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8.10.1884 Zweites Blatt
 
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Mx. 2ZS Zweites Blatt. Mittwoch den 8. Oktober 188A

Gießener Anzeiger

Amts- und Arrzeigckickt für den Kreis Gießen.

.-. .^^0, » .. c» - , a <> W?eiS vierteljährlich 2 Mark 20 Vf. mit Bringerlohn.

Gchulstrahe 7. Erscheint täMH «nt AuLnahme des MMttaOs. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf.

An die Wühler des 1 Hessischen Reichstags Wahlkreises.

Am 28. Oktober b. I. finden die Wahlen zum Reichstag statt. Wir fordern Euch auf. den seitherigen Abgeordneten Herrn Rechtsanwalt vr Ent­fleisch in Gießen, den Candidaten der sog. deutsch-freisinnigen Partei, nicht wieder zu wählen. Damit wollen wir weder fernen Zähigkeiten, noch seinem Charakter zu nahe treten; seine politische Parteistellung aber macht uns seine Wiederwahl unmöglich Wahrend Herrn futfi«sch m ü°lgesslner Er­klärung, vorerst keiner der bestehenden Parteien beitreten zu wollen, früher auch d/e Stimmen solcher Wähler zufallen konnten, bte in mannen JMt'm ferne Ansicht nicht billigten, die aber nicht conservativ sondern liberal wählen wollten, hat sich Herr Gutfleisch durch seinen inzwischen erfolgten Beitritt zur deutsch- freisinnigen Fraktion in einen prinzipiellen Gegensatz zu uns gestellt. . i» w tnir

Wir können und wollen eine Partei nicht verstärken helfen, deren Programm folgerichtig zu dem Rufe.Fort mit Bismarck! in den Wir nie mnl0 C®u^nbkroffikbneriDQ[)[^er6errn Gutfleisch würben wir Vorschub leisten einer Partei, deren hervorragendster Führer, von feindseliger Gefinnung gegen unfern Reichskanzler erfüllt, in grundsätzlicher Opposition gegen die Reichsregierung und inunfruchtbarer Verneinung ifür bte politischen Verheißungen der kaiserlichen Botschaft seine Kraft erschöpft. Wir lassen uns nicht die Freude an unserem nationalen Bestrebungen unseres Reichskanzlers verderben. Wir wollen keinen Parteigenossen den Mannern zufuhren,, die für dw deutsche Colomalpolitlk bis jetzt nur kleinliche Rechenkünste und unser Ansehen im Auslande schmälernde Hohnreden gehabt haben. Wir wollen ni$t m^bif' richtung, welche an den bewährten Einrichtungen unseres Heeres rüttelt, tue Wasten der Reichsregierung im Kampfe gegen die Anarchisten abstumpft und den Ultramontanen durch Unterstützung ihrer Anträge und durch Abschluß von Wahlbündnisten Dienste leistet.

Wir schlagen Euch vor, am 28. Oktober Eure Stimmen zu geben dem Herrn

Hugo Buderus zu Hirzenhain

der sich bereit erklärt hat, ein Mandat anzunehmen und in die nationalliberale Partei des Reichstags einzutreten.gRftnfÄon und

Wir empfehlen Euch damit einen Candidaten von erprobtem Gemeinsinn, besten Familie m unserer Provinz wurzelt, der mit den Wünschen und Be­dürfnissen unseres Wahlkreises auf's Genaueste vertraut und ebenso entschlossen wie befähigt ist, sie im Reichstage ^ vertreten.

Das politische Glaubensbekenntniß des Herrn Buderus ist das unserige, es stimmt uberem mit dem fog.£eibel&er0er ^6^m ^23.S^ K 3- Unser Candivat betrachtet die Kräftigung des Reichs und die Forderung der gemeinsamen Angelegenheiten des deutschen Volkes auf tm 6unb*ah5 Boden der Reichsverfassung als die vornehmste Aufgabe des Reichstags. Eingedenk der großen Erfolge der auswärtigen WtfÄ der Friedensbestrebungen des Reichskanzlers wird er für die Erhaltung einer starken deutschen Heeresmacht eintreten unbWbamt bur$ bie beutsch-freisinnigen Partei, welche bie Friebeuspräsenzstürke nur für brei Jahre bewilligen will, nicht beirren lassen. Als em 9Kann oon ! I»erder Gesinnung wird er jedem Reaktionsversuche und jeder Absicht, die Rechte des Reichstags zu mindern °der das geheime Stimmrecht beit entgegentreten. Die auf die Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen gerichteten Bestrebungen der Reichsregierung wird er, ) ) 1 g

