewußtse n seiner Pflicht brachte. Auf der Antschischarskoja traten ihm 10 Polizisten mit entblößtem Säbel $2 verschwand aber plötzlich der Bär. Nun begann ein Suchen nach dem Flüchtling; Hunde wurden losgelaffen, Männer erschienen mit Laternen. Endlich ^onte der Ruf: da ist er! Und in der That, der Bär stand auf einem Düngerhaufen. Schüsse krachten von allen Seiten, doch der Bär ließ sich nicht beirren. Ruhig und würdevoll setzte er feine Promenade fort. Unterdessen hatten die Gorodowois ihren ^vrrath an Patronen verschossen und holten sich neue Munition. Von Neuem krachten Schüsse und der Bär trat seinen Verfolgern entgegen. Die Gorodowois retirirten, das Publikum lief auseinander und der siegreiche Bär konnte ungestört bis zu einer Mühle gelangen, wo er unter dem Rade Platz nahm. Jetzt wurde eine regelrechte Belagerung »nn r 1 gefetzt; ein Bombardement folgte, ein Sturm und der Feind siel, nicht zu den Füßen seiner Verfolger, sondern inS Wasser. Ein beherzter Mann zog das Thier ans
- Der Bär war von oben bis unten mit Wunden bedeckt, seine Länge betrug 2Va Archin; er wurde in den Utschaftok gebracht."
o “ « uiedtcinischen Eigenschaften der Zwiebel sind nicht allgemein bekannt.
Lungen- und Leberleiden werden durch den häufigen Genuß von rohen oder gekochten Zwiebeln gebessert, oft ganz geheilt. Husten und Erkältung verschwinden vor der wahrhaft magischen Wirkung der Zwiebeln. Vor dem Schlafengehen gegessen, wird der üble Geruch Morgens verschwunden sein und die gute Wirkung retchl'ch für die neitun Unannehmlichkeiten lohnen. Durch regelmäßigen Genuß von Zwiebeln werden die Lungen und Verdauungs-Organe in gesundem Zustande erhalten- Zwiebeln sind eine Medictn, die Jedermann anschoffen kann und sind nicht so unangenehm eituu:» nehmen, wie manche theure Medikamente des Doctors.
in Dresden hat im verflossenen Semester wieder recht erfreuliche Resultate zu verzeichnen gehabt, demzufolge ein günstiger Geschäfts-Abschluß in Aussicht steht. Sämmtliche Schäden wurden in be- Weise in voller statutarischer Höhe prompt ausgezahlt und eine erhebliche Verwehrung deS Eff^cten-Bestandes der Prämien-Reserve vorgenommen. Das Ver- traucn und die Beliebtheit, welche sich die Anstalt beim Publikum zu erwerben gewußt bat, verdankt sie vornehmlich ihren festen Prämien, ihrer flotten Schädenregulirung sowie exact-n Geschäftsführung, welche Umstände ihr auch für die Folge eme wachsende Verficherungs Clientel sichern. (Siehe heutiges Agenten- isesnty.)_______________________
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag, den 9. August.
Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dingeldey.
9. Sonntag nach Trinitatis, 10. Auguft. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 9V2 Uhr: Gymnasiallehrer Stamm.
_ , , r„ Feier des heiligen Abendmahls.
Klnderkirche: fallt aus.
ii für die Gymnasiasten und Stadtschüler, Vormittags
11 Uhr, in der Kleinkrnderschule, Pfarrer Or. Naumann 0
. < ^5?chisrnuslehre.für die Mädchen Vormittags 11 Uhr (nach dem Abendmahl) in der Stadtkirche: Pfarrer Dingeldey. y '
... ,. Aur Sonntag den 17. August, wird nach beiden Gottesdiensten eine Kollekte für die Wer^e der inneren Mission im Großherzogthum Hessen erhoben werden.
D^Pfarrgeschafte m ber üom W- lti ^imust besorgt für
Pfarrer Schlosser: Pfarrer Dingeldey. 1 01 Tur
Katholische Gemeinde.
10. Sonntag nach Pfingsten.
. ^on6Uhran: Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilungder hl. Commu- Nion. VilO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.
Fest Mariä Himmelfahrt.
Freitag den 15. August.
. .no Uhr <m : Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Eommu- mon- ^1O Uhr: Feftgottesdienst und Predigt. 2 Uhr: Festandacht.
Neustadt erhobst Gottesdienste wird die Collectc für das St. Marien-Waisenhaus zu
Gottesdienst in der Synagoge.
eam§ÄÄnu67r.U6r' M°rg-n 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr,
rewperatur am 8. August (Mittags zwischen 11 und 12 U6r\~ Wasserwarme der Lahn 17V? R. - Lustwärme 19V-O R. im Schatten.
_ _____________ Rübsawen.
Allgemeiner Anzeiger.
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