Ausgabe 
2.3.1884 Zweites Blatt
 
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Folge des Berstens einer GaSröhre, Flammen auS dem GepSckraume der Hauptlinie, denen aber durch die rasch herbeigeholre hauptstädtische Feuerwehr bald Einhalt gethan wurde. Die Explosion war, wie später ermittelt wurde, äußerst verheerend in ihren Wirkungen. DaS Dach des Gepäckcaumes, sowie die Seitenmauern desselben sind völlig eingestürzt, die Fenster sind zerschmettert. In den anstoßenden Räumlichkeiten, worunter sich das Billetverkaussbureau, der Damcnwartesaal und daS Bureau des Stationsvorstehers befinden, ist die Zerstörung ebenfalls sehr groß und in dem ge­räumigen Bahnhofsgebäude, sowie in vielen Hausern im Umkreise desselben ist keine Fensterscheibe ganz geblieben. Der Gepäckraum liegt völlig In Trümmern und unter denselben ist eine große Masse von Gepäck begraben, welches größtenthetls zerstört sein dürfte. Der angertchtete Etgenthumsschaden ist unzweifelhaft ein sehr bedeutender. Glücklicher Weise ist kein Verlust an Menschenleben zu beklagen. Nur zwei Bahn- bedienstete haben leichte Verletzungen davongetragen. Anfänglich glaubte man, daß eine Gasexplosion das Unheil ungerichtet habe, allein nach dem Gutachten von Sach­kundigen wurde die Explosion durch nichts anders als Dynamit verursacht. Es scheint, daß am Abend vorher eine Höllenmaschine in den Gepäckraum eingeschmuggelt worden. Der Gepäckraumsvorsteher sagt, daß gestern Abend um 8Vr Uhr ein anständig ge­kleideter Mann von 40 Jahren eine kleine, aber ungewöhnlich schwere Ledertasche zur Aufbewahrung gab, mit dem Bemerken, daß man sehr behutsam damit umgehen möge. Man vermuthet, daß diese Ledertasche vas verhängnißvolle Dynamit enthielt und daß dasselbe durch ein Uhrwerk entladen wurde. Der erwähnte Beamte fügte hinzu, daß er gegen 10 Uhr Abends im Gepäckraum ein seltsames Geräusch hörte, als ob eine Weckuhr abliese. Die Polizei hat eifrige Nachforschungen angestellt, die bis zur Stunde aber zur Erm ttlung der Thäter noch nicht geführt haben. Es wird allgemein geglaubt, daß dieses neue Verbrechen von denselben Personen geplant wurde, welche die Explosion im März und October v. I. angesttftet haben.

Kalkutta, 24. Februar. Vorigen Mittwoch entging Kalkutta mit genauer Noth einer furchtbaren Katastrophe. Am Morgen hieß es, daß das von Amerika mit einer Ladung Kerosinöl angekommme Sch-ffAurora" auf seinem Ankerplätze unter­halb Garden Reach in Flammen stehe. Etwa die Hälfte der Ladung war gelandet worden, aber es befanden sich noch gegen 30,000 Fässer Oel an Bord. Da die Aurora" ein altes hölzernes Schaff war, brannte sie bis zum Wasserspiegel nieder, worauf der Rumpf sank. Nun wurde die Befürchtung rege, daß das brennende Oel von der Fluth nach dem eine halbe Meile höher hinaus gelegenen belebten Theile des Flusses getragen werden würde. Wäre dies geschehen, so hätte eine gräßliche Kata­strophe kaum vermieden werden können. Der Fluß schien in Flammen zu stehen, während die Fässer mit dem Knall von Gewehrsalven kxplodtrten und ein dichter, schwarzer Qualm sich über die Stadt lagerte. Glücklicherweise trug ein günstiger Wind das brennende Oel nach dem MeereSgestadc. Um 7 Uhr Abends war die Gefahr vorüber.

Etnhundertundzwanzig Mann stark ist das Aufgebot der Berliner Trichinen- Deschauer. Sie sitzen in 4 großen nach Norden gelegenen sehr Hellen Sälen. Jeder Saal ist mit drei Reihen kleiner Tischchen besetzt, auf welchen je ein M.kroskop und die erforderlichen technischen Hülssgegenstände sich befinden. Jede der vier Ab- thetlungen besteht aus einem Vorsteher, circa 22 fest Angestellten Flestchbeschauern und 7 bis 8 Probenehmern, zu denen an großen Markttagen noch 8 Hülssbeschauer htnzutreten.

