Oie GPLl. von Juden beherrscht
Berlin, 16. April. (DNB.) Die furchtbaren Feststellungen über die Durchführung des Mordes in Katyn durchjüdischeSonderkommandos haben das Deutsche Nachrichtenbüro veranlaßt, bei der Antikomintern in authentische Unterlagen über den Einfluß des Judentums auf die bolschewistische GPU. Einsicht zu nehmen. Es sind dabei die folgenden Feststellungen getroffen worden:
Es ist unbestreitbar, daß die Organisation der GPU. (heutiger Name NKWD.) jiod) stärker als der übrige Staatsapparat der UdSSR, von Juden durchsetzt ist und von ihnen beherrscht wird. Einen Ueberblick geben zahlreiche Deröffent- lichungen in sowjetischen Zeitungen über Beförderungen, Ordensverleihungen, Versetzungen usw. So veröffentlichte z. B. die Jswestija vom 29.11.1941 einen Beschluß des Obersten Rates der UdSSR., auf Grund dessen eine Reihe Funktionäre der GPU. (NKWD.) für „vorbildliche Durchführung eines Auftrages der Regierung über den Bau von Derteidi- gungsobjekten" mit verschiedenen Orden ausgezeichnet wurde. Von 63 führenden Männern der GPU., die hier ausgezeichnet wurden, sind 45 einwandfrei a l s Juden festgestellt.
Aus verschiedenen Veröffentlichungen über Ernennungen und Beförderungen ergibt sich ferner.
krieges zu illustrieren als die Existenz dieses At- lantikwalles. Damals waren die französischen Ka- nalhäfen die Nachschubbasis für die britischen Armeen in Flandern. Es war ihre traditionelle Rolle in Jahrhunderten europäischer Geschichte, denn in Frankreich hat man vielfach vergessen, daß im Mittelalter fast die Hälfte des Landes britischer Besitz war und erst die Vertreibung der Engländer im Hundertjährigen Krieg die Grundlage zur Errichtung eines französischen Nationalstaates gelegt hat. Ader Ealais und Boulogne waren noch 1558 in englischer Hand und spater waren Belgien und Holland Sprungbrett und Operationsbasis englischer Heere gegen Frankreich. Im Weltkrieg, als die britischen Soldaten in Flandern sich als die Herren gerierten, wurde bei manchen Franzosen die Erinnerung an diese dunklen Blätter ihrer nationalen Geschichte wieder wach. Aber die von der Pariser Clique fanatischer Revanchepolitiker und Entente freunde eifrig gepflegte Haßpsychose gegen Deutschland als Erbfeind hatte Frankreich seiner historischen Ausgabe als Bollwerk des Kontinents gegen Westen entfremdet. Es gab sich selbst als Einfallpforte für die Seemächte hin. Wie Calais und Boulogne wiederum von den Engländern ganz als britische Brückenköpfe betrachtet wurden, so landeten die amerikanischen Heere in Brest und Le Havre, um an der Westfront die Entscheidung zu bringen, nachdem der deutschen Frühjahrsoffensive 1918 nach dem Siege bei Armentiöres und dem Uebergang über die Lys der Durchbruch zur Kanalküste versagt geblieben war.
