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Giehener Anzeiger

Die Abwehrschlacht südlich des Ilmensees

Die Welt wünscht unsere Auflösung. Unsere Ant­wort kann nur der erneute Schwur zur grüßten Gemeinschaft aller Zeiten fein. Ihr Ziel ist die deut­sche Zersplitterung unser Glaubensbekenntnis die deutsche Einheit. Ihre Hoffnung ist der Erfolg der kapitalistischen Interessen, und unser Ville ist der Sieg der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft!

Adolf Hitler.

den feldgrauen Waffenröcken setzen sich nicht nur zur Wehr, sie treten sogar zu einem Gegenstoß an, und sie halten aus, Stunden, Tage, die sich zu Ewig­keiten dehnen. Hier beißt sich der Feind die Zähne aus, hier steht ein einziger gemeinschaftlicher Wille, den auch die wuchtigsten Stöße des Gegners nicht mehr zu übermäßigen vermögen.

Was Fichte einst forderte, daß jeder so handeln solle, als stehe er stellvertretend für ganz Deutsch­land, das setzen diese Namenlosen in die Tat um. Und es findet sich wenig in der Weltgeschichte, was diesem Geiste vergleichbar sein wird.

Und es ist nicht allein hier so, sondern dieser Geist, dieser Aufbruch der Seelen geht ohne viele Worte von einer Formation zur artbern, und jeder weiß von dem andern: der denkt nicht anders als ich, und auf den kann ich Berge bauen. Irgendwo im Mor­genlicht steht wie ein fernes, leuchtendes Bild das Vorbild, das Männer an der Wolga gaben. Für immer sind diese Heroen zum Richtmaß geworden, das' jeder für fein eigenes Tun und Handeln anlegt.

auch in den wachsenden Abwehrerfolgen an ver­schiedenen Stellen der Front. 'Ein erheblicher Druck­punkt des Feindes ist nach wie vor der A b f ch n i t t von Drei, wo der Gegner seit vielen Tagen immer wieder gegen unsere Stellungen anrennt. Der OKW.-Bericht vom Montag hebt den besonderen Abwehrerfolg eines deutschen Armeekorps hervor, das von 90 angreifenden feindlichen Panzern mit Unterstützung der Luftwaffe am Sonntag 74 ver­nichtete. Südlich des Ilmensees haben die Bolsche­wisten mit einem besonders starken Einsatz an Schlachtfliegern die Entscheidung zu ihren Gunsten zu wenden gehofft. Auch hier find ihre Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind liegen-

Galatz, März 1943.1

Wie der Rhein der deutsche, so ist d i e Donau in besonderem Sinne der europäische Strom, denn sie fließt aus dem Herzen des Erdteils hierher in fernen äußersten Südostraum, und je mehr sich der innere und äußere Bau eines neuen Europa aus dem Gewölk der Zeit heraushebt, desto deut­licher wird uns, daß die Donau zu seiner wichtig­sten Binnen-Verkehrsader bestimmt ist. Eben will die Eisdecke auf dem hier einen Kilometer breiten Fluß in Bewegung kommen; in Braila waren vor einigen Tagen Sprengkommandos am Werk, einige Schnellboote, die bei Beginn des Winters vom plötz­lich aufkommenden Froste eingeschlossen wurden, noch rechtzeitig freizumachen.

Merkwürdigerweise hat Rumänien im Mün­dungsgebiet der Donau, wo Seeschiffe bequem ein« laufen können, zwei Häfen von Bedeutung dicht bei­einander, G a l a tz und Braila. Braila ist Haupt­platz für den Getreide-, Galatz für den Holzhandel. Korn und Hotz, neben dem Del die wichtigsten Er­zeugnisse Rumäniens für den Außenhandel, werden hier vom Binnen- auf den Seetransport umgefchla- gen.

