die Herrschsucht ihres Präsidenten, zumal dafür keinerlei sachliche Gründe beizubringen sind, denn Eisen- Hower ist es ja bisher versagt geblieben, in Tunesien irgendwelche militärische Lorbeeren zu pflücken, wie ja überhaupt die amerikanische Armee weder auf eine große Tradition aus früheren Feldzügen noch auf irgendwelche Erfolge im bisherigen Verlauf dieses Krieges Hinweisen kann. Aber vermutlich hat Churchill nur mit dieser Unterstellung der britischen Armeen unter amerikanischen Oberbefehl den Präsidenten Roosevelt bewegen können, seine Offensivpläne im Pazifik zugunsten des Krieges gegen Europa vorerst zurückzustellen. So war es zwar schon zwischen beiden im vergangenen Frühsommer in Washington beschlossen worden, und der Auftakt zur Durchführung dieses Beschlusses war ja die Expedition nach Französisch-Nordafrika gewesen. Aber die Unerquicklichkeiten mit den dort sich über ihre Zuständigkeiten streitenden abtrünnigen französischen Generalen, hinter denen sich der Jnter- essenkonflikt der beiden Alliierten selbst kaum noch verbergen ließ, die unerwartet großen Schwierigkeiten des Nachschubs für die Expeditionstruppen und das Ausbleiben irgendwelcher wesentlicher Erfolge haben bei Roosevelt vielleicht inzwischen Bedenken aufkommen lassen, ob er an dies nordafrikanische Abenteuer noch mehr wagen soll, als er schon getan hat. Freilich den Besitz Marokkos und Algeriens wird er sich weder von den Franzosen noch von dem britischen Alliierten streitig machen lassen wollen. Auch die militärische und wirtschaftliche Durchdringung Zentralafrikas von den französischen Besitzungen an der Westküste her bis hinüber zum Sudan wird mit zäher Beharrlichkeit weiter verfolgt. Ja, in Aegypten und in den Ländern des Vorderen Orients, die England bisher noch als seine ausschließliche Domäne ansehen durfte, erscheinen überall die bekannten USA.-Wirtschastskommissionen, Mit denen Roosevelt seine über den ganzen Erdball greifende kraß imperialistische Stützpunktstrategie einzuleiten und in diesem Anfangsstadium noch zu tarnen pflegt.
So ist es vom amerikanischen Standpunkt aus gesehen auch nur der Punkt auf dem i, wenn nun auch ein Amerikaner den Oberbefehl in Nordafrika Übernimmt und damit die USA. in aller Form den Schwarzen Erdteil zu ihrer eigenen Interessensphäre erklären, in der die Briten und die französischen Renegaten, die in ihrer Verblendung Frankreichs wertvollste Kolonien selber dem Imperialismus eines Roosevelt ausgeliefert haben, nur noch als Hilfsv.älker geduldet werden. Kaum kann etwas deutlicher den für das britische Empire geradezu selbstmörderischen Charakter der Politik Churchills illustrieren, als dieser in Casablanca ausgesprochene Verzicht. Nimmt man noch hinzu, daß sämtliche britischen Dominions in Uebersee, Südafrika und Kanada einbegriffen, aus dem sicheren Gefühl heraus, ’m irgendwelcher ernsten Bedrängnis vom britischen Mutterland ohne Schutz gelassen zu werden, nur noch bei den Vereinigten Staaten Hilfe zu finden glauben und deshalb diesen auch bereitwillig ein Mitbestimmungsrecht über die Zukunft des Empire Vinräumen, liest man weiter, daß in den USA. bereits die völlige Abtretung der durch die Pacht- und Leihverträge vorerst doch nur als militärische Stützpunkte den Amerikanern eingeräumten britischen Besitzungen im Atlantik und die Ausdehnung des gleichen Verfahrens im Pazifik als Abzahlung für das gelieferte Kriegsmaterial eifrig ventiliert wird, so spiegelt sich auch darin die Tatsache, daß England schon bevor es den Krieg verloren hat, von seinem amerikanischen Alliierten auf der ganzen Linie überspielt ist und sich heute schon mit dem zweiten Rang ab finden muß.
