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wurde im übriaen von den Achsenftreitktäften ein Operationsgelande bezogen, das in bezug auf raschen und reichlichen Nachschub aber auch nach allen an­deren militärischen Gesichtspunkten ganz erhebliche Vorteile bietet- ^ad) dem ersten «roßen strategischen Erfolg der überraschend schnellen deutsch-italienischen Besetzung seiner wichtigsten Stellungen in Tunesien sind diese planmäßig erweitert und immer mehr ver- stärkt worden. So wird, wie man auch in Rom be­tont, das strategische Dreieck Sizilien Tunesien Sardini en nicht nur das Mittel- meer noch mehr als bisher für den englisch-amerika­nischen Verkehr sperren, sondern auch den Aus- aangspunkt für einen ganz neuen Operationszytlus bilden können.

Kunst und Wissenschaft.

Der Kopemikus-Preis.

3* der Breslauer Universität wurde der Niko- laus-Kopernikus-Preis 1942 an Büchereidirektor Mtor Kauder (Kattowitz) verliehen. Professor Aubin, der Vorsitzende des Kuratoriums des Köper- nikus-Pretses, erklärte dazu, der Litzmannstädter Viktor Kauder habe auf vielfachen Gebieten frucht- bare Volkstumsarbeit geleistet, sei es als Heraus­geber der Deutschen Blätter oder im Aufbau des Büchereioerbandeo, der zu einem Netz von 420 Büchereien ausgestaltet wurde. Organisation, Aus- wähl und Lieferung des Lesestoffs lagen in seiner Hand. In den Jahren 1927 bis 1934 war sein Wir- ken im Deutschen Kulturbund sehr vielseitig Dik- tor Kauder betonte, daß Männer, die in mühsamer Arbeit Quellenmaterial zusammentrugen, um eine «oielhundertfache deutsche Leistung im einstigen Pa- .en Herausstellen, besonders hervorzuheben feien. Br erinnerte an die deutschen Sagen- und Volks- tumssammlungen, die immer darauf gerichtet waren, Wesensforschung der Deutschen in Polen zu ireiben. Es wurde ferner die Herkunft der deut- ichen Siedler im galizischen Raum sowie das Deutschtum im Litzmannstädter Gebiet erforscht.

Verliebtes Dreieck."

Der Wiener Franz Fiisfel von dem vor kurzem esst in Prag das LustspielDer Hofrat Geiger" mit beachtlichem Erfolg uraufgeführt wurde, batte mit seinem Overetten-LustspielVerliebtes Dreieck" in Teplitz-Schönau einen durchschlagenden Erfolg. Füsse! sucht von dem üblichen Operetten- lüschee wegzukommen. Seine anmutige Schöp- |Vn9 hat eine lustspielartige, spannende Handlung die das Wiener Biedermeier als Rahmen wählt für Iie verschiedenen Ver- und Entlobungen des Ober- eutnants Dreieck Freiherrn von Waldweilen. Dazu iat Hans Lang eine reizende Musik geschrieben, bie sich durch anziehende Wiener Weisen empfiehlt.

Richard Pflegshörl.

e Hochschulnachrlchlen.

3m Alter von 49 Jahren starb in Greifswald der Ordinarius für Kinderheilkunde und Dekan der rredizinilchen Fakultät Professor Dr. Hans Bi- ch o f f. Er war 1894 in Schweina (Meiningen) waren, studierte in Berlin und Heidelberg und romovierte 1920 in Berlin. 1925 habilitierte er >ch m Rostock. Seine Berufung als Ordinarius ach Greifswald erfolate 1036. Der a. o. Pro- c-fsor für mittlere und neuere Geschichte an der linioersität Halle, Dr. Martin Lintzel, wurde um o. Professor ernannt. Lintzel wurde 1901 in Magdeburg geboren. Er promovierte in Halle und abilitierte sich ebenda 1927. 1935 wurde er als lo. Professor nach Kiel berufen, 1936 nach Halle irückoersetzt. 2m Alter von 44 Jahren starb 1 der Ostfront der ftrieaspfamr Professor D. r. Hermann Wolfgang Beyer den Heldentod, 6s er verwundeten Kameraden Hilfe bringen ollte. Professor Beyer wurde 1898 in Annarode Ransfelder Gebirgskreis) geboren. Er studierte machst Geschichte und Kunstwissenschaft, bann heoloaie, vornehmlich Kirchengeschichte und christ- he Archäologie, promovierte 1923 in Jena zum r. phil. und zwei Jahre später in Berlin zum ic. theol. 1925 habilitierte er sich in Göttingen und cm dann über Greifswald 193« nach Leipzig. Seit MO stand er als Kriegspiarrcr im Feld. Der o. Professor für physikalische Ehemle an der Uni- rrfität Tübingen, Dr. Gustav Kortüm, wurde im o. Professor ernannt. Kortüm wurde 1904 in roß-Methling (Mecklenburg) geboren. Er stu- erte in Karlsruhe und promovierte dort 1928. an 1928 bis 1931 war er als Stipendiat der mischen Forschungsgemeinschaft in Berlin und mrzburg, von 1931 bis 1936 als Assistent an der aioerfität Zürich. Seit 1936 leitete er die physi- Mch-chemische Abteilung am Ehemischen Institut brr Universität Tübingen, 1942 wurde er a. o. Pro- ft'sor und Direktor des Physikalisch-Ehemischen In- stiuts.