' Petersburg, 21. Februar. Der folgende empörende Fall aus der russischen Geschworenen-Justiz wird heute von derNow. Wr." mitgtthellt: Im Dorfe Tetere- wino, im Kreise Ko?o1scka (Gouv. Kursk), lebte das sett ihrem vierten Jahre blinde Bauernmädchen Katharina Obernichin; sie war Hausbesitzerin und nahm am öffent­lichen Leben regen Antheil, wie sie denn in der Gememde-Versammluna (Mir") immer wieder im Interesse der Armen auftrat und den dörflichen Machthabern undBlut­saugern" hart zusrtzte. Im Winter 1882 sollte im Dorfe die Schankgerechtigkeit aus's Neue vergeben werden. Der bisherige Inhaber, der 250 Rubel Pacht zahlte, war ein Protege der bäuerlichenPatricter", der neue Bewerber, der 500 Rubel bot, hatte aber hinter sich alle Armen deS Dorfes fiehm. mit der Obernichin an der Spitze. Zwischen den beide« Parteien kam es zu hartem Kampfe, aberKeiner siegte, Keiner wich". Am Abend desselben TageS versammelten sich tn der Schenke vier von der Partei der Patricter (Mirojedy" oderKulakr"), ferner der Landgemeindeälteste Borschtschew, der Schreibergehülfe Uspenski und der Reservist Pospelow und es wurde brav gezecht und Karten gespielt. Katharma fürchtete, daß am Ende hier der Handel mit dem schlauen Schenkwirth zum Schaden der Gemeinde abgemacht werden würde und sie hatte den Muth, die betrunkenenHonoratioren" des Dorfes in der Schenke selbst aufzusuchen, um ihnen Vorstellungen zu machen. Ein Faustschlag Borschlschew's streckte daß un­glückliche blinde Mädchen hin und die übrigen Ehrenmänner fielen nun ihrerseits auch über das wehrlose Weib her und mißhandelten es, bis der Aeltesie befahl, Katharina sortzuschaffen. Pospelow und der Bauer Ssasonow entledigten sich des Auftrags und als sie nach einer halben Stunde wiederkehrten, sagte der Letztere:Nun, der Pospe'ivw hat's ihr gut gegeben!" Tags darauf wmbe 60 Schritt von der Schenke der entschlich zugertchtete und zum Thett aus's Schamloseste verstümmelte Leichnam Katharina'- aufgesunden. Aus Zeugenaussagen erhellte, daß zuletzt noch Borschtschew und die anderen Männer aus her Schenke herausgekommen waren und Pospelow und Ssasonow halsen, ihrem vergeblich um Hülfe und Errettung flehenden Opfer den Garaus zu machen. Unter der Anrufung Gottes und der Heiligen hauchte die zu Tode gehetzte und gemarterte Blinde auf dem Schnee endlich ihren letzten Seufzer aus. . . .

Furchtbar!" bemerkt hierzu dieNow. Wr." Vor den Augen des ganzen Dorfes wurde sie gemartert und Niemand Niemand sand sich, der den Muth gehabt hätte, den Bösewichtern entgeaenzutreten, das unglückliche Mädchen zu retten, das zu­dem von den meisten Einwohnern geliebt und geachtet wurde. Das Dorf wagte es nicht. Wie die Uniersuchung ergab, waren dieMtrofidy" mit den Dorfautorttäten die Herren im Dorfe und Alle b!S auf Katharina zitterten vor ihnen. Und die Geschworenen sprachen alle Angeklagten frei. So geschehen in der Stadt Korotscha, in einer Session des Kursk'schen Bezirksgerichts! Es wäre thöricht, anläßlich solcher in Rußland leider verhältnißmäßig häufig vorkommenden Fälle unsinniger Urtheils- fällung Seitens der Geschworenen die ganze Institution zu verurtheilen, denn es ist bekannt, daß diese Fälle nur deßhalb so oft vorkommen können, weil die Listen der Geschworenen in sehr lüderltcher Weise zusammengestellt werden und den Richtern keine Correctur, wie tm Westen, möglich ist.

Ouray Colorado, 29. Januar. (Richter Lynch in ColoradoIn einem wohl regulirten Staate wie Deutschland, wo Recht und Gesetz nicht blöd dem Namen nach besteht, kann man sich wohl kaum einen Begriff davon machen, mit welchem schrecklichen Leichtsinn hier in den Mtnendtstricten des westlichen Amerikas das Gesetz gehandhabt wird.

