10./II. April WZ
Nr. 85 Zweites Blati
Kkßener Anzeiger (Genera! Anzeiger für Gderhefien)
die Heldengedenkfeier der NSDAP, in der Landesuniversiläl am Sonntag, 10.30 Uhr, Einladungen erhallen haben, trotzdem um deren Besuch. Ueberhaupt
der Aula 11. April, bitten wir ergeht an
brauchen Akten, Geschäftspapiere*, kaufmännisches Schriftgut usw. nach der neuen Verordnung über die Abkürzung der Aufbewahrungsfristen verwahrt werden! Alte Akten werden zu neuem Leben erweckt durch die
Heldengedenkfeier am Sonntag.
Sofern nicht alle Eltern und Angehörigen für
gegeben wird, da dieses Kind in Begleitung eines Erwachsenen freie Fahrt genießt und die Eltern des Kindes durch dessen Mitgabe nur das Fahrgeld schinden wollen. Es sei hier nichts dagegen gesagt, daß die Straßenbahn und die Obusse von Kindern zu Schulfahrten benutzt werden; aber man darf doch wohl die Frage aufwerfen, ob es notwendig
alle Angehörigen der Gefallenen trotz ihres Schmerzes die Bitte, dieser Feierstunde beizuwohnen. Kreisleitung Wetlerau.
ALTPAPIERSAMMLUNG 1943
VOM 4--24. APRll
einander verflochtenen privaten Schicksale der Artisten; Liebe und Eifersucht und Ehrgeiz erweisen sich wieder einmal als die unverbrauchten Triebkräfte der Handlung, die überdies einige erprobte Manegengrundsätze in Erinnerung bringt, wie beispielsweise, daß auf Schlamperei die Todesstrafe steht oder mindestens sofortige Entlassung, oder daß dem Zirkus auf Lebenszeit verfallen ist, wer im Zirkus und mit dem Zirkus groß geworden ist. Karl A n t o n als Spielleiter hat, von den Kameraleuten Georg Bruckbauer und Walter R o ß - köpf vorzüglich unterstützt, die eigentümliche Atmosphäre der Zeltstadt und der Manege faszinierend eingefangen, dazu das Jneinanderspielen von Menschenwelt und Tierwelt, das Aroma der unruh- vollen Reisen von Stadt zu Stadt, von Erdteil zu Erdteil, den prickelnden Rausch der Premiere und der vom Trommelwirbel begleiteten „großen Nummer". In der Darstellung heben sich Leny Maren- b a ch und Rudolf Prack, beide energisch und beherrscht im unbürgerlichen Beruf und schwierigen Privatleben, sympathisch hervor. Paul Kemp, mit Humor und schlichter Herzlichkeit, und Charlott Daudert, mit einer aparten Mischung aus Französisch und Ostpreußisch, bringen die gerade hier unerläßlichen, angenehm entspannenden komischen
Gloria-palast: »Oie grohe Nummer-".
Wieder einmal: Menschen, Tiere, Sensationen. Die Welt der Manege hat ihre Anziehungskraft noch immer nicht verloren. Manches wirkt erstaunlicherweise, durch das Auge der Kamera gesehen, näher gerückt und vergrößert, noch unmittelbarer und aufregender als in 'der Natur. Jedenfalls ersetzt dieser Film, zu dem Alexander Lix und Erwin Biswanger das vom Spielleiter Karl A n t o n und Felix v o n E ck a rd t für die Tobis bearbeitete Drehbuch schrieben, eine ausgewachsene Zirkusvorstellung. Es gibt eine Tigernummer, eine Löwennummer, Freiheitsdressuren mit sehr schönen Pferden, Luftakt und Clowns, Nilpferd, Elefanten, Giraffen, Känguruh und Kakadu und ein reizendes, drolliges Löwenbaby, das in der Tierklinik behandelt wird und, da es dabei auch gewogen werden muß wie ein Menschenbaby, die Anregung für die bisher noch nicht dagewesene Sensation der Löwenschaukel im Raubtierkäfig liefert. Mit dieser „großen Nummer" ist dramaturgisch auch die Brücke vom Artistischen zum Menschlichen geschlagen, und damit gelangt der Film abermals, wie in der Optik der Wiedergabe, über die simple Zirkusvorstellung hinaus: dem gefährlich unberechenbaren Spiel mit den wilden Tieren verbinden sich die vielfältig in-
'Mürmltfi'-
Lleberfültte Straßenbahnen und Obusse
Unhaltbare Verhältnisse in den Verkehrsspitzen.
lich gern auf.