Das Erste, was dem Besucher bei einer Fahrt durch Galcktz auffällt, sind die vielen durch Balken gestützten Häuser, die hier und da sichtbaren Ruinen und die zusammengebrochenen Kirchenkuppeln. Das sind die noch nicht ausgeglichenen Spuren des Erdbebens vom 10.November 1940. In Bu­karest stürzte damals ein schlecht gebautes Hochhaus zusammen, wobei über hundert Menschen den Tod fanden. Braila wurde kaum berührt, weil es einen anderen geologischen Untergrund hat, es steht auf einem Kissen von weichen geologischen Schichten. Man fragt, warum die Schäden noch nicht ausge­glichen sind, und rpan hört: Am 28. Juni 1940 war das Moskauer Ultimatum abgelaufen, das die A b - tretung Bessarabiens an die Sowjetunion forderte. Zn der stillschweigenden Hoffnung auf bal­dige Wiedergutmachung fügten sich die Rumänen, ober nun lag die Sowjetgrenze dicht hei Galatz. Der Pruth, der aus den Karpathen hervorströmt und bei Galatz in die Donau mündet, bildete die Grenze, und hinter ihm standen die Bolschewisten in weiterhin drohender Haltung wer mochte da bauen! Zrn folgenden Jahr trat Rumänien in den Krieg ein, auf den sich nun alle Mittel konzentrieren.

Ich habe in Braila, wie auch hier in Galatz das Glück gehabt, liebenswürdigerweise in einem Auto zu einer raschen Rundfahrt mitgenommen zu wer« den. Im Winterhafen in Braila lagen nebeneinan« der das Schulschiff der rumänischen Marine, ein ge­nau nach dem Muster unseresGorch Fock" in Deutschland gebauter Segler, und die königliche Jacht, ein Lurusfahrzeug mit einer etwas merk­würdigen Geschichte. Eine amerikanische Millionärin ließ sie sich-in Hamburg bauen, ärgerte sich über den enormen Zoll, den sie für sie den Vereinigten Staaten zahlen sollte, und ließ die Zackst jahrelang mit voller Bemannung in Hamburg liegen. Dann kaufte sie Kemal Atatürk und lag in seiner letzten Krankheit an Bord auf dem Bosporus. Nach feinem Tode kam die Jacht sie soll eine fabelhafte Innen- einrichtung haben nach Rumänien.

Ein interessanter Punkt in Galatz ist eine Höhe binnenmärts von der Stadt, mit der Aussicht auf den großen Bratesch-See, die Mündung des Pruth

Mr aus Härte und Entschlossenheit wachsen die Kräfte für den Sieg.

einer verhältnismäßig schwachen Znfanterieverbände durch sehr starken Artillerie- und Schlachtfliegerein­satz größere Kraft zu geben. Die vorstoßenden Nah­kampffliegergeschwader wurden jedoch von unseren Jägern abgefangen. Unter den abgeschossenen 59 Sowjetflugzeugen befanden sich 25 gepanzerte Schlachtflugzeuge und fünf zweimotorige Tiefflieger. Kampf- und Sturzkampflugzeuge trafen einen be­reitgestellten Verband von etwa 80 Panzern. Die Bomben betonierten mitten zwischen den Stahl kolos- sen, die bald von den. dichten Oualrnwolken entfach­ter Brände und heftiger Explosionen überdeckt wa­ren. Zahlreiche Panzer wurden vernichte,!.

Der Wehrmachtverichi.

DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 8. INärz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Südwestlich Eharkow brachen unsere An- griffsdivisioneu den feindlichen Widerstand und tru­gen den Angriff bis in den Raum westlich der Stadt vor.

Im Kampfabschnitt von Orel rannten die So­wjets an einzelnen Abschnitten immer wieder von neuem gegen unsere Stellungen vergeblich an. Ein seit Tagen in schwerem Abwehrkampf stehendes Armeekorps erzielte gestern einen großen Abwehr- erfolg, von 90 angreifenden feindlichen Panzern wurden 66 im Erdkampf und acht Panzer aus der Luft vernichtet.

Im Wittelabfchnitt führte der Feind zahl­reiche Angriffe, um die Bewegungen der deutschen Truppen zu stören. Er wurde überall blutig zurück­geschlagen. Im Zuge der seit Tagen im Gange befindlichen planmäßigen Verkürzung der Front wurde der Ort S y t s ch e w k a ohne feindlichen Druck geräumt.

