stitute in einer Person vereinigt. Nach der Trennnng beider Institute wird ein besonderer Assistent für daS physiologische Institut erforderlich, für welchen eine jährliche Remuneration von 1000 Jk tn Aussicht genommen ist, wie denn auch der Gehalt deS Prosectors auf 2000 Jk zu erhöhen sein wird; die erhöhten Beiträge sind natürlich nur für daS letzte Jahr der Budgetperiode vorgefi-hen.
Sobald die Trennung der Professuren für Anatomie und Physiologie erfolgt, müffen — abgesehen von der Annahme eines besonderen DtenerS — vielerlei Gegenstände, die dermalen dem anatomischen und physiologischen Institute gemeinsam dienen, für letzteres besonders beschafft werden, und wird auch die ausgiebigere Benutzung des- selben höhere Betriebskosten erfordern. Es ist daher eine Erhöhung des Fonds des physiologischen Instituts um 1337 Jk und ein einmaliger Betrag von 600 Jk zur Anschaffung von Utensilien für das letzte Jahr der Budgetperlode und aus demselben Grunde für das anatomische Cabinet ein Mehrbetrag von 1000 Jk vorgesehen.
2) Die Annahme eines Assistenten für die Poliklinik erscheint unerläßlich, da die Assistenzärzte durch ihre Funktionen tn den Kliniken vollauf In Anspruch genommen sind. (Remuneration 1800 Jk).
3) Die Gründung eines juristischen Seminars entspricht einem entschiedenen und fühlbaren Bedürfniß. Zur Errichtung einer HauSbibliotbek für diesen Zweck ist der einmalige Betrag von 800 Jk und zur Ergänzung der jährliche Betrag von 300 Jk vorgesehen.
4) Ergänzung deS lückenhaften Bestandes der Instrumente und Apparate des physikalischen Instituts durch Gewährung eines außerordentlichen CreditS von 2100 Jk für die Finanzperiode.
5) Die Errichtung einer geburtShülflichen Poliklinik in Gießen erscheint als ein dringendes Bedürfniß für Vervollständigung des Unterrichtsmaterials und wird sich gleichzeitig als ein segensreiches Institut für die Armenbevölkerung von Stadt und Umgebung erweisen. Obgleich das Unterrichtsmaterial der stationären geburtshülf- lichen Klinik ein ziemlich reichliches ist, so leibet dassebe doch an einer gewissen Einförmigkeit. Durch Aufnahme der Schwangeren in die Entbindungsanstalt schon Wochen- und selbst monatelang vor der Geburt werden Regelwidrigkeiten frühzeitig erkannt und meistens rechtzeitig brseitigt, so daß den Studirenden bei der sachgemäßen Leitung der Geburt und der strengeren Antisepsis zur Beobachtung von Störungen und Erkrankungen fast keine Gelegenheit geboten ist. In der späteren Praxis fehlt dann den jungen Aerzten die nöthige Selbstständigkeit. Durch die geringen Kosten für Einrichtung und Unterhaltung einer Pol'klmtk würbe den Studirenden ein weiteres schätzmswertheS Material zugeführt und der ärmeren Bevölkerung eine große Wohl- that erwiesen.
Für die erste Einrichtungen sind nach den Erfahrungen in Freiburg erforder- lich 350 Jk und für Gebühren an die Hebammen für Mühewaltung bei einer poli
klinischen Geburt 3 Jk.......... 630 „
oder aus ein Jahr der Finanzperiode rund 320 Jk
Ferner sind vorgesehen:
6) Für Reparaturen und Veränderungen im Anatomiegebäude der chirurgischen Klinik und tn dem neuen Uni. versitätSgebäude
7) Für Erbauung eines SecirhauseS für die Veterinär-Anstalt u. s. w. .... ....
8) Für Erbauung eines Desinfectionshauses für die Kliniken
9) Für Vergrößerung des Aufseherhauses im Forstgarten .
