Gefolge de« Kaiser« von Rußland werbe sich auch der Minister von Gier« befinden.
Pari«, 5. September. Ja Marseille ist gestern fein Cholero-TodeSfall vor- grkommen, In den Ost-Pyrenäen gestern 14 Cholera-TodeSfälle.
— Ferry wirb nächsten Sonntag früh zurückerwartet. Da« Journal -Paris* schreibt, die Frage wegen deS CommandoS in Tongking werde in dem nächsten Dienstag stattfindenden Mtnisterrath entschieden werden; die Action Frankreichs werde sich nicht auf die Besitzergreifung Formosa'S beschränken.
— Der „Wberte" zufolge wäre eS möglich, daß Courbet Schiffe zur Bloktrnng des Golf« von Petschtli enisendete. Die Depeschen aus Hanoi fonftatiren vollständige Ruhe im Delta, die besetzten Plätze seien in Belagerungszustand gesetzt.
London, 5. September. Wie sich die,Times" au8 Hongkong von gestern tele- graphtrcn läßt, bomdardiren die Franzosen jetzt aus's Neue Keelung.
— Nach einem Reuter'schen Telegramm aus Suakrm von heute früh 8 Uhr haben die Aufständischen Kaffala mit großer Macht angegriffen, sind aber mit bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen worden.
Petersburg, 5. September. Der Kaiser und die Kaiserin trafen heute Nachmittag 2 Uhr aus Peterhof hier ein, besuchten dieFestungskirche, ertbeilten dem außerordentlichen persisch n Gesandten Daoule - Yahta - Khan eine Abschtedsaudtenz und haben darauf Petersburg wieder verlassen.
Belgrad, 5. September. Die Eisenbahn-Linie Belgrad-Nisch soll am 15. September dem öffentlichen Verkehr übergeben werden.
Madrid, 5. September. In der Provinz Alicante kamen gestern 10 Cholera-Todesfälle vor.
— Gestern sind in Novelda 3 Personen an der Cholera gestorben.
Rom, 5. September. In Spezzia ist heute der Bürgermeister an der Cholera gestorben, in Neapel der Vice-Bürgermeister an der Cholera erkrankt.
— In den von der Cholera heimgesuchten Provinzen kamen gestern im Ganzen 253 Erkrankungen und 104 Todesfälle vor. Auf die Stadt Neapel entfallen 136 Erkrankungen und 52 Todesfälle an der Cholera.
Tp f a 1 e S. '
Gießen, 6. September. sSitzung der Stadtverordneten vom 4. Septembers Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordnete Keller und Hetz, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Gail, Georgi, Dr. Gutfletsch, Haustein, Kauf, Ad.Noll, Petri, Scheel und Schopbach. Behufs Vervollständigung der neulich stattgehabten Wahl der Mitglieder der Ein- schätzungs'Commtssion zur Einkommensteuer ist ein dritter Ersatzmann zu wählen; als solcher wird Herr Bankdtrector Wort mann gewählt. — Dem Gesuch oes Musikalienhändlers Wilhelm Rudolph um käufliche Ueberlassung desjenigen Geländes, welches Gesuchsteller zur Einhaltung der Baufluchtlinie in der Erlengaffe nöthig hat, wird stattgegeben unter Festsetzung des Geländepreises von 2 JL per lHFuß Gletch- z:it'g wird die für diese Gasse etnzuhaltende Straßenbrette auf 5 Mtr. festgesetzt und beschlossen, den Plan nach § 13 der Ausführungsverordnung zur allgemeinen Bauordnung zu vervollständigen. Daffelbe geschieht bezüglich der Baufluchtlinie für die Kaplanetgasse. — Dem Gesuche des Herrn Burk um wetteresechswöchentltche Ststtrung der AuffüllungSarbetten an seinem Bauwesen in der Ostanlage wird zugesttmmt unter Vorbehalt, daß Gesuchsteller etwa entstehende Mehrkosten der späteren Auffüllung trägt. — In Betreff Ausbaus der Wtlhelmstraße wird beschlossen, deren Chaussirung nebst Troltotrherftellung auf der westlichen Seite der äußeren Ludwtgstraße vornehmen zu lassen.
