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m. 95 Zweiter Blatt

Sießener Anzeiger iGeneral-Anzeiger für Gderhefien)

22./2Z. April M3

pflicht zur Zahngesundheit.

Oie Jungen des Seburtsjahrganges 1927 müssen zur Zahnsanierung.

Aus -er Etadi Gießen.

Kleingärtner am Werk.

Am Stadtrand herrscht geschäftiges Leben In den Abendstunden wird dort ein Bienenfleiß ent­haltet: der Kleingärtner ist an der Arbeit sein Fleckchen Erde herzurichten. Seit Wochen hat er nuf diesen Zeitpunkt gewartet, seit Wochen hat er Aeberlegungen angestellt, wie er den Ertrag durch planmäßiges Vorgehen noch steigern kann. Nun kann er die Hande regen. Mit Genugtuung stößt er den Spaten in das Erdreich, mit Freude sieht er das Auseinanderfallen der Schollen. Wer selbst ein Stückchen Land sein eigen nennt, kann ermessen was es bedeutet, den Erdgeruch zu spüren und den Kräften des Wachstums nahe zu sein. Welche Wich­tigkeit hat die Dungerfrage, welchen Wert gewinnen die einzelnen Samensorten, und ergibt es'sich nicht von selbst, beinahe wie ein richtiger Bauer das Wetter und die Windrichtung täglich zu beobachten^ 9a, der Kleingärtner hat enge Beziehung zur Mutter Erde, und mit ernsthafter Bedächtigkeit geht er daran, auf seinem Fleckchen den Segen der Mutter Erde vorzubereiten.

Als die Menschen seßhaft wurden, schlug die «roße Stunde des Ackerbaues. Aus dem umher- jchweisenden Jäger entstand der Bauer. Vom Bau­ern stammen wir alle ab, auch wenn wir im Häusermeer der Stadt im obersten Stockwerk eines mehrgeschossigen Hauses wohnen und keine Be­gehung zur Landbevölkerung mehr pflegen können. Der Schuß Bauernblut in uns aber rebelliert vor «allem zur Frühlingszeit. Werden wir im Lenz nicht eifrige Spaziergänger, lockt uns nicht die grünende Umwelt, haben wir nicht plötzlich Interesse für Pflüg und Egge? Jeder möchte ein wenig mittun, und wenn es auch' nur die Beschäftigung mit dem Balkonkasten oder ganz und gar nur mit dem Blu­mentopf auf der Fensterbank ist. Erde bleibt Erde, selbst wenn sie nur einer bescheidenen Zimmer­pflanze zur Nahrung dient. Aus dem sich solcher­maßen nach dem Umgang mit der Erde sehnenden Stadtbewohner wurde der Kleingärtner, der heute stolz über die eigene Scholle schreitet und mit dem­selben Gefühl seine Aussaat vornimmt wie der Bauer, der viele Tagewerke Brotgetreide zu be­stellen hat.

Der Kleingärtner sorgt zwar in erster Linie für die Seinen, aber sein Fleiß dient auch der All­gemeinheit. Wieviel Frichgemüse wird durch ihn zusätzlich herbeigeschafft, wieviel Beeren- und Steinobst weiß er zu ziehen, welche Mengen an Wintergemüse und Kartoffeln führt er dem Keller zu. In der Kriegszeit gewinnt diese Zufuhr erhöhte Bedeutung, weshalb auch der Kleingärtner man­cherlei Förderung erfährt. Er ist, vor allem, wenn man ihn zahlenmäßig wertet, ein wichtiger Faktor oetztwrden. Und wenn er jetzt mit Hingabe seine Radieschen sät oder demnächst seine Bohnen legt, dann vollbringt er ein Werk, das neben der Freude «auch allerlei volkswirtschaftlichen Nutzen e in trägt.

H. W. Sch.

Militärische Beförderung.

Mit Wirkung vom Y April 1943 wurde der Generalmajor Karst zum Generalleutnant beför­dert. Generalleutnant Karst gehörte früher unserem Gießener Regiment an und ist aus jener Zett in weiten Bevölkerungskreisen unserer Stadt gut be­kannt. Schon als Oberst war ihm vom Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worden.

