Ausgabe 
6.4.1884 Erstes Blatt
 
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Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

cyunfl kb?ac3TD^3h^o?MCkm ?.Schlosser zu Gießen, und Marte Elisabeths ^un»' ,ep,»c Tochter dez LandmannS Johannes Jung zu Cleeberg.

etwa die Reciiative nicht gesungen, sondern vom Altar auS verlesen, man denke sich ferner die drei Theiie des musikalischen Werks von Gemein degesängen ein- Serahmt und man wird gestehen müssen, daß bas eine Charfreitagsferer geben würde, so erhaben und wirksam, wie sie nur gewünscht werden kann.

Bezugnehmend auf unsere Notiz tn Nr. 80, betr. Concert-Tournä deS Herrn Btlse, können wir heute unseren Lesern die wettere Mtttheilung machen, daß derselbe bereits von Herrn Wilhelm Wenzel engagtrt ist. Ferner werden im kommenden Monat Mat Eduard Strauß mit seiner ganzen Capelle aus Wien, die König - Earl-Grenadiere aus Stuttgart, sowie die jetzt mit außerordentlichem Befall m Berlin gaftirende Wiener Tanz-Sängerinnen-Gesellschast (15 Damen, Dircetion Rossi) im selben Elabltssemenk auftreten. ,

Gestern Abend gegen 7 Uhr sahen Leute einen Mann am Ufer der Lahn hinter der Neumühle auf- und abgehen. Kurze Zett darauf wurde auch ein Schuß gehört. Die Leute suchten das Ufer ab und fanden ein Notizbuch vor, in welchem Aufzeichnungen und Bestimmungen enthalten, woraus zu schließen war, baß ein selbst- ®rM«Ä fT ®ie W®murbe bena»rt?ti0t und-hr da« N°«,buch Überrest. aroct Schutzleute fanden imHeßlar" uni-rhalb der Unlp-rfitätswasch- um >/-12 Uhr Nachts die daher treibende Leiche und landeten dieselbe an« User. Heute Morgeei »dig'nommener Augenschein ergab, daß die Leiche di>I-uig- de« Kgl. Landes-Geologen vr. Moesta aus Marburg ist, welcher geNern Nachmiting in einem Laden aus dem Selters weg einen R-ooloer kaufte. Geistesstörung wird als Mol o des Selbstmordes angefeb n 6 April. Unsere gestrige Notiz betreff« Diebstahl eines Dienst­mädchen» berichtigen w'r dahin, daß die ganze Dtebstahlsgrschichie aus einem Jrrthum eine« bestohlen fein wollenden Dienstmädchens beruhte. Eine Verhafiung >,t rocht erfolgt. .

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S e t w t f ö) t e t

Bingen, 2. April. Der leichtsinnigen Gewohnheit, Petroleum in offene« Feutr »u gießen, ist geller» auch hier em Opfer gefallen. Em junges, kaum 20jSbrtges Mädchen goß gestern beim Feueranmachen Petroleum aus einer Flasche in das Feucr. Ein Knall und das Mädchen stand in Flammen und lief in diesem Zustande unter schrecklichem Angstschrei auf die Straße. Man eilte zwar von allen Seiten md Tüchern anb Betten herbei, um das Feuer zu ersticken, allein die Brandwunden waren so bedeutend, daß die Unglückliche nach kurz.r Zeit im HoSpttül, wohin sie gebracht roorbenjtatb. ~ tbeIbfrfanb am Samstag eine vorbereitende Versammlung für die Jubtläumsferer des 500jährigen Bestehens der Universität statt, welche im Jahre 1885 statthaben wird- Die Versammlung, die aus btm Schoße der Einwohn^rfchust berufen war, will die Einleitung der Feierlichkeit der Universität und den städtischen Behörden überlassen und nur für das sorgen, was jene nicht thun können. Die Emwohner- sck4ft scheint von dem lebhaften Wunsch durchdrungen zu sein, daS Fest zu einem groß­artigen zu gestalten.

Bonn, 1. April. DerBonner Zig" wird geschrieben: Auf dem Wichelshof Lat man heute in der Frühe einen sehr werthvollen seltenen Fund gemacht. Beim Entfernen alter Baumwurzeln stieß die Hacke auf einen festen, onsch-inend metallenen Gegenstand, der bann vorsichtig gelockert und gehoben wurde. Es ist eine alte eiserne Geldkiste, ohne große Schwierigkeit geöffnet, da das Schloß, wahrscheinlich durch die Hacke, lädirt war. Zu nicht geringer Ucberraschung fanden sich darin ei hrdltche Summen ia Rollen, 345,600 Francs tn Gold und Silber, französischen Gepräges mtt dem Btldntß Napoleon I. Auf dem beschädigten Deckel der Kiste läßt sich auch der kaiserliche Namenszug mit dem Adler darüber erkennen. Vielleicht hat man es hier mit einer französischen Kneqskosse zu thun, die kurz vor dem Zusammenbruch der Fremdherrschaft und der eisigen Räumung von Bonn unter mysteriösen Umständen verschwunden sein soll. Von ganz besonderem historischen Interesse find aber eine kleine Anzahl beb Liegender wichtiger militärischer Acrenstücke, worunter Erlasse und Befehle Napoleons Wtt dessen eigenhändiger Unterschrift. Das gerade für Bonn Merkwürdigst«' ist eine allem Anschein nach vom Kaffer selbst entworfene, mtt dem charokicr stachen N unter­zeichnete Skizze einer event. Befestigung Bonns. Vielleicht alfo Pnoat-Sckatulle dkS Safiers!? Der interessante Fund büifte demnächst eine Zierde btS Provinzial» Museums abgeben. ___--.«.<wrn Dor trag hat Prof stör

