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so deutlich erkennbare Jude? Aber die Teilnahme der Nationen an ihrem ureigensten Schicksal war und blieb ein Trugbild! An die Stelle der sicht­baren war eine unsichtbare, an den Platz einer un­nationalen eine internationale Herrschaft getreten.

Zwar haben die Völker in wachsendem Maße einen Platz im kriegerischen und im Friedensge­schehen eingenommen, weil die größeren Dimen­sionen aller Ereignisse und Entwicklungen die Be­teiligung der Millionenmassen erheischten aber der wirkliche Eintritt der Völker in die Weltge­schichte hat erst in unserer Zeit begonnen, seit in Europa Revolutionen emporwuchsen, die an die Wurzel der Dinge rührten, die aus Massen handelnde Nationen, Träger millionen­facher Willenskraft und Entschlossenheit werden ließen. Erst seitdem beginnt die alte Welt wahr­haft zu stürzen und eine neue aufzuerstehen.

Die alte Welt: sie ist die Welt jener unnatür­lichen Gegensätze, die wir einst als Grafschasts- arenzen und später alsKlassen" bezeichneten, eine Welt nationaler Zwietracht und internationaler Verflechtung, der Reibungen zwischen dem Zu­sammengehörigen und der künstlichen Bindung des sich Fremden. In dieser Welt herrscht der Zweifel, ob die Verschiedenheiten innerhalb eines Volkes nicht etwa stärker seien als die Gemeinsamkeit des Blutes, der Vergangenheit und der Lebensumstände. Der Blasebalg verwirrender Parolen, zersetzender Politik war und ist am Werke, um dem instink­tiven Streben der Menschen zur natürlichen Ord­nung entgegenzuwirken, ja, Kriege wurden und werden entfesselt, wenn sich die Gefahr erhebt, daß ein Volk oder gar ein Kontinent selbstbewußt über alle Trennungen hinweg das Gemeinsame sucht und findet.

Die Wege jener, die diese alte Welt sich untertan gemacht haben, sind verschieden, aber ihre Ziele sind die gleichen: für unsere moderne Zeit ist es der BegriffWallstreet", der die Absicht einer wirtschaftlichen Diktatur über den Erdball, einer Herrschaft über Rohstoffe und Arbeitskraft, über Leistung und Lebensstandard verkörpert, unter der ParoleMoskau" sehen wir das gleiche auf dem Wege politischen Umsturzes und blutiger Drohung an gestrebt. Hinter beiden Prinzipien aber steht wie bei allen großen Entwicklungen nicht ein unbestimmtesSchicksal", sondern ein ganz be­stimmter Wille ein Wille, verkörpert durch

Die deutschen Versenkungsziffem bestätigt llSA.-Ausschuß gibt den Verlust von 12 Millionen ART. zu.-Knox versucht abzuleugnen, weil England gegenüber zur Geheimhaltung verpflichtet.

Berlin, 24. April. (DNB.) Endlich hat man sich in den USA. dazu bequemt, die ungeheuren Schiffsverluste im Jahre 1942 zuzugeben. Der Truman-Ausschuß erklärte, daß im ver­gangenen Jahr nicht weniger als 12 Mil­lionen Tonnen nordamerikanischen und bri­tischen Schiffsraums versenkt wurden, mehr als in den USA. und England im ganzen Jahr neu gebaut wurden. Die Welt hat also jetzt erstmalig auch aus dem anderen Lager zu hören bekommen, wie verheerend der U-Bootkrieg unter den Handels­schiffen der Nordamerikaner und Briten haust. Bis­her wurden die deutschen Angaben stets abgeleug­net oder als ,-übertrieben" hingestellt. Jetzt endlich erklärt eine amtliche amerikanische Stelle, daß die deutschen Zahlen richtig waren.

Wie richtig sie- waren, ergibt sich aus folgender Zusammenstellung der britisch-nordamerikanischen Schiffsverluste 1942: Deutsche See- und Luftstreit­kräfte vernichteten 9 004 000 BRT., italienische See- und Luftstreitkräfte vernichteten 840 000 BRT., ja­panische See- und Luftstreitkräfte vernichteten 2 200 000 BRT. Insgesamt wurden durch die Dreierpaktmächte 1942 12 044 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt, also genau die Zahl, die jetzt auch vom Truman-Ausschuß zuge­geben wird.