Wie üblich bei den Vögeln tritt das Kuckuck- Weibchen — im Gegensatz zu den Menschen-Evas — äußerlich bescheiden zurück. Und doch hat auch die Kuckuckin ein Helles, durchaus schönes, weithin — wenn auch seltener — hörbares Gelächter oder Gekicher. Das hört sich an wie ein zuerst ungemein schnell, dann — so nach einem viertelhundertmal etwa — mählich gedehnter ausgestoßenes „Wick- wickwickwick", fast wie ein harter Triller.
Selten kommt der Kuckuck, noch seltener die Kuckuckin uns zu Gesicht, und nur der ausdauernd geduldige Beobachter wird ihn bei seinem intimen Leben zu fassen bekommen. Ansonsten zeigt er sich, wenn man Glück hat, gelegentlich in seinem Flug, der schön, gewandt, fast falkenähnlich ist, ruhelos, unbändig wild von Busch zu Busch, von Baum zu Baum sägend, Blößen des Waldes und sonst baum- fteie Strecken instinktiv meidend. Darum hat rhn das Volk auch „Gauch" — eben einen Unhenw lichen, Geheimnisvollen — genannt, einen, der sich unversehens unsichtbar machen kann, der kommt und geht, man weiß nicht woher und wohin.
Dom zoologischen Standpunkt wäre hier noch zu sagen, daß es mehr als 200 Arten in der Familie der Kuckucke gibt, die man in drei Unterfamilien teilt: die eigentlichen Kuckucke — ju. denen unser Herold gehört —, die Busch- und die Sporenkuckucke. Heber den Grund, warum der Kuckuck seine (Sier in die.Nester artfremder Vögel legt und sie von diesen ausbrüten und aufzichen läßt, sind sich die Zoologen noch keineswegs einig.
Zahlreicher Aberglauben macht den Kuckuck zum Mittelpunkt; bei seinem Ruf soll man Geld berühren, um immer darüber verfügen zu können; der Kuckuck gilt als Wetterprophet, ja sogar als Wetter- macher; auch ein brotgebender Dämon soll der Kuk- kuck sein; und in manchen Landschaften wird der Kuckuck als rastlos umherirrende arme Seele angesehen, die schwer sündigte und nun ihre Strafe leidet... K.M-r.
Gießener wochenmarktpreise.
* Gießen, 10. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, 1I2 kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8, Kartoffeln, 5 kg 56, gelbe Rüben, 1I2 kg 14 bis 16, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 22 bis 30, Unterkohlrabi 8, Meerrettich 75, Schwarzwurzeln 37, Lauch 28, Ober« kohlrabi 14, Feldsalat, Vio 10, Blumenkohl, das Stück 60, Rettich 5 bis 10 Rpf.
verdunkelungszeil:
10. April von 21.10 bis 6.06 Uhr.
11. April von 2L12 bis 6.03 Uhr.
** DieOffizierlaufba-hnen derWehr- rnacht und Waffen-/-. Das Oberkommando der Wehrmacht veröffentlicht in unserem heutigen Blatte eine Bekanntmachung über die Offizierlaufbahnen aller Wehrmachtteile einschl. Waffen---, auf die besonders hingewiesen wird.
** Neuregelung b e i der Abgabe von Tabakwaren. Vom heutigen Tage ab gelten für die Abgabe von Tabakwaren neue Vorschriften, die vom städtischen Wirtschaftsamt in unserem heutigen Blatte veröffenllicht werden.
** Einschränkungen im Stromverbrauch. Die Neichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft ordnet in Bekanntmachungen, die in unserem heutigen Blatte erscheinen, Einschränkungen des Lichtstromverbrauchs in den Räumen der Fremden- verkehrsbettiebe usw., in Verkaufs- und Ausstellungsräumen und in den Büros und Verwaltungen der gewerblichen Wirtschaft an. Näheres ist aus den Bekanntmachungen ersichtlich.
