Gießener Anzeiger
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Starke Beunruhigung in England
In erbitterten Kämpfen zurückgewiesen
aus- dem
allem die Vereinigung der beiden marokkanischen Protektorate. Seine führenden Männer sind sich darüber klar, daß diese Forderungen so lange illusorisch bleiben, als Spanien nicht die unbedingte Herrschaft über beide Seiten der Meerenge zwischen Europa und Aft.ka ausübt. Diese Enge ist „nicht ein trennendes Meer, sondern ein Fluß, der verbindet". Sie ist ein geographischer Zu
Genf, 13. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Die in ganzen Schwärmen die britisch-amerikanischen Geleitzüge angreifenden U-Boote erregen nicht ohne eine ftarf? Note der Sorge die Aufmerksamkeit der Engländer", schreibt „Daily Telegraph". Die in der Oeffentlichkeit empfundene Angst, so meint das Blatt, werde noch dadurch gesteigert, daß die Behörden niemals mit Sicherheit die Versenkung einer größeren Anzahl U-Boote meß)en könnten. An dem letzten Angriff auf den Atlantikgeleitzug beunruhige darüber hinaus noch die unerhört lange Dauer dieser Attacken. Tag und Nacht hätten sie gewährt, ohne daß man in der Lage gewesen sei, das zu verhindern. Auf jeden Fall beweise dieser jüngste U-Boot-Angriff, so schließt der .Laily Telegraph" seine sorgenvollen Betrachtungen, daß sich die U-Bootgefahr für Großbritannien in letzter Zeit dadurch wesentlich erhöhte, daß der Feind einen noch weit größeren Gebrauch von dieser Waffe machte. Offenbar sei man noch weit davon entfernt, mehr U-Boote zu versenken, als der Gegner in Dienst stelle. Solange dieses Ziel nicht erreicht sei, könne man von einer Sicherstellung der Seewege Großbritanniens nicht sprechen.
„Daily Mail" stellt warnend fest, daß Deutschland die U-Boote schneller baue als man sie versenken könne. Es sei die große Frage, ob sich die Demokratien klar seien über die große Gefahr, in
fall, der an der Zusammengehörigkeit des europäisch-afrikanischen Raumes nichts ändert. „Dagegen gibt es"— wie sich ein spanischer Geoploitiker in der Monatsschrift „Africa" ausdrückt — „eine klar gekennzeichnete Uebergangszone zwischen Europa und Afrika, die deshalb weder rein europäisch noch rein afrikanisch ist: Sie beginnt bei den Pyrenäen und endet im Atlasgebirge." Am 14. Dezember 1942 besetzten die anglo-amerikanischen Truppen die marokkanische Stadt Fez. Roosevelts Söldlinge, die den Bolschewisten die „zweite Front" präsentieren möchten, rückten damit weiter in die Randgebiete der europäisch-afrikanischen Uebergangszone hinein...
Berlin, 12. Jan. (DNB.) Bei den Gegenangriffen am 11. Januar schnitten unsere vordringenden Grenadiere und Panzerabteilungen die Masse einer sowjetischen Schützendivision ab. Die Bolschewisten versuchten mit zahlreichen Panzern und starken Jnfanterieverbänden ihre eingekesselten Regimenter aus der Umklammerung zu befreien. In er- bitterten Kämpfen zerbrachen aber alle Entsetzungs- angriffe und Ausbruchsversuche des Feindes. Die deutschen Stoßtruppen preßten die Bolschewisten immer enger zusammen und zerschlugen den letzten Widerstand. Im Raum von Stalingrad setzten die Sowjets ihre Vorstöße mit unverminderter Heftigkeit fort, doch prallten alle Angriffe am heldenhaften Widerstand unserer Soldaten ab.
Im mittleren Abschnitt der Ostfront führten unsere Truppen zwei örtliche Angriffe zur Verbesserung des Frontverlaufs. Den einen Stoß führten pommerfche Grenadiere, die dem Feind Waldstellungen in 1 Kilometer Breite entrissen. Hierbei vernichteten sie 40 Kampfstände, sowie 81 Wohn- und Munitionsbunker. Beim zweiten Angriff bereinigten rheinisch-westfälische Grenadiere und Wiener Panzergrenadiere einen tiefen Keil, den die Bolschewisten dort in das ausgedehnte Wald' und Sumpfgelände vorgetragen hat
ten. Sie trugen trotz großer Geländeschwierigkeiten ihre Stoß zügig vor und verkürzten durch Abschnei, den des Keiles die deutsche Hauptkampflinie erheblich.