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Aus fter GtoM Gießen.

Bom rechten Leien.

Nach der schweren Tagesarbeit will man sich etwas erholen. Man braucht eine kleine Entspan­nung. Die Gedanken sollen abgelenkt werden. Geist und Körper wollen Ruhe haben. Aber viele Men­schen können auch in einer Ruhepause nicht untätig sein. Der eine bastelt irgend etwas, der andere be­trachtet und ordnet feine Sammlungen, wieder an­dere greifen zu einem Buch.

Aber auch bei den Büchern muß man weise Ein­schränkung üben. Wer freilich einen gefüllten Bü­cherschrank sein eigen nennt, der wird kaum in Ver­legenheit kommen. Daß aber viele Volksgenossen Zur Erholung" nur leichte oder auch nurspan- ncnde" Kriminalromane lesen mögen, ist ein Fehler, Zugleich ein großer Irrtum, denn solche Lektüre regt mitunter sehr auf. Man vergißt Zeit und Raum und verliert einen Teil seiner Nachtruhe. Don Er­holung kann also gar keine Rede fein. Außerdem werden solche Leser mit der Zeit unfähig, wirklich gute Bücher zu verstehen und sich an ihnen zu er­freuen.

3um rechten Lesen gehört eine gewisse geistige Anstrengung. Man muß sich einlesen. Manche schriftsteller mod)en es uns etwas schwer, aber desto großer ist nachher der Genuß, wenn wir das Buch ganz gelesen und uns innerlich bereichert haben. Es braucht gar kein wissensä-aftliches Werk zu sein, in dem man jeden Satz mehrere Male stu­dieren muß, bis man alle Zusammenhänge ver­standen hat. Das ünd keine Bücher, die man sich für eine Mußestunde auswählt. Es gibt aber doch auck) Reisejchilderungen, lebendige Darstellungen un­serer deutschen Geschiäste, gute Lebenobeschreibun- gen großer Männer und Frauen, schlichte Heimat- bueher und schöne Beschreibungen der Natur Alle diese Bücher können uns viel geben. Ihre Lektüre strengt nicht an, sie bereidjert nur. Aber auch gute Romane bringen viel Freude. Wenn wir sie auf- merksam lesen und mit den Personen darin enge Fühlung nehmen,'wenn wir ihre Schicksale erle­ben und nachfühlen, dann ist es so, als ob wir den Abend in der Gesellschaft angenehmer Mensck)en verbracht hätten. Wir haben uns unterhalten und zugleid) erholt.

Wenn man nach diesen Gesichtspunkten seine Lektüre für die Erholungsstunde auswählt bann kann man eigentlich nie dazu kommen, sdstechte und aufregende Schundbücher zu lesen. Gute Bücher und wenn man sie in einer Leihbücherei holen mu6 ~ helfen oft, eine Mußestunde froh und reich zu gestalten. h.

Stifter aus 6er neuen Wochenschau.

