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|95. Jahrgang Nr. \\ Mnict)e»m mund) auker Sonntags und RetertagS Beilagen: Gießener tVnmihenblätter Heimat im'Btib« DieScholle Be;unsvreis: Monmlttd .. .RM.1L0 Luitell gebühr .. -.28 auch he* Wmferidhemett von einzelnen Nummern infolae höherer Gewalt $lenifnred)anid)lnfi 225t Drabtan'cbrrst ,^nwne?' Voft»rb<»rf116**fVTnnff /M.

Donnerstag, U. Januar

Giehener Anzeiger

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VrSHlfche vvioerstLUr-nukerefL. t<mgt General-Anzeiger für Oberhessen $*tf«i*8en,9$d)iltt«te7-9

im

DerFührer empfing Marschall Antonescu

dernissen herumstehl oder unnötige Umwege machen muß. Ergibt die Wegerkundung, daß Schlitten oder Kraftfahrzeuge nicht ohne weiteres hindurchkom­men werden, fo müssen die notwendigen Maßnah­men für das Räumen vorhandener oder das Bah­nen neuer Wege eingeleitet werden. Gerade das Bahnen von Winterwegen quer durch das Gelände ist besonders von unseren finnischen Verbündeten zu einer großen Kunst entwickelt worden, die auch der deutsche Soldat beherrschen muß.

Auch für Rast und Unterkunft muß voraus­schauend gesorgt werden, damit die auf dem Marsch erhitzte Truppe rasch in Kälte- und Windschutz ge­langt, und damit unnötige Erkältungen vermieden werden und die Truppe bald Ruhe bekommt. Eine kleines Kommando voraus wird oft die Rastplätze aussuchen, Wärmefeuer und heiße Getränke bereiten können. Sollten Marschausfälle oder Verwundungen beim Gefecht eintreten, so gilt die Sorge jedes Füh­rers vornehmlich dem Soldaten, der ärztlicher Hilfe bedarf, denn er ist besonders empfindlich gegen Erfrierungen. Auf Hand- oder Pferdeschlitten muß er möglichst schnell i>nb gegen Kälteschäden geschützt in die nächste Sanitätseinrichtung gebracht werden.

Wie für die Unterkunft seiner Männer, so muß der Truppenführer auch für die Unterbringung der Pferde, und Kraftfahrzeuge sorgen. Es ist er­staunlich, mit welch einfachen Mitteln sich ein Wärmeschuppen für Kraftfahrzeuge bauen läßt, der ihre Betriebsbereitschaft jederzeit gewährleistet. Man muß nur die nötigst Kniffe kennen und einiger­maßen findig im Ersinnen von Aushilfen sein. Ueber allen diesen Sorgen für das Wohl und Wehe seiner Männer darf aber der Führer nie die nötige Sicherung gegen den Gegner, sei es auf der Erde oder aus der Luft, außer acht lassen. Leichtsinn bei der Sicherung der Stellung oder ihrer Unterkunft in der Annahme, der Feind käme nicht bei Nacht oder im Schneesturm muß die Truppe bitter büßen. Am besten gegen Ueber- roschungen schützt sich, wer den Gegner ständig durch Spähtrupps oder Vorstöße in Atem hält.

Die Kenntms dieses Gegners und seiner Kampf- weise ist für jeden Soldaten im Winterkrieg unend­lich wichtig. Dieser Gegner ist im vergangenen Winter unter einer für uns unfaßbaren Nichtachtung von Menschenleben gegen unsere Stellungen ange­rannt, bei schönem Wetter, bei Nacht, bei Schnee­sturm, und oft in einem Gelände, das für voll­kommen ungangbar gehalten wurde. Der Feind ist unwahrscheinlich hart im Ertragen von Witterungs­unbilden und Entbehrungen aller Art. Er ist ein gesch'ckter und verschlagener Kämpfer, der sich aller erdenklicher. Listen bedient. Aber der deutsche Sol­dat hat bereits im Wmterkrieg 1941/42 bewiesen, daß er selbst unter den allerhärtesten und unge­wohnten Bedi'ngüngen auch diesem Gegner ü b e r l e g en ist, denn alle Offensiven der Sow­jets brachen vor den deutschen Stellungen zusam­men. Doch zu dieser Ueberlegenheit ist unerbittliche Entschlossenheit, Härte gegen sich selbst, Gewöhnung an Kälte, Schnee und Wind und viel Erfahrung im Winterkrieg notwendig. Dies erlebt jeder Sol­dat, und dies soll die Heimat wissen, um die Größe der Leistung ihrer Soldaten verstehen zu können.

