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(95. Jahrgang Nr. 78 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

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Das Ganze vor Augen.

..Wo. was man tut, in Geistesentwicklung und Gemütskraft Wurzel schlägt, da arbeitet man für das Höchste und Unvergängliche. Die Liebe zu Deutschland ist daher auch wirklich eine andere, als die andere Nationen für ihr Vaterland haben. Sie wird vielmehr durch etwas Unsichtbares zusammen- gehalten und ist viel freier von Bedürfnis und Ge­wohnheit. Sie ist nicht sowohl Anhänglichkeit an die Erdscholle; sie ist mehr Sehnsucht nach deutschem Geist und Gefühl, die sich in allen Zonen empfin­den und in alle verpflanzen lassen.

Der jetzige Krieg hat wirklich das Schöne, daß, indem sein Bestreben wohltätig für ganz Europa ist, doch Deutschland darin der Mittelpunkt bleibt. Aber er ist auch eine wahrhaft unermeßliche Auf­gabe. Denn indem die Gewalt die Hindernisse weg­räumt, soll die Weisheit aufbauen, was, feit Jahren veraltet, endlich zusammengestürzt war. Es sollen eine Menge zufälliger und äußerlicher Verwick­lungen gelöst und Verbindungen geknüpft werden für einen ganz neuerlichen und durch sich selbst be­stehenden Zweck.

Dies recht vor Augen zu haben, um jede noch so «befremdende Erscheinung darauf zu beziehen ist, wodurch ich mich suche im rechten Gesichtspunkt zu erhalten. Wenn man äußerlich stückweise zu wirken scheint, muß man in sich immer das Ganze vor Augen haben. Nur so erhält man auch die Gesin­nung, aus der der Segen des Gelingens entspringt. Denn was in den Weltbegebenheiten den Ausschlag gibt, ist die Kraft des Guten, die unsichtbar, und unbegreiflich sich Achtung erzwingt und das Böse niederschlägt, das nie durch sich selbst siegt, sondern nur dadurch, daß die Kraft des Guten fehlt. Darum wird auch alles Große nur durch Opfer er­rungen, weil in ihnen die Kraft des Guten am meisten lebendig wird."

Wilhelm von Humboldt 1813.

Dir werden jeder Gefahr gewachsen und jeder Hinterlist überlegen sein, wenn einer die Lehre als eine unsterbliche Lehre predigt, daß ein Volk, das frei fein will, nicht unterjocht werden kann.

Ernst Moritz Arndt.

Im März 926600 BNT. versenkt.

Der Wehrmachtbenchi.

DRV. Aus dem Aührerhauptquartier, 1. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Starke feindliche Vorstöße gegen die Horb- Ir o n l des Kuban-Brückenkopfes wurden blutig abgewiesen.

von den übrigen Abschnitten der O st f r o n t wird nur örtliche Kampftätigkeit gemeldet.

Die Luftwaffe versenkte einen feindlichen Frachter von 2000 BRT. an der Murmanküste.

In der Zeit vom 21. bis 31. Wär; wurden an der Ostfront 4 5 6 Sowjetpanzer allein durch Verbände des Heeres und der Waffen-^ zerflögt, erbeutet oder bewegungsunfähig geschossen.

In Tunesien standen unsere Truppen auch gestern in schweren Abwehrkämpfen. Ueberlegene britische und nordamerikanische verbände versuchten vergeblich, durch Umfassung Teile der deutsch-ilalie- uischen Truppen abzuschneiden. Ueberlegene Füh­rung und die Kampfleistungen unserer Truppen haben bisher alle diese Absichten des Feindes ver­eitelt.

Bei einem Tagesangriff feindlicher Bomber' auf Rotterdam wurden Wohnviertel der Innenstadt schwer getroffen und hohe Verluste unter der Be­

völkerung verursacht. 3n den heutigen Morgen­stunden flog ein einzelnes viermotoriges feindliches Flugzeug unter dem Schuh der Wolken in nord­westdeutsches Grenzgebiet ein und warf mehrere Bomben. Ls wurde abgeschossen.