Verdmikelungszelt:

22. April von 21.31 bis 5.39 Uhr. 23. April von 21.32 bis 5.37 Uhr.

*

** Vom Theater. Herbert K ö ch l i n g vom Theater der Universitätsstadt Gießen gastierte mit i chönem Erfolg als Pfarrer Heffterdingk in Suder­manns SchauspielHeimat" an den Städtischen Bühnen in Düsseldorf.

** Weitere 2 Eier werden aus den Ab­schnitt c des Bestellscheins 48 der Eierkarte aus- Segeben. -

Zu der Vorsorge, die deutsche Jugend auch wäh­rend des Krieges vor gesundheitlichen Schädigungen zu bewahren, gehört die Bekämpfung aller Zahn­schäden, die nach den Erkenntnissen der Wissenschaft Krankheiten wie Gelenkentzündungen, Nieren- und Herzschädigungen zur Folge haben können. Die Be­seitigung der Zahnsck-äden steigert die Leistungs­fähigkeit der deutschen Jugend: denn der Zahl nach stehen sie im Vordergrund einer Beeinträchtigung der vollen Arbeits- und Wehrkraft der männlichen Jugendlichen.

Um auch hier im Rahmen des Möglichen einen für die Kriegsansttengungen der Nation wichttgen Anfang zu machen, ist jetzt die Zahnsanierung der­jenigen männlichen Jugendlichen angeordnet worden, bei denen ihrem Geburtsjahrgang nach noch vor der, Heranziehung zum Reichsarbeitsdienst und Wehr­dienst zeitlich die volle Zahngesundheit erzielt wer­den kann. Der Geburtsjahrgang 1927 der männlichen Jugendlichen ist hiernach der erste, dessen Angehö­rige, und zwar im Rahmen der Jugenddienstpflicht, den Befehl erhalten, sich alsbald bei einem Zahn­arzt oder Dentisten ihrer freien Wahl zur Unter­suchung und gegebenenfalls Behandlung einzu- findon.

Anläßlich der umwälzenden Neuerung, die mit dieser Verkündung der Pflicht zur Zahngesundheit in die deutsche Dolksaesundheitspflege eingeführt wird, wenden sich der Jugendführer des Deutschen Reiches, Arthur A x rn a n n , und Reichsgesundheits­führer Dr. Conti mit einem Aufruf an Eltern

Daß ein Stück drei Akte lang mit einer Innen­dekoration und vier Personen auskommt, ist nicht nur im Hinblick auf zeitgemäße Sparsamkeit zu loben, sondern auch vom Standpunkt des Theaters aus. ein Vorzug zu nennen; immerhin ist es nebenbei nicht ganz unwesentlich, was in diesen drei Akten geschieht und gesprochen wird. Da es sich, wie der Personenzettel angibt, um eine Komödie handelt, müßte man es nach altem Brauch mit lebendigen Menschen zu tun haben; das zu glauben, wird einem indessen nicht leicht gemacht. Man gewinnt Einblick in die Praxis und in das Eheleben eines Zahnarztes, der im Nebenberuf Schriftsteller ist. Die junge Frau ist ganz vernarrt in seine Bücher, schwärmt für den Autor, den sie angeblich nicht kennt, und ist auf ihre Schwester eifersüchtig, die als Sprechstundenhilfe tätig ist. Die Schwägerin findet in einem Patienten einen Jugendfreund wieder, in den sie sich sogleich verliebt und den sie dafür gewinnt, in der Rolle des Dichters zu erscheinen, um die junge Frau von ihrer Schwärmerei zu heilen und die reparaturbedürftige Ehe wieder in Ordnung zu bringen. Das gelingt auf mancherlei Umwegen, und auch die Schwägerin und der Jugendfreund, der in Wahrheit ein Jurist ist, werden für ihre Mühewaltung so belohnt, wie es auf dem Theater üblich ist.