Die Abwehrschlacht südlich des Ilmensees hielt auch gestern in unverminderter Härte an. Trotz starker Artillerieunterstühung und Einsatz von Pan­zern und in dichten Wellen anflieoenden Schlacht- fliegern blieben die Angriffe der Sowjets im Ab­

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Haß und Härte.

Jedesmal noch, wenn unsere Feinde mit Besorgnis zu merken begannen, daß sie durch offenen, ehrlichen Kampf auf den dafür vorbehaltenen Schlachtfeldern und mit den Mitteln, die anzuwenden sowohl das Völkerrecht als auch das Menschenrecht gestattet, das Reich nicht zum Erliegen bringen können, haben sie zu Kampfmethoden gegriffen, so nichtswürdig und gemein, wie sie nur angelsächsische Gehirne in all ihrer Brutalität und Selbstgerechtigkeit auszudenken vermögen. War es im ersten Weltkrieg die Blockade, die, vor allem gegen Frauen, Kranke und Kinder gerichtet, durch Hunger das erreichen sollte, was die Waffen nicht erreichen konnten, so ist es heute der Bombenktieg gegen die Zivilbevölkerung, der ihnen den Sieg erringen helfen soll. Damals wie heute kal­kulierten sie, daß, wenn erst einmal die innere Front des Reiches ins Wanken käme, die äußere Front daran zerbrechen werde.

1918 haben sie knapp bevor sie selbst die Waffen hätten strecken müssen, da sie mit ihren milb tärischen Mitteln am Ende waren, in zwölfter Stunde also, Erfolg mit dieser Methode gehabt. Stur und stumpf, wie sie sind, bauen sie auch heute dar­auf, mit solchen Terrormitteln zum Ziel zu kommen. Sie vergessen dabei nur, Verschiedenes in ihre daß all die Elemente der Zersetzung und inneren Verrottung, die 1918 am Zusammenbruch des Reiches Schuld trugen, sie selbst nun zu ihrem Unheil in ihren eigenen Ländern haben. Sie vergessen, daß sie, die uns nicht mehr blockieren können, wie sie das im Weltkrieg konnten, und nun selbst wie Großbritannien blockiert sind, mit dem größten Bombenterror keine .so umfassende Wirkung erzielen können, wie sie das damals durch das Hungerverdikt, das sie über das deutsche Volk verhängten, tun konnten. Und sie vergessen vor allem, und das ist der wichtigste Punkt, daß sie ein anderes Volk vor sich haben als das war, das sie 1918 zu Fall brachten. Sie vergessen, daß das deutsche Volk heute willens ist, auch die schwersten Leiden des Bombenkrieges auf sich zu nehmen, um den Endsieg zu erringen, weil es durch die furchtbare Schule der Not und der bitteren Erfahrung hindurch« gegangen ist. Und sie unterschätzen die Arbeit, die der Nationalsozialismus am deutschen Volke geleistet hat, als er es einerseits herausführte aus all der Not und Schmach des Jahres 1918 und anderseits unablässig auf die grenzenlos schwere Schuld hlw-

luften des Feindes zusammen. .

Bei Sytschewka suchte sich der Femd durch rege Fliegertätigkeit ein Bild von der Lage zu ver­schaffen. Doch vertrieben unsere Jäger die femd- Lichen Flugzeuge. Die kampflose Räumung von Rschew, Gshatsk und Sytschewka hat den Femd of­fensichtlich verwirrt. Nur zögerlld wagt er zu folgen; an einigen Punkten verstärkte er fern Artilleriefeuer, um seinen nachstoßenden Truppen größere Sicher­heit zu geben. Dabei beschoß er mehrfach völlig leere Räume oder bereits geräumte Ortschaften. Vordrm- ' «ende feindliche Panzer gerieten dagegen in Mmen- selder oder stießen überraschend auf *SPc_rf^ ins gen, deren Feuer sie vernichtete oder zum Abdrehen Swang. Zur gewaltsamen Erkundung vorgehende Kräfte stießen verschiedentlich ins Leere oder hat­ten, plötzlich von allen Seiten angegriffen, sehr schwere Verluste. Da unsere Truppen jeden Stör­versuch des Feindes verhinderten, ist das Gesetz des Handelns nach wie vor voll auf unserer Seite.