3m Kampf gegen die britischen und ameri­kanischen Seeverbindungen versenk­ten Unterseeboote im März 13 8 feind­liche Handelsschiffe mit 851 800 BRT. und torpedierten 18 weitere Schiffe. Die Luftwaffe versenkte im gleichen Zeitraum 11 Q a n b e (s- schiffe mit 75 000 BRT. und beschädigte 39 Frach­ter mit zusammen 220 000 BRT, von denen ein Teil ebenfalls als gesunken anzusehen ist.

Damit wurden yn 2H ä r 3 1943 mindestens 14 9 feindliche Handels schiffe mit 926600 BRT. versenkl.

Auch im Kampf gegen feindliche Kriegs­schiffe waren Kriegsmarine und Luftwaffe erfolg­reich. Leichte Seestreitkräfte versenkten zwei Zerstörer, sieben Unterseeboote und neun Schnellboote. Lin weiterer Zerstören wurde durch ein Unterseeboot versenkt. Zwei Zer­störer und sieben Schnellboote sind beschädigt wor­den. Die Luftwaffe vernichtete ein Unterseeboot und ein Geleitboot und beschädigte zwei Zerstörer, zwei Unterseeboote und ein Vorpostenboot.

Feindliche Seeknegführung im Engpaß.

Von Konteradmiral Reinhold Gadow.

Das englische Parlament hat sich, bei aller son­stigen Dürftigkeit seiner Funktionen, ein gewisses Vorrecht gewahrt: seiner Sorge.um die Kriegslage und Zukunft Ausdruck zu geben. Im Oberhaus lassen dieLabour-Lords" W i n st e r und Stra- b 0 l g i zeitgemäße Konjunkturerscheinungen im sozialen Häutungsprozeß des Jnselreichs ihre warnenden Stimmen ertönen: Die deutsche Flotte sei größer als im letzten Kriege, der Schiffsverlust wieder im Steigen, die Luftaufklärung unwirksam, mehr Flugzeugträger und Sicherungsfahrzeuge so­wie schnellere Handelsschiffe müßten her. Lord H a n k e y fügte hinzu, die Bombardierung der U-Boot-Stützpunkte sei wirkungslos. Aehnliche Kla­gen erhebt der Abg. S h i n w e l l im Unterhaus, und auch der Sprecher der USA.-Marine erklärte: ,/So wie die Dinge stehen, gewinnen wir die Trans­portschlacht nicht." Die Regierungen setzen den Kri­tiken abwechselnd das Zugeständnis der schwierigen Lage und hohen Verluste, dann wieder beschwich­tigende Hinweise auf riesenhafte Schiffbauzahlen und kommende strategische Fortschritte entgegen, ohne daß die Lage sich ändert.

Um so sonderbarer berührt die Neigung, für die N a ch k r i e g s w e l t" jetzt schon Vorsorge zu treffen, zu diskutieren über Dinge wie die Ausrot­tung oder Umerziehung des deutschen Volkes, den künftigen Machtbereich der Sowjets und ihre Ein­beziehung in ein Weltherrschafts- und Wirtschafts­system. Man kann diese leeren Phantastereien oder Haßausbrüche sich selbst überlassen und den Blick auf die tatsächliche Kriegslage richten, zu der jene Klagen einiges Richtige aussagen. Wenn Lord Winster bemerkt, die deutsche Flotte sei heute grö­ßer, d. h. stärker als im letzten Kriege, so kommt darin die ganze Wandlung in den Umständen zum Ausdruck. Ein pessimistisches Wort besagt:Jeder Krieg wird mit den Mitteln und Erfahrungen des vorigen begonnen," Wenn unsere Gegner mit ihren Maginotlinien, Landung?- und Blockade­theorien diesen Spruch mit Vorliebe zitieren, so spricht daraus bittere Erkenntnis. Für die Krieg­führung der Dreierpaktmäckte trifft das Gegenteil eindrucksvoll zu, von der Panzerkeiltaktik über die Sturmboote, Luftlandetruppen und Stukas bis zu den unerwartet neuen Formen des Seekrieges.

