Ausgabe 
1.1.1884
 
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4. Von dem Herrn Oberk.Uncr im Prt»i Karl baar gesammelt

5. Die zur Ersparung der üblichen NmjahrSbesuche gesammellen milden Gaben mit ............

zur Aufgabe setzt, in der leichtfertigsten Weise cs wage, mit stümperhaften Leistungen, und das sogar an hohen Festen, an denen auch wenig fleißige Kirchcnbcsucher manchmal im Gotieshause sich einsinden, vor die Gemeinde binzutreten und durchmittelmäßig gesungene, schwerere Gesangstücke" musikalisch gebildete Hörerin der Andacht zu stören und zu verstimmen", während daseinfachste, leichteste Gesangbuchslied, schön vorgcsungen, zur Erhebung der Herzen" mehr beitragen würde.

Das ist in der That böchst verletzend für den Dirigenten dieses Vereins, der mit allgemein anerkannter Befähigung und zugleich großer Liebe, Uneigennützigkeit und Ausdauer der Ei'.^schuluug der vorhandenen Kräfte sich widmet; das ist verletzend für die älteren Männer, wie die jungen Damen und Herrn, die ganz freiwillig aus Liebe zur Sache mit Eifer und Hingebung den Bestrebungen des Vereins Zeit und Kraft opfern, das ist verletzend für den Vereinsvorstand, der feit 5 Jahren mit red­lichstem Bemühen dahin gestrebt hat, die Aufgaben des Vereins immer vollkommener zu erreichen. Es ist endlich aber auch des Hrn. Anonymus Kritik, soweit Einsender cs zu beurtheilen vermag, im Hinblick auf die seitherigen Leistungen des Kirchenchors in keiner Weife zutreffend- Wohl wurde an besagtem Weihnachtsmorgen nach ooraus- ^egangener recht ansprechender Aufführung anderer Tonstücke durch mißlungenen Ein­satz in den letzteren ein kleiner Fehler gemacht, den wohl Niemand mehr bedauert hat, als der einzelne Mitwirkende, der ihn verschuldet. Wo wäre irgend ein ähnlicher Verein, bei dem ein solches Mislingen nicht einmal vorkäme? Aber wie kann ein so vereinzeltes, auf Mißverständniß beruhendes Vorkommniß den Einsender berechtigen, verallgemeinernd die Ursache davon in mangelhafter Vorbereitung und versäumter, tüchtiger Einschulung z.i suchen und zugleich der Unterstellung Raum zu geben, als ob der Vorstand der Verantwortung, die er bei solchen Aufführungen habe, und dessen was für den Gottesdienst überhaupt sich zieme, nicht vollauf sich bewußt sei? Wie leicht und zuverlässig hätte der Anonymus, wenn es ihm darum zu thun gewesen wäre, erfahren können, daß den Gcsangsproductionen im Gottesdienst jedesmal die sorgfältigste Einübung vorausgcht und daß er kein Recht habe auch von früheren ver­fehlten Leistungen zu reden. Soll Referent, der den meisten Aufführungen beiwohnte, von sich reden, so muß er offen bekennen, daß er an allen Stücken, die er sowohl an hohen Festtagen als in den besonderen Gesangsconcerten vortragen hörte, stets aufs tiefste sich erbaut hat, und, so viel ihm bekannt, geht auch das allgemeine Urtheil dahin, daß der noch junge Kirchengesang-Verein feit feinem Bestehen schon recht Anerkennens- werthes geleistet und statt auf Herabsetzung seiner Leistungen vielmehr auf den Dank der evangelischen Gemeinde gerechten Anspruch habe, deren gottesdienstliche Versamm­lungen er nicht wenig verherrlichen und beleben hilft.

Aber wir können auch dem Herrn Anonymus den Vorwurf leichtfertigen, um nicht zu sagen, böswilligen Aburtheilens nicht ersparen, wenn wir in seinemEinge­sandt" lesen, wie er von den Aufführungen des Weihnachtstags einen höchst wohl- thucnden und erhebenden Eindruck empfangen zu haben behauptet, bei denen doch das­selbeHofanna", dessen Vortrag am vorhergehenden Morgen er so sehr verurtheilt, glatt und in präcisester Aufführung neben anderen schwierigen Stücken gesungen wurde, ohne daß vorher noch irgend eine Probe hatte stattfinden können- Warum verschweigt er das, wenn er wirklich dieser Aufführung beiwohnte? Hätte er sich nicht gerade bei dieser Gelgcnheit am besten überzeugen können, daß den Gesangsproductionen des Kirchenchors wirklich gewissenhafte Vorbereitung vorhergeht und daß eine Verurtheilung und eine Bitte, wie die von ihm ausgesprochene völlig überflüssig war?

Wir glauben darum nicht, daß ein kleiner, bedauerlicher Fehler, der wohl noch nicht einmal allgemein bemerkt wurde, den evangelischen Kirchengesangverein in den Augen wirklich Urtheilssähiger des Rechts verlustig macht, auch fernerhin den höheren Zielen, welche der kirchlichen Musik gesteckt sind und zu deren Erreichung sowohl die zur Verfügung stehenden Kräfte, wie auch das Verftändmß, das in einer Stadt wie Gießen zu erwarten ist, befähigen, mit frohem Muthe und unermüdlichem Eifer nach­zustreben.

Auch ein Freund schönen kirchlichen Gesangs.