Besonders erbittert wird Tag für Tag umWe- l i k i j e L u k i gekämpft. Mit aller Gewalt wollen ich die Bolschewisten in den Besitz dieses Stütz- lunktes setzen. An dem ungebrochenen Widerstand )er Besatzung scheiterten aber auch die erneuten tarken Angriffe der Sowjets. Ebensowenig hatte der Einsatz frischer Truppen Erfolg gehabt, die der Feind von anderen Frontabschnitten abzog. Eine wieder aufgefüllte sowjetische Panzerbrigade war bereits innerhalb von drei Tagen aufgerieben worden. Die Luftwaffe half den Verteidigern von Weli- kiie Luki. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge hielten die feindliche Artillerie nieder und griffen Bereitstellungen wirksam mi Bomben an.
Südöstlich des Ilmensees hatten unsere Truppen ebenfalls bei der Abwehr der wieder verstärkten Angriffe des Feindes hart zu kämpfen. Wohl gelang es den Bolschewisten vorübergehend, durch das Zusammenwirken schwerer Artillerie und zahlreicher Panzer einen örtlichen Einbruch zu erzielen, doch wurde die Lücke im soforttgen Gegenstoß wieder geschlossen. Als die Sowjets bei Einbruch
Seit Kriegsausbruch über 700 Tanker versenkt Der neue deutsche L-Boot-Erfolg in harten Kämpfen erweitert.
Spanien zwischen Europa und Afrika
Von unserem E. R.-Berichterstatter.
der sie schwebten, und ob die Schritte und Maßnahmen zur Bekämpfung der U-Boote ausreichend seien. ,T)aily Expreß" forderte Schiffe, die schnell genug feien, um den U-Boot-Angriffen zu entkommen. Die Opposition gegen den Bau von kleineren und schnelleren Handelsschiffen müsse beseitigt werden. Die englische Besorgnis über die U-Boot-Ge- fahr kommt auch in Mitteilungen zum Ausdruck, daß die „Verstärkung" der U-Boot-Kriegführung die Ernährungsgrundlage Großbritanniens erschwere. Lord Wootton habe mitgeteilt, daß die Zuteilungen herabgesetzt werden müßten.
Oie Schiffsfrage ist die entscheidende.
Lissabon, 13. Jan. (Europavreß.) „Die Frage der siegreichen Beendigung des Krieges hängt voll und ganz von den verfügbaren Schiffen ab", so führte Admiral Stark, Kommandeur der USA.-Flotte in europäischen Gewässern, auf einer Pressekonferenz in Washington aus. Das bedeute aber nicht nur neue Schiffsbauten, sondern auch die Meisterung der deutschen U - Boot ° Ge - f a h t. „Deutschland scheint sich zur Zeit auf den Bau von U-Booten konzentrieren zu wollen, und bisher besteht noch keine Möglichkeit, daß wir sie schneller vernichten, als sie gebaut werden", meinte Stark.
Berlin, 12. Jan. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine hat am 10. Januar 1943 anden Befehlshaber der Unterseeboote folgendes Telegramm gerichtet: Die restlose Vernichtung des feindlichen Tankergeleitzuges im Seegebiet südlich der Azoren ist ein gemeinsamer glänzender Erfolg der planvollen Führung durch die Befehlshaber der U-Boote und des schneidigen Angriffs der U-Boot-Gruppe. Neben dem Tonnageerfolg steht die Vernichtung des feindlichen Brennstoffnachschubs, die sich für unsere Kameraden an der tunesischen Landfront als Entlastung wirken wird. Anerkennung und Glückwünsche BdU. und der U-Boot-Gruppe, weiter sol
nonen auf dem Vorschiff bewaffnet und verfügte über Wasserbomben, Nebelgeräte, ein Wasserflugzeug und ein großes Motorboot für direkte U-Boot- Bekämpfung. Don der letzten Geleitzugschlacht bei den Azoren im Dezember vorigen Jahres hatte dieses Geleitschiff, wie sich nach der Torpedierung herausstellte, eine große Anzahl Schiffbrüchiger an Bord. Nach wiederholten Angriffen versank das Schiff, das sich durch die verschiedensten Kursänderungen den U-Boot-Angriffen entziehen wollte, so schnell, daß nicht einmal die Rettungsboote zu Wasser gelassen werden konnten. An der Untergangsstelle trieben, nach den Angaben des U-Boot-Kommandanten, auf dem Wasser schwimmend oder auf den wenigen, völlig überfüllten Flößen, auf denen die Schiffbrüchigen nur stehend Platz finden konnten, drei- bis vierhundert Menschen.