Die neue Wochenschau sicht ganz fm Zeichen des heldenhaften Ringens Der deutschen Soldaten im Osten. Born vordersten Graben im Roum von Leningrad blicken wir hinüber zum Feind. Artillerie nimmt einen sowjetischen Beobachter, der sich in einer Ruine festgesetzt hat, unter Feuer. An einem anderen Teil dieser Front wird eine zurück- gewonnene Grabenstellung wieder In Verteidigung«, justand gesetzt. Der Boden ist sieinhart gefroren. Stück um Stück muß herausae-schlagen werden. Don hier aus Ist das Vorfeld gut unter Feuer zu neh­men. Hier wird der Ansturm der Bolsd-cwisten im Feuer der MG s, der Artillerie und Flakartillerie §usammenbrechen. Die große Zahl der gefallenen Bolschewisten und Dutzende vernichteter Sowjet- panzer zeugen von der Härte des Ringens.

Ein vorgeschobener Stützpunkt im Raum von Wellkije Lu ki aelgt, unter welch schweren Bedingungen die deutschen Kräfte hier der unge­heuren Uebermacht des von allen Seiten anstürmen­den Feindes Widerstand leisteten. Die wenigen Panter und Sturmgeschütze stehen ständig einsatz- bereit. Wieder greifen die Bolschewiken an. Und dann sehen wir die Helden von Wellkije Luki nod) intern geglückten Durchbruch zu unseren eigenen

Don diesem Kampfgeist künden auch die anderen BNder aus der großen Abwehrschlacht; so der An- griff der Bolschewisten südostwärts des Ilmen­sees. Artillerie schießt Sperrfeuer. Sturmgeschütze gehen mit Panzergrenadieren zum Gegenstoß vor. Ein Sowjetpanzer ist durchgebrochen. Er wird in Brand geschossen. Wieder rollt einer dieser Ko- losse heran. Ein deutscher Grenadier spripgt heran. Schon ist die geballte Ladung gelegt. Eine gewaltige Detonation erschüttert den Panzer; auch er ist er­ledigt. Immer wieder stoßen unsere Truppen zu Gegenangriffen vor und behaupten sich gegen Durchbruchs- und Umfassungsversuche. Diese Einsatz­bereitschaft und dieses Heldentum unserer Soldaten spricht aus allen Bildern der neuen Wochenschau.

Ein eindrucksvoller Bericht vom Kriegsschauplatz in Tunesien schließt sich an. Panzer und Panzer­

grenadiere entreißen tm Süden von Tunis dem Feind strategisch wichtige Punkte.

Zum 3 0.Januar bringt die Wochenschau eine zusammenfassende Bildfolge von der gewaltigen Aufwärtsentwicklung Deutschlands in den ersten Zehn Jahren nationalsozialistischer Staatsführung.

Aufnahmen aus Eisenach mit der Wart­burg leiten als Gruß der Heimat an die Front die Wochenschau ein. Ein interessanter Bericht vom Einsatz unserer Nachtjäger gibt einen Begriff von der Härte des Kampfes, Den diese Soldaten zu bestehen hadern U.

(Sin lebensgeföhrlicher Notsitz.

Sehr schnell fährt der Trecker ja ohnehin nicht. Und beim 21 nfahren sd-on gar nicht. Da kann man also schnell aufspringen und auf Dem Kotflügel oder auf dem An langer ein Stück Nachhauseweg sparen so dachte fdyon mancher Arbeitskamerad und mußte es nachher bitter bereuen. Wenn er das Leben behielt...

Denn im bod/ften Grade lebensgefährlich ist diese scheinbar unbedeutende Geschicklichkeitsprobe. Da» beweisen die Akten der Berufsgenossenschaften, in denen zahlreiche schwere und töblidjc Unfälle Der- zeichnet sind, die durch Aufspringen oder TUtfah­ren auf dem Trecker verursacht wurden. Zum Mit- fahren sind die Kotflügel Der Trecker nun einmal nicht gebaut, wenn man auch einenNotfitz" dar­auf einnehmen kann. Sobald der Trecker etwas kurz ausbiegt und er kann sehr kurz abble- nen, kann man sehr leicht herunterrutschen von seinemNotsitz", und dann liegt man mit tödlicher Sicherheit unter den Rädern des Anhängers. Das geht nur selten gut. Ebenso riskant ist der Versuch, mährend langsamer Fahrt aufzuspringen, gleichgül­tig, ob auf den Trecker selbst, oder auf den An- bänger. Denn der Fahrer merkt oft gar nicht oder Zu spät, daß der Aufspringende abrutscht, und kann trotz der langsamen Fahrt fast niemals den Lastzug noch rechtzeitig genug bremsen, um das Schlimmste zu verhindern.