Den wundesten Punkt der Casablanca-Konferenz- hat Churchill in seiner Untechausrede nur kurz ge^ streift: das Fehlen Stalins. Er und Roose« velt seien bereit gewesen, dem sowjetischen Alliierten bis Khartum im Sudan entgegenzutommen, aber Stalin habe bei der gegenwärtigen militärischen Lage nicht abkommen können. Wie schon in Casablanca blieb Churchill auch jetzt die Antwort schuldig, warum die Sowjetunion auf der Konferenz überhaupt nicht vertreten war, zumal doch die Frage tfties Obersten Kriegsrats der Alliierten und die eines gemeinsamen Kriegsplans besprochen werden sollte, wie amerikanische Blätter vorher mit großer Dehemenz verkündet hatten. In Washington hat man sich Über Stalins Absage nicht weiter alteriert. Den Hinweis auf die Unabkömmlichkeit hat man als das genommen was er war, eine Ausflucht, um sich von den Alliierten nicht auf bestimmte Dinge festlegen lassen zu müssen, über die der Kreml lieber Den Schleier des Ungewissen und Unbestimmten gebreitet hält, solange' sie noch nicht spruchreif sind Und zumindest noch gewisse, noch nicht ganz der bolschewistischen Vernebelung anheimgefallene Kreise sn England erschrecken könnten. Schon zu der fast kchön sagenhaften Atlantik-Charta mit ihren hohlen Versprechungen und verschwommenen Zukunftsbil- dern hat Stalin sich nicht geäußert, er setzt auch setzt
seine Politik des Schweigens fort, aber aus deut Eifer, mit dem in der amerikanischen und englischen Presse über das Zukunftsbild des europäischen Kontinents nach einem für die Alliierten siegreichen Kriege und über die Rolle, die man der Sowjetunion darin zugedacht hat, debattiert wird, kann man sich unschwer einen Vers machen. Auf manchem Engländer mag es noch wie ein Alpdruck liegen, bei einem Sieg des Bolschewismus sich vom europäischen Kontinent ausgeschlossen^ zu sehen. So schrieb die „Times" in diesem Gefühl: „Sowjetrußland darf den Krieg nicht allein gewinnen." Aber in Amerika hat man keinerlei Hemmungen, den europäischen Kontinent dem Bolschewismus als Siegespreis auszuliefern. So hat ein Vertrauensmann des Weißen Hauses, der Jude Walter Lipmann, schon den kleineren an die Räteunion angrenzenden europäischen Völkern den wohlmeinenden Rat gegeben, sich rechtzeitig den sowjetischen Wünschen anzupassen, denn die Hoffnung, daß die USA. und England sich ihrer annehmen werden, sei vollkommen unberechtigt. Wir wissen, daß beide gar nicht imstande wären, der bolschewistischen Flut Einhalt zu gebieten, sollte sie einmal den von der deutschen Wehrmacht' und ihren Verbündeten aufgeworfenen Damm durchbrechen. Aber sie dächten auch überhaupt nicht oanm.
In England freilich kann man, wie schon angedeutet, sein Unbehagen nicht ganz unterdrücken, nicht etwa aus Sorge um das Schicksal der kleinen Nationen des Kontinents. Die sind den Briten stets gleichgültig gewesen, wenn nicht ihr Schutz mit britischen Interessen zufällig zusammenfiel. Aber man sähe den Bolschewismus als Erben der russischen Zaren natürlich nicht sehr gern über Finnland und die nordschwedischen Erzfelder an den Nordatlantik vorrücken und empfindet Unbehagen bei dem Gedanken, die Sowjets könnten die Durchdringung Irans als einen Dauerzustand betrachten und sich am Persischen Golf vor den Toren Indiens häuslich einrichten oder gar nach dem Ueber- rennen Rumäniens, Bulgariens unb der Türkei durch die geöffneten Meerengen im Mittelmeer erscheinen. Einen Vorgeschmack von solchen Aspirationen, die ja bei den Sowjets auf der Hand liegen, haben die Briten anscheinend erst soeben erhalten, als nach einet Meldung des „Pester Lloyd" Stalin dem alliierten Plan einer Invasion auf der Balkan-, Halbinsel schroff widersprochen haben soll mit der Begründung, daß diese sowjetisches Reservat sei, was die Alliierten auch zugestanden hätten. Vermutlich wird auch Churchills Abstecher nach Mana dem Versuch gegolten haben, die türkische Besorgnis vor einem Vorstoß der Sowjets nach den Dardanellen Zu zerstreuen, aber wovon man nicht selbst im innersten Herzen überzeugt ist, davon vermag man auch andere schwer zu überzeugens