*"** SÄÄSÄSÄ sw «I». 1«* *« ?**.*Ä Gesetzgebung stelltz wird er seine Mitwirkung nicht versagen. Auch in Bezug aus die Zoll- und Steuergesetzgebung steht Herr Bub"us mif dem gleichen Standpunkte wie das Heidelberger Programm, wobei noch speeiell hervorgehoben werden soll, daß das Taba Monopol, wenn es gegen Erwarten iemals w>ed r auftauchen sollte, in ihm einen ebenso entschiedenen Gegner finden würde, wie in dem ^6x136111 abgeorbneten unferes 8X da­

staatsfeindlichen Parteien der Socialdemokraten und der Ultramontanen wird sich unser Candidat durch das Schlagwort:Keine Ausnahmegesetze nicht da von abhalten lasten, dem deutschen Staate die Schutzwaffen zu geben, deren er bedarf. . m ... . . DissMte des Vaterlandes'

Mitbürger! Erinnert Euch am Wahltage unseres ehrwürdigen Kaisers, der ungeach et seines hohen Alters m$t ermubet tm®ien|te brt^tttumö«. Bebenkt, baß bem Wahlrecht bie Wahlpflicht entspringt, tretet Mann für Mann an bie Wahlurne unb gebt Eurer patriotischen Gesinnung Ausdruck durch die Wahl des Herrn

Hugo Buderus zu Hirzenhain.

Das Wahlcomit£

der

Kartei

des ersten Hessischen Wahlkreises.

Mach.

Balser II., Heinr., Schneidermeister.

Euler, Carl, Landwirth.

Schäfer VI., Heim., Landwirth.

Schäfer V., Ludwig, Landwirth.

Mendorf a. d. Lahn.

Faber, Johannes.

Mendorf a. d. Lumda.

Berger, Heim-, Landwirth.

Berger, Eberhard, Zimmermeister.

Bieber, Bürgermeister.

Dörr, Balthaser, Briefträger.

Heberer, Pfarrer.

Hofmann, C., Müller.

Kliebe, Karl, Landwirth.

Wilhelm, Rechner.

Köö, Jost, Zimmermeister.

Krieb L, Christoph, Schneidermeister.

Löwenstein, Ludwig, Stadtdiener.

Moll jr., W., Postagent.

Schmidt, Ludwig, Schmiedmeister.

Schwarz, Johannes, Messerschmied.

Stiebet, Jos-, Handelsmann.

Strack, Gustav, Spenglermeister.

Vogt, Dr. med;

Wallenfels, HL, Heinrich, Landwirth.

H., Johs., Landwirth.

Martin, Landwirth.

Weinberg, Joseph, Handelsmann-

Weinberg, Meier, Handelsmann.

Wolf, Heim-, Landwirth.

Konrad, Landwirth.

Allertshausen.

Herber, Carl, Beigeordneter.

Kloos, Lehrer.

Römer, Bürgermeister.

Forstwart.

Wietzner, Georg, Gemeinderath.

Arnsburg.

Burg, Rudolf.

Henkel, Rentmeister.

Stumpf, Forstwart.

Thörner, I.

Atzenhain.

Grün II., Johannes, Landwirth.

Lenz n., Wilhelm, Landwirth.

Annerod.

Hamel IX., Johannes, Landwirth.

Hamel IV., Wilhelm, Landwirth.

Pfeffer IL, H-, Gemeinderath u. Landw.

Schäfer IX., Eberhard, Landwirth.

XIV., Johs., Landwirth.

Bellersheim.

Bopp, Bürgermeister.

Kammer, Gustav, Gutspachter,

Bellmuth.

I AlbuS, Bürgermeister.