Insgesamt haben unsere U-Boote in den letzten beiden Tagen 29 Schiffsversenkungen mit zusammen 213 000 BRT. als stolzes Ergebnis ihres zähen und unermüdlichen Einsatzes melden können. Dabei hat sich der Verlust des dem Gegner zur Verfügung stehenden Ta n ksch i f f s r a u m s seit Ausbruch des Krieges^uf über 7 00 Tanker mit insgesamt rund 5,1 Millionen BRT. erhöht.
Glückwünsche GroßadmiralUaeders.
Berlin, 12. Jan. (DNB.) Die in der Sonder- meldung vom 12. Januar als torpediert gemeldeten, aber noch schwimmfähig gebliebenen drei Tan - k er des Tankergeleits von Amerika nach Afrika wurden in den letzten 48 Stunden von unseren U-Booten weiter verfolgt und angegriffen. Bei diesen mit Hartnäckigkeit und Energie geführten Angriffen, die der Gegner durch zusam- mengefaßtes Feuer feiner Kanonenboote, Korvetten und Zerstörer zu verhindern suchte, wurden zwei der beschädigten Tanker von zusammen 17 000 BRT. versenkt. Der als einziger und letzter verbliebene Tanker des sich zuerst aus 16 Großtankern zu- fammenfetzenden Geleitzuges erhielt gleichfalls Torpedotreffer. Sein Sinken konnte jedoch wegen der starken Abwehr nicht beobachtet werden.
Zur gleichen Zeit, als die Tankeroernichtungs- schlacht südlich der Azoren im Gange war, wurde vor der Guayanaküste ein aus neun Schiffen und vier Zerstörern bestehender kleiner Geleitzug, der sich entlang der südamerikanischen Küste bewegte, erfaßt. In stundenlangen Nachtangriffen sandten die U-Boote vier Dampfer mit zusammen 20 000 BRT. und einen Tanker mit 8000 BRT. auf den Grund des Meeres. Im Seegebiet vor der brasilianischen Küste versanken ferner die beiden Dampfer „Porkwood" mit 5401 BRT. und „'Baron Dechmont" mit 3675 BRT. Auch der ’ in feindlichen Diensten fahrende schwedische Frachter „Brägeland" von 2608 BRT. wurde das Opfer eines U-'Boot-Torpedos vor der südarne- rikanischen Küste. Außer anderen Einzelfahrern, die im Süd- und Nordatlantik versenkt wurden und deren Namen noch nicht bekannt finb, griffen U-Boote noch den von Takoradi an der Westküste Afrikas nach Liverpool fahrenden Dampfer „William Wilberforce" mit 5004 BRT. an und versenkten ihn.
Unter den heute gemeldeten Schiffen befand sich auch als besondere Beute unserer Unterseeboote ein Geleitzug-Begleitschiff, das -außer- ordenttich stark für die U-Bootabwehr eingerichtet war. Dieses Hilfskriegsschiff war u. a. mit vier Ka-
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Madrid, Januar 1943.