Südlich des Ilmensees brachte der 12. Tag der Abwehrschlacht neue harte Kämpfe. -südlich C h o l m stürmte der Feind dreimal hintereinander, wurde jedoch blutig abgewiesen. Im Raum Sta­raja Ruß ja versuchte der Feind den Angriffen

lungsdivisionen.

Die deutsche Führung führt die in Aussicht ge- , nommenen Bewegunaen plamüäßig durch und ge- schritte, die unsere Angnsssdiviponen im Raum von minnt durch die Verkürzung der Front ein immer Charkow auch neuerdings wieder erzielt haben, größeres Maß an Handlungsfreiheit. Dies zeigt sich'

Das Vorbild der Front.

Unsere Feinde haben so oft nach demWunder" gerufen. Sie haben mit einer grotesken Verbissenheit alle äußeren Voraussetzungen geschaffen, unter denen einmal ein solches Wunder geschehen sein mag, und waren bitter enttäuscht, wenn es sich dann nicht wiederholte. Wir haben nie auf ein Wunder gewartet: wir arbeiten, schassen, kämpfen und dienen in Gemeinschaft und bann ist plötzlich das große Wunderbare mitten unter uns. Ob es Narvik hieß oder Kreta, ob Westfeldzug oder Abwehr der an- rennenben feinblichen Wut im Osten, in jedem Fall war es einzigartig, wie hier der Organismus eines erstmals geeinten, im Kampf auf Leben und Tod stehenden Volkes auf alles reagierte, was ihm drohte. Und so ist, es denn auch geschehen, daß die Stunden härtester Prüfungen in diesem Winter die wir wahrhaftig in ihrer ganzen Schwere er­lebten zu einen! ungeheuren Beweger und An­treiber aller deutschen Seelen und Kräfte wurden.

Sehen wir uns um, bann können wir zu Tausen­den und aber Tausenden allein bei Bekannten und Freunden diese Wirkungen entfalteter Energien und leidenschaftlichen Willens verspüren. Da steht irgend­wo auf gefährdetem Vorposten eine kleine Schar von Männern, die nach allen Gesetzen bet Wahrschein­lichkeit außerstanbe sein muß, auch nur noch länger auszuharren. In wahren Rubeln rennen unter­stützt von stärksten Waffen die Feinbe an: ftur, gepeitscht von Haß. Wilbheit und Terror. Und da geschieht etwas ganz Unerwartetes. Die Männer in

geblieben.

Die Leistungen der deutschen Truppen aller Waf­fengattungen in diesen schweren Abwehrkämpfen sind groß. Zwar haben sie nicht in dem gleichen Maße, wie im vorigen Winker, unter den Einwir­kungen der Kälte zu leiden, zumal früher als im vergangenen Jahr namentlich im südlichen Teil der Ostfront das Tauwetter begonnen hat, aber die Kampfhandlungen werden durch den aufgeweichten Boden und die grundlosen Straßen erheblich er­schwert und verzögert. Dies gilt selbstverständlich für den Feind ebenso wie für uns. Daß untere Truppen trotz dieser Schwierigkeiten auch im An­griff namhafte Erfolge erzielen, beweisen die Fort-

Rumänien in der europäischen Front

Von Dr.Paul Rohrbach.

Oie planmäßigen Frontverkürzungen

Von unserer Berliner Schriftleitung.

wehrfeuer und unter dem vernichtenden Einsatz ber Luftwaffe mit schwersten Verlusten liegen. Jagdflieger und Flakartillerie schossea über diesem Front­abschnitt 60 Sowjetflugzeuge ab.

An der nordtunefischen Front nur Kämpfe von örtlicher Bedeutung. Iagdfliegerver- bände ryaren in zahlreichen Luftkämpfen erfolgreich. Deutsche Jäger schossen dabei neun Spltfire ab.

Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge gegen das Hafengebiet von Tripolis wurden zwei Schiffe in Brand geworfen.

Schnelle deutsche Kampfflugzeuge bekämpften bei Tage die Stadt E a st b u r n e an der S ü d k ü st e E n g l a n d s. In der vergangenen Rächt wurde das Gebiet von Southampton mit Spreng- und Brandbomben belegt.

