Barmen, 29. Stptember. Ein gestern Abend hier verübtes meuchlerisches Attentat setzt die Stadt in nicht geringe Aufregung. Ein früherer, in seinen Verhältnissen zurückgekommener Restaurateur schlich sich in die Brennerei eines hiesigen wohlhabenden Brennereibesitzers, mit dem er schon seit langer Zeit in Differenzen verwickelt war, lauerte dort, hinter Fässern verborgen, mit einem Revolver auf seinen Gegner und schoß ihm, als letzterer ahnungslos um halb 6 Uhr erschien, eine Revoloerkugel tu die Brust, Die das Herz getroffen haben würde, wenn sie nicht auf einer Rippe ab- seglitten wäre. Nun entspann sich ein mörderischer Kampf zwischen dem Attentäter und dem Ueberfallenen, in welchem der letztere (ein Mann von herkulischer Gestalt) seinen kaum minder reckenhaften Angreifer, der ihn nun mehrfach auch noch mit p"'™ nermunbete übermilttßte unb mit Hülfe Wzwl,-dm herbe,gekommener Lebenögefah?^ überlieferte. Der schweroerwundete Brennereibesitzer schwebt in n k nbo n, 29. September. In SaliSbmy wurde vorgestern in später Abendstunde der Versuch gemacht, daS am Marktplatz gelegene Rathhaus in die Luft zu sprengen. Gegen 11 Uhr wurde eine furchtbare Explosion gehört und die schnell sich ansammelnde Volksmenge sah daS RathhauS in Rauchwolken eingehüllt. Die ganze Nachbarschaft war mit Glasscherben bestreut, war sich dadurch erklärte, daß in dem Rathhause, sowie in den gegenüber befindlichen Häusern des Marktplatzes kaum eine einzige Fensterscheibe ganz geblieben war. Nachforschungen nach der Ursache der Explosion führten zur Entdeckung eines BlechstreifenS und von Ueberresten einer schwefel- holtigen Substanz, woraus gefolgert wird, daß die Explosion durch eine Art von Höllenmaschine verursacht worden ist. Der angerichtete Schaden tst ziemlich beträchtlich. Den Urhebern der nichtswürdigen That tst man noch nicht auf der Spur.
Chicago, 26. September. Eine aus Erie, Pennsylvanien, hier eingegangene Depesche meldet, daß bet einem auf dem Rennplätze abgehaltenen Jahrmärkte die grobe Tribüne zusammenbrach und unter ihren Trümmern 200 Personen begrub Beim Abgänge der Depesche waren bereits neunzehn Leichen aus den Trümmern'gezogen worden. 000
— sEtne Räubergeschichten Frau S-, die Wittwe eine« reichen Fabrikantzen, bewohnte mit ihrem 20jährigen Sohne OSkar eine Villa im Thiergarten in Berlin. Die Mutter liebt die Einsamkeit und hält sich zu Hause, während OSkar Gesellschaften besucht wo, wie er der Mutter sagt, wissenschaftliche Vorträge gehalten werden, um Wnge Leute zu bilden. Am Freitag ist Oskar sehr spät nach Hause gekommen und stegt noch fest in Morpheus Armen, während die Mutter schon beim Kaffee sitzt. Da klügelt eS. Ein Dienstmaun überbringt geheimnitzvoll einen Brief au Herrn OSkar.
Adresse ist von einer Frauenhand. AuS Neugierde öffnet Mama den Brief und liest. »Geliebter OSkar! Hierbei der Pfandschein für Deine Uhr. Der Pfandleiher wollte nicht mehr als sechzig Mark darauf geben. Meine Wohnung habe ich bezahlt, nun kommt noch die Schneiderin und die Friseuse, dann werde ich wohl wieder blank sein. DaS Weitere mündlich von Deiner Thekla. P- S. Kannst Du denn von Deiner atra nW Melf«?- ®te Mut,« schütt-It ben K°ps unb legt bet, Srtcf neben (Ml J/tzt tritt OSkar ein, er siebt etwaS übernächtig au« und erzählt der Mutter auch gleich eS sei ihm in der Nacht etwas Furchtbares passirt. Er habe in einer einsamen Gegend die Uhr gezogen, um zu sehen, wie spät eS sei, alS ein riesiger Kerl, wie aus der Erde gewachsen, ihm den theuren Chronometer entrissen und damit die Flucht er- griffen habe. Hier unterbrach ihn die Mutter, ihm dabei den Brief hinreichend: .Einer der schlimmsten muß der Straßenräuber doch nicht gewesen sein, denn er thetlt Dir §.er in dem Briefe mit, wo Du Deine Uhr gegen sechzig Mark nebst Zinsen jeden Augenbl ck zurückerhalten kannst.- Wovon sich Mutter und Soba noch weiter unterhalten haben, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen, setzt die „Berliner i Zeitung hinzu.