36 jt

3.32 ,

2.70 , 8.07

42-

Re-itamlm-mn i. P. Lpn-ker wurden In dl-sem Jahr- nachstehend- Betrage an bte Kleinkinder Bewahr anstatt dahier baar abgeliefert *

1. Erlös aus gesammelten Cigarren-Abschnitten nach Abzug der Kosten

2. Bon dem Herrn Oberkellner im Einhorn baar gesammelt

3. Aus gesammelten Flaschenkapseln, namentlich von dem zweiten Kellner

tm Einhorn............

Kirchliche Antigen der eriangrl. Gemeinde.

Gottesdienst.

Dienstag, den 1- Januar «Neujahr).

Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dr. St an mann.

cn .r r<. Nachmittags 5 Uhr: Parrer Dingeldey.

Nach berden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde

r, .Donnerstag, den 3. Januar, Abends 6 Uhr, in der Kirche: Erbauungs-

stunde, Pfarrer Drngeldey. H

- ®?-nnj.n6/ $a.nru ar' das Landesmissionsfest gefeiert werden; die Kirchenkollekte an diesem Tage ist für die äußere. Mission bestimmt.

^olacnbe H-rr-n haben dl'se milde G->ben pespendet. 3 ,0 92'U9*

1. Dtnclor Wg-lius, 2. Mühl-rb-sttz-r Burk, 3. Kaufmann Treff, 4. Apntbeker 6:61 6- Berpmeister Schul,, 7. K-stepsabrlkant Barna/

Nicker, 9. Rentner L. Bücking, 10. Prof. Dr Heß 11. Major Beck' 12. Rentner Bender fen-, 13. Prof. Dr. Oncken, 14. Rentner Emmerich 15 Rentner I. Bapst, 16. Rechtsanwalt Batst, 17. Weinhändler Schwan 18. Ctaarrenfabrckant Schaumann, 19. Buchhändler Ferber 20. Forstmeister Habeikorn, 21. Oberst v. Röder, 22. Gymnasiallehrer f. P. Dr Diehl, 23. Kaufmann Fr. Koch, 24. Rentamtmann Lyncker, 2n. Bank-er Kaufmann, 26_ Präsident Dr. Knorr, 27. Gutsbesiyer van der Hoop ^8. Dr. Metten st rmer, 29. Oberstabsarzt Dr. Zimmermann, 30. Rechtsanwalt Diery

Kaufmann Kraatz, 33. Rittmeister von Rabenau, 34. Rentner Fritz Bücking, 35 Rechtsanwalt Dr. Dornseiff, 36. Rentner Ferd. Gail.

Bemerkt wird hierbei noch, daß sich das im Jahre 1881 für die Kleinkinder- n ? r 'N Spar- und Lethkaffe ongelgte Kaprol von 50 Mark w lches sich im vorigen Jahie durch milde Beiträge, Straf-Spielgelder und Wen auf die Summe von 169,03 erhöht hatte, in diesem J -Hre in gleicher Weise bis zu dem Betrage von 2o3 JL gestiegen ist und auch fernerhin in der Spar- und Leihkasse zins­tragend verbleibt. 1,0

Als Berichtigung bemerken wir zu dem in voriger Nummer veröffentlichten Namenverzeichniß, daß die geehrten Mitglieder der hiesigen Freimaurerlo ae ^b.^^nke unserer Anstalt überwiesen, nicht e'ger.isich unter Dispensation von den Neujahrs besuchen, fonbe.m untr gegenseitige D-spensatwn an Stelle der - schrift­lichen N euiahr 8 gratulattonen; auch sei hierbei berichtigt, daß es in ae- nanntem Verz.ichniß stattFerdinand Busch" heißen mußFabrikant Busch " , 2lußer den obenbenannten haben zur Enthebung von den NeujahrSaratu- lationsbesuchen noch folgende Herren unserer Anstalt Geldgeschenke zugewendet: Keh imer Kirckenrath Prostssor Dr. Köllner, Prosessor Dr. Baltzer Rechtsanwalt v/. Dittmar Kaufmann A. Will, Bürgermeffter Gramm, Fabrikant ^Schmal! Gymnasiallehrer H. Scherer, Lehrer L- Zörb, Leh^ec PH. Jung, Emil Pistor 1. Kauf­mann E- Pckor II-, Pfarrer Dr. Naumann. * ' ' 1

Gtcß en, den 31. December 1883.

Der Vorstand der Kleink nder-Bewahranstalt.

Dr. Naumann, Pfarrer.

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Den verehelichen Freunden und Bekannten in Gießen

die herzlichsten Glückwünsche zum Neujahr 1881.

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Wetzlar.Zum Römischen Kaiser".

der Herren Jordan & Timaeus, Dresden, 43

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Dienstag den 1. Januar:

Stadttheater in Giessen.

Dienstag den 1. Januar:

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Gute Macht, Bäuschen

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Maria Theresia and ihr Hof.

Historisches Lustspiel in 5 Akten von Arth. Müller.

Anfang 7 Uhr. Ende 10 Uhr.

Mittwoch den 2. Januar:

10. Vorstellung im IV. Abonnement.

Die Heujahrsnacht.

Schauspiel in 1 Akt von R. Benedix.

Hieraus:

Der Mädchen Waffen.

Lustspiel in 1 Akt von Benedix.

Zum Schluß:

Singvögeld)m.

Liederspiel in 1 Act von Jacobson. Musik von Hauptner.

Anfang 7-/2 Uhr. Ende 10 Uhr.

Fr. Brautleeht.

auf Lony's Bierkeller.

Anfang 7 Uhr. Entree 23 Pfg.

Der Vorstand«

Freunde können durch Mitglieder eingeführt werden. 52