In England hat die Bekanntgabe des USA.- Ausschusses erklärlicherweise lebhaften Unwillen her­vorgerufen, um so mehr als Churchill seit Juni 1941 die Schiffsverluste totschweigt und sich sogar weigert, in Geheimsitzungen des Unterhauses dar­über Rechenschaft abzulegen. Jetzt sucht sich Chur­chill dadurch aus der Affäre zu ziehen, daß er ver­lautbaren läßt, bei den Angaben des Truman-Aus- fchusfes handele es sich wahrscheinlich umDead- weight"-Tonnen, nicht um Bruttoregistertonnen. Be­kanntlich entspricht eineDeadweight"- oder Pankee- tonne nur etwa zwei Drittel Bruttoregistertonnen. Das Bemühen der britischen Agitation, die Tru- man-Enthüllung zu verkleinern, ist aber völlig ver­geblich, denn die amerikanischen Ziffern decken

sich vollkommen mit den deutschen, wo­nach über 12 Millionen BRT. feindlichen Schiffs­raums im Jahre 1942 von den Dreierpaktmächten versenkt wurden.

Wer sich entschuldigt, klagt sich an , dieses alte Sprichwort muß man auch anwenden auf den USA.-Marineminister Knox, der am Freitag in wütender Philippika den Truman-Ausschuß falscher Angaben beschuldigte. Die Erklärung dieses Komi­tees, daß sich die Schiffsverluste der Achsengegner 1942 auf 12 Millionen BRT. beliefen, seigänzlich ungenau". Seine Feststellung, daß die Verluste die Neubauten überschritten, seiein großer Irrtum". Knox wußte zur Bekräftigung seinerRichtigstel­lung" nichts anderes zu sagen als:Ich gebe Ihnen keine genauen Ziffern, möchte jedoch einen ganz augenscheinlichen Fehler berichtigen. Das Komitee muß seine Zahlen über die Verluste aus einer schlecht informierten und nicht zuständigen Quelle erhalten haben." Wir erleben also das Schauspiel, daß sich zwei amtliche USA.-Stellen in den Haaren liegen. Sehr begreiflich ist es, daß Knox nun mit allen Mitteln versucht, die Angaben des Truman- Ausschusses in Zweifel zu ziehen. Mit stichhaltigen Gründen kann er aber nicht aufwarten, denn so muß er selbst mitteilen die USA. haben sich England gegenüber in einem Abkommen ver­pflichtet, die wahren Zahlen niemals zu veröffent­lichen. Aber United Preß berichtet, daß der Tru­man-Ausschuß auch weiterhin für seinen Be- richt eintritt, trotz der Behauptung des Marine­ministers Knox,- daß diese Ziffernganz und gar ungenau" seien. Senator James Mead erklärte, der Bericht des Truman-Ausschuffes seider ge- naueste, der über dieses Thema bis zum heu­tigen Tage vorliegt". Mead und Senator Ralph Bremst er schoben die Verantwortlichkeit für die Genauigkeit der Zahlen dem Marinedeparte­ment zu, dem der Bericht mehrere Tage vor sei­ner Veröffentlichung vorgelegen habe, ohne daß dieses gegen die angegebenen Zahlen protestiert habe oderVerbesserungsvorschläge" gemacht habe.

Menschen von Fleisch und Blut, und in unserer modernen Zeit durch eine Rasse, die ihrem Herr- fchastsinstinkt folgend sowohl das kapitalistische wie auch das bolschewistische System ausgedacht und entwickelt hat: das antmationale, weil interna­tionale Judentum. Es ist an Zahl zu schwach, an eigener Leistung zu unfähig, um den offenen Kampf zu wagen. Es hat einst das feu­dale Zeitalter gestürzt, indem es die Parole der Demokratie, einer vorgetäuschtenVolksherrschaft", und den Bolschewismus, das Mordregime unter dem Vorwand eines ,Klassenkampfes", ersann und es hofft nun zu ernten, was es mit diesen Trugoorstellungen unter der Völkern gesät hat. Es fitzt auf dem Felsen und lockt willenlose Massen mit Sirenenklängen in die Strudel der geistigen Ver­wirrung, in die Ab gründe des nationalen Ver­derbens. Es weiß, daß seine Hoffnungen gescheitert sind, wenn der Massenwahn endet und an seine Stelle Erkenntnis und Wille der Völker tritt.