Dabei ist es für Den Fahrer nod) ein Glück, wenn er von dem ganzen Vorgang nichts bemerkt, denn sonst ist er mitschuldig am Unglück De» Kameraden. Er darf es nämlich nickst dulden, daß jemanb in ber Fahrt ausspringt. Ebenso wenig darf er erlau­ben, daß etwa ein Mitfahrer während der Fahrt vom Aulstinger auf der Zugstange nach vom ba­lanciert Wenn also ein Unfall auf solche oder ähn­liche Weise ein trat, dann muß Der Fahrer den Nachweis führen Daß er auf keine Weise den Ver­unglückten von seinem Vorhaben abhalten konnte. Sonst muß er damit rechnen, wegen Duldung der gefahrbringenden Handlmig zur Rechensci^aft ge- zogen zu werden.

Also: unter keinen Umständen auf den Kotflü­geln des Treckers mitfahren! Nickst während der Fahrt aufspringen! Treckerfahrer! Duldet es nickst!

vcrdunkclungszeil:

29. Januar von 18.01 bis 7.39 Uhr.

Zum 30. Januar.

Anläßlich des 10. Jahrestages Der Machtergreifung der NSDAP, findet am kommenden Sonntag, 3 1. Januar, 11 Uhr, im Gloria-Palast, Selteroweg, eine politische Kundgebung der Partei statt. Die Gießener Bevölkerung ist zu dieser Kund­gebung herzlich elngeladen.

Am morgigen Samstag, 3 0. Januar, um 9 Uhr, wird der Hohcitsträger der Partei. Kreis- leiter Backhaus, am Heidendenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Plah einen Kranz niedcrlegen.

LauSjinssteucr.Abgettung uns Miet- und Pachtverträge.

Der Reichstornmissar für die Preisbildung und der Reichssinanzmiiüster hoben mit Zustimmung des Beauftragten für den Bierjahresvlon in einer Anordnung über die Auswirkung der Abgeltung der Gebäudeentschuldungssteuer auf Miet- und Pacht­verträge folgendes bestimmt: Ist ein Grundstück, für dos ein Abgeltungsbetrag zu leisten ist, Der mietet oder verpachtet, und ist der Mieter oder Pächter gegenüber Dem Vermieter oder Verpächter verpflichtet, die ' Gebäudeentschuldungssteuer ganz oder teilweise zu tragen, so schuldet er dem Ver­mieter oder Verväckster ab 1. Januar 1943 den sich nach den Verhältnissen am 31. Dezember 1942 er­gebenden Betrag der auf ihn entfallenden Steuer* als Teil des Miet- oder Pachtzinses. Die Anord« nung ist mit Wirkung vom 1. Januar 1943 in Kraft gesetzt.

Erstattung von Wagenstandgeld.

Wie die Reichsgrup;x' Industrie mitteilt, bleibt auch weiterhin die Regelung bestehen, nach der bie Reichsbahndirektionen Wagenstandgeld aus Billig­keitsgründen bis au 50 v. H. erstatten können. Für diese Erstattung ist aber der Nachweis erforderlich, daß die Ent- oder Beladmig durch Ereignisse ver­zögert wurde, die die Empfänger oder Verlader nickst abzuändern vermachten und daß sie alles auf- geboten haben, um DU Wagenrückgabe zu bescksteu- nigen.

In ganz befonberen AuonahmesäUen, in denen ein weiteres Entgegenkommed durch die Reichs­bahndirektionen gerechtfertigt erscheint, darf Wa­genstandgeld auch über bie Grenze von 50 v. H. hin­aus dis zu 100 v. H. erstattet werden, so zum Bei­spiel bei Fliegeralarm. Eine Erstattung bis zu 100 v. H. setzt allerdings den klaren Nacknveis sei­tens des Empfängers voraus, daß er Rückstände aus Störungen durch Fliegeralarm trotz Hinzu­ziehung aller nur irgend geeigneten Kräfte und Fahrzeuge des eigenen Betriebes ober anderer Er­

Das bauwirtschastliche Genehmigungsverfahren.

Bürokratische Hemmungen beseitigt.