Mörder und Verbrecher der schlimmsten Art kommen gewöhnlich nach kurzer Hast wieder frei und werden rücksichtslos wieder auf das Publikum losgelassen, um nach kurzer Zeit neue und größere Schandthaten zu verüben. Wie wett der allmächtige Dollar dabet in's Spiel kommt, kann man sich denken.

In unserem Mtnen-Camp, Ouray Colorado, tm San Juan-Distrlct (2000 Ein­wohner) sind seit dem siebenjährigen Bestehen dieser jungen aufblühenden Stadt etwa ein Dutzend Mörder vor die Schranken des Gerichts gebracht worden und bis auf einen sind alle wieder auf freiem Fuß. Dieser eine, Andy Bigger, welcher tm County Ourny innerhalb vier Monaten zwei Menschen erschoß, wurde vor einem Jahre von zwölf unbescholtenen Geschworenen schuldig befunden und von dem Richter zum Tode verurtheilt.

Nachdem Schaffot und Galgen bereits errichtet waren, wurde nun zuguterletzt auch dieser Verbrecher vom Stellvertreter des Gouverneurs Pitkins begnadigt (aller­dings zu lebenslänglicher Kerkerstrafe), wahrscheinlich bloß, weil der Herr kstne Lust hatte, in Abwesenheit des Gouverneurs das Todesurthetl zu unterschreiben. Nebenbei will ich noch bemerken, daß dieser Verbrecher der Grafschaft über 5000 Dollars gekostet hat. Daß unter solchen Umständen auch die Geduld friedliebender Bürger bricht, ist wohl kaum zu verwundern.

Als nun kürzlich wieder Mörder vor Gericht gebracht wurden und es allzu wahrschemlich schien, daß auch sie wieder sreikommen würden, da es ihnen an Geld und einflußreichen Verwandten nicht fehlte, hat sich hier tn aller Geschwindigkeit eine Gesetz- und Ordnungsgesellschast" gebildet, um die Schuldigen diesmal billig und sicher tnd Jenseits zu fpedtren. Die Hauptschuldige war eine schöne junge Frau und deren schon etwas älterer Mann Mikel Cuddtgen, einer der reichsten Eigenthümer im Thal, der mehrere Hundert Kühe und Pferde besaß. DaS Opfer der Mörder ist ein «rmeS IljährigeS Mädchen, das ihnen vom Watsenhaufe tn Denver anvertraut war.

DaS unglückliche Kind wurde systematisch zu Tode gemartert, es mußte z. B. bei strenger Külte draußen tm Heu schlafen und Hände und Füße Ovaren dermaßen er­froren. daß eine Amputation nöthlg geworden wäre, um das geben zu retten. Um ärztliche Hülse zu vermeiden und das Verbrechen zu verdecken, hat die unnatürliche Frau das arme Kind mH einem Hammer erschlagen und es dann rasch mit Hülfe ihres Mannes und BruderS beerdigen lassen- Die sonderbar rasche Beerdigung fiel jedoch auf, die Leiche wurde wieder ausgegraben, eine Leichenschau gehalten und die Schuldigen verhaftet. Aus Rücksicht gegen dieLady" wurden jrdoch die Schuldigen nicht etn- gcsperrt, sondern im Delmonico-Hotel bewirthct und bewacht.

Am vorigen Samstag um 12 Uhr Nachts erschienen nun etwa 50 vermummte und mit Winchester-Gewehren bewaffnete Leute vor dem Delmonica-Hause. Die Bande schien wohl organiflrt zu sein und hatte einen Capitän, Lieutenant u. s. w. Kurze Befehl- wurden gegeben und im Nu war das Hotel genommen. Der Sherif Bewla wollte sich zur Wchr setzen unb feuerte mehrere Schüsse, ohne jedoch Jemand zu ver­letzen, und wurde im Handumdrehen entwaffnet und von kräftigen Armen gehalten. Im nächsten Augenblick waren auch schon die Gefangenen ergriffen und hinaus gingS tn die schneeigen Straßen, die Frau ohne Schuhe. Die Mörder beteten, schrieen und riefen um Hülse, daß es hätte Steine erweichen können, aber die Lyncher kannten kein Erbarmen. Vor Uncle Toms Cabtn außerhalb der Stadt wurde Halt gemacht und erst der Mann und bann die Frau an die nächsten Bäume geknüpft.

Noch in derselben Nacht wurde etn Jury zusammengerrommelt. DaS Verbiet lautet:Tod durch Aufhängen von unbekannter Hand."

