Ausgabe 
8.3.1884
 
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1611

Satten uitb *r st, iesteii

Kinder-

Beilage ;u Nr. 58 deskießeiler Anffigev'.

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Wße Auswahl in ächten Pariser Gorsetts 1410 Ph. Ellimger, Selteraiveg 71.

Weinmirthschast.

Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich neben meinem Spezereigeschäst eine

Weinstube

ßolimtnben, 2. März. Wir derKöln- Ztg" gemeldet wird- ist nach einem taute sPaifctnittaa von Altona hierher gelangten Telegramm daselbst heute einer der beiden Kassenräuber, welche den Stadtkämmerer Huchthausen hier kürzlich beraubt haben, erariffen Der Verhaftete. ein Holsteiner, ist ber SchiffSkonditor Forster. Don dem geraubten Gelde sind 800 X, außerdem eine Anzahl Uhren, bei ihm lwrgEfunden. Er ist deS hier begangenen Raubes geständig. Sein Genosse, der Dacker Hucht- hausen, soll über Rotterdam auf dem DampferAmsterdam" nach Rewyork ent- WtC6m«mau, 3. März. Ein entsetzlicher Doppelmord ist in der Nacht zum Sonn­tag in oem Dörfchen Walndorf am Fuße des ©Ottmar verübt worden. Der Schneider Se:frrt daselbst war mit seiner Frau zu einem Gesellschastsvergnügen gegangen und batte die Obhut über seine beiden kleinen Kinder dem bei ihm wohnenden, seit längerer 8eit arbeitslosen Bruder seiner Frau, dem Handarbeiter Wilhelm übertragen. Während der Nacht ergreift Wilhelm eine Axt und erschlagt die schlafenden Kinder seiner Schwester,

intrfimmtrt er tn blinder Wuth die Möbel, den Stubevofen, die Fenster u. f. w. Ai? der Hau^wirth, durch den Lärm geweckt, herbeieilt, ergreift der Mörder die Flucht und wendet sich nach Löbau, woselbst er sich kurze Zeit bet Verwandten aushielt, aber nichts von seiner entsetzlichen Thai erzählte. Den Sonntag über ist der Mörder dann in der Gegrnd von Löbau umhergeirrt, bis er heute Morgen in Ebersdorf ergriffen mürbe Seine Blutthat hat er bereits eingestanden. , A m

Liverpool, 3. März. Im Kirkdale-Gefängniß wurden heute Morgen zwei Schw-st-rn, Katharina Flannagan und Margarethe Higgins, welche füngst wegen ver- schiederer Giftmorde zum Tode veruiiheilt word-n, durch den Strang hmgerichtet. Unter den Ovlern der beiden G-ftmischerinmn befand sich auch der Gälte der Higgins. Beide Frauen legten wenige Tage vor ihrer Hinrichtung ein reumüthiges Geiiändn tz ab durch iselches, wie es Seifet, andere Personen stark compromiitirt weiden.

' Paris, 3. März. In vergangener Nacht wurde die Kirche in JoMville-le-Pont (Dorf im Seine-Depart-ment) beraubt und dann von dm Frevlern in Brand gesteckt. D'e Kirche ist zum Theil abgebrannt. Gegenstände von Werth wurden nicht gefunden da der Pfarrer dieselben jeden Abend in seine Wohnung brachte. In derselben Nachi haben Diebe das Postbureau in Nogent ausgeraubt. , . . ,

y Der Graf Henckel von Donnersmarck, welcher, wie bekannt, unlängst seine Frau verlor soll nach einer Nachricht desGaulots^ in seiner tiefen Wsttwertrauer, welcher einen solchen Ausdruck zu geben allerdings nur w^dem

ietntaen gestattet ist, beschlossen haben, das Hotel in der Avenue des Champs-Elysees, w-lcheS seine Frau hatte erbauen lassen und so lange bewohnte, niederreißen >u taflen. Das gestimmte Material desselben soll nach Berlin transportirt und dort das Hotel genau wieder so ausgebaut werden, wie es tn Parts war. Das H"Eel tstberanrstltch M s-Mer baulichen Ausführung, wie innerlichen Etnrichtung em wab«s Metsterwerk. 9ia«binaS bedürfen die Millbe langen desGaulots" öfters der Bestät.gung.