Seemacht und Seeherrschaft beruhten bisher ent­scheidend auf der überlegenen Stärke der Schlach t-

flottcn, die als schweigende Drohung ebenso hinter den Handlungen und Forderungen der Gro­ßen Politik standen wie hinter den Kampfmoßnah- men des Handels- und Kleinkrieges. Seit Tsushima 1905 100 Jahre nach Trafalgar war jedoch keine entscheidende Seeschlacht zwischen Kampf­flotten mehr geschlagen worden, unser Sieg am Skagerrak blieb strategische Episode, und schon bald danach war, zu erkennen, daß nicht mehr der Zu­sammenprall der Hauptkräfte, sondern der Kampf gegen d ie Seeverbindungen des Geg­ner s in diesem gegebenen Kriegsfall im Vorder­grund zu stehen habe. Der von den Ausgängen der Nordsee au5geübten Fernblockade, die Deutschlands und seiner Nachbarn Seewege sperrte, mußte der Kampf gegen die feindlichen Zufuhren entgegenge­stellt werden. Die Hochseeflotte war dazu aus Grün­den ihres beschränkten Fahrbereichs nicht geeignet Auf den großen, aber nicht ausreichenden Ergebnis­sen des Krieges mit U-Booten und Handelsstörern wurde die strategische Auftassung unserer gegenwär­tigen Schiffbaupolitik und Seekriegführung begrün-, bet

Um die volle Entfaltung dieser Kampfmittel zu ermöglichen, bedurfte cs einer grundsätzlichen Ver­besserung unserer w e h r g e 0 g r a p h i s ch e n Stellung. Die Besetzung Dänemarks und Norwegens, sowie der flandrischen und Atlantik- küste im Westen verschaffte uns diesen Vorteil und zugleich den Absprung für die Luftwaffe gegen Eng­land. Die Verbindung des Flugzeugs mit der Seekriegführung in der Form der Nah- und Fern­aufklärung im Nordsee- und Küstengebiet und zur Mitwirkung gegen die feindliche Flotte, Schiffahrt und Häfen war ein erster Schritt auf neuen Wegen. Der zweite geschah mit seiner Verwendung in wei- teren Räumen, zur Heranführung der U-Boot-Grup° pen an ihre Beute, die Geleitzüge, sowie eigener Be­teiligung an ihrer Bekämpfung. Das U-Boot selber, vom Feind stark.unterschätzt, war technisch und taktisch keineswegs stehengeblieben, sondern er­wies sich den inzwischen weiter entwickelten Abwehr- Mitteln, der Peil- und Horchverfolgung, der Luft- überwachubg, den Wasserbomben und Kanonen der bewafffteten Handelsschiffe als überlegen. Den Be­weis liefert die riesige Dersenkungsziffer von über 28 Mill. BRT. und die Transport not unserer Geg­ner und ihrer Verbündeten, bei stetig fast gleich-

Großadmiral Sönitz bei den Schnellbooten.

Von Kriegsberichter C. Ronsick,

Das Torpedofutter der Plutokraten

hat im Lager der Seeleute, die ihre Haut für Eng-

Ein vielsagendes Schweigen

Stockholm, 1. April. (Europapreß.)Weder in öffentlicher noch in geheimer Sitzung kann ich die gewünschten Einzelheiten über die Tätigkeit der deutschen U-Boote bekanntgeben. Mehr als je brauche ich das Vertrauen des Hauses", erklärte Church ill Donnerstagmittag im Unterhaus, als zahlreiche Unterhausmitglieder den Premier be­drängten, ihnen Informationen über den Fortschritt

werden. Seine Seeoerkehrswege sind feine Lebensadern. Sie müssen wir durchbeihen. Und das machen die U-Boote und das macht ihr Schnellboot­männer! Und deshalb steht ihr meinem Herzen nah. Ich werde für euch sorgen, immer mehr Schnellboot- flottillen werden aufgestellt werden, werden an die Front gehen, werden Geleitzüge angreifen, werden nicht mehr zu ersetzende Tonnage versenken, roerben Kräfte binden, die der Bekämpfung der U-Boote dann entzogen sind. Wir müssen zäh und verbissen am Gegner bleiben, pur dürfen ihm keine Ruhe ge­ben, wo er auch auftritt! U-Boote zerren am Le­bensnerv' Englands in den Weiten der Ozeane, Schnellboote in den Gewässern der englischen Küste!"