Wer sich aber gewissenhaft, wie das deutsche Ost­heer, auf den Winter vorbereitet hat, für den hat er seine Schrecken verloren.

Oer Winterkrieg.

Von Major L G. von Widekind Oberkommando des Heeres.

II.

Gekämpft wird im Winter genau so wie Commer, aber alles ist schwieriger, langwieriger und mühsamer. Angriffssprünge sind im tiefen Schnee ft genau so unmöglich wie der Nahkampf Kann gegen Mann. Die Feuerwaffe gewinnt ermehrt an Bedeutung. Aber dazu müssen die Was­en auch bei jeder Kälte schußbereit sein, .eichte Waffen in Stellung zu bringen, erfordert iel Geschick. Die Hauptsorge ist, daß sie beim Schie- en nicht im Schnee versinken. Aber schwere Waffen eranzubringen, kostet erftred)t viel Schweiß und flrbeit

Beim Bau von Stellungen ist es meist nicht kläglich, ohne besondere Hilfsmittel, wie Spreng- naterial, in den tief gefrorenen Boden hineinzu- lammen. Oft werden daher die Stellungen nur uf oder im Schnee angelegt werden, schützen doch ttroa 3 Meter Schnee bereits gegen Fnfanteriege- shosse und leichte Splitter. Sei es in der- Stellung, sii es auf dem Marsch oder im Kampf, nie darf Tarnung vergessen werden. Dunkle Uniformen Und Waffen verraten sich auch auf größere Ent­fernungen auf der Hellen Schneefläche, neue Stel­lungen werden an schmutzigem Schnee oder ausge- vorfener Erde erkannt. Die Kunst der Tarnung ist taher im Winter besonders sorgfältig zu üben, um innötige Verluste zu vermeiden.

Die gleiche Fürsorge, die aber jeder Soldat sich klbst, seiner Bekleidung und seiner Waffe ange- ühen läßt, muß er auch gegenüber dem ihm anver- auten Pferd, Kraftfahrzeug und allem anderen

ierät üben. Sie sind ihm unentbehrliche Hefler im ampf, und ihr Ausfall oder ihr Versagen können ber das Leben vieler Kameraden, können über ieg ober Niederlage entscheiden. So kann das eißen einer schlechtgepflegten Schibindung im ent- , heidenden Augenblick oder der Ausfall eines Mo­rs infolge unsachgemäßer Wartung das Leben >ften.

An was muß nun alles der Führer einer inheit, und sei sie noch so klein, denken? Der ldatische Führer soll vorausdenken. Jeder larsch, jedes Spähtruppunternehmen, jeder Kampf, jer auch die Anlage einer Stellung oder der Bau ines Blockhauses erfordern vielfältige voraus- djauenbe Maßnahmen. Wenn am nächsten Tage in Marsch zu erwarten ist, fo genügt es nicht nur, der Führer der Einheit alle Vorbereitungen r Mensch, Tier und Kraftfahrzeug befiehlt, son- rn er muß sie auch prüfen und überwachen. Ein pähtruppführer wird sogar seine Leute regelrecht iziehen, damit ja keine Bekleidungs- oder Aus- Ti stungsstücke schadhaft sind, falsch angelegt ober yrgessen werben. Auch an die Verpflegung muß gsdacht werben. Jeder Mann muß seine Marsch- pirtion fertiggemacht bei sich tragen, denn Brot fnnciben oder Wurst schmieren bei 40 Grad Kälte ij unmöalich.

