3n der Bretagne.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Brest, Mai 1943.
, I)or Dohren zur Friedenszeit die Bretaqne besuchte, nannte ich sie das Land des Ginsters und ^Dolmen. Nirgends auf der Welt ist das leuchtende Gelb des Ginsters vom Frühjahr bis in den Sommer eine solche Dominante in der Landschaft, wie hier in der Bretagne. Es gibt auch kaum ein zweites Land, das so voll ist von den vorgeschichtlichen Stenunalen, öie man hier Dolmen nennt und die ytMem Namen auch in die Wissenschaft der Prähistorie emgeaangen sind. Ein Volk — es mag Huch em Volkerkröis gewesen sein — hat sie gebaut, das die östlichen Mittelmeerländer, Nordafrika und das atlantische Europa bewohnte. Die Dolmen sind eigentlich Grabbauten, aus rohen Steinblöcken ähn- lich unseren norddeutschen Hünengräbern gefügt. Gelegentlich nennt man aber auch eine Steinschich- dle mehr wie ein Opfertisch oder sonst ein kultisches Mal aussieht, einen Dolmen. Nach den Funden, die man bei ihnen gemacht hat, stammen sie aus der jüngeren Steinzeit, haben also vier bis fünf Jahrtausende an sich vorüberziehen sehen.
Die Bretagne ist ozeanumschlungenes Land. Zahl- los sind die scharfen fjordähnlichen Buchten, mit denen das Meer in das von Schiefern und Graulten aufgebaute Felsgerüst des Landes eingreift. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt an der See und von der See. Im Jahre 1935 waren in der französischen Handelsmarine von rund 50 000 Seeleuten fast die Hälfte Bretonen, in der Kriegsmarine waren es von 59 000 Mann nicht weniger als 27 000 und von 11000 Seeoffizieren sogar 8000! Frankreichs Seefahrt und Seemacht ruhte auf der Bretagne noch ausgesprochener, als die unfrige auf der Beteiligung der Anwohner der deutschen Küsten.
Die Schule der Bretonen für die Seefahrt ist die Fischerei. Auf den „großen" Fischfang ging es im Frieden nach Neufundland, wo die Inselchen St. Pierre und Miquelon noch französischer Besitz sind, nach Grönland, Island und Spitzbergen zum Kabeljaufang; der „kleine", in den Küstengewäs« fern, liefert in ungeheurer Menge (1935 waren es 9,7 Millionen Zentner) Sardinen, Hummern, Langusten und Krabben. Dazu kommt als halbe Hochseefischerei der Thunfischfang. Jetzt ist gerade Hummersaison — täglich kann ich für erschwinglichen Preis einen Hummer essen!
Brest ist Frankreichs Hauptkriegshafen am Ozean, heute ein wichtiger Stützpunkt unserer Küstenverteidigung in Frankreich. Nie hätte ich mir träumen lassen, daß ich die Bretagne als deutsches Okkupationsgebiet Wiedersehen würde. Ich darf in unfern Flakbatterien Vorträge halten und mache die Erfahrung, daß von den angebotenen Themen meist „Rußland" verlangt wird; an zweiter Stelle steht Japan, an dritter Afrika. Kürzlich kam ich zu einer Batterie, die in der Nacht vorher einen amerikanischen Bomber aus gewaltiger Höhe abgeschossen hatte. Die Bombenlast wurde getroffen, eine Explosion riß die Maschine in Stücke, und die Trümmer tagen über einen weiten Raum zerstreut in der Ginsterhalde. Ein Teil, zu einem formlosen Gewirr von Blech, Panzerplatten, Dräyten und Röhren zerknäult, lag dicht neben einem Geschützstand. Fast unglaublich war es zu hören, daß fünf Mann der Besatzung noch lebend, einige sogar unverletzt, mit Fallschirmen heruntergekommen waren. Einem wurde, noch im Heranschweben, der Fall
schirm von einem brennenden Trürnmerstück getroffen, der Schirm brannte auf, und der Mann stürzte wie ein Stein ab — natürlich tot. Alle waren Offiziere, einer der Gefallenen ein Jude.
Unsere Leute gaben den lebend Herabgekommenen erst mal eine mit Dank empfangene Zigarette; dann wurden sie zum Verhör abtransportiert. Drei Tote waren schon auf dem Friedhof des benachbar- !^u Dorfes bestattet, unter Assistenz des katholischen Geistlichen und mit militärischen Ehren, nur ohne ble drei Salven natürlich, die nur dem deutschen Soldaten gebühren.