Gestern herrschte große Aufregung, aber heute, nachdem drei Tage verflossen, ist schon alles beinahe wieder vergessen. Ich billige das Lynchverfahren nicht, aber e8 ist das einzige Gericht, vor welchem im Lande des allmächtrgen Dollars der Verbrecher einen heilsamen Respect hat.

sWarnungssignal für. . . Skatspieler.) In diesen Tagen sand sich im Berliner Jnrelligenzblatt das folgende, harmlos scheinende Inserat:

Zur Erlernung des Skatspieles erbitten Damen Unterweisung von einem soliden Herrn. Adressen unter V. 75 postlagernd Postamt Hallesches Thor." Manch edler Rrtter vom Tournier wird dieseZeichen der Zeil" gelesen und sich dabei gedacht haben:Ei, ei, die Damen wollen auch Skat spielen lernen, na, gönnen wir es ihnen, Mancher lcrnt's zwar nie und bann auch noch nicht einmal ordentlich. Ahnet Ihr nicht, daß Euch der Feind im ebenen Lager aufzusuchen gedenkt, daß diese Skat spielenden Jungfrauen Euch Junggesellen an Kopf und Kragen wollen? Der Skat war bisher ein festes Kastell, mit Mauern, Zinnen und Tbürmen, in welches sich der Mann zurückziehen und aus dem ihn nichts mrtrefben konnte, nicht die Klagen der Gattin, nicht die Thränen der Braut. Der edlen Weiblichkeit war dieses gute Recht für Männertugend und Männerzeitvertreib längst zuwider und mit echt weiblicher Schlauheit hat man beschlossen, sich in das Heiligthum einzuschletchen und daS Noviziat anzunehmen, da auf andere Weise der Eingang unmöglich war. Macht sie nur zu Priesterinnen tm Tempel des erhabenen Skates und bald werdet Ihr den Verrath etvziehen sehen. Mag es doch Thörichte genua geben, die da glauben, es könne gar nickt so übel sein, wenn die Gattin eventuell den so dringend nöthtgendritten Mann" beim Spiele macht, wenn man eine Braut heimgefühlt, von der man mit Stolz zu seinen Bekannten sagen kann:Im Grandspielen ist sie großartig." Wartet nur das Ende ab. Du aber, o Junggeselle, bist ganz besonders bedroht; die Tage Deiner seither so tapfer oertbetbigten Ledigkeit sind gezählt. Merkst Du nicht, welche Gefahren Dich umgaukcln? Denk- Dir, Du spielst mit zwei Damen Skat. Dte erste Gefahr ist die, daß Du in einem Schuhspitzendepeschenwechsel unter dem Spieltisch verwickelt wirst, den man bekanntlich ar-wendet, um dem Partner Zeichen betreffend anspielen oder stechen zu geben. Wenn aber Fußspitzen junger Damen sich hier kinmischen. bann gehen die Depeschen nicht nach dem Kopfe, sondern nach dem Herzen. Nun beginnt das Spiel:Mein Fräulein, Sie reizen mich!" sagst Du, und sofort hält sich die Dame daS Coeur- vor dis Augen und lispelt:Sprechen Sie mtt meiner Mutter Und umgekehrt, wenn Dick die Dame beim Treiben fragt:Haben Sie Herz?" Wad willst Du, Unglücklicher, auf diese Frage erwidern? Kannst Du auch ohne Gefahr noch sagen:Wir passen Beide, Fräulein!" ohne daß vielleicht die zweite Mitspielende tofebafter Weise sagt:Kinder, das ist ja ganz neu! Wann wacht Zhr's öffentlich bekannt?" Und gar erst die verfängliche Situation mit den vier munteren Buben. . . . Doch genug dieser Beispiele. Wehe darum dem Manne, der zum Ver- räther an der guten Sache wird, indem er den Damen die Mysterien des Skats offenbart. Denn wenn erst die holde Weiblichkeit das Spiel mit den vier Wenzeln treibt, bann wirb es Zeit, daß wir uns freiwilliglegen."