Der Generalbevollmächtigte für bie Regelung der Dauwirtichaft, Reichsminister Speer, hat mit seiner 31. Anordnung vom 15. Januar 1943 das bauwirt- fchaftliche Genehmlgungsverfal)ren für die Freigabe von Bauvorbaben nach den Grundsätzen der Krlegs- wirtsckmft mit den schon seit jeder bestehenden bau- »olizeilichen Genehmigungsverfahren zusammenge- aßt, um eine einheitlid)e Behandlung des bauwirt- chafUichen Lenkungsverfahren» insgesamt zu er­reichen. Die bisher für die Regelung der Bauwirt- schäft gültige 9. Anordnung vom 16. Februar 1940 ist aufgehoben.

Durch die 31. Anordnung lind jetzt drei Gesichts­punkte als tragende Grunogcdanken des neuen Genedmigungsverfahrens herausgestellt worden:

1. Baupolizeiliche und bauwirtschaftliche Geneh­migung sind in ein und demselben Verfahren zu behandln; 2. der Bauherr hat grundsätzlich nur noch mit einer einzigen Behörde bzw. Dienststelle zu tun. Die Regelung der übrigen Zuständigkeiten und die Herbeiführung aller sonstigen Genehmigun- aen ist in innerbehördliche Auseinandersetzung ver- Jaoert; 3. zur Vermeidung unnötiger und vergeb­licher Dor- und Entwurfsarbeiten ist die Behand­lung der Bauanträge in ein Vor- und ein Haupt- verfahren aufgegliedert.

Künftig tritt der Bauherr nur noch mit der ört- l'chen Baupolizei in Verbindung, die für den Stand seines Bauvorhabens zuständig ist. Sie ist somit zum Mittler zwischen Bauherren und allen übrigen beteiligten Dienststellen geworden. Don ihr allein erfährt der Bauherr später absdstießend die Gesamt- entscheidung über seinen Antrag im Namen aller

übrigen beteiligen Dienststellen. Wenn der Bau- schein ausgestellt wird, so erfolgt gleichzeitig die bauwirtschaftiicbe Genehmigung. Banschelne für Bauvorl-aben, bie bauwirtschafttich nicht vertretbar sind ober nicht durchgeführt werden können, sind also künftig ausgeschlossen. Eine Erleichterung für Den Bauherrn ist eo, daß er seinen Bauantrag künftig nur in ganz allgemeinen Umrissen einzu- reichen braucht. Erst wenn die Vorprüfung ergibt, daß Der Antrag Aussicht auf Genehmigung hat, braucht der Bauherr den endgültigen Bauentwurf auszustellen. Die Baupolizeibehörde legt diesen Ent­wurf nack ihrer Prüfung dem jeweils am Sitze Der RÜftungsinspektion eingesetzten Vaubevollmächtigten Des Reichaministeriumo Speer vor, Der nun über Die bauwirtschaftliche Genehmigung entscheidet. Diese Regelung gilt für alle Bauvorhaben mit über 5000 Reichsmark Baukostensumme. Bei Bauvochaben, Die Darunter liegen, sowie bei lebensnotwenDigen In- standsetzungsarbeiten tritt künftig an Stelle Der Ar- beitsämter Die örtlich zuständige Baupolizeibehörde.

Ebenfalls zur Erleichterung des Bürowegev ist das Derfügungsrecht Der Baubevollmächtigten über Baustoffe erweitert worden; die Ueberwachung Der Bauvorhaben und dar Innehaltung Der Bauverbote ist jetzt an Stelle Der Arbeitsämter Den Baupolizei- behörden übergeben worden, Da Die Arbeitsämter nicht über das geschulte technische Personal ver­fügen.

Durch Die 31. Anockmuna des GB.-Ban wirD Der bisherige Vorwurf übermäßiger bürokratischer Hem­mungen gegenüber Der Behandlung von Baumaß. nahmen, Genehmigungen und Baufreigaben behoben.

AUF MÖNCKEBERG

tta ließ ihre Blicke blitzschnell zwischen Sigrid Axel hin und her wandern, als sie die ver- ich« Anrede der beiden bürte« ihrs Glutaugen

ROMAN VON OLAF BOUTERWECK

21 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Jas meinen Sie, Fräulein Sigrid?"

Kxel gebrauchte zum erstenmal absichtlich diese l'llrauliche Anrede, Denn er wollte Damit Juttas ^nkundiaer Schwärmerei, Die ihm in Gegenwart GtfriDs sehr peinlich mar, einen gelinden Dämpfer ^hetzen; anderseits war er feinfühlig genug, um zu vermeiden, was Sigrid irgendwie als Zu- ^cisetzung empfinden konnte.