Wie England auch hier gegen seine eigenen Interessen bandeln muß, weil seine Alliierten ganz andere Ziele haben und die Briten jeden Anspruch auf eine eigene politische Linie begraben haben, so ist den Amerikanern Europa und sein Schicksal Hekuba. Ja, in Washington betrachtet man die Auslieferung Europas an den Bolschewismus als die „beste Lösung" des europäischen Problems, über dessen inneren Gehalt man sich ohnehin in den USA. niemals ernstlich Kopfzerbrechen gemacht hat und auch künftighin nicht zu machen gedenkt. Man hat mit dem Erbe aus dem Zerfall des britischen Empire sein Schäfchen auf jeden Fall ins Trockene gebracht und so etwas wie eine Solidarität der abendländischen Kulturvölker gegenüber der Barbarei und dem Nihilismus der Steppe gibt es für einen echten Pankee vom Stamme Roosevelt nicht. Er würde kühl bis ans Herz hinan der völligen Vernichtung der kleinen europäischen Nationen zu- sehen, denn nichts anderes bedeutet ja die Befolgung des menschenfreundlichen Rats, sich der Sowjetpolitik „anzupassen". Die drei baltischen Staaten sowohl wie das rumänische Bessarabien haben erst vor wenigen Jahren eine solche „Anpassung" mit dem grausigen Hinmorden Tausender und aber Tausender ihrer fleißigsten und intelligentesten Bürger, Dauern und Arbeiter bezahlen müssen. Selbst die Polen hat das Bündnis ihrer Londoner Exilregierung mit Moskau nicht davor bewahrt, zu Tausenden verschleppt und ermordet au werden. Nein, niemand kennt besser den Bolschewismus und feinen abgrundtiefen Haß, mit dem er jede nationale Substanz mit Stumpf und Stiel ausrottet, als die ehemaligen Nachbarn der Sowjetunion. Deshalb kämpfen rumänische und finnische Soldaten Schulter an Schulter mit der deutschen Wehrmacht vom ersten Tage des Feldzuges im Osten an in der großen Front gegen den Bolsche- mismus, die längst eine europäische Front geworden ist, weil mit dem deutschen Volk alle Völker des europäischen Kontinents wissen — mögen es auch einige wenige noch nicht wahrhaben wollen —, daß mit dem Wall der Leiber im Osten, der sich dem Ansturm der Steppe entgegenstemmt, das Schicksal Europas und damit der abendländischen
Oie deutsche Wirtschaft
im Dienst des totalen Krieges.
Hauptversammlung der Reichsbank.
gehende« verbrauchsmöglichkelten eine stärkere Besteuerung zu.
Berlin, 12. Febr. (DNB.) In der Hauptver- sammlung der Deutschen Reichsbank, die den Jahresabschluß und Verwaltungsbericht für 1942 zur Kenntnis nahm, erklärte Reichswirtschaftsminister und Präsident der Deutschen Reichsbank, Funk, die deutsche Geld- und Währungspolitik hat auch im Kriegsjahre 1942 alle Anforderungen der Kriegs- finanzielung voll befriedigen können. Dabei blieb der Wert der Reichsmark stabil und das Vertrauen des deutschen Volkes in die Wertbeständigkeit seiner Sparguthaben unerschüttert. Deshalb hat die Reichsbank eine verhältnismäßig geringe Beanspruchung durch das Reich und ein geringeres Anwachsen des Notenumlaufs als im Vorjahre ausweisen können. Im neuen Jahre konnten die Bestände der Reichsbank an kurzfristigen Reichspapieren um rund vier Milliarden Reichsmark zurückgehen. Das deutsche Volk hat durch erhöhtes Sparen fein Verständnis für den im Kriege notwendigen Konsumverzicht bewiesen. Die Spareinlagen der öffentlichen Sparkassen sind im vergangenen Jahre um 15 auf 50 Milliarden Reichsmark gestiegen.
