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Endgültig an de NewU-rkTime-^ bestätigt den

DieNew York Dimes", ein von Juden heraus - gegebenes und Roosevelts Inspirationen zugängliches Burtt, die größte Zeitung Neuyorks, hat gewiß nicht ohne Absicht folgendes sestgestellt: Man beginne in Washington einzusehen, daß Großbritannien end­gültig an der Seite Stalins stehe hmpcht- lich aller europäischen Angelegenheiten, und daß es beabsichtige, seine europäische Politik jetzt und m alle Zukunft auf die Bezie hun gen zur So­wjetunion zu gründen. Im Grunde handelt es sich um den seinerzeit von derTimes" ventilierten Zukunftsplan, das europäische Festland demi Bol­schewismus als Beute zu überlassen, die Politik Churchills und Edens geht seit langem diesen Kurs. Wenn em siegreicher Bolschewismus nicht an dem Verschlucken Europas verhindert werden kann nun wohl, was schiert das Churchill. Er würde dann froh sein, wenigstens England gerettet zu haben, ob auch Englands Reichtümer längst in die Bankkam- mern der Rooseveltjuden gewandert, ob auch das einst weltbeherrschende Empire längst von den USA. aufgesogen worden ist. England, durch Churchill, Eden und Duff Cooper in diesen Krieg hineinge-

7SS7-VRT.-Wch!er

Wie ermittelt der U-Boot-Kon

Jeder Zeitungsleser stellt mit Befriedigung fest, daß durch ein deutsches U-Boot beispielsweise der 5004 BRT. große FrachterWilliam Wilberforce" oder die 7957 BRT. großeRhexenor" der Ree­derei A. Holt in Liverpool versenkt wurde, aber die wenigsten von ihnen haben sich wohl einmal Gedanken darüber gemacht, wie ein U-Boot-Kom- mandant die Größe und den Namen eines Opfers feststellt, wie quf diese Weise die Sammelmeldungen von 104 000 oder 112 000 BRT. aus einem Geleit­zug zusamiuentommen und schließlich ein Monats­ergebnis, das für den verflossenen Februar 82 Schiffe mit 545 300 BRT. für die U-Bootwasfe umfaßte. Denn die Zeiten sind vorbei, da die Han­delsschiffe aller Nationen Namen und Heimathafen am Bug bzw. letzteren am Heck über dem Ruder trugen; und nicht immer wird es möglich fein, nach der Versenkung aus Schiffstrümmern oder aufge- fifchten Papieren nähere Anhaltspunkte über das jeweilige Opfer zu gewinnen.

Wir müssen bei der Prüfung der Frage, wie ein Kommandant die erforderlichen Daten ermittelt, zwischen einem Angriff bei Tage und bei Nacht unterscheiden. Arn Tage wird der Kommandant durch das Seerohr zunächst eine allgemein Schätzung vornehmen, welche die Länge des Rumpfes, Stel­lung der Masten, Höhe der Aufbauten, Standort des oder der Schornsteine und die ungefähre Größe umfaßt. Diese Merkmale werden beim Näherkom­men des Schiffes immer^genauer. beobachtet und dem 1. Wachoffizier oder Obersteuermann weiter- gegeben, der sie erst einmal vorläufig zu Papier bringt oder eine Skizze nach den gemachten Daten anfertigt. Jedes Handelsschiff hat nämlich bestimmte Merkmale, genau wie sich ein Schlachtschiff von einem Kreuzer, ein Zerstörer von einem Dvrposten- boot oder einMesserschmrtt"-Jäger von einem fu"-Transportsluazeug unterscheidet. Auch der Laie hat schon auf Bildern gesehen, daß ein Fahrgast­schiff anders aussieht als ein Frachter, daß bei einem Tanker die Aufbauten und der Schornstein am Heck stehen, da Vorschiff und Mitte von den Treibstofftanks eingenommen werden, und daß ein neuerbautes Schiff sich durch eip schräges Vorschiff, abgerundetes Heck und einen kurzen dicken Schorn­stein von einem alten, hochbordigen ,Idljer" unter­scheidet. Diese Unterschiede sind das A und O der christlichen Seefahrt und werden von jedem ein» gefahrenen Mann nach kurzer Zeit beherrscht!

