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kommen des Jüngeren gezweifelt wird. Der die unglückselige Thal vollbracht, ist bereits verhaftet.

(Zwei russische Fürsten.) Vor dem Gericht in Tiflis führen Fürst Bagration- Mukranskt und Fürst Sumbatoff einen Cwtlproceß gegen einander. Während das Gericht die Verlesung der ActenstÜcke deS ProccssrS vornehmen ließ, hörte man in dem Vorzimmer Schüsse fallen. Das Publikum eilte dort hin und man fand den Fürsten Bagratto«, der, am Gesicht und an drr Achsel verwundet, heftig blutete. Bagration hatte indessen noch Kraft, sich in das Zimmer der Boten zu schleppen, wo ihm der Verband angelegt wurde. Gleichzeitig sah man den jungen Fürsten Sumbatoff tu das Zimmcr der Vermrssungscommission. einen Revolver tn der Hand, bringen. Die Personen, welche dem Vorfall beiwohnten, versicherten, daß Sumbatoff fortwährend nach dem Kopfe gezielt hat. Nach den zwei ersten Schüssen schleuderte Fürst Bagratton den Fürsten Sumbatoff mit emem hfifttgen Faustschlag zur Erde; im gleichen Augen­blick wurde er jedoch durch zwei Schüsse tm Rücken verwundet. Der Zustand Bagrations gibt keinen Anlaß zu Besorgnissm. Fürst Sumbatoff wurde alsbald arrettrt; er erklärte, er werde die Ursachen des Vorganges nur vor seinem Richter mittheilen. Das Ereigniß har, rote leicht eillär-ltch, tn Tifl S große Sensation gemacht und man bringt die verschiedensten CombMationen herbei, um es zu erklären.

Eingesandt.

Gießen, 7. Mai.

Manche Aerzte halten daS sehr übliche Seilhüpfen der Mädchen al5 unbedingt verwerflich, weil gesundheitsschädlich, da es häufig Verrenkungen, Knochevbrüche, Ver­letzungen der inneren Organe und noch fifibcte KrankheltSerschet«ungen zur Folge habe. So lauten die Urtheüe in der Presse. Obgleich diesÜben nur vereinzelt auf- Irden, so muß ihnen aber dennoch entgegengetreten werden.

DoT Seilhüpfen mag, im Uebermaß betrieben, auf den Organismus deS Körpers, wie jede andere Ueberanstrrngung, schädlich Wicken. Es wnd auch bann schädlich wirken, wenn dasselbe nicht tn der richtigen Weise ausgeführt wird. Wer Seil hüpft, darf nur mit den Fußspitzen aufhüpfin, niemals aber auf ganzer Fußsohle oder gar nut den Fersen.

Das Seilhüpfen tm langen und kurzen Schwungseil mit seinen allseitigen Übungen bilöet einen Hünptthett der turnerischen Uedungen für Mädchen. Es wird dadurch Gewandtheit, Anmuth, Geduld, Festigkett im Handeln und namer.llich GeisteL- flegvnwart in hohem Gcade erzielt. GutS Muts hat wirderholt betont:Es lst nicht ^los die naturgemäße Bewegung deS ganzen Körpers, sowie besonders der unteren und oberen Glieder, wodurch die Uebungsformeu des Seilhüpfins wirksam werben, sondern ihr Werth beruht vorzüglich baraaf, dass sie sich mit trdfl-chem Anstande LuSsühren lassen, daß sie nicht bloS Schnelligkeit, sondern scharf abgemessene Schnelligkeit und Gewandtheit erfordern, daß sie auf strenge Halturig deS Zettmstzes dringen ober augm- irlicklich den dagegen begangenen Fehler strafen, daß sie den Blick schärfen, die Dreistig­keit erhöhen und eben dadurch für nicht seltene Fälle des Lebens adrichten, daß sie endlich die Aufmerksamkeit und das sinnliche Beobachtungsvermögen mit Strenge fesseln. Und bet allen diesen Vorthellen sind sie weder gewaltsam, noch im Mindesten S efährltch." Spieß, der eigentliche Gründer des Mädcheumrmns, sagt über baS Seilhüpfen Folgendes:Wer handelt, muß den rechten Augenblick erfassen, weil sonst btc Thal eine verfehlte ift.^

Viele ärztliche Autoritäten empfehlen deshalb mit Recht das Seilhüpfen als Sesundheitsförderlich. Wcnn cs hier und da vorkommt, daß ba§ Seilhüpfen aus den oben angeführten Gründen nachtheilige Folgen nach sich z'kht, so kann man doch nicht liefe turnerische Hebung al§ gesundheitsschädlich bezeichnen.