Das mit vieler Künstlichkeit konstruierte Versteck- und Verwechslungsarrangement der unterschied­lichen Heimlichkeiten wird durch den unheimlichen Einfall gekrönt, daß die zunächst Beteiligten schon lange Bescheid gewußt haben und also sich gegen- seittg und das liebe Publikum nur ein wenig in den April geschickt haben. Da die zusammengehörigen Paare im dritten Akt miteinander glücklich sind und der literarische Zahnarzt obendrein auch noch mit einem Buchpreise geschmückt wird, ist soweit alles in Ordnung, und nur ganz nachdenkliche Besucher mögen auf dem Heimweg darüber nachgegrübelt haben, welche Wendung die Dinge genommen hätten, wenn in der zahnärztlichen Wohnung noch ein zweiter Hausschlüssel aufzutreiben gewesen wäre.

und Jugendliche. Darin wird die Gesundheit der Jugend als entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Volkes und die Mitverantwortung des Jugend­lichen an der Erhaltung und Förderung dieser Lei­stungsfähigkeit festgestellt. Die Jungen des Ge­burtsjahrganges 1927 haben sich nach den gesetz­lichen Anordnungen und den Erlassen der Behör­den sowie dem zugestellten Befehl sofort in Zahn­behandlung zu begeben. Zur Behandlung sind alle Zahnärzte und Dentisten verpflichtet. Der'Reichs- zahnärztesührer und der Reichsdentistenführer ord­nen hierzu noch besonders an, daß diese Jungen wegen der wehrwichtigen Bedeutung ihres Jahr­ganges vordringlich vor allen anderen Patienten zu behandeln find.

Die Kostenfrage wurde großzügig geregelt. Bei den krankenversicherten Jungen übernimmt das Reichsoersicherungsamt die sog. Sanierungsspitze, d. h. den Differenzbetrag Mischen dem Kostenum­fang der notwendigen Behandlung im Rahmen der Krankenversicherung und der restlosen Zahnsanie­rung. Alle nicht versicherten Jungen, deren-Eltern ein Gesamtbruttoeinkommen von unter 4800 RM. zuzüglich 600 RM. für die Ehefrau und 300 RM. für jedes von ihnen unterhaltene Kind jährlich haben, können beim zuständigen Fürsorgeverband (Wohlfahrtsamt) einen Behandlungsschein bean­tragen, der bann, wie in den anderen Fällen der Krankenschein, bei der Behandlung vorzulegen ist. Die hierdurch entstehenden Kosten brauchen nicht zurückerstattet zu werden.

Die Inszenierung betreute Herr Sauerland; er vermochte zwar den Vorgängen nicht mehr Wahrscheinlichkeit und komödienhafte Substanz zu geben, als ihnen von Hause aus verliehen ist, aber er trug für flüssiges Zusammenspiel und muntere Konversation Sorge, und es zeigte sich, daß einige freundliche Randbemerkungen über den Menschen beim Zahnarzt oder kurz vor der Abreise unmittel­barer Verständnis finden als eine tiefsinnige An­sprache vor dem letzten Vorhang.

Herr K ö ch l i n g wirkte als der Doktor im wei­ßen Kittel, leicht zerstreut, glaubhafter als mit seiner geheimnisvollen Nebenproduktton. Herr Schmidt hatte als schmerzzerrissener Patient, als wohl­redender Anwalt und als unmöglicher Autor dank­bare Chancen schauspielerischer Verwandlungsmög­lichkeit. Anja Rau bemühte sich sehr, der schwärme­rischen und bitter enttäuschten jungen Frau einige Lebenswirklichkeit einzuhauchen. Friedl G o l l ° mann spielte mit herzhaftem und heiterem Tem­perament die Schwester, Schwägerin und glückliche Braut.

»

Herr Löffler hatte eine freundliche Wohndiele geschaffen. Die. Besucher unterhielten sich unbe­schwert und spendeten reichlich Beifall.

Hans Thyriot

Ausgleich von Arbeitszeit zu Ostern.