Die Dom Kommandanten ausgegebenen und in der Zentrale des Bootes festgeleqten Daten, die ersterer gegebenenfalls durch den WO. im Seerohr persönlich zur Kontrolle nachprüfen läßt, werden schließlich in einem Schiffstypenkatalog nachgeprüft, der sich aus GrönersTaschenbuch der Handels­flotten" entwickelt hat und der nicht nur die Namen sämtlicher Schiffe, ihre Größe und Ladungstonnen, Baujahr, Geschwindigkeit, Länge, Breite, Tiefgang, Nationalität, Reederei, Heimathafen und Bauwerft enthält, sondern auch eine bestimmte Formel. Mit Hilfe dieser kann wie in .der Logarithmentafel des, Tertianers in dem Bildverzeichnis das feind­liche Schiff genau ermittelt werden. In dieser For­mel wird z. B, jeder Mast mit einer 1 angeführt, jeder Ladepfosten an Deck mit einem i, die Kom-

r Seite Stalins "

europäischen Verrat Englands.

hetzt, hat nach Churchills Aussage wider Erwarten um sein nacktes Leben kämpfen müssen. Alle seine Illusionen, einst Europa wieder beherrschen zu kön­nen, sind im Kriegsfeuer verbrannt, alleSiche- rungsposten" auf Europas Festland, Frankreich, Polen, die Regierungen Norwegens und die des Herrn Benesch, der Niederlande, Belgiens und des Balkans, sie sind hinweggefegt worden. Bleibt also nur der Bolschewismus als Retter aus allen eng­lischen Nöten, also hat England sich als Hilfsvolk diesem Bolschewismus schmählich verschrieben. Chur­chill muß alles auf eine Karte, auf die Stalins, setzen, er gibt damit Europa dem Werwolf aus der Steppe preis. Der Somjetrummel in England, der so weit geht, daß englische Kirchenfürsten für die Mörder des Christentums öffentlich beten lassen und englische Offiziere in Sowjetveranstaltungen für den Bolschewismus reden, er hat die ganze Insel in Untergangsstimmung getaucht. Wenn aber diese englische Sowjetkarte nicht sticht? Wenn die Völker Europas ihren ganzen Widerstandswillen dem Bol­schewismus entgegenstemmen und ihn niederringen, was geschieht dann mit England?

Mexelwr" versenk!!

»Mandant Größe und Namen?

mandobrücke mit einem b, jeder Schornstein mit einem s usw.

Diese Daten mögen für das Beispiel derRhe­xenor" genügen, die uns folgende Formel nennt: 11 b s i 1 i und damit zeigt, daß bei diesem Fracht­schiff von vorn auf einen Lade Pfosten ein Mast folgt, die Kommandobrücke, der Schornstein, ein Ladepfosten, der achtere Mast und ein weiterer La­depfosten. Durch je einen Schrägstrich vor und hin­ter der Formel wird schließlich angezeigt, daß es fid) um ein relativ neues Schiff mit eingezogenem Bug und abgerundetem Heck handelt. Das Schiffs­register gibt nun insgesamt an, daß dieRhexenor" ein Turbinenschiff für Allesfracht ist, 1922 vom Sta­pel lief, 7957 BRT. groß ist und 8620 Ladungs­tonnen aufweist, 14 sm läuft (1 sm 1852 m), 140 m lang und fast 18 m breit ist und der briti­schen Reederei A. Holt in Liverpool gehört. Handelt es sich bei einem versenkten Fahrgastschiff um eines aus einer Klasse, die mehrere Schwesterschiffe um­faßt und kann der Kommandant vielleicht infolge- emsetzender Abwehr keine einwandfreien Anga­ben feststellen, so wird nur das kleinste der natürlich ungefähr gleichgroßen Klassenschiffe angesetzt, selbst auf die Gefahr hin, daß ihm einige tausend BRT. zu wenig angeschrieben werden.