Sigrid war auch schon wieder ausgesühnt. Sie ' piibte, Den Freund nie so gut verstanden zu wie gerade in diesem Augenblick. Sie warf yir> daher einen dankbaren Blick zu und lächelte hflinblid), als sie antwortete:

r3a, lieber Axel, Da kann ich Ihnen auch nicht ijfcn. Vielleicht kann man Sie jetzt hier in Berlin d auf einige Zeit entbehren!? Telephonieren Sie «ch mal mit Dem na, mit Ihrem Freunde Rauch-

Liarid wandte Den Kovf fort unD machte sich an w Teemaschine zu schaffen. Ein etwas trauriges Wl überkam sie, und die Kehle war ihr plötzlich zugeschnürt. In fieberhafter Erregung wartete M auf Axels Antwort. .Wenn er die Einladung ynimmf, dachte sie, .Dann habe ich abermals einen JteunD verloren, unD ich bin in Dem großen und «h so einsamen Berlin wieder völlig auf mich Warn angewiesen!'

!,3ch Danke Ihnen sehr für Ihre liebenswürdige Gbüaoung", sagte Axel zögernd, indem er Jutta W» ihrem Vater freundlich zunickte;aber ich weiß '»och nicht recht, ob sich das zur Zeit machen lassen ®h"b ..." Er sah unschlüssig zu Sigrid hinüber:

Telephon-Steckdose an.Bitte, hier fön nen Sie ganz ungestört sprechen, lieber Axel!"

Sie drückte die Tür Dann hinter sich fest ins Schloß und setzte sich wieder zu ihren Gästen an den Tisch, wo sie sofort eifrig irgend etwas zu er­zählen begann. Sie sprach absickstlich etwas lauter als sonst, weil man sonst Durch Die Dünnen Reu- bamvände jedes Wort, das Axel im Nebenzimmer sprach, verstanden hätte. Und ba Güstrow ohnehin polternd genug lackste und antwortete, war wirklich nichts zu hören.

Es dauerte wohl fünf Minuten, bis Axel endlich zuruckkam. Er mußte seinem Freunde viel erzählt haben.

Ja, morgen nachmittag!" rief er froh.Das beißt: Sie können ja natürlich heute schon fahren, Herr Güstrow. Meinetwegen brauchen Sie nicht zu­warten. Ich komme morgen In meinem Wagen nach."

Ausgeschlossen!" protestierte Güstrow.Wir haben ohnehin ja noch einige Einkäufe hier in der Stadt zu machen, nicht wahr, Jutta? Die erledigen wir morgen vormittag, und morgen nachmittag sah- ren wir bann alle zusammen 'raus. Sind Sie ein­verstanden?"

Einverstanden!" riefen Sigrid und Axel zu- gleich/ und ihnen selbst ganz unbewußt kreuzten und sanden sich für eines Herzschlags Länge ihre Blicke.

Ein Glück, daß es die kleine, heißblütige Jutta nicht sah. ,

12. Kapitel.

Schloß Mönckederg lag in einer landschaftlich schönen Umgebung in der Nähe des Schmielow- Sees etwa eine halbe Autostunde südwestlich von Potsdam. Das Schloß war in jenem schlichten Re­naissancestil erbaut, Der den einstigen Herrensitzen des märkischen Adels seine charakteristische Note verleiht. Grau, trotzig und ein wenig verwittert [tnnb es am Ende einer langen, schnurgeraden Ulmenallee, gerade als ob schon der erste Eindruck auf die altpreußische Strenge und Geradlinigkeit seiner^ Erbauer Hinweisen wolle.

Spätere Besitzer hatten Dann diesen strengen Ein-

druck durch einige Zugeständnisse an die gelösteren Bausormen einer folgenden Zeit zu mildern gesucht, wovon namentlid) Die nachträglich angebaute große Terrasse und Die wuchtige Freitreppe vor Der «chloßfrout Zeugnis ablegten.

Es Dämmerte bereits, als Güstrow mit seiner schwe­ren Reiselimousine durch Die lllmenaUcc suhr und Den Wagen auf dem freien Platz vor Dem Schloß -um Stehen brachte. Er hatte schon Die HanD er­hoben, um sein« Ankunst Durch einen Hupenton anzukündigen, aber in Diesem Augenblick wurden im Hause gerade Die beiden Flügeltüren geöffnet, und der alte Justus kam feierlich und gemessen Die Freitrevpe herab.