Wer zu viel ißt und trinkt, wird leicht krank und wenn eS das Veste wäre. Wollte man deshalb das Essen und Trinken überhaupt verbieten, so wäre dies gewiß thörtcht. Nicht minder thörtcht wäre cs, wenn man das Seilhüpfeu verbieten wollte.

Z1 H"lte Nachmittag ftd in der Bahnhofstraße vor dem Plant',chen Hause ein mit Latten beladener Wagen tn Folge des mangelhaften Gossenpflasters um und bedeckte mit seiner Ladung bas ganze Trottoir. Ein großes Glück war es, daß sich zufällig keine Menschen auf dem Trottoir befanden, denn ein Jeder wäre sofort zermalmt worden.

( , Beim Ausweichen der Fuhrwerke auf der schmalen Straße passirt es regelmäßig, d.e Hirtertbelle der Wagen in Folge des abschüssigen Goffenpflasters abgleiien und die Passanten auf dem schmalen Trottorr hierdurch oder durch herunterfallende KolliS rc. in Gefahr schweben, verletzt zu werden.

Es wäre wünschenswerth, wenn die Behörde von dem erwähnten MIKstsnd an Ort und Stelle Einsicht nähme und für rascheste Abhülfe sorgen wollte.

H«ndeL $wD BeEeh?.

yAraEurt, 7. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete der C.'ntner Heu 3.80, Stroh X 3.OO3.3O, Eier das Hundert x 4305.70 Butter V 5ua !i(1* 0.90, 2. Qualität X 1.00, Kartoffeln per Eentner x 2 002 *>5

Kohlrabi 30 -35 4 pr. St, Erbsen 100 Kg. 19.5027.50 X, Rothkraut pr. St ()000 V Poularden X 0-0, Huhn^L 1.50-2.20, 1 Ente X 3.00-4.00, 1 Taube' 60-0) Hahn X 1.702.00, Gans X 00.00, Welsche X 7-12.

Mai. Rother Weizen X. 16.95, weißer Weizen X 0000

Korn X 12.30, Gerste X 10.30, Hafer X 8.40, Erbsen X, Kartoffeln X. '

m a Berlin, 1. Mai. Nmerer amtlicher Benachrichtigung zufolge unterliegen mit Postwerthzeichen unzureichend franFnte Briefe aus Oesterreich-Ungarn der Tore für unftanklrte Brieft, jedoch ul-ter Anrechnung des Werrhes der vrrwendeten Poftwe-tb- retchen. Eine Abrundung des ErgänzunosportoS auf einen durch fünf thcilba'-en Betrag findet nicht statt, f^ür uazurerchrnd fronklrte Drucksachen oder Waarenproben wird dem Empfänger ter doppelte Betrog des fthlenden Po'totheils angerechnet, wöbet Bruchtheile einer Mark r-öt^gcnsalls auf eine durch fünf theilbare Pfennigsumme auf» wart? abgerundet werben. Bet Ermittlung des Werths der auf Brrefpostgegenstaaden nerrotnbeten Posiwkribzeichen. beziehentlich bet Berechnuna des fehlenden Portothetls ist 1 Kreuzer österreichischer Währung mit 2 Pfg. Reichswahrung zu rechnen. So ist beispielsweise eine m't 2 statt 5 Kreuzer srankirte Drucksache mit 15 Psg., c»n mit 2 statt mit 5 Kreuzer franfirter aewöbnlicker Brief aus Oesterreich Ungarn bei der Grenz-Eingangspostonstalt ir.ir 16 Pfg. in Ansatz zu bringen. Bei unzureichend^ Nankilten Fahrpoftfendungen ans Ocsterr,ich Ungmn hat die Berechnung des N^Ä- schußportos in der Meile stattzufindrn, baß von dem in der MarkLahrung nach der Taxe für franftrte ©enbun^m sich er^ebenben Pottobefrage der Werth des vom Ab- smder gezahlten Francos in Abzug gebracht roitb. Bei Ermittlung dieses Werthes sind 3 Kr. ofierr. gleich 5 Psg. NttLSwäh'-ung zu rechnen und bei dem Ansätze des Nach- schußpyrtos Bruchibette einer Ma^k x ötb;aenfaß§ auf ?tne durch fünf tbetlbnre Vfennig- fumme aufwärts abziinmben. Hiernach ist beisptelswe-se für e'n Packet aus Wien nach Berlin tm G°wtchtt. von 4 Kg., wclchrtz statt mit 30 nur mit 25 Kr. frantrf ist, nach Abrechnung von 25 Kr. ober 412'3 Psg von dem Porto von 50 Pfg. das Nachschuß­porto mit 10 Psg. in Ansatz zu bringen. B

geff. BeachtNKA»