Die Grundlinien unserer Währungspolitik haben sich bewährt, dagegen ist es notwendig, die Methoden der Dynamik des Gütersektors stets so anzupassen, daß die Stabilität der Währung unter allen Umständen gesichert bleibt.
Wen« im Interesse einer Erhöhung der kriegswirtschaftlichen Produktivität die Spcnnung zwischen Verbrauchsgütervolumen und Geldvolumen weiter wächst, müssen die Maßnahmen zum Ausgleich dieser Spannungen verschärft und neue, noch wirksamere Methoden angewandt werden. Dies wird in Anbetracht der jetzt notwendigen Mobilisierung neuer Arbeitskräfte und Energien für die Rüstungsproduktion gefchehen muffen. Die Vorbereitungen sind im Gange; sie sollen einer verschärften Abschöpfung überschüssiger Kaufkraft dienen. 3m Vordergründe jeder gesunden Kriegsfinanzierung steht die Besteuerung. Die Steuer- krafi der deutschen Volkswirtschaft und des deutschen Volkes ist noch keineswegs an ihrer Grenze angelangt. Das wachsende Volkseinkommen läßt schon im Hinblick auf die zurück-
Die planmäßige wirtschaftliche Zusammen» arbeit der Länder unseres Kontinents wird durch die im Kriege weiter oorangetriebene zentrale Verrechnung der zwischenstaatlichen Zahlungen erheblich erleichtert werden. Unsere derzeitige Clearingoerschuldung ist lediglich kriegsbedingt. Trotz aller Schwierigkeiten konnte Deutschland seine Warenausfuhr in fast vorkriegsmäßigem Umfange aufrechterhalten und ist nicht wie die Engländer auf die milden Gaben seiner Verbündeten angewiesen.
Reichsbankpräsident Funk kam dann auf die weitgehende Bankenrationalisierung zu sprechen, bei der die Reichsbank zur Entlastung der privaten Wirtschaft neben umfangreichen innerbetrieblichen Einsparungsmaßnahmen vor allem weitere Verbesserungen im Giroverkehr durchgeführt hat. Die Zusammenlegung des Niederlassungsnetzes konnte bereits gute Fortschritte machen. Auf diesem Wege muß jetzt in einem wesentlich verschärften Tempo fortgeschritten und erreicht werden, daß mit der kleinsten Apparatur und dem geringsten Aufwand der im Bankgewerbe während des Krieges stark erhöhte Arbeitsumfang bewältigt wird. Don der Bantenkundschaft könnte auch noch manches getan werden, um den Banken ihre Rationalisierungsarbeit zu erleichtern. Dies gilt insbesondere für den Zahlungsverkehr, wo stets die wirtschaftlichste Form des Zahlungsausgleiches gewählt werden sollte.
Eine besonders große Bedeutung kommt den Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand zu. Der Staat hat als der Hauptauftraggeber der Wirtschaft die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß sich die Preisgestaltung in fiskalisch und währungspolitisch vertretbaren Grenzen hält. Im Vordergründe stand bisher die Selbstfinanzierung. Wir befin« den uns hier aber erst am Anfang einer Entwicklung. Es hat sich jetzt als notwendig erwiesen, die Höchstgrenze für die Melde- und Ablieferungspflicht von 100 000 RM. auf 50 000 RM. herabzufetzen.
Die Senkung der Zinssätze ist planmäßig zu Ende geführt worden. Damit sind wir so weit gekommen, daß der Staat feine Kreditbedürfnisse zum billigsten Zinssatz des Landes befriedigen kann.
Kultur überhaupt steht und fällt. Don Amerika preisgegeben, von England verraten, steht der kleine europäische Kontinent auf sich allein gestellt, der Größe der Verantwortung eingedenk, die er mit der Aufgabe übernommen hat, die Menschheit vor einer beispiellosen Katastrophe zu bewahren, aber auch seiner geistigen Ueberlegenheit bewußt, die ihm die besseren Soldaten, die besseren Waffen, die bessere Führung und die sittliche Kraft geben, alles einzufetzen für den Sieg.
Dr. Fr. W. Lange.