sondern auch in bezug auf die ebenso wichtigen Schiffsbesatzungen erlitten hat, verfügte die Regierung Roosevelts neuerdings, daß die Ausbil­dungszeit der USA.-Seeleute, die bisher mindestens zwei Jahre dauerte, auf neun Monate herabgesetzt werden soll. Man hofft auf diese Weise wenigstens dem dringendsten Mangel an ausgebildeten See­leuten abhelfen zu können. Die Nordamerikaner sehen sich demnach schon heute zu ähnlichen Not- maßnahmen auf diesem Gebiet gezwungen, wie sie die Briten bereits seit Jahr und Tag, infolge ihrer ungeheuren Verluste an Schiffsmannschaften durch­führen müssen.

Die Briten haben sich wenig wählerisch in den Mitteln gezeigt, Seeleute aus aller Herren Länder in den Dienst ihrer Schiftahrt zu pressen. Solange Norweger, Dänen, Schweden, Isländer und Kana­dier in genügender Zahl vorhanden waren, mochte es noch angehen, aber auch dieses Menschenreservoir erlitt im Laufe der Zeit so schwere Verluste, daß man sich nach Ersatz umsehen mußte. Die Briten gingen daraufhin regelrecht auf Menschenjagd, nicht nqr in Afrika, wo man die Schwarzen zum Dienst auf den Schiffen preßte, sondern auch in Indien und im China Tschiangkaischeks, dem man mit echt briti­schem Zvnismus erklärte, es sei geradezu eine Pflicht Tschungkings, seinen Alliierten mit Seeleuten auszuhelfen als Ausaleich für die Unterstützung, die Tschunaking angeblich von den Engländern erhielt.

Je länger der U-Boot-Krieg dauert und je wir­kungsvoller er sich gestaltet, um so fühlbarer wird aber auch bei den Briten vor allem der Mangel an Kavitänen, Offizieren und Ingenieuren. Dem ver­suchte man durch einen Geheimbefehl abzuhelfen, der bestimmt, daß von Schiffbrüchigen in erster Li­nie die Offiziere und Ingenieure zu retten seien,

land zu Markt tragen, ungeheure Empörung aus- gelöst, aber man hat bis heute nichts davon gehört, daß er widerrufen worden wäre.

In den USA. wiederum hat man hinsichtlich des Mannschaftsersatzes vom ersten Augenblick an weit­gehend auf das Reservoir an Regem zurückgegrif­fen, das im Lande selbst zur Verfügung steht. Man ging hier so weit, daß man nicht nur die Besatzun­gen der Schiffe aus Negern rekrutierte, sondern Schwarze sogar als Kapitäne und Erste Offiziere auf die Schiffe setzte. Um der Eitelkeit der Schwar­zen entgegenzukommen, hat man außerdem die neu erbauten Frachter teilweise auf. die Namenbe­rühmter" USA.-Neger getauft. Wie die jüngste Mel^ düng aus Washington durchblicken läßt, scheint nun aber auch das schwarze Torpedofutter nicht mehr auszureichen, um die Lücken, die der U-Boot-Krieg in die Reihen der USA.-Seeleute gerissen hat, aus­zufüllen. Der Bedarf an Seeleuten steigt von Woche zu Woche. Für dieses Jahr allein werden in den USA. nach Angaben desWallstreet Journal" min­destens 80 000 Mann neue Schiffsbesatzungen benö­tigt. In den Ausbildungslagern werden daher die Mannschaften im Eiltempo zum Dienst in der Han­delsmarine aus gebildet. Angesichts des dringenden Bedarfs scheut man auch keine Heuern. Jedenfalls ist es nach Angabe des schon genannten Neuyorker Blattes durchaus gang und gäbe daß beispielsweise ein USA.-Seemann, der eine dreimonatige Fahrt nach dem Stillen Ozean hinter sich hat, die runde Summe von 2300 Pfund Sterling als Heuer in die Tasche steckt, wobei der größte Teil dieser Heuer aus Kriegszulagen aller Art besteht. Die gefährliche Fahrt nach Murmansk wird noch besser bezahlt, weil Stalin Sonderprämien zur Verteilung bringt, wenn die Fahrt glückt. So finden sich also auch in diesem Punkt Plutokraten und Bolschewisten zusammen, um aus diesen bedauernswerten Opfern unter Vorspie­gelung großer Verdienste das Letzte an Leistung herauszuholen, bis sie schließlich früher ober spä­ter eines Tages doch mit ihrem Schiss in die Tiefe gehen.