- "sr*»»»'üsif Die fn dieser Stadt so häufigen und für das Leben gefährlichen V-rg-oßerungen und Erwellerunpen des Herzens oerbreuct' welche rocht ^urch ^pc rf rn^rhprt fAntipti qtki - <>-. a -Utllötf.>31115 der Gelenke

Abgesehen von einzelnen Erkrankungen der tn Rede stehenden Art, welche möglicher Weise unter Concurrenz übermäßiger Arbeit und körverlicker entstanden sein können, glaubt Bollinger als deren Ursache lediglich daS Uhbm ^lerÜe,nu^ tH Verbindung mst Pl^hora (Blutfülle/ansehen be Pel<Äem elnmßI bte directe Wirkung des Alkohols auf das Her. Entger die große Menge der zu Dembdtenbcn Flüssigkeit - ferner der Gebalt^be« verdaulichen Nährstoffen, und b<e <n ber Regel damit verbunden und SrJ2?e?8 üuaatitat.v üppige Lebensweise in Betracht zu ziehen seien. Der babituelle Biertrinker, der den ganzen Tag über trinke fast ohne Pause dt finde sich rn eintr

CSrtfinmtn?<r E??^*w?s-dlethoka, die wesentlich zur Entstehung des Leiden« $ Untersuchungen geht hervor, daß auch dos normale fieri (A?nnrr n München durchschnittlich erheblich größer im Verhältniß »um ffnfnm*- Aewtcht ge^nden werde als anderSwo, und trage dasfragliche^erHetbe?, mwu°e?7n erläuterte, wesentlich die Schuld an den häufig tm Mftfaften ^lier zwischen 2545 Jahren bei Männern vorkommensen Todesfällen Ut-de/den Bierconsum in München tbeilt Bollinger mit, das, derselbe dott auf den Kopf der ÄM0. 3kT Ä Ausfuhr) 432 Liter betrage, während

8n*ttlmb5?ß 186, 2 deutschen Zollgebiet 88 und in Elsaß-Lothrmgen nur Münch-n Einwand, daß an dem übermäßigen Biergenuß in

« h6 s'ch tapfer betheil,gen, findet Bollinger dadurch

EMkrastet, daß dieser Ausfall zum mindesten ausgeglichen werde durch die ?l<£C b^r ^timffibc sehr ausflugslustige Bevölkerung außerhalb München« ?/«-' «wäjäää*" ä-

Q,j Prolector des deuischen Fischerei,Vereins hin unb bat um 'netrm>nM n»;. Der Kronprinz fragte, ob sie sich nicht an den Regierungspräsidenten ber wäre doch ein sehr I edenswürdiger Mann. De oest-ibt t1' [ *ten D-g- »ichis! De fegt, wat Gesetz is, is Gesetz. He ba"t i-den sien Braten und roocht nachher si-ne Havannad. Wenn inte aber «nen sV

So antwortete der Führer der ®ep"tatiön D r d-r Kronprinz aber hielt sich die Seiten rar Lachen auf bem ,Ä.^e?e- ®£r ?°°t ührer schilderte nun die Lage seiner Aufkaggeb^r ^IM sr? r^ N hrung wachse so wenig, wie aus der Diele des SimmerS ffr Mnhttl hf. w^lhabender Mann, weil er eine Kuh befiöc. ®?r Itura

ffier ^rnnnwn ^ Auslaufen, da hätten die Fische Schonznt aeE

ÄÄ W fel"e Fürsprache zu und wollte die Deputat'on eiitlasfen.^ Der finhflrm*ConÜrtn 6: °0nc wat Geschriewenes geh' ich Nlckt M^r

Ärfem?n,«\^a >bf2 all'tausammcn das Reisegkld mühsam upb?acht Obn!

LMWZZMGMW * »«' W diesen Fall Ä'ÄW' fflSfö

Seiner Ansicht nach hat die Mu'ter ihr Augenmerk bi ständig auf die Tätowirung ge, richtet und Reue darüber empfunden. Sie ist 26 Jahre alt.

[ßaute Kritik^ Im käntgltchen Opernhause zuBrüssil. tm Monnaie-Theater, wurde am 26. v. M. eine Aufführung vonFaust" auf eigenthümltche Weise gestört. Mitten tn der Ktrchhofsscene ertönte cs plötzlich mit Donnerstimme aus einer Loge: Man macht ja Streichungen! Das ist unanständig!- Allgemeine Aufregung; der ganze Saal erhebt sich; die Vorstellung wird unterbrochen. Die Polizei schreitet ein unb entfernt den Schreier aus der Loge; es war ein Holländer, ein cnragttter Musikkenner.