10) Für Neubau eines chemischen Laboratoriums . . 200000 "
DaS Gebäude, in welchem dermalen das chemische Laboratorium untergebracht ist, diente früher Kasernenzwecken und wurde vor etwa 60 Jahren für Zwecke des chemischen Laboratoriums eingerichtet. Dasselbe entspricht den Anforderungen, die man jetzt an ein chemisches Laboratorium stellt und stellen muß, in keiner Weise und ist auch durch Neubauten und Anbauten nicht tn zweckentsprechender Weise herzustellen. Die Herstellung eines neuen chemischen Laboratoriums ist deßhalb schon seit Jahren als em Bedürfniß anerkannt und ist bereits bei Erbauung der neuen Aula dafür Vorsorge getroffen worden, daß auf dem betreffenden Bauplatze das nöthige Terrain für ein neues chemisches Laboratorium reservtrt blieb.
zusammen 980 Jk
6900 Jk
15200 „
10000 „
4000 -
Berlin, 29. November. Wie die „Nordd. Allg. Zig." mittheilt, ist der Minister der öffentlichen Arbeiten, Maybachs tn Folge eines Unwohlseins genöthigt, einige Zeit daS Zimmer zu hüten.
— In der heutigen Sitzung der Budget-Commission deS Reichstag« wurde die auf 480,000 Jk lautende Position deS Reichstagsetats für Freffahrkarten nach längerer Debatte genehmigt.
— In der heutigen Commissionssitzung der afrikanischen Conferenz wurde über die noch ausstehenden Detailpunkte, namentlich über die Abgabenfrage, eine Verständigung erzirlt. Am Montag findet eine Conferenzsttzung statt, in welcher der zweite Punkt deS Projects die Declaration, betreffend die freie Schifffahrt auf dem Kongo und dem Niger, zur Verhandlung gelangen soll.
Kiel, 29. November. Se. K. Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen empfing heute Mittag die chinesischen Gesandten Hsy Ching-Cheng und LI-Fong-Pao in der von denselben nachgesuchten Audienz. Nachmittags hat sich Se. K. Hoheit zu einem Besuche des Herzogs von Schleswig-Holstein-Glücksburg nach Loutsenland
Hesterroich.
. 29. November In dem Prozesse gegen die Anarchisten Hübner, Horatlik
und 18 Genossen wegen einer geheimen Druckerpresse resp. wegen HochverrathS. Majestätsbeleidigung, Religionsstörung und Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung wurden zwei Angeklagte fretgesprochen, die übrigen wurden zu schweren Kerkerstrafen in der Dauer von 3 bis 12 Jahren oerurtheilt.
Linz, 29. November. Der Bischof Rudigier ist heute gestorben.
Schweiz.
Zürich, 29. Novbr. Der hiesige Regierungsrath hat heute die Anarchisten Neve und Kaufmann Hauser ausgewiesen.
Krankreich.
Paris, 29. November. Deputirtrnkammer. Von dem Deputirten Laauerre wurde eine Interpellation über das Vorhandensein von Agents provocateurs bet der eingebracht; die Kammer beschloß, die Berathung dieser Interpellation diS nach der Erledigung des Budgets zu vertagen. Bei der hiernächst begonnenen ^rathung der Vorlage über die Senatswahlreform zog die Kammer, entgegen der h?r fnbHA °^nCn. bezüglichen Bestimmung, ein Amendement auf Beseitigung Ä’Äffen^tracht. Die Weiterberathung der Vorlage wurde in uviy- ij cu vviium,
K .3m Senate wurden vom Ministerpräsidenten Ferry die Vorlagen über die fonbM bet S-"°- d-sch-°ß, d'-s-ld-n «tn« d«-
“ Nach Meldungen aus Brasilien stände in Folge deS Erlöschens der ^erwarten 8 * "C ba bl0e Aufhebung der angeordneten Quarantänemaßregeln p— ?tniC »esAdmiralS Courbet bestätigt die am 19. d. M. an Bord
b gau »derGenom ly ?ottsehabte Kessel.xplosion; die Ursache des Unfalls fei Et zu ermitteln gewesen. Getödtrt wurden infolge der Explosion 2 Maschinisten und 11 Matrosen oder Heizer. Admiral Courbet ließ bte übriaen Kessel des p;„ftnu lOrsfältigen Prüfung unterziehen und erklärt, das Resultat derselben sei ein durchaus zufriedenstellendes gewesen, der „Rigault de SeuomUv- werde an den weiteren Operationen zur See theilnehmen können.