Schriftliche Arifragen wegen AluMnftsertheilung über Inserate ic. können »k nur dann beantworte, wenn denfflben eine Freimarke für die Nnckal.twort beigelegt o? U^ber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Exp ditron m kernerlel Auskunstsertheilungen beiugt. Offertenbriese find soweit keine bestimmten ot'flcntheihaev Abmachunaen getroffen wurden in der Ervedition c-brndolen

Allg§MeinZT Anzeiger.

SUhmisiorr.

Nachstehende Herstellungsarbeiten an Ut neuen Schulhofraithe in der Schillerstraße sollen mittelst Sub- Anfsion vergeben werden, und Zwar: veranschl. zu

Maurerarbeit 65,47 X.

Steinhauerarbeit 179,92

Schlosserarbeit 93,50

Weißbülderarbeit 4414,48

Die Offerten hierfür sind bis längstens

Donne«stag den 15.1. Mts.,

Vormittags 11 Uhr, auf dem städtischen Baubureau, Gar- lenstraffe 2, einzureichen, woselbst vor­her in den üblichen Amtsstunden die einschlägigen Voranschläge und Ueber- riahmsbedingungen zur Einsicht offen liegen.

Gießen, am 8. Mai 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

J 3295 A. Vram m.

Versteigerursg VE Gr^s, Grde, uNd Äbgestorberrers

Atleebäumerr.

Die diesjährigen Grasnutzungen an den Grüben und Böschungen der nnchbeuannten Straßen sollen in den dabei bemerkten Terminen an Ort und Stelle verpachtet, und vorhandene ^rde und einzelne abgestorbeneÄllee- Lräume versteigert werden, und zwar:

1) Samstag den 10. Mm ans der Straße von Gießen nach Nodheim, Anfang Morgens 8 Uhr jenseits der Lahnbrücke.

2) Samstag den 10. Mai auf der Straße von Gießen bis Klein-Linden und von Klein- Linden nach Dutenhofen zu, An- fülng Mittags 2 Uhr bei der Veteri- näranstalt-

3) Montag den 12. Mai auf der Straße von Klein-Linden bis Butzbach und von Pohl-Göns gegen Niederkleen, Anfang Mor­gens 8 Uhr bei Klein-Linden.

4) MiUwoch den 14. Mai auf der Straße von Gießen na^ Marburg, Anfang Morgens 8 Uhr vor dem Wallthor.

5) Freitag den 16. Mai aus der Straße von Gießen über Lich nach Langsdorf, Anfang Ältorgens 8 Uhr in der Nähe des Gießener Friedhofes.

6) Montag den 19. Mai auf der Straße von Lich gegen den H e s s e n b r ü ck e r Ha in mer, An­fang Morgens 9 Uhr bei dem Fried- Hofe zu Lich.

7) Mittwoch den 21. Mai auf der Straße von Lich bis Hof- Gill, Anfang Morgens 9 Uhr bei dem Eisenbahnviadukt.

8) Samstag den 24. Mai auf der Straße von Gießen über Reiskirchen, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des Schützenhofes.

Die resp. Großh. Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders befaimt machen zu lassen.

Gießen, den 7. Mai 1884.

Großh. Kreisbauamt Gießen.

Walter. 3265

Freitag den 9. Mai, Otachmittags 2 Uhr, fallen im Weinsaal, Bcchulwfstraße, eine große Parthie D^men-KLelSLr- ftoffc aller Art, in ganzen Stücken, at>= gepatzte Kleider, Reste, Manilla- u. Govelin-Tischdecken, weiße Gar- -inen-3Lefte rc. versteigert werden.

Gleichzeitig 2 gute Kommoden, 1 So- pha, tannene Waschtische.

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0-^0 Müller, Ortsgerichtsmann.

3236 Ein gebr. Velociped, Höhe 1,35 Mir., ist billig zu verkaufen.

Schlosser Flett, Teuselslustgärtchen 22.

Freitag den 9. Mai, Vormittags 9 Uhr, soll in dem Hause des Metzger Schuster, Wettergasse dahier, eine frisch abgeschlach­tete streitige Ochscnhant meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 8 Mai 1884.

3289 Müller, OrtsgerichtSmann.

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