Köln, 26. Februar. Der große Maskenzug ist aus- und wieder eingezogen, ohne Störung, wie wir biS jetzt erfahren haben, ohne einen irgend nennenSwerthen Unfall. Und er war glänzend, glücklich erfunden, gut ausgesührt. Sowohl dte Gruppen zu Fuß als die Reiter-Cavalcaden und die Musikcorps zogen durch ihre prächtige Aus- ftattuna, ihre vielfach strlvollen und charakteristischen Coslüme dte Bewunderung der in allen Straßen, auf allen Plätzen, die er passirte, versammelten Volksmengen auf sich und bse Wagen, namentlich die Gala- ober Prachtwagen, bekunbeten einen Geschmack in der Zeichnung, Ausführung und Decoration, der ganz besonders im Hinblick auf die wenigen Stunden, für welche alle die Carnevalsherrlichkrit geschaffen war, alles Lob verdient. Auch der Humor sand die beste Vertretung. Stürmischen Jubel erregten beispielsweise allenthalben der verrückte Modebazar, der die bizarrsten Costüme zu Tage gefördert hatte, der Domkran mit dem aufgeknüpfttn Griesgram, das Hohenstausenbad, die narrische Wetterwarte und erst reckt das köstliche Schuster-Conservatorkum dessen niedliche Schlappschuh.Jünglinge in Maske und Darstellung so vorzüglich gelungen waren, daß ihnen allerwärts lauter Beifall gezollt wurde. Die reichen Wagm deS Prinzen Carneval, des Bauers und der Jungfrau, des Vater Rhein und der Italia, der Wagen Amerika u. s. w., sowie die prachtvollen Costüme beijenigen, in deren Hände die Hauptrollen auf diesen Wagen gelegt waren, vcrdienen ebinfalls ganz besonderer lobender Erwähnung, nicht zu vergessen die herrliche Ehrengarde dcs Prinzen und des Bauers, die prächtigen Uniformen der berittenen Musikcorps und die schmucken Funken, wie Arttllerie. Doch Überall, bei jeder Gruppe, bei jedem Wagen waren Vcrständniß und Geschmack Hand in Hand gegangen und es gereicht allen, die bei bet ^ftnbung ber Ideen, sowie bei der Ausführung derselben, also bei der Herstellung deS Zuges betSeiligt gewesenen, zur Ehre, daß das allgemeine Urtheil den diesmaligm Zug in die Reihe der besten stellt, welche jemals am Rosenmontag das Auge erfreut haben. 2^5?" Leiter unserer Wetterwarte oorhergesehen hatte, so gestaltete sich bad Wetter: trocken beim Auszug, trüber Himmel und ab und zu Sonnenschein und auch einige Anfeuchtungen fehlen nicht. Noch glauben wir auch ganz besonders des Prinzen Carneval erwSbnen zu sollen, der durch Pracht, Noblesse und eine Fülle reicher Gaben sein närrisches Volk entzückte. Unzählige Exemplare deskünstlerischschönausgestatteten reizenden ^L^S^vzettels, ein Reichthum werthvoller Blumenbouguets und Bonbonn eren ftreute der Held des Tages allerorten nieder und sein Füllhorn wurde n'cht leer, bis er seinen Thron wieher verließ. Auch der Bauer und die Junaslau und die Italia und ihre Begleitung und viele andere Masken wurden nicht müde, Zrttel und Confett zu werfen und der schonen Welt duftige Rosen und Veilchen zu reichen. Nachdem der Zug sein Ziel erreicht batte, gab es in allen Hauptverkehrsadern der Stadt neues n°Mn^ Musikbegleitung, zahlreiche Trupps, Cbaraktermasken,

jubelnde Schaaren, neckende, intrigutrenbe, lachende, scherzende Gestalten durchwanderten ?u Restauration bis zum frühen Morgen und Stimmung und Ton waren mit wenigen Ausnahmen, deren es ja Immer geben rotrb, so lange Köln und andere Orte, ans denen wir Besuch erhalten, ihre süßen

Wog das Hohenstausenbad des Zuges andel^angt, so stellt Stadtbaumeister Stübben uns anheim, im earn-oalisitschen nu/Vem* ^chlchtsforschimg die fehlerhafte Aufschrift

berichtigen. Herr Stübden glaubt die Worte:Wo lüngst noch Wälle und Graben, Hut letzt unser Bad sich erheben" schon deshalb nicht ge- LPr>A*nMitUfrhrhen' ♦Fmt" 6et ber Grundsteinlegung in der Thal sich

ail? anfangen thut, sich erheben zu thun. Der Z^ndstetnsmuch wird daher wohl geheißen haben;Wo jüngst noch Wälle und Gräben, ^.e ®£funb6eit iu mehren. Der Krankheit zu wehren, Schmutz zum Trutze Die tm Zuge als fertig dar- gestellte Badeanstalt bunte sich aber wohl die Lesartthut" sckon erlauben.

£>ie Häufigen Klagen über die Erfolglosigkeit einer Annonce und das dafür weggeworfenc Geld wurden verstummen, wenn man von Haasenstein & Bögler in Frankfurt (Mam) über die Form, den Z^halt und die geeignüen Zeitungen zuvor fachmanmschen Rath ernholen möchte. 962

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