Bei einem Nachtangriff, der natürlich in dieser Hinsicht weit schwieriger ist, läßt der Kom­mandant von jedem auf der Brücke befindlichen Be­satzungsmitglied mitbeobachten und alle gemachten Angaben mit vollster Genauigkeit überprüfen und festlegen. Aus dem vielleicht erkennbaren Schatten­riß wird dann das Opfer klassifiziert; in allen Fäl­len, wo eine einwandfreie Beobachtung nicht mög­lich ist, wird die Art des Schiffes Fahrgastdamp- fer, Frachter oder Tanker und die ungefähre Größe gemeldet. Grundsatz bleibt auch hierbei ab­solute Wahrheit, so daß eher zu wenig als zu viel Schiffsraum als'versenkt gemeldet wird. Be­reits im ersten Weltkrieg hat man mit den Anga­ben der Kommandanten die besten Erfahrungen ge­macht, denn, als die Archive der feindlichen Mächte geöffnet wurden, zeigte sich, daß tatsächlich mehr Schiffe von uns vernichtet als von uns errechnet worden waren. Diese Praxis bietet die Gewähr da­für, daß auch in diesem Krieg die Angaben des OKM. in jeder Weise hieb- und stichfest sind.

Englands auswärtiger Dienst.

ockholm, 18. März. (Europapreß.) Ein Vorschlag zur Neuregelung des britischen auswär­tigen Dienstes wurde im Unterhaus eingebracht. Er ist begründet mit dem Porwurf, daß in diesem Dienst noch Ansichten aus dem 18. Jahr­hundert herrschten. Dieses Amt, das Sprachrolp? für Kabinett, Regierung und Parlament, müsse von Zeit zu Zeit überholt werden. Heute fei es so, daß die Beamten des auswärtigen Dienstes nicht nur Politiker seien, sondern auch wirtschaftliche Kennt­nisse haben müßten, denn beide Gebiete seien zu stark miteinander verflochten. Der Antragsteller empfahl, junge Leute mit Fähigkeiten für diesen Dienst ohne Rücksicht auf ihre Geld läge einzu­stellen.

Oie Rivalität der Alliierten in Iran.

S ch a n g h a i, 18. März. (Europapreß.) Die Lage in Iran wird infolge der offenen Reibungen zwi­schen den verschiedenen brittsch-nordamerikamschen Missionen sowie den somjetrussischen Agenten, deren Tätigkeit sie besonders auf wirtschaftlichem und po­litischem Gebiet argwöhnisch überwachen, täglich komplizierter. Während die Nordamerikaner auf eine Zusammenarbeit mit iranischen Kapitalisten und Landbesitzern Einarbeiten, zeigen sich die Briten hauptsächlich interessiert an der höheren Beamten­schaft und den Verwaltungsorganen. Das sowjetffche Tätigkeitsfeld erftteckt sich überwiegend auf die Mit­glieder des iranischen Parlaments, sowie auf die Führer der werktätigen Bevölkerung. Die Sowjet­agitatoren versprechen den Iranern wie auch den andern Mohammedanern in Nordafrika, Arabien und Indien politische Unabhängigkeit. Sie wenden sich gegen die kapitalistischen und imperialistischen Ziele anderer Länder und scheuen selbst vor direk ten Angriffen auf die nordamerikanische und britische Wehrmacht nicht zurück. Hier leisten ihnen weibliche Agenten gute Mittlerdienste. Erst vor wenigen Ta­gen fanden in den Oelfeldern in der Nähe Teherans heftige Zusammenstöße zwischen der iranischen Be­völkerung, nordamerikanischen Pionieren und briti­scher Kavallerie statt. Interessant ist die Beobach­tung, daß die sowjetischen Verbände kurz vor diesen Zusammenstößen nach der nordiranischen Grenze verlegt waren und sich der britische Geheimdienst über die antibritische Agitation der Sowjets in Iran durchaus im klaren ist, ohne diese jedoch verhindern zu können.

Abenteuerliche Flucht aus Iran.

Ankara, 18. März. (DNB.) Der Transozean- Vertreter in Teheran, Roman Gamotha, ist nach monatelanger abenteuerlicher Flucht vor den briti­schen und sowjetischen Truppen irn Iran, und nach längerem Krankenhausaufenthalt in der türkischen Hauptstadt eingetroffen, von wo aus er in den nächsten Tagen seine Weiterreise nach Deutschland antretep wird. Als im Juli 1941 die Auslieferung der deuffchen Männer durch die iranische Regierung an die Engländer und Sowjets verkündet wurde, floh Garnotha, der sich gerade auf dem Sommersitz der deuffchen Gesandtschaft aufhielt, aus der in zwischen vom iranischen Militär umstellten Gesandt­schaft. Fast 13 Monate hielt er sich in den nord- iranischen Bergen verborgen, obwohl von britischer Seite damals ein Preis von 100 OOO iranischen Rials auf feinen Kopf ausgesetzt wurde. Im August 1942 entschloß sich Gamotha, im Fußmarsch den Weg auf neutrales türkisches Gebiet zu wagen. Mehrfach wurde er von sowjetischen Posten durch­sucht, ohne daß sie ihn in seiner einheimischen Ver­kleidung erkannt hätten.' Nach 75tägigem Fußmarsch kam er schließlich fieberkrank bei dem türkischen Grenzposten Kazim Pascha an.