'Heute liegt der europäische Kontinent in sicherem Schutz hinter dem Atlantikwall, der mit einer lückenlosen Kette gewaltiger Befestigungswerke modernster Bauart auf einer Länge von fast 3000 Kilometer vom nördlichen Norwegen bis zum Fuß der Pyrenäen jeden feindlichen Zugriff von Westen her verhindert. Denn nach den Erfahrungen der letzten Feldzüge, vor allem auch nachdem ein starres System wie die Maginot-Linie sich so wenig bewährt hat, wurden die Bastionen des Atlantikwalls zur Rundum-Verteidigung eingerichtet und in dem sich vielfach überschneidenden Feuer ihrer Artillerischwersten Kalibers würde jede Truppe, der es ge- lunaen sein sollte, im Schutz von Nebelwolken irgendwo Fuß zu fassen, erbärmlich zusannnengeschos- sen werden. Auch ausländische SachverstäNdiae, die Gelegenheit hatten, den Atlantikwall zu besichtigen, bekennen, daß angesichts dieser lückenlos ineinander- areisenden und mit modernsten Waffen armierten Werke jedes Landungsunternehmen in wenigen Stunden mit einer Katastrophe enden müsse. Aber der Atlantikwall ist ja nicht nur ein großartiges und in der Geschichte der Fortifikationskunst beispielloses Werk der Verteidigung, sondern er bezieht in seinen Schutz ja auch die atlantischen Stützpunkte der deutschen U-Boote ein und ist daher die wichtigste deutsche Operationsbasis für die Schlacht auf den Weltmeeren. Auch hier liegt der Unterschied zur militärischen Lage Deutschlands auf der Hand. Denn während damals die deutsche Hochseeflotte im berüchtigten nassen Dreieck der Deutschen Bucht eingeschlossen war und die U-Boot-Waffe sich auf die belgischen Kanalhäfen Ostende und Zeebrügge angewiesen sah, ist heute dieser Ring geiprengt. Deutsche Schlachtschiffe operieren von der Küste Norwegens aus und bilden einen starken Rückhalt für die Angriffe auf die Murmanst-Route, den kürzesten Ver- biitdungsweg zwischen England und seinem sowjetischen Bundesgenossen. Deutsche U-Boote haben von der französischen Atlantikküste aus das freie Meer vor sich. Ihre Rudel schwärmen bis in die amerikanischen Küstengewässer vom Lorenzstrom bis zum Golf von Mexiko, von der Karibischen See bis zur La- Plata-Mündung und um das Kap herum in den Indischen Ozean. Auch seestrategisch liegt Deutschland in der Vorhand und läßt sie sich nicht entreißen.
Nach Osten und Westen gesichert sieht der Kontinent zuversichtlich den militärischen Ereignissen des Frühjahrs entgegen. Es ist die schöpferische Pause, die dem Führer Gelegenheit gibt, mit seinen Verbündeten wieder persönlich Fühlung zu nehmen und in den Besprechungen mit ihnen die Entschlüsse zu fassen, die die kommenden Entscheidungen vorbereiten und ein!eiten. Als erster Besuch erschien König Boris von Bulgarien im Führerhauptquartier. Bulgarien steht als Mitglied des Dreierpaktes vor- behalllos an der Seite Deutschlands und seiner Verbündeten. Der Balkanfeldzug 1941 hat es um zwei Drittel feiner Fläche und fast die Hälfte seiner Be
völkerung vergrößert. Die Angleichung der neugewonnenen Gebiete Mazedoniens, Thraziens und der Dobrudfcha beanspruchen in erheblichem Maße die Kraft des Landes, das in drei Kriegen schwere Blutopfer hat bringen müssen. Aber Bulgarien kennt den Bolschewismus aus eigener Erfahrung und weiß genau, daß ein Sieg der Sowjets ihm weit mehr als seine eben erst mit Hilfe der deutschen Waffen errungene Machtstellung auf dem Balkan kosten würde. Die Meerengen im Besitze der Sowjets und Bulgarien würde zum Glacis des Bolschewismus auf dem Balkan. Aus einem national geeinten freien Bulgarien würde eine Sowjetrepublik als Satrap Moskaus. Als wichtigstes Durchgangsland .zwischen Europa und Kleinasien beherrscht Bulgarien heute den Raum zwischen Schwarzem, Aegäischem und Jonischem Meer und seine Wehrmacht erfüllt daher auch ohne unmittelbaren Einsatz eine wichtige Funktion bei der Sicherung des Kontinents.