Vor allem in den Vereinigten Staaten betrach­tet man mit wachsender Besorgnis das Ansteigen der Schiffsverluste, die durch die deutschen U-Boote herbeigeführt werden. Drei maßgebende Männer der UÄA.-Regierung haben erst dieser Tage wieder denernsten Charakter des deutschen U-Boot-Feld­zuges" unterstrichen und erklärt, daßdie Verluste in den ersten drei Wochen des Monats März ange­stiegen sind". Die amerikanische Presse unterstreicht diese Feststellungen und verschweigt ihre ernste Be­sorgnis nicht. So hat beispielsweise der Kommenta­tor Lindley in derWashington Post" zu den März- verlusten folgende Ausführungen gemacht:Der U- Boot-Krieg ist der wichtigste Faktor, der die Dauer des Krieges bestimmt. Die Schiftsverluste in den ersten drei Wochen im Monat März scheinen die Voroussaaen der Pessimisten zu rechtferttgen. Wenn die Verluste in der vierten Woche des Monats März ebenso groß sind, so kann man den Monat März als einen der schlimmsten Monate im ganzen Kriege bezeichnen. Wenn weiterhin soviel Schiffe der Achsengegner versenkt werden wie dies Jahr, kann die groß angelegte Offen sive, die für d ie Erringung des Endsieges notwendig ist, einen wei­teren Verzug erleiden. In gut informierten Kreisen rechnet man nicht damit, daß der U-Boot-Krieg vor Ende dieses Jahres wirksam bekämpft werden kann." Die deutschen U-Boote und die deutsche Luft­waffe haben dafür gesargt, daß der Kommentator mit seinem Worte von dem Monat März alseinem der schlimmsten Monate im ganzen Kriege" recht behält.

3m Kampf um Leben und Zukunst unseres Volkes ist kein Opfer zu groß

Liner der schlimmsten Monate im ganzen Krieg"

926000 BRT. - das Märzergebnis des Kampfes gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt.

des Änti-U-Boot-Krieges mitmteilen. Als Churchill zunächst schwieg,, wurde er gefragt, ob das Unter­haus damit rechnen könne, in Kürze über den Fort­gang der Atlantik-Schlacht unterrichtet zu werden. Churchill, der immer noch schwieg, wprde von den Unterbausmitglicdern so lange bedrängt, bis er schließlich das Haus bitten mußte, mehr Vertrauen ihm zu haben.

Um die gewaltigen Verluste zu ergänzen, die die I während man die übrigen zunächst ruhig ihrem USA.-Handelsschiftahrt durch den U-Boot-Krieg der Schicksal überlassen solle. Dieser Befehl, der in der Achse bisher nicht nur in bezug auf die Tonnage, Geschichte der Seefahrt in der Tat einzig dasteht.