Was aber das Ende dieser Welt des Wahnes, des Truges und des Verderbens ist, daß ist der Anfan gderunsrigen, der Welt, die wahr­haft neu ist, weil sie den Eintritt der schöpferischen Völker als handelnde Faktoren in die menschliche Entwicklung mit sich bringt und damit ein neues Kapitel im Buche der Geschichte aufschlägt; durch das Wissen um das gemeinsame Schicksal und durch den Willen, es zu meistern, erheben sich aus den gedankenlosenMassen" von bisher die natür­lichen Gemeinschaften der selbstbe­wußten Völker von heute und morgen, die ihre Werte in sich tragen und sie nur in sich ent­falten können. Vielgestaltige Methoden der inneren Ordnung mögen sie untereinander scheiden das gemeinsame Kennzeichen aller aber ist die Ge­schlossenheit, mit der sie ihren Beitrag in der Ge­meinschaft der Nationen leisten. Und wie die ein­zelnen im Inneren das Gemeinsame finden und entwickeln, so wird dies auch untereinander, im Bereich des größeren, des kontinentalen Lebens­raumes der Fall fein: auch hier wird das Ende fremder politischer Einmischung, jüdisch-geistiger Zersetzung, international-kapitalistischer Erpressung den Anfang der wahren Freiheit, den Beginn schöp­ferischer Entwicklung bezeichnen.

Erst auf solcher Grundlage tritt sowohl der Be­griff derNation" wie der weitere desKonti­nents" aus der Sphäre der Dialektik und der Phrase in den Bereich der Wirklichkeit und Wirksamkeit: nur als abgeschlossenes Ganzes, ohne innere Vorbe­halte und Gegensätze, stellt eine natürliche Gemein­schaft jene Fülle von Kraft und Willen dar, daß sie

ihr Leben nicht nur in Stürmen behaupten, son­dern auch im Sonnenschein des Friedens ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen gemäß einrichten kann, kurz: daß sie zum Herrn ihres Schick­sals wird.

Und erst in dem Augenblick, in dem jedes tüch­tige Volk dies von sich sagen kann, beginnt die Zeit seiner vollen Entfaltung. Soviel der Begrenzungen der Disziplin im Innern und der Rücksicht auf andere nach außen auch stets sein und bleiben müssen, frei ist dann die Start­bahn für die Entfaltung der Ideen und Leistungen, und gewiß ist dann, daß der Preis des schöpfe­rischen Wirkens für alle eingebracht wird und den Ansporn bildet für eine weitere glückhafte Ent­wicklung des nationalen und kontinentalen Schaf­fens.

Noch vermögen wir nur zu ahnen, was diese neue Welt, die sich mit dem Eintritt der jungen, schöpferischen Nationen auf die Bühne des Mensch- heitsgeschehens öffnet, für die Zukunft an mensch­lichen Entwicklungen und Entfaltungsmöglichkeiten in sich birgt, zu welchen neuen Formen des Da­seins wir uns zu erheben vermögen, wenn einmal die ganze Kraft dieser schöpferischen Nationen in gemeinsamer Anstrengung und befreit von jüdisch- kapitalistischer Destruktion sich ganz auf die Höher­entwicklung der menschlichen Lebensbedingungen konzentriert.

Wir Deutsche wissen jedenfalls, daß wir in Fortsetzung der Entwicklung, die sich bei uns bereits angebahnt hat der Welt noch unendlich viel zu sagen und zu geben haben, wenn wir nur endlich den Platz an der Sonne, das freie Atmen errungen haben Güter, von denen wir glauben, daß sie auf dem Erdball für alle tüchtigen Völker zur Verfügung stehen werden, wenn nur endlich das Monopol überlebter internationaler Mächte gebro­chen sein wird. Aus unserem eigenen Beispiel er­kennen und fühlen wir am überzeugendsten, was es nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen bedeuten wird, wenn der Geist und die Tatkraft un­serer Nation sich nicht mehr darin erschöpfen müs­sen, den Bestand unseres Volkes gegen immer neue kriegerische Bedrohung und gegen eine Not zu ver­teidigen, die internationale fremde Gewalten uns aufgezwungen haben. Welch eine Fülle von Schaf­fensfreude und Schöpferglück wird unser tätiges Volk erfüllen, wenn es einmal in diese neue Welt eingetreten sein wird, in der die Leistung das Feld ist, auf dem der Wettstreit der Nationen sich vollzieht.

