Mittwoch den 5. November
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mit Srtnßeriefcn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Erscheint ILglM mit »«Ärechme M
vchntstraße 7.
Gießen, am 1. November 1884.
Bet ? essend: Den im October 1884 vorzunehmenden Wiesengang.
Gießen, am 1. November 1884.
Betrefsend: Die Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr.
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Braunschweig hat in Braunschweig große Enttäuschung erregt, da weder der Stadt noch dem Lande irgend etwas vermacht ist. Erben stnd, abgesehen von
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Lindengassc 1.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgerrneiftcreien des Kreises.
Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an Erledigung der Verfügung vom 30. September 1884 binnen acht Tagen.
Dr. Boekmann.
Politische Ueberflcht.
Gießen, 4. November.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Groszkieezostlichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an Erledigung der Verfügung vom 23. September 1884 binnen acht Tagen. Dr. Boekmann.
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uet^n; auf Wunsch mit Gartcnstraße 29. Mraßr52istder3.Etock' > Zimmern, Küche, Speise! Emmer u. großer Men- ^arteimiithcil pr. 1. Januar hen. Nähere Auskunft er- . Helm, Loberstraße.
Die französische Regierung hat betreffs der nach Ostasten abzu- ! lendenden Verstärkungen noch immer keinen endgültigen Beschluß gefaßt. Unter* Lessen mehren sich aber dort die kritischen Symptome; die chinesischen Behörden
haben mit den Arbeiten zur Absperrung des Woosung - Flusses begonnen, um Peking und Shanghai dauern die Concentrationen chinesischer Truppen fort, in Tongking tauchen auf dem Stromschnellen-Kanal starke Piraten-Banden auf Nd die Flotte des Iangtse-Kiang, einer der chinesischen Riesenströme, hat Befehl «halten, auf Formosa zu segeln, um den dort stehenden General Lin zu decken.
Zwei Dampfer haben sogar die um Formosa gezogene.französische Blokadelinie durchbrochen und den Chinesen Munition und Mannschaften gebracht. Das sind alles bedenkliche Nachrichten für die französische Regierung und lassen dieselben es als zweifellos erscheinen, daß die französischen Streitkräfte in Ostasten zu Wasser wie zu Lande entschieden ungenügend sind.
Die sich endlos fortspinnende Adreßdebatte im englischen Unterhause förderte wenigstens in der Donnerstags Sitzung ein beachtens- wertheres Moment zu Tage. Es handelte sich um den von dem conservativen Parteiführer Churchill gestellten Antrag, das Haus möge sein Bedauern über die jüngsten Angriffe, die Chamberlain, der Handelsminister, gegen die Conser- vativen gemacht, aussprechen. Die Abstimmung über diesen Tadelsantrag mußte zeigen, inwieweit sich das Cabinet Gladstone aus die liberale Majorität verlassen könne und das Ergebmß war ein entschiedenes Vertrauensvotum für die Regierung, denn nachdem Chamberlain die Anklagen Churchill's in glänzender Weise widerlegt, wurde der Antrag des Letzteren mit 204 gegen 178 Stimmen abgelehnt; die Parnelliten stimmten mit den Conservativen.
Der Wahlsieg der Liberalen bei den Ersatzwahlen zur zweiten holländischen Kammer, wie die neuerlichen Meldungen ergeben, schrumpft doch bedenklich zusammen. Die Liberalen haben gegen die vereinigten Conservativen und Klerikalen nur ein Mandat voraus — 37 gegen 36 — und die noch zu vollziehenden 13 Stichwahlen können den Liberalen leicht sogar eine Niederlage bringen.
Italien plant gleichfalls die Entsendung eines kleinen Geschwaders, bestehend aus der Fregatte „Garibaldi" und dem Aviso „Vespucci", nach Westafrika. Der „Garibaldi" ist bestimmt, JnspectionSfahrten an der Küste zu machen, während der „Vespucci" an der Congo-Mündung stationirt bleiben und später nach Süd-Amerika gehen soll.