Das Ritterkreuz für eiuen Oberurseler
Berlin, 12. Febr. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Wolfahrt Wicke. Kompaniechef in einem Gebirgsjäger«Regiment. Oberleutnant Wicke, am 25.9.1919 als Sohn eines Studienrats in Oberursel geboren, stieß bei den Kämpfen i m Don- Gebiet Eicke Dezember nach Abwehr eines feindlichen Angriffs an der Spitze eines Stoßtrupps rasch entschlossen dem weichenden Gegner nach und vernichtete dabei ein bolschewistisches Bataillon. — Wolfahrt Wicke trat nach Ablegung der Reifeprüfung auf der Oberrealschule Oberursel 1937 in das Gebirgsjäger-Regiment 100 ein. 1940 wurde er als Feldwebel zum Fahnenjunker ernannt und zum Leutnant befördert. 1942 wurde er Oberleutnant.
Kleine politische Nachrichten.
In Berlin fand unter Leitung des Reichsministers der Justiz, Dr. Dhierack, eine Arbeitstagung der Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte statt, an der auch die Präsidenten des Reichsgerichts und des Volksgerichtshofes, die Ober- reichsanwälte und löte Präsidenten der Reichsrechtsanwaltskammer und der Notarkammer teilnahmen. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Anpassung der Rechtspflege an die Notwendigkeiten des totalen Krieges.
Der Duce hat nach feiner Wiederübernahme des Außenministeriums als erste offizielle Amtstättgkeit
außer dem spanischen Botschafter den neuen Ge» sarätten der Schweiz zur Ueberreichung seines Be» glaubigungsschreibens und anschließend auch den deutschen Botschafter von Mackensen emp« fangen.
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Eine Abordnung wallonischer Jugendführer stattete der Hitler-Jugend einen Besuch ab, um bereit Kriegseinsatz kennenzulernen. Die Abordnung, ae< führt von Angehörigen der wallonischen Freiwilligenlegion, wurde auch von Reichsjugendführer Ax- mann empfangen.
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Eine USA.-Leih- und Pacht-Kommisston wird fn Kürze in Neu-Delhi erwartet. Die Regierung der USA. beabsichttgt, Indien direkt Leih- und Pachtz Hilfe zukommen zu lassen, also nicht durch Vermittlung von London, wie bisher.
Kunst und Wissenschaft.
„Tanals", ein Schauspiel von Wilh. Müller-Scheld.
In Anwesenheit von Gauleiter und Reichsstatt» Halter S p r n g e r und anderer Ehrengäste des po» littschen und kulturellen Lebens gelangte im ausoefr kauften Großen Haus des Hessischen Landes- theaters in Darmstadt das neue Schauspiel des hessen-nassauischen Dichters Wilhelm Muller-Scheid zur Uraufführung. Die Aufführung, auf die mir noch zurückkehren werden, fand den lebhaften Beifall des Publikums, das mit dem Dichter auch den Spiel» leiter Hans Karl Friedrich und die Haupwar» ftetter immer wieder vor den Vorhang rief.
Ein Film zum 400. Todestag von kopernikus.
Unter der Leitung von Kurt Rupli dreht bife Prag-Film-AG. einen Kulturfilm, der Leben und Werk des großen Deuffchen Nikolaus Kopernikus behandelt. Der Fllm zeigt die Entwicklung der astronomischen Forschung bis zu der grundlegenden kentnis des Kopernikus. Am 24. Mai, dem 400. Todestag Nikolaus Kopernikus', soll der Fllm urauf* geführt werden.
AUF MÖ NC KE 3 ER®
Ist dtat 'Teufel los,
ROMAN VON OLAF BOUTBRWECK
40. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Ja, richtig!" rief Siarid lebhaft. ,Hürgen von Mönckeberg war mein Urgroßvater!"
Ohne den Einwurf zu beachten, fuhr Raucheisen fort: ,Zn diesen Aufzeichnungen erklärt Jürgen von Mönckeberg, daß er vor seinem Aufbruch ins Feld den gesamten Mönckeberaschen Familienschmuck in eine eiserne Kassette im Kellergewölbe des Schlosses eingemauert habe. Den Schlüssel zu der Kas- fette hat er ebenfalls irgendwo eingemauert, und er beschreibt genau die Stelle, wo er zu finden ist, während der Fundort der Kassette selbst aus einem genauen Plan hervorgehen soll, den er unter dem Schweinsledereinband des Buches „Ars magna Lulli“ von Raimundus Lullus versteckt hat...