England.
London, 29. November Eine bei „Lloyds" aus Hongkong von heute emgegangene Depesche meldet, daß em Kessel am Bord des französischen Krieas- schisfes Rlgault de Genouilly" auf Formosa explodirt ist, wobei 13 Personen das Leben eingebußt haben. v
Rußland.
Odessa, 29. November. Di- Rbede von Taganrog ist zumfroren, im Asow'schen Meere ist eine große Anzahl von Schiffen vom Ese umringt.
Türkei.
Konstantinopel, 30. November. Der Verlauf der Krankheit des deutschen Botschafters v. Radowitz ist ein normaler, das Fieber ist in der Abnahme.
Lokales.
Gießen, 1. Decembsr. Am heutigen Tage sind es 25 Jahre, daß Herr KreiS- amtsregistralor Hart mann am hiesigen Kreisamt angestellt ifL Herr Hartmann hat sich während dieses Zeitraums stets das Vertrauen seiner Herren Vorgesetzten zu erhalten gewußt und ist derselbe 'm ganzen Kreis; Gießen als ein tüchtiger, strebsamer und freundlicher Beamter bekannt. Möge es ihm oergönut sein, diesen Posten noch lange verwalten zu können. w
— In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag wurden wiederum zur 31b* wechslung von diversen Herren verschiedene Eig-nthumSbeschäoigungeu verübt.
Verwischtes.
28. November. sHesstsche Staatsschuld.) Nach demnächstiger vollständiger Begebung der Kapitalanlethen, welche tn her laufenden Finanzperiode I?“ Bwede der Eroauung der Rheinbrücke bei Mainz (3,600.000 Jk) und der Main- brücke bei Kosthe.m (990,000 Jk). zur Heistcllung mehrerer Nebenbahnen (2,530,000 Jk), fomte zur Lmderung der vorübergehenden Nothstäade infolge der 1882-83er Ueber- JOi?11?Un?n (625,000 ^.) von dm Ständen genehmigt worden sind, wird die Staatsschuld eine Zunahme von 6,085,682 Jk, verglichen mit dem Stande zu Anfang der gegenwärtigen Finanzperiode, erfahren, obwohl im Laufe derselben über IV. Millionen Mark an Kapitalschulden darunter der Rest der oberhesstschen Provinztalstraßenbau-
1 rinb Die gesammte Staatsschuld wird sich alsdann auf
40,797,898 Jk belaufen, worunter nahezu 34.000.000 Eisenbahnschulden. Von jenen neuen Anlehen sind übrigens zur Zeit über 5,000,000 Jk noch nicht begeben und es ? iiD!r(lS8eni 1.000,000 überhaupt nicht zu begeben, sondern den Betrag den Ueberschüssen der Hauptstaatskasse zu entnehmen. B
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ar . .§? fann. ?icht genug wiederholt werden, und ist auch darüber schon Vieles von Jlutoiiiaitn geschrieben worden, daß Oele und Pomaden die Hautporen nur verstopfen, in Folge Zutritts des Staubes sich eine Schichte bildet, welche die Hautausdünstung verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopfleiden und kahle Stellen erzeugt. Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die im blinden Vertrauen auf fdjnunbeU patte Rcelame — unbedacht, ob das Versprochene zu erfüllen möglich sei - Hundert- tausende für schädliche Haarmittel ausgeben und in dem Wahne leben, neue Haare aus kahlen stellen zu erzeugen, während sie damit doch nur den Charlatanismus unterstützen und ihrer Gesundheit schaden. Wäre es denn nicht viel vernünftiger, bei Anteil von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulassen und dafür ein ivirklich gutes eonservirendes Haarmittel statt der insgefammt schädlichen Oele und Pomaden zu gebrauchen i Als ein solch' verläßliches und unschädliches Mittel kann das
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nicht genug empfohlen werden, ba dasselbe laut Gutachten hervorragender Autoritäten, wie Professor Dr v. Wittstein re. rc-, Alles enthält, um das Haar feucht, weich, glänzend und die Kopfhaut immer thätig und weich zu erhalten, sowie die lästigen Schuppen innerhalb acht Tagen gänzlich zu entfernen. — Zu beziehen per Flaeon » 40 und 'M- l 10 bei Herrn C- Merkel, Marktstraße, Gießen-
SchrffS nachrichten.