Noch ringt eine längst für den Zusammenbruch reife alte Welt mit der aufsteigenden neuen, aber für uns ist es nicht zweifelhaft, wie dieses Ringen enden wird, wenn nur wir jungen Nationen die Lehren beherzigen und uns der Wahrheiten bewußt bleiben, deren Bewährung wir schon einmal in kurzen Friedensfahren erlebt haben und die uns den Blick in eine große und stolze Zukunft geöffnet haben.

Um diese Welt zu erkennen und den Kampf um sie zu führen, dazu bedürfte und bedarf es der großen revolutionären Persönlich­keit, wie wir Deutsche sie in unserem Führer gefunden haben. Sie zu erringen, fordert den selbstverleugnenden Einsatz einer ganzen Genera­tion, das Errungene dann zu bewahren und zu ent­wickeln, dazu wird neben dem unvergänglichen Erbgut der rassischen Tüchtigkeit die Lehre und Verpflichtung ausreichen, die aus unserer Zeit in die kommende hinüberführt.

Der starke Glaube an diese Zukunft läßt uns alle die Opfer des großen Kampfes tragen, läßt uns auch Schwerstes meistern und facht unseren Willen mit jener glühenden Leidenschaft an, die dort entsteht, wo eine Zeitenwende erkämpft wird. Unser deutsches Volk ist vorangegangen, es hat sein Schicksal fest in die Hand genommen, und es wird es sich nicht mehr entreißen lassen. Es steht a m Tore der neuen Welt, einer Welt der Män­ner und der Völker, des schaffenden und schöpfe­rischen Lebens. Wir sehen sie vor uns liegen, und mir fühlen uns stark und entschlossen, uns den Ein­tritt vollends zu erzwingen.

QuislingsBefuch beimFührer

Oslo, 25. April. (Europapreß.) Zum Besuch Quislings beim Führer schreibtAftenposten", daß der Ministerpräsident selbst eine eingehende Bespre­chung mit dem Führer gewünscht und der Reichs- kommissar in gewohntem kameradschaftlichem Geiste die Zusammenkunft vermittelt habe. Aus äußeren Umständen sei bereits zu ersehen, daß Quisling im Hauptquartier mit weit mehr als einer formellen Freundlichkeit empfangen wurde. Für den Rückflug habe der Führer eines feiner Flugzeuge zur Ver­fügung gestellt. Der Ministerpräsident fei in be­sonders guter Stimmung zurückgekehrt. Es sei ganz offensichtlich, daß das Gespräch mit dem Führer sowie mit leitenden deutschen Persönlichkeiten v o l l- .kommene Klarheit über Deutschlands unver­brüchliche ehrliche Absichten mit Norwegen gebracht

habe und Quisling feine Kraft zur Fortsetzung bet Arbeit durch die Siegesgewißheit des Führers er- halten habe.

Schiffsraum der Schlüssel für die Kriegführung.

Lissabon, 26. April. (Europapreß.) Eindeutig wird in derTimes" erneut bestätigt, daß die Achsengegner wegen Schiffsraummongels, roegen Fehlens von mechanisierten Waffen und wegen oes gegenwärtigen Produktionsstandes der Flugzeug­industrie nicht in der Lage sind, die Kriegführung gegen Japan zu intensivieren. Ein erst kürzlich aus Ostasien zurückgekehrter Korrespondent weist darauf hin, wie ungehalten man in Tschungking, Indien, Australien und Neuseeland ist, daß die Anti-Achsen­mächte den Krieg gegen Europa noch immer als erstrangig ansehen und die Gebiete Ostasiens ihrem Schicksal überließen. DieTimes" schreibt:Der Schlüssel für die Kriegführung in Europa sowie im Pazifik ist und bleibt der Schiffsraum, also die Transportfrage. Wenn schon die in Nordafrika eingesetzten britischen und nordamerikanischen Streitkräfte zwei Millionen Tonnen Schiffsraum er­fordern und weitere hunderttausende von Tonnen, um sie nach der Landung zu versorgen, ist es unter den derzeitigen Bedingungen unmöglich, eine gleiche Streitmacht in die pazifischen Gebiete zu befördern, selbst dann nicht, wenn uns genügend Tonnage zur Verfügung stände. Menschen und Kriegsmaterial der Ächsengegner sind nicht aus­reichend vorhanden, um derartige Operationen 800Ö Meilen von England entfernt durchzuführen, be- sonderns wenn man sich vergegenwärtigt, daß Hit­lers Streitkräfte nur 22 Meilen von unserer Küste entfernt stehen."