.. . /A"chtbareS Unglücks ASS der GouvernementSstadt Kostroma in Rußland eine schreckliche SchiffS-Katastrophe eingelaufen. Der mit Rum, Buder und Thee beladene Dampfer „Drufchtna" gerteth auf der Fahrt von Nischni- Rowgorod nach Ribiriks (Gouvernement JaroSlaw) mitten auf dem Wolgastrom in .Der Ethffskapilän ließ die Anker werfen, der Sturm riß sie aber entzwei unp trieb daß lichterloh brennende Schiff auf dem Strome weiter. DaS Schiff ae- rteth unter andere Schiffe und setzte zwei derselben in Brand, Dann jagte der Sturm P£err "Druschina- in einen Hafen mitten unter eine Menge anderer HandelS- Sch'ffe und der Hafen in Brand geriethen. Der Hafen- und dsr i^cyMorand dauerte, von dem ausg-gossenen Petroleum genährt, noch lanae for^ und eS sAicn keine Möglichkeit vorhanden, denselben zu löschen. Alle Maaren SSL«" unb En dem Hafen sind vernichtet, mehrere Menschen sind ver- Strom glich mehrere Werst weit einem Feuermeere und gewährte belaufenrchterlichen Anblick. Der Schaden wird sich auf mehrere Millionen Rubel ,,, ” ®ncn eigenthümlichen Racheakt haben, wie auS Lyck berichtet wird, polnische Schmuggler an einem Verräther, dem Polen Schwtginski, bet Suchowolla verübt. Derselbe hatte die Banden verschiedene Male den Russen in die Arme geliefert. Als ”2° Einem Abend der vorigen Woche die Schmuggelgänge im Walde auSkundschaften wollte, gesellten sich zwei unbekannte Männcr zu ihm. Plötzlich legten sie Hand an thn °»st°p!ttn ihm ben Mund führten ,hn ,n bas Dickicht unb tt-ckttn «hm ,°d°°tt eine Stange derart dmch beide Rockärmel, daß er mit seitwärts aestreckten Armen nur frtnh herauskommen konnte. Erst cm vierten Tage
S Ä.< ^,°°llsiänbig bülflofer Sage unb dem Tobe nahe.
niedeMe^gd" Tle^THSIer blttb^n^nnb?kannt. 8 ®Orf’ a0 er bat=
— Von hervorragender fachwissenschaftlicher Seite erbält die ftöln atn« f°'S'nd° Mittbeilung: „Di- Geschichte beMog* W - «M«.
Eggenden Entdeckung dieser Pilzform bet der einheimischen Brech- S nJIeI unb ^rior zu Bonn — eine sehr unerwartete Wendung genommen durch die soeben von der englischen Fachzeitschrift Lancrt" veröffentlickten Unt-^chungen des berühmten
Ä üon ihm En Choleraleichen, welche ibm im Pharao-
SnHnlS öflU4?0k 0^ellt wurden, oufgefuadenen kommaförmigen
^cn Nichtcholerakranken vorkommenden Niedern
Ergebniß. daß der Kommabacillus in mcht bloS Kranker sondern auch Gesunder eine gewöhnliche nl u?^wohnltche Verbreitung und Vermehrung im Darmkanal und Vrechruhrkranken sei dadurch zu erklären, daß die massenhaften ' Ernannten Pilzform ausnehmend
günstige Nährflüssigkeit bilden, in welcher derselbe sich nicht bloß zu behaupten, sondern ?TU? ^Anhalt -u vermehren verwöge. Die Redaciion deS „Lancrt- bestättgt die volle ?^^Mmmung der Form zwischen den von Lewis ihr eingesandten Präparaten und tzeschnebenen und abgebildeten Cholerapilzen. . Ob es sich bet den
2 scheu und bet den Lewttz'schen Kommabacillen um Varietäten oder um
identische Wesen mit dem von Koch in Choleraleichen gefundenen und als Ursache der Parasiten handelt muß durch weitere Forschungen ermittelt werden: jedenfalls ist die Hoffnung in dem Befunde von Kommabacillen ein Mittel zur Erkennung der asiatischen Cholera gewährt zu sehen, eine trügerische gewesen und dürften werden ®Orttu8fe6un0 begründeten staatlichen Maßnahmen daher wieder rückgängig
IeilgeSotenes.
