Lokale».
Gießen, 30. September. Tagesordnung für die Stadtverordntten-Sttzung am Donnerstag den 2. Oktober 1884, Nachmittags 4 Uhr.
1. Waldcutturarbeiten.
2. Kostendecceturen.
3. Berathung der Feuerlöschordnung.
Gießen, 30. September. Schwurgerichtsoerhandlung am29 September gegen Heinrich Schäfer IV. von Rodheim v. d. H. wegen oer,uchten Todischlags-
^"daß ^er^am Abend^deS 4. August l. I- den Entschluß, den Konrad Wien V. von Rodheim zu lösten, durch Handlungen bethätigt habe, welche einen Anfang der Ausführung des Verbrechens des Todtichlags enthalten.
Die Geschworenen erkannten den Angeklagten für schuldig, worauf derselbe in eine Gefängntßstrafe von neun Monaten, abzüglich 1 Monat Untersuchungshast, verurthetlt wurde. _________
vermischte».
Darmstadt, 27. September. Mlitärdicnstnachrtchten ) Frhr. v. Nord ea Premierlteutenant vom 1. Großh. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Rgl) Nr. 23, zum Rittmeister und Escadrooschef, vorläufig ohne Patent; v. Wind heim, Secondelteutenant von demselben Regiment, zum Premierlteutenant; ». Schultzendorf, Freiherr v. Lehmann, Portepeefähurtchs vom 1. Großh. Jnf.(Letbgarde)-Regtment Nr. 115, Krause v. Plöntes. Portcpeesähnrtchs vom 2 Großh. Jus-Regt. (Grotzherzog) Nr. 116, Rehfeld, Felber, Leesemann. Vogel, Poriepeelähnrichs vom 3. Gr. Jnf.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, Nolde, Frhr. Gugel v- Brand und Drepolts- dorf, Frhr. v. Die mar, Portev-^eiühnrtchs vom 4- Großh- Jnf.-Regt-(Prinz Karl) Nr. 118), Kreemer, Wilms, Portepeefähnr^chs vom 1- G-o^o- Drag.-Regl. (Gorde- Draa-Regt ) Nr. 23 — zu Secondclteutenauts — befördert; Balser, Maior vom Jnf.-Regt. Nr. 130, mit Pension zur Disposition gestellt und zum BezirkS Commandeur deS 1. Bats. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Regts. Nr. 118 ernannt; v. Uthmann, Graf v. Schweinitz und Kratn, Frhr. v. Kauder, Frhr. v. Preu scheu, apßer- etatömäßtge Secondelteutenants vom Großh. Feld-Art.-Regt. Nr. 25 ^Großh. Art.- Corps) zu Artillerteofficieren ernannt; v. Heyden, Hauptmann und Compagntech<f vom 2. Großh. Jnf.-Regt. (Großheizog) Nr. 116, dem Reg,ment, unter Beförderung zum überzähligen Major, aggregtrt; Kleckl, Hauprmann ä la suite des Magdeburg. Füsilter-Rgts. Nr. 36 und ßtbrer bet der Kriegsschule zu Anctam, als Compagnikches in das 2. Großh. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, Bender (früher tm 4. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 118), Premierlieutenant vom 1. Rheinischen Jnf.-Regt. Nr. 25, unter Stellung ä la suite des Regiments, als Lehrer zur Kriegsschule in Anclam — versetzt; Ackermann, Premierlteutenant ä la suite des Großh. Inf-Regts. (Prinz Carl) Nr. 118, unter Beförderung zum überzähligen Hauptmann und unter vorläufiger Belassung in seinem Commando als Adjutant bet der 30. Jas -Brigade, zum Holstein. Jnf.-Regt. Nr. 85, ä la suite desselben verfitzt; S chumacher, Vicefeldwebel von dem Res.-Landw.-Regt. (Breslau) Nr. 38, zum Secondelteutenant der Reserve des 4 Großh. Jnf.-RegtS. (Prinz Carl) Nr. 118 befördert; v. Wachter, Oberftlieutenant z.D., von der Stellung als Beztrks-Cowmandeur des 1. Bots. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118 entbunden. m
Mainz, 25. September. Vor etwa 4 Monaten wurde an der Babn eine Brieftasche von einem urmeu Jungen gefunden, welche 15,000 X in englischen Werth- pap-.eren enthielt. Die Eltern des Jungen gaben sich alle Mühe, den Verlierer des Geldes ausfindig zu machen und Übergaben, als dies erfolglos blieb, den Fund der Polizei. Auf Grund der in der Tasche enthaltenen Papiere gelang es der Polizei, den Etgenthümer tu England zu eruhen und wurde ihm das Verlorene Übermittelt. Den Finderlohn schickte der Engländer nun hierher und zwar tm Betrage von 2M. 50 Pf.! Unseres Erachtens nach sollte der Finder sich damit nicht begnügen und von ocm filzigen Engländer den gesetzlichen Finderlohn beanspruchen.