Der Marschweg muß genau erkundet werden, damit die Truppe flüssig marschieren kann und ficht in Wind und Kälte vor irgendwelchen Hin-

DllV. Führerhauplquarfier, 13. Jan ter Führer empfing am 10. Januar in feinem Hauptquartier den Staatsführer Rumäniens, 2Har- fciaü Antonescu. An den vorn Geiste der Zieundschaft und der kampferprobten waffenbrüder- Ihaff der beiden Völker getragenen Aussprachen fishmen von deutscher Seite der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, von rumäni- löer Seite der den rumänischen Staatsführer be­gleitende TMnisterpräfidxnl Mihai Antonescu leit. An den militärischen Besprechungen waren von deutscher Seile Generalfeldmarschall Keitel, der Cf>ef des Generalstabes General Z e i h l e r und Gmeral I o d l, von rumänischer Seile Rüstungs- ifi nisfer Divisionsgeneral Dobre und der Chef des nmänischen Generalslabes, Divisionsgeneral Stel­lt a, beteiligt

Die Besprechungen erstreckten sich auf alle Fragen dls Kampseinsatzes der beiden Völker und die ent- ftlossene Fortführung des Krieges gegen die ge­meinsamen Feinde bis zum totalen Sieg unserer ' Waffen. Die volle Uebereinftimmung der Auffassun­gen über die weitere Kriegführung auf politischem, i| »lilärischem und wirtschaftlichem Gebiete wurden |j ^gestellt.

Für die wirtschaftlichen Besprechungen waren der wichswirlschaftsminisfer Dr. Funk sowie der Vor- ftende des Deutsch-Rumänischen Regierungsaus- ftvsses, Gesandter Llodius. im Hauptquartier anwesend.

Anläßlich dieser Zusammenkunft besuchten der ru- mnische Staatsführer Marschall Antonescu und fein stellvertretender Ministerpräsident, Mihai An- loiescu, auch den Reichsminister des Auswärtigen trn Ribbentrop 3U einer abschließenden Bespre- ijung. Der Besuch des rumänischen Staalsführers i» Hauptquartier des Führers fand im Geiste des herzlichen Einvernehmens zwischen den beiden Vül- ! lein statt.

Oer Eindruck in Bukarest.

Bukarest, 13. Ian. (DNB.) Die Mitteilung iter den Empfang des rumänischen Staatsführers Marschall Antonescu und des Stellvertretenden Lknisterpräsidenten Professor Mihail Antonescu, «n Führeryauptquartier, hat in Bukarest starken klirdruck hervorgerufen. Man weist in der rumäni- chrn Hauptstadt darauf hin, baß in Anbetracht der kzen militärischen und wirtschaftlichen Zusammen^

arbeit der beiden Länder ein regelmäßiger Gedankenaustausch notwendig sei. Aus der Teilnahme der militärischen Mitarbeiter des Füh­rers und Marschalls Antonescu gehe hervor, daß der militärische Aufgabenbereich ein Hauptthema des Gedankenaustausches gebildet habe. Die Besprechung wirtschaftlicher Fragen ergebe sich gleichfalls aus der gemeinsamen Kriegführung und aus der wirtschaftlichen Bedeutung Rumäniens. Daß auch dieser Fragenkomplex im Hinblick auf die ge­meinsamen militärischen Aufgaben und auf die Er­fahrungen der Winterschlacht besprochen worden sei, lasse sich aus der Anwesenheit des rumänischen Rü­stungsministers General Dobre schließen. Die durch die Teilnahme der engsten Mitarbeiter des Marschalls Antonescu gekennzeichnete Bedeutung, die man dieser Reise in Bukarest beimißt, fei dar­über hinaus ein Beweis für den Ernst, mit dem Rumänien an allen Fragen der gemeinsamen Krieg­führung Anteil nimmt, und für die Entschlossenhett, seinen opfervollen Beittag zum Krieg im Osten durch die Weiterführung des Kampfes bis zum ge­meinsamen Endsieg zu krönen.

Vorkämpfer westlicher Kultur.

Helsinki, 13. Jan. (DNB.) An knüpfend an die Worte Marschall Antonescus, Rumänien kämpfe nicht nur für sein eigenes Leben, sondern f ü r g a n z Europa, betontHelsingin Sanomctt", de der Lage Finnlands gleichkommende Stellung Rumä­niens als Außenseiter der westlichen K u l u r. Als der Bolschewismus Europa bedrohte, sei das rumänische Volk sofort bereit gewesen, nicht nur sich selbst, sondern auch das Leben Europas zu verteidigen. Der Kampf des kleinen, jungen aber entschlossenen Rumänien sei beispielhaft und werde auch in Zukunft bei allen großen Kulturvölkern das verdiente Verständnis finden. Die Opfer wür­den nicht vergeblich sein und könnten in noch grö­ßerem Maße gebracht werden, um dem rumänischen Volk eine gesicherte Zukunft, Recht und Freiheit zu garantieren.