Japanische Vorbereitungen gegen Australien.

Schanghai, 26. April. (Europapreß.) Mac Arthurs Hauptquartier vertritt die Ueberzeugung, daß alle augenblicklichen militärischen Dorbereitun gen der Japaner im Südwest-Pazifik ohne Zweifel einer Offensiv e gegen Australien die nen. Diese Vorbereitungen nehmen nach Feststel­lungen des Hauptquartiers täglich einen grö­ßeren Umfang an. Vor allem auf dem Gebiel des Luftkampfes machen die Japaner große Fort­schritte. So haben sie einen überraschend schnel­len neuen Jäger herausgebracht, den sie seit kurzer Zeit an diesem Frontabschnitt einsetzen. Im übrigen berichtet die Presse, daß die Japaner neuer­dings eine neue Bombe benutzen, die 60 Meter über dem Boden explodiert und ein weites Fell mit einem Regen von Stahl übergießt. Diese Bombe wird gegen Truppen und Artillerie eingesetzt. Ihre Wirkung ist nach Mitteilung des Hauptquartiers Mac Arthurs von verheerender Art.

Mangelnder Nachschub für Wavells Burma-Front.

Tokio, 26. April. (Europapreß.) Den schlechten Nachschubverkehr über Tschittagong zu Wavells Burma-Front beklagten übereinstimmend nord- amerikanische, englische und australische Flieger, die von japanischen Frontkorrespondenten in einem Kriegsgefangenenlager in Burma besucht wurden. Gemüse oder Obst hätten sie niemals erhalten. Die australischen und britischen Flieger zeigten sich außerdem unzufrieden darüber, daß ihr Wehrsold um 30 bis 40 v. H. geringer ist als der der nord- amerikanischen Flieger. Alle Gefangenen drückten ihre tiefe Befriedigung aus über die gute Behand­lung, die die Japaner ihnen zuteil werden ließen. Zusammenbruch der Tfchungking-Front

in Hopeh, Honan und Schansi.

Tokio, 26. April. (Europapreß.) Der Ueb^rtritt des Kommandeurs der 5^ Division der 24. tschung­king-chinesischen Heeresgruppe, Generals Suntien Aing, zu den Japanern hat zum völligen Zusam­menbruch der tschungking-chinesischen Front in Ho- peh, Honan und Schansi geführt. Am Ostersamstag sind die japanischen Verbände 8 Kilometer von Lin- tschi entfernt mit Tschunaking-Truppen in Gefechts­berührung geraten und yaben sie nach mehrstündi­gen schweren Kämpfen in die Flucht geschlagen. Von Lintschi aus stießen die Japaner in Richtung Süd westen dem Gegner nach und kreisten etma*40 000 Mann der 24. Tschungking-Armee ein. Sie mach­ten bereits 2000 Gefangene. Die erbitterten Kämpfe dauern an. Ein amtlicher Bericht des Tfchungk'ng- Oberkommandos bestätigt die Besetzung der wichti­gen Stadt Lintschwan in der Provinz Schansi durch die Japaner. Diese Stadt liegt 80 Kilometer westlich der HankauPeking-Bahn. Die Japaner sind bereits am 17. April von Westen her in die

Maria Kahle.

Von Rudolf Adrian Dietrich.