** Die Heilkräutersammlung in Gießen. Zu unserem Bericht unter dieser Ueber- schrift in Nr. 83 vom Donnerstag, 8. April, ist ergänzend nachzutragen, daß auch t);e Schiller« schule sich bereits im Jahre 1940 an der Heilkräutersammlung beteiligt und ihr Sammelgut unmittelbar an die Abnehmer abgeliefert hat, so daß es seinerzeit zahlenmäßig bei der Sammelstelle, von der wir unsere Informationen erhielten, nicht ersaßt werden konnte. Die Schillerschule brachte im Jahre 1940 das stattliche Ergebnis von 145 kg Hagebutten, 600 kg Kastanien und 217 kg Heilkräuter zusammen, ein schöner Erfolg ihres Gemeinschaftseinsatzes.
Strafkammer Gieren.
Dogelruf noch allemal ihr Wunsch-Teil: der eine Liebe, der andere Geld und Gut! Er ist wie ein Okarinaton, der Kuckucksruf, — tief, voll, klanghell, der selbst in der Ebene gut seine drei Kilometer weit zu hören ist.
„Der Kuckuck fing drauf an geschwind —
Kuckuck! — fein' Sang durch Terz, Quart, Quint", singt der deutsche Dichter Der Kuckuck aber tut nicht nur Quart- und Quint-Rufe — f—c und f—h —, sondern er überstürzt sich in der Erregung gar oft zum Kuckuckuck, oder er kuckuckt zur Abwechslung sogar einmal in richtigen Fisteltönen.
Zu Ansang seiner Rückkehr in die nordische Heimat ist der Kuckuck — es ist ja noch das Männchen allein — wenig eifrig. Hat er aber erst einmal die Liebe gekostet, also ein paar Wochen später, so ruft er — oft -auch in abwechselnder Tonart — schier endlos hintereinander zu at^n nur denkbaren Stunden, hier und da selbst in den kurzen Sommernächten, wo es bekanntlich nicht mehr ganz dunkel wird. Und da mag es vorkommen, daß er im wahren Sinne des Wortes heiser wird, so daß ihm die Stimme am Ende förmlich überschnappt.
Beim Niederlassen auf den Baum schlägt der Kuckuck oft ein fast unheimliches „Hachachachacha" an, das wie das Lachen eines uralten Männchens Ringt.
Auch wunderliche Schnarchtöne und wie unterdrücktes, hervorgepreßtes Röcheln läßt er gelegentlich vernehmen, und als Bauchredner spielt er sich, wenn's ihm derart ums Gemüt ist, auch gelegent-
ist, daß die Kinder beispielsweise so kurze Strecken wie vom Bahnhof bis Hotel Schütz und umgekehrt, oder vom Stadttheater bis zum Hotel Schütz mit der Straßenbahn bzw. dem Obus regelmäßig in der Zeit der Spitzenbelastung fahren. Man kann sehr : wohl behaupten, daß so kurze Strecken auch von den Schulkindern zu Fuß zurückgelegt werden können, damit die in den Spitzenstunden durch Berufsverkehr usw. ohnehin schon stark belasteten Fahrzeuge um diese Kinderfahrten entlastet werden. In gleicher Weise unnötig sind Fahrten von Erwachsenen, die z. B. am Ludwigsplatz in den Obus einsteigen, um ihn an der Goethestraße schon wieder zu verlassen, oder die am „Bayerischen Hof" in der Bahnhofstraße die Straßenbahn nehmen, um zum Bahnhof zu fahren. Ebenso überflüssig sind Obusfahrten vom Selterstor zum Bahnhof oder umgekehrt. Solange mir unter den kriegsbedingten Verhältnissen mit einer verhältnismäßig geringen Zahl von Wagen auskommen müssen, ist es wohl nicht zuviel verlangt, wenn die Forderung erhoben wird, daß von Erwachsenen und auch von Schulkindern kurze Wegstrecken zu Fuß zurückgelegt werden. Natürlich können Ausnahmefälle vorliegen, in denen die Fahr« zeugbenutzung auch über kurze Strecken gerechtfertigt ist. Aber im Regelfälle sollte für jedermann der Gemeinschaftsgedanke