Angriffe der feindlichen Luftwaffe gegen das Reichsgebiet und die besetzten Westgebiete fanden weder bei Tag noch bei Rächt statt.

lieber der Rordsee verlor der Feind drei mehr­motorige Flugzeuge.

Da« Eichenlaub für einen Ll-Doot-Kommandanten. Berlin. 8. März. (DRB ) Der Führer verlieh dem Kapikänleutnant Georg Lassen als 208. Sol­daten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

*

Kapitänleutnant Lassen hat auf vier Fahrten 31 Schiffe mit 212 544 BRT. versenkt und zwei Schiffe torpediert.' 17 dieser Schiffe mit 101860 BRT. schoß er aus Geleitzügen heraus. Der kühne U-Boot-Kommandant ist Sohn eines Weltkriegs­kämpfers. Rach der Flensburger Schulzeit trat er 1935 als Seeoffizieranwärter in die Kriegsmarine ein. Die Bordausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock" wurde bei einer Auslandsreise mit dem KreuzerKarlsruhe" und auf dem KreuzerLeipzig" fortgesetzt. Dann kam er zur U-Boot-Waffe.

Die deutschen Truppen haben in der letzten Zeit, namentlich an der mittleren Ostfront, durch Ausgabe vorgeschobener Brückenköpfe und Stellungen wesent­liche Frontverkürzungen durchgeführt. Es sei erinnert an die Aufgabe des Brückenkopfes von Dem­jansk, südöstlich des Ilmensees, der vielumkämpften Stadt Rschew und der Stadt Gfhatsk an dem am weitesten gegen Moskau vorspringenden Front­bogen 60 Kilometer nordöstlich von Wjasma. Im Zuge dieser Bewegungen haben unsere Truppen etroa_40 Kilometer südlich von Rschew auch den Ort Sytschewka planmäßig geräumt. Alle diese Bewegungen sind ungehindert vom Feinde vor sich gegangen. Sie sind also in völliger Freiwilligkeit durchgeführt worben, und es ist nichts als Ver­legenheitsgeschrei, wenn die Bolschewisten daraus jetzt große Siege machen wollen. Es handelt sich meist auch um Frontabschnitte, in denen der Ffmd in der letzten Zeit überhaupt keinen Druck pusgeübt hat. Für die Sowjetführung ergeben sich daraus zum Teil sogar erhebliche Unbequemlichkeiten, weil sie gezwungen ist, ihre Front nach vorn zu ver­legen und ausgebaute Stellungen zu verlassen. Es handelt sich nämlich bei den sowjetischen Truppen, tbie in diesem Frontabschnitt liegen, meist um For- mationen minderer Beweglichkeit, also um Stel-

193. Jahrgang Nr. 57

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und das Donauknie von Reni, wo der Strom end° gültig die Richtung zum Schwarzen Meer ein= chlägt. Etwas unterhalb liegt die Deltagabelung. Jenseits des Pruth zeichnet sich der erhöhte Rand Bessarabiens gegen den Horizont ab. Don dort kamen von September bis November 1940 bie Wagenzüge der deutschen Umsiedler, viele Tausende von Bauernfamilien, an hunderttausend Seelen, mit ihren Gespannen und allem fahrbaren Hausrat. Sie passierten durch Galatz und wurden hier von einem tausend Personen starken Umsiedlungskom-- mando betreut. Das Auffanglager auf dem Flug­platz von Galatz faßte 16000 Mann. Von Galatz wurden die Umsiedler auf der Donau nach Belgrad und von da mit der Bahn ins Reich gebracht.