,T>d unseres Blutes Wesen auch fern in Fremde ging, es sei fortan umschlossen von eines Volkes Ring!" So dichtete Maria Kahle und gab mit diesem Vers zugleich ein Bekenntnis ihrer Sen­dung. Denn wenn wir die Namen nennen, die für den großen Zusammenschluß des Auslandsdeutsch- tums von Bedeutung sind, so gehört dazu ohne Zweifel der der Schriftstellerin Maria Kahle, 1891 in Wesel am Rhein geboren und nach manchen Aus- landsjahren schließlich wieder in die heimatliche Landschaft, nach Olsberg in Westfalen zurückgekehrt. Als äußeres Zeichen der Anerkennung wurde ihr 1937 der Westfälische Literaturpreis überreicht.

Deutschland ist der Mittelpunkt ihres Denkens und Fühlens. In dem BuchRuhrland", in den GedichtbändenVolk, Freiheit, Vaterland" und ..Gekreuzigtes Volk" hat Maria Kahle aus der Not­zeit der schweren Jnflationsjahre 1922 und 1923 den Geist des Deutschen angerufen und verherrlicht. Darüber hinaus Hot sie den Blick des Deutschen im Reiche immer wieder auf jene gelenkt, die als Pioniere urtb. Sendlinge der Heimat über die Reichs- grenzen himmsz^en, mit ihrem Fleiß, ihrer Zähig­keit und Gläubigkeit auf fremdem Boden ihr Leben führten und eingrößeres Deutschland" zu formen sich schon seit Generationen anschickten. In zwei geographische Richtungen wandte sich dabei vor allem der Blick Maria Kahles, nach dem Ostland im Wartheraum und gen Westen nach Südamerika. Ähr Interesse für die Deutschen im Osten ftng zu­nächst von heimatlichen Studien aus. Ein Buch vom Leiden, Beharren und vom Siegen unserer westfälischen Bauern im Ostland" zu gebn, diese Aufgabe vor allem hatte Maria Kahle sich gestellt; und so entstand das BuchWestfälische' Bauern im Ostland", in dem auf Grund genauer Erhebungen alles seinerzeit Erreichbare über die Ansiedlungen,

die heimattreu gebliebene Lebensweise und den zähen Kampf der westfälischen Ansiedler im Osten oargestellt wurde. Dabei wurden auch Manche er­schütternde Bilder gezeichnet von den Leiden der Deutschen in Polen vor dem Krieg.

Zeitlich noch umfassender erlebte Maria Kahle Südamerika, insbesondere Brasilien. So brachte sie von einer Reise dorthin, die sie im Auftrage des VDA. 1934 gemacht, in ihrem BuchDeutsche Hei­mat in Brasilien" Darstellungen vom Ausbau des Deutschtums, von seiner Lebensweise in Rio, in Sao Paulo, Santa Eatharina, Rio Grande de Sul und den kleineren nicht minder wichtigen Plätzen, die ganz besonders dem deutschen Kultureinfluß ihre Entwicklung, ihr Werden verdankten wie etwa Blumenau oder Hansa Humboldt.

Ich weiß von einer Stadt in Brasilien", heißt es einmal,in der ein vereinsamtes Deutschtum im Laufe der Zeit den Einflüssen der Umwelt er­legen war. Es gab keine deutsche Schule mehr, die Kinder besuchten die lusobrasilianische Schule, hatten ihre Muttersprache aufgegeben. Da aber kamen Nachrichten über die nationale Revolution im Reiche. Wie ein Wunder erschütterte es die Herzen." Unö mit der Wiedererstarkung Deutschlands wuchs auch das Selbstbewußtsein der Deutschen draußen in der Welt sogleich wieder.

Diese Ausblicke und Einblicke Maria Kahles ost­wärts über die damaligen Reichsgrenzen und west­wärts nach Südamerika wurden die Basis ihres späteren, teilweise auch dichterisch gestalteten Wer­kes, das nun schon in den Titeln wie .^Deutsche jenseits der Grenze",Deutsches Volk in der Fremde" sich vom geographischen Teilbezirk dem wesentlich Ganzen zuwendet. Dichterische Form ge­winnt ihr Schaffen zumal in dem 1937 veröffent­lichten Band Gedichte und EssaysDeutsches Herz zwischen Heimat und Fremde". In ihrem Ostland- buch aber findet sich ein Gedicht, das für ihre Art besonders bezeichnend ist. Die letzte Strophe schließt:

Wie jung bist du, mein Volk, wie jung! Nun weißt du deiner Kräfte Ziel, Nun treibt es dich mit Allgewalt;

Wo Wall und Burg und Dom verfiel. Wächst neuen Traums Verkündigung. Und bauend wirst du selbst Gestalt..."