Als zweiten Besucher konnte der Führer Italiens Duce begrüßen, der von seinem Staatssekretär im Außenministerium Bastianini und dem Generalstabschef Ambrosio begleitet war. Die Besprechungen waren durch die Italien-Reise Ribbentrops und die Fühlungnahme des Großadmirals Dönitz mit feinem italienischen Kollegen vorbereitet worden, so daß sich schnell ein Bild des gemeinsamen Wollens der beiden durch ein gleiches historisches Schicksal, die gleiche revolutionäre Idee und die gleiche nationale Aufgabe der Befreiung von unerträglichen Fesseln und Sicherung ihrer völkischen Existenz so eng verbundenen Waffengefährten ergeben konnte. So konnte auch das Com- munigue über die Besprechungen zwischen Führer und Duce diesen gemeinsamen Willen zum äußersten kämpferischen Einsatz beider Nationen für einen kompromißlosen Sieg unterstreichen. Kein vorübergehender Rückschlag wird beide in ihrer Zuversicht irre machen, daß dieser Sieg als Frucht aller Anstrengungen im Kampf gegen eine mächtige feindliche Koalition den beiden Völkern ihr Lebensrecht sichern wird. Das Ziel ist klar: die Beseitigung aller Gefahren, die aus dem Osten und Westen dem europäischen und afrikanischen Raume drohen, und ein Friede, der die Zusammenarbeit der europäischen Völker auf der Grundlage ihrer gemeinsamen Interessen sichert und eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Güter herbeiführt. Das italienische Volk steht in einer harten Bewährungsprobe. Es hat den Verlust feiner afrikanischen Besitzungen an einen übermächtigen Femd überaus schmerzlich empfunden, waren doch Aethiopien so gut wie Libyen der berechtigte Stolz des auch kolonisatorisch neue Wege gehenden Faschismus. Aehnlich wie manche unserer deutschen Großstädte werden auch in Italien die Zentren des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens vom Luftterror der britisch-amerikanischen Mordbrenner schwer mitgenommen, wobei auch die ehrwürdigen Baudenkmäler glanzvoller Geschichtsepochen, zu denen einst eine ganze Welt pilgerte, nicht verschont bleiben. Aber das italienische Volk ist geschult genug, um zu wissen, daß dieser Krieg auch insofern ein totaler Krieg ist, als er nur als Ganzes betrachtet werden kann, weshalb bie äußerste Konzentration aller Kräfte dort erfolgen muß, wo der Sieg die Entscheidung zu bringen verspricht. Der Einsatz italienischer Divisionen an der Ostfront, die erbitterte Verteidigung des tunesischen Brückenkopfes durch deutsche und italienische Streitkräfte gegen eine vielfache Uebermacht sind Zeugnisse für diese Erkenntnis. Seit Jahren bemüht sich die feindliche Agitation, irgendwelche Risse in der Achse Berlin—Rom zu entdecken. Aber ihre Märchen, die Mussolini im Bewußtsein seiner Stärke der Oesfentlichkeit mitteilt, beweisen nur, wie sehr man in London noch immer in den Vorstellungen von dem Italien des Liberalismus befangen ist. Das faschistische Italien weiß, daß England es wieder in das Gefängnis des Mittelmeers zurückbringen will, in dem es ersticken muß. Es kämpft um sein Leben und weiß, wie sein deutscher Waffenkamerad, daß nur der totale Sieg der Achse ihm sein Lebensrecht sichert.
Nur wenige Tage nach dem Duce empfing der Führer den Staatschef des verbündeten Rumänien, Marschall Antonetzcu. Auch Rumäniens Kampf an der Seite der Achse geht um Sein oder Nichtsein, denn das Schicksal Bessarabiens in der kurzen Zeit der Bolschewistenherrschaft ist eine
Warnung, die deutlicher spricht als alle Theorie. Die Verwirklichung der sowjetischen Kriegsziele auf dem Balkan und an den Meerengen würde die Vernichtung des rumänischen Staatswesens und die Verelendung des rumänischen Bauern, der das Rückgrat der Nation bildet, bedeuten. Rumänien hat Die Unersättlichkeit des sowjetischen Nachbarn kennengelernt, als dieser ihm im Juni 1940 Bessarabien und die Nordbukowina abpreßte. Zur Verteidigung seiner nackten Existenz hat es das Schwert gezogen und sich entschlossen an die Seite Deutschlands gestellt. Die rumänischen Trüppen haben Bessarabien befreit und Transnistrien, das Land zwischen Dnjestr und Bug erobert Tapfer haben sie sich Schulter an Schulter mit den deutschen Armeen geschlagen für die Sache ihres Vaterlandes, die auch die Sache Europas ist, denn ein starkes nationales Rumänien ist berufen, einmal ein Bollwerk des Kontinents gegen die Steppe des Ostens zu fein. Deshalb bekräftigten der Führer und Marschall Antonescu ihre feste Entschlossenheit, den Kampf gegen die Feinde Europas unter Einsatz aller Kräfte bis zum kompromißlosen Siege fortzusetzen, denn nur er kann auch Rumänien vor dem furchtbaren Schicksal bewahren, die Beute des Bolschewismus zu werden.