, .Meße«, 6. September. In der vorgestrigen Sitzung der Stadtverordneten beschlossen worden, dem seitherigen Landtags-Abgeordneten Herrn Rechtsanwalt vr. Muhl für seine Thättgkett tn der Kammer den Dank der Stadt Gießen aus- zusprechen.
vermischte-.
- -In Offenbach sind die Bäcker um 4 Pfg. mit dem Brode abgeschlagen, in 2 Mainz um 3 Pf., in Cassel um 3 Pfg. Mögen unsere b'eS zur Notiz nehmen, denn die setthertgen Preise stehen in gar keinem Verhältnisse zu den billigen Fruchtpreisen.
Mainz. 3. September. . Prinz Heinrich von Hessen befand sich gestern in unserer Stadt, nahm eine Jnsprction der hessischen Truppen vor und besichtigte die nunmehr von sämmtlichen Truppen verlassene Kaserne des 117. Regiments (Schloß- — Die Kosten der Bahnumführung, welche auf ca. 10 Millionen JL veranschlagt waren, haben sich in Wirklichkeit wett höher gestellt und werden, wie man Leuten hört, denen ein genauer Einblick zusteht, auf die erkleckliche Summe von ca. 17 Millionen angegeben.
Darmstadt, 4. Septembrr. Bei der gestern vom Landes - PferdezuLtverein arrangirteu ersten Versteigerung von Zucht-Stuifohlen — Belgier — fand sich ein zahlreicher, gewählter Kreis von Interessenten ein, welcher sich ausnahmslos sehr an- erkennend über das importirte Material aussprach. Der Ankaufspreis dürfte sich im Durchschnitt auf ca. 285 JL. pr. St. stellen, ein im Verhältutß zur Qualität der Thiere immer noch mäßiger Betrag. Wir können nicht umhin, der Aukaufscommisston unsere ganz außerordentttche Anerkennung zu zollen.
.Darmstadt, 3. September. Die „N. Hess. Volksbl." bringen nachstehende M??nde Illustration der Zustände unserer Landarmenpflege: Unlängst wurde ein schährtger in Berlin geborener Schreiner, welcher eine Zeit lang in Edenkoben gearbeitet, aber seinen UnterstützungSwohnfitz längst verloren, also, wie es in seinen Papieren heißt ohne Domicil" ist an hochgradiger Lungenschwindsucht leidend, im Mannheimer ausgenommen, hort eine Zeit lang gepflegt und dann, wie wir anzunehmen einige Ursache haben, auf seinen Wunsch — natürlich ungeheilt — am 12. August entlQffen. Der von Mannheim nach Weinheim Dirigtrte kam am nächsten Tag. also ?°1131 August, ohne Mittel, in so hülfsbedürftigem. herabgekommenem Zustande an, r?norLum nachsuchen mußte. Solche wurde ihm auch gewährt. Aber wie § Man löste dem Todtkranken einfach ein Billet bis Darmstadt und glaubte damit genug 8Ur ^?en, daß man ihn seinem ferneren Schicksal überlasse. Hier traf der ?'?be"d8 mit dem letzten Zuge ein, war ohne einen Pfennig Geld und in einem solchen elenden Zustande, daß der am Bahnhof dienstthuende Schutzmann in TOnnnnnhpn8a<eI?er ?Lbise ^ür ihn nach Kräften Sorge trug und veranlaßte, daß der RnfnHnrb«r c C^Ljne^* 1 2 3' §ehen und sitzen konnte, auf einem Handkarren in das hiesige Hospital verbracht wurde, wo man ihm natürlich die Ausnahme nicht versagte. Dem Darmstadt hat indeß der Aermste nicht mehr viel Kosten gemacht, denn 5 Tage später, also am 18. August, wurde die Leiche des Unglücklichen bereits von hier auf die Anatomie nach Gießen verbracht! "u^uancyen Dereus
M-td",blheim, 2 September. Einen Beweis für die Rentabilität der Mktdenzucht dürste die gestern abgehaltene Korb- und Flechtwetden-Versteigerung auf imiLnCr rea Störenden. Geisenheim schräg gegenüberliegenden Christophsaue geliefert babcnz , be Steiglust durchschnittlich 110 per Morgen erzielt
Sa8 ^L5re8cen\?e.r Aue von circa 45 Morgen gewiß ein schönes Geschäft orten $n 0erer ^horten b{efe8 Jahr größtenihellS den rheinhessischen Land- m Saarbrücken, 2. September. Der Schlafwagen deS Schnellzugs Nr. 329 a. M. ist heute Morgen zwischen Waldböckelheim und Münster a‘ St.