auch bei der Stta- ßenbahn- und Obusbenutzung die Oberhand über die persönliche Bequemlichkeit haben, wenigstens in der Zeit der Spitzenbelastungen am Morgen, um die Mittagsstunde und am Abend, wenn der unabweisbar notwendige Berufsverkehr in Erscheinung tritt. Diese Einschränkung ist auch ein kriegsnotwendiges Erfordernis, da unsere Verkehrsbetriebe mit dem vorhandenen Wagenbestand möglichst lange Zeit auskommen müssen, d. h. sie nicht allzu ftüh durch unnötigen Verschleiß unbrauchbar werden lassen dürfen, außerdem aber noch bester Möglichkeit Strom sparen sollen, der bei Ueberlaftung der Fahrzeuge während eines großen Teiles des Tages unnötig zusätzlich verbraucht wird. Nach unserem Siege und der dann möglichen weiteren Anschaffung von Fahrzeugen werden wir auch die Straßenbahn und die Obusse wieder ganz nach Wunsch benutzen und damit die Annehmlichkeiten genießen können, die sich jeder wünscht.
Wir glauben zuverlässig dahin unterrichtet zu sein, daß die hier erörterten Gesichtspunkte bei den verantwortlichen Stellen der Stadt gegenwärtig eingehend erwogen und entsprechende praktische Maßnahmen vorbereitet werden. Das Ziel kann und wird kein anderes sein als dieses: die überflüssigen Kurz st reckenfahrt en bei der Inanspruchnahme unserer Verkehrsmittel auszuschalten, um mit dem jetzt zur Verfügung stehenden Wagenraum in annehmbarer Weise dem Berufsverkehr und den Erfordernissen der Lang- streckenfahrer genügen zu können. Wenn die freiwillige Selbstbeschränkung auf diesem Wege der Verwaltung entgegenkommt, wird sie nicht nur : dieser angenehm sein, sondern auch der Gemeinschaft nützen und aus dem kleinen Opfer der persönlichen . Bequemlichkeit ein wertvoller Dienst für die Ge- ■ samtheit der Bevölkerung erwachsen. Sollte aber - die Hoffnung auf die selbstdisziplinierte Beschrän- ; kung der Bevölkerung trügerisch sein, so wird man i sich schließlich damit abfinden müssen, daß durch ► eine Zusammenstreichung der Tarife zwecks Aus- , fchaltung der Kurzstreckenfahrten und durch die Aw i Passung der Kinderbeförderung an die Regelung der s Reichsbahn die dringend notwendige Entlastung her- \ beigeführt wird. B
jungen Manne unter 21 Jahren zu schulden kommen lassen, für die ihm 7 Monate Gefängnis abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft zudiktiert wurden.
Diamantene Hochzeit.
* Reis kirch en (Kreis Gießen), 10. April. Das ettene Fest der diamantenen Hochzeit begingen dieser Tage die Eheleute Karl Gun drum I. und Frau Katharine, geb. Peter, in Reiskirchen. Der Jubilar erfreut sich noch großer Rüstigkeit, durch die ihm die tägliche Mitarbeit in der Landwirtschaft möglich ist, dagegen ist die Jubilarin gesundheitlich etwas pflegebedürftig. Das Jubelpaar verbrachte ein seltenes Hochzeitsjubiläum im engsten Familienkreise. Beiden Jubilaren bringen auch wir nachträglich unsere herzlichen Glückwünsche dar.
Landkreis Gießen.
4- Grünberg, 9. April. Der Weber und Betriebsobmann Robert Friedrich in der Weberei Heinrich Schmidt I. konnte am Donnerstag, 8. April, auf eine 25jährige Tätigkeit bei dieser Firma zurückblicken. Bei einem Betriebsappell wurde der treuen Mitarbeit des Jubilars durch eine Ansprache des Betriebsführers gedacht, der als Zeichen der Anerkennung ein Geschenk überreichte. Die Gauwirtschastskammer ehrte den Jubilar durch eine Ehrenurkunde.