Hallo, Justus! Da sind wir wieder!" rief Gü­strow fröhlich.Und liebe Gäste haben wir auch mitgebracht na, und vor allen Dingen einen Hunger"

Justus, ein langer, Dürrer, aber sehr rüstiger Fünfziger mit Den vornehm-starren Mienen eines wahrhaftigen Lords, machte eine tiefe Verbeugung.

-'Sehr wohl, Herr Güstrow, eo Ist alles bereit ... Wenn Sie es wünschen, kann Das Abendessen sofort aufgetragen werden. Es Ist Im Speisesaal gedeckt worden."

Sigrid, die auf Der anderen Seite ausgestiegen war, kam inzwischen um Den Wagen herum und streckte jetzt lachend die Hand aus:

Guten Abend, Justus!"

O wahrhaftig das gnädige Fräulein!" mur­melte Justus, indem er überrascht die Brauen hocbwg. Es war die einzige Gefühlsäußerung, die er zeigte. ,Lch bin außerordentlich erfreut, das gnädige Fräulein nach so langer Zelt In Derart prawtiger Verfassung wiederzusehen!"

Genau dasselbe möchte Ich auch sagen, Justus!" Sie sah sich sroh und mit glücklichen Augen um.Es hat 'Ich hier überhaupt nichts verändert!"

Dl) Dorf), gnädiges Fräulein", murmelte der Diener,es hat sich hier sehr viel verändert, seitdem Ihr seliger Herr Vater uys verlassen hat!"

Er trat ehrerbietig zurück, um nun Güstrow und [einen Gästen Den Weg sreizugeben. (Forts. solg,j

flammten auf, und in einer jähen Aufwallung zer- knüllte sie das zarte Spitzentuch in ihren Händen. Aber im nächsten Augenblick flog schon wie-der ein Lächeln über ihr Gesicht; ganz herzlich streckte sie Sigrid die Hand entgegen:

Liebes Fräulein von Mönckeberg, Sie sind uns natürlich ebenfalls herzlich willkommen!"

Na, aber das ist doch selbstverständlich!" polterte Güstrow.Da bedarf es doch gar nicht erst einer förmlichen Einladung! Ich habe Ihnen ja bereits damals gesagt, daß Sie uns auf Schloß Mäncke- berg jederzeit herzlich willkommen feien. Aber leider haben Sie bisher noch nie davon Gebrauch gemacht! Warum eigentlich nicht? Haben Sie denn niemals Heimweh gehabt?"

Ach und wie!" sagte Sigrid mit schmerzlichem Lud>eln; und träumerisch fügte sie hinzu:3d) habe ja solche Sehnsucht, Mönckeberg einmal wiederzu­sehen, durch den lieben alten Park zu gehen, Dem alten, feierlichen Justus und dem ewig brummigen Alex Die Hände zu Drücken und Dabei"

Ausgezeichnet!" tief Güstrow vergnügt.Das alles können Sie haben, liebes Fräulein von Mönckeberg! Werfen Sie ein paar Sachen in Den Koffer, und fetzen Sie sich zu uns in unfern Wagen, Der unten vor dem Hause steht. Oder können Sie hier nicht fort? Sind Sie gebunden?"

Oh, für ein paar Tage, vielleicht auch auf eine Woche, könnte ich mich schon frei machen!"

Jutta klatschte vergnügt in die Hände:Wunder­voll! Ganz wundervoll! Heute abend fahren wir alle zusammen nach Mönckeberg!"

Das wird kiDer nicht gehen", sagte Axel jetzt ernst.Denn morgen vormittag", er stockte, denn es fiel ihm plöklich schwer, Die allgemeine fröhliche Stimmung durch die Mitteilung zu trüben, daß am nächsten Vormittag fein Onkel bestattet werden sollte. Bei dieser Bestattung konnte er Doch nicht fehlen.

Hm morgen nachmittag würde es vielleicht gehen; das heißt ich müßte zunächst mal mit mit meinem Freunde Raucheisen Darüber sprechen!"

Da erhob sich Sigrid. Sie nahm Den Fernsprecher, trug Hu ins Nebenzimmer und schloß an die Dort