Max hat nun nichts Eiligeres zu tun, als an der bezeichneten Stelle nach dem Schlüssel zu suchen — und ihn dort auch tatsächlich zu finden! Daraufhin steltt er nun sofort Nachforschungen nach dem Verbleib des Buches von Raimundus Lullus an, und er erfährt, daß es sich entweder nur bei Sigrid von Mönckeberg oder bei Professor Beierfeld befinden kann ...
Da also das Buch vorläufig unerreichbar erscheint und die Zeit drängt, beschließt Max, sein Glück ohne den Plan zu versuchen. Darum schleicht er nachts im Keller umher und versucht, durch Abklopfen der Wände das Versteck der Kassette herauszufinden. Um bei dieser Arbeit nicht gestört zu werden unb etwaige Neugierige abzuschrecken, benutzt er den Trick mit dem Gespenster-Trikot ...
Allmählich sieht Max ein, daß er auf diese Weise nicht ans Ziel kommt ober wenigstens nicht recht- zeitig, deny. iit wenigen Tggen ist der WechjÄ fällig!
Er muß den Plan haben — um jeden Preis! — und darum benutzt er die erste beste Gelegenheit, um bei Sigrid von Mönckeberg emzubrechen ... Da er dort das Buch nicht findet, verübt er in der folgenden Nacht einen Einbruch in die Villa Beierfeld. Er gelangt auch unbemerkt in die Bibliothek, aber bevor er sich dort umsehen kann, wird er von dem Hausherrn überrascht und —* Professor Beierfeld wirb von Max erschossen!"
Frank fuhr mit einem unterdrückten Schrei von seinem Platz hoch.
„Das ist — ist ungeheuerlich, Herr Kommissar!" stammelte er mit zuckenden Lippen.
Raucheisen antwortete nicht darauf. Er zündete die ausgegangene Zigarre wieder an und fuhr ruhig und leidenschaftslos in feiner Erzählung fort: „Nur mit knapper Not gelingt es Max, aus der Villa Beierfeld zu entkommen ... Unverrichteter Sache kehrt er nach Mönckeberg zurück, und um hier nicht untätig zu fein, beginnt er aufs Geratewohl erneut mit dem Abklopfen der Kellerwände ... Immer wieder wird er bei feiner Arbeit unterbrochen, aber er läßt nicht locker: denn zu Beginn der kommenden Woche ist der Wechsel fällig!
Da reift ein neuer Plan in ihm, der durch die Umstände begünstigt wird und den er heute vormittag ausgeführt hat: als verkleideter Telephonarbeiter betritt er die Villa Beierfeld, wo es ihm in einem unbewachten Augenblick auch gelingt, das Buch von Raimundus Lullus an sich zu bringen — und damit ist der Plan endlich in feinem Besitz!
Das Weitere — nämlich die Vorgänge des heutigen Abends — kennen Sie- bereits, unb ich brauche deshalb nicht naher darauf einzugehen ...
Damit bin ich am Ende meiner Geschichte, die ich nur deshalb erzählt habe, um diesem Max zu beweisen, daß wir seine Schandtaten restlos erkannt haben, unb daß es am besten für ihn ist, jetzt ein freiwilliges und offenes Geständnis abzulegen. Es ist seine letzte und einzige Möglichkeit, sich vielleicht doch noch mildernde Umjtänbe zu verschaffen! ... Nur ht einem Punkt muß ich meine Geschichte noch
berichtigen: Der Täter heißt in Wirklichkeit nicht Max — sondern Josef Lektzeck!"
Für die Dauer einiger Sekunden herrschte eine atemlose Stille. Die Augen sämtlicher Anwesenden wandten sich Lertzeck zu und starrten ihn in mehr oder minder großem Entsetzen an. Die beiden jungen Mädchen zogen sich unwillkürlich noch weiter in den Hintergrund zurück. Jutta legte den Kopf an Sigrids Schulter unb meinte lautlos vor sich hin.
Allmählich löste sich bie allgemeine Starre; und plötzllch sprachen und riefen alle erregt durcheinun- ber ...