Die Idee, aus den englischen Besitzungen in der Südsee und Australien einen Kolonialbund zu organifiren, stößt in Australien selbst aus Widerspruch. Es geht dies daraus hervor, daß die Legislatur von Reu-Süd- Wales die in der Convention von Sidney 1883 gefaßten Beschlüsse, betr. bte Föderation der australischen Kolonien und die Annexion von Neu-Guinea, durch Uebergang zur Tagesordnung beseitigt hat.
wenig zu spüren war.
lieber den Zusammentritt der Congo-Conferenz ist noch nichts Definitives bekannt, indessen dürfte derselbe in nächster Zeit erfolgen, da vt- - hp6. die Bevollmächtigten zu der Conferenz gegenwärtig sämmtlich in Berlin einge- ’&VSä troffen sind.
leäMnmllLattoiffc. Das nunmehr bekannt gewordene Testament des Herzogs von
Telegraphische Depesche«.
WoLff'S telegr* EorrespsrrdenL-DvLrs«.
Berlin, 3. November. Der heutigen AbthetluugSsitzung deS StaatSratheS, wrlche Vormittags 11 Uhr begann, wohnte Seine K. St Hoheit der Kronprinz abermals bei.
— Die „Nordd. Allg. Zig." veröffentlicht eine Reihe von Briefen des verstorbenen letzten Königs von Hannover auS den Jahren 1866 und 1867 und bemerkt dazu.- Es dürfte von Interesse sein, die Briefe, worin der König Georg die Wege und Ziele der wölfischen Politik dargelegt, sowie einige gleicher Richtung charakteristische Bericote seiner Agenten in wetteren Kreisen zugänglich zu machen. Der Herzog von Cumberland habe im Schreiben vom Juli 1878, worin er dem Kaiser den Tod seines Vaters anzetgte, sich vollständig auf den Standpunkt des Königs Georg gestellt, so daß der Inhalt dieser Schriftstücke auch für ihn gelte.
— In den Zeitungen circuliren Nachrichten von e uer in Vorbereitung begriffenen Vorlage wegen Erhöhung der Geireivezölle. Wie von beftunterrichteter Sette gemeldet wird, sind diese Gerüchte völlig aus der Luft gegriffin.
Paris, 3. November Der „Temps" bespricht die Gerüchte von einer Mediation in der chtnesifch-französischen Angelegenheit- Er glaubt, die englische Regierung habe freiwillig Schritte gethan, um in China eine befriedigende Losung herbeizuführen. Frankreich fei von diesen Schritten verständigt und habe die Beweggründe für dieselben nur billigen können. „Temps" glaubt, es fei unrichtig, daß China jede Intervention abgelehnt habe. Eine Mediation, dir sich auf einen Schiedsspruch über die Frage wegen der Entschädigungssumme beschränke, deren Höhe Frankreich niemals eine große Wicht gkeit beigelegt habe, und welcher vollständige Ausführung des Vertrages von Tientsin, betreffend die Räumung TongkingS vorausgtnge, würde eine annehmbare Lösung der Differenzen bieten mit Rücksicht auf die Gewohnheit der Chinesen, Vertrüge zu verletzen, glaubt „Temps" jedoch, daß die beste Unterstützung für jede Verhandlung die effeclve Besetzung Tongkmg's sei.
— In Nantes sind gestern 10 Choleraerkrankungen und 5 Todesfülle vorge- kommen AuS Oran werden 3 Todesfälle gemeldet.
Nantes, 3. November. Seit Mitternacht sind hier 10 Cholera-Todesfülle vor- gekommen. Der Prüfect und der Maire besuchten heute die HoSpitüler in Saint Nazatre,
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it angrenzender Swbe, sch L Mer und Logis, sowu Lgis?r. sofort zu ver-
Ludwig Lang, Marktstt. Offietterflj)].