?e Entgleisung ist infolge eines Bruches der vorderen Achse dieses Wagen« unte?°hemC^ ba8 ubgelöste Rad ist der Gasbehälter
T^nb 6Ln°me? unb ba6 auSströmende GaS war in Brand ge-
rat^en, ehe der Zug etwa 350 Meter von der Entgleisungsstelle zum Steben kam Schwierigkeit des Beschaffen« von Wasser wurde daS Feuer erst gelöscht nachdem eS in eine Zelle des Schlafwagen« eingedrungen war, unb es ist der Waaen in s^olgx heffen nicht unbeträchtlich beschädigt. Der vorbere Theil deS ^uaeB fuhr ' wenigen Minuten mit den Passagieren weiter. Von letzteren ist Niemand n?r. lktzt, auch außer dem Schlafwagen kein Material beschädigt worden P b D m r,— [Unfaöe@tatiftif.] Im Monat August wurden bei der Allgemeinen Unfall- VersicherungS-Bank in Leipzig 12 Todesfälle 5 lebensgefährliche Verletzung n 8 Un ?n£rr? ur na(5 gänzliche ober theilweise Invalidität erwmten lassen ÄÄmm ZOÄSSIt’OtÜtart,’b1' erwcrwunfwatdt bet Ver-
, Don den 12 Todesfällen ereigneten sich je 3 in Baugeschästen und Steinkohleni ? ™ *^bte "brigen zu je einem in 1 Bierbrauerei, 1 Bleierzgrube, 1 Dachbeckergeschäft. 1 Maschinenfabrik, 1 ZimmergeschSft unb 1 Zuckerfabrik
Die 5 lebensgefährlichen Verletzungen entfallen auf 1 Cellulosefabrtk, 1 Cement- 5!aukenfabrtk, 1 Maschinenfabrik, 1 Nähmaschinenfabrik und 1 Steinkohlenwerk, währenb ”’e 8 ^nvaliditätSfälle in je 1 Appreturanstalt, 1 Brücken? quanstalt, 1 CoakSbrenneret, 1 Farbenfabrik, 2 Maschinenfabriken, 1 Papierfabrik und *»et 1 Schiffswerft vorgekommen ftnb.
Handel und Verkehr»
„ . Gieß en, den 6. Septbr. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL l.lo-O.OO, Hühnereier pr. Stück 5-7 Käse St. 4-9 St, Käsematte 2-3 X Erbsen pr- Liter 22 X Linsen 30 X Tauben per Paar 0,50-0,70 X Hübner per Stuck v*L 100—1.30, Hahnen pr. Stück JL 0.60—0.85, Enten per Stück JL 125—1.60, Gcnse per Stuck JL 0.00-0 00, Welsche M 00.00—00.00, Ochsenfleisch per Pfund ST-™ “nb Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 52—60 Hammelfleilch
^lbfle.sch 50—54 4, Kartoffeln per 100 Kilo JC 5.00-6.00, Milch per Liter 13—18 4, Zwiebeln per Ctr. JL 8.00-0.00.
Aup gefl. Beachtung.
Sckristliche Anfragen wegen Auskurrstsertßettung über Inserate rc. können nur dann deanttvorteu, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort betpeleaj lfl- ileper ^nicrate brrügllch deren Offerten einzuretrb-n find, ist die Er^-dttion w t^nerler Andkiinfisertherlungen befugt. Offertenbriefe find — soweit keine besttmmten oeaenthetüpcn Abmachungen getroffen wurden — in der Erpeditton ab-nbo^n
Heber Retter s Haarwasser.