Nach der amtlichen Klarstellung, daß der Kar­freitag in den Teilen des Reiches, in denen er immer Feiertag war, auch in diesem Jahr gesetz­licher Feiertag bleibt, hat der Generalbevollmäch­tigte für den Arbeitseinsatz eine Regelung für den Ausgleich von Arbeitszeit zu Ostern 1943 getroffen. Um Kohlen und Energie zu sparen, erweist es sich in vielen Fällen als notwendig, die Betriebsruhe auch auf den Ostersamstag auszudehnen. Damit je­doch in solchen Fällen kein Produktionsausfall ein- tritt, können die am Ostersamstag ausfallenden Ar­beitsstunden durch Vor- und Nacharbeit an anderen Arbeitsstätten im Rahmen der Arbeitszeitordnung

und des Jugendschutzgesetzes ausgeglichen werden. Bei mehrschichtiger Arbeitsweise läßt sich der Aus­gleich im allgemeinen nur durch Sonntagsarbeit ert zielen. Zu diesem Zweck bestimmt der General» bevollmächtigte, daß solche Ausgleichsarbeit von Gefolgschaftsmitgliedern über 16 Jahre an einem Sonntag im April oder Mai ohne besondere be­hördliche Genehmigung geleistet werden darft Frauen, die Kinder unter 14 Jahren zu versorgen haben, sollen in der Regel von der Sonntagsarbeit freigestellt werden. Soweit Sonntagsarbeit als Ausgleich für die am Ostersamstag pusfallenda Werktagsarbeit geleistet wird und für Sonntags» arbeit ein höherer Zuschlag als 10 v. H vorgesehen ist, ermäßigt sich der Zuschlag auf 10 v. H. Dev Reichs- oder Sondertreuhänder kann Abweichendes bestimmen.

Obst- und Gartenbauverein Gießen.

In einer Versammlung des Obst- und Garten» bauvereins Gießen, die am Sonntagnachmittag int Burghof" stattfand, gab Vereinsführer Junker zunächst bekannt, daß sich die Mitgliederzahl im verflossenen Monat um 15 auf 427 erhöht hat. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein lehr­reicher Vortrag von Oberlandwirtschaftsrat Dr. Lung (Gießen) über das ThemaWirtschasts- eigene Dünger und ihre Verwendung". Der Red­ner ging aus von der von Staatssekretär Backs ausgestellten ForderungMehr erzeugen und das Erzeugte sparsamer verwenden", die nicht nur für unsere Bauern, sondern auch für jeden Gartenbe­sitzer Geltung habe. Er klärte dann eingehend bar» über auf, wie die Nahrungszufuhr für den Bodett in Form von Mist, Kompost, Grünkompost, Torf­schnellkompost, Jauche und etwaiger Gründüngung durchgeführt wird. Er gab dabei die Zusammen­setzung der einzelnen Wirtschaftsdünger bekannt und empfahl u. a. bei Mist die Lagerung auf der Dungstätte in drei Abteilungen, damit zu jeder Zeit fertiger vollwertiger Dünger zu Verfügung stehtt Im zweiten Teil seines Vortrages sprach der Red­ner über seine Erfahrungen bei der Untersuchung der Böden von 8000 Grundstücken in 27 Gemein­den des Kreises Gießen. Er empfahl dringend, auch die Böden der Gärten auf Säuregehalt und Kalk­vorkommen untersuchen zu lassen. Seine Ratschläge, die Bodenuntersuchungen auch bei Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins Gießen vorzunehmem fanden starke Beachtung. Unter dem Beifall der Zuhörer dankte Vereinsführer Junker dem Vor­tragenden für feine aufschlußreichen Ausführungen.

Gießen-Klein-Lin den.

Der Geflügelzüchterverein 1931 Klein-Linden hielt in der GastwirtschaftZur deutschen Eiche" seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Aug. Lenz gab den Jahresbericht, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß der Verein sich im ver­flossenen Geschäftsjahr mit 27 Nummern Hühner und Tauben an der Geflügelausstellung in Heuchel­heim beteiligt hatte. 23 Tiere erhielten das Prädi­katsehr gut", und sechs Ehren- und vier Zu­schlagspreise waren der Lohn für die Sieger. Dis Kaffe wurde mit einem Ueberschuß von 25 RM. abgeschlossen, den Bericht gab Kassenwart Otto Lippert. Die Rechnung wurde genehmigt. Der Ver- einsführer gab zum Schluß noch einige Anord­nungen der Landesfachgruppe Hessen-Nassau be­kannt.