England und die Vereinigten Staaten, die einst mit ihren Garantien wie so viele kleinere Nationen auch Rumänien zu ködern versucht hatten, haben, wie Finnland, die balttschen Länder und Polen, auch Rumänien längst den Sowjets als Preis für ihre Waffenhilfe überantwortet. Briten und Amerikaner sind sich einig in dem zynischen Verrat Europas an den Bolschewismus, dessen erste Opfer die kleinen Völker des europäischen Ostens sein würden. Stalins Pressejude Ilja Ehrenburg hat in seinem wilden Haß gegen alle europäische Gesittung ein Bild dessen entworfen, was der Bolschewismus aus Europa machen würde, wenn es feinen Horden gelänge, den deutschen Schutzwall zu durchbrechen. Daß seine Schilderungen keine bloßen Phantasien eines kranken Hirns sind, dafür ist der grausige Fund im Walde von Katyn ein neues furchtbares Zeugnis. Deshalb kennen die Völker Europas kein anderes Gebot, als diesen Kampf um Leben und Freiheit, um nationale Würde und völkischen Bestand, um alle Werte einer aus gemeinsamer Wurzel gewachsenen Kultur durchzustehen in äußerstem Einsatz, sei es der Waffen oder der Arbeit bis zum kompromißlosen Sieg. Dr. Fr. W. Lange.
Kleine politische Nachrichten.
Das schwedische U-Boot „Ulven" ist von einer Uebungssahrt an der schwedischen Westküste nicht zurückgekehrt. An Bord des U-Bootes befanden sich 34 Mann Besatzung.
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Der französische Anwalt Jean-Charles Legrand, der wegen antisemitischer Betätigung vor sechs
Jahren von der AnwcMiste der Pariser Gericht gestrichen worden war, wurde wieder zugelafsen.
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Das Kreisgevicht Sofia verurteilte fünf Spekulanten, darunter zwei Juden, wegen umfangreicher Schiebungen mit Trikotwäsche zum Tode durch Erhängen.
Neuer japanischer Lustsieg.
Bei Neu-Guinea elf Transporter versenkt und 54 Flugzeuge zerstört.
Tokio, 16. April. (DNB.) Am Mittwoch griff fen japanische Marineflugzeuge einen feindlichen Geleitzug in der Nähe der Milne-Bucht am Ostzipfel von Neuguinea in Massenforma' tionen an. Das Ziel einer zweiten japanischen Lusteinheit war ein Flughafen in der Milne-Bucht. Der Feind verlor elf Transportschiffe. 44 feindliche Flugzeuge wurden abgeschoffen, 10 am Boden zerstört und schwere Schäden an militärischen Einrichtungen beroortjerufen. Die japanische Luftwaffe verlor fünf Maschinen. Alle Transporter waren mit Kriegsmaterial, Sprengstoff und Truppen beloben und sollten die Stützpunkte des Gegners auf Neu- Guinea verstärken. Damit wurden feit Anfang April allein im Südost-Pazifik rund 170 000 Tonnen feindlichen Schiffsraums versenkt. An Flugzeugen verlor der Feind über Neu-Guinea und den Salomon-Inseln 196 Maschinen.
„Pomiuri Hochi" schreibt dazu: „Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß die vorgeschobenen feindlichen Stützpunkte militärisch gesehen immer schwächer werden müssen, wenn der dringend benötigte Nachschub ausbleibt, ffie^ Zukunft wird zeigen, daß die Gefahr, die dM^indlichen Nach« schublinien von unserer Luftwaffe her droht, immer größer wird."
Kunst und Wissenschaft
Hermann Abendrolh in Stockholm.
Der Leipziger Gewandhaus-Kapellmeister Hermann Abendroth beendete dieser Tage ein Gastspiel in Stockholm. Das Programm der beiden ersten Abende enthielt Werke von Mozart, Weber, Schubert, Wagner, Brahms und Paul Graener, die beiden letzten brachten zweimal Beethovens 9. Sinfonie. „Stockholms Tidningen" nennt Abend' roth als Dirigent „für das Orchester wahrhaft irv- fpirierenb" und fährt fort: „Hinter der ruhigen Fassade verbirgt sich ein lebhaft bewegtes Gemüt." „Sagens Nyheter" betont, daß unter Abendrokhs Gestaltung die komplizierte Tonschöpfung Beethovens eine großartige Fassung erfuhr.
Eine Märchenoper im Rundfunk.