Aus dem Reich.

Stillegungs- und DeremfachungS- maßnahmen der NSDAP.

Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet, werden dcts Hauptamt für Beamte mit den Gau- und Kreisämtern für Beamte und der Reichsbund der deutschen Beamten, das Haupt­amt fürErzieher mit den Gau- und Krpisäm- tern für Erzieher und der NS.- Lehrerbund, das Kolonial politische Amt und der Reich s k olon i a lb und stillgelegt.Der Reichs­bund deutsche Familie stellt seinen Bei­tragsabzug ein. Die NS.-Volksw ohl fahrt, die NS.- Kriegsopferoersorgung und der NDD.-Aerztebund legen einen großen Teil ihrer Verwaltungsarbeir still. Durch diese Maßnahmen werden Arbeitskräfte und Arbeitsmittel für Aufgaben der Reichsvertei­digung fveigemacht werden. Andererseits bedeuten sic auch eine Vereinfachung und Konzentration der Par­teiarbeit im Kriege, da die in den angefchlvfsenen Verbänden hauptsächlich ehrenamtlich tätig gewese­nen Mitarbeiter sich nunmehr für andere vordring­liche Kriegsarbeiten der NSDAP, zur Verfügung stellen können.

Pakete an Kriegs- und Zivilgefangene.

Es sind vielfach Fragen danach entstanden, miet lange es dauert, bis ein deutscher Kriegsgefangener oder Zivilinternierter in Uebetfee das Paket be­kommt, das ihm aus der Heimat zugesandt wird- Nach Britisch-Jndien dauert es durchschnittlich fünf Monate. Die Uebermittlungsdauer nach England beträgt im Durchschnitt zwei Monate, nach Kanada etwa drei Monate. Nach Aegypten beanspruchen solche Pakete durchschnittlich 3V2 Monate, bis Süd­afrika vergehen im Durchschnitt 3V2 Monate. Die

Morgan-Leuten entworfen und nach ihnen benannt. Parker Gilbert, der von 1924 bis 1930 als Repa­rationsagent, also als Auffichtsinstanz über die deut­sche Finanzgebarung in Berlin saß, kam aus dem Morgan-Kreis und wurde nach Beendigung dieser Tätigkeit als Teilhaber in das Bankhaus Morgan aufgenommen. v f .

Die Grenzen des politischen Bankiers werden bet dieser Gelegenheit offenbar. Bismarck hat das Wort von den Imponderabilien, von den unwägbaren, aber oft entscheidenden Faktoren in der Politik ge­sprochen. Diese Imponderabilien umfassen die tief­sten Lebensinstinkte des einzelnen Menschen wie ganzer Völker; sie liegen aber außerhalb und jen­seits des rechnerischen Kalküls eines Bankiers, der mit festen Größen arbeitet. In dieser Entwicklung des Hauses Morgan liegt gewiß etwas Zwangs­läufiges. Die Zwangsläufigkeit ergab sich aus der Größe seines Kapitaleinflusses. So erklärte sich das paradoxe Widerspiel, daß der alte John Pierpont Morgan persönlich viel bedeutender war als sein jetzt verstorbener Sohn. Und doch ist das Haus Morgan unter dem -jüngeren Morgan erst zu feiner eigentlichen Weltbedeutung emporgeftiegen! Der Hintergrund ist der Wandel der Vereinigten Staaten vom 'kapitalistischen Neuland zur kapitalistischen Weltmacht.

