Schutzherrschaft über das Montsioa-Gebiet, zurückgezogen worden sei. Zugleich kündigte Ashley die bevorstehende Absendung von Verstärkungen nach Südafrika an. Zu erwähnen ist noch das Erscheinen eines Blaubuches, in welchem die Absicht Englanos ausgedrückt ist, den Sudan nach der Besreiung Gordon's vollständig aufzugeden.
JnHolland haben am Sonntag die Ergänzungswahlen zur zweiten Kammer stattgefunden, durch welche indessen die Parteiverhältniffe in der letzteren nicht wesentlich verändert worden sind, so daß die Liberalen nach wie vor in der Kammer die Majorität haben. Am gleichen Tage wurden in Belgien die Stichwahlen anläßlich der Communalwahlen und in der Schweiz die Nationalrathswahlen vollzogen; dort wie hier war der Sieg aus Seiten der Liberalen.
Das spanische Königreich scheint neuen inneren Unruhen entgegenzugehen. Zorilla, das aus Spanien verbannte Haupt der spanischen Radikalen, soll sich wieder an der spanischen Grenze Herumtreiben und plant jedenfalls ein neues Pronunciamento. Gleichzeitig circulirt in Madrid das Gerücht, es sei aus Cuba ein ernster Aufstand ausgebrochen, bie Negierung habe diesbezügliche Depeschen aus Cuba empfangen, halte aber deren Inhalt geheim.
In Sofia ist am Montag die bulgarische Sobranje oder Nationalversammlung eröffnet worden. Man legt den Verhandlungen derselben diesmal eine besondere Bedeutung bei, indem es heißt, die Liberalen und Con- servativen hätten sich verbündet, um gegen das Ministerium Karawelow gleich in den ersten Sitzungen Sturm zu lausen. Ferner sollen für die Sobranje Vorlagen in Vorbereitung befindlich sein, welche die Erfüllung der internationalen Verbindlichkeiten Bulgariens (türkische Eisenbahn-Anschlüsse) zum Zweck haben.
Vermischtes.
Berlin, 29. October. Den drei tn’8 Torgauer Milstärgefängniß abgeführten Landwehrleuten vom Bezirks - Commanbo Altenburg, die sich auf dem Eilenburger Bahnhöfe in Leipzig geweigert hatten, im Güterwagen zu fahren und dteserhalb telegraphisch sich beim Kaiser beschwerten, ist nunmehr, wie der „Saale-Zeitung" geschrieben wird, das durch Cabtnets-Ordre bestätigte Uit&wl dcS Kc.egSgertchlS mctgetheilt. Alle drei sind wegen militärischen Aufruhrs und Betheütgung an einer gemeinschaftlichen Beschwerde über militärische Einrichtungen bestraft, und zwar der Rädelsführer mit Entfernung aus dem Heere und 7 Jahren 3 Monaten Zuchthaus. Von d-n beiden andern hat der eine Versetzung tn die 2 Classe des Soldatenstandeö und 6 Jahre 3 Monate FeftungSgefängniß, der dritte Versetzung in die 2. Classe drs Soldaten- ftandes und 5 Jahre 3 Monate Festungsgefängutß erhalten. Daß die nunmehr Ver- urthrtlten alle drei v^rhetrathet sind, aber nur einer, und zwar gerade oer mit der schwersten Strafe belegte, Kinder hat, ist schon früher M'tgetheüt worden. @me empfindliche Bestrafung war unumgänglich und das gefällte Urthetl ist nach militärischem Gesetze gewiß unanfechtbar; dennoch wird schwerlich Jemand die Hoffnung und den Wunsch nicht thetlen, daß die kaiserliche Gnade der Verbüßung der vollen Strafe auf möglichst weitem Wege zuvorkommen möge.