Zu den beliebten Opern zäbtt das Märchen- ftiel „Hänsel und Gretel^ von Engelbett Humperdinck, dessen Melodien uns am Sams-
daß auf den wichtigsten Posten der GPU. (NKWD.) sich folgende Juden befinden: Hauptver. waltung des staatlichen Sicherheitsdienstes 2ktgtn, ! Hauptverwaltung des Außen- und Jnnenschutzes Lepin, poetische Verwaltung der Grenz- und Jnnen- schutztruppen L. B. Roschal, Inspektor der besonde, ren Abteilung L. F. Gestand, Leiter der Plammgs- und Wirtschaftsabteilung A. P. Mejerson, Leiter des Moskau—Wolga-Kanalbaues (Zwangsarbeiter, Bauvorhaben) Matchäus David Bergmann, stellvertretender Volkskommissar des Innern.
Unter den Abteilungsleitern dyr GPU. befinden sich laut amtlichen sowjetischen VeröffenÜichungen die folgenden Juden: L. Nerensohn, I. Pliner, P. Flecker, D. Luskin, ferner B. M. Kagner, P. P. Kutter, B. S. Margolin, S. Schuk, E. D. Rubint- schik, A. Fidmann, W. Papirowski, B. Wenge- rowski, E. Schiflinger, Baumholz, Schurgel, A. Musikantski, Kerson, Elkin, Pikower, Werzeiser, Perlin, Neumann, Brainin, Tetelbaum, Galpero- witsch, Genkin, Ginsburg. Chefs wichtiger Tellge- biete der Sowjetunion waren die Juden Reichmann, Ressin, Solin, Mirkin, Zesarski, Litwin. Kornew, Scharow, Bulach, Malkin, Ssimanowski, Walik, Bojarski.
Vom Schicksal verweht
Roman von Holla Outkelch
7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Fängst du schon wieder an?" seufzt Virginia.
,Lch? Meso? Ich zerbreche mir doch nur den Kops, womit ich dich überraschen könnte", tut Bob unschuldig.
Virginia geht auf seinen Ton ein. „Mit allem, was du mir nicht vorher erzählst", scherzt sie.
„Stimmt. Also, dann bringe ich dir Loch das Grammophon mit", meint er mit ganz ernsthaftem Gesicht, weih aber genau, daß Virginia einen sehr schönen Kofferapparat hat. Ungehalten und ärgerlich zugleich packt sie Bob bei den Armen, aber schnell läßt sie ihn wieder los und wendet sich zum Gehen. Lewis will sie um jeden Preis noch ein bißchen für sich haben. „Du, Virgin, was macht man eigentlich, wenn ein Koffer nicht zugeht?"
„Man nimmt etwas heraus, Bob, oder man packt besser!"
„Ach ja, bitte tu das doch, ich Habs schon dreimal versucht. Bei mir wird's immer mehr!" meint Bob in dem Bestreben, sie aufzuhalten. Seine Augen betteln.
Aber Virginia läßt sich von ihrer Pflicht nicht abbringen. „Ich muß ins Labor. Ich habe meine Analysen noch nicht gemacht!"
Als sie den Schlüssel in das Schloß des Laboratoriums steckt, zögert sie einen Moment. Wäre ich früher gegen den anderen auch unnachgiebig gewesen, wenn er mich so sehr um ein paar Minuten Zusammensein gebeten hätte? Schließlich fährt Bob morgen ab, denkt sie schuldbewußt. Aber dann schließt sie doch die Tür auf.
Das Labor besteht aus zwei Räumen, deren einer nur durch eine dünne Wand von dem Arbeitszimmer des Professors getrennt ist. Virginia hört undeutlich, wie er sich drüben mit einem anderen Mann unterhält.
Forster sitzt am Schreibtisch, während Dr. Dos Passos vor der großen Karte der Insel steht und das Dschungelgebiet betrachtet. „Also mit einem Wort: Sie wollen einige tausend Dschungelneger impfen und sie außerdem dazu veranlassen, ein paar Quadratkilometer Sumpf trocken zu legen 1" stellt Forster skeptisch fest. Dos Passos dreht sich um und kommt zum Schreibtisch. „Klingt doch sehr einfach, was?" Er setzt sich ebenfalls.
Forster nictt ernst: „Ja, aber unter den gegebenen Umständen ist es tmmöglich."