Äon den Sowjets auch 1,5 Millionen

Polen verschleppt und gemordet.

Bern, 13. Jan. (DNB.) DieNeue Züricher Zei­tung" veröffentlicht eine Zuschrift von offenbar polni­scher Seite über das Schicksal deportierter Polen in der Sowjetunion. Daraus geht hervor, daß von 1,8 Millionen Polen, die von den Bolschewiken nach ihrem Einmarsch im September 1939 verschleppt wurden, 1,5 Millionen spurlos per-

Oie Heimatsront 1911/18- und 1943

Von Professor Dr. Walter Frank, Berlin.

Als am 1. August 1914 Kaiser Wilhelm II. vom Balkon des Berliner Schlosses aus den jubelnden Massen die Worte zurief:Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!", da sprach er das Empfinden seines ganzen Volkes aus. VZie mit einem ^Überschlag, üßer aIIe Zerrissenheiten der Vergangenheit hinweg, war das deutsche Volk eins geworden, war es bereit, hinter der Front seiner kämpfenden Heere aufzustehen als eine HLi­ma t f r o n t.

Seit Wilhelm II. im Jahre 1890 die Regierung den Händen des Reichsgründers Bismarck entrissen hatte, war ein großes Erbe vertan worden. Ver­mindert war die diplomatische Macht des Reiches nach außen; vermindert war die Macht der Regie­rung nach innen. Immer tiefer war die Kluft ge­worden zwischen dem Monarchen und seinem Volk. Und doch: in diesen Augusttagen 1914 war es, als trage das deutsche Volk noch einmal auf den Händen sein Herz dem Kaiser entgegen. Noch einmal »glich die deutsche Volksseele dem glühenden Eisen und wartete des Schmiedes, daß er sie neu hämmere.

Der Schmied aber tarn nicht. Da war der Kaiser, der unter der lärmenbert Forschheit der Geste nur die nervöse Schwäche des Charakters verbarg. Da war der Kanzler, Bethmann-Hollweg, ein treff­licher Oberpräsident geruhiger Zeiten, nun aber ver­dammt, Bismarcks Prophetie wahrzumachen: daß es des Reiches Verderben fein werde, wenn es in ernster Zeit von einem Mann aus derOchsentour der Bürokratie" gelenkt werde. Da war als erster Soldat des Reiches der jüngere Moltke, er, genau wie Bethrnann, Repräsentant einerakademisch" ge­wordenen Bildung, in derdes Gedankens Blässe" den blutroten Grundstoff allen Führertums aufqe- zehrt hatte: die elementare Macht des Willens. Wie hätten diese Männer den Ruf des Volkes am Ber­liner Schloßplatz deuten können? Wie hätten sie ihn, wenn sie ihn auch hörten, erfüllen können? Wer hätte je die Sterne vorn Himmel gerissen, es sei denn, er hätte vorher den Stern gesunden in der eigenen Brust?

Da machte sich denn die Sehnsucht des deutschen Volkes auf die Wanderschaft. Und das Volk fand den Führerwillen in zwei großen Soldaten. In

Paul von Hindenburg liebte es noch einmal die Väterlichkeit seines alten Kaisers, des ersten Wil­helm. Und in Erich Ludendorff grüßte es noch ein­mal den titanischen Willen, der einst in Bismarck gelebt hatte. Zwei lange Jahre dauerte es, bis der Wille des Volkes die Sieger von Tannenberg aus Oberost emportrug zur Obersten Heeresleitung. Aber als sie nun, im August 1916, Feldherrn des Reiches wurden, dem Kaiser und dem Kanzler auf- gezwungen durch die Not der Stunde, als Luden» borffs gewaltiger Wille die Armee zu durchdringen und mit demHindenburg-Programm" auch die Heimat in den Dienst des Krieges zu zwingen be­gann, da schien die Zeit der großen militärischen Entscheidungen bereits vorüber. In der Defensive waren alle Fronten erstarrt. Im Gleichgewicht hiel­ten sich die Kräfte der kriegführenden Parteien: jede wartete, daß die andere eine Blöße zeige, damit ein neuer Stoß das Gleichgewicht ändere.