— (St- Elmsfeuer.) Aus Klagenfurt wird der „N. Fr. 93r.N geschrieben: Auf dem Hochobir, der 2200 Meter hohen, aussichtsreichen Kuppe in der Karawanken- kette, befindet sich eine sehr gut eingerichtete meteorologische Bkodachlungd-Stat'.on. Dieselbe verfügt über eine Telephonlettung, welche mit der Telegraphenstation des OrteS Etsenkappel tn Verbindung steht. Täglich dreimal werdrn die Beobachtungen ausgenommen und an die meteorologische Retchsanstalt tn Wien, sowie an die meteorologische Station in Klagenfurt telegraphirt. Der im Unterkunstshouse auf btm Hochobir ftatfonfrte Beobachter, Namens P.ssonitz (derselbe bletbt such während der Wintermonate oben), berichtet nun Folgendes über ein von ihm beobachtetes, sehr intensives Elmsfeuer: Am 11. October Abends hatte ich den Anblick einer seltenen Naturerscheinung. Nachdem bereits fett 48 Stunden heftiger Sturm aus Südwest gewüthet hatte, ließ derselbe um 8 Uhr Abends plötzlich nach. Fünfzehn Minuten später beobachtete ich das Herrannahm eines Gewitters mit heftigen Blitzen und ich trat deshalb vor das Schutzhaus. Dasselbe war bei schwachem Nordwestwinde von Nebel etngehüllt. Da bemerkte ich an den beiden vor dem Hause ausgestellten Wino, sahnen wetßleuchtende Flömmchen, welche an den Spitzen der von Nord-nach Südwest
gerichteten Wir.dzeiger leuchteten. Sie hatten eine ho.ttontalr R'chtung. Später leuchtete auch auf der Spitze der eisernen Windfahne ein vertikales Flämmchen; da die eine hölzerne Windfahne nur 2 30 Meter hoch tft, so griff ich mit der Hand nach einem Flämmchen; dasselbe erlosch tn Folge dessen sogleich, begann aber wieder zu leuchten, sobald ich meine Hand entfernt hatte. Mich gegen Osten wendend, sab ich den nach Etsenkappel führenden Draht der TeUphonlettung in weißblauem Lichte glühen, während auf jeder LeitungSstange auf dem Isolator ein weißes Flämmchen gleich einem leuchtenden Sterne sichtbar war. Wegen des herrschenden Nebels konnte ich dieses Phänomen nur auf drei Stangen, etwa 60 Meter weit, btobachten. Um 9% Uhr glühte nur mehr auf der Spitze der e ftrnen Windfahne ein Flämmchen, welches um 93/4 Uhr ebenfalls erlosch. Während der panzm Dauer der Erscheinung war im Westen Gewitter mit Blitz und schwachem, kaum hörbarem Donner, auf dem Obir deftiger Sckneefall, vermischt mit trockenen Ersnadeln. Der Thermometerstcnd betrug 5,2 Grad Celsius, der Barometerftand 578 Millimeter, d. t. 6 Millimeter unter dem normalen Luftdrücke, die Luftfeuchtigkett 100 Procent.
— sJubüäum des Fingerhutes j Einer in technischen Kreisen wohlbekannten und in Dingen der Industrie wohlbewanderten Persönlichkeit verdankt das „Berl. Frdbl " nachfolgende intenffante Mittbetlnrg: Am 19. October feierte das zwethundertjäyrtge Jubiläum keine geringere Erfindung als — der Fingerhut, wie aus einem curiosen Document heroorgeht, welche« sich rm Besitze einer alten hölländischen Familie befindet. Am genannten Tage des Octobermonds Anno 1681 nämlich übersandte der Goldschmiedemeister N'kolauS von Benschoten zu Amsterdam das erste von ihm erfundene und aiigeferttQte Ex-mplar eines solchen Fingerhutes als Geburtstagsgeschenk an Mysrouw van Rensselaer mit einem verbindlichen Schreiben, in welchem er die Jungfrau bat „bkfe ganz neulich hergestellte und von ihm eigens zum Schutze ihrer fleißigen Finger beim Nähen erfundene Bekleidung" als Gabe anzunehmen. Diese niedliche Idee kam bald allgemein tn Aufnahme und wurde etwa 41 Jahre später von einem gewissen Johann Loiting nach England gebracht, wo zuerst deren Fabrikation im Großen betrieben wurde. Aber merkwürdig erscheint es, daß seiner Zeit wohl die Fingerhüte ausschließlich auf dem Daumen getragen wurden, wie aus her englischen Bezeichnung „thimble“, zusammengesetzt aus „thumb“ (Daumen) und „bell“ (Glocke) deutlich hervorzugehen scheint. Früher nur aus Gold, Silber, Messing ober Eisen gemacht, wird fitzt Stahl, Silber, Horn, Elfenbein, Celluloid u. s. w. zu ihrer Herstellung verwandt. Die „goldenen Fingerhüte", welche man bei den Juwelieren kauft, sind franzöfische Fabrtkate, auf deren Stahlboden eine dünne Goldkuppe gepreßt ist. In China findet man prachtvolle Fingerhüte, die aus Perlmutter geschnitzt und mit Gold eingefaßt sind; auch der obere Thetl ist von Gold. Ein Fingerhut, welcher der Königin von Siam gehört, ist wie eine Loiosknospe geformt, da dies die königliche Blume dieses Landes ist und da fast Alles, was zum Hofe gehört, mehr oder weniger ein Symbol der Lotosblume trägt. Dieser Fingerhut ist von Gold, dicht mit Diamanten besetzt, welche so geordnet sind, daß sie den Namen der Dame und das Datum ihrer Vermählung bilden. Derselbe war ein Brautgeschenk des Königs, welcher Fingerhüte bei den englischen und amerikanischen Damen seines Hofes gesehen hatte und es übernahm, diese Mode bei seinem Volk etnzuführen.