Seit dem 8. November 1942, als amerikanische und englische Truppen zu beiden Seiten des spanischen Protektorats in Marokko landeten und den Krieg damit dicht an die Küsten des spanischen Mutterlandes herantrugen, liegt über ganz Spanien eine deutliche Spannung. Diese Spannung äußert sich, der individualistischen Veranlagung der Spanier entsprechend, in den verschiedensten Formen. Man spürt, daß die Staatsführung sich vor Entscheidungen von geschichtlicher Bedeutung gestellt sieht. Die Presse, aus deren Haltung man gerade in totalitären Staaten auf die Position der maßgeblichen Stellen zu schließen geneigt ist, hat nach den ersten Ueberraschungssymptomen sehr bald ihr altes, diszipliniertes Bild wiedergefunden. Dieses Bild hat aber vor allem feit der Rede des spanischen Staats« chefs bei der Eröffnungssitzung des 3. Nationalrates der Falange am 8. Dezember wesentlich an Klarheit gewonnen. Das eindeutige Bekenntnis des Caudillo zu Europa und seinen aufstrebenden jungen Kräften hat in der ganzen Welt ein starkes Echo gefunden.
Das spanische Volk sieht weitgehend ein, daß die wahren und realen Interessen des Landes durch die nationalsyndikalistische Regierung vertreten werden. Niemand weiß besser als General Franco, daß Spanien nach dem langen blutigen Bürgerkrieg den Frieden braucht und daß seine schwer ge- irüfte Bevölkerung den Frieden wünscht. Doch es hieße, sich zum Spielball fremder Interessen zu machen, wenn Spanien nicht ein besonde- es Augenmerk auf die Stärkung seines militärischen Potentials legen würde. Seine Regierung hat sich gewissermaßen den Grund- atz eines großen preußischen Herrschers zu eigen lemacht, daß eine starke Armee der beste Garant »es Friedens ist. Die Teilmobilifierung der panischen Reservisten angesichts der kriegerischen Ereignisse in Nordafrika sind das erste praktische Ergebnis. Spaniens außenpolitische Linie ist heute urch folgende Tatsachen gekennzeichnet: Die Regie- ung zeigt einen ausgeprägten Friedenswillen, läßt cdoch keinen Zweifel darüber, daß Spanien im Halle des Angriffs sich seiner heroischen Tradition oürdig erweisen und seine ureigenen Interessen mit rller Kraft verteidigen würde. Diese Interessen '.egen im Rahmen des klaren Bekenntnisses zu Europa, das sich in der Blauen Division ver- örpert, deren bisheriger Kommandeur, Generalleut- ant Munoz Grandes, gerade vor Jahresende aus er Hand des Führers das Eichenlaub zum Ritteiv kreuz des Eisernen Kreuzes erhielt. Neben dem lZekenntnis zu Europa und der scharf antibolfche- oistischen Haltung steht aber ein ebenso klares Be- enntnis zu Afrika. Spaniens außenpolitische Linie 't zllm großen Teil schon durch seine geographische 'age vorgezeichnet. Diese Erkenntnis der größten Hanner der spanischen Geschichte, die das Land inst zur Weltgeltung führten und die ein mutiger Politiker während des ersten Weltkrieges mit aller Schärfe zu verfechten wagte, beginnt sich im ncttio- ulsyndikalistifchen Spanien endgültig durchzusetzen.
„Spanien ist keine geopolitische Insel, sondern in Bestandteil Europas, und die Vor- hung hat unser Land zur Brücke dieses rdteils nach Afrika gemacht", schrieb dieser age eine große Madrider Zeitung. Spanien impfte in Europa stets für geistige Ideale, seien I? religiöser oder weltanschaulicher Art, sei es für inen christlichen Glauben ober gegen den verhaßten ommunismus. In Afrika dagegen hat Spanien s;hr reale gebietsmäßige Interessen, ic seit langem in zahlreichen Publikationen mit lern Nachdruck vertreten werden. Wenn auch das Land noch kein Lebensraumproblem im Sinne der i aervölkerten mitteleuropäischen Länder kennt, so immt doch seine Volkszahl dank einer Geburten- eubigteit, der Armut, Bürgerkrieg und Notzeiten chts anhaben konnten, ständig zu. Spaniens Ex- infionsbeftrebungen richteten sich mit Ausnahme s Zeitalters der Entdecker und Eroberer in natürlicher Weise nach Afrika, und es ist kein Zufall, drß Spanien auf dem Schwarzen Erdteil heute im Iroteftorat Marokko und in seinen westafrikanischen Kolonien Jfni (West-Sahara), Rio de Oro mit den drrgelagcrten Kanarischen Inseln und Spanisch- Euinea'die letzten Bastionen seines einst so stolzen fjnperiums verkörpert sieht.
