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Erscheint tödlich mit Ausnahme des Montags.
Press vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps.
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Gefundene Gegenstände:
1 Regenschirm, 1 Musterkarte, 1 Paar weiße Glacehandschuhe, 1 Spannkette, 1 Kindergewehrchen (letzteres am Postschalter stehen geblieben). Gießen, den 1. März 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Betreffend: Die Aufstellung der Jmpflisten für 1884. Gießen, den 1. März 1384.
Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen
an die Großherzoglichen Standesämter, Bürgermeistereien und Schulvorstände.
Die Listen für die diesjährige Impfung werden nunmehr an Sie gelangen und bemerken wir Ihnen bezüglich der Aufstellung derselben Folgendes:
1- In die Listen für Erst-Impfung werden von den Standesämtern unter B. alle Kinder eingetragen, welche in der betreffenden Gemeinde wahrend des Jahres 1883 geboren sind und am Ende des Jahres noch am Leben waren, auch diejenigen, welche etwa mit ihren Eltern weggezogen oder an einen anderen Ort in Pflege gegeben sind. Kinder, die im Laufe des Jahres 1883 bereits gestorben sind, werden nicht in die Liste ausgenommen. Nach vollendetem Eintrag wird sodann die Liste von dem Standesamte mit Datum und Unterschrift versehen.
Hierauf sind unter C. von der Bürgermeisterei die bis jetzt zugezogenen Jmpfpflichtigen einzutragen, oder es ist, wenn solche nicht vorhanden sind, dieß mit dem Vermerk anzugeben: C. zugezogen: Niemand. Erst dann ist die Liste auch von der Bürgermeisterei mit ihrem Namen und dem Datum der Ausstellung^ zu unterzeichnen.
Die Spalte 27 ist freizulassen und sind alle etwa nöthig scheinenden Bemerkungen (also auch die Angabe der Orte, wohin einzelne Pflichtige verzogen sind, oder die Todestage der etwa in den ersten Monaten des Jahres 1884 gestorbenen Kinder) nur mit Bleistift einzuschreiben.
II. In die Listen für Wieder-Impfung sind unter B. die Namen derjenigen Schüler aufzunehmen, welche im Laufe dieses Jabres das 12. Lebensjahr erreichen, einerlei, welcher Klasse sie angehören, und haben diese Einträge nach dem Schülerverzeichniffe der einzelnen Klassen, aber nicht nach dem Kirchenbuche zu geschehen. Die Gestorbenen und Weggezogenen, sowie Kinder, welche nicht in ihrer Heimath, sondern an anderen Orten Schulen besuchen, sind nicht in die Listen ihrer Heimatsorte einzuschreiben. In größeren Schulen empfiehlt es sich, die Namen der Knaben und Mädchen in getrennter Reihenfolge aufzuführen.
Die Unterzeichnung dieser Listen geschieht durch den Schulvorstand unter Beifügung des Datums der Ausfertigung.
Unter C. hat dann durch die Bürgermeisterei Eintrag der Zugezogenen zu erfolgen, oder es ist, wenn solche nicht vorhanden, die Bescheinigung anzufügen: 6. Zugezogen: Niemand.
Die Spalte 28 ist frei zu lassen oder es sind Bemerkungen in dieselbe nur mit Bleistift einzutragen.
Sie werden ersucht, die Listen bis längstens 31. März einzusenden und zwar die Listen derjenigen Orte, in denen die Impfung dem Großh. Kreisassistenzarzte, Dr. Drescher in Grünberg, übertragen ist, an diesen, die Listen der übrigen Orte aber an uns.
Dr. Glasor.
Deutschland.
Darmstadt, 29. Februar. Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Elisabeth und Se. Kasserl. Hoheit der Großfürst Sergius von Rußland empfingen gestern im Neuen Palais den Staatsminister Frhrn. v. Starck, den Königl. Preußischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Legationsrath Stumm und den König!. Großbritannischen Geschäftsträger Mr. Jocelyn behufs Entgegennahme der Glückwünsche zu Höchstihrer Verlobung.
Bei der gestrigen Galatafel brachten Se. König!. Hoheit der Großherzog das Hoch auf das Hohe Brautpaar aus.
Heute empfingen die Hohen Verlobten den Oberbürgermeister und die Beigeordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt.
Darmstadt, 29. Februar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 27. Februar Allergnädigst geruht: den Rittmeister im 2. Dragoner-Regiment (Leib-Dragoner-Regiment) Nr. 24, Elimar von Eschwege, zum Kammerherrn zu ernennen.
England.
London, 28. Februar. Im Unterhause wurde heute Abend von Gladstone die Wahlreform-Bill eingebracht, welche für Stadt und Land in dem gejammten vereinigten Königreich ein gleichmäßiges Wahlrecht einführt und die Zahl der Wahlberechtigten um ca. 2 Millionen vermehrt.
Amerika.
Washington, 28. Februar. In dem Repräsentantenhause kam heute die Lasker - Angelegenheit zur Sprache. Deuster (Wisconsin) und Günther (Wisconsin) sprachen im Sinne des dem Sprecher des Hauses inzwischen zugegangenen Schreibens des Berliner liberalen Centralvereins. Kasson bedauert die Discussion und hält für besser, officielle Information abzuwarten und nicht nach Zeitungsberichten zu urtheilen; er beantragt Ueberweisung des Schreibens des Centralvereins an den Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten. Dieser Antrag wurde angenommen.