Am Samstagabend fand die Hauptversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft e. G. m. b. H Gießen-Klein-Linden unter der Leitung des Auf» sichtsrats-Vorsitzenden Friedrich S t e i n m ü l l e v statt. Den Geschäftsbericht gab der Direktor, Reichs­bahn-Obersekretär i. R. August Luh. Der Genossen, schäft gehören 45 Mitglieder mit einer Haftsumme von 13 500 RM. an. lieber die Kässenverhältnisse berichtete Genossenschaftsrechner Wilhem Rinn. Die

HM

Privatgespräche am Fernsprecher unterlassen!

Theater der Universitätsstadt Gießen.

Just Scheu und Peter A. Stiller: »Heimlichkeiten^.

(Nachdruck verboten.)

H. Fortsetzung.

Vom Schicksal verweht

Roman von Holla Gutkelch

Sie gehen über das Gras der Lichtung, es ist versengt. Verkohlte Baumstümpfe ragen aus der Erde, und dort hinten steht ein halb zerstörtes Bhaus.Ist das die Station?" fragt Dos

05. Bob nickt.Das war sie!" Das Dach des galows ist niedergebrannt, nur die Wände sind echÄten. Eine trostlos verlassene Stimmung liegt aber dem Ganzen. p ,

Dos Passos setzt sich auf einen Baumstumpf.Na, bkis hätte noch schlimmer sein können. Mit der Zett werden wir die Sache schon wieder l.n bringen." Sein Optimismus ist' unverwüstlich.B5o bleiben eigentlich unsere Leute?"

Lewis legt die Hände an den Mund.Hallo IXonga! Dfa! Los, ihr Faulpelze!" Niemand ant- vortet. Erstaunt sieht er Dos Passos an, ruft noch t inmal:Hallo! Hallo!" Wieder keine Antwort.

Das fängt ja gut an", murmelt Dos Passos. Er bahnt sich wieder durch das Gewirr der Lianen den Weg zum Fluß, gefolgt von Lewis^

Am Landeplatz ist keiner der Neger zu sehen, lur das Motorboot schaukelt noch am Steg, das Kanu ist fort.Verstehen Sie das? ftagt Dos Passos und blickt den Fluß entlangJa. Lewis beutet auf den Boden. Da liegt die Kiste und die Zeltplane, die der Neger vorhin getragen hat. Im Oolz stecken zwei Pfeile. . 9 m_inf

Ja, dann sind wir beide wohl ollem? meint Dos Passos sehr ruhig.

Scheint so." Gelassen steckt sich Bob eine Zlga-

Da "beginnen die Trommeln der Dschungelneger W dröhnen. Dos Passos lauscht, auch Lewis hebt ben Kopf. Sein Blick streift dos Motorboot. Dos Raffos spürt, was der jüngere Kollege denkt, ftor- chcnd sieht er ihn an. Dann bückt er m Wort zu sagen, die Kitte aus die Schulter und W zur Station zurück. Lew'S wirst eine Zlporette »eg, vernichtet sie, nimmt die Zeltplane und tritt chweigend denselben Weg an. Auf und ab schwillt tor unheimliche Ton der Trommeln.

*

..Nein, das ist nicht wahr " Virqinia will nicht »l-uben, was sie hört. Der Prasessor hat ft- m «m Zimmer gerufen, um ihr von dem Aufbruch »er beiden Männer Mitteilung zu machen.

Doch, doch. Sie können stolz auf ihn fein, Miß Larsen. Ich habe Lewis immer sehr geschätzt, aber wie er sich jetzt benommen hat Donnerwetter!" Lächelnd legt er ihr die Hände um die Schullern. Ja, ja, der gute Einfluß einer Frau!"

Warum hat er mir das nicht selbst gesagt?" fragt die junge Aerztin.