G.A-Sport.
Dom Fußball.
Tfchammer-Pokalfpiet 1900 — F.Sp.V. Frankfurt»
Zu dem morgigen Tschammer-Zwischenrundew spiel auf dem Waldsportplatz werden uns folgende Mannschaftsaufstellungen namhaft gemacht:
F. S p. V.: Dittmar; May, van Rooden; Köhler, Dietsch, Weber; Feige, Schuchhard, Rückel, Emmerich, Schmitt.
19 0 0: Leuning; Carstens, Wimmler; Maintz, Kraft, Dräsch; Ebert, Löser, Bolten, Lankau, Fsu- ftel.
Die Vertretung des Fußball-Sport-Vereins ist die z. Z. stärkste des Frankfurter Fußballs, wie durch den zweiten Tabellenplatz in der soeben beendeten Meisterschaftsrunde ausgewiesen wird. Bekannt hierbei ist der wochenlange Kampf mit den Offenbacher Kickers. Weiterhin bekannt fein dürfte, daß es sich bei dem Fußball-Sport-Verein um jenen Verein handelt, der im deutschen Fußballsport schon öfters im Vordergrund gestanden hat. Neben seinen Mainmeisterschaften aus den Jahren 1922/27 und 1932/33 sind die Süddeutsche Meisterschaft im Jahre 1933, das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Jahre 1925 gegen den 1. F. C. Nürnberg, das dieser erst in der Verlängerung zu seinen Gunsten entscheiden konnte, und das Pokalendspiel gegen Rapid Wien die sportlichen Höhepunkte. Mit May, Dietsch und Schuchhardt stehen noch drei derjenigen Spieler zur Verfügung, die diese sportlichen Erfolge gestaltet Ha-
Wegen Diebstahls hatte sich der H. H. in E. gestern vor der Gießener Sttafkammer zu verantworten. Der Mann war früher in einem Betrieb beschäftigt gewesen und hatte dort einen Schlüssel zu der Garage im Besitz, den er bei seinem Ausscheiden aus dem Betrieb nicht ablieferte. Mit diesem Schlüssel verschaffte er sich nachts Zutritt .zu der Garage, ino er aus, einem dort stehenden Kraitwagen das Benzin abzapfte, um es zum Bettieb seines Kleinkraftrades zu verwenden. Diese Tat brachte ihn jetzt vor das Gericht, wo er geständig war und als Sühne für seine Spitzbüberei 6 Monate Gefängnis erhielt.
Der W. D. in Gießen hatte sich im Dezember vorigen Jahres (trafbare Machenschaften mit einem
b-en.
Gegen einen solchen Gegner haben die Mau- Weißen lediglich Maintz, der sich aus feiner Tätigkeit bei Borussia Fulda mit solchen Mannschaften auskennt, und Kraft als gleichwertige Kräfte. Bei den anderen wird es mehr oder weniger an Eifer und gutem Willen gelegen sein müssen, um eine gleichwertige Leistung zu zeigen. Falls die Urlauber Kraft II. und Weniger zur Verfügung stehen, wird den Blau-Weißen eine wesentliche Verstärkung zu fließen.
Handball der HI.
Spiele um die Gebielsmeisterfchaft.
Wie in den letzten Jahren ermitteln auch dies« mal die Bann-Auswahlmannschaften die beste ®e- bietsmannschaft. Diese hat dann die Möglichkeit, den Titel „Deutscher Jugendmeister" zu erwerben. Die Bann-Einheiten des Gebietes Hessen-Nassau sind in fünf Gruppen eingeteilt. Die Spiele werden in einer einfachen Runde, gewertet nach dem Punktsystem, ausgetragen. In weiteren Ausscheidungsspielen der Gruppensieger werden nach dem Pokalsystem die beiden Endspielteilnehmer des Gebietes ermittelt. In der dritten Gruppe spielen die Banne 88 Wetzlar, 303 Dillenburg, 304 Lauterbach und 116 Gießen.