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—Tj-------7— Noch ist das Tableau der Re ich Stags wählen kein vollständiges
h und wird ein umfassender Ueberblick über das Resultat derselben erst nach Be- c—TT? enbigung der ungemein zahlreichen Stichwahlen möglich sein, aber doch läßt sich ffllttN MM schon jetzt die hervorstechendste Signatur der Wahlen vom 28. October erkennen: 7 Zimmer-, 1 mit gr enorme Zunahme, welche die Socialdemokratie erfahren hat. Dieselbe tritt weniger in der Zahl der von den socialistischen Candidaten errungenen Mandate »ar zu 'verm. Vorzüai^ hervor — bis jetzt sind 9 Socialdemokraten gewählt und durch die Stichwahlen Ausg.,Garten-Verg.-Gc- werden höchstens 10 bis 12 hinzukommen — sie documentirt sich viel eindring- age. Aussicht non iM ficher in dem geradezu verblüffenden Zuwachs der socialdemokratischen Stimmen. M Das frappanteste Beispiel hierfür bietet die Reichshauptstadt, wo die Zahl der abgegebenen socialistischen Stimmen diesmal von 31,000 im Jahre 1881 auf 68,000 gestiegen ist, aber nicht nur in Berlin und nicht nur in fast allen übrigen großen Städten des Reiches hat die Zahl der für die Umsturzpartei abgegebenen Stimmen ganz beträchtlich zugenommen, sondern auch in vielen ländlichen Wahlkreisen, wo bisher von der Socialdemokratie noch verhältnißmäßig
einigen kleineren Legaten, der Herzog von Cumberland, welcher das Baarver- ' mögen, sowie die herzoglichen Schlöffer in Braunschweig und Hietzing bei Wien jedoch gute; M, und der König von Sachsen, welchem der Allodial-Besitz Herzog Wilhelms taufen **. in Schlesien (Del«) zugesallen ist.
erWed^AE^ Inmitten der Wahlangelegenheiten hat em Ereigmß wohl Tiirtrtitttlt nicht die allgemeine Beachtung gesunden, welche es verdient: Das am Donners- von Wilhelmshafen aus erfolgte Auslaufen des westafrikanischen Geschwa- mackvoll nach uni bers zu seiner weiten Fahrt. Zum ersten Male entsendet das deutsche Reich Reparaturen e,n j0 stattliches Geschwader zu einer überseeischen Fahrt, welches somit schon
^Äultheis, KürsäM, äußerlich die Wichtigkeit seiner Mission documentirt, die es an den fernen Küsten 3’ MrMße^i Afrikas zu erfüllen hat. Wünschen wir dieser Mission besten Ersolg, der Flotille ’ lelbst aber Meeresstille und glückliche Fahrt!
* Die bedeutungsvollen Worte, welche Kaiser Franz Joses in ’ ?< Pbsth beim Empfange der Delegationen geäußert hat und die die Kaiser-Zusam-
menkunst von Skierniewice als ein eminentes Friedenswerk hinstellen, haben im )v>v Donau-Kaiserstaate den lebhaftesten Widerhall gefunden. Die officiöse „Polit.
Correspondenz" hält es indessen doch für nöthig, verschiedenen Mißdeutungen, welche die Rede des Kaisers namentlich in der ungarischen Presse erfahren hat, tnfgcgecutteten. Das genannte Organ schreibt, daß die Auffassung eine ig. irrige fei, als ob die in der kaiserlichen Ansprache enthaltene Manifestation der
semeinfamen Regierung durch ein Mißverständniß abgerungen sei. Die An- ^Mcken EAuse- spräche sei für sich Selbstzweck gewesen und würde auch ohne die vorhergegan- ur.Dgznen Mißverständnisse nicht kühler und referoirter gelautet haben. Auch das ^Journal de St. Petersbourg" spricht sich rückhaltlos anerkennend bezüglich der , taiserlichen Rede aus, was in Wien jedenfalls besondere Genugthuung erregen
»sftE" wird. — Bei dem stattgesundenen November-Avancement in der österreichischen
fll1i Armee ist u. A. Graf Kalnoky, der Minister des Aeußern, zum Feldmarschall- f.6rener Lieutenant ernannt worden.
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