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Dienstag den 4. November

1881

WWW Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Worrtttt^r Schuk^raße 7. Srfchemt «N des Mont^tzS. Durch bir Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps.

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Amtlicher Hheil.

Betreffend: Den Nundgang der Feldgeschwornen im September und October 1884. Gießen, am 30. October 1884.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an Erledigung der Verfügung vom 23. September 1884 binnen zehn Tagen.

Dr. Boekman«. _________

AeutschküNd.

Darmstadt, 1. November. Se. Königs. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht:

Arn'23. October Den Bauaufseher Karl Braun aus Darmstadt zum Kreisbaumeister des Kreisbauamts Erbach,

am 29. October den Landgerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg. Wilhelm Heinzerling, zum Oberlandesgerichtsrath bei dem Oberlandeägerichte,

an demf. Tage den Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Darmstadt U, Dr. Karl Zimmermann, zum Landgerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg zu ernennen.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht:

Am 23. October den Oberförster der Obersörsterei Alsfeld, Wiih. Block, in gleicher Diensteigenschast in die Obersörsterei Gießen zu versetzen.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog statteten gestern mit der Groß­herzoglichen Familie Sr. Durchl. dem Fürsten und der Fürstin zu Leiningen, Großh. Hoheit, in Wald-Leiningen einen Besuch ab.

Das Amtsblatt Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 20, enthält Ausschreiben vom 22. October, betr. die portopflichtige Correspondenz zwischen Behörden verschiedener Bundes­staaten, hier den Ersatz von Portoauslagen im Rechtshülfe-Verkehr.

Darmstadt, 1. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog em­pfingen heute den Major und Bataillons-Commandeur v. Olberg, die Premier­lieutenants v. Strzemieczny und Frhr. v. Esebeck, die Secondelieutenants Becker und v. Brauchitsch vom 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115, den Major v. Heyden, die Hauptleute und Compagnie-ChesS Kleckl und Kramer, den Premierlieutenant Klingelhöffer, die Secondelieutenants Pampe und Kreuter II. vom 2. Großh. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, den Premierlieute- nant Deter und den Secondelieutenant Kleinschmit vom 3. Großh. Infanterie- Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, den Obersten und Commandeur v. Klüber, den Rittmeister v. Nordeck, den Premierlieutenant v. Windheim, die Seconde­lieutenants Krämer und Wilms, den Ober-Roßarzt Fabel vom 1. Großh. Dra­goner-Regiment (Garde-Drag.-Regiment) Nr. 23, den Oberst und Commandeur o. Dcesky uno den Ober-Roßarzt Kresse vom 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib- Drag.-Regt.) Nr. 24, den Major v. Nippold vom Großh. Feld-Art.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), den Major z. D. und Bade-Commiffär des Bades Nauheim Frhr. v. Notsman, den Hauptmann und Compagnie-Chef Cramolini vom 7. Wests. Jnf.-Regt. Nr. 53 aus Wesel, Den Hauptmann und Compagnie-Chef Bornemann vom Ostfriesischen Jnf.-Regt. Nr. 58 aus Aurich, den Lieutenant Hahn vom Ostpreußischen Drag.-Regt. Nr. 10 aus Metz, den Oberstabsarzt Dr. Metzler vom Jnf.-Regt. Nr. 98 aus Metz, den Landgerichts-Präfidenten Machenhauer, den Oberlandesgerichtsrath Heinzerling, den Landgerichtsrath Wey­land, den Hof- und Landstallmeister v. Willich, den Gynasialdirector Keller aus Bensheim, die Bauräthe Moyat und Heim aus Mainz, den Kirchenrath Dingel- dey, Den Professor Gareis aus Gießen, den Oberstallmeister Frhr. v. Nordeck zur Rabenau, den Forstmeister i. P. Reiß, den Telegraphendirector Kuß; zum Vortrag den Staatsminister Finger, den Ministerial-Präsidentm Weber, den Ge- heimerath Dr. Becker, den Theaterdirector Wünzer.