Wenn man die Ergebnisse des Kampfes unserer Unterseeboote und Flieger gegen die feindliche Ver­so rgungs- und Transportscyiffahrt richtig verstehen will, dann muß man zum Vergleich immer wieder die entsprechenden Zahlen der Vorjahre heranziehen. Besonders für die Tätigkeit der Unterseeboote sind diese Zahlen höchst aufschlußreich. Es wurden versenkt durch Unterseeboote: im Mürz 1940 ins­gesamt 170 000 BRT., im März 1941 stieg die Ver­senkungszahl auf 325 000 BRT., im März 1942 auf 91 Schiffe mit 584 900 BRT., im März 1943 auf 138 Schiffe mit 851 000 BRT. Dieses Zahlenverhalt- nis, so eindrucksvoll es an sich schon ist, stellt aber noch nicht die ganze, für den Feind höchst peinliche Wahrheit dar. Denn im März 1942 hatten unsere Unterseeboote noch die ergiebigen Jagdgründe a n der, amerikanischen Küste zur Verfügung, wo zunächst noch keine gut organisierte Abwehr vor­handen war. Inzwischen ist die feindliche Abwehr verstärkt und auch in jenen Gegenden auf den gleichen hohen Stand gebracht worden, den sie im Atlantik und im Mittelmeer erreicht hat. Es ist höchst bedeutsam, daß unsere Unterseeboote ihre Versenkungsziffern trotz der Härte dieser Abwehr eindrucksvoll zu steigern vermochten.

Ein Blick auf das Versenkungsergebnis der ersten drei Monate dieses und des vergangenen Jahres ist nützlich, um diese Auffassung noch weiter zu be­kräftigen. In den ersten drei Monaten 1942 wurden durch'U-Boote 213 Schiffe mit 1400 300 BRT. ver­senkt. davon allein vor der USA.-Küste 158 Schiffe mit 1 052 400 BRT. Das bedeutet, daß in den übri­gen Gebieten des Atlantik und des Mittelmeers nur knavp 350 000 BRT. in drei Monaten versenkt werden konnten. In den ersten drei Monaten des Jahres 1943 wurden indessen 283 Schifte mit 1 804 900 BRT. vornehmlich im Hauptgebiet des Atlantik trotz schärfster Sicherung und ßuftüberroad)una zu den Zechen geschickt.

Diese Zahlen kennzeichnen, die Verlagerung des Einsaßes der deutschen U-Boote. Sie' beweisen an­dererseits die zunehmende Härte des Kampfes, yre indessen nicht verhindern konnte, daß unsere Unter­seeboote gegen die feindliche Versorgunasschttsahrt in zunehmendem Maße Erfolge erzielen. Die Kurve der Versenkungen steigt an. obwohl unsere Gegner neuerdings in größerem Umfange F l u g z e u a e zur Sicherung der Geleitzüge einsetzen, es darf ruhig gesagt werden, daß die Luftwaffe den gefährlichsten Feind der Unterseeboote darstellt, aber es zeigt Uch eben immer wieder, daß unsere tapferen U-Boot-Ve- fahungen auch dieser Gefahr erfolgreich zu beg-eanen wissen. Es ist deshalb begreiflich, daß man im feind­lichen Ausland über den Fortgang der «chlncht auf den Weltmeeren höchst beunruhigt ist, und dan die feindliche Zensur das Durchsickern dieser Äatastro- phenmeldungen nicht nfthr ganz zu verhina^ maat, um die Oeffentlichkeit auf bedeutsame Rück­schläge allmählich vorzubereiten.

DNB... 1. April. (PK.) Am Mittag sahen wir Noch hinüber zur englischen Küste, die im grellen Sonnenlicht weiß aufleuchtet und sahen über ihr die Sperrballons silbern aufglitzern. Am Nachmittag zogen schon englische Bomber ihre von riesigen Kon­densstreifen gezeichnete Bahn über den blauen Him­mel, gejagt von schnellen deutschen Jägern. Wir, die Besatzung einer der erfolgreichsten Schnellbootflottil­len, waren angetreten, um zum erstenmal von unse­rem neuen Oberbefehlshaber gemustert zu werden.

Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großad­miral Dönitz, .tritt in das offene Viereck. Er spricht zu uns, mit kurzen, knapmn, fodatischen Sät­zen.Dieser Krieg ist ein Seekrieg, das müssen wir begreifen. England kann nur zur See geschlagen