In diesem Stadium des Krieges, seit dem Früh­jahr 1917, begann der Krieg an den Heimat­fronten entscheidend zu werden. Im März 1917 brach in Rußland unter dem Stoß der dejnokra- tischen Revolution das Zarentum zusammen. Noch blieb Rußlands m litärische Front aufrecht; noch brandete die Kerenski-OfftMsive gegen Gali­zien an. Aber die russische Heimatfront begann revolutionär zu zerbröckeln, sie begannt zugleich die Funken der Revolution auch nach Deutschland hinüberzuwerfen. Es geschah dies um dieselbe Zeit, als von Westen her, mit dem Eintritt der Ver­einigen Staaten von Nordamerika in den Krieg, die Botschaften des Präsidenten Wilson einen neuen bisher ungewohnten Ton der revolu­tionären Propaganda anschlu^n: nicht den Völ­kern der Mittelmächte gelte der Krieg der Alliierten, nein, diese Völker sollten nur befreit werden von ihren militärischen und autokratischen Herren. Von Osten und von Westen stieß die geistige Feindoffen- sioe vor, um Volk und Führung in Deutschland auseinanderzusprengen und bann von der durchstoßenen Heimatfront her die militärische Front im Rücken zu fassen.

Der Feldherr an Deutschlands innerer Front hieß nicht Ludendorff. Er hieß Bethrnann. Im Herbst

s ch w u n d e n find. Sie wurden nach den nördlichen Gouvernements, nach Sibirien und nach Turkestan deportiert. Nachdem es zwischen Deutschland und der Sowjetunion zum Kriege gekommen war, verpflich­tete sich Moskau, alle deportierten Polen in Freiheit zu setzen. Eine gemischte Kommission hat aber nur 320 000 Deportierte ermitteln können. Von dem Rest der Deportierten hat die Kommission keine Spur ausfindig machen können. Man fürchtet, daß der größte Teil der Deportierten infolge von Hun­ger, Kälte, Epidemien und Entbehrungen u m ge­kommen ist.

Auflösung der türkischen Nationalversammlung.

Ankara, 13. Jan. (Europapreß.) Die Auf­lösung der derzeitigen türkischen Nationalversamm­lung wurde von der Parlamentsfraktion der republi­kanischen Volkspartei auf Antrag des Minister­

präsidenten Suekrue Saracoglu beschlossen. Die Presse gibt der Auffassung Ausdruck, daß bei den bevorstehenden Neuwahlen wohl viele der derzeitigen Abgeordneten nicht wieder gewählt würden, doch werde die neue Nationalversammlung auch weiterhin ein Instrument in der Hand der türkischen Staatsführung sein und die politische Einheit und Geschlossenheit des türkischen Volkes garantiere In der Fraktionssitzung der Regierungspartei gab Außenminister Numan Menemencoglu einen Bericht über die außenpolitische Lage, wie sie sich auf Grund der Gespräche, die er während der testen Tage mit den Missionschefs der kriegführenden Mächte führte, sowie auf Grund der Berichte tür­kischer Vertreter im Ausland darbiete. In der tür­kischen Oefsentlichkeit hat die Aussprache besondere Beachtung gefunden, die Außenminister Menemen­coglu am Dienstag mit dem deutschen Botschafter in Ankara v. Papen hatte.

Erbitterte Abwehrkämpfe.

Berlin, 13. Jan. (DNB.) Zwischen Kau­kasus und Don sowie im großen D ort­hogen waren die erneuten Verluste des Feindes, dessen wiederholte Vorstöße nach harten Kämpfen zusammenbrachen, sehr schwer. Die einzige Ein­bruchstelle, die er mit hohen Opfern erkaufen konnte, wurde in sofortigem Gegenangriff abgeriegelt, wobei die von Ritterkreuzträger Hauptmann G aza ge­führte Kampfgruppe, die bereits am Vortage neun feindliche Panzerkampfwagen vernichtet hatte, wie­der 15 Sowjetpanzer zusammenschoß. Sehr emp­findlich trafen den Feind auch die Feuerüberfälle und Luftangriffe gegen seine Bereitstellungen, so daß mehrere geplante Vorstöße gar nicht zur Ent­wicklung tarnen.