Das Bankhaus Morgan hat zweimal versagt: m her Reparationspolitik und in der großen Weltwirt­schaftskrise. Die Weltwirtschaftskrise, die die Ver­einigten Staaten 1929 erfaßte und bis 1934 in $ie= berschauern schüttelte, vor der auch Roosevelt letztlich in den jetzigen Weltkrieg hineinflüchtete, hat die mel- gerühmte Allmacht des Hauses Morgan auf einem Tiefpunkt gezeigt. Als die Geschäfte gut gingen, ge­nügte die feststehende RedefloskelHerr Morgan stellt anheim", um die Börse und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten auf die gewünschte Linie euv schwenken zu lassen. Als die Weltwirtschaftskrise aus ihrem Tiefpunkt war, ließ der Präsident der Ver­einigten Staaten alle führenden Bankiers kommen; aber siehe da, alle einschließlich des jüngeren Morgan und seines Geschäftsführers Thomas Lammont wuß­ten nichts zu sagen und noch weniger zu empfehlen.

Dieser Wandel vom amerikanischen Großbankier zum Weltbankier und dann wieder der Rückschlag zur Weltwirtschaftskrise und zum zweiten Weltkrieg scheint uns das im recht eigentlichen Sinn Bezeich­nende an dem Aufstieg und dem beginnenden Ab­stieg des Hauses Morgan zu fein. Die Zeit der Mor­gans nähert sich dem Ende. Die Götterdämmerung der Geldfürsten kündigt sich an. Alles andere, was sonst von den Morgans zu sagen fft, baut sich als Einzelheit in diesen großen Entwicklungsgang hin­ein. Sie haben riesige Kriegsgewinne während des ersten Weltkriegs gemacht. Sie waren die Träger des Gedankens, auf Leihkapital die Weltherrschaft der Vereinigten Staaten aufzubauen und sich mit Leihgeldern die Industrie der ganzen Welt unter­tänig zu machen: so wie sich der ältere Morgan die Industrie der Vereinigten Staaten selbst mit Hilfe seines raffiniert entwickelten Systems der Beherr­schung fremder Gelder angebunden hatte. Dieses System ist gescheitert. Um die Bestätigung dieses Scheiterns geht mindestens zu einem sehr großen Teil dieser zweite Weltkrieg. t)r. Ho.

Um den Preis ihres Kriegseintritts geprellt.

L u e n o s A i r e s, 18. März. (Europapreß.) Un­ter dem TitelNeutralität und wirtschaftlicher Wohlstand der Nation" schreibt die ZeitungCa- bilbo':Wenn auch .unsere wirtschaftliche Lage schlecht sein mag, so ist sie trotz allem zufrieden­stellend, wenn man sie njH den Nachbar­ländern vergleicht, die gezwungen wurden, fak- tisch ickden Krieg gegen die Achsenmächte einzu­treten. Was hat es Uruguay, Brasilien, Peru, Boli­vien und Paraguay genützt, was wird es Chile nützen, daß sie das souveräne Privileg ihrer Neu- tralität zum Opfer gebracht haben, wenn dieses Opfer ihnen nicht die Wirtschaftshilfe brachte, Die man ihnen als Entschädigung versprochen hat? Argentinien fragt sich inmitten seiner Isolierung: Ist es nicht der Mühe wert, daß man sich den Luxus erlaubt, das einzige neutrale Land Ame­rikas zu fein?"

Die USA überwachen die Gtahlerzeuquna der Dominion«. Lissabon, 18. März. (Europapreß.) Eine nord- amerikanische Studienkommission ist mit der Auf­gabe betraui wilden, die Möglichkeiten der Stahl­erzeugung Austkaliens, Neuseelands, der Südafti- kanischen l|nion und Indiens eingehend zu über­prüfen. Die Feststellungen dieser Kommission sollen für die künftige Zuteilung von Stahl und Stahlerzeugnissen im Rahmen der Pacht- und Leih­lieferungen durch die USA. an diese Länder maß­gebend fein. . .

Max Regers Schicksal und Sendung.

r Von Dr. Karl Laux.

Am 19. März wäre Max'Reger 70 Ja^re a 11 geworden. Grund genug, uns wieder einmal an das Schicksal und die Sendung des Mannes zu erinnern, her immer noch umstritten, der mehr als 25 Jahre nach feinem Tode noch nicht fein säuber­lich in das Museum der Musikgeschichte eingeordnet ist, sondern immer noch als wirkende Kraft anzieht und abstößt, dessen Werk immer nochzeitgenös­sische Musik" ist, während über andere, noch lebende Musiker die Akten längst geschlossen sind ...