— [150 Gallensteine.) Belgische Blätter bringen die Schilderung einer ausnehmend gefahrvollen Operation, welche ein Berliner Arzt, der Director des Lazarus- Krankenhauses, Herr Dr. Langenbuch, mit äußerst glücklichem Erfolge bei einem hohen belgischen Staatsbeamten auSgeführt bat Derselbe litt an heftiger Gallensteinkolik gegen welche alle inneren Mittel nichts helfen wollten, so daß er sich zu einer Operation entschloß, zu deren Ausführung aber nicht, wie dies sonst in Brüffel üblich war, ein Pariser oder Londoner Operateur, sondern der genannte Berliner Arzt berufen wurde. Derselbe entfernte die Gallenblase sammt allen darin enthaltenen Steinen, ca. 150 en der Zahl, und die Heilung dieser so bedenklichen Operation ging unter dem Schutze des antiseptischen Verbandes so glücklich von Statten, daß der Patient schon nach vier Wochen wieder die Pflichten seines Amtes erfüllen konnte. Bei der hohen Stellung des Patienten machte die Sache im ganzen Lande Aufsehen und die belgischen Zeitungen verkünden jetzt laut den Ruhm des deutschen ArzteS.
DaS Brrfandt-Comptoir der Harzer KLfefabrik zu Wernigerode a. H. hat sich durch Lieferung von nur ächtem und sauberem Fabrikat einen Weltruf erworben. — Wir können daher nicht umhin, unsere Leser zu bitten, sich durch einen Versuch von der Vorzüglichkeit dieser Waare zu überzeugen und machen auf das sich in dieser Nummer befindliche Inserat besonders aufmerksam. 5253
Das durch diese Firma beschäftigte Personal zahlt schon nahe an 150 Personen.
Allgemeiner Anzeiger.
Versteigerung.
Montag den 3. November 1884, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Hause des Herrn Einhäuser am Leihgesterner Weg gut erhaltene Möbel, als:
Sopha, Kommode, Schränke, Tische, Betten, Spiegel, Bilder, Blumentisch, eine gute Singernähmaschine, Haus- und Küchengeräthe versteigert.
Die Gegenstände können vorher eingesehen werden. 7181
Gießen, am 30. October 1884.
Gottfried TobieS, Brauer.
Versteigerung.
Mittwoch den 12. November l. I., Vormittags 10 Uhr, soll das lebende, sowie todte Inventar auf dem Hofgute in Staden öffentlich meistbietend versteigert werben:
23 Kühe,
2 Faselochsen, ostfriesische und Berner Race,
10 Pferde,
7 Zuchtschweine,
1 Eber, eine complette große Brennerei neuesten Systems,
eine Grasmähmaschine, Ningelwalze Ackerwagen, Wirthschaftsgeräthe^
Betten rc.
Es wird hierbei ausdrücklich bemerkt, daß die herrschaftlichen Wagen, Schlitten und Geschirre rc. mitversteigert werden.
Staden. Die Freiherrlich v. S1 e i n'sche 7053 Gutsverwaltung.
Ieikgeöotenes.
Selbstgefertigte lackirte Möbel
werden billig abgegeben. 2895
Fr. Meinhardt, Neustadt 55.
g (1h. Retter
empfiehlt zu billigsten Preisen: Nein wollene Lama's und Flanelle, wollene Bett- und Bügeldecken, Neisedecken, Tischdecken, Vorhangstoffe.
Meinen Vorrath in Sophateppichen, Bettvorlagen und Läuferstoffen offerire ich wegen Aufgabe dieser Artikel ZiN'Eök Cinksufspreisen.
* Biookers holländ:Cacao W
das beste leichtlöslichste Fabrikat, ist preisgekrönt mit
7 . fielen goldenen Medaillen. Vz K9 genügt für 100 Tassen. 1 Vorräthig in allen feinen Geschäften der Branche. .
M: dddMdtMckKL.810c>ker, Amsterdam w
Blooker’s Cacao bei Emil Fischbach. 1 Blockens Cacao bei Carl Hchwaab. 8 Baron Lieblg’s Malto - I.egainlnose - Mehl, *Chocola(le und -Choeofade-Pulver
von Starker & Pobuda, Kgl. Hoflieferant, Stuttgart. 142 Beste blutbildende und leicht verdauliche Nahrungsstoffe für Kinder und Erwachsene, von vielen medicin. Autoritäten warm empfohlen.
Niederlage in Gießen bei Carl Schwaab und H. Kinkel, Conditorei.
I Wir versenden franco und incl. Emballage gegen Nachnahme:
1 Postkiste Brutto 10 Pfund enthaltend: ®
100 Stück ächte, große und fette
Igarsear Kümmelkäse
18 vorzüglich im Geschmack für 3.00
1 Postkiste enthaltend:
8 Pfund delicaten Sahnenkäse
in Staniolverpackung für JL 3.00
Versandt-Comptoir der Harzer Käse-Fabrik
5252 zu Wernigerode a. Harz.
KrauWlser
in allen Größen empfiehlt 7173
Holzwaarenlager u. Küferei.
Kaffee rohen und gebrannten, Specialität, empfiehlt 7185
W. Th. Wittlich.
WWWWWWai ■ ss
®a Feinstes
J Würzburg, liiert
empfiehlt 7183
Restauration b, °a Fritz Lony. %
Bei Abnahme mehrerer Flaschen > frei ins Haus. %
Bettsedern, Daunen und Roßhaare
bester Qualität, empfiehlt zu billigen Preisen 3277
Herrn. Aug. Müller,
Leinen', Wäsche-, und Bettwaaren^ geschäst, Seltersweg.