Ich fahre mit einem russischen Chauffeur durch den bretonischen Frühling und unterhalte mich mit tpm in seiner Sprache. Im Weltkrieg war er Student in Charkow, trat dann in die Armee des „weißen" Generals Wrangel gegen die Bolschewiken em, rettete sich mit den Trümmern dieser Armee nach Konstantinopel, schlug sich von dort durch bis nach Frankreich, wurde Taxichauffeur in Paris, meldete sich während dieses Krieges zum Dienst nach Deutschland, ist nach Königsberg, Stettin, Erfurt gekommen und jetzt Fahrer beim Marinekommando in Brest. Er hat in Paris eine russische Frau geheiratet, schickt ihr seine Löhnung zum Leben, und seine Sehnsucht ist, jetzt, nach 23 Jahren, in öie befreite Heimat zurückzukehren. Sein ruhiger Fahrerernst bricht in leidenschaftliche Worte aus, wenn er ein vom Bolschewismus erlöstes Rußland vor seinen Augen aufsteigen sieht.
Es ist ein seltsames Gefühl, so von Geschick zu Geschick auf diesem Boden geführt zu werden. Ich habe drei Jahre Eingeborenen-Aufstand in Süd
westafrika erlebt, vier Jahre Weiirrieg damit zu- gebracht, über die feindliche und neutrale Presse ZU berichten, nun ist ein russischer Emigrant mein Fahrer im besetzten Frankreich, vor den Ueberrcften des amerikanischen Bombers höre ich unsere Bat- terieoffijiere sagen: „Kann fein, daß unter diesem Trümmerhaufen auch noch ein Toter liegt, mir konnten noch nicht nachsehen, der Bericht über den Abschuß und das den Gefangenen abgenommene Material ging vor", — und in der Offiziersmesse in den Batterien höre ich von Fahrten ins Eismeer, in die Südfee, nach Japan, nach Afrika, und dann kreuzen sich die Fragen: Waren Sie dort? Haben Sie den und den getroffen? War ein braver Kerl, den deckt die Erde, den der Ozean, — und Deutschlands Söhne in der Feme denken der Heimat.
Aus aller Welt.
250 Jahre Leipziger Oper.
Die Leipziger Oper kann auf ein 250jähriges Bestehen zurückblicken. Nikolaus Adam Stvungk übernahm am 8. Mai 1693 die Leitung der ersten Leipziger Opernaufführungen und ließ auf dem Brühl ein eigenes Opernhaus erbauen.
Kuriositäten aus der ärztlichen Praxis.
Mit welch merkwürdigen Fällen sich die Chirurgen befassen müssen, zeigen die beiden folgenden in Schweden vorgenommenen Operationen: In der Stadt Oerebro passierte einem Schwertschlucker das nicht gewöhnliche Unglück, daß er beim Mittagessen — vielleicht aus Berufsgewohnheit — die Gabel mit verschluckte. Obwohl eine „Größe" in feinem Fach, gelang es ihm doch nicht, die Gabel selbst wieder ans Tageslicht zu schaffen, sondern er mußte sich unter Gefährdung seiner Schwertschluckerehre zum Arzt begeben, um die im Vergleich zu seinen
In einer deutschen Panzerschmiede.
In langen Reihen stehen Sturrngeschütze in der riesigen Montagehalle eines deutschen Rüstungs- _______________ wertes zur Fertigstellung bereit — (Scherl-Bilderdienst-M.)
H '-«kl
Zum 400. Todestage von Nikolaus KopernikuS.
Der große deutsche Astronom Nikolaus Köper* n i k u s wurde am 19. Februar 1473 in Thorn geboren und ist vor 400 Jahren, am 24. Mai 1543, gestorben. Seinem Wirken, das ein neues Weltbild begründete, ist ein Beitrag im heutigen Familienblatt gewidmet. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Schwertern so kleine Gabel entfernen zu lassen. — Don einem anderen eigenartigen Fall wird in der schwedischen Aerztezeitung berichtet. An der Bauchwand einer Frau, die im Lazarett in Landskrona wegen Ischias geröntgt wurde, stellte man bei der Aufnahme eine Geschwulst von der Größe eines Eies fest, welche die Aerzte für eine verkalkte Drüse hielten und auf operativem Wege entfernten. Bei näherer Untersuchung des Tumors wurde jedoch die erstaunliche Entdeckung gemacht, daß die vermeintliche Geschwulst eine bei einer vor 24 Jahren gemachten Operation vergessene Kompresse mar. Die Frau hatte während der ganzen Jahre nicht die geringsten Beschwerden gehabt.
Gewaltiger Fischzug.
Die Fischer von Esbjerg haben in den letzten Wo- dien Rekordfänge gemacht. Nach Mitteilungen aus Kopenhagen sind etwa 43/< Millionen Kilogramm Schollen eingebracht worden und etwa 130 000 Kilogramm andere Fische. Kein (Esbjerger erinnert sich, einen so großen Fischertrag in so kurzer Zeit erlebt zu haben.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschlossen.
Hauptschriftletter: Dr. Friedrich WUhelm Lange. Stellvertreter de- Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetu.
Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange K.G. BerlagSleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann, z. fi. Wehrmacht.
Anzetgenleiter: Hans Beck. — AnzeigenpreiSlifte Nr. 6.