Außer Raucheisen und Brandstetter schien Lertzeck der einzige zu [ein, der seine kühle Ruhe bewahrte. Er sah sich spöttisch im Kreise um und faate gelassen: „Mit dieser unglaublichen Räubergeschichte, die Ihrer blutigen Phantasie alle Ehremacht, haben Sie ja eine schöne Verwirrung angerichtet, Herr Kommissar! ... Ich nehme an, baß Sie nicht einmal selbst an biese Geschichte glauben; denn da sie von Anfang bis Ende erfunden ist, ist es völlig ausgeschlossen, baß Sie auch nur den geringsten Beweis, dafür erbringen können!"
„So — unb was ist das hier!" rief Raucheisen, indem er in die Tasche faßte und ein vergilbtes Pergament unb einen altmodischen, mit kunstvollem Zierat versehenen Schlüssel hervorholte. „Das ist das erwähnte Dokument des Jürgen von Mönckeberg, das ich vorhin mitsamt dem Schlüssel in Ihrem Zimmer gefunden habe!"
Lertzeck stteß ein etwas krampfhaftes Lachen aus. ,Zch verstehe nicht, was diese harmlosen Dinge beweisen sollen, Herr Kommissar! ... Nach der Herkunft des ältml^ischen Schlüsiels — der bereits in meinem Zimmer lag, als ich es bezog — müssen Sie Herrn Güstrow oder die Dienstboten fragen! Unb was bi ess Dokument anbelangt ... Nun, ich gebe zu , daß ich es eines Tages in der Bibliochek gefunden unb an mich genommen habe. Aber nicht etwa, weil ich an den Inhalt glaubte, sondern lediglich deshalb, weil mich diese seltsam eigenwillige und charakteristffche Handschrift fesselte und ich sie ein
gehend studieren wollte ... Im übrigen kst rott völlig unverständlich, wie Sie dazu kommen, mit ■auf Grund dieses kleinen harmlosen Stückchens Papier eine ganze Kette der gemeinsten Verbrechen anzudichten! Ihre Phantasie muß völlig mit Ihne« durchgegangen sein! Wirklich, ich hätte Sie für weniger naiv gehalten!"
„Reden Sie kein Blech, Lertzeck!" sagte Raucheife» grob. „Wenn hier einer naiv ist, dann sind Sie esl Ich habe Sie vor einer Stunde dabei beobachtet, wie Sie — mit Ihrem angeblich kranken Fuß! — Ihc Zimmer durch das Fenster verlassen haben, und auf demselben Wege bin ich bann hineingelangt ui* habe mich dort ein wenig umgesehen ... Aber Sie wissen noch nicht alles: Sie hüben damals, als Sie Professor Beierfeld erschaffen, in der Bibliothek de» Abdruck Ihres Gummiabsatzes und vor dem Fen* fter den Abdruck Ihres Stiefels zurückgelaffen! Und diese Abdrücke stimmen haargenau mit einem Ihrer Stiefel überein! ... Wollen ©ie noch mehr Beweise? ... Schön — können Sie haben:
Don dem Augenblick an, wo Sie heute morgen die Klinik betraten, haben wir Sie beobachtet; benii wir waren bereits gestern nacht durch meinen BfO* ftenten Brandstätter telefonisch von Ihrem angeblichen Klinikbesuch unterrichtet! Wir wissen daher, daß Sie heute morgen um zehn Uhr in einer Verkleidung die Villa Beierfeld betreten und dort bas erwähnte Buch gestohlen haben! Wir haben Sie beim Verlassen der Villa nur deshalb nicht verhaftet, weil wir uns erst völlige Klarheit über Ihre Pläne und Absichten — und vor allen Dingen Gewißheit verschaffen wollten, ob und inwieweit Sie auch für die anderen Verbrechen in Frage kommenr Diese Gewißheit haben wir jetzt — unb die Beweise dazu!"
Raucheisen wandte sich zu Otto herum: Otto, erkennen Sie in Lertzeck den angeblichen Te« lephonarbeiter wieder?"
„Jawohl, Herr Kommissar!" antwortete Otto feft- „Als er vorhin die Halle betrat, habe ich ihn <W den ersten Blick wieder (ForHetzun-HWH