Er wollte Ihnen den Abschied nicht schwer machen, deshalb hat er mich gebeten, mit Ihnen zu sprechen. Tapfer fein! Ich weiß, es ist schwer für Sie, aber in solch einem Fall müssen alle per­sönlichen Interessen zurücktreten. Da sind Sie doch meiner Ansicht, nicht wahr?"

Virginia senkt die Lider, ihre langen Wimpern werfen Schatten auf die Wangen.Ja."

Es klopft und herein stürzt aufgeregt wie immer Tommy, der Stationsdiener.Mr. Professor, fein komischer Mann gekommen, nicht sagen was wol­len, mir geben hier!" Er fuchtelt Forster mit einer Visitenkarte vor der Nase herum.

Will Rubber, der hat uns gerade noch gefehlt!" schimpft der Professor.

Er will bestimmt hier nur herumschnüffeln."

Dann empfangen Sie ihn doch nicht, Herr Professor."

Das sagen Sie so! Der Gouverneur wünscht so­gar, daß wir ihn zuvorkommend behandeln. Uns schmeißt er raus, wenn über die wirkliche Aus­breitung der Malaria die Wahrheit in die Presse kommt. Also, Dr. Larsen, seien Sie nett zu ihm!"

Ich? Was soll ich ihm denn sagen? Wollen Sie nicht lieber ..schmollt Virginia. Ihr ist dieser Rubber unsympathisch und unheimlich.

Nein, nein. Wenn ich ihm nicht gleich alles auf die Nase binde, beschwert er sich. Wenn eine so hübsche Frau wie Sie gar nichts sagt, ist er immer noch begeistert." Er gibt Tommy einen Wink.Der Herr soll kommen." Forster lächelt Virginia zu. Machen Sie Ihre Sache gut und nichts ver­raten!" Eilig geht er hinaus.

Gleich darauf öffnet sich wieder die Tür, strah­lend begrüßt Rubber die Aerzttn.Hallo, Miß Larsen, wie geht's? Gut? Danke-, mir auch. Prof. Forster ist nicht da, natürlich! Jetzt werden Sie mir hier alles zeigen, was mich nicht interessiert wunderbar. Schon deswegen lohnt es sich, daß ich hier bleibe.

Virginia hat den Redefluß über sich ergehen lassen.Sie fahren heute nicht ab?" fragt sie kühl bis ans Herz hinan.

Rubber freut sich diebisch.Nein, ich bleibe. Mir ist eine gute Idee gekommen. Interessiert Sie nicht, was2"

Leider nein!" bedauert sie zynisch.

Warum leider?" fragt Rubber ein wenig ver­dutzt.

Virginia denkt daran, daß sie nett fein soll und geht zur Sache über.Wollen Sie zuerst die Krankensäle sehen oder das Laboratorium, Mr. Rubber?"

Das hat Zeit, Fräulein Doc", sagt Rubber ttocken. ,^Jch weiß sowieso, daß Sie mir über die Malaria hier doch nicht die Wahrheit sagen wer­den. Nehmen Sie bitte Platz."

Seine freundliche Frechheit macht Virginia ganz verdattert. Sie setzt sich wirklich.

Rubber blättert mit großer Selbstverständlichkeit in den Akten, die auf dem Schreibtisch des Pro­fessors liegen.Ich bin hinter einer Geschichte her, Miß Larsen, hinter einer Sensation, und die hängt mit meiner guten Idee zusammen!"

Auf unserer Insel werden Sie kaum etwas Interessantes finden, Mr. Rubber!" Virginia hat ihre Ruhe wiederge wannen.

Irrtum! Etwas habe ich zum Beispiel schon gefunden: Ein paar liebe alte Bekannte. Und wenn ich darauf komme, woher ich die kenne, dann habe ich auch meine Sensation! Wetten?"

Virginia hat verstanden. Auch von Rubber droht Dos Passos Gefahr.Wollen wir jetzt mit dem Labor anfangen?" versucht sie ihn abzulenken.

Aber vorher sagen Sie mir bitte noch, woher ich Sie kenne!"