Frankfurt o. M, 26. September. Die „Franks. Ztg." meldet folgende ergötzliche Geschichte: Herr Bildhauer M. besuchte gestern den Rhetngau und machte auch einen Abstecher nach dem Nattonaldenkmal auf dem Niederwald. Unterwegs
und sei die Kaiserin von China zu einem Verständigungs-Abschluß mit Frankreich ^$^”29. September. Die Wiederaufnahme der Vorlesungen an der hiesigen Universität ist aus Verfügung des CuratorS des hiesigen Lehrbezirks bis aus Weiteres verschoben worden. , , <• cr k. « r m ö
Nour, 29. September. Der Generalmckr sür die Dlöcese Rom, Kardinal Parochi, erschien gestern Abend im Lazareth Santa Sabina, um die Kranken zu besuchen. Der Lazareth-Director gestattete ihm, seiner Weisung gemäß, den Eintritt nicht, obwohl der Kardinal demselben mitthellte, daß er in’s Militärhospital eingelassen worden fei
Rom, 29. September. Cholerabertcht vom 28. ds MtS. ES kamen vor .
den Provinzen Alessandria 4 Erkrankungen und 1 Todesfall, Aguila 7 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Bergamo 15 ErkrankungS- und 10 To^sfalle BreScta 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Caserta 10 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Cremona 6 Erkrankungen und 5 Todesfälle Cuneo 14 Errranrungen und 12 Todesfälle Ferrara 1 Erkrankung, Genua 95 Erkrankungen und 39 Todesfälle, davon in der Stadt Genua 52 Erkrankungen und 26 Todesfälle und in der Stadt Sp zzia q Erkrankungen und 2 Todesfälle, Mafia e Carrara 3 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Mailand 5 Erkrankungen und 2 Todesfälle, Neapel 151 ^krankungS- und 104 ToeSfälle davon in der Stadt Neapel 118 Erkrankungen und 67 Todesfälle, Novara 1 Erkrankung, Parma 3 Erkrankungen und 5 Todesfälle, Pawa 5 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Reggio nell' Emilia 5 Erkrankungtt» und 2 Todesfälle, Rovigo 4 Erkrankungen und 2 Todesfälle, Sandrto 2 Erkrankungen und ebensoviel Todesfälle, in der Stadt Rom 1 Todesfall und in der Stadt Venedig 1 Erkrankung.
kaufte er sich in einer der Hütten eine internationale Correspondenzkarte, um vom Niederwald nach Petropolis in Nordamerika seinen Verwandten einen Gruß zu senden. Am Denkmale selbst besuchte er den ihm befreundeten CustoS. AlS er sich anschrckte, den Rückweg etnzuschlagen, kam plötzlich athemloS ein Herr und fragte nach dem Käufer der Wettpostkarte, der ein verdächtiges Packet bei sich führe. Herr M-, besten Kinn ein röthlich-grauer Bart ztert, meldete sich sofort und fragte, was man von »ym wolle. Der herbeigeetlte Mann stellte sich alS der Bürgermeister einer benachbarten Gemeinde vor und forderte den verdächtigen Fremdling auf, sich zu legittmtren. Da Herr M. im Hintergrund Polizei gewahrte, so machte er weiter keine Umstände und bat, ihn zu dem CustoS zu führen, waS auch geschah- Dieser erklärte, daß der Vorgeführte Herr M. aus Frankfurt sei. »Aber das Päckchen, das er bei sich trägt? hieß es wieder. — „Enthält" — und damit reichte Herr M. eS dem Ortsvorstande zum Oeffnen, der jedoch scheu davor zurückwich — »enthält zwei Köpfe von Heiligen . Damit flog der Deckel auf und statt Dynamit kamen 2 Modelle zum Vorschem. Um den gefährlichen Menschen rasch thalabwärt« bringen zu können, hatte der Bürger, meister telegraphisch einen Zug der Zahnradbahn beordert, der nun, statt von einem gefangenen Verbrecher und GenSd'armen, von einer vergnügten Gesellschaft be^ stiegen wur^^^ [uRige finden wir in der „Dorfzettung": In der
Nachbarschaft von Sondershausen erhielt vor einigen Tagen ein Arbeitsmann von einer Dame den Befehl, 200 VerlobungSanzetgen zur Post zu besorgen. Die CouverlS waren offen und mit Dreipfennigmarken beklebt. Die Rückkehr deS Boten dauerte lange. Darüber zuc Rede gestellt, erwiderte der Mann: „Ja, Fräuletn, ich habe eine schreckliche Arbeit gehabt. Sie hatten ja nicht einen Brief zugeklebt, und daS war keine Kleinigkeit, so viele male zu lecken, mir thut daS Maul davon immer noch weh. Die Post machte ein gutes Geschäft dabei, denn jedes zugeklebte Couvert brachte ihr natürlich 17 $ Strafporto.