„Hm, und Sie meinen, die ,gegebenen Umstände' kann man nicht ändern?" Dos Passos ironischer Blick streift den Professor, der eine resignierte Hand- beroegung macht und entgegnet: ,Zn Puntamarra jedenfalls nicht." Dos Passos Hände, die auf dem Schreibtisch liegen, ballen sich, seine Augen blitzen. „Dann also im Dschungel."
Forster glaubt sich durch seine trüben Erfahrungen mit den Dschungelnegern überlegen. „Seien Sie mir nicht böse Kollege, aber glauben Sie, nach dem, was auf der Urwaldstation oorgefallen ist, daß Sie es schaffen?"
Ohne zu überlegen, erwidert der neue Arzt: „Glauben, ja. Ob ich es wirklich tun kann, weiß ich nicht, versuchen werde ich es auf alle Fälle."
„Darf ich fragen, wie Sie sich das vorstellen?" Forster ist voller Skepsis. •
„Das weiß ich noch nicht. Dazu muß ist erst mal Ihre Dschungelneger kennenlernen." Dos Passos ist nicht leicht zu beirren.
„Bis jetzt hat noch niemand dieses ,Näherkennen- lernen' überlebt, Doktor, und ich kann Ihnen keine Hilfe mitgeben. Ich werde schon Muhe haben, ein paar Träger für Sie zu bekommen." Durch Forsters warnende Worte schimmert die warme Menschlichkeit seines Charakters.
„Herr Professor, die großen Kolonialpioniere sind auch allein gewesen. Allein sein war noch nie ein Hindernis, wirklich etwas zu erreichen", erwidert Dos Passos sachlich.
Forster steht aus. „Meine Aerzte waren auch allein und trotzdem ..." Er fühlt sich gekränkt.
„Vielleicht haben sie kein Glück gehabt." Kühl und reserviert kommen die Worte von den Lippen des Neuen.
Die Stimme des Professors klingt ein wenig gereizt: „Vielleicht!"
„Außerdem, wozu viel reden", lenkt Dos Passos ein. „Wir haben keine andere Wahl."
„Gut, Doktor, ich habe meine Pflicht getan, ich habe Sie gewarnt, ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, was es für uns bedeuten würde, wenn Sie Erfolg hätten. Aber ich fürchte ..." Er zieht die Schultern bedauernd hoch, dann fragt er: „Wann wollen Sie aufbrechen?"
„Am besten gleich!" lächelt Dos Passos.
„Das geht nun leider nicht. Erstens brauche ich ein paar Stunden, um alles für Sie vorzubereiten, und zweitens haben wir heute abend im Klub einen kleinen Empfang für die Passagiere des Dampfers, und da möchte oer Gouverneur Sie gerne kennenlernen." '
„Muß das fein?" Unbehaglich streicht sich Dos Passos über die dunkelgebräunten Wangen, die jede gut rasierte Glätte vermissen lassen.
Förster nickt. ,Hch glaube — ja!"
Dos Passos schickt sich in das Unvermeidliche. „Also gut — ntanniana — erst morgen früh auf in die Dschungel! Haben wir sonst noch etwas, Professor?" „Ja, ich hätte gern, daß Sie meiner Assistentin genaue Anweisungen über die Anwendung Ihrer Persistin-Therapie geben."
Dr. Dos Passos ist die Bereitwilligkeit selbst, sobald es sich um die Arbeit dreht. „Haben Sie das Persistin schon vorn Dampfer holen lassen?"
„Ja, die Kisten sind frier", bestätigt Forster.
„Uebrigens müßte meine Assistentin jetzt im Labor sein, am besten gehen wir gleich mal hinüber."
Er öffnet die Tür zu dem großen Laboratoriumsraum und läßt seinem Mitarbeiter den Vortritt. Auf dem langen Untersuchungstisch sind die Mikroskope, Reagenzgläser, Gestelle und Abstrichgläser peinlich genau geordnet. Auch die Geräte des Jn° strumentenschrankes, die in der durch das mit weißer Gaze bespannte Fenster fallenden Sonne blinken, scheinen sorgfältig ausgerichtet, lieber allem liegt eine für die Tropen ungewöhnliche Sauberkeit.
„Donnerwetter! Sie sind ja hier ganz o. k. eingerichtet. Da fehlt aber auch nichts. Sogar deutsche Zeiß-Mikroskove!" verleiht Dos Passos feiner Verwunderung Ausdruck.