3. -m,-

wurden während der CarnevalStare verzehrt: 362 Kg. Filet, 242Kg. Nvmtv t, lOKi/, »0. Klllbsteisch, 441/» Kg. Hammelfleisch, 15 Kg. Kaldsmtlch, daS Don 24 Kalbsköpfen, 8 Ochsenzungen, 80 Poularden, 15 Enten, 8 Truten tn ^l^30Hühmr, 50 Kg. Hummer, e/8 Faß Austern, 40 Kg Seezungen, 6 Kabltau, 3 Salme »nd eine arößere fiahl Schellfische. Wenn man an das Sprichwort sich erinnert, daß der Fisch auch schwimmen und der Ochs sausen w ll so mag man sich einen^Begriff da«°n machen, wie viel Wein neben und nach diesen großen Mengen von vpeffen die durstigen K h

der Wüste haben mit verzweifelter Tapferkeit gekämpft und den Rothröcken stark zu schaffen gemacht, wofür die nicht unerheblichen Verluste der Engländer zeugen. Was aber nun werden soll, darüber scheint man sich im englischen Ministerium burchaibs noch nicht klar zu sein und die widersprechenden Gerüchte über tue bem General Graham zugegangenen Instructionen vermehren nur die Ungewiß­heit der Situation. Einmal heißt es, er sei beordert, mit seinen gruppen nach Kairo rurückzukehren, dann wieder, er sei nach Trinkitat zurückbeorderE nach einer dritten Version sei er beauftragt, Tokar zu halten und so bringt leder Dag neue Ge­rüchte. Wahrscheinlich ist, daß die englische Regierung, bevor sie neue Schritte thut die Wirkung des Sieges von El Teb auf die Bewohner des West-Sudans abwärten will, wo General Gordon mit feiner Mission in eine ziemlich becenk- * MW «ch di. -»--m-m- Ausmerkfamk.it

mit der noch immer ihrer Lösung harrenden Krisis im Schooße des Cabmets be Prelis. Bekanntlich hat der Unterrichtsminister Baeeelli feine Demission einaereidjt, da die Deputirtenkammer den Gesetzentwurf über die Reform des höheren Unterrichtswesens nur mit geringer Majorität und mit zahlreichen Modificationen acceptirte. Herr de Pretis Hai aber tue Demission ^wes Colle- asn einstweilen zurückgewiesen und das Cabmet für solwarisch nut Baeeelli erklärt. Es heißt nun, daß de Pretis in diesen Tagen ein Vertrauensvotum von der Kammer verlangen werde. . r

Die neuesten, aus Egypten vorliegenoen Depeschen melden , daß General Graham die Garnison und die Einwohner von ^okar,, sowie alle Ver­wundeten nach Trinkitat geschickt habe. In den arabischen^ DörfernJu 4 « Tokar seien zwei verlassene Kanonen, viel Munuion und 1000 Gewehre gesun den worden. Die Ausständischen hätten sich in's Gebirge zurückgezogen; General Graham befinde sich ebenfalls auf dem Rückmärsche von Dakar nach ^nnEitat.

Die Erregung m den chinesischen Küstenstädten gegen die Fremden scheint noch immer nicht geschwunden zu sein, ^n Shanghai kam c

i zu einem Zusammenstoß zwischen Europäern und chinesischen Soldaten, wobei zwei der ersteren mit Bajonetten verwundet wurden. Wer den Streit provocirl hat, wird in der betr. Depesche nicht gesagt. ____

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M Empfang her neuen FrÜhjahrSUMhänge it». evgelenfl an 1423

Meuerfeoff & Goslar, Marktstraße 4.

errichtet habe. Für einen guten Schoppen ist bestens gesorgt.

Hochachtungsvoll

« Roth, MallLhorKraße 5.

Messen werden. ,

< Die internationale revolutionär - socialistische Pr opa ända hebt wieder einmal an verschiedenen Punkten Europas gleicyzeitig ihr Wt. Die fluchwürdigen jüngsten Experimente ber genier mit ben Hollen- iiinen aus ben Londoner Bahnhöfen, die anarchistischen Ausschreitungen in ien, die lärmenden Anarchisten-Versammlungen in Paris und der Schweiz ism auf den Zusammenhang und die weite Verbreitung des modernen Ver- ivörerthums Hw. In neuester Zeit wird besonders der österreichische Staat t in die revolutionären Zuckungen hineingezogen, es beweisen dies die fungsten laänqe und Verhaftungen in Wien und Pesth und neuerdings auch m der Uischen Hauptstadt. Es wurden hier bei verschiedenen Arbeitern -Schrist- !ck mit Beschlag belegt, aus denen hervorgeht, daß die Agramer Socialisien . beni verhafteten Redacteur Prager in Pesth und mit den socialistischen kmen in Luzern und Zürich in enger Fühlung stehen. Zn r^olge de.jen stn Agram mehrere Verhaftungen vorgenommen worden.