Gingesandt.
Gießen, 30. September.
Erfreulicher Weise hat man dem hiesigen Kaufmännischen Verein, trotz der großen Concurrenz, da« alte Wohlwollen bewahrt, unter welchem es möglich war, diese Gesellschaft vor 11 Jahren wieder in« Leben zu rufen. Sei es mir daher g<stattet, einen kleinen Einblick in dies V-reinSwesen zu werfen.
Für die geistige Nahrung sorgt eine reichhaltige Büchersammlung, wovon besonders die vielen Fachwerke erwähnenSwerth sind; und bei den Spinnen ist dreS Büchergesims ganz in üblen Ruf gerathen. Manch wcrthvollen Schatz entgraben die Jünger Mercurs diesen Werken und waS Einer allein in seiner eigenen Geistes- werkstäite zu einem rechten Gebilde sich nicht formen kann, daS bringt er in die große Schmiede, wo bte fleißigen Arbeiter mehrmals wöchentlich sich zusammenfinden, und unter ihren verschiedenartigen Werkzeugen wird der Fund alsdann derart zerlegt, daß auch nicht ein Tbeil mehr in unverständlicher Fassung bleibt. Dort in der Schmiede ist Jedem sein Poften zugelheilt und muß bet Gelegenheit mit Rath und That zur Stelle fern. Da tischt der Eine dann die neuesten Erscheinungen des Büchermarkts auf, der Kritica gebührendes Opfer weihend, Jener schlägt mit Zahlen um — die Truppen in der HandelSwett, — sie entscheiden bei Rundschau auf der Wahlftatt im Kampfe mit dem täglichen Leben — alias Bilanz — wie sich daS heiße, sorgenvolle Gefecht gestaltet hat. Und der treue Wächter oben lehrt uns, wie man die Schwadronen zum Siege führen kann. , n,
WaS die Ritter von Elle und Scheere Alles zu leisten vermögen, dazu gebührt ein eigenes Werk.
W eder ein Anderer bringt eine Entdeckung in der Cigarrenfabrikatlon vor, eine Mischung Tabake herzustellen, bei deren Gebrauch Bacillen unfehlbar Vernichtuns fänden. Diese Entdeckung nimmt nun ein Fünster für sich in Anspruch, der zwar von Mischen gar nichts wissen, aber einen gewissen Naturwein besitzen will, — er nennt ihn Grünberger — durch dessen Genuß diese Menschenbezwinger einem jäheren Verderben anheimfallen müßten. , ,_T1,
In den Getreiden fand man, — Hub ein neuer Sprecher an, — da tritt plötzlich, wie zuweilen so, Frau Politika ein und zerschneidet den Haupt- und Einigkeitsriemen Die Grmüther erhitzen. Ein wirres Du cheinander tobt, bis es dem Meister gelingt, durch fein wohlbewährtes Commando Alle zum „Prosit Rest" auffordernd, den gewohnten Gang wieder herzurichten. Und die entwichenen „Freundschaft" und „Frohsinn" ziehen, von Allen begrüßt, wieder ein, die flotten Burschen nicht gern lange tm Stiche lastend, denen sie gar zu innigst zugeihan sind.