_r, Bremen, 28. Novimber. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Fr!™ 6apL F' Hamelmarrn, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 19. Novrm'orr von Bremen und am 20. November von Southampton abacaanacn mar, ist heute 11 U6r Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 28. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Postdampfer Mai«, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 16. November von Bremen und am 18 November von Southampton abgegangen war. ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Handel und Sevftbr.
Grünbera, 29. November. (Fruchtpreise.) Weizen Jk 16.70, Korn JL 16.00, ®er|te JL 14.20, Hafer 12.60, Erbsen Jl. 17.00,. Linsen JL 00.00, Lein jk 00.00, Samen Jk 0'0.00, Kartoffeln Jk 0.00, Wicken 0.00.
r. ®n/furt 29. November. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu Jk 2.75—3.30, Stroh Jk 2.20—2,50, Eier das Hundert Jk 5 70—9 50, Butter 1- Qualität Jk 1.05, 2. Qualität Jk 1.15, Kartoffeln per Centner Jk 1.90-2.25, Kohlrabi 3-4 H pr. St-, Erbsen 100 Kg. 22.00—30.00 Nothkraut pr. St. 15—30
Poularden Jk 0—0, Huhn Jk 1.00—2.00, 1 Ente Jk 2.00—2.70, 1 Taube 40—60 Hahn Jk 1.90—2.00, Gans Jk 6—10.00, Welsche Jk 5.00-8.00
Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde.
^cut^A^onta0r Abend 8 Uhr Bibelftunde in der Kleinkinderschule, Apoftel- ge,ch. Kap. 20. Pfarrer Or. Naumann.
Kepertoir der vereinigten Ztadttheater;n Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 2. December: Fidelio.
Mittwoch den 3. December: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: Die Stumme von Portici. Außer Abonnement.
Donnerstag den 4 December: Das goldene Kreuz. Hierauf: Ballet.
Freitag den 5. Dkermder geschloffen.
Samstag den 6. December: Trompeter von Säckingen.
Sonntag den 7. SDectmber: Rienzi.
Schauspielhaus.
Dienstag den 2. December: Die große Glocke.
M'tiwoch den 3. December: Der Raub der Sabinerinnen.
Donnerstag den 4. D«ccmber: Gastspiel des Herrn Knaack. Im Spät- ’ommer. Hierauf: Des Nächsten H ausfrau. Zum Schluß: Sachsen tn Preußen. (Br-qmmlle, Loffelmann, Lerchenschlag: H.>rr Knaack.) Außer Abonnement. D Freitag den 5 December: Gastspiel des Herrn Knaack. Im Spätsommer. Des Nächsten Hausfrau. Sachsen in Preußen.
Samstag den 6. December: Don Juans Ende.
Sonntag den 7. December: Vormittags 11% Uhr: Matinäe, veranstaltet von Herrn Professor Alexander Strakosch, unter Mitwirkung von Mitgliedern des hiesigen Stadttheateis. Em Theil des Ertragss ist der Errichtung eines Denkmals ,ür Heinrich Laube in Sprottau gewidmet. Abends ya7 Uhr: Gastspiel des Herrn Knaack. Hotmeister in tausend Aengsten. Sohn auf Reisen. Schneider FipS. (LaffeniuS, Peter, Fips: Herr Knaack.)
Montag den 8. December: Götz vn Berlichin gen.