Sein Schicksal war, sehr früh von dieser Erde abberufen, nicht nur was vielen anderen Men­schen auch beschieden ist mitten aus dem Schaf­fen herausgerissen zu werden, sondern mitten aus einer sich gerade anbahnenden Entwicklung. In einem wenig bekannt gewordenen Brief des Tho- masfantors Karl Straube, des Reger-Freundes und Reger-Vorkämpfers, an Joseph Haas heißt es:Die nteitere Entwicklung von Max Reger, blicken wir auf die Verfeinerung und Durchgeisti- gung der letzten Kammermusikwerke, hätte zu Mo­zart geführt, und damit wären, da eine schöpferische Persönlichkeit großer Art der Führer sein wollte, Der deutschen Musik neue Wege zum freien Schaffen geöffnet worden."

Aber mir brauchen mit Dem Schicksal nicht zu hadern, ebenso wenig wie im Falle Schubert, der gleichfalls unvollendet-vollendet von uns gegangen ist. Max Regers Schicksal wurde zu seiner Sendung. Wie sich an ihm, vor allem an dermozartschen Wendung" seiner letzten Werke die Komponisten orientiert haben, so tun sie es auch heute noch, und heute wieder. Die Musik unserer Tage ist Regersche Musik, möge sie sich auch im einzelnen Phänomen von ihr unterscheiden. Sie ist es in der Grundhal­tung. Joseph Haas, unter den vielen bedeutenden

Regerschülem der bedeutendste und geradezu der Fortsetzer seines Werkes, hat diese Haltung einmal in einer Gedächtnisrede (anläßlich der Ueberfüh- rung der Asche Regers nach München im Mai 1930) in die Punkte zusammengefaßt: Wiedererneuerung alter Formen; gegenüber ausschweifender Klang- s^ekulation die unerbittliche Logik streng polyphoner satzweise; an Stelle der verstiegenen Gefühlswelt unmufikanttscher Literaten und Aestheten die Wahr­haftigkeit echten Musikantentums; Eindämmen Der ungesunden Erotik. Das sind die Ideale, zu denen sich auch die jungen Komponisten von heute beken­nen. Max Reger hat um diese seineFernwirkung" gewußt, wenn er einmal sagte:Einer Musikge­schichte in 50 Jahren wird es Aar sein, daß ich Der Einzige war. Der sich gegen Die ,Versumpfung' im Lisztschen ungesunden Fahrwasser entgegenstemmte! Ich war derjenige, der als bewußter Fortschrittler ,sans phrase* den Strom wieder in das Bett: Bach, Beethoven, Brahms geleitet hat." Mer nicht nur Die feftstellende Musikgeschichte weiß das heute und bestreitet es nicht, auch das Musikgeschehen, Das lebendige um uns herum, zieht die Konsequenzen daraus.

Was die Jugend an der Musik Regers so anzieht, ist ihre polyphone Ehrlichkeit, die sich immer wie­der, auch durch die spätromantische Hülle und Fülle seiner Harmonik hindurch, durchsetzt, ist jene spezi- fifd) deutsche Handwerksgefinnung, der Reger wieder zum Durchbruch verholsen hat.Nur jene Musik ist gut, die vollkommen farblos gespielt werden kann. Man muß zuerst zeichnen können, ehe man malt" das ist einer Der kompositorischen Kernsätze Regers, Diejeute zu ungeahnter Geltung gekommen sind.

So erfüllt sich Max Regers Sendung, nach einer Forderung Goethes, des Dichters, Dessen Ausspruch- Immer schreite, schreite" in Regers Arbeitszimmer hing:

Wer in Der Weltgeschichte lebt, Dem Augenblick sollt' er sich richten? Wer in die Zeiten schaut und strebt, Nur Der ist wert, zu sprechen und zu dichten."

Max Neger als Soldat.

Von Mathilde v. Leinburg.