Das englische Prestige in Egypten, welches durch das siegreiche -,rivärtsschreiten der Rebellen im Sudan bedenklich in's Hintertreffen zu kom- Iti drohte, ist durch den englischen Sieg bei El Teb wiedergerettet worben.

i England herrscht beim auch großer Jubel über diese neueste britische Toaffen- t und die Londoner Blätter feiern den Erfolg General Grahams m noch eychwenglicherer Weise, als s. Z. ben berühmtenSieg' Wolsetey s dei Dlc ......

11 ec Kebir. Nun, diesmal haben sie nicht so unrecht; die aufständischen Sohne ! htnabg-flossen fern muß.

Dolitifche Ueberficht.

Gießen, 7. ,März.

sim Schooße bet kaiserlichen Familie hat sich dieser Tage em «Mswerthes Ereianiß abgespielt, bie Rückkehr der Frau Prinzessin Friedrich Illach Berlin. Es war eine offenkundige Thatsache, daß zwischen dem M-n Friedrich Karl und seiner erlauchten Gemahl,n seit gangerer Zett Ionien bestanden, die eine öftere Trennung der beiden Gatten,-ur H-olge «en; während der letzten Monate weilte die Prinzessin an ihrem deunathllchen M m Dessau. In Folge neuerlicher Verhandlungen zwischen den beiderseitigen Duiächtigten, hauptsächlich aber wohl in Folge bestimmter Wunsche Setten^ i areiseu Oberhauptes ber kaiserlichen Familie hat eine vollständige Aus- 2 stattgefunden und ist die fürstliche Frau am Montag an die Sette -« Gemahls nach Berlin zurückgekehrt Die Begrüßung r^Wilbeln- Mn auf dem Vahnhose war eine äußerst herzliche, wobei auch Pun-' Wilhelm ! mehrere andere Mitglieder des Königshauses anwesend waren. Am I -rtitaa stattete die Prinzessin den kaiserlichen Majestäten einen Besuch ab. 'itr ffiröfSna R-ichSl-,--

sLn ihren Ööbevunkt erreicht und da neben dem obersten Parlamente anch y fteußische "Abgeordnetenhaus und die, Landtage verschiedener ^^"Astaaten, ! die von Bayern, Sachsen, Hessen, sowie einiger kleinerer Staaten noch mime fielt forttanen werden, so wird es an Abwechslung in der u^uern iitif rät fehlen. 9 Selbstverständlich werden die Verhandlungen des Reichs­tes bei Weitem das meiste Interesse in Anspruch nehmen, umsomehr, als Ade in dieser seiner letzten Session der gegenwärtigen Legislaturperiode I'kdeutungsvolle Vorlagen zur Berathung gelangen Das Unsabversichsrungs- und die Novelle zum Actiengesetz, welche Gesetzentwurse der^Bunoesrath hin voriger Woche angenommen hat werden den Reichstag gleich in der len fielt seines Beisammenseins beschäftigen. (Dem Un^allversicherungSgesetz ! dcr Bundesrath im Großen und Ganzen dem Regieriings.Entwurse gemäß -iiinmt, mit Hinzufügung des Ausschuß-Antrages, daß besondere Berufs- 'chnschaften auch für einzelne Theile des Reiches ^lassem werden sollen), j ie wichtige Frage, die den Reichstag ebenfalls demnächst beschäftigen roin, ist tjenige der Verlängerung des Socialistengesetzes. Dem Vundesrathe ist nun- dl d-r Antrag Preußens auf Verlängerung des Gesetzes bis zum 30. Sep- iber 1886 zugegangen und von einer kurzen Begründung begleitet; man darf bannt sein, ob Der Reichstag auch diesmal demselben zustimmen wird; allzu M stehen hier bie Actien für die Annahme des Gesetzes, nsp. der Ver- ^Jn Berlin ist am Montag das preußische Laudes-Oeconomie-Colleg Gegenwart des Kronprinzen eröffnet worden.

Die Gerüchte von der bevorstehenden Demission der preußl- -n Cultusministers v. Goßler treten mit wachsender Bestimmtheit auf. E>ner- führt man diese Absicht des Ministers auf den Umstand zuruck, da» die Vierung ernstlich die Begnadigung des früheren Kölner Erzbischofs Melchers 2lu»sicht genommen habe, andererseits heißt es, die Meinungsverschi denheiten ischm Fürst Bismarck und Herrn v. Goßler über das Schuldotatwn^gesttz len letzterem den Entschluß nahegelegt, zu demissioniren. Als Nachfolger ves rni ö. Goßler nennt man bereits den Obervrasidenten von Weftfalen, Hegemeister; vorläufig sind indessen alle diese Gerüchte noch unverbürgt.

s Der sächsische Landtag soll dem Vernehmen nacy am 20. Marz

Darmstädter Pserdemarkt-Foose ä 2 Mk.

(Jiehung den 23. April) zu haben in ber Expedition desGießener Anzeiger-

8 Schulstraße 7.