88 Wetzlar — 116 Gießen
304 Lauterbach — 303 Dillenburg.
Diese Spiele waren ursprünglich nach Wetzlar angesetzt. Nach der Einlegung eines Lehrganges durch den Gebietsfachwart für alle Auswahlspieler hat man Sinn als Austragungsort gewählt. Wie im vergangenen Spieljahr treffen im ersten Spiel die beiden Nachbarbanne Wetzlar und Gießen aufeinander. Aus kriegsbedingten Gründen stehen Gießen einige Spieler nicht zur Verfügung. Der Gegner besitzt diesmal eine starke Einheit, wie er bet der Hallenhandballmeisterschaft unter Beweis stellen konnte. Trotzdem wird die Vertretung des Gießener Bannes alles versuchen, ein günstiges Resultat zu erzielen. Folgende Spieler werden die Fahrt nach Sinn afitreten: Mohn, Grüningen, Seelbach, Mtv. Gießen, Müller, Holzheim, Lenzi, Bentheim, Schürmann, Mtv., Müller, Brückel, Lang-Gons, Klotz, Holzheim, Becker, Mehner, Mtv. Ersatz: Borschel, Mtv., Ohly, Holzheim.
Die Verkehrspolitik unserer Stadtverwaltung ver- i ölgte von jeher das Ziel, den Anforderungen der : Bevölkerung an die öffentlichen Verkehrsmittel so- i weit wie nur irgend möglich gerecht zu werden. Zu i diesem Zwecke wurde im Jahre 1928 die Straßen- . bahn durch die Linie nach Wieseck erweitert. Diese Linie entwickelte sich so erfreulich, daß sie sowohl in der Frequenz als auch im Ertrag die Spitze hielt. Mit der Eröffnung der Obus-Linien im Sommer 1940 leitete die Stadtverwaltung einen neuen Ab- chnitt ihrer Derkehrspolitik ein. Die Entwicklung des Verkehrs führte im Jahre 1942 zur Erweiterung des Obusbetriebs nach Klein-Linden und zur Einrichtung der Stadtring-Linie, um wenigstens den dringendsten Erfordernissen entsprechen zu können. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß der Obusbettieb sowohl als auch die Straßenbahnlinie Bahnhof—Wieseck auf dem besten Wege sind, sog. Schmerzenskinder zu werden, weil ihre Benutzung während des größten Teils des Tages über alle veranschlagten Ausmaße hinaus angewachsen ist.
Wie die Dinge sich seit etwc^Jahresfrist entwickelt haben, ist die anfangs als AuRiahmefall betrachtete starke Spitzenbelastung beider Verkehrsmittel fast zur Regel geworden und damit eine Betriebslage entstanden, die nicht mehr mit den Maßstäben einer gesunden wirtschaftlichen Nutzbarmachung zu bewerten ist. Die meisten Wagen werden durch die dauernde starke Ueder- belastung weit früher verbraucht, als es in den Berechnungen der Betriebsführung vorgesehen war. An -eine Vermehrung der Fahrzeuge ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht zu denken. Die gesteigerten Fahrgeldeinnahmen können kein Ausgleich sein. Eine Minderung der Spannung zwischen der Bettiebsleiftung und dem Betriebsertrag muß auf einem anderen Wege als dem der Anschaffung weiteren Wagenmaterials erstrebt werden, wenn nicht Raubbau an der Substanz getrieben werden soll. Dieses Problem in befriedigender Weise zu losen, ist keine leichte Aufgabe. Eine annehmbare Losung erscheint nur durch verständnisvolles Zusammenwirken zwischen der Stadtverwaltung als Betriebsführerin und der Bevölkerung als Trägerin des ^Betriebs möglich.