Darmstadt, 1. November. Die Vorarbeiten zur Errichtung der für das Großherzogthum Heffen und den Regierungsbezirk Wiesbaden in Aussicht genommenen Arbeiter-Kolonie sind wieder um ein Stück voranschritten. In der letzten Vorstandsfitzung konnte der Vorsitzende, Wirkt. Geheimerath Dr. Gold­mann in Darmstadt, mittheilen, daß das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz einen jährlichen Beitrag von 2000 <X in das Budget für 1885/88 einstellen werde, daß Seitens des communalständischen Verbandes des Regie­rungsbezirks Wiesbaden und des Kreistags von Frankfurt a. M- je 1000 JL bewilligt seien und daß die Sammlungen bei Privaten innerhalb des Vereins­bezirks, welche übrigens noch nicht als gänzlich abgeschlossen zu betrachten sind, indem einige größere Städte (Mainz, Worms) noch ganz fehlen, recht schöne Resultate ergaben. Obenan steht Frankfurt mit einem Beitrag von 52,000 JL Auf Veranlassung des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz wurde an sämmtliche Bürgermeistereien des Großherzogthums je ein Exemplar des von Dr. Stromberger über die Nothwendigkeir der Errichtung von Arbeiter- Kolonien erstatteten Referats gesandt, auch wurde von dem bischöflichen Ordi­nariat in Limburg und von den evangelischen Kirchenbehörden die Sache der Arbeiter-Kolonien den Geistlichen warm empfohlen. Zwei sachverständige Vor­standsmitglieder wurden mit der Aufgabe betraut, die besten der bereits in Betrieb befindlichen Arbeiter-Kolonien zu besuchen, um au Ort und Stelle genaue

Informationen über die Organisation der Verwaltung, die Beschäftigung der Kolonisten, die innere Einrichtung der Kolonien, das Inventar rc. zu sammeln. Sobald die schwierige, nach allen Richtungen reiflich zu erwägende Frage erle­digt ist, wohin die Kolonie zu legen ist (von btn bisher angebotenen Gütern konnten nur sehr wenige als für den vorliegenden Zweck brauchbar in Betracht gezogen werden), soll praktisch vorgegangen werden.

Berlin, 1. November. Se. Maj. der Kaiser hatte heute eine längere Conferenz mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck und empfing später die beiden braunschweigischen Regentschastsräthe Grafen Görtz-Wrisberg und Grafen v. Veltheim.

Se. K. K. Hoheit der Kronprinz nahm heute mehrere Stunden an den Sitzungen der Abtheilungen 4 und 7 des Staatsrathes Theil.

Berlin, 1- November. Der Uebersicht über den AusfaU der Reichstag so wählen In Preußen lassen wir nachstehende Zusammenstellung folgen, welche die Ergebnisse tn den übrigen Bundesstaaten enthält:

In 1) Bayern haben die Ultramontonen ihren Besitzstand in der Hauptstadt tu Stichwahlen zu vertheidigen, im ersten Münchener Wahlkreis gegen die National- liberalen, im zweiten gegen die Soctald-mokraten. Erobert haben sie Würzburg von der VolkSpartet, behauptet daS hartbedrohte Jmmenstadt. Dir Nationalltberaleu haben sich in dcr Pfalz in 4 Wahlkreisen behauptet, tn 2 (Speier und Kaiserslautern) noch Stichwahlen mit der Soctaldemokratie und der VolkSpartet durchzumachen, von den Dentsch.Freisiunigev erobert haben sie Rothenburg a. T, in Stichwahl zu vertheidigen Haven sie Dinkelsbühl gegen die Conservativen. In Nürnberg (bisher soctaldemo- krattsch) ist Stichwahl zwischen Soclaldcmokratea und Deutsch-Freisinnigen, in Erlangen (bisher Vertreter Herr p. Stauffenberg) Stichwahl zwischen diesem und Herrn v. Schauß, tn Ansbach zwischen dem bisherigen deutschfretsinntgen Vertreter und einem Candthatrn der VolkSpartet. In 2) dem Königreich Sachsen haben die Soctaldemo­kraten die Wahlkreise Freiberg und Mittweida an die Nattonalltberalen verloren, da­gegen Glauchau deu Nattonalltberalen und Landkreis Leipzig den Freiconservattven abgenommen: tn Ktrchberg-Auerbach findet noch Stichwahl zwischen Socialdemokraten und Nattonalltberalen statt. Die deulschfrelsinntge Partei hat Meißen an die Con- servativen, Zschopau an die Nattonalltberalen verloren und muß ihren Befitzstand tn Zlttsu, Löbau, Pirna, Döbeln tn Stichwahl gegen Nattonalltberale oder Conservattve vertheidigen. In Dresden links die Elbe, früher vertteteu durch den nationalliberalen Dr. Stübel, findet Stichwahl zwischen Socialdemokräten und Antisemiten statt. In 3) Königreich Württemberg hat die VolkSpartet schwere Niederlage erlitten. Sie hat Tannstadt, Hall und Ulm an die Nattonalltberalen verloren und hat tn Stuttgart und Heilbronn Stichwahlen mit denselben durchzumachen; von ihren Mandaten hat sie nur Reutlingen und Crailsheim im ersten Wahlgange gerettet; dte nattonalaestnnten Parteien haben sich überall behauptet; das einzige deutschfreisinntge Mandat (Balingen) muß erst noch in einer Stichwahl gegen die Nattonalltberalen vertheidtgt werden. In 4) Großherzogthum Baden ist Vtllingen, wo Kiefer canbtbtrte und das bisher von dem nattonalltberalen Gerwich vertreten war, an daS Centrum gefallen; dagegen ist dem letzteren Waldshut von den Nattonalltberalen abgenommen worden. Stichwahlen finden statt tn Lörrach (zwischen Deutschfreisinntgen, den bisherigen Inhabern, und Nattonalltberalen), Offenburg (zwischen Nattonalltberalen, zu denen der bisherige Ver­treter gehörte, und Ultramontanen), ebenso tn Karlsruhe, ferner tn Mannheim, bisher demokratisch vertreten, zwischen Volkspartei und Nattonalltberalen. Heidelberg, der langjährige Wahlkreis des Dr. Blum, ist an dte durch Ultramontane unterstützten Conservativen gefallen. In 5) Großherzogthum Heffen haben dte Deutschfretsinntgen Gießen und Alsfeld an dte Nationalltberalm verloren, verloren haben sie ferner Darm­stadt, wo Stichwahl zwischen Nationalltberalen und Soetaldemokraten, und Matnz, wo Stichwahl zwischen Soctaldemokraten und Ulttamontaneu stattfindet. In Alzey- Bingen, dem heiß umkämpften Wahlkreise Bamberger's, findet Stichwahl zwischen diesem und Herrn v. Schauß statt, wobei dte Ultramontanen den Ausschlag geben, auch in den bisher deutschfreisinnig vertretenen Wahlkreisen Bensheim und Friedberg finden Stichwahlen zwischen Nattonalltberalen und Fretsinntgen statt. 6) In Mecklen­burg ist das bisher conservattve Mandat Malchin an die Deutschfretsinntgen gefallen; der bisher stets nattonalliberal vertretene Wahlkreis Schwerin wird erst noch eine Sttchwahl mit den Conservativen vorzuaehmen haben. 7) Im Großherzogthum Oldenburg, bisher zwei freisinnige und ein ultramontane Vertreter, hat sich nichts verändert. 8) Im Herzogtbum Braunschweig haben dte Deutfchfretsiontgen dte Stadt Braunschweig (bisheriger Vertreter Schrader) verloren, wo Sttchwahl zwischen Nationalltberalen und Socialdemokraten stattfindet; der bisher nattonalliberal vertretene Wablkret« Holzminden ist zwischen Dentschsreisinnigen und Freiconservativen stretiia. 9) In Thüringen und den kleinen mitteldeutschen Fürstenthümern haben die Deutsch- freisinnigen Meiningen (den Wahlkreis des Dr. Baumbach) und Dessau an die National- liberalen verloren, Eisenach, Sonneberg, Sondershausen haben sie in Stichwahlen gegen die Nationalliberalen, Weimar gegen die Conservativen, Gotha gegen die Socialdemo­kraten zu vertheidigen. Auch in Jena, dem Wahlkreis des nationalliberalen Dr. Meyer, findet Sttchwahl zwischen diesem und einem Freiconservativen statt, in Altenburg Sttchwahl zwischen Freiconservativen, den bisherigen Inhabern, und Deutschtrenmnlgen, in Gera, bisher deutschfreisinnig vertreten, Stichwahl zwischen Nationamberalen und Socialdemokraten. 10) Die freien Städte. In Hamburg haben sich dre Socialdemo­kraten in zwei Wahlkreisen behauptet, im dritten, bisher deutschfreisinmg vertreten, findet Stichwahl zwischen Socialdemokraten und Nationalliberalen statt. Bremen ist dem nationalliberalen Vertreter Meier treu geblieben. In Lübeck haben die Deuffch- freisinniaen ihren Besitzstand in Stichwahl gegen die Nationallibcralen zu vertheidigen. In 11) Elsaß-Lothringen hat sich nichts verändert. (Köln. Ztg.)

Aegypten.

Kairo, 1. October.Reuter's Suteau* meldet: Hier eingegangeneu