Virginia sitzt am Arbeitstisch des kleinen Neben- raumes. Sie hätt ein Reagenzglas über die Flamme eines Brenners. Dann füllt sie einige Tropfen aus einer Flasche in das Glas und hebt es gegen das Licht. Als sie Dos Passos Stimme hört, läßt sie ihre Hand erschreckt sinken.
Im großen Raum sieht sich Dr. Dos Passos inter- effiert um. „Ja, unser Handwerkszeug ist ganz modern!" sagt Forster stolz.
„Das kann man wohl sagen! Und eine Ordnung herrscht hier — alle Achtung."
„Dafür ist Dr. Larsen verantwortlich", meint der Professor anerkennend. Er hält viel von der Tüchtigkeit seiner Assistentin.
„Dr. Larsen?" wiederholt Dos Passos.
,La, das ist hier ihr Reich."
In der Türöffnung zwischen den beiden Räumen erschemt Virginia. Sie trägt das Reagenzglas in der Hand und sieht gespannt, mit innerer Erregung, 3U den beiden herüber, die ihr den Rücken wenden."
Förster fährt zu Dos Passos gewandt fort: ,Zhr verdanken wir übrigens indirekt, daß Sie hier sind Sie hat mich nämlich zuerst auf ihre Artikel über ,Persistin' in den ,Medicimtt News' aufmerksam ae- macht."
Wie gebannt steht Mrginia in der Türöffnung. Ähre Augen sind noch immer auf Dos Passos gerichtet, der nachdenklich fragt: „So, arbeitet diese Miß Larsen schon lange hier?"
„Seit Jahren. Sie ist einer meiner ältesten Mitarbeiter. Das heißt, wenn es nach den Junggesellen hier gegangen wäre, dann hätte ich sie schon in den ersten vier Wochen verloren, aber Gott sei Donk hat sie bisher immer ,Stein* gesagt. Sie ist eine der Wenigen, die hier durchgebalten haben, und das war bestimmt nicht immer leicht."
Während Forsters Lobrede hat sich Dos Passos, der einen Blick in seinem Rücken spürte, wie yr- fällig umgedreht und Virginia gesehen. Nur um ein weniges heben sich seine Augenbrauen in beherrsch' •tem Erstaunen. Aber die Frau verliert die Fassung, sie schrickt zusammen, - das Reagenzglas entgleitet ihren Händen und zersplittert klirrend am Boden.
Erschrocken fährt Forster herum. „Miß Larsen?! Oh — ein kleines Mißgeschick." Als er bemerkt, daß Virginia weiß wie die Wand am Türpfosten lehnt, unfähig, sich nach den Scherben zu bücken, fügt efi hinzu: „Was haben Sie denn?"
Um ihr über den Zwischenfall hinweg zu helfen, geht Dos Passos auf sie zu und sagt eindringlich: „Ich freue mich. Sie kennenzulernen. Hoffentlich bin ich nicht schuld an dem Unglück mit dem Reagenzglas."
Verwirrt sieht sie ihn an. Mit gesenkten Wimpern macht sie einen schüchternen Versuch zu lächele „Nein, nein, ich mar selbst schuld!"
..Der Arzt nickt ihr zu. „Das beruhigt mich, übrigens — ich bin Dos Passos." Er reicht ihr die Hand.
Aber Virginia nimmt sie nicht. Stumm, fast trotzig steht sie dem Mann gegenüber.
Forster kann sich ihr Verhalten nicht erklären. „Miß Larsen, was ist mit Ihnen? Sie sind ja ganz durcheinander." Plötzlich scheint dem guten Professor ein Licht auszugeyen. „Ach so!" macht er bedeutungsvoll und fühlt sich genötigt, erklärend zu Dos Passos zu sagen: „Miß Larsen ist ein bißchen nervös, weil morgen ein gewisser Jemand fori- fahrt." Er blinzell Virginia zu. „Stimmfs?"
Virginia ist ihm dankbar für den rettenden Ein» fall, jawohl, Herr Professor!"
„Na sehen Sie! Aber jetzt müssen Sie Ihren Abschiedsschmerz ein bißchen vergessen. Dr. Dos Passos wird Sie in die Geheimnisse feiner Behandlungsmethode einweihen. Hatten Sie die Ohren steif' Miß Larfen!"
Gochchuag kolM