Cycloslyle
unübertrefflicher Vervielfältig-
6384 Ein größeres feines
Musikwerk
73 Cmtr. lang, mit sehr schönem Ton, ist billig zu verkaufen.
I. Rothenberger, Lindenplatz.
Bettsedern, Daunen und Roßhaare bester Qualität, empfiehlt zu billigen Preisen 3277 Herrn. Äug. Müller, Leinen-, Wäsche-, und Bettwaaren- __geschäst, Seltersweg.
Starken Draht für Einfriedigungen empfiehlt „1AfX Louis Rothenberger, 6409 Neuenweg 22.
ungsapparat, 5000 schwarze Abzüge, empfiehlt 6424
H. Kühn.
Knabensilzhüte in großer Auswahl und zu den billigsten Preisen empfiehlt
I. Weitzenkorn,
5996 9. Schulstraße 9.
lÄpedeT für Erwachsene söie^clsa ÄTricycles) auf Lager. 6408
Als schön und neu empfehle
Stockflinten.
Moritz Gregori & Sohn»
Allgemeiner Anzeiger.
Ii *äi8tei5E,,f<>lse gegen alle catarrhallechen
| Leiden des Kehlkopfes, Hachens, Magens u. s. w. ist die
Emser Victoriaquelle,
welche sich vor allem durch ihren bedeutenden (2ehalt an Kohlensäure auszeichnet — also für den häuslichen Gebrauch besonders empfehlens- werth ist. — ■
Emser Pastillen Emser Quellsalz
mit Bleiplombe. in flüssiger Form.
Zu beziehen durch die bekannten Mineralwasser-Handlungen und Apotheken
"27 König Wilhelm’s Felsenquellen, Bad Ems.
Depots in allen grösseren Städten, In Töpfen ä i, i, i u. % Pfd, engl, die beiden letzteren mit practischem Schraubenverschluss.
Haupt-Depot 339 L bei Gebr« Klippert in Cassel. I
x>e rv*
BarOJ?..IjIeVif%s Malte - Legumlnose - Mehl, -vhocolade und -Chocoladc-iPulver
von Starker L Pobuda, Kgl. Hoflieferant, Stuttgart. 142 Sefle blutbildende und leicht verdauliche Nahmngsstoffe für Kinder und Erwachsene, von vielen medicin. Autoritäten warm empfohlen.
Niederlage in Gießen bei Carl Schwaab und H. Kinkel, Conditorei.
6206
Seltersweg 57.
für Damen und Mädchen empfiehlt in den neuesten Fagotts
1. Doctei*.
R w. g
V<
r
14 f
Haarlemer
Blumenzwiebeln
empfiehlt
Carl Borger,
6223__Lindenylatz._________
CI
cc
GÖ CO g
<3 ä i s o ©
EABRI
Fiflzsteote«
Zur Herbstsaison empfehle: BerrenMete in allen Formen, JBLnabenhüte in allen Farben und Formen, DamenMite, neue Pariser Formen und Farben, zu den billigsten Preisen.
NB. Es werden auch alte Damenhüte in die modernsten Formen umgepreßt. 5886
Louis Bertrand,
Stroh- u. Filzhutfabrik
Gießen. Filiale: Wettergasse 3.
Normar-Hemüen und Hosen (nach System Prof. Dr. Jäger) für Damen und Herren empfichlt 1189__H. Rübsamen.
__ 3C Neue % M Salzheringe 84. Fang, in schönster Waare versendet das Postsaß von ca. 10 Pfund von 40 bis 50 Stück garantirt, zu 3 Mark franco Postnachnahme.
P. Brotzen, Cröslin a/d. Ostsee,
o543 Regbz. Stralsund.