Wie stark Spanien heute am Schwarzen Erdteil interessiert ist, umreißt in besonders treffender gjrm immer wieder die große Monatsschrift .Africa". Dort heißt es in einem Leitaufsatz: „Die Tatsache, daß Spanien nach seinem eigenen Willen, at dem jeder Druck zerschellte, sich bisher am Rande bis Krieges halten konnte, erlaubt uns mit nachdrücklicher Klarheit unsere eigene Stellung darzu- lezen. Es schmerzt Spanien, daß Marokko plötzlich zrm Kriegsschauplatz geworden ist. Wir können j nicht gleichgültig zusehen, daß die marokkanische I Erde wieder mit Blut getränkt wird, als ob das I 8 ut noch nicht genügte, das Spanien dort in I Jahrhunderten vergossen hat. Spanien ist stets die brausschiebbare Mission gugefaUen, das gemeinste e Schicksal der Gebiete jenseits der Meerenge jll sichern. Frankreich hat Marokko 1914 und 1939 n Kriege hineingezerrt, die mit den marokkanischen filiere ff en absolut nichts zu tun hatten, und Frank- ; ted) hat es auch jetzt nicht verstanden, von diesen »(bieten einen Waffengang fernzuhalten, der mit
Konvenienzen der dortigen Bevölkerung nichts gemein hat. Frankreich hat dort sein ,Protektorat^ roch rein utilitaristischen Gesichtspunkten eingerich- itet Der spanisch-französische Vertrag vom 27. No- teuber 1912 erkennt hingegen im ersten Artikel gantens Mission an, »über die Ruhe und Ordnung n jenen Gebieten zu wachen*. Unsere Position in *f:ifa ist durch eine jahrhundertealte Geschichte ver- hlirgt."
a Spanien fordert in Afrika neben der unbedingten Ncherung seiner bisherigen Kolonialgebiete vor
Oer Winierkrieg.
Von Major i. G. von Widekind, Oberkommando des Heeres.
* I.
Wenn eine Expedition in ein fernes, unerforscht les Land unternommen werden soll, wird sich insbesondere der Leiter, aber auch jeder Teilnehmer dieser Expedition mit der Eigenart dieses Landes beschäftigen und sich geistig und körperlich auf dis Unternehmung oorbereiten. Er wird seine gesamte Ausrüstung den Lebens- und Witterungsbedingungen anpassen, um feine unangenehmen lieber« raschungen zu erleben
©enau so muß es der Soldat machen, der d e rt Winter im Offen erfolgreich überstehen will. Gerade wenn er sich immer bas Beispiel einer Expedition vor Augen hält, wird er sich nicht leicht- jm^ig oder unnütz den Gefahren eines ungewohnten Winters aussetzen, sondern alles tun, um sich felbst, seine Ausrüstung, seine Waffen für die Besonderheiten des Winterkrieges eingehend vorzubereiten. Hierbei helfen ihm sehr viel die Erfahrungen, die seine Kameraden vor ihm im Winterkrieg in der Sowjetunion gemacht hoben, aber auch Erfahrungen die Bergsteiger, Schiläufer, und besonders Polarforscher seit Jahrzehnten gesammelt haben. Der Soldat muß die tausend kleinen Kniffe kennen, um Kälte, Schnee und Wind mit einfachen Mitteln zu überwinden.
Die Erscheinungen des Wmters, wie wir sie iit Deutschland kennen, nämlich Kälte und Schnee sind im Osten teilweise ins Unermeßliche gesteigert, edjon im Oktober kann eine unerbittliche Kälte ein- treten, die weit das bei uns gewohnte Maß über« steigt und im Laufe des Winters 40 bis 50 Grad Kälte erreicht. Diese Kälte ist bei geeigneter Ausrüstung noch zu ertragen; unangenehm wird sie erst wenn s ch a r f e. r Wind hinzukommt, der durch alle Wärmehüllen hindurchgeht. Am schlimmsten ist dieser Wind auf den weiten, oben und vollkommen deckungslosen Flächen, wie wir sie besonders in der Ukraine und den Steppen Südrußlands finden.