Als zu Max Regers zwanzigstem Todestage 'in der Bayerischen Staatsbibliothek zu München eine Max-Reger-GeDächtnisausstellung stattfand, wurden Stimmen laut. Die meinten, in dieser Ausstellung mühte wahrhaftig eine eigene AbteilungReger, der Deutsche" heißen. So sehr war der Mensch Reger durch und durch von echtem Deutschtum be­seelt. Daher ist auch sein gesamtes Lebenswerk, des­sen Wurzeln bis in die Frühzeit deutscher Musik zurückreichen, so grunddeuffch, daß man keine ein­zige seiner Schöpfungen als von einem Ausländer herrührend halten könnte. Darum schätzte er auch diejenigen feiner Brüder in Apoll am höchsten, die ihm in dieser Beziehung am nächsten standen: Bach, von dem er sagte:Bachisch sein heißt urgermanisch, unbeugsam sein", und Brahms, den er denein­zigen" nannte,von Dem man in unserer Zeit etwas lernen kann."

Selbstverständlich war dieser Kämpfer für Das Deutschtum in Der Musik gewaltig stolz, als er Den bunten Rock anziehen Durfte, und kein Seufzer ent­rang sich Dem Stubenhocker, dessen Riesenfleiß bei seinem Tode hinterließ der erst Dreiundvierzig- jährige eineinhalbhundert Werke ihn immer bloß an Klavier, Orgel und Schreibtisch gefesselt hatte, über die nun ungewohnten Strapazen. Ver­gnügt berichtete er in seinen Briefen, daß feinar­mer Bierbauch" verschwunden sei, und er trium­phiert:Ich möchte euch Vaterlandskrüppel mal sehen, wenn ihr unser Exerzieren mitmachen müß­tet; ich glaube, in Der ersten halben Stunde könnte man euch einsalzen und die Maroden' auf dem Krankenwagen nach Hause fahren. Ausgehalten roirDs doch, und ich merke, man wird ein bomben» kräftiger Mansch!" Auch von seinen, vom vielen Notenlesen und Notenschreiben sehr kurzsichtigen Augen kami er nur Das Beste melden:Nie habe ich besser gesehen wie jetzt, wo sich Die Augen durch Da« viele Schießen fo sehr gekräftigt haben. Jetzt

schieße ich auf 300 Meter auf eine Scheibe, die kopf­groß ist, und treffe mit jedem Schuß."

Aus dieser Einjährig-Freiwilligenzeit in Wies­baden hat sich übrigens eine lustige Anekdote, nein, keine Anekdote, sondern eine wirkliche Begebenheit erhalten: Bei feinem ersten Sonntagsausgana aus Der Kaserne kam ihm Der wachhabende Unteroffizier in Den Weg und prüfte Des Neulings Aeußeres. Aergerlich langte er nach dem vom Gesicht baumeln­den schwarzen Schnürchen.Was ist denn das?" ,Lu Befehl, Herr Unteroffizier, das ist ein Knei- ferschnürl."Was? Ein Kneiferschnürl? Möch­ten S' nicht gleich ganz in Zivil kommen?"

Die Musik ließ Der Soldat Reger aber auch da­mals nicht rosten. Erschüttert durch den Tod von Johannes Brahisis, schrieb er während eines Kran- kena^fenthaltes im Garnisonslazarett um es tun zu dürfen, log er, er komponiere einen Parade­marsch sein erstes größeres Kammermusikwerk, das seinerzeit als Opus 21 gedachte c-moll-Klavier quihtett, das ein Verleger jedoch zurückwies, so daß Reger es, ohne Hoffnung auf eine Drucklegung, feinem um ihn hochverdienten Lehrer und Freund Adalbert Lindner schenkte. Erst sechs Jahre nach Regers Tode erlebte es unter enthusiastischem Bei­fall seine Uraufführung.

Führte er Damals auch seine militärischen Vor­gesetzten mit demParademarsch" an Der Nase herum, später hat Reger Dem kriegerischen Zeitgeist kostbaren Tribut gezahlt. Ein Jahr vor Dem Welt­krieg hätte Der Riesenhafte Reger mar 1,86 m groß und sehr stark einen Schlaganfall. Wenn er sich davon auch wieder erholte, fein Kriegsdienst war nur von kurzer Dauer; traurig klagte er: ,^ch, V aterlandskrüppel, kann unser Heer nur an kompo­nieren!" Und er tut es voll nationaler Begeisterung mit seinerVaterländischen Ouvertüre" und den zu früh jubelnden OrgelstückenSiegesfeier" und Dankpsalm". DieTrauerode" und einToten feier" betitelter, erst im Nachlaß gefundener Satz zu einem unvollendet gebliebenenRequiem waren Dem Gedächtnis der im Welttriea aefafieuw Helden gewidmet.