Im Raum von Stalingrad trommelte der Feind mit Artillerie und Salvengeschützen stunden­lang auf die deutzchen Stellungen. Aber jedesmal, wenn die sowjettschen Infanteristen und Panzer unter dem Schutz der Feuerwalze vordrangen, er­hoben sich unsere Grenadiere aus ihren zerschla­genen Gräben zum Kampf. Während die Panzer schon anrollten und die gefrorenen Erdbrocken der letzten Granateinschläge noch herumprasselten, mach­ten, sie die verschütteten Waffen wieder schußbereit und emnfingen oft auf kürzeste Entfernung die feind­lichen Angriffswellen mit rasendem Feuer, mit Handgranaten und Minen. Die Angriffe der Sow­jets brachen nach schwerem Ringen zusammen, doch sind die harten Kämpfe teilweise noch im Gange.

An den Abwehrerfolgen im Don» und Wolga- gebiet hatten Flakbatterien der Luft- Vjaffe mehrfach entscheidenden Anteil. So haben Kampfttupps einer im Raum Stalingrad einge­setzten deutschen Flakdivision innerhalb von vierzig Tagen 126 Sowjetpanzer und 79 Flugzeuge abge­schossen. Zusammen mit den 76 zwischen Wolga und Don zerschlagenen Panzern und Flugzeugen hat die Division bisher im Ostseldzug 820 Panzer und 588 Flugzeuge des Feindes vernichtet.

Im Laufe des 12. Januar wurde auch die Donfront südlich Woronesch in den Groß­kampf mit einbezogen. Der schon seit geraumer Zeit erwartete Angriff der Bolschewisten begann mit sehr heftigem Artilleriefeuer. Als der Feind darauf seine Infanterie vorttieb, traf diese auf die abwehr- bereiten ungarischen und deutschen Verbände und wurde in harten Kämpfen zufammengeschlagen. Mehrfach deckte das Sperrfeuer die Stößqruppen jo völlig zu, daß die Bolschewisten unter schweren

Verlusten ihre Angriffe aufgaben und sich wieder zurückzogen. Bis auf einen örtlichen Einbruch, der aber auch sofort abgeriegelt wurde, blieben alle An­strengungen der Sowjets ohne jeden Erfolg.

Das Eichenlaub zum Ritterkreuz^

Berlin, 13.3an. (DJ1B.) Der Führer hat dem Oberleutnant Barkhorn, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, als 175. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz ver­liehen.

Oberleutnant Barkhorn wurde als Sohn eines Stadtbauinspektors 1920 in Königsberg geboren, hat das Gymnasium feiner Vaterstadt besucht und ist im November 1937 in die Luftwaffe eingetreten. Dem hervorragenden Jagdflieger verlieh der Füh­rer nach 59 Luftsiegen am 23.8.1942 das Ritter­kreuz. Auch bei zahlreichen Tiefangriffen, die den Sowjets empfindlichen Schaden zufugten, trat feine Kühnheit zutage.

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Der Führer verlieh ferner das Eichenlaub zum Ritterkreuz an Oberff wend von Wieters­heim, Kommandeur eines Panzer-Grenadier-Re- giments, als 176. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

In schwierigster Lage hat er während der- Ab­wehrschlacht im vorigen Winter, bereits vorn Gegner im Rücken umfaßt, durch zähes Ausharren dem Ar­meekorps das Beziehen der neuen Abwehrfront er­möglicht. An der Spitze seiner Panzer-Grenadiere durchbrach er im Juli 1942 südwestlich Rschew in schneidigem Angriff zäh verteidigte feindliche Stel­lungen. Im Raum von Toropez warf er die an Zahl weit überlegenen Sowjets zurück und beseitigte dadurch die drohende Gefahr eines feindlichen Durch­bruchs. Später stürmte er im gleichen Abschnitt eine seit Tagen heißurnkärnpfte beherrschende Höhen- stellung. Oberst Wend von Wietersheim, 1900 als Sohn eines Landwirts in Schlesien geboren, trat von der Kadettenanstalt aus noch kurz vor Ende des Weltkriegs als Fahnenjunker in das Husaren-Regi« ment Nr. 4 ein, tat dann im Reiter-Regiment Nr. 7 Dienst, bis er zur Reitschule Hannover En.mmanbiert wurde, 1934 wurde er Kompaniechef in der Aufklä­rungsabteilung 3. Im Polenfeldzug war er Adjutant einer Panzer-Division. Als Kommandeur des Krad- Schützen-Bataillons 1 hatte er besonderen Anteil arz der Einnahme von Amiens,