Aegypten.
Kairo, 28. Februar. Aus Suakim wird gemeldet, Major Haggard und Lieutenant Cautfielv seien heute mit 530 Mann Abessiniern zu einer Recognoscirung aus- zerückt und biS auf eine Entfernung von etwa 7 Meilen von Suakim vorgedrungen, sie hätten dabet gegen 1000 mit Kameelen berittene und eine große Anzahl unbertttener Aufständische gesehen. Die Streitkräfte tn Suakim würden vom Oberst Parr com- mandtrt. In der Nähe von Suakim habe heute zwischen den Aufständischen und den den Engländern befreundeten Stämmen, welche die Engländer mit Vieh versorgt hätten, rin Gefecht stattgcfunden. Die befreundeten Stämme behaupteten, daß sie Sieger gewesen seien und 40 Kameele und 70 Schafe erbeutet hätten. Der Marsch auf Tokar fei verschoben, weil das Transportwesen noch nicht vollständig geordnet sei.
Telegraphische Depesche«.
Wolff'» telegr. Eorrespondenz-Bureau.
Berlin, 29. Februar. In der Steuer-Commission zog heute der Abgeordnete Meyer seinen Antrag, betreffend die Heranziehung der Erträge aus vermietheten ober verpachteten Grundstücken rc- zur Kapstalreritensteuer, zurück, indem er sich vorbehielt, den Antrag bei der zweiten Lesung tn einer andern Fassung wieder aufzunehmen. Der General-Steuerdtrector Burghart, sowie die Conservattven und das Centrum hatten den Antrag hauptsächlich aus formellen Gründen bekämpft.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt mit Bezug auf eine Auslassung des „Figaro" über die Lasker-Affatre, daß bte mit so viel Lärm in Scene gesetzte secessionistisch-fort- schrittliche Campagne ein klägliches Fiasko gemacht habe. Der Vorgang, welchen man zu einer internationalen Kundgebung gegen den Fürsten Bismarck auSbeuten zu könne» hoffte, habe nur dazu gedient, von Neuem zu zeigen, daß die Fortschrittler und Secessionisten recht unklug zu handeln pflegten, wenn Reiben Reichskanzler auf dem Gebiete der auswärtigen Politik, wo er ihnen so unenbltch überlegen sei, anzugreifen versuchten, da ihre Ansichten tn solchem Falle nicht nur von ihren nachsichtigen deutschen Gesinnungsgenossen, sondern von der i ganzen politischen Welt kontroltrt würden.
Dresden, 29. Februar. Auch die erste Kammer beschloß auf Antrag Schreck's, die Regierung um Vorlegung eines Gesetzentwurfs zu ersuchen, wonach Personen, welche sich in die Lage versetzt haben, Abgaben nicht zahlen zu können, einem Schank- und Tanzstätten-Verbot unterworfen werden können.
Straßburg, 29. Februar. Der Landes-Ausschuß hat heute mit allen gegen 2 Stimmen den Antrag seiner Commission genehmigt, die Petition für den Bau eines Kanals von Straßburg nach Ludwigshafen der Regierung mit dem Ersuchen um Aufstellung eines eingehenden Bauprojectes zu überweisen und für die Aufstellung des Bauprojectes einen Kostenbetrag von 125,000 M. in den Etat einstellen zu lassen.
London, 29. Februar. Heute Vormittag wurden in einem Hause in der Nähe des „Strand" drei Personen verhaftet, in deren Besitze die Polizei eine große Quantität Dynamit vorfand. Die Verhafteten sollen die Absicht gehabt haben, damit ein Attentat gegen den Justizpalast auszuführen.
— Prinz Heinrich von Preußen ist gestern Abend wieder in Plymouth eingetroffen.
Kairo, 29. Februar. Aus Kassala wird gemeldet, die dortige Garnison habe am 12. d. Mts. einen Ausfall gemacht und die Aufständischen vollständig in die Flucht geschlagen; es herrsche jetzt bei Kassala vollständige Ruhe.
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Gießen, 29. Februar. sTheater.j „Eine leichte Person" ist eine Posse, welche es an Kalauerhasitgkeit mit allen ihren ber Welt bekannt geworbenen Geschwister» ohne Mühe aufnimmt. Alles wss in Berlin an Abenteuern, buntem Wechsel ber Erlebnisse geboten werden kann, haben die Autoren zusammengefügt und doch dabei der Handlung einen leitenden Faden zu geben versucht, nämlich die Schicksale einer jungen Stickmawsell, die verkannt, verlästert, sich allen Bedrängten als ein rettender Engel erweist und zuletzt eine glänzende Genugthuung erfährt. Was sonst in der Posse dem Publikum theilweise geboten, theilweise zugemuthet wird, läßt man über sich ergehen mit jenem, durch den Genuß vieler Possen geschulten Gefühl, das man passend eine vergnügte Resignation nennen könnte. In einigen Bildern, — wir erinnern nur aa,