In erster Linie handelt es sich darum, die Straßenbahn und die Obusse in der Zeit des Spitze n« Verkehrs zu entlasten. Dieses Ziel kann nur dadurch erreicht werden, daß die Kurzstrecken- fahrten verschwinden, um dell Wagen- raum für die Longstreckenfahrer frei zu halten. Es ist beispielsweise nicht nötig, daß — wie wir selbst es vor einiger Zeit gesehen haben — ein Fahrgast die Straßenbahn von- der Mühlstraße bis zur nächsten Halt-estelle am Horst-Wessel-Wall, gegenüber dem „Bayerischen Hof", benutzt; dieser Mann genoß Fr eifahrtrecht und hatte nicht die geringste Hemmung, sich für die kurze Entfernung in der Zeit des stärksten Andrangs um die Mittagsstunde in den ohnehin schon überfüüten Wagen noch mit hineinzudrängeln. In solchen Fällen kann man glatt von einem Mißbrauch des Verkehrsmittels sprechen. Ebenso unangebracht ist es, wenn einem Fahrgast — wie es auch schon wiederholt beobachtet wurde — von Bekannten noch ein Kind unter 6 Jahren mit»
Pointen.
Im Vorprogramm laufen die Wochenschau und ein außerordentlich interessanter Film „Sprung in den Feind", der vom Einsatz unserer Fallschirmtruppen berichtet. Hans Thyriot.
Gie^en-Wieseck.
Der frühere Landwirt und Kirchendiener Heinrich Rau V., Ecke 1 wohnhaft, kann am kommenden Montag, 12. April, seinen 90. Geburtstag begehen. Dem alten Herrn gelten auch'unsere herzliches Glückwünsche.
Zehnjährige werden Pimpfe und Iungniädel.
Erstes Erlebnis der Gemeinschaft.
NSG Alljährlich werden am Vortage des Geburtstages des Führers die Zehnjährigen m oa^ Deutsche Jungvolk und den Jungmadelbimr' der Hitler-Jugend aufgenommen. ®I^rn.
st er wissen davon zu berichten, wie sich die Zungen und Madel schon aus diesen las freuen. St« tonnen es gar nicht erwarten, in die große Gemeinschaft d r Hitler-Jugend eingereilft zu werden, um mn Dienst, an den Fahrten und Spielen und am Kriegsems tz der älteren Kameraden teilzunehmen.
In diesem Jahre wird einem 6rotzen Teil oer Zehnjährigen unseres Gauaebietes schon am m fien Sonntag das erste Erlebnis im Kameradenkr^s beschert. Sie dürfen an einer Äugendftlmstu^e Der HJ.-Führung, die eigens für die ZehMchngenwr^ - bereitet wurde, teilnehmen. Diese erste JugendslM stude ist ein Geschenk der .Hitler-Jugend an den Nachwuchs, der am 19. April zur großen Jugend gemeinschaft des Führers stoßen wiro.
In Gießen findet diese 2u«endnlmstund- nm morgigen Sonntagvormittag, 9 Uhr beginne , Lichtspielhaus Bahnhofstraße statt.
Aus der Stadt Gießen.
Oer Frühlings-Herold.
In aller Welt ist er zu Hause, in Tälern und auf Hohen bis zur Schneegrenze, und ein besonderer Kauz ist er allenral. Er hat seine ganz besonderen Eigenschaften, öeT Kuckuck, die kein anderer Vogel hat. Da er nicht fingen, nicht einmal zwitschern kann — denn es fehlt ihm gänzlich die Sing- muskulatur — so ruft er eben männiglich seinen Namen zu. In der Tat heißt der Kuckuck so ziemlich gleich bei den verschiedensten Volkern: .cuculo' sagen die Italiener, ,cuco‘ die Spanier, .coucou' die Franzosen, .Kucku' die Schweden, ,Kuka' die Serben, .Kuckucka' die Tschechen, .Ukuk' der Maure. So ist der Kuckuck landab, landaus ein volkstümlicher Vogel, vielleicht am volkstümlichsten in Deutschland. Er gilt überall in deutschen Landen als Frühlingsherold.
„Am 18. des Ostermondes kommt er, am 19. muß er kommen", behauptet der Volksmund. Aber .nicht eher als bis er sich am Erlenlauf sattfressen kann', was in diesem Frühjahr noch früher geschehen konnte. Von da ab bis gegen Juli-Ende tönt dann vom ersten Morgengrauen bis in den sinkenden Abend hinein — mit einigen Pausen am heißen Mittag — der Ruf des Kuckuckmännchens durch die deutsche Heimat, und verliebte junge Leute und auch ältere orakeln sich aus diesem
1955
193t
1936