,Lch habe Ihnen schon einmal gesagt. Sie müssen sich irren, Mr. Rubber."

Und was ist mit Dos Passos?"

Virginia erschrickt.... mit Dos Passos?" wieder­holt sie langsam, um Zeit zu gewinnen.

Sie kennen ihn schon länger, ja? Wohl aus den Staaten?"

Aber Virginia läßt sich nicht mehr verblüffen, sie hat sich wieder völlig in der Gewalt.Doktor Passos ist ja erst gestern angekommen."

Bevor sie weitersprechen kann, fällt ihr Rub­ber ins Wort/O. K., Miß Larsen, genügt vor­läufig." Er hat das Feldtelephon auf dem Schreib­tisch entdeckt und spielt daran herumWas ist denn das für ein vorsintflutliches Ding?"

Der Apparat war früher mit der Dschungel­station verbunden, aber die Leitung ist zerstört", gibt Virginia ernst Auskunft.

Rubber nimmt den Hörer trotzdem ab, dreht die Kurbel. Plötzlich horcht er auf. ,Hallo?" Er hält die Sprechmuschel zu.Fräulein Doc, Ihre Dschun­gelritter melden sich."

I Mit großer Erregung nimmt Virginia t>M

Journalisten den Hörer aus der Hand.Hallo, wer ist da? Dr. Dos Passos? Hier spricht Dr. Larsen."

Ganz fern hört sie seine Stimme.Miß Larsens Ja, wir haben die Leitung repariert. Was? Nein, wir fitzen mutterseelenallein, unsere Träger find ausgerückt. Dr. Lewis steht neben mir. Ich gebe ihn Ihnen!"

Und nun ist Bobs Stimme da, zärtlich be­schwörend.Hallo Virgin? Bist du mir noch böse? Ich bin ganz traurig über urrfere dumme Zankerei. Sei wieder gut, es tut mir leid. Hallo Virgin? Hallo Hallo!" Bob horcht noch eine Weile in den Apparat. Dann sagt er lakonisch zu Dos Passos:Aus. Die Leitung ist wieder kaputt!"

Ratlos sehen sich die beiden Männer an. Sie fitzen auf umgeftüipten leeren Kisten. Als Dach haben sie die Zeltplane über den Raum gespannt. Die Trümmer der Möbel und die Aschenhaufen find aus dem Bungalow entfernt. Mit plötzlichem Entschluß laufen Dos Passos und Lewis, ohne daß ein Wort zwischen ihnen gefallen ist, ins Freie.

Etwa hundert Meter von der Station entfernt, wo die Dschungel anfängt, bleiben sie stehen. Die Enden der durchgeschnittenen Leitung hängen quer über den Weg. Am Boden liegt ein Speer. Dos Passos hebt ihn auf, schnalzt mit der Zunge. Ein paar Schritte weiter ist eine tiefe Grube, die mit Zweigen und Blättern überdeckt war. Jetzt hängen die Zweige in die Grube hinein. Lautlos legt sich Dos Passos auf die Erde, schiebt seinen Körper bis an den Grubenrand. Tief unten hockt ängstlich in eine Ecke gedrückt ein Dschungelneger, der nach oben starrt.

Siehst du, mein Sohn", ruft Dos Passos be­lustigt hinunter,bas kommt davon, wenn man die Leitung immer wieder an derselben Stelle kaputt machen will! Verstehst mich nicht, was? Macht nichts, wir beide werden uns noch sehr gut ver­stehen bestimmt." Er hält dem Neger den langen Speer mit dem Schaft nach unten in die Grube. Na. nun komm mal raus. Na, komm schon. Du willst nicht? Ooooh, da müssen wir dich eben holen ..." Dos Passos steht auf.Wollen Sie dem Herrn bitte mal behilflich sein, Lewis?"

Mißtrauisch blickt ihn der andere an.Warum denn gerade ich?"

Weil ich Ihnen bestimmt wieder heraushelsH Lewis", antwortet Dos Passos, ohne die DoppelK deutigk^t, seiner Worte zu betonen.

(Fortsetzung folgt.).