Die Höhe der Schneedecke nimmt von Süden nach Norden zu. Während- sie beispielsweise in der Ukraine nicht einmal einen halben Meter beträgt, sind in Nordrußland ein bis eineinhalb Meter Schneehöhe die Regel. Aber auch hier kann der Wind äußerst unliebsame Ueberraschungen bringen und den Schnee zu zwei bis drei Meter hohen Wallen auftürmen. Dann stockt jeder Verkehr, Straßen und Wege müssen geräumt werden, und nur Schi, Schneereifen und ganz leichte Schlitten gestatten eine Bewegung im Gelände. Auch die Tage werden im Laufe des. Winters erheblich kürzer. Früh wird es dunkel, und spät geht die Sonne auf. So entstehen günstige Gelegenheiten für den Geg« ner, unbemerkt durch unsere Linien zu sickern und plötzlich weit in unserem Rücken aufzutauchen. Deshalb muß auch der deutsche Soldat bei Nacht, Nebel und Schneesturm sich im Gelände zurechtfinden und vor allem auch kämvfen können.
Eine alte Soldatenweisheit, die schon ihre Richtigkeit hat, sagt: „Beim Kommiß klappt nur, was vorher geübt ist." Der Soldat muß für den hinter» frieg üben. Als erstes muß er fid) gegen d i e K a l t e s ch ü tz e n können. Jeder Mensch 'weiß, daß man besonders bei nassem, kaltem Schnee an ben lüften z u e r st friert. Deshalb ist sachgemäßes Verpassen und Behandeln der Stiefel, gute Fuß- pflege sowie Kenntnis aller Hilfsmittel zum Kälte« schütz der Füße wie Fußlappen, Verwendung von Zettungspapier, Ueberschuhen, Strohsckuhen usw., eine der ersten Maßnahmen im Kamnf gegen dis Kalte. Desgleichen muß der Soldat wissen,'wie er bas Gesicht, besonders Nase, Ohren, Wangen, wie er die Hände und besonders empfindliche Körperteile, wie Nieren und Magengegend,
der Dunkelheit ihre Angriffe einstellten, waren zu den Trümmern von rund 480 vernichteten Pan- 3ern des Feindes, die schon im Kampfgelände liegen, noch weitere 24 Wracks hinzugekommen. Da- gegen herrschte an der Leningrader Front Ruhe. Lediglich e.n Stoßtrupp der Waffen-tt führte einen überraschenden Vorstoß gegen feindliche Stellungen, zollte das angegriffene Grabensystem auf und sprengte mehrere Bunker und Kampfstände.
Mit dem 6 chenlavb ausaeze chnet.
Berlin, 12. Ian. (D71B.) Der Führer hak das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Keruzes verliehen dem Oberleutnant Heinz Frank, Staffel- kapitan in einem Schlachtgeschwader, dem Major Dr. Ernst Kupfer, Gruppenkommandeur in einem Sturzkampfgeschwader, und dem Hauptmann Bruno D i lley, Kommandeur in einem Sturzkampf- geschwader, als 172. bis 174. Soldaten der deutscher, Wehrmacht.
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Oberleutnant Frank, der im Kampf um dis Halbinsel Kertsch und bei Charkow mit feiner staffel entscheidend in die Erdkämpfe eingriff, hielt beim Landungsunternehmen deutscher Sturmboote am Parpatsch-Graben den Feind durch gutgezielte Bombenabwürfe und ständige Angriffe mit Bordwaffen- feuer nieder. Als einer der Ersten griff er bei dem großen sowjetischen Durchbruchsversuch in der Kesselschlacht bei Charkow am 25. Mai mit feiner Staffel ein. Im November wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. — Major Kupfer wurde bereits am 23. April 1941 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Als Führer einer Sturzkampfgruppe hat er in küh- nen Angriffen gegen Stalingrad zur Zermürbung des Gegners in den Fabrikvierteln der Stadt bei« getragen. Er trägt das goldene Verwundetenabzeichen. —• Hauptmann Dilley zeichnete sich schon in Polen, Norwegen und im Westfeldzug, im Kampf gegen England, im Mittelmeerraum, in Afrika und auf dem Balkan aus. Als Derbandsführer seiner Sturzkampfflieger war er an den großen Erfolgen im Osten hervorragend beteiligt. Am 4. Juni 1942 wurde er mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.