■
BAUER&CIE
ADOX
l/l
I r "i
-"MS
und Uebung
VMsfüksorge
VERSICHERUNGEN
d,AMQm
HAMBURG
°.10m
FOTO
Schollt Zifio-f«i<f*
Trau ma Plast
ELASTOCORN
in ollen Fällen, auch bei Bollen, idimerzen und Sdiuhdruck.
Hilfsbereitschaft und Verständnis für unsere Arbeit sind für uns die schönste Anerkennung!
Heute heißt das Gebot der Stunde: Selbstkontrolle beim Verbrauch von Strom und Gas. Auch auf die kleinste Menge kommt es anl Im Durchschnitt müssen nach einem Erlaß des Generalinspektors für Wasser und Energie je nach Größe der Wohnung 10—20% Strom und Gas eingespart werden. Denn jeder vergeudete Kubikmeter Gas, jede verschwendete Kilowattstunde könnte der Front — vielleicht gerade Deinem Liebsten! — die entscheidende Granate, die entscheidenden paar Tropfen Benzin wegnehmen. Wer wollte da nicht mit frohem Her- *zen ein paar Gewohnheiten aufgeben,um gegenüber dem Vorjahr die nötigen Einsparungen zu erreichen. Denn wer von uns könnte wirklich mit gutem Gewissen behaupten, daß er schon alle Sparmöglichkeiten ausnutzte, seinen Verbrauch also bis zum unbedingt notwendigen Mindestverbrauch gesenkt hat. Irgendwo läßt sich mit ein wenig Aufmerksamkeit immer noch irgendeine Strom- oder Gasverschwendung vermeiden!
Seit über 40 Jahren das Wahrzeichen für unsere wissenschaftlich erprobten und in aller Welt praktisch bewährten Präparate
Ein Naget ist kein Niet. Solche Pfuschereien sind die Ursache vieler Verletzungen, die gerade heute vermieden werden müssen. Wenn Sie sich aber trotzdem mal eine Arbeitsschramme holen,dann gleich ein Wundpflaster auf legen.
Wir Frauen im Reichsbahndienst wollen unseren Mann stehen!
Chinosolfabrik
Aktiengesellschaft Hamburg
Augen nur eher doch 3 ruviel, wenn et stechende Hühneraugen lind. Gottieidonlc bewahren sich
ihr Hühneraugen!
Der dehnbaren Pflasterbinde Elaslocorn müßl ihr bald weichen, und die quälende
Pein ist sogleich beseitigt
Seit Jahrzehnten hochwertige Präparate zur Erhaltung des täglichen Wohlbefindens und zur Vorbeugung gegen Ansteckung der oberen Luftwege.
Carl Blank, Verbandpflasterfabrik Bonn/Rh.
macht den Schleifermeister! (Rasierwinke der FASAN-Rasierklin- een- und FASAN-Rasierapparate- fabrik.) 1455V
kommt es an
<Qfe hohle Hand aff Schäfte! benirtjen- den Zeige-Finger als Rührlöffel, und das Wasser nur tropfenweise zugeben: Dann reicht für Reinigung und Massage von Gesicht, Hals and Händen
1 Teelöffel voll Seesand Mandelkleie
■ ■ ■■ .......
Mehr Freude an der Natur durch Äermühler« Bücher!
Sei Stockschnupfen
und ähnlichen Befchwerden hat sich das aus Heilpflanzen hergestellte Klosterfrau-Schnupfpulver fett über hundett Jahren ausgezeichnet beroäbrt
wird hergestellt von der gleichen Zirma, die den Klosterfrau-Melillen- aeist erzeugt
Ditte machen auch Sie einen Versuch l Originaldosen ?u 50 Pfg. (Inhalt etwa 5 Gramm), monatelang ausreichend, erhalten Sie in Apotheken und Drogerien.
Aus Alt mach Neu! Man muß nur wissen wie! Scheinbar abgenutzte FAS AN-Rasierklingen zum Beispiel drückt der Kenner leicht mit dem Zeigefinger gegen die innere Wand eines normalen Wasserglases, bewegt sie mehrmals bin und her, wendet sie und wiederholt den Vorgang. Die alte FASAN-Klinge wird wieder gebrauchsfähig. Sparsamkeit — Gebot der Zeit! Auf den Versuch
3bäMtfi {Rezepte
*u>d nehmen Sie mögliche! noch ßaekfinn Dann legen Sie mit Ihrem Backwerk überall Ehr» ein. Beachten Sie aber auch die angegebene Backaeit dabei gibt e» keine Enttäuschung und Sie »parendabeiuodi Kohle ode* Gar Stenieplp, kostenlos divuft
Hurtt äemQefiild täten iat heute an teuer, gehe»
Sie lieber aicher. halten Sie eich
«d di« erprobten eeitgemkDen
Zweischneider Anweisung zum tpor- tarnen Gebrauch»
Mit Schneide Nr. 1 /orrasien und mit Schneide Nr. 2 tauber nach- msien
fßürobedarf Franz Vogt & Co.
Gießen jetzt Goethestr. 32 (Vokohaus)
2730
X
*
Z