Bessarabien ist nun wieder rumänisch, und soweit es die Landwirtschaft betrifft, ist mit der Bestellung der Wintersaat im vorigen Herbst der Wiederaufbau ungefähr geschafft. Leider hat der Anbau der Sojabohne noch nicht wieder auf die frühere Höhe gebracht werden können. Die Ein­führung der Sojakultur in den Balkanländern Bessarabien ist für sie besonders geeignet haben wir einer deutschen Frau zu danken, Helene Herb in Bukarests genannt die Soja-Helene. Sie hat in jahrelanger Arbeit im Auftrag der ZG.- Farben durch immerwährende Kultur- und Kreu­zungsversuche einen Typ der an Oel und Eiweiß überaus reichen, in Ostasien heimischen Bohne ge­schaffen, der für Boden und Klima des unteren Donaugebiets besonders geeignet ist. Auch in Bul­garien hat man mit dem Anbau begonnen. Die Sojakultur in Bessarabien war kräftig im Gang und versprach einen guten Beitrag zur Schließung der europäischen Fettlücke. Die Bolschewisten haben aber alles ruiniert, und es muß wieder von vorn angefangen werden.

Wer heute Rumänien besucht, fühlt die Verpflich­tung, daran zu erinnern, was dieser gemeinsam mit Deutschland geführte Krieg an Leistungen vom rumänischen Volk fordert. Neben den Menschen­opfern ist die hemmungslos anwachsende Teuerung die härteste Kriegsfolge für alle Minderbesitzlichen. Früher man hier das beste Weißbrot der Welt, gebacken aus Mehl von dem berühmten Hartweizen, jetzt gibt es für jeden nur ein weniger schmackhaftes Gebäck aus Gerste und Roggen. Aber damit gibt man sich noch zufrieden. Die Finanzen find ange­spannt, die Lebensrnittel und das Erdöl, der große Schatz des Landes, der auch uns zugute kommt, find in den Dienst des Krieges gestellt, und immer neue Jugend wird zu den Fahnen gerufen. Gleich­viel jedermann muß wissen, daß es um Sein oder Nichtsein geht. Das Schicksal Bessarabiens in der kurzen Zeit der Bolschewistenherrschaft ist eine Warnung, und nur mit Beklemmung kann daran gedacht werden, daß zu den Forderungen Stalins an seinedemokratischen" Verbündeten auch die Abtretung der rumänischen Dobrudscha und der maßgebende Einfluß" am Balkan gehören. Das bedeutet Sowjetisierung: für den Bauern den Raub der Scholle und die Zwangsarbeit für denroten Zaren", und das Schicksal der Gebildeten und Be­sitzenden wäre in Rumänien dasselbe, wie in Lett­land und Estland nach der gewaltsamen Angliede- rurfg an die Sowjetunion: blutige Dezimierung und Deportation.

vrühlfcheUnlverfitätrdruckereiV. La» ge General-Anzeiger für Oberhessen 6ie6tn,9$*ulftra6e7-9

Im Raum von Drei führten unsere Truppen *bei heftigem Schneesturm an der O k a einen «Gegenangriff. Sie zerbrachen den hartnäckigen feind­lichen Widerstand im Nähkampf und stellten die in Diesem Abschnitt vor einigen Tagen eingedrückte alte Hauptkampflinie wieder her. Nordwestlich Orel grif­fen vier Schützendivisionen, eine Schützenbrigade nmd drei Panzerbrigaden des Feindes den Abschnitt ! .eines deutschen Armeekorps an. Obwohl der Masfen- angriff durch das Feuer von über 150 Batterien und 50 Salvengeschützen sowie zahlreichen Schlachtflie­gern unterstützt wurde, brach er an der Zähigkeit unserer Soldaten unter sehr hohen blutigen Ver-

B e rlin, 8. März. (DNB.) Die nach der Ver­nichtung der 3. sowjetischen Panzerarmee im Raum -südlich und westlich Charkow ihren An­griff fortsetzenden deutschen Truppen sind am 7.3. trotz stark aufgeweichten Geländes zügig vorwärts- aekommen und haben eine Reihe Ortschaften zurück- -gewonnen. Der Feind leistete zunächst zähen Wl^r- ftand, der aber im weiteren Verlauf der Gefechte immer mehr nachließ. Unter Nachhutkämpfen wichen die Bolschewisten zurück. Weiter nördlich setzten sie sich am Nordufer eines kleinen Flusses fest und -verstärkten die Abwehrstellung durch Artillerie, Panzerabwehrkanonen und Salvengeschütze. Gegen diese Widerstandslinien stehen unsere Truppen im neuen Angriff.