Es kann nicht genug wiederholt werden, und ist auch darüber schon Vieles von Autoritäten geschrieben worden, daß Oele und Pomaden die Hautporen nur verstopfen in Folge Zutritts des Staubes sich eine Schichte bildet, welche die Hautausdünstuna verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopfleiden und kahle Stellen erzeugt Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die im blinden Vertrauen auf schwindelhafte Reclame — unbedacht, ob das Versprochene zu erfüllen möglich sei - Hunderttausende sur schädliche Haarmittel ausgeben und in dem Wahne leben, neue Haare aus kahlen Stellen zu erzeugen, während sie damit doch nur den Charlatauismus unterstützen und ihrer Gesundheit schaden. Wäre es denn nicht viel vernünftiger, bei Seiten von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulassen unb dafür ein wirklich gutes conservirendes Haarmittel statt der insgesammt schädlichen Oele unb Pomaben zu gebrauchen? Als ein solch' verläßliches unb unschäblichcs Mittel kann bas
Haarwasser von Carl Retter in München nicht genug empfohlen werben, ba baffelbe laut Gutachten hervorragcnber Autoritäten, wie Professor Or. v. Wittstcin rc. rc-, Alles enthält, um bas Haar feucht, weich, glän- zenb unb die Kopfhaut immer thätig und weich zu erhalten, sowie die lästigen Schuppen ^?brhalb acht Tagen gänzlich zu entfernen. — Zu beziehen per Flacon ä 40 und «X 1-10 bei Herrn C- Dterkel, Marktstraße, Gießen-
Herzogi.-Baugewerkschule Holzminden! § damit verbunden ffaschinen-,Mülilenbau- u. Müllerschule. B K ES Winters 4 Nov. Vorunt. 6. Oct. Pensionat. Dir.: G. Haarmann. Btt
Temperatur in Gießen.
August 1884.
Niederste..... . + 3,5 ®R.
Mittlere.......+1418
Mittel früherer Jahre . . . . +13'77 "
Höchste .......4-24,0 „
Niederschlag an 11 Tagen .... 3,23 Par. Zoll.
„ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2,32 „ „
Auszug aus dm Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
™ „Den 30. August. Franz Karl Johannes Theodor Berthold Ludwig Heinrich Rudolf Pratorius, Gerichlsaccessist unb Hilfsgerichtsschreiber am Großh. Landgericht der Provmz Starkenburg zu Darmstadt unb Johannette Elisabeth Margarethe Wilhelmine Ebel, ledige Tochter des verstorbenen Weinhändlers Georg Heinrich Ebel dahier. v w
r Den 2. September. Marfin Emil Karl Philipp Schmall, Cigarrenfabrikant in Gießen unb Karoline Ottilie Sames, ledige Tochter des Apothekers Johann Karl Sames in Gießen.
Getaufte.
De« 31. August. Dem Specereihändler Jean Brückmann ein Sohn, Karl Friedrich Georg, geboren den 23. Juli.
Denselben. Dem Schlosser Karl Pfaff ein Sohn, Heinrich, geboren den 18. Juni
Denselben. Dem Mechantkus Karl Heyer eine Tochter, Marie Anna, geboren den 19. August.
Den 1. September. Dem HilfSfchutzmann Karl Orth ein Sohn, Fritz Ludwig geboren den 20. Mai. e
Den 3. September. Dem den 29. August.
Den 4. September. Dem Minna, geboren den 2. August.
Taglöhner Caspar Hardt eine Tochter, Elise, geboren Schlosser Franz Mäder eine Tochter, Anna Marie
Beerdigte.
Den 2. September. Dieustwann Georg Adam Möbus, alt 38 Jahre, gestorben dm 30. August.
Den 4. September. Elise Margarethe Gerhardt, geb. Arnold. Ehefrau be« König!- Bahnmeisters Jakob Gerhardt, alt 49 Jahre, gestorben den 2. September.
Denselben. Ludwig Mohr, Schuhmacher, alt 63 Jahre, gestorben den 2. Septbr
Brodpreise
vom 7. bis 21. September 1884.
der Bäcker H
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27
2 „ (4 Pfd.) Weißbrod . ... 54
1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 24
2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48
1 „ (2 Pfd ) Schwarzbrod 2. Sorte 21
2 „ . (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42
3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei Louis Keil, Konrad Haas,
L. Schneider......63
bei Gg. Müller......64
der Brodverkäufer H
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27
2 (4 „ ) „ 54
1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24
(4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 J >, (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte —
1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21
2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42
3 * (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 63
Gießen, den 6. September 1884.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
I. V.: Kraemer.
Temperatur am 6. September (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr).
Wasserwärme der Lahn 12V? R. - Lustwärme 13V2° R. im Schatten.
• Rüdsamen.