Die Quadratur des Kreiscs ist wieder einmalgelöst" worden. Es ist bekannt, daß unter den Petitionen, die an den Reichstag gelangen, sich fast immer die eine oder die andere befindet, die von seltsamen Käuzen ouSgeht. Der Geometer A. Lepiarz tn Rattbor ersucht nach dem letzten Verzetchmß den Reichstag höflichst um Ertheilung eines Anerkennungsschreibens für datz von ihm gelöste Proolem der Quadratur deS Kreises.

Im Interesse der Gesundheitspflege dürfte tn keinem Hotel und Restaurant rc. der Ray dt-Kunhetm'sche Bier-Apparat fehlen. D«e Inhaber derart ger Lokale wollen dahrr nachstehendem Expose die eingehendste Aufmerksamkelt schenken. Bei dem stetig wachsenden Consum des Bieres verlangt das Interesse des Publikums, das Bier mindestens so gut zum Ausschank zu bringen, wie es vom Brauer geliefert wird. Die bisher bekannten Methoden des Ausschäukens mittelst comprtmirter Luft ober deS Zapfens dlrcct vom Faß entsprechen diesen Forderungcn durchaus nicht, da selbst reine Luft schädlich auf die Qualität des Bieres wirkt und die Bildung von Essigfäure im Biere begünstigt. Die auf die Oberfläche des Bieres drückende comprimitte Luft ab- solvirt einen Theil der Kohlensäure desselben unb so hat sich bei eingehender P-üfung gezeigt, daß bei Anwendung der Luftpression oft ein Drittel des Faßinhaltes sich als schales abgestandenLs Bier erweist. Diese schädliche Einwirkung der Luft wird nun noch dadurch erhöht, daß nie reine Lust zur Anwendung kommt, sondern dieselbe ist infictrt mck Staubtheilen, Producten menschlicher Ausathmung, Tadokrauch, verdorbenen Schmiermitteln der Luftpumpe rc. Durch diese Unretnhetten der Luft entsteht häufig daS Verschlämmen der Leitungsröhren, was für die Qualität des Bieres sehr bebrnkllch ist, wenn nicht aus häufige Reinigung der Röhre gehalten wird. Brkannilich ist das Bier beim Anstich wegen seines noch hohen Kohlensäuregehaltes am wohlschmeckendsten und bekommlrchftsn unb nimmt beim weiteren Verzapfen an Güte ab. Wie ungern trinkt er von der Neige des Fasses, wie verhaßt ist ihm der sog. Nachtwächter, den der zeitige Besucher des Frühschoppens aufopferungsvoll wegtrinkt, um den weniger pünkt­lichen Gästen zu einem frffchen Anstich zu verhelfen. Nach mancherlei vergeblichen Versuchen nach einer das Bier wirklich conservirenden Art des Ausschankes ist die Frage neuerbtvgs in vollkommener Weise gelöst worden durch die Bierpressions- Apparote nach Rayndt-Kanheim'schen System unter Anwendung comprimirter flüssiger Kohlensäure. Latere wird in sehr starken fchmtedeeisernen Flaschen dem Wirth in chemisch reinem Zustande geliefert und gibt durch die hohe Spannung zugleich den Druck zum Heben des Biers, so daß die lästige Arbeit des Pumpens fortfällt. DaS Bier bleibt während der ganzen Dauer des Ausschankes der verunreinigenden und ver­derblichen Einwirkung ber Luft entzogen und befindet sich dauernd unter einem mäßigen Drucke desjenigen Gases, welches ihm seinen erfrischenden Wohlgeschmack und seine Bekömmlichkeit verleiht, ja, es wird ein koblensäurearmes Bier verbessert und kann der Wirth selbst bet geringem Consum die größten Fäffrr auflegen, ohne daß ein Schal­werden des Bieres eintreten kann unb erhält sich basselbe b-s zum letzten Tropfen selbst wochenlang frisch, auch wird dadurch sehr viel Eis erspart, was namentlich dieses Jahr bet dem großen Eismangel von ganz wesentlichem Vortheil ist. Das Bier setzt bei Anwendurg ber flüssigen Kohlensäure in den Leitungen erheblich weniger ab und ist durch den Raydt-Kunheimffchen Apparat den Behörden, den Brauern, den Wirthen und den Consumevten volle Sicherheit gegeben, daß das Bier in gleicher Güte zum Aus­schank gelangt, wie es vom Brauer geliefert wird. Es spricht sich daher unter andern Autoritäten auch besonders die königlich preußische wissenschaftliche Deputation für Medicinalwesen tn hohem Grade anerkennend über die Anwendung dieser Bterdruck- apparate aus.

sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corvs.j

731) Ueber die Höhe der Kotten, welche die Elnrfiekune einer Anzeige fn eine °°r d:rreAÄn.EV:Ä M1 »SBÄ6» "S VO6Mn£ T

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießcu

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Gestorbene.

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Putzer Johannes F-ldbusch, 74 Jahre alt. von