Buchstabe des Glanzes.

Von Anton Schnack.

G, du segelgespannte und windgefüllte Galeere, du stolze Kaufmannsgalleone mit hochgerecktem Bug! Meine kindliche Einbildungskraft hat mit ihm gespielt. Es mußte die Waldhöhle der schönen Ge­noveva sein. Ich dachte mir damals: das G hat einen kleinen Eingang, wer durch ihn schlüpft, kommt in eine Grube voll Schätzen, oder in die Grabstätte eines vergessenen Königs der Sage, oder in eine Gruft, worin Goldschmuck der Völkerwanderungs­zeit ruht, oder in eine Grotte, worin die Gnomen wohnen. Im ausgeschabten Grund des G's brodelte der Gischt des Geisers, der heißen Quelle.

Darüber aber sah ich ein Gewölbe gebogen mit einem eingebauten Gestühl voller Glocken, die leise und fernher läuteten. Aber manchmal erschien mir das G auch wie ein Galgen, daran die windgebeutel­ten, ausgefrorenen Gauner des Mittelalters bau­melten.

*

Dem G gehören die Wörter des Glanzes- es ge­hören ihm die Glätte, das Glas, der Glast der Glimmer, der Gneis, die Glut, das Glitzern' das Gleißen, der Gletscher, das Gold, der Gulden die Glorie und das Geld. Und auch das Glück, das be­gehrte, wohnt im G.

3n feiner Figur liegt der Leib der Geige, das Maß der Gitarre, und auch der Globus, der aben­teuerreiche Erdball, hängt in seinen Scharnieren.

Das G hat das Geknäulte der Garnrolle, die Oeff- nung des Gaumens, das Gebauchte der Gefäße, die Rundung des Gehäuses, das Hockende der ge­bundenen Garbe, den Schnitt der Gemme, das Gehörn der Gemse, die Dicke einer Geschwulst, das Gekuschelte einer brütenden Glucke und das Heim­liche eines verborgenen Gemaches.

*

Im G thront Gott. In das G ist die hohe und feierliche Stirn Goethes hineingewölbt. Die Tasche des G ist bis zum Rand mit Geld gefüllt. Aus dem Rahmen des G's schauen blondgelockte und kühne Gesichter, Gesichter der Vergangenheit: Germanen, Goten und Griechen des Perikleszeitalters.

Das G hat Ähnlichkeit mit dem Nest der scheuen Grasmücke, mit der güldenen Schale des heiligen Grals, mit einem aufgebogenen Gondelbug, mit oer Massigkeit von Götzen und Giganten, mit der ge­bogenen, vorn Meer beleckten Linie eines Golfs.

Ich liebe das sorgfältig gemalte Gold in den kunstvoll geschriebenen G's der alten Mönchshand- schriften. Sie sind ganz von Ranken, Schnörkeln und Zweigen umzogen. Daraus leuchtet das goldene G unbeschreiblich stark das G für Gloria, was Ehre, Preis, Sieg, Erhöhung und Ruhm bedeutet.

*

Viele Rundungen muß die Hand ausführen, um ein großes deutsches G zu schreiben.

An den vergilbten blauliniierten Schulheften stan­den die G-Buchstaben wie zitternde verhärmte Ge­stalten. Ihr Unterbau war zu lang geraten, und das Säckchen, das sie auf der linken Seite trugen, war schlottrig und eingeschrumpft. Diese G's waren wahr- hastige Griesgrame, die öde Grimassen schnitten. Es waren heruntergekommene Gaukler, unterwürfige Gauner, kraftlose Gespenster oder windige Giger!, während der Lehrer mit roter Tinte wunderbar geformte G's als Beispiel hinschrieb, Grafen und ordensgeschmückte Generale, die über die Reihen meiner schwarzen und kümmerlichen G-Buchstavsn stolzierten und sie in Grund und Boden trute^