Und auch nur mit der Ersteren Hilfe konnte eine so vergnügte Feier, wie daS am letzten Samstag stattgehabte 11jährige Stiftungsfest, zu Stande kommen, welches fämmtliche Theilnehmer bis zum frühen Morgen zusammenhielt. Weitere Worte über den Verlauf erscheinen daher überflüssig. n r , „
Möge der Verein weiter gedeihen und die Mitglieder dessen Früchte in alle Welt hinaustragen, ihm zum Danke, oer Stadt Gießen zu Ehren. —st.—
mtfr Werks-hr.
Gießen, den 30. Septbr. Auf dem heutigen Markt kostete. Butter per Pfund vtL 1.10-1.15, Hühnereier pr. Stück 6-7 H, Käse St. 5-9 Kasematte 3-0 H, Erbsen pr. Liter 20 H, Linsen 30 Tauben per Paar 0,45—0,60 Hühner ver Stück JL 1.00—1.40, Hahnen pr. Stück X 0.50—0.90, Enten per Stück .At 130—1.60, Gänse per Pfund 44—52 H, Welsche X 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfund 68—70 X Kuh- und Rindfleisch 56-60 H, Schweinefleisch 52—60 H, Hammelflench 60—70 H, Kalbfleisch 50—54 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—5.00, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Ctr. X 4.00—4.50, Weißkraut pr. Stück 5—12
Rein seidene Stoffe Mk. 1. 35 Pf. per Meter, sowie a X 1. 80 und 2. 20 bis 9. 80 (farbig, gestreifte und carrirte Dessins) versendet in einzelnen vioben und ganzen Stücken zollfrei in's Haus das Sciden-Fabrik- Dspot von 6. Henneberg (Königl. Hoflieferant) in Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H nach der Schweiz. 6373
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Allgemeinrr Anzeiger.
Bekanntmachnng.
Die Urliste sür die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar von Mittwoch den 1. bis einschließlich Samstag den 11, Oktober l. I. auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Jedermanns Einsicht offen. Innerhalb jener Offenlegungsfrist ist gegen die Nichtigkeit und Vollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll Einsprache hier zu erheben.
Gießen den 30. September 1884.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V. d. B.
Keller, Beigeordneter. 6399
Versteigerung.
Mittwoch den 1. October d. Js., 9tachmittags 21/» Uhr, wird die Ernte von mehreren Triebvierteln, bestehend aus Kartoffeln, Bohnen und Gemüse, gegen Baarzahlung versteigert.
Zusammenkunft am Schützenhof. Gießen, den 26. September 1884.
Der Pfandmeister.
6336 Horn.
Mittwoch Ä. 1. Klober d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe dahier 1 Kuh, 1 Kleiderschrank, 1 Glasschrank, 1 Sopha, 1 runder Tisch meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 29. September 1884. Geißler, 6365 Gerichtsvollzieher.
6317 Ein junger Kellner sucht Stelle. Näheres in der Exped. ds. Bl.
BeksNAtmachNAq.
Die am deutsch-italienischen Güterverkehr betheiligten deutschen Bahn- Verwaltungen haben in Mailand eine Agentur errichtet, deren Ausgabe darin besteht, die Entwickelung des deutsch-italienischen Güterverkehrs, nainent- lich in der Richtung nach Italien zu beleben und zu fördern und zu dem Zwecke, den deutschen Industriellen bei der Anknüpfung von Verbindungen mit italienischen Abnehmern, bei der Ausbreitung ihrer Kundschaft in Italien und bei der Sicherung und Verfolgung ihrer Ansprüche hülfreiche Hand zu leisten, bezw. dieserhalb jede wünschenswerthe Auskunft zu ertheilen.
Die qu. Agentur wird durch den Kaiserlich deutschen Verkehrsinspector Trommer, via Principe Amadco Nr. 5, in Mailand vertreten, mit welchem Beamten Interessenten sich stets direct in Verbindung setzen können.
Gießen, im September 1884.
Großherzogliche Handelskammer Gießen. .
Ed. Silbereisen.6400
Apfelmost
bei 6053
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Neue Maronen, Iran?. Erbsen, ß
Neue Hiilsensrüchle
bei C. Gr. Hleiahenn.
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